1847 / 221 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

8 a t haben, was im Stillen vorbereitet geringste ö 9 wie bekannt, die Mutter des Sultans, die noch immer großen Einfluß auf ihren Sohn zu

2 . ; inem Sturz vor der Gefahr, mit versteht. Diese rettete ihn nach sein . keit und ein förm⸗ der ihm eine Untersuchung seiner amtlichen Wieksamatit und ein r. licher Bestechungs⸗Prozeß drohte. Sie verschaffte 8* sogar v.

darauf das Portefeuille eee 2 * 2.

itgli Großrathes der . 2

lung . zur Wiedererlangung „der Macht, ohne je eine dazu günstige Gelegenheit unbenutzt vorübergehen zu lassen. Eine solche bot ihm vorzüglich das Zerwürfniß mit Griechenland. Riza ergriff, ohne sich lange zu besinnen, die Partei gegen Mussurus und wirkte in 82 Sinne gese die fast einhellige Meinung des Divans auf die persönlichen Ansichten des Sultans, dessen dadurch bedingten versoöhnlichen Gesinnungen gleich anfänglich mit der türkischen Ansicht der Sache seltsam kontrastirten. So setzte damals Riza den Großherrn in Widerspruch mit dem Ministerium, ein Verhältniß, welches in die damaligen diplomatischen Schritte Mißverständnisse und einige Verwirrung brachte, da offenbar das Großherrliche Wort und das Benehmen der türkischen Functionaire nirgends recht zusammen⸗ stimmen wollten. Die Intriguen spannen sich die griechische Sache war Riza natürlich nur eines der Mittel zum Zwecke un⸗ unterbrochen fort und scheinen jetzt bald die völlige Lösung erhalten zu sollen. Riza Pascha, der erst vor wenigen Wochen zum Zeichen des Großherrlichen Wohlwollens das Nischan erhielt, wird nun von der öffentlichen Erwartung, die den Erfolg des Planes im voraus ergänzt, zum Präsidenten des Conseils erhoben, dem jetzigen Präsi⸗ denten Rifaat Pascha wird der Gesandtschafts⸗Posten in London zu⸗ etheilt, der Reschidschen oder Reform⸗Partei aber das Todtenglöck⸗ ein geläutet. Der neue Kapudan Pascha Halil gilt für schwach, käuflich, habsüchtig, despotisch, und daß Habsucht und Bestechlichkeit g ganzen Rizaschen Partei vorgeworfen wird, ist auch hinlänglich bekannt.

La Plata⸗-Staaten.

Montevideo, 19. Mai. (B. H.) Das Comercio de la Plata meldet, daß sich gestern Nachmittag um 1 Uhr ein englischer Seecapitain unter Parlamentair⸗Flagge in das Lager des Generals Oribe begeben habe, um demselben die Vorschläge der englischen und französischen Escadre⸗Kommandanten wegen Eingehung eines Waffen⸗ stillstandes, welche die hiesige Regierung bereits genehmigt hat, zu überbringen. Aus demselben Blatte ersieht man, daß der erwähnte Offizier gestern Abend aus dem Lager zurückgekehrt ist und die Zu⸗ stimmung Oribe'e zu dem Waffenstillstande überbracht hat. Oribe

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.

1602 hat vorläufig in Gegenwart des britischen Offiziers den Befehl er⸗ heilt, das Feuer auf den Vorposten einzustellen, und versprochen, noch heute eine Antwort in Betreff der einzelnen von der hiesigen Regie⸗ rung vorgeschlagenen Maßregeln zur Sicherung des Waffenstillstandes ertheilen zu wollen. Diese Antwort entgegenzunehmen, wird sich der⸗ selbe britische Parlamentair heute von neuem ins Lager begeben. Die feierliche Proklamirung des Waffenstillstandes kann also jeden Augenblick erwartet werdeu. Der erwähnte Parlamentair will über⸗ dies von Oribe selbst, aus Briefen, welche demselben aus Buenos⸗ Ayres zugegangen waren, erfahren haben, daß Rosas die von den Vermittlern vorgeschlagenen Vergleichsgrundlagen bereits angenommen habe, auch soll Oribe selbst dem Parlamentair erklärt haben, daß er demgemäß den argentinischen Truppen den Befehl ertheilen werde, sich zum Abmarsch zu rüsten. Letzteres bezweifelt das Comercio, weil darin schon der Anfang zur Ausführung des noch gar nicht ab⸗ geschlossenen Vertrages liegen würde, fügt aber hinzu, es habe sich gestern Abend nach der Rückkehr des Parlamentairs aus dem Lager allgemein das Gerücht verbreitet, die Blokade von Buenos⸗Ayres werde heute aufgehoben werden, und Oribe habe die Nachricht Se einem Einwohner von Montevideo ausdrücklich mittheilen assen.

Eisenbahnen und Dampfschifffahrt Aachen, 3. Aug. (Aach. Ztg.) In der gestern stattgehab⸗

ten Sitzung des Verwaltungsrathes der aachen⸗düsseldorfer Eisenbahn⸗ Gesellschaft wurde von Seiten der Direction über den gegenwärtigen Stand des Unternehmens ein Bericht abgestattet. Auf der Strecke von Richterich nach Herzogenrath ist der Bau bereits begonnen. Da die Vollendung der Vorarbeiten und Anschläge für die Arbeiten bis auf das rechte Roerufer in wenigen Wochen zu erwarten steht, so wird noch im Laufe dieses Jahres auch diese Strecke in Verding ge⸗ geben werden. Die in Folge genauerer technischer Untersuchungen stattgehabte Verlegung der früher bei Hilfrath projektirten Roerbrücke nach Bracheln gewährt nicht nur eine größere Sicherung der dort aufzuführenden Bauwerke, sondern ist auch mit erheblichen Kostener⸗ sparungen verbunden. Um den Bau der Roerbrücke recht bald in An⸗ griff nehmen zu können, sind bereits die dazu nöthigen Vorkehrungen getroffen und wird noch im Laufe dieses Jahres mit der Fundamen⸗ tirung begonnen werden. Da nunmehr die Gemeinschaftlichkeits⸗Ver⸗ hältnisse zwischen der ruhrort⸗krefeld Kreisgladbacher Eisenbahn⸗Ge⸗ sellschaft und uns durch den Herrn Finanz⸗Minister geordnet sind, so werden die speziellen Vorarbeiten und Kostenanschläge für die Bahn⸗

strecken in den Kreisen Gladbach und Neuß lebhaft betrieben; sobald

dieselben fertig gestellt sind, sollen auch diese Arbeiten in Akkord ver⸗

dungen werden. Die Herstellung derselben wirb so vie ; beschleunigt werden, damit auf vegser Strecke noch 2 1ae möglch tigen Jahres ein für unser Unternehmen rentabler und für die E⸗ übung des Betriebs⸗Materials wünschenswerther Lokalbetrieb eröffnet werden kann. Den Betrieb auf der ganzen Bahnlänge hofft man noch im Laufe des Jahres 1849 eröffnen zu können.

Bielefeld, 3. Aug. (Rh. B.) Die Arbeiten

ten Strecke der Köln⸗Mindener Eisenbahn nähern sich e Heute, am Geburtstage unseres hochseligen Königs, konnte am mag⸗ tigen Viadukt bei Schildesche der Schlußstein des letzten Bogenge⸗ wölbes unter angemessenen Feierlichkeiten und großer Theilnahme 2 serer Einwohnerschaft gelegt werden. Sämmtliche Arbeiter zogen, in Reih und Glied auf dem Bauplatze aufgestellt, unter fröhlicher Musik die Höhe hinan, wo ihnen ein anderer glänzender Zug von Damen und Herren, unter Vortritt des Chef⸗Präsidenten Richter, so wie der technischen Beamten und unseres Landraths, an dem betreffenden Ge⸗ wölbe, das seines Schlußsteins harrte, entgegenkam. In scherzhaften Reimen verherrlichte dann, nachdem dieser eingefügt worden, der Red⸗ ner der Maurer das Werk, flocht auf sinnreiche Weise die Toaste auf die Direction, den Abtheilungs⸗Ingenieur, endlich, Champagner for⸗ dernd, auf Se. Majestät ein und ärndtete reichlichen Beifall. In der folgenden Rede des Abtheilungs⸗Ingenieurs ward nicht allein auf die Bedeutung, die dieser Tag für jeden Preußen schon seit langer Zeit gehabt habe, in würdiger Weise hingewiesen, sondern verdientermaßen auch Fleiß, Ausdauer und Treue sämmtlicher Arbeiter, mit besonderer Wärme aber die treffliche Leitung der unmittelbaren Vorgesetzten an⸗ erkannt. Einige Worte sprachen auch noch der Chef⸗Präsident Rich ter, der Landrath und ein Prediger von hier. Belustigungen der Ar⸗ beiter und ein gemeinschaftliches Mahl beschlossen die Feier.

Taunus⸗Eisenbahn. Im Monat Juli d. J. wurden auf der Taunus⸗Eisenbahn 109,239 Personen befördert. Die Einnahmen betrugen: Personen⸗Transport und Gepäck 56,844 Fl. 12 Kr.; von 2¼,930 ½ Ctr. Frachtgut 3574 Fl. 10 ½ Kr.; beladene Frachtwagen 541 Fl. 40 Kr.; 166 Reisewagen 1289 Fl. 25 Kr.; 381 St. Schlachtvieh, 242 Hunde und 3024 Traglasten 445 Fl. 24 Kr.; Summe der Einnahmen 62,694 Fl. 51 ½ Kr.

Badische Eisenbahn im Monat Juli: Beförderte Personen 229,216; Personen⸗Taxen 112,935 Fl. 38 Kr., unterweges erhobene Fahr⸗Taxen 219 Fl. 59 Kr., Uebergewicht 7708 Fl. 23 Kr., Lager⸗ Gebühren 114 Fl. 59 Kr., Equipagen⸗Transport 3502 Fl. 49 Kr., Vieh⸗Transport 1423 Fl. 46 Kr., Güter⸗Transport 61,469 Fl. 37 Kr.; Gewicht der beförderten Güter 212,141 Ctr. 34 Pfd.; Summe aller Einnahmen 187,374 Fl. 31 Kr. .

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[693] Gerichtliche Vorladung. Auf den Antrag des Pächters Carl Saß zu Viervitz werden Alle und Jede, welche an das von dem Päch⸗ ter Theodor Holtz an ihn cedirte, bis Trinitatis 1860 annoch laufende, dem Cedenten an dem auf Rügen im Zirkower Kirchspiel belegenen Gut Viervitz zustehende Pachtrecht, ferner an das von ebendemselben dem Ex⸗ trahenten abgetretene Ersterem an dem Zirkower Pfarr⸗ Acker bis Trinitatis 1856 kompetirende Pachtrecht, des⸗ gleichen an die mitüberlassenen, bei den Grundherrschaf⸗ ten einstehenden Pacht⸗Assecurationsgelder und endlich an die dem Cessionar gleichzeitig mitverkauften, zu Vier⸗ vitz vorhandenen, dem Cedenten bisher eigenthümlich ge⸗ hörenden Gebäude, Beschletungen, Krippen, Troge, Pflüge, Bienen, einen eingemauerten Kessel nebst Gra⸗ pen, so wie die Vorräthe an Brennholz irgend einen Anspruch oder Forderung geltend machen zu können vermeinen, zu deren An⸗ und Ausführung in einem der folgenden Termine:

am 9. und 26. August, oder am 16. September

d. Js., Morgens 10 Uhr, vor dem Königl. Hofgericht bei Vermeidung des durch den am 7. Oktober cr. zu

publizirenden Präklusiv⸗Abschied zu erkennenden Aus⸗ schlusses und aufzuerlegenden ewigen Stillschweigens, hiermit Datum Greifswald, den 3. Juli 1847. Königl. Preuß. Hofgericht von Pommern und Rügen. (LE. S.) v. Klot.

675 Nothwendiger Verkauf. 18289 Land⸗ und Stadtgericht zu Wittenberg. 8

Die zu Pratau unweit Wittenberg belegene, sub No. 54. Vol II. des Hypothekenbuchs von Pratau einge⸗ tragene, dem Oekonom August Gericke in Tornow zu⸗ ehörige Ziegeleibesitzung, bestehend in einem Wohn⸗ haufe nebst Ziegeleigebäuden, einem Garten, einem Ackerplane und zwei Wiesenplänen, wovon die Gebäude auf 5428 Thlr., die Ländereien auf 2509 Thlr. 8 Sgr. 4 Pf. und sder Nutzwerth der Ziegelei auf 5578 Thlr. 13 Sgr. 4 Pf. abgeschätzt worden sind, soll

am 19. Januar 1848, vo Vormittags

11 Uhr ab,

an Gerichtsstelle subhastirt werden.

Die Taxe und Hypothekenschein können in unserem III. Büreau eingesehen werden.

[623]18 Ediktal⸗Ladung.

Karl Siegismund Wilhelm Förster, ein Sohn des verstorbenen Handelsmannes Johann Gottfried Förster allhier, ist im Jahre 1822 als Korduanmachergeselle in die Fremde gegangen, hat aber schon seit dem Jahre 1824, wo er das letzte Mal aus Peisern in Polen an seine hiesigen Anverwandien geschrieben, denselben von seinem Leben und Aufenthalte feine Nachricht gegeben. Da sein Vermögen 1 in 270 Thlr. besteht, welche hypothekarisch icher gcein sind und vom 1. April d. J. an mit 4 Prozeni alllährlich verzinset wer⸗ den, so haben fee Geschwister Johann Gottfried Förster und Konsorten, behufs der Todeserklärung des⸗ selben und der Ausantwortung seines Vermögens an die nächsten Erben, auf öffentliche Vorladung ange⸗ tragen, und es wird demnach genannter Karl Siegis⸗ mund Wilhelm Förster unter der Verwarnung, daß er bei seinem Außenbleiben für todt erklärt und sein Ver⸗ mögen denen, welche die Aefere Rechte darthun, werde verabfolgt werden, so wie a Kidieignigen⸗ welche an dessen Vermögen Erb⸗ und sonstige Ansprüche zu haben vermeinen, bei Strafe des Ausschlusses und bei Verlust sowohl ihrer Ansprüche als auch der Rechtswohlthat der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, hierdurch

geladen, den 17. November 1847, Vormittags, an hiesiger Stadtgerichtsstelle entweder in

1— —.

Person oder durch gehörig legitimirte zu erscheinen, ihre Ansprüche anzumelden und zu be⸗ scheinigen, darüber nach Befinden unter sich und mit dem bestellenden Contradiktor rechtlich zu verfahren und binnen 3 Wochen zu beschließen, hierauf aber

den 15. Dezember 1847 . der Inrotulation der Akten und

den 26. Januar 1848 der Publication eines Erkenntnisses, welches rücksichtlich der Außenbleibenden nach Verlauf der zwölften Mittags⸗ stunde für publizirt erachtet werden wird, gewärtig u sein. b Auswärtige Interessenten haben wegen Annahme künftiger Ladungen und sonstiger Versügungen Bevoll⸗ mächtigte im hiesigen Orte bei 5 Thlr. Strafe zu bestellen. 1

Annaberg, den 10. Juni 1847. 8äSeebbiche. Bach.

[753] Bekanntmachung.

Durch ein im Jahre 1651 bei dem Stadtgerichte zu Chemnitz niedergelegtes, im Jahre 1654 erösfnetes Te⸗ stament haben der vormalige dasige Bürger und Kauf⸗ mann Gabriel Lindner und dessen Ehefrau Maria, geb. Hübler, dem geistlichen Kasten daselbst ein Kapital von Fünfhundert Gulden mit der Bestimmung legirt, daß die Zinsen desselben zu einem Stipendium für studirende Jünglinge aus dem Martin Hüblerschen oder Lorenzi⸗ schen Geschlechte, jedoch nur für diejenigen, welche den Namen Huübler oder Lorenz führen, verwendet wer⸗ den sollen.

Obwohl nun das Lindnersche Stipendium dermalen ur Erledigung gekommen ist, so hat doch zur Zeit ein

ditglied der gedachten Familie dessen Konferirung nicht

beansprucht.

Gemäß dem Art. IV. der Convention vom 27. Sep⸗ tember 1825 und der Verordnung des vormaligen Kir⸗ chenrathes vom 5. November 1828 fordern daher wir, die unterzeichneten Kollatoren der Stiftung, alle dieje⸗ nigen, welche als Abkömmlinge des Martin Hüblerschen und Lorenzischen Geschlechts zu dem Genusse des frag⸗ lichen Stipendiums sich berechtigt halten und den Na⸗ men Hübler oder Lorenz führen, hiermit auf, binnen sechs Wochen und längstens

den 15. Oktober d. J. sich schriftlich bei einem von uns zu melden, ihre Ver⸗ wandtschaft mit den Stiftern, und daß sie die akademi⸗ schen Studien begonnen haben, glaubhaft nachzuweisen, sodann aber fernere Bescheidung zu erwarten.

Chemnitz und Dresden, am 21. Juli 1847.

Schlegel, Hübler, Superintendent zu Chemnitz. Bürgermeister zu Dresden.

[840 b] Berlin⸗Stettiner Eisenbahn.

8 Mit dem 10ten d. M. übernimmt die Stargard⸗ Posener Eisenbahn⸗Ge⸗ sellschaft den Betrieb auf der uns gehörigen Bahn⸗ strecke Stettin⸗Stargard nunter alleiniger Verant⸗ WGNSIhIN igeges be⸗ 8I dies zur Kenntniß des be⸗ —— theilizten Publikums brin⸗ gen, ersuchen wir dasselbe, sich von jenem Tage ab in allen den Betrieb auf der Stettin⸗Stargardter Bahn⸗ strecke betreffenden Angelegenheiten an das Direktorium der Stargard⸗Posener Eisenbahn⸗Gesellschaft hierselbst zu wenden. .“ Stettin, den 6. August 1817. Direktoriunm.

16 Kutscher.

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Allgemeiner Anzeiger.

Berlin⸗Potsdam⸗Magdeburger 1841 9y Eisenbahn.

Die bisher Mittwochs u. Sonn⸗

abends stattgefundenen Extrazüge

2, von hier nach Werder (3 Uhr Nach⸗

mittags) fallen von jetzt ab wieder eg.

galEn,—

Das Direktorium.

Ungarische Central-Eisenbahn. [745 b] (Wien⸗Preßburg⸗Pesth.) Ceevgn Zufolge uns gewordenen Auftrages kann

die 7te Einzahlung af die Actien der Ungarischen Central⸗Ei⸗ senbahn von 10 oder Fl. 25, abzüglich Zinsen 3,

pr. Actie mit ¼ % Agentur⸗Speesen von der Einzah⸗ lungs⸗Summe bis

incl. den 12. August d. J.

mit 4 % Verzugszinsen vom 1. Juli c. ab zum à vista Cours auf Wien bei uns geleistet werden. Berlin, den 1. Juli 1847.

Hirschfeld & Wolff, Linden Nr. 27.

1653 b- 1 Köln⸗Mindener Eisenbahn. Zehnte Einzahlung von Zehn Prozent.

Unter Bezugnahme

auf die §§. 10 und 11 des von des Königs Ma⸗ jestät unterm 18. De⸗ zember 1843 bestätigten Statuts der Köln⸗Min⸗

94. deuer Eisenbahn⸗Gesell⸗ Nschaft werden die Actio⸗ naire hierdurch aufgefor⸗

dert, die Zehnte Ein⸗

ahlung von Zehn Prozent unter Anrechnung der bie ln Dezember d. J. mit Zehn Thaler 13 Sgr. per Actie verfallenen Zinsen à 4 %, abzüglich einer Diskontovergütung für 42 monatliche Vorausbezah⸗

lung, 8 8 bis zum 15. August d. J.

mit 9 Thaler 17 Sgr. per

Actir nach ihrer Wahl in Berlin bei der Königl. Haupt⸗Bank⸗Kasse, in Köln bei den Bankhäusern A. und L. Camp⸗ hausen, J. D. Herstatt, 8 S. Oppenheim jr. und Comp., vb C .H. Stein, in Düsseldorf bei dem Bankhause W. Cleff zu leisten und die in ihren Händen befindlichen Par⸗ tialquittungen über die früheren Einzahlungen mit ein⸗ zuliefern, indem nur pegen deren Zurückgabe die über 200 Rthlr. lautenden Actien „Dokumente nebst zugehö⸗ rigen Zinskoupons und Dividendenscheinen verabfolgt werden können. Die Annahme der Einzahlung findet

mit Fl. 22⸗

vom 1. bis incl. 15. August c. statt (bei der Königl. Haupt⸗Bank⸗Kasse nur Vormittags von 8 bis 12 Uhr) und werden die bezeichneten Empfangsstellen die von ihnen zu ertheilenden Interimsquittungen gegen die von uns v. Actien⸗Dokumente, ohne Rück⸗ sicht auf die Nummern der Partialquittungen, in einer noch näher zu publizirenden Friß, umtauschen. Hinsichtlich der Form der Actien wird Bezug auf un⸗ sere Bekanntmachung vom 7. Januar c. genommen.

Bei Einzahlung auf mehrere Partialquittungen muß ein nach den Actiennummern geordnetes Verzeichniß derselben eingereicht werden.

Köln, den 10. Juni 1847.

Die Dreectivn.

[672 b] Köln⸗Mindener Eisenbahn. die Artien⸗

Dokumente

nebst Zins⸗Coupons und Dividendenscheinen wer⸗

1, den den Actionagiren un⸗ serer Gesellschaft, welche ¶̃I die Restzahlung in der 2 2 ersten Hälfte des Monats

August cr. leisten, in der Zeit

6 2 4 88 vom 25. bis 30. September cr. gegen Rückgabe der in ihren Händen befindlichen In⸗ terims⸗Quittungen durch die in unserer Bekanntmachung vom 10. d. M. bezeichneten Empfangsstellen überge⸗ ben werden.

Köln, den 12. Juni 1847. . B Direction.

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v uu 1b Rittergutsbesitzer Herrn Alwin Dietze ersuche ich in einer Ihn interessirenden Angelegenheit daßebens mir seinen gegenwärtigen Aufenthaltsort gefällig recht bald anzeigen zu wollen. Glogau, den 12. Juni 1847. Wunsch, Justiz⸗Rath.

Verkauf von Bauhölzern zu Brieskow bei

[747] Frankfurt a. d. O. Am 18ten d. M. und in den folgenden Tagen sollen u Brieskow bei Frankfurt a. d. O. 2622 Stück mittel, ftark und extra stark kiehnene Bauhölzer und Blöcke im Ganzen oder in kleinen Partieen an den Meistbietenden verkauft werden. Mit dem Verkaufe wird Vormittags 9 Uhr angefangen. Der Käufer hat nach erfolgtem Zuschlage Liel des Kaufpreises zu entrichten, und die übrigen Ptel innerhalb 4 Wochen nebst 4 Prozent Zin⸗ sen gegen Empfangnahme der Hölzer einzuzahlen. Die Vermessungslisten können bei mir, bei dem Kö⸗ nigl. Steuer⸗Einnehmer Herrn Kern zu Brieskow und bei dem Holztaxator Herrn Protzen in Berlin, Holz⸗ marktstraße Nr. 62, in Empfang genommen werden. Die Besichtigung der Hölzer ist den Kauflustigen frei⸗ estellt. 8 Fraakfurt a. d. O., den 4. August 1847. Hannemann, FFhhnigl. Justizrath und öffentlicher Notar.

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Das Abonnement beträgt:.

2 Rthlr. für ½ Jahr. 8

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8 kthlr. - 1 Jahr. Su 4

in allen Theilen der Monarchie

ohne Preis-Erhöhung.

Sei einzelnen Nummern wird der Gogen mik 2 ½ Sgr. berechnet.

Iustlicher Theil.

In eer. Provinz Pommern. Festmahl zu Ehren des Herrn Cobden Rr ztettin. Provinz Posen. Lehrer⸗Sterbekassen⸗Verein. Sebeln 8- einer Stückfärberei und Appretur⸗An⸗

alt. Verein zur Förderung der Stahlwaaren⸗Industrie. Getraide⸗ vreise m Aeblenz. g ahlwaaren⸗Industrie. Getraide

Deutsche Bundesstaaten.

3 E Berg⸗ 1. Hütten⸗Knappschaft. Der Rede⸗Uebungs⸗ Verein. Königreich Württemberg. Beisetzung der Leiche d

gre . 8 e des Dergogs Adam von Württemberg. G ööö— Hessen u nd Ti2. hein. Hofnachrichten. Herzogthum Braunsch weig. Die 2 esse. Fürstenthum Schwarzburg Sondershausen. Stände⸗ Verhandlungen.

Oesterreichische Monarchie. Lemb dig. Dampfschifffahrt nach Aqutleja.

Frankreich. Pairs⸗Kammer. Guizot über die Schwei 8 lien. Annahme von Gesetz⸗Entwürfen. Warn 9e Snhns ihsd Na⸗

3 II . 3 1 Warners Pa ris. Hofnachricht. Die Kabinetsgerüchte.—. Maschuldigungen. Korrespondenznachricht aus Berlin. Der Bischof von Amtatgung ee 2 . Tu⸗

Königreich Sachsen. Danksagung

erg. Hinrichtungen. Vene⸗

„Verlin, 10. Aug.

nesische Schatzbillets. Vermischtes. Schreibe 885 merkungen des Vicomte Dubouchage über die eiggenz g87 e 888 sionen; Annahme des Gesetz⸗Entwurfs über die Eisenbahn a-

nach Lvon in der Pairs⸗Kammer.) on von Paris

Großbritanien und Irland. London. Hofnachricht. Lord Dal⸗ housie zum General⸗Gouverneur von Indien bestätigt. Wahlen

Westindisch⸗mexikanische Post. Bericht der irländischen Unterstützungs⸗ Kommission. Briefporto⸗Reform. Vermischtes.

Niederlande. Aus dem Haag. Nymwegen. Volks⸗Auflauf.

Italien. Rom. Kontrollirung der Fremden in Rom und Verbot gegen die im Geheimen gedruckten Blätter. Vermischtes. Neapel. An⸗ kunft französischer Schiffe. Der König. Vermischtes. Eisenbahnen und Dampfschifffahrt.

Niederschlesisch⸗Märkischen Bahn.

Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten.

Breslau. Unfall guf der

8 ““

Rheinische Alterthumskunde und Belletristik.

Beilage.

Amtlicher Theil.

Se. Maäjestät der König haben Allergnädigst geruht: Dem Komponisten Hector Berlioz in Paris den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse, so wie dem Hauptmann Sorge des

24sten Jufanterie⸗-Regiments und dem Divisions⸗Auditeur, Justizrath

I 8

Henke zu Erfurt, den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse zu ver⸗

leihen;

Den Superintendenten Dr. Starcke in Stolpe zum Regierungs⸗ und Schulrath bei der Regierung in Köslin; und 8 Die Postmeister Baerns in Iserlohn, Vahl in Mühlhausen, Heintze in Duisburg und Wiebe mi Dirschau zu Post⸗Direktoren zu ernennen. 1

Se. Königl. Hoheit Eo1AA“ ist nach dem Haag ”] 3 F ch 8

Dem Maschinenbauer F. Fürth zu Köln ist unter dem 6. Au⸗ gust 1847 ein Patent

i igeu.

auf einen durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesenen Dynamometer zur Ermittelung der Betriebskraft von Ma⸗ schinen auf acht Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden. 1

Ab gereist: Der Präsident des Landes⸗Oekonomie⸗Kollegiums, von Beckedorff, nach der Provinz Preußen.

11“

Uichtamtlicher Theil.

JIEn.

1 Seine Majestät der Kaiser von Rußland haben den beiden Adjutanten Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Albrecht von Preußen, Rittmeister Freiherrn von Manteuffel und Haupt⸗ mann von Raven, den St. Wladimir⸗Orden vierter Klasse; so wie dem Seconde Lieutenant von Rauch des Regiments Garde du Corps, dem Sanitäts⸗Rath Dör. Bicking und dem Prinzlichen Hofstaats⸗ Secretair Stroehmer den St. Annen⸗Orden dritter Klasse zu verleihen geruht. 8

bereinn ddinz Pommern. Am 7. August fand zu Stettin das zu dieser Geles e Feha zu Ehren Richard Cobden's in dem de Prusse statt. Es bfestlich geschmückten Saale des dortigen Hotel Gelehrte und B . sich ungefähr 80 Theilnehmer, Kaufleute, mal, und seine Red 8 155 eingefunden. Herr Cobden sprach zwei⸗ seiner orbe⸗ sind wieder ein sehr charakteristisches Merkmal einer außerordentlichen Bestrebungen. Auf den für ihn ausgebrach⸗ wie die Börsen⸗Nachrichten berichten,

ten Toast erwiderte er, Folgendes: Er müsse r wiederhole ; 1 8 Handessfeabes 19 Fehslag. daß das Verdienst, die große Idee der freiheit zur Anwendung gebracht zu haben, nicht allein bei ihm

kuhe. Lange schon hätten sich die Philosophen damit beschäftigt, und er mit seinen Anhäͤngern habe sie nur dem Volke zugänglicher gemacht, es sei *N das A B C der politischen Oekonomie, was er auf Straßen und P tzen gelehrt. Protection passe sich wohl für Frauen und Kinder, aber nicht für Männer, denn wenn ein Mann sich beschützen lasse, so ginge seine Mannheit verloren. Das Prinzip des freien Handels habe durch Aufhe⸗ bung der Korngesetze in England einen großen Sieg gegen die Protection errungen, und er hoffe, daß die schändlichen Gesetze aus den Regionen der Unterwelt, wohin sie verwiesen, nie zurücktehren würden, daß die gleitende Slala auf dem Nullpunkt bleiben werde, auf den sie herabgeglitten sei. Er habe früher zuweilen gehört, daß Stettin Getraide nach England aus⸗ führe, allein dies sei nur in Zeiten der Hungersnoth gewesen, künftig würde der ungehinderte Verkehr zu allen Zeiten erlauben, Getraide nach England zu senden, und er hoffe, daß Stettin recht häufig da⸗ von Gebrauch machen werde. Es sei jedoch, um das Prinzip zur Gel⸗ tung zu bringen, noch viel zu thun übrig, und er mache blos auf die An⸗ erkennung Anspruch, daß er beim rechten Ende begonnen, die Korngesetze seien der Schlußstein des häßlichen Gebäudes der Protection gewesen, und da dieser nun herausgeschlagen, so werde das Uiebrige bald nachstürzen. Die Navigations⸗Akte sei auch ein Theil des Baues, und die Untersuchun⸗ gen während der jetzigen Session des Parlaments, in Betreff dieser Gesetze, zeigten, wie groß die Aufmerksamkeit sei, die man in England jetzt schon dem Gegenstand schenke. Es sei eine Eigenthümlichkeit des sächsischen Blu⸗ tes, das Engländern und Deutschen gemein, etwas langsam zu Werke zu gehen, indeß er zweifle nicht, wenn nur Frist gegeben werde, daß die Na⸗ vigations⸗Gesetze denselben Weg gehen würden, den die Getraide⸗Gesetze schon genommen. (Donnernder Beifall.) Diel gleichen Schlußfolgerungen

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11““ und Auslandes nehmen Bestellung —“ auf dieses Blatt an, für Herlin . (deie Erpedition der Allg. Preuß.

. ““ Zeitung: 58 Behren-Straße Kr. 57. IPIlIusertions-Gebühr für den . 22 Raum einer Zeile des Allg. 2 Anzeigers 2 Sgr. 89 b 8 68 8 ,

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Berlin, Mittwoch den llten August

ließen sich auf Getraide sowohl als Schiffe anwenden. Protection mache nur, wie dort den Landmann, so hier den Seemann, den Capitain, den Schiffbauer, wie den Rheder, faul, zaghaft und hülflos. Er hoffe, daß die Sache sich zu Aller Wunsch ordnen werde, und trinke nun auf das Wohl Stettins.

Als von einigen Seiten auf die Reise des Herrn Cobden nach St. Petersburg hingedeutet und ihm eine glückliche Rückkehr aus Rußland gewünscht worden war, sah er sich veranlaßt, nochmals das Wort zu nehmen. Er fürchte, sagte er, daß er mißverstanden wor⸗ den. Es würde ihm leid sein, nicht aus Sibirien zurückzukehren, in⸗ deß er besuche Rußland und Preußen nicht in der Erwartung, seine Ideen schon in Ansführung gebracht zu sehen, er reise nicht, um Propaganda zu machen, nur um zu beobachten und um sich zu unter⸗ richten; er halte an der Ueberzeugung fest, daß es dem Frem⸗ den nicht zukomme, sich um die besondere Politik der Staaten zu bekümmern, und in dieser Weise habe er jetzt Frankreich, Spanien, Italien, Oesterreich und Preußen besucht. Ueberall habe er für freien Handel Anklang gefunden, freier Handel kenne keinen Unter⸗ schied zwischen Klassen, Parteien oder Nationen. Er müsse bemerken, daß England selbst vor nicht gar zu langer Zeit noch dem entgegen⸗ gesetzten Prinzip gehuldigt, und man möge nun auch den übrigen Nationen Zeit geben, der neu eingeschlagenen Bahn zu folgen. Er könne keine Feindschaft gegen Rußland haben, denn den Freihandels⸗ Männern sei Animosität unbekannt; freier Handel sei eine Gabe für die ganze Welt und mache die Menschen zu einer Familie; für ihn brauche man keine Festungen weder zu bauen, noch auszubessern. Freier Handel lade die Freunde ein, Festungen zögen die Feinde heran.

Provinz Posen. (Pos. Ztg.) Nachdem sowohl diejeni⸗ gen evangelischen und jüdischen Lehrer, welche unterm 10. Dezember 1815 in Schwersenz einen Lehrer⸗Sterbekassen⸗Verein gründeten, als

auch diejenigen, welche geneigt wären, sich diesem Vereine anzuschlie⸗ ßen, durch die beiden Amtsblätter der Provinz zur Theilnahme an der auf den 3. August in Pudewitz festgesetzten Konferenz eingeladen waren, ist dieselbe am genannten Tage unter Leitung des zeitigen Direktors, des Superintendenten Gruber daselbst, und unter Theil⸗ nahme noch dreier anderer Schul⸗Inspektoren, feierlichst abgehalten worden. Die Konferenz wurde mit einem Choral⸗Gesang eröffnet. Hierauf hielt der Superintendent Gruber eine kräftige s⸗; in welcher er auf die Bedeutung des Tages aufmerksam machte, dessen Weihe besonders dadurch vergrößert werde, daß er der Geburtstag Sr. Majestät des hochseligen Königs Friedrich Wilhelm's III. wäre, die Erinnerung daran müsse jedes Preußen Herz tief bewegen. Der Redner erinnerte noch an den Hintritt des Konsistorial⸗ und Schul⸗ raths Fechner, der noch am 10. Dezember 1845 für die Bildung des Vereins mit warmer Liebe sich bethätigte, und theilte sodann mit, daß der Verein unterm 30. März c. die Bestätigung der hohen Ministe⸗ rien des Junern und des Kultus erhalten habe. Nachdem die Sta⸗ tuten nochmals vorgelesen, 11 neue Mitglieder aufgenommen und mehrere Anträge in Berathung gezogen worden, beschloß die Ver sammlung, im folgenden Jahre wiederum am 3. August in Owinsk

zusammenzutreten und diese General⸗Konferenz in Zukunft mit päda-

gogischen Zwecken zu vereinen.

Nhein⸗Provinz. (Rh. B.) Die Industriellen in Elber⸗ feld, seit lange bemüht, der allgemeinen Arbeitslosigkeit entgegenzu⸗ wirken und durch Einführung neuer Industriezweige dem Arbeits⸗ und Geschäfts⸗Verkehr wieder emporzuhelfen, haben sich zu einem Uuter⸗ nehmen geeinigt, das für die angeführten Zwecke von der höchsten

Rheinische Alterthumskunde und Belletristik.

8 8 * 9 8 8 2 . 5 4*

Jahrb ücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande. X. Mit acht lithographirten Tafeln. Bonn, 1847. gr. 8. 16“

Rheinischer Liederkranz auf das Jahr 1847. Heraus⸗ gegeben von B. Brach und 2W. Stens. Mit Beiträgen von E. M. Arndt, G. Kinkel, J. Krauser, G. Phar⸗ rius, K. Simrock, Wolfg. Müller und Anderen. Zum Besten der Armen. Bonn, 1847. 8.

„Wir sind seit mehreren Jahren gewohnt, in diesen Blättern die obigen Beiträͤge zur örtlichen Kenntniß und Alterthumskunde des Rheinlandes, 58 der strebsame Verein in Bonn herausgiebt, zu besprechen. Dabei haben wir diesmal den besonderen Vortheil, mit unserer Anzeige zugleich die einer rheinischen Liedersammlung verbinden zu können, die gleichzeitig mit dem neuen Hefte der Jahrbücher an das Licht getreten ist. Der Lieder⸗ ist zwar zunächst durch die große Noth der Zeit und die mildthätige Sesinnung hervorgerufen worden, aber es gilt uns auch für einen erfreu⸗ lichen Beweis, wie sich das Neue mit dem Alten einigt, und wie die heitere Kunst der Gegenwart mit der ernsten Forschung der Vergangenheit in ein sinniges Verhältniß getreten ist. Wir können diese Worte nicht niederschrei⸗ ben, ohne uns zuͤgleich der schönen Aussichten und guten Stätten zu er⸗ freuen, welche Kunst und Wissenschaft fortwährend an den Ufern des deut⸗ schen Rheins finden, und das in einer Zeit, welche von politischen Inter⸗ essen oft mehr, als nützlich ist, bewegt wird, wo der religiöse Sekten⸗ und Sombolstreit die frischesten Blüthen des Lebens und der Kunst zu unter⸗ drücken droht, und wo, vielleicht nirgends mehr als am Rhein, der so große und leichterworbene Reichthum die jungen Männer gegen den mühsameren Weg zur Wissenschaft gleichgültiger machen kann. Aber jene geistige Tüch⸗ tigkeit ist eben der Segen der Erziehung und des klassischen Unterrichts, den die preußische Regierung seit dem Jahre 1815 mit standhafter Weisheit über das Rheinland verbreitet und der in den empfänglichen Gemüthern einer rüstigen Jugend schöne Früchte getragen hat. Die Dankbarkeit der Pro⸗ vinz ist daher auch an die verdienten Schulräthe der preußischen Rheinlande bis auf die neueste Zeit geknüpft, an einen Joh. Schulze, Kortüm, Gras⸗ hof, F. Lange, Kohlrausch, Brüggemann, Eilers, nicht minder an die lange Reihe theurer Direktoren und Gymnasiallehrer, so wie an die Förderer edler Kunst und Wissenschaft unter den bonner Professoren. Und wer dürfte hier der großartigen Wirksamkeit zweier edlen Verstorbenen vergessen, Niebuhr's und des kölner Erzbischofs, des Grafen Spiegel!

In dem Jahrbuche des Alterthum⸗Vereins haben wir diesmal zuerst über die Erweiterung desselben zu berichten, nach welcher auch die Denkmale des Mittelalters in den Kreis dieser Denkschriften gezogen worden sind. Wir haben eine solche Erweiterung schon früher empfohlen, eben sowohl 8* 8 8 ““ 8 8 Iu“

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um der Sache, als um der Theilnahme der Rheinländer willen, deren größere Anzahl doch mehr durch die Erinnerungen an das Mittelalter als an die Römerzeit festgehalten wird. Eine solche Richtung ist in Gottfr. Kinkel's geistvollem und gut geschriebenem Aufsatze (nur die Schreibung der griechischen Namen entstellt ihn) „über den verschiedenen Charakter der antiken und der modernen Kunst“ würdig vertreten und durch passende Beispiele erläutert. Hierher gehören ferner die Aufsätze F. Grund’ s über die älteste Abtei⸗ kirche in Altenberg und der von Andr. Simons über den Farbenschmuck mittelaltriger Bauwerke mit besonderer Berücksichtigung der Kirche zu Schwarz⸗Rheindorf bei Bonn, von denen uns der letztere größere Auf⸗ merksamkeit zu verdienen scheint, da so eben ein Mann von Schnaase’'s Geschmack und Kenntniß denselben Gegenstand in der Kapelle zu Ramers⸗ dorf in Kinkel’s Rheinischen Jahrbüchern für 1847 besprochen hat. In die nämliche Klasse gehört der Aufsatz F. von Quast's: Zur Chronologie der Gebäude Kölns, bis in das elfte Jahrhundert, in welchem besonders die St. Gereonskirche, der Clarenthurm, die alte Arkade bei der St. Cä⸗ cilienkirche, die St. Pantaleonskirche, die Kirche zu St. Maria im Kapitol und die St. Georgskirche, beiläufig auch die Münsterkirche in Bonn, be⸗ handelt sind. Die Richtigkeit der Annahmen zu prüfen, überlassen wir den Männern vom Fach, vermögen auch nicht zu beurtheilen, inwieweit der jüngere berliner Architekt des älteren Boisserée Untersuchungen, die über mehrere der obigen Kirchen im Jahre 1833 erschienen sind, benutzt hat. Zur Chorographie und Geschichte gehören die fleißigen Arbeiten Ruppen⸗ egger's: Römisches aus Baden und aus der Rheinpfalz, und Hansen’'s über die Umgegend von Ottweiler, Düntzer's scharfsinniger Kommentar über die Stellen Cäsar's, welche vom Laufe der Maas handeln, und Schneider's Nachrichten über neue Ausgrabungen im Regierungsbezirke Düsseldorf. Die Abtheilung der Monumente eröffnet Walz mit einer ge⸗ lehrten Beschreibung des Münz⸗ und Antiken⸗Kabinets in Tübingen, Simrock giebt einen Nachtrag zum Schiff der Isis, Nöggerath (ein bisher schmerzlich vermißter Name) erläutert mit Sachkunde eine Stelle des Plinius über das Färben der Gemmen, die anderen Stücke dieser Ab⸗ theilung sind schon oben genannt. Ein holländisches Werk von Buddingh über die Geschichte und Geographie des Westlandes, d. h. des südwestlichen Theils der Provinz Südhollands, giebt der Berichterstattung Simrock's Veranlassung zu manchen nützlichen Bemerkungen.

Der Rheinische Liederkranz trägt an seiner Spitze den Namen Sr. Königl. Hoh. des Prinzen Friedrich Karl von Preußen, eine Widmung, welche die Theilnahme des jungen Fürsten an der Dichtkunst des Rhein⸗ landes in einem um so helleren Lichte erscheinen läßt, nachdem er so eben erst durch die hochherzige Lebensrettung eines Kindes am 14. Juli, den thatsächlichen Beweis seiner Theilnahme für das Wohl und Weh der Be⸗ wohner Bonns an den Tag gelegt hat. Die Beiträge sind allerdings von verschiedenem Gehalte, und selbst da, wo sie der Würde der Poesie oder ihrer Heiterkeit nicht ganz zu entsprechen scheinen, wie z. B. in den Ge⸗

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dichten von E. von Ernsthausen, zeigt sich manche gute Anlage, die ihre Ausbildung von der Zeit erwartet. Der Herausgeber B. Brach hat zuerst ein Künstlerdrama Benvenuto Cellini von gelungener Erfindung und Aus⸗ führung geliefert, seine Gedichte tragen bald einen ernsteren, bald einen lau⸗ nigeren Charakter, in den Bruchstücken aus einer Sammlung von Preußen⸗ liedern hat er einen glücklichen Anfang zu einer volksthümlich⸗dichterischen Behandlung der Haupt⸗Ereignisse des siebenjährigen Krieges gemacht. Wir ermuntern ihn, dies Unternehmen, das ihm den edelsten Stoff in Fülle dar⸗ bietet, fortzusetzen. Sein Mitherausgeber W. Stens hat in Sonnetten, Liedern, Balladen und Romanzen eine besondere Reichhaltigkeit der Gegen⸗ stände, als Vaterländisches, Naturbilder, Dichterleben, morgenländische Sa⸗ gen und Aehnliches, entfaltet und auch in Handhabung des Versbaues eine genügende Fertigkeit bewiesen. Von dem greisen E. M. Arndt ist in das Gedicht „Frühlingsball“ die ganze Frische eines noch jugendlichen Herzens übertragen worden, wie folgende Stelle zeigen kann; 8— MInnd auch mir im alten Herzen gZwitschert's laut und überlaut: Mußt Du fern vom Spiele stehen, Spiel von Bräutigam und Braut? Mußt du Lust nach Jahren messen? Dummes Maß! und nicht von Gott! Auf und pfeife grauer Narrheit, GSrauer Narren⸗Weisheit Spott! 6“ Vier andere Dichter, G. Pfarrius, J. Krauser, K. Simrock und G. Kinkel, haben im Rheinlande einen guten Klang und durch ihre Beiträge auch diesem Büchlein einen Vorzug vor anderen erwiesen. Pfar⸗ rius Frühlingslied aus seinen Waldliedern, Krauser's Ungarische Sage, Kinkel's Moses auf dem Nil, Simrock's Bruchstück aus Rudlieb nen⸗ nen wir als einzelne Gesänge aus der größeren Anzahl der hier abgedruck⸗ ten. Der provenzalische Wunsch und die Romanze von Fr. Diez gehören zu den besten Beiträgen. In den übrigen herrschen Femenasc Natur⸗ Schilderungen vor, woraus schon auf den ernst⸗heiteren Charakter der Lie⸗ der zu schließen ist, wie es sich denn auch für ein Büchlein schickt, das zu wohlthätiger Absicht veröffentlicht ward, und das seine Leser eher über die Noth hinweg heben, als in dieselbe versenken soll. Daber quälen sch auch unsere rheinischen Dichter weder mit Weltschmerz, noch mit Weltver 9 rungs⸗Plänen, es fällt ihnen eben so wenig ein, in den heiligen Frrgg ben Herwegh zu ziehen, weil sie Besseres und Nützlicheres im na. stumpfen zu thun haben, als nach der Weise des genannten nn, egneten wir Klingen zu fechten, und nur ein einziges Mal (S. 2 Besange paßt einer Stelle, welche nicht so ganz zum Tone der übrige J.

Die General⸗Versammlung der Actionaire für den e findet heute Abend 6 Uhr statt. 5E 8