1847 / 225 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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11“ ü sind nicht unbedeutend. Eie boriger Kaufmann hat der Kommissi 200 t Zwecke übermacht. 8 8 ☛— B.) Ein bedeutungsvoller

st. (Rh. T Ein Patriot F . 2 rwirklicht werden. in 2*

Plan dürfte mit Nachstem, neh Scharten auszuwetzen, die hat neulich, um die nen Vorschlag gemacht, einen großartigen Woll⸗ Hamburg beigebracht, vn Wolle Holsteins, Mecklenburgs und Han⸗ markt zu errichten, der, sber wurde die Wolle dieser Länder auf ver⸗ novers fonzentrirt. Rostock, Lübeck, Güstrow u. s. w., gebracht, ja, Se e mecklenburgischen Wolle ging sogar nach Berlin. I—. . abzuhelfen, und da doch ein großer Theil dieser vaer. ausgeführt wird, beabsichtigt Ham⸗

Amerika 328 ach Eugland und A. 1 Mauern einen Wollmarkt zu errichten, der die ver⸗

schiedenen Wollmärkte in sich aufnehmen soll, wodurch ein großer Theil der Kosten erspart werden würde; denn die Spesen würden sich vermindern, da die meisten Verkäufer bei den jetzigen Eisenbahn⸗ Verbindungen ihre Wolle eben so billig nach Hamburg, wie nach

- liefern können. Die Spesen von da nach Ham⸗

jedem anderen Orte, lie n 2 b 8 E die Umladungskosten u. s. w., würden jedenfalls erspart. Zu⸗ iren der Wolle damit verbinden, ein

gleich will man auch das Sortire 8 erbi Geschäft, das in Hamburg jetzt schon gepflegt wird. Bei den gro⸗ ßen Kapitalien, die den hamburger Kaufleuten zu Gebotre stehen, kann den Verkäufern dieser Vorschlag nur angenehm sein, da er ihnen die Gewißheit giebt, für ihre Wanare stets baares Geld erhal⸗ ten zu können.

8 Oesterreichische Monarchie.

Wien, 12. August. Ein Dekret des Präsidenten der Polizei⸗ hofstelle vom 6. Juli erklärt, und zwar mit ausdrücklicher Beziehung auf das große Heidelberger Turnfest, daß in Oesterreich der Unter⸗ richt und die gemeinschaftliche Uebung in der Gymnastik, so lange sich beide nicht von ihrer eigentlichen Bestimmung körperlicher Kräfti⸗ gung und Ausbildung physischer Gewandtheit entfernen, unbedenk⸗ lich gestattet werden können.

Lemberg, 5. Aug. (D. A. Z.) Den hiesigen Buchhand⸗ lungen ist nachstehendes Dekret mitgetheilt worden:

„Sie wurden bereits in Kenntniß gesetzt, daß in Folge hoher Anord⸗ nung der Debit sämmtlicher Verlags⸗Artikel der Buchhandlungen Ernst Keil, Gustav Mayver und Hoffmann und Campe in den Kaiserl. österreichischen Staaten unter ausdrücklicher Verantwortlichkeit der inländischen Buchhand⸗ lungen verboten worden ist. Eben so werden nun auch alle Bücher und Zeit⸗ schriften, welche unter der Firma „Kabinet für Literatur“, „Literarisches In⸗ stitut“ und „Verlags⸗Magazin“ aus dem Auslande kommen, in Folge einer hohen Weisung, dem in Bezug auf die sämmtlichen Verlagswerke der leip⸗ ziger Buchhandlungen „Keil und Comp.“, „Reclam jun.“ bestehenden Ver⸗ bote gemäß, der Beschlagnahme unterworfen. Wovon Sie hiermit mit dem Beisatze verständigt werden, daß jeder illegale Bezug und Vertrieb der Ver⸗ lags⸗Artikel der genannten Firmen nach aller Strenge des Gesetzes geahn⸗ det werden wird.“

Rußland und Polen. usck enk Warschau, 10. Aug.

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1 Der Fürst Statthalter ist in ver⸗ flossener Nacht nach Homl in der Ukraine abgereist.

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Paris, 10. Aug. Der König ist heute früh mit seiner Ge⸗ mahlin und Schwester, mit den Herzogen von Nemours und Aumale und deren Familien, mit der Prinzessin von Joinville, dem Prinzen August von Sachsen⸗Koburg nebst Gemahlin und dem jungen Her⸗ zog Philipp von Württemberg nach Schloß En abgereist. Auf dem Wege von Neuilly nach St. Denis, wo die Königliche Familie von dem Unterpräfekten an der Spitze der Civil⸗ und Militair⸗Behörden empfangen wurde, waren die gewöhnlichen Vorsichtsmaßregeln ge⸗ troffen. Von St. Denis bis Amiens wird die Reise auf der Nord⸗ bahn, von Amiens bis Abbéville auf der Boulogner Eisenbahn ge⸗ macht. Von Abbéville bis Eu ist nur noch eine kurze Strecke von einigen Stunden, die wieder zu Wagen zurückgelegt wird, und die Königliche Familie kann so heute Abend noch bei guter Zeit in Eu eintreffen. Ihr Aufenthalt daselbst, wo sich bekanntlich die Herzogin von Orleans mit ihren Söhnen und die Herzogin von Montpensier, welche letztere zu Treport das Seebad gebraucht, schon besinden, ist vorläufig auf fünf bis sechs Wochen bestimmt, wird aber besonders von der Witterung abhängen. Bleibt diese günstig, so ver⸗ weilt der Hof bis Mitte Oktober zu En. Nach der Rückkehr von dort wird, wie alljährlich, wieder die Residenz St. Cloud bezogen, und erst zu Weihnachten kehrt die Königliche Familie zur Eröffnung der Kammern nach den Tuilerieen zurück, an denen fortwährend ge⸗ baut wird, da der Zuwachs an Familiengliedern mehr bewohnbare Räume erfordert. Auch Prinz Joinville wird binnen kurzem von sei⸗ nen Kreuzfahrten im Mittelmeer wieder hier zurück und dann in Schloß Eu erwartet.

Die See⸗ und Militair⸗Behörden von Toulon sind von der demnächstigen Ankunft eines persischen Botschafters, welcher sich nach Paris begiebt, offiziell benachrichtigt worden. Dieser orientalische Diplomat, der von einem Augenblick zum anderen hier erwartet wird, sollte sich zu Konstantinopel an Bord eines französischen Kriegs⸗

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Dampfbootes einschiffen. Man hat den Befehl erhalten, ihm alle die Ehren zu erweisen, die einem Marschall von Frankreich zukommen.

Es ist hier ein außerordentlicher Courier mit sehr dringenden Depeschen des im Haag beglaubigten Geschäftsträgers Frankreichs eingetroffen. Auch ein Courier mit Depeschen des Herzogs, von Glücdèberg, des Geschäftosträgers Frankteichs in Madrid, ist diesen Vormittag im Hotel des Ministeriums der auswärtigen Angelegen⸗ heiten angelangt. 3

Der Minister des Handels und Ackerbaues will die Errichtung einer Schule zur Verbreitung der Bewässerungskunst anordnen. Es sollen die Zöglinge derselben sowohl theoretisch als praktisch in der Bewässerungskunst vollkommen ausgebildet werden. Derselbe Minister bat einen Preis für die Anpflaͤnzung des großen amerikanischen Schwarznußbaumes, dessen Ertrag sehr bedeutend ist, ausgesetzt. Fer⸗ ner hat Herr Cunin Gridaine an die Präfekten ein Rundschreiben über die Errichtung von Muster⸗Meiereien in den Departements er⸗ lassen, in welchem die dabei leitenden Gesichtspunkte angegeben wer⸗ den. Es heißt darin auch, daß die zu diesem Behufe verfügbaren Mittel wohl gestatten würden, zehn bis zwölf mit möglichst gleich⸗ mäßiger Vertheilung im Lande im Jahre 1848 ins Leben zu rufen. Die Departements sollen dazu den Boden und die Betriebs⸗Kapita⸗ lien hergeben, die Regierung will die Besoldungen, Pensionen und Prämien übernehmen. .

Der Deputirte Lherbette antwortet dem Ober⸗Intendanten der Civilliste in einem sehr langen Briefe, den der National und alle übrigen Oppositionsblätter veröffentlichen, auf die angeblich irrthüm⸗ lichen Zahlenbeweise, welche der Graf von Montalivet in einer der letzten Sitzungen der Pairs⸗Kammer zur Berichtigung verschiedener Angaben des Herrn Lherbette und des Marquis von Boissy aufge⸗ stellt. Der Ober⸗Intendant hatte behauptet, daß das Gesammt⸗Ein⸗ kommen der Civilliste von ihren Forsten sich nur auf 5,853,000 Fr. Brutto jährlich belaufe, wovon noch 1,900,000 Fr. für verschiedene Ausgaben abzuziehen seien, so daß nur ein reines Einkommen von nicht ganz 4 Millionen Fr. von 105,000 Hektaren Waldung übrig bleiben würde. Lherbette bestreitet vor Allem, daß die Kosten sich auf 3 des Einkommens belaufen könnten, da jene Königlichen Forsten keine Abgaben zu entrichten hätten. Er berechnet, daß , mehr als hinreichend sei, während das Einkommen viel höher angeschlagen wer⸗ den müsse und leicht die Summe von 19 Millionen Fr. Brutto er⸗ reichen könne. Nähme man als Basis der Berrechnung den Wald von Villers⸗Cotterets, der einen Flächenraum von 12,825 Hektaren bedecke, die Hektare zu 920,000 Fr. gerechnet, so würde sich für sämmt⸗ liche 105,000 Hektaren Königlicher Waldung 7,710,000 Fr. in run⸗ der Zahl, statt der angegebenen 5,853,000 Fr. bieten, und würde dagegen der Wald von Compiegne als Basis der Berechnung ange⸗ nommen, so würde sich ein Gesammt⸗Einfommen von 10 ½ Millionen Fr. ergeben. Lherbette äußert, daß er seine Berechnungen nicht wei⸗ ter ausdehnen wolle. Es sei ihm nur darum zu thun gewesen, zu beweisen, daß die Zahlen⸗Angaben des Grafen von Montalivet un⸗ genau seien und wohl auf eine ganz glaubwürdige Weise berichtigt zu werden verdienten.

Das Journal des Débats enthält eine lange Beleuchtung der Denunciationen des angeblichen Beauftragten der Stadt Bona, Herrn Warnery, aus der sich ergeben würde, daß dieser die Unter⸗ schriften von 121 Individuen in un; um Bona aufgetrieben, um sich ermächtigen zu lassen, eine Untersuchung hinsichtlich der Konzession der Bergwerke bei Bona zu veranlassen, welche, seinen Angaben zufolge, durch Bestechung für die Gesellschaft J. Talabot und gegen das In⸗ teresse der Gesellschaft Bassano, deren Theilhaber er ist, erzielt wor⸗ den. Es wäre also nichts als persönliches Interesse, welches ihn ver⸗ mocht hätte, einen Skandal zu erregen, der sich im Grunde durch nichts rechtfertigen ließe.

Das Central⸗Comité der Oppositions⸗Wähler des Seine Departe⸗ ments zur Förderung der Wahlreform, welches vom Journal des Dé⸗ bats, wenn auch nur indirekt, als ein Jakobiner⸗Klub bezeichnet worden ist, besteht aus vier Mitgliedern des General⸗Conseils des Seine⸗Depar⸗ tements, aus einem Mitgliede des Arrondissements⸗Conseils, aus einem Mitgliede des Instituts, aus zwei Mitgliedern der medizinischen Aka⸗ demie, aus Handelsleuten, die auf der Notabeln⸗Liste stehen, und aus Gutsbesitzern, Aerzten, Advokaten, die fast sämmtlich zur Deputirten⸗ Kammer wählbar sind.

Aus Martinique und Guadeloupe hat man die Adressen der Ko⸗ lonialräthe und die Antworten der Gouverneure erhalten. Erstere klagen in starken Ausdrücken über Verleumdungen und Entstellungen im Mutterlande, vor Allem aber über die in der Deputirten⸗Kammer wider die Kolonicen geführte Sprache. Die Finanzen beider Kolo⸗ nieen werden als im schlechten Zustande befindlich dargestellt, und der Rath von Martinique erklärt, daß es äußerst schwierig sein werde, in einem Angenblicke, wo kein Handel stattfinde, neue Steuern auf⸗

zulegen. Die Antworten der Gouverneure lauten gemäßigt und be⸗ ruhigend. Bis zu gewissem Grade aber stimmen sie in die Klage

der Kolonisten ein, daß man sie in Frankreich verleumdet und ihr Thun entstellt habe.

Die Engländer führen in diesem Augenblicke zu Aureguy im Kanal, ganz in der Nähe von Cherbourg, mehrere Forts auf, die stark mit Artillerie versehen werden sollen und das Meer weithin be⸗

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herrschen. Diese Befestigungen haben in Frankreich einen beunruhi⸗ genden Eindruck gemacht, und es wurde eine Note an die britische Regierung gerichtet, um Erklärungen in diesem Betreff zu verlangen. Nach einem Austausch diplomatischer Erörterungen soll sich aber nun die französische Regierung für befriedigt erklärt haben.

In Folge der ausgezeichnet reichhaltigen Aerndte, welche Frank⸗ reich in diesem Jahre hat, ist vom Konige beschlossen worden, daß alle wegen Behinderung des Nahrungsmittel⸗Verkehrs und Plünde⸗ rung von Brodfrüchten Verurtheilten, wenn sie nicht gegen Personen oder Grundeigenthum sich vergriffen haben, ihrer Haft entlassen wer⸗ den sollen.

Die Maurergesellen zu Nantes haben ihre Arbeit seit einiger Zeit eingestellt; zahlreiche Verhaftungen fanden in Folge ihrer Um⸗

triebe gegen die Meister statt, ohne daß sie bis jetzt sich zum Nach⸗

geben bequemten.

esodnU. .-Arer dn

*. Paris, 10. Aug. Das Ministerium wird einen schwieri⸗ gen Stand haben, wenn es sich bis zum abermaligen Zusammentritte der Kammern, zu Anfang nächsten Winters, behaupten will. Ein solches Schauspiel, wie es jetzt die Haltung des größten Theils der Oppositionspresse bietet, ist seit dem Jahre 1835, wo die Septem⸗ ber⸗Gesetze eingeführt wurden, noch nicht vorgekommen, nie hat die Presse seit jener Epoche ungestraft jeden Tag solche Dinge. gesagt, wie sie es jetzt unausgesetzt thut, ohne sich durch irgend eine Besorg⸗ niß vor gerichtlicher Verfolgung, die nicht mehr eintreten zu wollen scheint, davon abhalten zu lassen. Fast möchte man glauben, es be⸗ stehe eine förmliche Verbindung, die sich zum ausschließlichen Zweck gesetzt habe, durch alle möglichen Mittel und Wege immer neue Skan⸗ dale aufzufinden, um die Verwaltung dadurch in Mißkredit zu bringen. Diesem Treiben immer blos das Schweigen der Verachtung, und Gleichgültigkeit entgegensetzen, wie die Verwaltung es thut, mag in. manchen Fällen allerdings passend sein; aber in anderen ist es auch übel angewendet und mit wirklichen Gefahren, wenn auch nicht un⸗ mittelbar für die nächste Gegenwart, doch für eine vielleicht nicht ferne Zukunft verbunden. Wäre der Prozeß gegen die früheren Minister Cubieres und Teste nicht gewesen, und hätte derselbe nicht so schlimme Thatsachen bewiesen, dann ließe sich dieses Schweigen eher mit Erfolg durchführen; seit aber die Enthüllungen dieses Pro⸗ zesses vorliegen, sind gar Viele zu glauben geneigt, was sie früher kurzweg als Chimaire verworfen hätten. 8

Großbritanien und Irland. London, 9. Aug. Bis jetzt ist das Ergebniß von 530 Wah⸗ len bekannt; 280 davon sind auf Liberale, 91 auf Peeliten und 153 auf Schutzmänner gefallen. Einstweilen sind also die Liberalen der Gesammtzahl der beiden anderen Parteien noch um 42 Stimmen überlegen. Die Grafschaftswahlen fallen noch immer der Mehrzahl nach zu Gunsten der Protectionisten aus, indeß ist in der westlichen Abtheilung von Norkshire, neben dem bisherigen liberalen Repräsentanten, Lord Morpeth, Herr Cobden zum Vertre⸗ ter der Grasschaft gewählt worden, und diese Wahl ist demnach als eine energische Demenstration zu Gunsten der Handelsfreiheit zu betrachten, ganz von. derselben Art, wie die Wahl des Herrn Villiers in Süd⸗Lancashire, da so wie dieser schon vorher in Wolverhampton, so auch Herr Cobden bekanntlich bereits in Stockvort zum Parlaments⸗Mitgliede erwählt worden ist. Unter den übrigen Wahlen, welche seit der letzten Post hinzugekommen sind, ist die des Herrn Sheil in Dungarvon, der definitive Sieg des Re⸗ pealers, Herrn Reynolds in Dublin und die Wahl der Herren J. O'Connell und O'Brien in Limerick, so wie des Herrn D. O'Connell in Waterford, zu erwähnen. Die Wahl in der Grafschaft Middlesex, wo Herr Osborne mit Lord R. Grosvenor und Oberst Wovod kon⸗ kurrirt, war noch nicht beendet. Auch das Resultat der Wahl von Montrose, wo bekanntlich Herr Hume sich gemeldet hat, war noch nicht beendet.

An der londoner Börse wurden heute wieder mehrere Zahlungs⸗ Einstellungen, besonders unter den Getraidehändlern bekannt. Die bedeutendste Firma, welche ihre Zahlungen eingestellt hat, ist die der Herren Lesley, Alexander und Co., deren Passiva nach Einigen 400,000 Pfd., nach anderen 500,000 Pfd. betragen, indeß, wie man glaubt, definitiv zu voll werden gedeckt werden können.

Herr M'Gregor hat in Folge seiner Erwählung zum Parla⸗ ments⸗Mitgliede für Glasgow seine Stelle als erster Seceretair des Handels⸗Bürrau's niedergelegt; sein Nachfolger ist Herr John Shaw Lefevre.

Der Globe meldet die Erunennung des Gouverneur des Cap der guten Hoffnung.

Ueber Havre hatte man in London Nachrichten aus New⸗ York vom 21. Juli, welche mit dem Dampfschiffe „Union ein⸗ gegangen waren. Vom Kriegsschauplatze (die Berichte reichen aus Meri Juli) wird gemeldet, daß General Scott

Mexiko selbst bis zum 1. . E * 8 endlich am 25. Juni von Puebla gegen die Hauptstadt aufge⸗ 1 scheint er nicht zu erwarten.

brochen sei; bedeutenden Widerstand t du 9. Herr Trist, der die Truppen begleiter, soll einen fertigen Frie⸗ dens⸗ Traktat mit sich führen und ermächtigt sein, sofort nach An⸗ nahme desselben von Seiten der mexikanischen Behörde 3 Mil⸗

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Sir H. Smith zum

litifche Gestattung des Landes, durch die normannische Eroberung jener al⸗

ten Ordnung wie ein glückliches Reis aufgepflanzt, hat nach wunderbarer Verslechtung der beiverseitigen Wurzeln zu einem Stamme ein so festes, so bequemes und vollständiges Gebäude aufgeführt, daß es dem Sturm aller Jahrhunderte trotzen, den Bewegungen der Nation freien Spielraum lassen, sich wohl ausdehnen, verbessern, mit dem Geiste der Zeit anders gestalten aber niemals zerstört werden konnte. Der Charakter, die Thätigkeit alle Eintichmungen eines Volkes aber werden bestimmt durch die politische Lage in welcher sich dasselbe besindet. Es werden deshalb alle Ereignisse, welche die Geschichte enehent⸗ . achen hat, in eine gewisse Bezichung zu dem Gebäude der polikischen Verfassung dieses Landes treten oder geradezu durch dieselbe -2 werden, und da diese immer dieselbe iir b . ist 8 so 0. hieraus die Nothwendigkeit hervorgehen, bei dieser Güecgchichte mit b” Dar⸗ legung der politischen SFieen aten anzufangen um aus den is forschten Ursachen ihrer Entwickelung erst zum richtigen Verständniß der Er⸗ eignisse und Zeitverhaͤltnisse zu gelangen.

ir besitzen noch keine solche Geschichte von einem Lo 1 von Eantand und die obengenannte entspricht, dnbesch acen e,e ch üc Vorttefflichkeit, nur insoweit dieser Forderung, als der Autor, man vs hn sagen, instinktmäßig wohl das Wesen der Verfassung durch die Ereignisse vurchblichen läßt, aber noch nicht den nothwendigen Zusammenhang und sostematischen Fortschritt derselben sich zum Bewußtsein geführt zu haben scheink. Doch die Blüthe unserer Geschichtsschreibung ist auch erst im Ent⸗ stehen, weil das Bevürfniß solcher Auffassung —p mit der fortgeschrittenen polllschen Bilbung fühlbarer geworden ist. Französische Gelehrte und Sraatemänner, wie namentlich Guizot u. d. haben einzelne Abschnitte der englischen Geschichte in dieset Weise mit Gluck und politischem Scharfsinn, aber doch immer noch einseitig behandelt, und es dürfte vielleicht der deut⸗ schen Grüͤndlichkeit und Bildung vorbehalten bleiben, die Aufgabe vollstän⸗ diger zu lösen. 4 1 e. 1 3

England hat, durch eine Far glücklicher Zufälle unterstützt, das bei sich hißorisch ausgebildet, was unser von vielfachem Unglück heimgesuchtes Deutschland historisch verloren hat, das Fundament eines normalen Staa⸗ tes. Es fand die glückliche Mitte politischer Gestaltung, welche die secg⸗ Entwickelung allet einzelnen Kräfte fanen Nation und dabei doch die stärfste

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Konzentrirung seiner großen durch diese Kräfte gebildeten politischen Ge⸗ walten zu dem allgemeinen Zwecke des Staates moglich machte; es bildete das Besondere aus und förderte dadurch das Allgemeine; es schritt vor⸗ wärts, indem alle ausgebildeten Besonderheiten frei und stark fortwuchsen und doch so harmonisch zusammenwirkten, daß sie sogar die Bedingungen des allgemeinen Wachsthums wurden. Deutschland brachte diesen Prozeß nicht zu Stande; es unterlag den unglücklichen Folgen üäußerer Einflusse mehr als der eigenen Ohnmacht; es zersplitterte und wurde in seiner. Fr. splitterung vom Untergange, den die Theilnahmlosigkeit der, von äußeren Kriegen und inneren Zerwürsnissen ermatteten Völker herbeigeführte hrte, nur durch die ausschließliche Emwickelung einer Gewalt, durch die That⸗ kraft seiner Fürsten gerettet. Aber Deutschland erhielt dafür einen Vorzug in der erwachten geistigen Bildung seines, S1h, welcher F 188 Ungsüch entschädigte, weil er ein noch besseres Mittel auch zum e; sülchen Fortschritt darbot, als die blutigen Katastrophen der euglischen Geschichte. Was Deutschland durch seine Geschichte verloren, das 15. 8*½ wieder durch seine geistige Kraft, welche schneller baut, als die Geschichte, wie 6 eine Beispiel Preußens beweist. Von kleinen Anfängen wuchs 8688 in big zer Zeit zur europäischen Großmacht und reorganisirte siner Staat 8 auf das Fundament, immer an das Bestehende anfnüßfeng und doch der freien Entwickelung aller Kräfte Bahn brechend, die Volksrechte anerkennend und doch ein Verhältniß zwischen Fürst und Volk bewahrend, so rein, wie es anderswo kaum mehr zu finden ist. ; F diefes 8e Deutschlands macht ein beständiges geistiges Ningen, ein stetes Aufmerken auf die polüische Entwickelung Eng⸗ lands, ein genaues Studium der englischen Geschichte noͤthig, nicht etwa um die dortigen in viecler Hinsicht, namentlich in ihren sozialen Einrichtun⸗ gen, getrübten Verhältnisse nachzuahmen, sondern um die Grundprinzipien eines ausgebildeten Staatslebens zu erkennen und dadurch die etwaige An⸗ wendung derselben zu erleichtern. In England sehen wir das wunderbare Schauspiel einer vere nguns der drei Grundprinzipien des Staates, der Monarchie, der Aristokratie und der Demolratie zu gemeinsamem, Handeln; das Königthum, weder ohnmächtig noch unumschräukt, die Einheit des Staats darstellend, sein Gebiet und seine Macht vergrößernd, auf der einen Seite; eine hochgebildete Aristokratie, welche die freien Institutionen des

und immer als eine fest zusammenhaltende Körperschaft das Laud vor den Zerwurfnissen feudaler zu kleinen Souserainen gewor⸗ denen Barone bewahrte, auf der anderen Seite; in der Mitie endlich die emanzipirte und reiche Klase der Gemeinen, welche, zugelassen zu dem Reichsrath mit der Eifersucht auf ihre Rechte ein gesundes Verständniß ihrer Interessen und eine stolze Hingeung für das Vaterland mitbrachte, dessen Gesetze sie ordnen und dessen Angelegenheiten sie leiten half, dies ist das Schauspiel, welches England schon dem mirtelalterlichen Europa bot. Während in anderen Ländern immer nir eine dieser drei großen Ge⸗ walten des Staates sich ausbildete, um die beiden anderen zu unterdrücken, ward in England das Gleichgewicht zwischen ihnen hergegrelt und ihre freie Entwickelung dadurch allerseits möglich gemacht; es wuchs Alles, was von der Natur die Kraft zu wachsen empfangen hatte, und wenn das Eine durch das zufällige Uebergewicht des Anderen sich gehindert sah, so wurde so lange gekämpff, bis man die Hindernisse beseitigt und die Bahn für das freie Wachsthum aller Kräfte wieder geöffnet hatte, Die englische Verfas⸗ sung baute ihr Fundament auf die innerste Menschennatur selbst, und dar⸗ um war sie unzerstörbar und wird es bleiben, so lange Menschen auf der Erde wandeln. Wie diese Verfassung aber entstanden ist, die sich gls die mühevolle Frucht Jahrhunderte langer Kämpfe gebildet hat, das lehrt die englische Geschichte, und die Hauptaufgabe des Historilers heutiger Zeit ist, zu zeigen, worin diese Bildung besteht, und wie sie möglich war.

Mau ist versucht, die Entwickelung des englischen Stagatsbaues auf Rechnung der insularen Lage des Landes zu bringen, aber im Ganzen ist dies doch nur ein sehr schwacher Grund. Es giebt eine andere tiefere Ur⸗ sache, welche aus dem Wesen der Vöͤlker selbst, von denen diest Insel be⸗ herrscht wurde, herzuleiten ist. England nämtlich, ursprünglich bewohnt von Völkern celtischer Race, eine kurze Zeit den Römern unterthan, aber doch nicht lauge genug, um dort römischem Wesen bleibend Eingang zu ver⸗ schaffen, dann unterjocht von Angeln, Sachsen und Dänen, welche während vier Jahrhunderten ihre Sprache, ihre Gesetze und Sitten einbürgerten und so dem Lande die alte germauische Freiheit brachten, endlich zum Christen⸗ thum bekehrt durch Kosonieen italienische; Mönche, ersuhr am Ende des elften Jahrhunderts eine soziale Revolution, welche das Schicksal seiner

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politischen Entwicklung für immer entschied. Das war die Eroberung durch

Landes gründete

Iee,fawee.

Ulonen Dollars zu zahlen. deißt, Abtretung von Kalifornien als Gränze gegen Texas, wogezen d

schädigungssumme zahlen. Es hieß, d berire bereits über diese Bedingungen.

X London, 10. Aug. gemeinen Wahlkampfs ist der Geit der und der Theilnahmlosigkeit, welche die

gefolgt. In mehreren der größten dies

lauter Ruf f

unter A

Vorkshire mit- Lord Morpeth Eben so

durch Acclamation gewählt.

Oberst Wood verdrängen. Man kann Rꝛͤssell's Regierung durch solche Aender Herr Denison und Oberst Wood, als

Zugeständnisse fordern werden, die unve der konservativen Partei sind.

tig besser den Zustand der Parteien in alten Ausdrücke Whigs und Tories.

äußerste Linke, obschon sie sich keines Führers rühmen kann, wird bald ihre mente fühlbar machen. Wenn demnach

Wirklichkeit ist nichts schwieriger.

zu stark in ihrer Rivalität, um aufrichtig wenn nicht in der That die Gefahr ent äußersten Seiten verdrängt werden

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Wapqhünaec zu rechtfertigen, welche sie in

nicht weil radikale Ansichten bei ihnen e die anderen großen Parteien im S nahe sind.

Heute wird auf der Insel Wight

Jacht sich einschiffen und am Donnerst antreten. Das Geschwader wird jeden der Küste vor Anker gehen, aber die an Bord bleiben. Kanal hinauf kreuzen, die Infel Man, die Mündung des C und Jona besuchen. Die Königin und Residenz auf ungefähr drei Wochen in den Ufern des Loch Lagan aufschlagen, mer Ort in den wildesten Gegenden die

giobt für die Königin Victoria und ihre

Schönheiten.

Uiederla

Aus dem Haag, 11. Aug. nig nach Tilburg, von wo er in einigen

Die zweite Kammer der General⸗S

Stimmen abgelehnt.

Koln, 13. Aug. (Telegr. Dep ralstaaten sind geschiossen worden.

Die Friedensbedingungen 1 und Anerkennung des Rio Grande

Flecken auszeichnete, ist eine große Bewegung in

West⸗Riding von Yorkshire und in Middlesex, erho

welcher vor einigen Wochen eine Rede voll Schärfe über die portugiesische Intervpention hielt,

den Sorgen des Staates und dem Gepränge des Hofes!

sind, wie es

ie Vereinigten Staaten alle

Schuldforderungen ihrer eigenen Bürger an Meriko zu befriedigen versprechen und noch außer jenen drei Millionen eine bedeutende Ent⸗

er mexikanische Kongreß deli⸗ Gefechte haben nicht weiter

stattgefunden. Taylor stand noch in Monterey.

Seit Beginn des gegenwärtigen all⸗

Wähler bedeutend gewachsen, ersten Ernennungen in den den Grafschaften er Wählerschaften, wie in der b sich plötzlich ein

ür die Whigs und noch etwas mehr. Die Liberalen wei⸗ gerten sich sogar, abzustimmen, und demgemäß wurde Herr Cobden in

nsschluß des Herrn Denison wird Herr Bernal Osborne, Witz und schneidend er in Middlesex den wohl fragen, ob Lord John ungen etwas gewinnen wird. gemäßigte Konservative be⸗

fannt, hätten wahrscheinlich den Ministern einen standhafteren Bei⸗ stand gewährt, als diese heftigen liberalen Bundesgenossen, welche

rträglich mit den Grundsätzen

Die Partei⸗Benennungen, wie sie gewöhnlich in den legislati⸗ ven Versammlungen Frankreichs gebräuchlich sind, dürften gegenwär⸗

England bezeichnen, als die

G ic Lord John Russell ist das Haupt des linken Centrums, Sir R. Peel das des rechten, und die

förmlichen und bedeutenden Stärke in dem neuen Parla⸗ die gegenwärtige Verwaltung

feststehen soll, so kann dies nur durch eine Verbindung der beiden Mittelpunkte gegen die beiden äußersten Enden geschehen. Auf dem Pa⸗ pier nimmt sich auch nichts leichter und vernünftiger aus; in der Die Leiter und Mitglieder dieser „Centrums“, wie die Franzosen sie nennen, sind gerade die Männer, welche am eifrigsten nach dem Besitz der Gewalt streben.

Sie sind zu sein in ihrer Freundschaft, stehen sollte, daß sie von den nuten, in welchem Falle sie

allerdings einen engeren Anschluß an einander suchen würden.

Man muß abwarten, ein wie groß sich entschieden auf die äußerste Linke stellen wird. glieder können jetzt schon dazu gerechnet werden, sämmtlich Männer von strebsamem Ehrgeiz und rücksichtslosem Charakter, Dewonstrationen sich stützend, die sie hervorrufen können, um die Be⸗

er Theil der liberalen Partei Zwanzig Mit⸗

auf Volks⸗

is Unterhaus geschickt haben.

Dahin geht offenbar die gegenwärtige Richtung vieler Wählerschaften,

ingerissen sind, sondern weil taate einem Zusammensturz

eine Geheimeraths⸗Sitzung

gehalten, um das neue Parlament bis zum November zu prorogiren. Morgen Abend werden die Königin und Prinz Albrecht auf

I Ihrer

ag früh Morgens ihre Reiser Abend in einem Hafen an Königliche Gesellschaft immer

JIn dieser Weise werden sie den St. Georgs⸗ Milford Haven, die

Menai Straits, lyde und die Inseln Staffa der Prinz werden dann ihre einem kleinen Jagdschloß an ein seltsamer und einsa⸗ ser Insel, zur Erholung von Aber es n Gemahl kein größeres Ver⸗

gnügen, als die Befriedigung ihres lebhaften Sinnes für Natur⸗

d 8148 8 ndee. XX“ Morgen hegiebt sich der Kö⸗ Tagen zurückkehren und dann

die beabsichtigte Reise ins Ausland antreten wird.

taaten hat am 9. August den

Gesetz-⸗Entwurf über Abänderung der Wahlgesetze mit 31 gegen 27

Die historische Gesellschaft zu Utrecht hat den Prosessor Franz Kugler zu Berlin zu ihrem Ehrenmitgliede ernannt.

—.) Die Sitzungen der Gene⸗

1631 stehet wam zut Fisch 3 mnewarlir 1 b2 314 Lnsimona heon lgien. 184

a5b F.3 F

Brüssel, 11. Aug, Am Sonntag kamen der König und die Königin von Laeken nach Brüssel, wo der Neffe Sr. Majeztät, Fürst von Leiningen, am Abend vorher eingetroffen war. Herr Rogier batte eine mehrstündige Audienz, und man glaubt einer baldigen Lö⸗ sung der ministeriellen Krise entgegenseben zu dürfen. Abends kehr⸗ ten Ihre Majestäten nach Laeken zurück, kamen aber gestern mit ihrer Familie wieder nach der Hauptstadt, um die Gewerbe⸗Ausstellung zu besichtigen. Der König ließ sich Alles genau zeigen und erläutern und unterhielt sich viel mit den Industriellen, welche Beiträge zu der Ausstellung geliefert. Von Paris ist zu näherem Studium derselben auch der Professor des dortigen Konservatoriums für Künste und Ge⸗ werbe, Herr Wolowski, einer der ausgezeichnetsten französischen Oeko⸗ nomisten, hier angekommen.

Die Herren Ritz und Oppenbeim, Mitglieder der Direction der Rheinischen Eisenbahn, sind zu Rittern des Leopold⸗Ordens ernannt worden.

Der Emancipation zufolge, hat Dr. van Hecke von der Re⸗ gierung die Geldmittel zur Anfertigung der zu seiner neuen Luftschiff⸗ fahrts⸗Methode nöthigen Apparate erhalten.

Der Getraidehandel ist flau; die Preise sind zu Antwerpen et⸗ was, wenn auch noch nicht stark gewichen. Neues Getraide kommt schon stark auf den Markt, und so erwartet man immer größeres Sin⸗ ken der Preise.

Aus dem erwähnten ministeriellen Bericht über die Noth und die Abhülfe⸗Maßregeln geht hervor, daß der Ausfall an Feldfrüchten in Belgien im vorigen Jahre sich auf 12,487,573 Hektoliter oder fast 874 Millionen Kilogramm belief.

Kanton Bern. (O. P. A. Z.) Am 9. August kam in der Tagsatzung der Kommissions⸗Bericht über die Rüstulggen, Be⸗ festigungen und Zufuhren von Kriegsmaterial der Sonderbunds⸗ Kantone zur Berathung. Die Berichterstatter der Kommission haben für den Augenblick nichts Weiteres beizufügen, behalten sich aber vor, auf etwaige Einwürfe zu antworten. Luzern weist die in den Zuschriften von Bern enthaltenen Ausdrücke von „Anmaßungen, Feindseligkeiten, Gewaltakten der Sonderbunds⸗Kantone“ im Namen dieser Kantone als beleidigend zurück. Ob dermalen eine Untersu⸗ chung stattgefunden habe? Es liegen keine offiziellen Standes⸗Er⸗ klärungen, denen unbedingter Glauben beizumessen wäre, vor, sondern bloße Anzeigen der Regierungen von Bern und Tessin, die von Irr⸗ thümern wimmeln. Es stellt in Abrede, daß in Meiringen eine Zu⸗ sammenkunft von unterwaldner und walliser Miäitair stattgefunden, daß in Lungern Geschütz aufgeführt und von Luzern militairische Gränz⸗ wachen aufgestellt worden seien. Ob die Nommission nicht auch bei den betreffenden Kantonen hätte anfragen und ihre Auslunft abwarten sollen. Die Thatsache, daß Waffen und Munition nach den sieben Kan⸗ tonen geführt würden, beweise nichts. Nach dem Völkerrecht habe jede „Nation“ das Recht, sich militairisch zu rüsten, stärker oder schwächer, je nach Gutfinden, ohne daß eine andere „Nation“ des⸗ wegen befugt sei, Einsprache zu erheben. Der Gesandte wies auf die Volksbewaffnung in Preußen vermittelst der Landwehr und auf die Nationalgarde in Frankreich hin. Warum man den sieben Kaͤn⸗ tonen das nämliche Recht streitig machen wolle. Dieselbe seien keine Heuchler, sie hätten hier in der Tagsatzung erklärt, daß sie sich nur für die Vertheidigung rüsten, und dabei bleiben sie. Das Recht der Bewaffnung sei ein nie veräußertes Recht der Souverainetät jedes einzelnen Kantons, ja sogar das unbestrittene Recht jedes einzelnen freien Bürgers. Waffen und Mnnirion seien Waaren des freien K ufs und Verkaufs wie andere; woher die Tagsatzung das Recht nehmen wolle, diesen Handelsverkehr, vielleicht für Rechnung von Partikularen zu hindern. Luzern behalte sich vor, frei in Allem zu handeln, was dem Bunde nicht widerstreite. Uri spricht sich in dem⸗ selben Sinne aus.

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Nom, 3. Aug. Wieder eine neue Verschwörung entdeckt! Erzählt wird, daß dem Monsignore Morandi eine heimliche Anzeige davon zugekommen sei, daß die Tumulte vorigen Sonntag bei einer in Trastevere abzuhaltenden Prezession hätten ausbrechen sollen, daß deshalb Monsignore Morandi und Kardinal Ferretti persönlich bei derselben erschienen seien. Faktisch ist, daß der beruchtigte Gennaro, welcher unter dem vorigen Goͤupernement mehr als einen Menschen ermordet haben soll, unter dem Vorwande, er habe übel vom Papst gesprochen, eingesteckt worden ist. 1

Monsignore Savelli, der am Tage der Amnestiefeier in Forli die von ihm bewohnte Hälfte des Palastes nicht beleuchtet und, als Abgeordnete ihn auf diesen Uebelstand aufmerksam gemacht, die Wa⸗ chen hatte verstärken lassen, hat sich durch Vorzeigung eines Reskripts aus der Staats⸗Sekret wie vom 5ten v. M. gerechtfertigt. Dieses befiehlt icm, sich der Theilnahme an den Festlichkeiten des 17ten und 18ten zu enthalten.

Monsiguore Grassellini ist in Neapel mit einem an allen Ccken

angeschlagenen, keinesweges schmeichelhaften Aviso empfangen worden.

Hier soll er alle Papiere mit sich fartgeuonmen hahen, die auf seine Polizei⸗Verwaltung Bezug hahen. b

In Faenza sollten Waffen ausgeliefert werden, und man sagt, daß gegen 20000 Freiwillige sich dessen geweigert und bewaffnet in die Gebirge sich zurückgezogen hätten. Uebrigens fürchtet man dort mehr

von Pius' Freunden, als von seinen Feinden.

Neapel, 31. Juli. (A. Z.) Das französische Geschwader wird uns baldigst verlassen und der römischen Küste, Civitavecchia, zusteuern, der Prinz von Joinville jedoch seiner leidenden Gesundheit wegen noch einige Zeit hier weilen.

Mons. Grassellini befand sich zu Anfang dieser Woche zu Castel⸗ lamare und brauchte die Seebäder. . 8

Der Vesup schleudert in prächtigen Feuergarben große Püheghf 8 Steine empor und ergießt aufs neue zwei Lapaströme nach Dest und Ost.

Parma, 4. Aug. Die hiesige Gazzetta enthält nachstehen⸗ des Dekret: „Der Obersthofmeister, Präsident des Militair⸗Depar⸗ tements, außerordentlicher Commissair Ihrer Majestät der Frau Erz⸗ herzogin, Herzogin von Parma, Piacenza und Guastalla ꝛc. ꝛc., ver⸗ fügt, kraft der mittelst souverainen Motuproprio d.J. Schönbrunn, 18. Juli d. J. ihm verliehenen Vollmachten, wie folgt: Art. 1. Der Rath des obersten Revisionshofes, Doctor Marc' Aufelio Onesti⸗ wird das Amt eines Direktors der General⸗Polizei der Herzogthümkr⸗ provisorisch übernehmen. Art. 2. Der Staatsrath, Cavglifre. Otta⸗ vio Ferrari, Direktor der Verwaltungs⸗Section im ordentlichen Stgate⸗ rathe, wird bis auf neuere Bestimmungen fortfahren, bei der Ver⸗ waltungs⸗Kommission des Herzogl. Theaters in Parma den Vorsitz zu führen. Art. 3. Der Präsident des Departements der Gnade, Justiz und des buon Governo, so wie der General⸗Direktor im De⸗ partement der Finanzen, werden, so weit es einen Jeden derselben betrifft, für die ungesäumte Ausführung dieses in allen Gemeinden des Staates anzuschlagenden und in die Gesetzsammlung anfzuneh⸗ menden Aktes zu sorgen haben.“

Prevesa (auf türkischem Gebiete), 19. Juli. (W. Z.) Der General Theodor Grivas und sämmtliche Aufrührer von Palaiochalia sind so eben in dieser Stadt angekommen, wo sie das Haus des eng⸗ lischen Konsuls bewohnen. Der Gouverneur, über das Erscheinen einer bewaffneten Truppe in der Stadt mit Recht betroffen, befahl, daß Grivas und die Leute seines Gefolges sich ihm unmittelbar ergeben. Der britische Vice⸗Konsul weigerte sich, sie aus seinem Hause treten zu lassen, wollte aber auch nicht für ihr Verhalten gut stehen. Auf diese Weigerung ließ der Gouverneur das Konsulats⸗ Gebäude mit Soldaten umringen, welche die Weisung erhalten hatten, den Grivas und seine Gefährten, so wie sie das Haus verlassen sollten, zu ver⸗ baften, und gleichzeitig fertigte er einen Courier an den Generaͤl⸗ Gouverncur von Epirus nach Janina um Verhaltungsbefehle ab. Der Inhalt der Antwort wird bereits vorhergesehen. 8 Es ist allge-e⸗ mein bekannt, daß auf die durch die Gesandtschaften Englands, Oesterreichs, Frankreichs, Preußens und Rußlands der hohen Pforte übersandte Anzeige der hellenischen Regierung der Divan geantwortet hat, wie Grivas und seine Mitschuldigen, wenn sie das otton anische Gebiet betreten sollten, im Interesse der zwei⸗ Nachbarstaͤaten nach G 8 Adrianopel gebracht und unter die Ueberwachung der ottomanischen Regierung gestellt werden würden. 9

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Prevesa, 21. Juli. Der heute eingetroffene Courier über⸗ bringt nachstehende Anordnungen des General⸗Gouverneurs von Epi⸗ rus: „Grivas und seine Gefährten sollen ihre Waffen ausliefern und sich dann unter Eskorte nach Janina verfügen, und wenn sie sich weigern, sich in diesen Befehl zu fügen, oder versuchen sollten, nach Griechenland überzugehen, so wird die öffentliche Macht, jedoch nach vorheriger Verständigung mit dem General⸗Gouverneur, sie zur Folge⸗ leistung zwingen.“ 8 1

Nach dem Eintreffen dieser Befehle berief der Gouverneur von Prevesa die Ober⸗Offiziere der Besatzung und die Stäadt⸗Notabilitö⸗ 8 ten und theilte dann die von Janina eingegangenen Weisungen deim enalischen Nice⸗Konsul mit der Bitte mit, den Grivas und alle seine Leute davon zu verständigen. Die Antwort des Letzteren lautete, daß er einwillige, sich nach Janina zu begeben, daß er aber weder selbst die Waffen vorher ablegen noch seinen Gefährten befehlen wolle, sich derselben zu entledigen. Den Befehlen des General⸗Gouvernelrs gemäß ist eine Estafette mit der Nachricht der neuen Weigerung des Grivas an Ersteren nach Janina abgesendet worden, und man erwartet neue Befehle. Das britische Vice⸗Konsulat ist fortwährend von Soldaten umringt, welche daͤrüber wachen, daß keiner der dahin Geflüchteten

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daß es verlassen könne, ohne augenblicklich verhaftet zu wesden. - Ein von Sta. Maura kommender Kutter der Königl. britischen Marine ist so eben hier angekommen; an seinem Bord befand sich die Gattin des Grivas, welche, begleitet von den Sanitäts⸗Wächtern von Santa Maura, ohne mit ihrem Gatten zu kommuhiziren, eine Unterredung mit demselben im Konsulats⸗Gebaude hatte.

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3 12 a49 51 n8 1.

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See.

die Normannen.

entwickelt, war es dann von die es unaufeöslich verband, übergegangen Chuarakter erhalten. Indem nun Wilhelm schen Boden verpflanzte und ihm durch die des an seine Heerführer eine noch spstemati die Grundlage einer geregelten, auf die Da den früheren Einfällen der noch barbarische und deren Mangel die damalige, völlig urn des immer zweiselhaft machen mußte. Es

großen Theil des Landes, 1500 Manors, fi

lich seinen 60,215 Soldaten, jedem 40 Joc Siebenhundert überwies. waren Barone, die Soldaten Ritter geworden Gewalt aber war erhalten in der an die

der abhängig gemacht wurden.

ordnete Gewalten für sein Sta b

eine mächtige Agig r ahe0nehen⸗, und verbessert, während die innere Gerichtsverfahren dieselben Spstem hatte mit dem alt⸗germanischen Ge

en, innerhalb welcher die beiden Staatsge

die Grundlage für die Entwickelung der individuell tischen Orenas, na⸗ hergestellt. Aber noch fehlte in 8 die Sicherheit für die Dauer derselben, und es

Als Wilhelm der Bastard, Herzog der Normandie, die⸗ selbe 100b unternahm, hatte sich das Feudal System in Frankreich vollstan⸗ dig ausgebildet, nachdem sowohl die letzten Spuren der römischen Verwal⸗ tung, als auch die sränlische Alleinherrschaft durch dieses den germanischen

Sitten während der Völkerwanderung entsprungene, auf die militairische Vgsallenschaft gegründete System vernichtet war. den Perseonen

In groem Maßstabe auf die Ländereien, und hatte dadurch einen stabilen der Eroberer dasselbe auf engli⸗ bestimmte Vertheilung des Lan⸗ schere Form gab, erhielt England uer berechneten Regierung, welche i Völker durchaus gefehlt hatte, ageordnete Besitznahme des Lan⸗ eutstand zum erstenmal ein wirk⸗

liches starkes Königthum, indem das Haupt der erobernden Armee einen

ir sich persönlich in Besitz nahm,

an seine 700 Unter⸗Befehlshaber je nach ihren Verdiensten kleinere Theile, von 973 bis 43 Manors, vertheilte und als Lehen der Krone verlich, end⸗

h Landes als Lehen der vorigen

So war der Heerführer König, die Befehlshaber

.Die Einheti des Landes und der Spitze dieser feudalen Hierarchie

gestellten Krone, indem die beiden anderen Stände von ihr und von einan⸗

England gewann auf diese Weise durch die Eroberung zwei wohlge⸗

ein starkes Königthum und seine politische Gestalt verändert

v. Verfassung seiner Gemeinden und sein geblieben waren. Das neu⸗germanische Feudal⸗

meindewesen sich verbunden, und en Freiheit mit der poli⸗ dieser neuen Ordnung kam darauf an, die Grän⸗ walten, Königthum und Aristo⸗

fest zu machen, daß die Uebergriffe mensch⸗ licher Leidenschaften und menschlichen Ehrgeizes nicht das ganze Gebande wieder umsturzten. Bei der Wildheit der damaligen Sitten war dies nicht leicht, zumal da für die ganze neuec Bildung teine anderen Garauticen be⸗ standen, als die Fuͤgsam eit der Vasallen in den Aussoruch der Königlichen Machtvolllommenheit des Eroberers. Ein langer Kampf mußte desha b erst vorhergehen, ehe man die Sicherheit jener Gränzen erreichte. Das Nö⸗ nigthum war in diesem Kampfe der angreifende Tyeil. Mächtig und reich, auf seinen ausgedehnten Ländergebieten unabhängig von seinen Vasallen, mit eigenen Beamten, eigener Verwaltung und eigenem Gerichtswesen, lonnte es Armeen ausheben, Steuern beitreiben und dabei doch noch die Vasallen zu Erfüllung ihrer Verpflichtungen anhalten. Es war nicht gut denkbar, daß ein solches Königthum nicht bedacht gewesen sein sollte, seine

Macht zu vergrößern. 1 8 b Wilhelm und seine Nachfolger suchten zuerst, ihr Gebiet weiter durch

Eroberungen in Frankreich auszudehnen. Sie vereinigten nach und nach

kratie, sich zu bewegen hätten, so

mit ihrem Stamm⸗Herzogthume der Normandie die Maine, Touraine, An⸗ jou durch Verbindung mit den Plantangenets, Poitou, Saintonge, Gupenne und Gascogne durch Verbindung mit dem Hause Aquitanien, die Bretagne durch Eroberung, kurz, sie machten sich in Zeit von hundert Jahren zu Herren von ganz Nord⸗Frankreich von Dieppe bis Baponne. Diese Er⸗ werbungen aber verwickelten sie in unaufhörliche Kriege mit den Königen von Frankreich, und zu diesen Kriegen brauchten sie tehende Heere, weil die vierzigtägige Lehnspflicht ihrer Vasallen nicht ausreichte. Zur Erhal⸗ tung der Heere aber brauchten sie Geld, und zwar mehr, als sie besaßen. Schon Wilhelm der Eroberer hatte jeden Morgen Landes ohne Unterschied mit 6 Sous besteuert; der erste Plantagenet Heinrich II. aber forderte ge⸗ radezu von seinen Unterthanen die nöthigen Gelder zur Besoldung eines stehenden Heeres. Als diese nicht bereitwillig zahlen wollten, begann er einen Kampf mit ihnen, welcher mit der Niederlage des Königthums endigte und endlich in der Magna Charta Johann's urkundlich die Granzen fest⸗ stellte, welche für die beiderseitigen Rechte des Königs und der Unterthanen maßgebend sein sollten. 1 11 Es gab damals erst zwei Klassen, auf welche die anglo⸗normännischen Könige ihre Macht stützten

die Geistlichteit und die feuda e Aristotratie, welche den Boden hesaß. Der Stand der Gemeinen, der Burger, hatte sich noch nicht gebildet; es verging noch eine lange Zeit, ebe diese Klasse Gegenstand der Besteuerung sein und ihre Theilnahme au der Politi des Landes dadurch bewirkt werden enff⸗ Der Kampf Heinrich's ll. zur Ausdehnung der Königlichen Machtvoll⸗- tommenheit war deshalh gegen jene beiden ersten Klassen und zwgyp zu ist gezen die Geistlichkeit gerichtet, da der Adel noch unterwürsig und gehorsam sich zeigte. Wälhelm der Eroberer hatte durch die Herstellung eines figzigen kirchlichen Primats, des von Canterbury, an Stelle der früheren zwei, vpoß Canterbur und York, und durch die Trennung der geistlichen Gerichfehar⸗ keit von der weltlichen, die Kirche in England zu ziner unabhängigen Pf⸗ walt im Staat gemacht, die in ihrem Ungehorsam gegen die weltliche achl der Königlichen Autorität gefährlich, bei der Straflosigkeit jhrer zahllo

Verbrechen für das ganze Land eine Geißel geworden war. Heinich 1.

versuchte sie wieder zu unterwerfen und seinen Zwecken dienstbar zu mochen das bekannte Statut von Clarendon hob die geistliche Gerichtsharfen wie der auf und unterwarf die Würdenträger der Kirche den Lehnslassen, spraͤt auch dem Könige die Einkünfte aller exledigt n Bißthümer sas ahef Pff lange und hartnäckige Kampf, welchen der Koönig darüber mit seinem 1s setzlichen zum Primas erhobenen Kanzler Thomas Becket zu jühreg hatte, endete zum Nachtheil des Königs. Der Primas wurde zwgr 9 8 sem Kampfe getödtet, aber auch die Autorität der Krone bedeutend vgscges⸗ lert. Der trotzige Heinrich mußte auf dem Grabe des erschlagenen Prif⸗ sters Buße thun, seine Prärogative vor dem heiligen Stuhlg Nomß Ffnig⸗ drigen und seinen Absichten entsagen. Das Statut von Klarendon wurtf wieder aufgehoben, und die Geistlichkeit entging mehr alß i vn nigli Gewalt, um sich unter den römischen Schutz zu stellen. Es war Fr 7 Schritt geschehen zu der späteren gänzlichen Unterwerfuns Engla ½ Wiel

die päpstliche Herrschast. 88 (Schluß folgt.) ““ *

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