1847 / 206 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

D ßliche Thron⸗ önigrei 1 A. Z.) Der muthmaßliche T l“ 8 8 Königreich Fachsen. : Albert, ist nach Helgoland ab⸗ erbe, Se. Königl. Hoheit der Prinz Albert, at. Die hin und gereist, welches Seebad er schon einmal besu c Seben hier örterte Frage, ob derselbe eine Univers tät und welche S eiene raee ee erfreuliche Weise entschieden worden. besuchen werde, ist jetzt auf sehr erfreulch ee. . 1 es wner staatswirthschaftlichen Bildung nach Er geht zur Fortsetzung seiner ste æm Bonn, und daß Dahlmann dort lehrt, war bei dieser Wahl v. s vüliihen Einflusse Der Prinz wird unmittelbar nach der silbernen Uelhern, also am 22. November, die Reise nach der nher 5 8 Hochschule antreten, welche bekanntlich recht eigentlich mit vv. wurde, um deutsches Wesen zu pflegen. Als wissenschaft⸗ sager Führer begleitet den Prinzen der Appellations⸗Rath Dr. jur. 8 8 2„ 2 e 2 Rob. Schneider, welcher demselben bisher rechtswissenschaftliche Vor⸗ träge gehalten hat.

Königreich Württemberg. Ihre Königl. Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin sind von ihrer Reise nach Kissingen am 19. Juli Abends wieder in Stuttgart eingetroffen und werden sich morgen auf einige Wochen nach Friedrichshafen begeben.

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Herzogthum Holstein. (Hannov. Ztg.) Am 21. Juli lief in den Hafen von Kiel die von dortigen Rhedern zur Grönlandsfahrt ausgerüstete Brigg „Nordstern“ mit der sehr reichen Ladung von vier Wallfischen und fünftausend Robben ein. Es ist dieses das erste Schiff, welches für Rechnung kieler Kaufleute auf den Wallfisch⸗ und Robben⸗Fang jemals ausgelaufen ist.

Gegen die Bestimmung, daß künftig an der haderslebener Ge⸗ lehrten- Schule der Unterricht in dänischer Sprache ertheiert werden solle, sind dem Vernehmen nach von mehreren Seiten Vorstellungen erhoben. Man sagt, daß die schleswig-holsteinsche Regierung selbst sich gegen die beabsichtigte Umwandlung erklärt habe.

Fürstenthum Schwarzburg⸗Sondershausen. (Han⸗ nov. Ztg.) In der Sitzung der Stände⸗Versammlung vom 9. d. M. wurde, den Protakollen zufolge, die Berathung über zwei im De⸗ zember vorigen Jahres ohne ständische Zustimmung erlassene Gesetze, eines, wodurch das Besoldungs⸗Reglement von 1841 aufgehoben wurde, und ein anderes, welches eine neue Organisation der Behörden ein⸗ ihrt, fortgesetzt und zu Ende geführt. Dabei hatten sich die De⸗ batten über die Verfassungsmäßigkeit des ersteren Gesetzes schließlich auf die Frage konzentrirt, ob die Staats⸗Regierung berechtigt gewesen sei, das bisherige Staatsdiener⸗Besoldungs⸗Reglement ohne Zu stimmung der Stände aufzuheben? Wohl zur eigenen Ueber⸗ raschung der kleinen Versammlung, 13 Mittglieder einschließlich des Direktors, siel die Antwort mit verhältnißmäßig großer Maäjorität, 9 gegen 4 Stimmen, verneinend aus. Daß die Versammlung wemiggstens zum Theil von diesem Resultate überrascht sein mochte, ergiebt sich daraus, daß sofort ein Abgeordneter eine nochmalige Abstimmung beantragte, weil er wegen der akustischen Bauart des Versammlungssaales die Frage für mißverstanden hieit. Nachdem der Direktor die Sitzung auf einige Minuten ausgesetzt, die Abgeordneten sich von ihren Plätzen erhoben und im Saale gruppirt hatten, wie es in den Landtags⸗Mittheilungen heißt, fan— den sich auch wirklich noch einige Abgeordnete, bei denen nach ihrer Erklärung ein Mißverständniß obgewaltet, was den Direktor veran⸗ laßte, die Frage nochmals zur Abstimmung zu bringen. Aber son derbarer Weise war die Brantwortung ganz dieselbe; 9 gegen 4 Stimmen entschieden abermals, daß die Staatsregierung nicht be⸗ rechtigt gewesen, das Staatsdiener⸗Besoldungs⸗Reglement ohne stän⸗ dische Zustimmung aufzuheben. Diese Abstimmung wurde dem wieder eingetretenen landesherrlichen Kommissarius mitgetheilt. Oesterreichische Monarchie. Krakau, 21. Juli. Unterm 15ten d. M. ist hier folgende Bekanntmachung provisorischer Bestimmungen über die Landung an dem Weichselufer der Stadt Krakau mit Hinsicht auf die Verbrauchs⸗ Steuer und über die Versteuerungsart der Steinkohlen erschienen: §. 1. Die Landungsplätze sind als solche bezeichnet, und es ist keiner Galeere und keinem Fahrzeuge, welches mit verbrauchssteuer⸗ pflichtigen Gegenständen beladen ist, erlaubt, am krakauer Weichsel⸗ ufer außer an diesen bezeichneten Landungsplätzen zu landen, an⸗ zulegen, vor Anker zu gehen oder dasselbe durch Seile, Vöte, Bretter oder auf sonst eine Art, außer dem Falle, daß die überwiegende Gewalt eines zufälligen Ereignisses hierzu zwingt, mit dem Ufer in

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Verbindung zu setzen. §. 2. Die Landungsplätze erstrecken sich am kra⸗ kauer Weichsel⸗Ufer: a) bei Zwierzoniec, angefangen von dem Punkte, wo die Ravons Linie mit der Weichsel zusammenfällt, bis zu dem Robakier Linienamte. b) von der Stanislaus⸗Kirche, sogenannte Skalka, bis zur Weichsel⸗-Brücke. §. 3. Sogleich nach dem Landen hat der Führer des Fahrzeuges, auf welchem verbrauchssteuerpflichtige Gegenstände geladen sind, dem nächsten Linienamte unter Angabe des Tages und der Stunde der er⸗ folgten Landung die Anzeige zu machen und zugleich anzugeben, welche Gegenstände und in welcher Menge das Fahrzeug enthält. Die Menge ist nur nach der Maß⸗Einheit, wie die Gegenstände im Handel vorkommen und in dem Verbrauchs⸗Steuer⸗Tarif enthalten sind, zu erklären. Ueber diese Anmeldung wird das Linienamt der Partei eine Be⸗ scheinigung ausfertigen, falls dieselbe die entfallende Verbrauchs⸗ Steuer Gebühr sogleich zu berichtigen nicht in der Lage sein sollte. Die Anmeldung hat schriftlich zu geschehen. §. 4. Die Fracht muß binnen 6 Stunden, von dem Zeitpunkte der Landung an gerechnet, versteuert und binnen 18 Stunden abgeladen und das Fahrzeug gelichtet werden. §. 5. Das Landen mit steuerpflichtigen Artikeln zur Nachtzeit ist nicht gestattet. §. 6. Zum Behufe der schnelleren und leichteren Amtshandlung rücksichtlich der Steinkohlen wird gestattet, daß das Gewicht derselben nach sogenann⸗ 11 (im gewöhnlichen Verkehre Klafter genannt) angemeldet verde.

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 20. Juli. Der General⸗-Lieutenant Ru⸗ pert ist auf sein Gesuch der Functionen als General⸗Gouverneur von Irkutsk und Jeniseisk, so wie als Befehlshaber der in Ostsibirien stehenden Truppen, enthoben und der Kaiserliche Adjutant, Oberst Benkendorff, vom Garde ⸗Kavallerie⸗Regiment, bei der russischen Ge sandtschaft in Berlin als Attaché angestellt.

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Paris, 22. Juli. Der König und die Königliche Familie wer⸗ den sich nächstens auf Schloß Eu begeben. Der neue Gesandte der Vereinigten Staaten am hiesigen Hofe, Herr Rush, hat dieser Tage eine Einladung zur Königlichen Tafel erhalten. Vorgestern wurden die neun arabischen Häuptlinge, welche zu einem Besuch Frankreichs aus Algerien herübergekommen sind, dem Könige in den Tuilericen vom Direktor der algierischen Angelegenheiten, General Grafen Delarue, im Namen des Kriegsminister vorgestellt.

Der Minister des Krieges hat durch einen Tagesbefehl an die Armee bekannt gemacht, daß er einen Offizier mit viertägigem Arrest bestraft habe, weil derselbe unmittelbar bei Sr. Majestät dem Könige der Belgier um einen Orden nachgesucht habe, während nach den be⸗ stehenden Vorschriften Militairpersonen in aktivem Dienste nur durch ihre Chefs und durch die Regierung um Decorationen nachsuchen oder solche durch dieselben erhalten könnten.

An einem der letzten Tage fand bei Herrn F. Delessert eine Versammlung der Führer der konservativen Partei statt. Man ver⸗ einbarte sich darüber, daß man den Austritt des Marschall Soult aus dem Kabinet und die Uebertragung der Conseils⸗Präsidentschaft auf Herrn Guizot billigen würde; so wie auch darüber, daß die An⸗

nahme der Entlassung des Handels⸗Ministers, Herrn Cunin⸗Gridaine,

welcher bereits zu wiederholtenmalen die Absicht geäußert, sein Por⸗ tefeuille niederzulegen, anempfovlen werden solle. Die Versammlung soll ferner den Beschluß gefaßt haben, ein neues Joürnal zu gründen, welches das Journal des Débats in der Vertheidigung des Ministeriums vom 29. Oktober unterstützen solle.

Das Journal de Rouen hatte nach Gerüchten, welche am Abende vor der offiziellen Publication der vom Pairshofe gegen Teste, Cubieres und Parmentier gefällten Urtheile in Umlauf gekommen waren, den Inhalt dieser Urtheilssprüche veröffentlicht. Es erwiesen sich diese Gerüchte später auch als richtig. Das Journal de Rouen hatte, indem es dieselben mittheilte, nur von einem Rechte, das der Presse zu bestreiten bis jetzt Niemandem eingefallen war, Ge⸗ brauch zu machen geglaubt. Zur Vorsorge führte es sogar das Beispiel ministerieller Blätter, namentlich des JFournals des De bats an, welche seither keinen Anstand genommen, über Zahlen⸗

Verhältnisse bei Abstimmungen des Pairshofes Mittheilungen zu machen. Nun aber zeigt das Journal de Rouen an, daß es eine Vorladung vor die Schranken des Zuchtpolizeigerichtes erhalten, un⸗ ter der Anschuldigung, Bericht erstattet zu haben über „innere Be rathungen“ des Pairshofes, was durch die September⸗Gesetze ver⸗ boten sei.

Der Moniteur veröffentlicht eine Uebersicht der indirekten Ab⸗ gaben in dem ersten Halbjahre von 1847. Dieselben betragen 393,645,000 Fr., oder 5,834,000 Fr. weniger, als in dem gleichen Halbjahre von 1846. Die Verminderung ist fast ganz durch die Herabsetzung der Eingangszölle von Getraide herbeigeführt. Das Journal des Débats bemerkt darüber: „Im Allgemeinen wird das finanzielle Ergebniß des ganzen Jahres, wenngleich bis jetzt ein Verlust sich ergeben hat, sich weniger nachtheilig erweisen, als man es darzustellen sich bemüht, wenn man den Einfluß erwägt, welchen der hohe Preis des Getraides auf den Verbrauch im Allgemeinen stets ausübt. Man könnte noch eine bedeutendere Verminderung des offentlichen Einkommens befürchten. Mit den besseren Verhältnissen wird dasselbe ohne Zweifel auch seinen regelmäßigen Gang wieder einnehmen.“ G

Man liest im Courrier francais, der Fürst Torlonia habe mit dem Banquierhause Gouin in Paris eine Uebereinkunft in Be⸗ treff der Eisenbahnen des römischen Staates abgeschlossen; es werde eine Million in dem Schatze der römischen Regierung als Bürgschaft für die Ausführung der Bauten niedergelegt werden.

Von dem Minister der Marine und der Finanzen soll demnächst eine Kommission ernannt werden mit der Aufgabe, die erforderlichen Vorbereitungen zu einer durchgreifenden Verbesserung des französischen Postdampfschifffahrts⸗Dienstes auf dem Mittelmeere zu treffen. Marschall Bugeaud soll an den König persoönlich ein langes Schreiben gerichtet haben. M

Der Prinz von Joinville ist mit seinem Geschwader wieder in den Hafen von Cagliari eingelaufen.

Frau von Cubieres schreibt an die P atrie, ihr Gemahl sei durch das gegen ihn gefällte Urtheil keinesweges vernichtet, und sein Stolz habe sich nicht empört gegen die harte Strafe, von der er betroffen worden.

Am Sonntag wurde Lamartine zu Ehren in Macon ein großes Banket veranstaltet, bei welchem 2100 Gäste und über 4000 Zu schauer anwesend waren. .

Chair d'Est⸗Ange wird Pellapra vor dem Pairshose am Freitag vertheidigen.

Benier der Sohn erklärt in der Gazette des Tribunaur, daß er sich jeden Augenblick, wenn man ihm den Prozeß machen wolle, vor den Gerichten stellen werde.

Zu Amiens haben der Maire und der Stadtrath, weil die Regiecrung ihnen die Erlaubniß abschlug, eine Anleihe von 100,000 Fr. für die Stadt abzuschließen, sich geweigert, die zur Feier der Julitage nöthigen Gelder herzugeben, und sind darauf zusammen nach Paris abgereist, um dem Minister ihre Entlassung einzureichen.

Alle Effekten waren heute niedriger, und die Spekulanten wag⸗ ten keine bedeutende Operationen für die nächste Liquidation zu be⸗ werkstelligen. Das Votum über den Gesetzentwurf in Betreff der Paris⸗Lyoner Eisenbahn hat ungünstig auf die Actien dieser Bahn eingewirkt. Auch die anderen Linien waren in rückgängiger Be⸗ wegung.

x△ Paris, 22. Juli. Die Deputirten⸗Kammer setzte heute nach Annahme einer Anzahl Gesetz Entwürfe von lokalem In⸗ teresse die Verhandlung des Gesetz-Entwurfs in Betreff der Eisen⸗ bahn von Lyon nach Avignon fort. Gestern war das Amendement des Grafen d'Angeville an die Kommission zurückverwiesen worden, nach welchem ein Kredit von 10 Millionen für den Beginn der Ar⸗ beiten dieser Bahn eröffnet und die Caution der Gesellschaft zur Be⸗ zahlung der Arbeiten verwendet werden soll.

Herr von Lafarelle erklärt im Namen der Kommission, dieselbe sei der Ansicht, daß sie zuerst über die Frage entscheiden müsse, ob sie auf Untersuchung der Frage der Verlustigerklärung eingehen könne. Sie halte sich nicht für den kompetenten Richter dazu, den Kammern und den Mini⸗ stern allein stehe dieses Recht zu. Ihre Ansicht sei, daß es das Beste ware, den Gesetz⸗Entwurf so zu nehmen, wie er abgefaßt und vorgelegt worden sei. Sie glaube, sich nicht über das Amendement aussprechen zu sollen. Ihre ganze Einmischung in die Sache würde sich hierauf beschränkt haben, wenn sich⸗ nicht Herr d'Angeville, unterrichtet von den Einwürfen gegen sein Amendement, mit Herrn Colignon verständigt hätte zur Vorbrin⸗ gung eines neuen Amendements, dessen Inhalt sei: „Art. 1. In dem Falle, wo die Verlustigerklärung ausgesprochen würde, kraft An⸗ wendung des Art. 30, des dem Gesetze angehängten Lastenheftes, wird dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten ein Kredit von 10 Millionen für das

Verwaltungsjahr 1847 eröffnet, um die Arbeiten zu beginnen. In dieser

Der genannte Giuliano Cesarini, Bannerträger von Rom, war ein Verwandter der Vittoria Colonna, welche in seinem Hause starb: noch be⸗ steht, wenn auch nur durch weibliche Descendenz, die mit einem jüngeren Zweige der Sforzas verbundene Familie, welcher das durch sein Blumen⸗ fest berühmte Genzano und das Rutulische Ardea gehören.

Es würde zu weit führen, sollten hier alle Kunstwerke erwähnt werden, deren in diesen Berichten gedacht wird, in den verschiedenen Theilen Ita⸗ liens wie in Rom selber, in Venedig, das eine Gemälde⸗Gallerie heißt in Betracht der Reichthümer seiner Paläste und Kirchen; in Mailand, Padua, Mantua, Ferrara, Parma, Bologna, in den Städten Toscana's, in Urbino und den Marken, in Genua, wo Perino del V aga’s Arbeiten bei den Dorias gepriesen werden, in den umbrischen Städten, in Neapel. Kaum eine Stadt gebe es, so heißt's, die nicht innen wie außen bemalt sei. In Rom aber wird neben dem Fclast Agostino Chigi's (Farnesina), der Transfiguration und der Sibyllen der Pace, neben der Villa Papst Cle⸗ mg n. Monte Mario sodann (Villa Madama) vorzugsweise der Decke 1. fa Altarwand der Sixtinischen Kapelle gedacht: Buonarroti's Werk bens seh zwanzig Maler nicht zu wenig gewesen. Von Raphael von Ur⸗

S Meisterwerk, die Stanzen und die Loggien, von welche mit Recht . wie verständiger Anlage zeugend: eine Arbeit, siöu“ 8b ie erste in der Kunst genannt werden würde, befände B in der Nähe jener des Michel Angelo. Beiläufig möge hier nur die Notiz stehen, daß unser Portugiese des sel Bildes ei Todten in der Cölestiner⸗Rirche zu Aürt giese des se tsamen Bildes einer Tradition, deren auch de Brossze Avignon gedenkt, welches er mit der Goznie Pee ,uo.ses in seiner italienischen Reise erwähnt dem guten König René zuschreibt, we 5 8 jellei

1 1n8. nne de, ischreibt, welcher Manchem vielleicht am besten durch Dünois; Worte in der Jungfrau von Orl he 1 Quatrebarbes (Oeuvres complètes du n bans Fange 66 G S. CLl.) bringt ein Dokument bei, welches die Arbeiten 11“ Künstlers Namens Francesco in gedachter Kirche üt 88 13565 ziell wird doch nur von Bildhauerwerken desselben ee. Aber spe⸗ nicht daraus hervor, daß das Bild nicht von des Heajagh,n, und es geht

Auch auf Anderes kann nur hingedeutet werden de Nan⸗ 8

9 & FI auf jenes z. B. was Francisco, indem er die Rittzlichkeit der Zeichnenkunst in Krieg viee din für den Dienst des Königs und des Staates erläutert, von 8. Fricen Festungen sagt, welche er dem Schlosse von Lissabon und den entschen Reiche Portugal, wo nicht Eine Stadt nach dem modernen Spstagen 8 festigt sei, als Muster vorhält. Er wagt es, anzuführen, Pra. Per be⸗ habe das Fort von Porto statt Fortaleza debilidade enannt. Er 85 wähnt dabei, wie er die Heeresmacht König Franz' des Ersten gesehen als dieser an der Spitze von dreißigtausend Mann herangezogen, mit dem papst und dem Kaiser Frieden zu schließen, und Andrea Doria's Galeeren ihn nach Villafranca gebracht. Es waren die Zusammenkünfte zu Nizza, Villa⸗ franca und Aiguesmottes im Juni und Juli 1538. Eine solche Pracht, wie die der vereinigten Höfe, werde nie wieder gesehen werden. *Shac Euch der Zeichnung“, heißt es dann in der Anrede an Dom Sebastian, „beim Bau Eurer Festungen: die Zeichnung soll die Form der Bastionen,

Bollwerke, Thürme, Zinnen, Mauern, Kasematten, Redouten, Brustmauern,

Gräben und alles Uebrigen angeben. Zu Allem werde Ziegelstein ver⸗ wandt, nicht Quadern. Schade, daß man bei der Veste Mazagao, der ein⸗ zigen guten, die in Afrika gebaut worden und deren Modelle auf Anlaß

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des Königs Dom Joao und des Insanten Dom Luis von mir herrührten, nicht den Backstein brauchte, wie ich angab *). Ich entwarf den Plan bei meiner Rückkehr aus Italien und Frankreich, wo ich die berühmtesten Vesten der Welt gezeichnet und eigenhändig gemessen hatte, darunter die neue Bastion, welche Papst Paul zum Schutz gegen die Türken errichten ließ, die Citadelle von Florenz, das beste Werk in Europa; das Fort Sant Elmo, welches man eben zu jener Zeit in Neapel erbaute, sehr verschieden von dem gegenüberliegenden Castelnuovo, das gegen unseren Gebrauch von Quadern und mit Skulptur verziert; die Vesten von Civita Castellana, Mailand, Ferrara, Nizza und Genua, die sehr schöͤn sind, die von Sarzana (Sarza⸗ nello) auch, dann die von- Ancona und die Thore Padua's, wo ich unseren

heiligen Antonius von Lissabon sah **), die Veste von Pesaro endlich, wo ich durch den Kommandanten eingesperrt wurde, weil ich in den Verdacht gerieth, den Plan haben aufnehmen zu wollen. Ich wagte so mein Leben für den Dienst Eures Großvaters.“ Die kurze Bemerkung möge hier ste hen, daß die Italiener damals allerdings Meister in der Kriegsbaukunst waren. Wie in der zweiten Hälfte des 15ten Jahrhunderts nament⸗ lich durch den talentvollen Francesco di Giorgio von Siena die Um⸗ gestaltung des alten malerischen, aber seit der Anwendung der Artillerie un⸗ praktisch gewordenen Festungsbaues begann und Lionardo da Vinci, in der Mechanik groß wie in den bildenden Kuünsten, dies Artilleriewesen sehr vervollkommnete, so beschäftigten sich die talentvollsten Architekten der ersten Hälfte des Cinquecento vielfach und mit großem Erfolge mit der Be⸗ festigungskunst, Giuliano da San Gallo, Buonarroti, Antonio da San Gallo der Jüngere, von welchem außer den von unserem Fran⸗ cisco belobten Werken zu Rom, Florenz und Ancona eine Menge anderer Vesten sind, die von Nepi, Perugia, Ascoli, vieler anderen nicht zu geden⸗ ken, während Fürsten und Feldherren, wie Federigo von Montefeltro, Cesar Borgia, Lodovico il Moro, Alfons l. von Este, Fran⸗ cesco Maria della Rovere, Pierluigi Farnese diesem Gegen⸗ stande die größte Aufmerksamkeit widmeten. In Italien umherreisend, fin⸗ det man allerwärts die nun halbverfallenen und natürlich unnützen, aber in ihrer Anlage nicht geringe Geschicklichkeit verrathenden Bauten dieser Zeit. Der erste der Berichte Francisco's de Hollanda hat, wie ich bereits andeutete, noch einen anderen Zweck als den, von seinem Leben und seinen Studien in Rom Kunde zu geben. Es liegt ihm sehr am Herzen, zu zei⸗ gen, einmal wie verschieden der Zustand der Kunst in Italien und auf der pyrenäischen Halbinsel ist, sodann in welcher ganz anderen bevorzugten und ehrenvollen Stellung die italienischen Künstler sich befinden. Es ist möglich, ja wahrscheinlich, daß Francisco in ersterer Beziehung übertreibt: in Hinsicht auf Spanien thut er es ganz gewiß. Die Monumente zeugen dafür. Wenn er von Portugal sagt, die Malerei existire dort nicht, sie werde we⸗ 5 mit Erfolg gepflegt, noch geehrt, so mag auch dies zu viel sein, aber benn Fuch des Grafen Raczynsli zeigt doch, wie gering die Aus⸗ venthia e Forschungen für die eigentliche Malergeschichte ist. Die gele⸗ fandischass emerkung Garciag de Rezende's, der unter Leo X. als Ge⸗ —☚alnhs-Secretair in Rom war und von dessen Cancioneiro geral

*) Mazagan ode ija, j volkani oder Berija, jetzt ein unbedeutender Platz im Marolkani⸗ schen, an westlichen Küste, nicht weit vom weißen Vorgebirge. ) Sanct Anton von Padua, geb. zu Lissabon, 1195.

wir dem Archivrath von Kausler in Stuttgart eine neue Ausgabe verdat ken: Portugal habe Künstler, welche fast dem Michel Angelo, dem Dürer und Raphael gleichzustellen seien, ist wohl nicht viel mehr als eine poetische Amplification. Francisco erklärt mit dürren Worten in seiner Zuschrift an Dom Sebastian: „In diesem Lande kennt und versteht man durchaus nicht von der edlen Kunst der Malerei: nirgend auf der Welt ist sie so gerin geschätzt, wie in Portugal.’“ Daß unser Illuminator, der auch Architek war, von den Bauten im Lande so geringschätzend spricht, während es de⸗ ren so schöne mittelalterliche giebt (die Namen Alcobaga und Batalha sind in Aller Munde), hat wohl nur in seiner Bewunderung des modernen Stol seinen Grund. 11“

Die Worte, welche dem Buonarroti in Bezug auf die Stellung von Kunst und Künstlern in den genannten Landern in den Mund gelegt wer den, mögen hier eine Stelle finden. „Ich weiß wohl“, sagt er, „daß man in Spanien die Malerei nicht mit derselben Gunst behandelt wie in Ita⸗- lien. Daran gewöhnt, kärglichen Lohn zu empfangen, müßt Ihr über die glänzende Belohnung staunen, welche hier den Malern zu Theil wird. Ich kenne diese Verhältnisse genau, indem ich einmal einen portugiesischen Die⸗ ner hatte. Auch leben und schaffen die Maler hier und nicht in Spanien. Ihr werdet überall die Spanier mit edlen Empfindungen prunken sehen: sie ertastiren sich vor Bildern und erheben sie in Worten zu den Wolken; kommt es aber darauf an, so haben sie nicht den Muth, den kleinsten Auftrag zu geben. Was mir aber noch verächtlicher scheint, ist ihre Verwunderung, wenn man ihnen sagt, es gebe in Italien Leute, die für Bilder hohen Preis zahlen. Meiner Ansicht nach beweisen sie hierin nicht den hohen Sinn, den man ihnen beimißt. Sie sind im Unrecht, indem sie herabziehen, was sie bewun⸗ derten, ehe vom Preise die Rede war: dadurch aber schaden sie sich selben nicht etwa der Kunst, welche bewundert bleiben wird, so lange es in Italien Menschen und Städte giebt. Ein Maler sollte daher das Land nicht ver⸗ lassen, in welchem wir leben, ausgenommen um nach Frankreich zu gehen wo, wie hier, das Talent geehrt und die höhere Malerei geschätzt wird Ich will Euch selbst Männer nennen, welche die Künste ermuntern und föordern, ohne gerade großen Geschmack daran zu haben. Zu diesen gehört Andrea Doria, welcher seinen Palast durch Meister Per ino prächtig ausschmücken ließ und diesen großmuthig belohnte; auch der Kardinal Far⸗ nese, der von Malerei keinen Begriff hat und doch dem nämlichen Perino, blos um ihn seinen Maler zu nennen, ein reichliches Auskommen ausge⸗ setzt hat, zwanzig Crusaden monatlich, i.-. Diener und einem Pferde, während er ihm nebenbei seine Ar eiten sehr gut bezahlt. Seht, wie der Kardinal della Valle und der Kardinal Cesi sich benehmen, Papst Paul endlich, der weder großer Kenner, noch großer Freund der Malerei ist, und mich doch so gut behandelt, viel besser, als ich verlange, von seinen Gunstbezeugungen abgesehen „durch die er mich bisweilen ganz beschämt. Giebt er doch z. B. meinem Farbenreiber, dem Urbino, zehn Crusaden des Monats außer der Kost, die ihm im Palast gereicht wird.“ Was dann über Sebastian del Piombo folgt, ist schon bemerkt worden. Perino's Fresken in dem so schönen, wie reizend gelegenen Palast Doria zu Genua, wohin er nach Roms Plünderung im Jahre 1527 sich begab, sind nebst denen des Giulio Romano in Mantua die berühmtesten der Raphaelischen Schule, die hier indeß schon einen starken Beigeschmack jener des Buonarroti hat. Die beiden Kardinäle, welche Michel Angelo namhaft macht, waren

Fassung habe das Amendement der Kommission annehmbar geschienen. Es wäre besser, einige Sitzungen mehr seiner Prüfung zu widmen und der Sache eine definitive Lͤsung zu geben. Graf d’'Angeville motivirt sein Amendement. Herr Garnier Pages: Das Amendement habe keinen anderen Zweck, als den provisorischen Zustand noch zu verlängern. Dadurch würde die Agiotage mit den Actien nur erhöht. Die Verwerfung des Ge⸗ setz⸗Entwurfes ganz einfach wäre besser. Der Minister des Innern: Nicht zur Diskussionder Artikel übergehen, würde alle Interessen und die Ausfüh⸗ rung einer wichtigen Bahn gefährden, welche den Ocean mit dem Mittelmeer in Verbindung setzen solle. Die Regierung könne nicht in die Vertagung wil⸗ ligen. Zwei Auskunftsmittel seien der Kammer vorgeschlagen. Das erste bestehe in dem Entwurfe der Kommission, und dieses sei seiner Ansicht nach das bessere; das andere in dem Amendement der Herren Colignon und d'Angeville. Dieses gebe keine definitive Lösung, gefährde aber wenigstens auch kein Interesse und sichere den Anfang der Arbeiten. Das sei ein wichtiger Punkt. Finge die Gesellschaft dann ihre Arbeiten dieses Jahr nicht an, so würde sie ihrer Rechte verlustig erklärt werden. Die Kammer möge also in Rücksicht auf die vorgerückte Zeit der Session für das zweite Auskunftmittel sich erklären. Herr Darblay: Es sei unmöglich, sich aus⸗ zusprechen, nach bloßer Lesung eines ganz neuen Entwurfs. Dasselbe solle gedruckt oder mindestens noch einmal vorgelesen werden. Der Präsident verliest das Amendement noch einmal. Herr Luneau: Dieses Amendement liefere die Regierung ganz in die Hände der Gesellschaft. Er könne unmöglich seine Zustimmung dazu geben. Das Beste wäre die Verwerfung des Gesetzes. Der frühere Kontralt werde dann seine Kraft behalten. Die Verwaltung werde die Gesellschaft ihrer Rechte verlustig erklären, wenn dieselbe nicht un⸗ verzüglich Hand ans Werk lege für die Arbeiten. Der Fina nz⸗Mini⸗ ster: Die Regierung wolle eine definitive Lösung, aber der Herr Minister des Innern habe die Motive auseinandergesetzt, warum die Regierung sich eine provisorische gefallen lassen wolle. Die Regierung habe glauben müs sen, die Opposition, die für die Bahn von Paris nach Lvon eine proviso rische Lösung verlangte, werde sich ihr anschließen. Das geschehe aber nicht; von dem Augenblick an, wo die Regierung die provisorische Lösung sich gefallen lassen wolle, wolle die Opposition nichts mehr davon wissen. (Gelächter.) Mit dem gegenwärtigen Lastenhefte erkläre die Gesellschaft, die Arbeiten nicht beginnen zu wollen; alle Welt erkenne die Nothwendigkeit der Abänderung desselben an. Also solle man diese Modification vornehmen. Wolle man, daß der Staat die Arbeiten beginne, so solle man das Amen⸗ dement votiren. Beharre die Gesellschaft bei Nichtbeginn der Arbeiten, so werde die Verlustigerklärung ihrer Rechte ausgesprochen, und der Staat übernehme die Arbeiten für seine Rechnung. Der Minister verlangt, daß zur Diskussion der Artikel übergegangen werde. Die Kammer beschließt in diesem Sinne. Der Präsident verliest den Artikel 1 des Amende ments. Herr Benoist hätte das erste Amendement des Herrn d'Angeville votirt, weil es eine Drohung gegen die Gesellschaft enthielt. Das jetzige könne er nicht votiren. Herr Garnier Pageès will nur Annahme des Art. 1, aber Verwerfung aller übrigen. Der Art. 1 wird nun fast ein stimmig angenommen. Der Präsident läßt zur Berathung über Art. 2 schreiten. Mehrere Amendements sind darüber vorgeschlagen. Herr Ardent ist gegen diesen Artikel, als unnütz. Der Minister des Innern ver⸗ theidigt den Artikel, und Herr Lacave Laplagne spricht in gleichem Sinne, Herr Garnier Pages noch einmal dagegen. Der Art. 2 wird endlich mit einer Abänderung auch angenommen. .

Großbritanien und Irland.

London, 21. Juli. Ihre Majestät die Königin besuchte gestern von Osborne aus in Begleitung Ihres Gemahls und Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Waldemar von Preußen das zu Spithead ankernde Geschwader Admiral Napier's, welches aus 5 Linienschiffen, dem „St. Vincent“ von 120 Kanonen, der „Queen“ von 110 Ka nonen, der „Caledonia“ von 120 Kanonen, dem „Howe“ von 120 Kanonen und der „Vengeance“ von 84 Kanonen, besteht. Bei An näherung der Königlichen Nacht, so wie bei der Rückfahrt, salutirten die Schiffe durch Ehren⸗Salven. Die Königin bestieg das Flaggen⸗ schiff „St. Vincent“ und einen anderen Dreidecker; auf beiden weh⸗ ten die britische und die preußische Flagge.

Der Schluß der Session des Parlaments ist jetzt definitiv auf den 23sten festgesetzt. Morgen wird die Königin im Buckingham⸗ Palast die übliche Geheimeraths⸗Sitzung halten, um der Thron⸗Rede die Königliche Bestätigung zu ertheilen.

Die heutigen Parlaments⸗Verhandlungen boten in ihren Einzel⸗ heiten kein Interesse. Im Unterhause erlangten die Minister das für sie wichtige Resultat, daß die Bill wegen Errichtung eines Bis⸗ thums in Manchester mit 93 gegen 14 Stimmen zum drittenmal verlesen und angenommen wurde. Im Oberhause kam nichts von Belang vor. Den Schluß der gestrigen Sitzung der Gemeinen zeich⸗ nete Lord George Bentinck als Vertreter der Protectionisten

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Tories durch einen neuen Angriff gegen die liberale Politit Sir R.

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Peel's aus, indem er die kürzlich erlassene Adresse desselben zum Ge⸗ genstand einer Erörterung machte. Es wurde nichts Neues vorge⸗ bracht. Lord G. Bentinck gab seine Ansichten in Betreff der noth⸗ wendigen Finanz⸗ und Zoll⸗Maßregeln zu erkennen und erklärte sich dahin, daß die Einfuhrzölle nicht über 20 pCt. vom Werth von allen Einfuhr⸗Artikeln des Auslandes steigen dürfen, daß vielmehr ein Zoll von 12 ½ oder höchstens 15 pCt. hinreichen würde, nicht nur die Ein⸗ nahme dem Staate zu sichern, sondern auch mehrere von den Grund⸗Eigenthümern schon lange bekämpfte Abgaben, wie die Malz⸗ und Hopfensteuer und spaͤter vielleicht auch die Seifensteuer, aufzuheben. Man sieht in diesen Erklärungen des Protectionisten⸗ führers das Programm seiner Partei für die bevorstehenden neuen Parlamentowahlen. Herr Hume nahm sich der angegriffenen Peel⸗ schen Adresse besonders lebhaft an, indem er nachwies, daß während des Ministeriums Peel wirklich die von Lord G. Beutinck bestrittene Abgaben⸗Verminderung im Betrage von 7,500,000 Pfd. wirklich statt⸗ gefunden habe. Es sei zwar die Einkommensteuer dafür aufgelegt worden, welche aber nur 5,474,000 Pfd. jahrlich betrage, so daß also die Verminderung immer noch 2,026,000 Pfd. betrug, während die jährliche Staats⸗Einnahme um 1,145,000 Pfd. im Vergleich zu 1812 vermehrt worden ist. Der Gegenstand wurde hierauf verlassen und die Sitzung vertagt.

Nach Berichten aus Dublin vom 19ten d. M., hat der Lord⸗ Lieutenant von Irland, Graf Clarendon, die ihm vom dubliner Ma gistrat zur Beglückwünschung überreichte Repeal⸗Adresse durch eine kräftige, würdevolle Antwort erwiedert, in welcher er anerkennt, daß der Magistrat aus voller Ueberzeugung in der Repeal das einzige Mittel zur Hebung Irlands erblicken und demnach vollkommen be⸗ rechtigt sein möge, dasselbe sogar in der ihm überreichten Glückwunsch⸗ Adresse zur Sprache zu bringen, zugleich aber erklärt, daß seine An sicht eine diametral verschiedene sei, daß er das beste Mittel der Ab hülfe in der möglichsten Entwickelung der Freiheit des Volkes und der Zuversicht in seine eigenen Hülfsmittel erblicke und in dem Stre⸗ ben nach diesem Ziele den einzigen Weg finde, eine bessere Zukunft für Irland anzubahnen.

Llsen.

Brüssel, 23. Juli. Die Ernennung der Herren de Smet und Mast de Pries zu Regierungs⸗Kommissarien bei den verschiedenen Privat⸗Eisenbahnen hat der Oppositionspresse zu heftigen Beschwer⸗ den darüber Anlaß gegeben, daß das Ministerium des Grafen de Theur die Frist, welche ihm noch gegeben sei, zur Benutzung seines Einflusses zu Gunsten seiner Freunde verwende. Diese Kommissare, sagen die libe⸗ ralen Blätter, würden für kaum einen Tag Arbeit im Monat ihre großen Gehalte beziehen. Es scheine aber bei den jetzigen Ministern als die beste Empfehlung zu gelten, wenn man die öffentliche Mei⸗ nung gegen sich habe. Herr Leken falle in Verviers bei den Wahlen durch und werde Bezirks⸗Kommissar, Herr Potesta werde in Huy be⸗ seitigt, Herr Nuyttens in Gent, und Beide erhielten den Levpolds⸗ Orden, Herr de Smet werde in Alost aus der Kammer entfernt, und er erhalte eine einträgliche Sinekure, und der Unfähigste von Allen, Mast de Vries, werde durch eine andere Sinekure gegen ihm bevor⸗ stehende Unfälle gesichert.

Die Zahl der bei bei der Katastrophe von Marihaye (Seraing) Verunglückten ist leider noch größer, als die ersten Angaben berichte⸗ ten. Es sind 41 Leichen gefunden worden, unter denen sich 8 weib liche befinden. Noch 4 Arbeiter werden vermißt. An demselben Tage, fast um dieselbe Stunde, wo die Katastrophe von Marihaye vorfiel, ereignete sich, wie die Gazette de Mons berichtet, ein fast eben so entsetzlicher Unfall in der Kohlengrube von l'Agrappe zu Fra⸗ meries. Es fand in derselben eine Gas⸗Erplosion statt, welche 10 Arbeiter tödtete und 2 gefährlich verwundete. Dieses Unglück scheint abermals die Folge einer Unvorsichtigkeit gewesen zu sein.

Die Gewerbe-Ausstellung ist noch nie so zahlreich besucht wor⸗ den, wie in diesem Jahre. 3 v

Vorgestern sind in den Hafen von Antwerpen fanf Schiffe mit Getraide eingelaufen. 1

Man schreibt aus Ostende vom 49. Juli: „Heute lief hier der zweite belgische Heringsfänger mit 225 Tonnen Heringen ein. Die Qualität des Fisches soll nichts zu wünschen übrig lassen und die Kon⸗ kurrenz mit dem holländischen Produkte bestehen können.“

Auf dem Markte von Lüttich ist nur inländisches Getraide zu

niedrigeren Preisen verkauft worden. Die Landwirthe kommen mehr und mehr zur Einsicht, daß die Theurung vorüber ist, und setzen eilig ihren Vorrath ab. Schweiz.

3 Kanton Bern. In der Sitzung der Tagsatzung am 20. Juli kam die Frage wegen Auflösung des Sonderbundes zur Abstimmung, wobei zwei Haupt⸗Anträge zu unterscheiden sind: I. Der Antrag von Bern, dahin lautend: 1) Das Sonderbündniß ist unverträglich mit dem Bundes⸗Vertrag und daher als aufgelost erklärt; 2) die betreffenden Kantone sind für Beachtung dieses Beschlusses verantwortlich erklärt, und die Tagsatzung behält sich vor, wenn es die Umstände erfordern, die weiteren Maßregeln zu treffen und diesen Nachachtung zu verschaffen. II. Der Antrag von Basel⸗Stadttheil, dahin lautend: 1) das Sonderbündniß sei nicht im Einklang mit dem Bundesvertrag; 2) die betreffenden Kantone seien freundeidgenössisch einzuladen, demselben zu entsagen, unter Zusicherung kräftiger Beihülfe gegen „An⸗ und Eingriffe“ auf ihre Rechte u. s. w.; 3) daneben seien auch die an dem 1832 abgeschlossenen Siebner⸗Konkordat theilneh⸗ menden Kantone aufzufordern, dasselbe aufzuheben. Abstimmung. 1) Zu Art. 1 des Antrages von Bern, den Sonderbund auf⸗ gelöst zu erklären: 12 ½ Stände: Zürich, Solothurn, Schaffhau⸗ sen, St. Gallen, Aargau, Tessin, Genf, Waadt, Thurgau, Grau⸗ bündten, Appenzell A. Rh., Baselland, Glarus, Bern. Hierauf kommt: 2) Art. 1 des Antrages von Baselstadt, den Sonderbund als nicht im Einklang mit dem Bundes⸗Vertrag zu erklären: 2 St. Baselstadt allein. 3) Der Art. 2 des Antrages von Bern: die Sonderbunds⸗Kantone verantwortlich zu erklären für Beachtung obigen Beschlusses (Nr. 1) unter Vorbehalt (von Seiten der Tagsatzung) der nöthigenfalls zu treffenden weiteren Maßregeln: Zürich, Solothurn, Schaffhausen, Aar⸗ gau, Tessin, Genf, Waadt, Thurgau, Appenzell A. Rh., Basel⸗ land, Glarus, Bern, 10 ¼ St.; St. Gallen und Graubündten R-2g halten das Protokoll offen. 4) Graubündten fragt nach einem An- trage, der 1846 zur Abstimmung gekommen und um etwas Weniges ab⸗ weichend (gelinder) lautet (der eidgenössische Kanzler verliest denselben aus dem Abschied), dafür stimmen St. Gallen, Graubündten, 2 St. 5) Dagegen stimmen: Zürich, Bern, 2 St. 6) Für den zweiten Artikel von Baselstadt: freundeidgenössische Einladung, dem Sonder⸗ bund zu entsagen: ½ St., Baselstadt allein. 7) Für den dritten Ar⸗ tikel von Baselstadt: Aufforderung zur Aufhebung des Siebner⸗Kon⸗ kordats: St., Baselstadt allein. Hierauf erklären St. Gallen und Graubündten, daß sie das offen behaltene Protokoll schließen und dem Beschluß über den Art. 2 des Antrages von Bern beitre⸗ ten. Derselbe erhielt somit 12 Stimmen. Luzern, Zug, Wallis und Unterwalden erklären, daß sie eine Protestation gegen diesen Beschluß zu Protokoll geben werden. Graubündten spricht Etwas, das nicht mehr verstanden werden kann, denn die Versammlung geht mit Ge⸗ räusch aus einander, nachdem sie von Morgens 9 Uhr bis Abends 6 Uhr ununterbrochen gedauert hat. Der Ober⸗P. A. Z. wird über diese Verhandlungen und ihr Ergebniß aus Bern vom 21. Juli geschrieben: „Die beiden Parteien, Radikale und Ultramontane, zeig⸗ ten sich bei der Sonderbunds⸗Debatte in ihrer ganzen Breite und Tiese. Besonders am zweiten Tage und gegen das Ende der Sitzung fingen einzelne Gesandtschaften an, sich gegenseitig mit Bitterkeiten zu bewirthen. Jedoch ging es immerhin bei weitem ruhiger zu, als bei der Jesuitenfrage vor zwei Jahren. Der Beschluß wurde von den Sonderbundsständen bestritten und ist also keine Aussicht, daß diese sich fügen werden. Eine andere Frage ist, ob die Mehrheit Gewalt anwenden wird. In der nächsten Zeit werden die Radika⸗ len schon thätig sein, das Volk für dieselbe zu gewinnen. Alle Anstalten sind bereits getroffen. Heute werden die Verhandlungen des eidgenössischen Volksvereins von dessen Abgeordneten in Glarus gepflogen. Die dort versammelte Volksmenge wird, da sie nicht aus Radikalen besteht, ihre Sympathie für die „Volksvereine“ offen und laut kundgeben. Nächsten Montag ist hier das sogenannte „National⸗ Fest“, wo sich für die westliche Schweiz wiederholen wird, was heute in Glarus für die östliche geschieht. Sobald die Gemüther gehörig bearbeitet sind, wird nach geschlossener Tagsatzung der Vorort von sich aus die Erecution an die Hand nehmen. Die sogenannte Mittelpartei wird sich in der radikalen Schweiz fein still verhalten; denn ihr mangelt noch das Bewußtsein

zu jener Zeit schon todt, Andrea della Valle sowohl, welcher von Leo X. kreirt wurde, wie Paolo Emilio Cesi, welcher bei derselben Gelegen⸗ heit, jener von dem genannten Papste vorgenommenen, früher wie seitdem nie wieder erhörten Ernennung von einunddreißig Kardinälen in einem und demselben Konsistorium, 1. Juli 1517, den rothen Hut erhielt. Wiederholt aber betheuert Francisco, ein guter Portugiese zu sein und daheim wie im Auslande nie etwas gesagt oder gethan zu haben, was sei⸗ ner Heimat zur Unehre gereichen könnte. Bei solcher Gelegenheit erzählt er seine Audienz bei Kaiser Karl V. „Ich war zwanzig Jahre alt, als der König, Euer Großvater (er redet zu Dom Sebastian), mich nach Ita⸗ lien sandte, ihm eine bedeutende Zahl von Zeichnungen der merkwürdigen Gegenstände in diesem Lande mitzubringen. Ich sammelte sie in einem Buch, welches gegenwärtig dem Sohne des Infanten, Senhor Dom An⸗ tonio, gehört. Ich kam durch Valladolid, wo die erlauchte Kaiserin, Eure Großmutter, verweilte: der Kaiser war nach Barcelona gegangen. Sie trug mir auf, ihr das Bildniß Sr. Majestät zu senden, wenn mir es möglich wͤre, dasselbe aus der Erinnerung zu malen. Alsbald nach meiner An kunft in Barcelona wollte ich mich dieses Auftrages entledigen, wurde aber durch den Tod der Herzogin von Savoven und die Ankunft des Infanten Dom Luis daran verhindert. Darüber schrieb mir mein Vater von Lissa bon, ich dürfe auf keinen Fall die Stadt verlassen, ohne mit dem Kaiser, dessen Bildniß, wie das seiner Gemahlin, er einst verfertigt, gesprochen und ihm die Hand geküßt zu haben. Da ich aber sah, daß der Infant vom Duque d'Aveiro und anderen Portugiesen von hohem Range be⸗ gleitet war, und man mir sagte, der Infant und die Adeligen sähen es nicht gern, wenn Jemand, der nicht zu ihrem Stande gehörte, dem Kaiser sich nahte, so beschloß ich mich vorzustellen, ohne den Herzog noch den Infanten, meinen großen Gönner, um Rath zu fragen. Durch Ver⸗ mittelung des Don Luis de Avila, eines der vertrauten Kämmerer, welchem Dom Miguel de Velasco mich bekannt gemacht hatte, konnte ich eines Abends vorgelassen werden. Don Luis hieß mich in ein Gemach treten, in welchem ein kleiner Tisch mit einem einzigen Licht stand, und ließ mich dort; gleich darauf öffnete er von neuem, um den Duque d'Aveiro einzu⸗ lassen, der sehr erstaunt war, mich an einem so vertrauten Orte zu treffen. Mir war es sehr unerwünscht, von ihm gesehen worden zu sein. In die⸗ sem Moment trat der Kaiser ein, auf Don Luis de Avila gestützt, welcher die zweite Kerze trug, die auf dem Tische fehlte. Er gab Sr. Majestät Auskunft über mich, wie über den Zweck meines Hierseins. Zwei Personen nur folgten, Beide bedeckt, der Duque d'Albuquerque und Duque d'Alva. Ich näherte mich dem Kaiser, küßte ihm die Hand und sagte, ich sei auf dem Wege nach Jtalien: von der Kaiserin und meinem Vater sei mir auf⸗ gegeben, Barcelona nicht zu verlassen, ohne Se. Majestät zu sehen und ohne der Kaiserin das Portrait zu senden, wenn ich es aus der Erinnerung zu machen im Stande sei. Der Kaiser lächelte und hörte mich sehr freundlich an. Er lobte mich auf eine Weise, die für einen Botschafter gepaßt haben würde, denn er schätzte die, welche sich mit der Kunst beschäftigten: ich meinestheils verdiente seine wohlwollenden Worte nicht. Er empfahl mir, die Gemälde in Bologna anzusehen, wo er gekrönt worden. Was das Bildniß betrifft, das mein Vater von ihm zu Toledo gemalt, sagte er, keiner habe ein ähnlicheres verfertigt, selbst nicht Tizian.“ Im Verfolge seiner Erzählung berichtet Francisco noch, wie Orazio Farnese gekommen und der Infant,

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der, anfangs ungehalten, sich ihm später wohlwollend bewiesen, und wie der Kaiser sich noch ferner mit ihm beschäftigt habe. Zur Erläuterung des Obigen genügen wenige Worte. Das Ereigniß von welchem Francisco redet, muß vor Ende des Winters 1538 stattgefunden haben, als Karl⸗ V. zu der schon erwahnten Zusammenkunft mit Papst Paul nach Italien ging, denn die schöne Herzogin Beatrir von Savoven, Tochter König Emanuel'’s und Mutter Emannel Filibert's, starb am 8. Januar des genannten Jah⸗ res. Der Kaiser war mit dem portugiesischen Hause vielfach verschwägert. Seine Gemahlin war eine Tochter König Emanuel's, der in dritter Ehe seine Schwester Eleonore geheirathet hatte; seine andere Schwester Katha⸗ rine war die Gemahlin König Joao’'s lil., seine Tochter Johanna, Ge⸗ mahlin des Kronprinzen Dom Joao († 1554) und Mutter König Sebastian'’s. Der Infant Dom Luis Herzog von Beja († 1553) hatte aus einer nicht anerkannten Verbindung mit Nolante de Gomez einen Sohn, jenen An⸗ tonio Prior von Crato, der im Jahre 1580 Ansprüche auf die portugie⸗ sische Krone machte, aber der Uebermacht König Philipp's II. zu weichen genöthigt ward. G 1 Indem wir die Berichte des alternden Künstlers schließen, finden wir eine Hindeutung auf des jungen Köoönigs Eroberungspläne in Afrika, die für Portugal so verhängnißvoll werden sollten. „Bedient Euch“, spricht er zum Monarchen, „der Wissenschaft des Zeichnens, wenn Ihr beschlossen habt, mit Gottes Beistande, ohne welchen nichts gelingt, nach Afrika zu ziehen, um Fez zu nehmen, was die Mauren fürchten und was der große Name Sebastian verspricht. Die Zeichnenkunst wird Euch bei diesem heiligen Un⸗ ternehmen sehr fördern, denn ihr wesentlichster Nutzen besteht in der guten Leitung eines Heeres, wenn es einen Eroberungszug unternimmt. Zunächst müßt Ihr eine genaue Aufzählung Eurer Streit⸗ und Heeresmacht in Lissa⸗ bon vornehmen, dann die Form der Galeeren, Schiffe und Galionen un⸗ tersuchen. Die Zeichnenkunst wird dazu dienen, in Afrita Plaͤne und Kar⸗ ten aufzunehmen, wie ich einen sehr sorgfältigen Plan der Stadt Rom für den Erzbischof von Funchal zeichnete, den ich in den Häͤnden des Infanten wiederfand, als ich ihn schon verloren glaubte. Das Zeichnen diene Euch bei der Landung in Afrika und bei dem Marsche nach Fez: lasset im vor⸗ aus die Ebenen, Berge und Thäler, die Flüsse und Sümpfe, die Felsen und gefährlichen Pässe untersuchen, auf daß Euer Heer in Sicherheit vor rücken und Ihr an der geeignetsten Stelle das Lager schlaget und das Kö⸗ nigliche Banner aufpflanzt. Lasset die Form der Verschanzungen, der Brust⸗ mauern und Gräben zeichnen, die das Lagen schützen sollen; bedient Euch der Zeichnung behufs der Anordnung der Truppenmassen im Dreieck, im Viereck oder in anderen geometrischen Formen. So werdet Ihr, unter des Höchsten Beistand, die Eroberung von Fez und Marokko vollenden, die einst den Christen gehörten und jetzt unter dem Joch der Ungläubigen schmachten. Als Sieger nach Lissabon heimkehrend, werdet Ihr dann der Ruhe genießen und der Freuden der Jagd zu Almeirim oder Cintra. Kann dann Cure⸗ Hoheit so die Er⸗ oberuͤng Afrika's beendigen, so hege ich, der ich zum Kampf untauglich bin, wenigstens das sehnliche Verlangen, falls ich dessen würdig erachtet werde, ein Bild unserer lieben Frau auf dem Thurme des Korans zu Marokko und ein Kreuz auf dem Atlas zu malen.F 8

Es währte noch sieben Jahre, ehe König Sebastian den Feldzug un⸗ ternahm, von dem er sich die Eroberung von Fez und Mgrokko versprach.

Am 4. August 1578 wurde in den Ebenen von Alkassar⸗Kebir im erst⸗

genannten Reiche, wohin er unversichtigerweise vorgedrungen war, eine blu tige Schlacht geschlagen. Der König kam nicht mehr zum Vorschein; der Zustand seines Landes hat Ludwig Tieck in dem „Tod des Dichters“ mi poetischer Schöpferkraft vergegenwärtigt. Zwei Jahre darauf ward Portu gal eine spanische Provinz. A. v. Reumont.

Die Germanisten⸗Versammlung zu Lübeck. Die dem vorjährigen Beschlusse der Versammlung der deutschen Ge⸗

schicht⸗, Rechts⸗ und Sprachforscher entsprechend, auf den 20. September d. J. angesetzte Versammlung des Vereins der deutschen Geschichtforscher findet nach der indessen erfolgten Abänderung jenes Zeitpunktes für dieses Jahr am 27sten, 28sten und 29. September zu Lübeck statt. Berlin, am 24. Juli 1847. G. H. Pertz.

Zu den Bekanntmachungen des Herrn Hofrath Jakob Grimm über die diesjährige Germanisten⸗Versammlung erlaubt sich der unterzeichnete Verein, welcher in Frankfurt die Geschäftsführung für die diesjährige Ver⸗ sammlung übernommen hat, nachträglich zu bemerken, daß der 29. Sep⸗ tember (Michaelistag) in Lübeck als Festtag kirchlich gefeiert wird. Da während des öffentlichen Gottesdienstes keine Versammlungen würden statt⸗ finden können, so wird die an diesem Tage disponible Zeit nur eine Ver⸗ sammlung (die letzte der Sectionen) gestatten. Die letzte allgemeine Ver⸗- sammlung wird daher auf den 30. September fallen müssen, so daß die Herren Theilnehmer nicht auf drei, sondern auf vier Versammlungstage, den 27., 28., 29. und 30. September, zu rechnen haben werden.

Da um die Jahreszeit, in welcher die Versammlung stattfinden wird, der Fremdenverkehr in Lübeck stärker zu sein pflegt, als gewöhnlich, da auch die Versammlung selbst außer den Theilnehmern noch Fremde herbei⸗ ziehen dürfte, so werden nur wenige Theilnehmer auf Unterkommen in den lübeckischen Gasthöfen rechnen können. Es haben deshalb die Mitglieder des unterzeichneten Vereins, durch die gastfreundlichen Anerbietungen ihrer Mitbürger unterstützt, es übernommen, den Theilnehmern der Versammlung passendes Unterkommen in Privathäusern zu verschaffen. Damit in dieser Beziehung das Nöthige zu gehöriger Zeit angeordnet werden kann, werden Alle, welche die Versammlung in Lübeck besuchen wollen, gebeten, solches 1 rechtzeitig dem Dr. jur. von Duhn in Lübeck schriftlich anzuzeigen, auch dabei zu bemerken, ob sie Damen und wie viel Personen im Ganzen sie mitzubringen gedenken. Je nachdem diese Benachrichtigung in Lübese seüh oder spät eingeht, werden die betreffenden Herren die Aufgabe ibrer W 98. nung brieflich oder bei ihrer Ankunft in Lübeck im Geschäftszimmer, en Hause der gemeinnützigen Gesellschaft, Breitestraße, Jakobi⸗Quartier Nr.- erhalten. 11e“

Lübeck, den 22. Juli 1847.

Der Verein für lübeckische Geschichte