Während der Ererzirzeit waren vorber'zarrhalische Augenentzündung — der Abdominaltzphun wnsnsch⸗gerichtlich Fälle sind 101 vor⸗
gekommen.
Se. Ho⸗
ig. db. Ztg. Braunschmeig Ghast. ankenburg
heit 2 Zegeb am 1.3. August mit Gefolge von 3 Schloß Richmont an ekommen. 2 eee 20 ren ⸗Regiment oll nächstens neu uniformirt werden,
H099bem Schnitte der ungarischen Husarentracht mit län⸗ unb 98* 9 und Dolmans. Die Uniform wird dunkelblau bleiben, —₰ 5 der bisherigen gelben Schnüre mit orangefarbigen besetzt 25 An die Stelle der schwarzen, ledernen Säbeltaschen sollen mit rothen tuchenen Deckeln versehene treten.
Herzogthum Holstein. (Alt. Merk.) Unter dem 17. Juli ist das Rente⸗Kammer Patent erschienen, betreffend die Repar⸗ zition der durch die sechste Versammlung der Provinzial⸗Stände des Herzogthums Holstein und durch die außerordentlichen Wahlen zu der⸗ selben veraulaßten Kosten, die nach dem Patente vom 7. Januar 1840 aufzubringen sind. Man ersieht daraus, daß die aus der Kö⸗ niglichen Kasse vorgeschossenen Kosten dieser Versammlung, so wie der
außerordentlichen Wahlen zu derselben, nach Abzug von 1359 Rothlr. 85 Sch., welche in Folge Pateuts vom 29. Juli 1845 mehr einge⸗ fommen sind, als die zu repartirenden Kosten der fünften holsteini⸗ schen Stände⸗Versammlung, im Ganzen 7830 Rbthlr. 2 Sch. betra⸗ gen haben.
Fürstenthum Schwarzburg⸗Sondershausen. (D. A. Z.) Unter den Vorlagen für die nun vertagte Stände⸗Versamm⸗ lung befand sich auch ein Gesetz⸗Entwurf über die Verwaltung der Rechtspflege bei den Patrimonial⸗Gerichten. Derselbe verlangte in Absicht auf die Herstellung größerer Einheit in der Gerichtsverfassung und Verwaltung der Rechtspflege, daß künftig die städtische Patrimo⸗ nial⸗Gerichtsbarkeit durch ein von der städtischen Verwaltungs⸗Be⸗ hörde, dem Stadtrathe, getrenntes Stadtgericht ausgeübt werden müsse; ferner, daß die den Städten sowohl als den Grundbesitzern zu⸗ stehende Gerichtsbarkeit nach denselben Grundsätzen verwaltet werden müsse wie diejenige, welche der Staat durch seine Gerichte ausüben lasse, daß sie demnach eine kollegialische Verfassung erhalten müßten; daß die Herstellung völlig ausreichender und zweckmäßiger Gefängnisse nothwendig sei; daß die Richter und Aktuare nebenbei weder advokatorische Praxis betreiben, noch irgend ein anderes Nebenamt übernehmen dürften, und daß dieselben mit bestimmter Besoldung versehen werden müß⸗ ten ꝛc. Mit diesen Bestimmungen war es zugleich indirekt auf Auf⸗ hebung der Patrimonial⸗Gerichle abgesehen, denn der Entwurf ent⸗ hielt ferner, daß die Städte und Grundbesitzer, welche binnen Jah⸗ resfrist jene Einrichtungen nicht vollständig getroffen haben, des Rechts zur ferneren Ausübung ihrer Gerichtsbarkeit verlustig sein sollten, so daß die letztere sofort und für immer, und zwar ohne dafür zu gewährende Entschädigung, an den Staat überginge; auch sollte im Uebrigen den Patrimor ialgerichts⸗Inhabern schon jetzt freigestellt werden, ihre Jurisdiction im Wege gütlicher Ueber⸗ einkunft gegen Entschädigung abzutreten. So lag der Entwurf der Stände⸗Versammlung in der Sitzung am 26. Juli mit Deputations⸗ Bericht vor, welcher letztere auf den Antrag hinausging, daß die
herrschende Krankheiten die Diar⸗ als
ae
ja auch die preußischen Doppelthaler (3 ½ Gulden) bereits als Wechsel⸗Valute hier angenommen sind.
Die Industrie der Taubenposten scheint hier, nach dem Muster Hollands, größexe Ausdehnung zu gewinnen; wie früher die pariser, so sollen jetzt auch die berliner und andere Course einzelnen Speku⸗ — durch geflügelte Boten vor der gewöhnlichen Poststunde zu⸗ ommen.
Der panische Schrecken, welchen die londoner Geldkrisis an den Börsen erzeugte, scheint seinen Höhepunkt erreicht zu haben und be⸗ sonnener Eren h Platz zu machen. Am meisten hatte sich dies⸗ mal (freilich zum Theil durch auswärtige Verkaufs⸗Ordres gedrängt) die sonst so bedächtige amsterdamer Boörse entmuthigen lassen, woge⸗ berliner Effektenmarkt eine bemerkenswerth feste Haltung beob⸗
e. 1 Deem gesetzgebenden Körper liegt jetzt der Vorschlag wegen Er⸗ richtung einer Gewerbeschule dahier zur Berathung vor. Letztere soll demnächst stattfinden und dadurch ein besonderes Interesse gewinnen, daß es die erste öffentliche Sitzung dieser Versammlung sein wird.
Oesterreichische Monarchie.
Wien, 13. Aug. (Leipz. Z.) Um der Aufhäufung einer frem⸗ den mittellosen Bevölkerung der hiesigen Residenz entgegenzuwirken, soll auch in Bezug auf die Ehebewilligungen eine gleichförmige Ge⸗ nauigkeit eingeleitet und dieselben nunmehr, mit Ausschluß der herr⸗ schaftlichen Obrigkeiten, innerhalb der Linien allein dem Magistrat übertragen werden. 1 . Der Hofrath Nell von Nellenburg und Herr von Turneretscher sind dieser Tage, wie es heißt, in Post⸗Regulirungs⸗Angelegenheiten von hier unmittelbar nach Bayern abgegangen. Ihre Weiterreise geht dann nach Stuttgart und Frankfurt.
Ihre Hoheit die Frau Herzogin Henriette von Württemberg ist vor einigen Tagen hier angekommen. 2
1I1Iei8 8
Paris, 15. Aug. Gestern ist ein Schreiben des Königs der Belgier an König Ludwig Philipp eingegangen, mittelst dessen der bisherige Rath der belgischen Gesandtschaft in Paris, Herr Firmin Rogier, als Gesandter und bevollmächtigter Minister am hiesigen Hofe beglaubigt wird. Fen Das Uebungslager zu Compiegne wird heute unter dem Ober⸗ befehle des Herzogs von Nemours eröffnet. Der Herzog von Aumale wird sich, wie es heißt, schon im Laufe des nächsten Monats nach Algier begeben, um die ihm verliehenen wichtigen Functionen anzutreten; es würde seine Installation mit gro⸗ ßem Prunke stattfinden, und er würde sodann eine Rundreise durch sämmtliche Provinzen Algeriens unternehmen, nicht nur um die Lage der Dinge durch eigenen Augenschein kennen zu lernen und von den Bedürfnissen und Wünschen des Landes Kenntniß zu erhalten, sondern auch um durch die Entfaltung eines wahrhaft Königlichen Pompes auf diesem Zuge, auf dem er von einem kleinen Heere begleitet sein würde, einen mächtigen moralischen Eindruck auf den eingeborenen Theil der Bevölkerung hervorzubringen. Nach einem Schreiben aus Melilla an der afrikanischen Küste vom 22. Juli war Abd el Kader kurz zuvor vor dieser Stadt ange⸗ langt und hatte eine Unterredung mit dem spanischen Gouverneur ge⸗
Stände sich mit dem Prinzipe des Gesetzes im Allgemeinen einver⸗ standen erklären, dabei jedoch sich dahin aussprechen möchten, daß den Gerichtsherrschaften Entschädigung für den durch die neue Einrichtung veranlaßten Mehraufwand zugesichert und der bereits angestellte Patri⸗ monial⸗Gerichts⸗Beamte in seinem Rechte auf die advokatorische Praris und Nebenämter belassen werde. Allein bei der Debatte wurden dem Gesetze sehr ungünstige Ansichten entwickelt; man sprach von einer nicht unkräftig vertretenen Seite her von Eingriffen in alte Rechte, welche seit Jahrhunderten beständen und von Kaiser und Reich den Inhabern verliehen seien. Ja, die derartigen Ansichten ent⸗ sprechende Meinung blieb sogar bei der Abstimmung mit einer Stimme im Vortheil, denn das Gesetz wurde mit 7 gegen 6 Stimmen abge⸗ lehnt. Zwar wollte der Landschafts⸗Direktor in der nächsten Sitzung die Frage auf Annahme des Gesetzes, welche er für mißverstanden hielt, zurückleiten, allein der landesherrliche Kommissarius verbat dies 9. . schließlich, daß die Staats⸗Regierung die Vorlage zu⸗ rückziehe.
Freie Stadt Frankfurt. (N. K.) In öffentlichen Blät⸗ tern war dieser Tage wieder viel von der Errichtung einer „süddeut⸗ schen Bank“ die Rede, die ihren Sitz in Darmstadt oder Mainz er⸗ halten und in mehreren Städten Filialien haben würde. Es ist dies wohl dasselbe Bankprojekt, das schon seit Jahr und Tag im Schwunge ist; doch vernimmt man nicht, daß es seiner Ausführung bedeutend näher gerückt wäre. Um übrigens eine wirkliche Bank für Süd⸗ Deutschland zu begründen, genügt nicht die Errichtung einer Anstalt mit diesem Namen, noch die Errichtung von Filialbanken. Es ist hierzu vor Allem eine Uebere nkunft der bestehenden Regierungen er⸗ forderlich, um den Noten der Bank in allen süddeutschen Staaten freien Cours zu verschaffen. b
„Unter dem hiesigen Handelsstande geht man damit um, die preu⸗ ßischen Thaler als gangbare Münze bei Wechselzahlungen anzuerken⸗ nen; die Uebereinkunft wird nur durch den noch fehlenden Beitritt einiger Hänser ersten Ranges verzögert. Diese Maßregel wäre aller⸗ dings eine Erleichterung für den Verkehr und um so zweckgemäßer,
halten. Er fand die schmeichelhafteste Aufnahme, und die spanischen Soldaten speisten und rauchten freundschaftlich mit der Truppenbeglei⸗ tung des Emirs. Man sagt, die französische Regierung habe sich veranlaßt gesehen, in Betreff der Besprechung zwischen Abd el Kader und dem Gonverneur von Melilla von der spanischen Regierung Auf⸗ schlüsse zu begehren, und dieselben seien ihr auch schon ertheilt worden.
Der National fordert den Kriegs⸗Minister wiederholentlich auf, sich darüber zu erklären, was unter der in den Büchern eines bankerotten Spital⸗Lieferanten zu Algier vorgefundenen Eintragung „für den Kriegs⸗Minister in Paris 15,000 Fr.“ zu verstehen sei. Der National äußert, eine Erläuterung über diesen Punkt sei um so wichtiger, da von einem neuen Skandal derselben Art, nämlich von einer Bestechung, welche ein Regierungs⸗Beamter zu Algier von einem Charpie⸗Lieferanten empfangen habe, die Rede sei. Ein Journal behauptet, daß ein Notariat in einer kleinen algerischen Stadt gegen 10,000 Fr. bewilligt habe, welche in die Hände eines Beamten aus⸗ gezahlt worden wären, der einen Vertrauens⸗Posten bei einem hoch⸗ stehenden Beamten in Paris bekleide; es liege eine unklugerweise ausgestellte Empfangs⸗Bescheinigung vor.
Vor den hiesigen Assisen wurde in den letzten Tagen ein Prozeß verhan⸗ delt, in welchem es sich um eine Anllage auf Meineid gegen Herrnd'Eecque⸗ villey handelt, der in dem bekannten Beauvallonschen Prozeß erklärt hatte, die Pistolen, deren sich Beauvallon im Duell mit Dujarrier bediente, und womit er diesen erschoß, seien von demselben vorher nicht gekannt gewesen, während jetzt ein von Amerika herbeigekommener Zeuge, Herr Maynard, versichert, die Pistolen seien in d'Eecquevilley's Ge⸗ genwart von Beauvallon probirt worden. Der Präsident der Assisen hatte, gestützt auf Art. 330 des Gesetzbuchs über die Kriminal⸗In⸗ struction: „Wenn nach den Debatten die Aussage eines Zeugen falsch scheint, so kann der Präsident auf Antrag des General⸗Pro⸗ kurators, der Civil⸗Partei oder des Angeklagten, so wie auch ex
officio, diesen Zeugen auf der Stelle verhaften lassen“, im Laufe der
ersten Assisen⸗Sitzung die Verhaftung Beäuvallon's angeordnet, der in diesem Prozeß nun seinerseits als Zeuge auftrat. Aus den Zeugen⸗Aus⸗
sagen ging unter Anderem hervor, daß Herr d'Ecquevilley kein Vi
des eigens aus den Kolonieen nach Frankreich geladenen Zeugen, Herrn von Mexynard, festgestellt. jenem Duelle eine journalistische Konkurrenz zum Grunde lag, und daß Beauvallon im Interesse des Globe den Geschäftsführer der Presse, Dujarrier, vorsätzlich aus der Welt schaffen wollte. Die Duell⸗Bedingung war: mit beiden Theilen unbekann⸗ ten Pistolen zu schießen; Beauvallon und Ecquevilley aber wußten die Pistolen von Granier de Cassagnac, Beauvallon's Schwa⸗
2 . 2
ger, unterzuschieben, und Beauvallon übte sich mit eine Stunde vor dem Duelle durch 15 bis 20 Schüsse. Beauvallonschen Prozesse hatte Eequevilley als Zeuge hierüber lan⸗ ter Unwahrheiten vorgebracht, Meynard war nicht vorgeladen wor⸗ den, und so erfolgte damals Beauvallon's Freisprechung. Erst nach dieser ward die Wahrheit bekannt und veranlaßte diesen neuen Pro⸗ zeß. Der Haupt⸗Belastungszeuge Meynard ist von Martinique, wo sein Vater große Besitzungen hatte, und war früher, ehe Herr Granier de Tassagnac dazu kam, Besitzer des Globe. Mehrere Zeugen schildern ihn als rechtschaffenen und ehrenhaften Mann. Seine Aussage, daß gegen die Abrede, das Dujarriersche Duell mit neuen Pistolen zu unternehmen, Beauvallon die seines Schwagers Granier de Cassagnac untergeschoben und dieselben noch am Tage des Duells früh von neuem probirt habe, wurde mehrfach bestätigt. Gegen Beauvallon hatte ein abwesender Zeuge d'Alboͤn nebenbei zu Proto⸗ koll gegeben, daß im Kasino zu Madrid, wo Berauvallon eingeführt war, derselbe beim Golfospiel über falschem Abziehen der Karten ertappt worden sei, und daß darum Niemand in diesem Kasino mehr mit ihm spielen mochte. Gegen d'Ecquevilley wurde darge⸗ than, daß er bei dem Duellprozeß in Rouen die Zeugen durch allgemein hingeworfene Bedrohung mit seiner Rache einzuschüch⸗ tern und dadurch zu bewegen wußte, über die Umstände, welch
jetzt zu Tage kamen, zu schweigen. Ein Zeuge Cottenet, welcher in seinen Aussagen wesentlich von den sehr ungünstigen abwich, die er in der Voruntersuchung über d’'Ecquevilley gemacht, führte dadurch eine sehr überraschende Seene herbei. Ein anderer, Herr Arthur Bertrand, denunzirte nämlich Herrn Granier de Cassagnac, dies durch einen im Zeugen⸗Warte⸗Saale Tages vorher provozirten sehr heftigen
und mit Drohungen beendeten Auftritt bewirkt zu haben. Mehrer
Personen bestätigten dies. Die Zeugen⸗ Aussagen gegen Beauval⸗ lon stimmten in der Bestätigung der Behauptung Meynard'’s, es
vollkommen überein.
dikt abgegeben; es lautete gegen den Angeklagten d'Eecquevilley:
denselben in Folge dessen zu zehnjähriger Einsperrung ohne Ausstel⸗
Die Untersuchung der Corruptions⸗Beschuldigung in Bezug auf die Eisenbahn von Meaux dauert fort. Am letzten Sonnabend hatte der Instructions⸗Richter Legonidec die Deputerten Lherbette, Luneau und Galis vorgeladen, die bei der Kammer⸗Verhandlung gegen diesen Gesetz⸗Entwurf sprachen. Herr Luneau ist nicht in Paris, Herr Lher⸗ bette erklärte aber, wenn er als Deputirter gefragt werde, so werde er jede Erklärung über das, was er auf der Tribüne gesagt habe,
verweigern, da dies in die Unabhängigkeit des Deputirten eingreife, als Privatperson wisse er von dieser Angelegenheit nichts. Das Ver⸗ hör hatte also kein Resultat.
Man hat mehrere Personen verhaftet, welche als Rädelsführer der neulich an zwei Abenden in der Vorstadt St. Antoine verübten Ruhestörungen gelten, bei denen übrigens, wie jetzt auch der Moni⸗ teur versichert, weder aufrührerisches Geschrei laut geworden, noch irgend eine ernsthafte Kollision vorgefallen ist. Gestern versuchten zwar wieder einige Ruhestörer in dem Faubourg St. Antoine neue Arbeiter⸗-Zusammenrottungen zu veranlassen. Die Haufen wurden jedoch alsbald durch Patrouillen zerstreut und mehrere Verhaftungen bewerkstelligt. Es sollen bis jetzt etwa 70 Individuen in Folge jene Arbeiter⸗Tumulte verhaftet sein.
Ein gewisser R., der auf dem Boulevard Montmartre wohnt hielt seit einiger Zeit ein heimliches Spielhaus, welches der Polize durch unglückliche Spieler verrathen wurde. Der Polizei⸗Präfekt erließ einen Nachforschungsbefehl, und in einer Nacht begaben sich ein Polizei Commissair und Friedensrichter, von zahlreichen Agenten begleitet, zu R. in dessen Haus sie zwei Spieltische vorfanden, welche nebst einer bedeuten⸗ den Geldsumme und dem reichen Mobiliar des Spiel⸗Salons in B schlag genommen wurden. Gleiches geschah auch mit einer Masse elfenbeinener Marken, die mit dem Buchstaben R. gezeichnet waren, mit mehreren Spielen Karten und anderen zum Geschäftsbetriebe eines Spielhauses gehörigen Gegenständen. Nach den Aussagen der ertappten Spieler gab R. Mittagstafel und Erfrischungen gratis, wußte sich aber durch den Ertrag der Spieltische für seine Ausgaben reichlich zu entschädigen. Er wurde ins Depot der Polizei⸗Präfektur abgeführt.
Die Arbeiten zur Regelung des Ueberwachungsdienstes und der polizeilichen Aufsicht auf den Cisenbahnen sind im Ministerium der öffentlichen Arbeiten beinahe zu Ende gediehen und werden demnächst in Anwendung gebracht werden. Es ist die Rede von einem Doppel⸗
Fenster durch Wegbruch N5 j
entstellenden Budeng eeeehenen 89 und . Auzßenseite ganz ursprünglichen Farben, die Errichtun 1 eses nese 3 v. [½½☚νQ8 in ihren Tabernakel vielleicht die prachtvollen Baͤulen 88 ggs⸗ zu dessen grünem Porphyr und zwei granitne, zu ünauch dösein di apelle, zwei von imn Betracht kommen. Geht man Jün Zäbre ven f. dürften, werden hier Kapellen über, welche theilweise unglaublich ve Cehn hclnde auf die vielen allerdings auch diese viele Mühe in Anfpruch medn hlässigt sind, so werden nen Epochen auf jede Weise verdorbene und verstümnie Die in verschiede⸗ gehe ich hier ganz. ümmelte Außenseite über⸗
In neueren Zeiten ist, nach der gena Sgarie 8
der historischen E1“ eAeca Ebeis von Nolten und Quir, die Münsterkirche vielfach besprochen worden. eeh.Sbc cbmere nische Beschreibung ist die von Franz Mertens in dh Aüff architekto⸗ Bauzeitung (1840, S. 135— 152), wo auch genauere UIeerehen risse gegeben werden. Der Cav. L. Canina in Nom hat in b-
dam, 1847); von der Stiftskirche zu Essen wurden schöne detaillirte Zeich⸗ nungen gemacht. Französische Bauten, die mehr oder minder diese Con⸗ struction zeigen, glaube ich hier nicht einzeln nennen zu müssen. Was aber die Karolingischen Bauten in Aachen überhaupt be⸗ trifft, so darf ich nicht unerwähnt lassen, daß sich um die Kunstgeschichte derselben Keiner ein so großes Verdienst erworben hat, wie der schon ge⸗ nannte jetzt zu Brüssel lebende Professor C. P. Bock, von dessen Arbeit über die Theodorich⸗Statue ich in diesen Blättern ausführlicher zu reden Gelegenheit hatte, und welcher in der Kenntniß der mit diesen Dingen zu⸗ sammenhängenden spätrömischen und byzantinischen Kunst und Antiquitäten wohl von Niemanden übertroffen werden dürste. 8 Ich komme auf den zu Aachen sich bildenden Verein zurück. Er wird unter verständiger Direction höchst Ersprießliches leisten. Der neuerwachte Antheil an den vaterländischen Denkmalen, welcher sich bei den Bewohnern zeigt, giebt der Hoffnung. Raum, daß im gegenwärtigen Falle die Theil⸗ nahme eine allgemeine sein werde. Es kommt dann nur darauf an, daß
em erschienenen (mir noch nicht zugegangenen) zweizen Auflage sei 4 sen Werkes über die Basiliken auch des Muünstezs ve nc der sehes grg. meiner Begleitung im Herbste 1845 besichtigte. H. Fortoul erwähnte desselben in dem Buche: De l'Art en Allemagne (Paris 1842, II. ger bis 361). Ueber die alten Säulen schrieb Prof. Nöggerath in Lersch' Niederrhein. Jahrbuch (1843, S. 193 — 216), über die bozantinischen Reste der Halle an dem Kreuzgange Prof. Bock (ebendas. S. 73—89). Auch die Kirchen, deren Betrachtung und Vergleichung sich hier von selbst an die Hand giebt, sind neuerdings mehrfach untersucht worden: über San Vitale zu Ravenna, worin man das Prototyp erkennt und deren Haupt⸗Theil jetzt auch durch die unsinnigste Malerei entstellt ist, handelte von Quast in sei⸗ nen altchristlichen Bauwerken Ravenna's, über die Kirche zu Ottmarsheim im Elsaß C. Schnaase (Kunstblatt, 1843, Nr. 24), über die Kapelle zu Nymwegen A. Oltmans (Description de la Chapelle Carlovingienne et de la Chapelle Romaine, restées du chateau de Nimègue, Amster⸗
man sich bald über die zuerst vorzunehmenden Arbeiten einige: nach den hier schon gemachten Vorarbeiten dürfte darüber, wie über die Weise der Ausführung, kaum ein Zweifel mehr obwalten. Sehr zu wünschen ist da⸗ bei, daß die historisch⸗archäologische Forschung über den vormaligen Zustand der Kirche und ihrer nächsten Umgebung bei so guter Gelegenheit nicht ver⸗ nachlässigt werde. Sobald nur immer möglich gehe man an das Herunter⸗ schlagen des Zopfes. Sind Kuppel⸗ Gewölbe und Mauerflächen nur erst wieder frei, so ist es vielleicht möglich, das Oktogon in der allgemeinen An⸗ ordnung und mittelst der Anwendung der Lokalfarben so weit in Harmonie zu bringen, daß dasselbe, steht es auch noch nicht in voller Schönheit da, doch wieder einen würdigen Eindruck macht, wenn im Sommer 1848 die Febeisete der vor sechshundert Jahren geschehenen Gründung des kölner
oms und zugleich die Feier der Vollendung oder Restauration mehre⸗
Aa hen. Die Stadt hat zu wenig gerettet von ihren alten Denkmalen, als daß sie auf Erhaltung und Wiederherstellung des noch Vorhandenen nicht um so eifriger bedacht sein sollte. Rt.
1 Bonn. Am 3. August hielt der Verein der Alterthumsfreunde im Rheinlande seine jährliche General⸗Versammlung in dem Lokale des König⸗ lichen Museums der rheinischen Alterthümer im Universitäts⸗Schlosse zu Bonn. Zunächst begrüßte der Präsident, Prof. Dr. Welcker, in einer kur⸗ zen Anrede die anwesenden Mitglieder und theilte dann einen statistischen Ueberblick von dem Bestande und der Wirksamkeit der Gesellschaft mit. Sie begann im Jahre 1842 mit 7 Ehren⸗ und 109 ordentlichen Mitgliedern. Im Jahre 1843 zählte sie 9 Ehren⸗, 177 ordentliche und 3 außerordent⸗ Uiche Mitglieder; im Jahre 1844 12 Ehren⸗, 190 ordentliche und 6 außer⸗ ordentliche Mitglieder; im Jahre 1845 12 Chren-, 189 ordentliche und 6 außerordentliche Mitglieder; im Jahre 1846 12 Ehren⸗, 208 ordentliche und 6 außerordentliche Mitglieder. Die Mitglieder wohnen zum größten Theile in der preußischen Rhein⸗Provinz, dann folgt zunächst Holland, und einige Mitglieder wohnen in Belgien, Baden, Bavpern, Hessen, in der Schweiz, selbst in Oesterreich, Schweden und England. Die Druckschriften der Ge⸗ sellschaft bestehen jetzt in 10 Bänden von resp. 13 bis 15 und 19 Bogen, durchschnittlich mit 6 bis 7 lithographirten Tafeln und 2 Programmen. Der elfte Band wird in den naͤchsten Tagen ausgegeben. In näherer Verbindung und im Austausche der Schriften steht der Verein mit neun Gesellschaften des Auslandes von ähnlichen Zwecken.
rer rheinischen Kirchen begangen wird. 1 b Künftige Jahre werden dann fortbauen. Es ist eine Ehrensache für
Neara t 12 8262755 Nadug g II1““
comte, sondern der Sohn eines Unter⸗Steuer⸗Einnehmers in der Pro⸗ vinz und daß sein ganzer Lebenslauf sehr zweideutig gewesen sei. Die Thatsache, daß er vor Gericht falsches Zeugniß abgelegt und dadurch Beauvallon's Freisprechung veranlaßt habe, ward durch die Aussage
Novpember 1846 erlassene Königliche Verordnung stützen.
Es ergab sich jetzt klar, daß bei der nach ihrer eigenen Versicherung
diesen Pistolen Bei dem
habe derselbe vor dem Duell die dabei gebrauchten Pistolen probirt, Die dann vernommenen Entlastungs⸗Zeugen machten keine neuen Angaben. Gestern hat nun die Jury ihr Ver⸗ „Schuldig, mit mildernden Umständen.“ Der Gerichtshof verurtheilte
lung am Pranger. 8
dienst der Beobachtung und Verhinderung, wie der sofortigen Bestra⸗
fung. Die neuen Verfügungen sollen sich auf die bereits unterm 15.
Der Courrier frangais macht darguf aufmerksam, daß die Engländer unweit des Cap de la Hogue, Cherbourg gegenüber, auf
der kleinen Insel Aureguy, die den Schiffen als Zufluchtsort vor den
einen furchtbaren Kriegshafen anlegen wollten, ein zweites Gibraltar werden solle, und zu dessen Auffühung vorläufig 1 Million Pfd. St. be⸗ stimmt sei. 1
Graf Molé hat Paris gestern verlassen; man glaubt, daß seine Abwesenheit von hier mehrere Wochen dauern werde. 2
Der König hat vor einigen Tagen das Portrait des Papstes Pius IX., das er von einem spanischen Maler in Rom hatte anfertigen lassen, in den Tuilerieen aufstellen lassen. 11
Der Staats⸗Minister des Bey von Tunis, General Rasso, ist in Begleitung seines Sohnes, seiner vier Töchter und eines zahlrei⸗ chen Gefolges in Marseille eingetroffen. Er begiebt sich nach Paris.
Der Minister des öffentlichen Unterrichts gab vorgestern dem Ge⸗ neral⸗Inspektor und den vornehmsten Angestellten der Königlichen Gymnasien von Paris, so wie den Zöglingen, welche die ersten Preise davongetragen haben, ein großes Diner, dem gestern ein zweites für die Zöglinge des Gymnasiums Heinrich's IV. folgte, welche bei der Prüfung gut bestanden haben. 2 1 3 Cb. 1
General Neigre, Pair von Frankreich, ist dieser Tage gestorben.
Der Marine⸗Minister soll beschlossen haben, daß, um auch den Anschein von willkürlichen Bevorzugungen zu vermeiden, fortan Kon⸗ zessionen von Minen in Algerien nur mittelst öffentlichen Zuschlags sollen vergeben werden.
Durch Privatbriefe hat man die Nachricht erhalten, daß der französische Gouverneur des Senegal die kleine Insel Carabanne hat in Besitz nehmen lassen und daselbst ein Comtoir zu errichten beab⸗ sichtigte.
Der Cours der Rente erfuhr heute bei Tortoni keine Verände⸗ rung und wurde wenig Geschäft darin gemacht; für 3proz., die gestern 76, 75 schlossen, wurde 76, 75 begehrt, 76, 72 ½ geboten. In Eisenbahn⸗Actien wurde nichts gemacht.
Großbritanien und Irland.
London, 14. Aug. Die letzten Nachrichten über die See⸗ fahrt der Königin nach Schottland reichen bis vorgestern Nachmittag 4 Uhr aus Dartmouth, woselbst um diese Zeit das Königliche Ge⸗ schwader angekommen und vor Anker gegangen ist. Nachdem dasselbe Morgens 5 Uhr die Rhede von Yarmouth verlassen hatte, war die Königliche Jacht genöthigt gewesen, des starken Nebels wegen in der Alum⸗Bai vor Weymouth vor Anker zu gehen und bis nach 8 Uhr dort zu verweilen.
Die Wahlen für das Parlament sind jetzt in England mit Aus⸗ nahme zweier Grafschaftswahlen, der in Ost⸗Somersetshire und Nord⸗Warnickshire, beendet. Bekannt sind heute amtlich 625 Wah⸗ len, darunter nach der Berechnung des Globe 325 der liberalen Par⸗ tei, 104 den Anhängern Peel's und 195 den Protectionisten angehö⸗ ren, so daß, wie auch die noch nicht bekannten 33 Wahlen ausfallen mögen, für die Minister doch immer eine völlig zureichende Ma⸗ jorität in Aussicht gestellt ist, wenn man nämlich davon ab⸗ sieht, daß die als Liberale bezeichneten Parlaments⸗Mitglieder eben so wenig unbedingt der ministeriellen Partei zuzuzählen sind, als man erwarten darf, daß die Peeliten in Masse dem Ministe⸗ rium ihre Unterstützung werden zu Theil werden lassen. Die schotti⸗ schen Wahlen machen, nachdem einmal die Wahlen in Edinburg und Glasgow beseitigt sind, im Ganzen wenig von sich reden; zu erwäh⸗ nen ist indeß der Sieg Joseph Hume's in Montrose. Bei den ir⸗ ländischen Wahlen geht es dagegen sehr lebhaft und mitunter tumul⸗ tuarisch her. Unter Anderem bat sich in Limerick, wo neben einem Whig, Herrn Monsell, der bekannte Repealer Smith O'Brien und ein „Alt⸗Irländer“, Herr Powell, als Kandidaten aufgetreten sind, der Pöbel so ungeberdig gezeigt, daß die Abstimmenden unter mili⸗ tairischer Eskorte nach den Pollbuden haben gebracht werden müssen, und daß mehrere Verwundungen vorgekommen sind. Nach den letz⸗ ten Berichten hielten sich Monsell und O'⸗Brien in der Majorität.
Nach Angabe der Times haben hier auch die Herren Giles Sohn u. Comp. ihre Zahlungen eingestellt, und zwar mit einer Un⸗ terbilanz von beträchtlichem Belauf. Die Summe wird nicht näher angegeben.
Der Admiral Sir Thomas Byjam Martin ist zum Vice⸗Ad⸗ miral und der Admiral Sir G. Cockburn zum Contre⸗Admiral des Vereinigten Königreichs ernannt worden.
Die Gazette bringt den Geheimenraths⸗Erlaß, welcher das Parlament, das bekanntlich pro forma zum 21. September einberu⸗ fen war, bis zum 12. Oktober vertagt, und zwar ohne die übliche Formel, welche auf den Beginn der Geschäfte schließen läßt, so daß also für jetzt wenigstens über die wirkliche Versammlung des Parla⸗ ments noch nichts feststeht.
In Manchester hat vorgestern eine ziemlich bedeutende Feuers⸗ brunst stattgehabt, welche mehrere Läden und Speicher in Brown⸗ Street zerstört hat und einen Schaden von 30,000 Pfd. St. ange⸗ richtet haben soll.
Kanalstürmen dient,
Belgien.
Brüssel, 16. Aug. Die neuen Minister versammelten sich am 13ten zu ihrer ersten Berathung im Ministerium des Innern. Sie haben, wie man vernimmt, auch an die Gouverneure ein Rundschrei⸗ ben erlassen, worin sie ihnen ihre Grundsätze darlegen. Die Inde⸗ pendance erklärt, daß sie nach dem erfolgten Ministerwechsel mini steriell sein werde, und daß das neue Kabinet unter der Zustimmung aller hochstehenden Männer der liberalen Meinung ans Ruder trete, denn die Herren Lebeau, Devaur, d'Elhoungne, Delfosse, Verhaegen, Brouckere hätten insbesondere ihre Billigung der neuen Ministerial⸗ Combination ausgesprochen. Daß Herr Liedts, der frühere Kollege des Herrn Rogier, den Posten eines Staats⸗Ministers angenommen, lasse keinem Zweifel über dessen Ansichten mehr Raum; dazu hätten zwei einflußreiche Mitglieder des Senats Gouverneurstellen und Herr Leclercg den Gesandtschaftsposten zu Rom angenommen. Das liberale Ministerium trete mit unzweideutigen Beweisen der allgemeinen Zu⸗ friedenheit ans Ruder, und Jeder wisse, daß in Belgien eine neue Aera beginne. 8
Die ganze Bahn von Antwerpen nach Gent ist seit dem 9ten dem Verkehr übergeben worden.
Die hiesigen Journale berichten aus Tournay folgenden Vorfall: Einer der ersten Geschäftsleute in Tournay war, wie seine Familie erklärte, am Schlage gestorben, und seine Leiche sollte eben nach dem Kirchhofe getragen werden, als ein Polizei⸗Commissair erschien, den Sarg ffnen ließ und nun sah, daß am Körper die Spuren von mehreren Messerstichen vorhanden waren. Obgleich die Einen be⸗ haupteten, daß hier ein Selbstmord vorliege, so hat sich doch ande⸗ rerseits die öffentliche Meinung dahin ausgesprochen, daß der Tod des Mannes einem Verbrechen beizumessen sei. Wie es jetzt heißt werden die Gerichte einschreiten und eine genaue Untersuchung vor⸗ nehmen lassen. 8
Ein anderes Ereigniß hat sich dieser Tage im Dorse Stockel zu⸗
1659
getragen: Der Baron Mertens schickte sich nach dem Mittagessen an, in seinem Park einen Spaziergang zu machen, als er 2 Kinder auf der Straße erblickte. Der Anblick des einen,? Jahre alt, schien ihn äußerst zu erbittern. Er ergriff ein Jagdgewehr, legte auf das Kind an und streckte es todt zu Boden. Der Instructionsrichter, der gegen Abend von diesem schauerlichen Verbrechen Nachricht erhielt, hegab sich bald an Ort und Stelle, wo er mit dem Dr. Joly die Besichti⸗ gung der Leiche vornahm. Baron Mertens hatte sich aus seinem Schlosse entfernt. Was ihn zu dem Verbrechen getrieben, weiß bis jetzt Niemand. h8 1 bänemark. Schleswig, 16. Aug. (Alt. Merk.) Die von den hiesi⸗ gen städtischen Kollegien beschlossene Deputation nach Föhr hat eine aufregende Spaltung zwischen der Bürgerschaft und ihren Vertretern hervorgerufen. Bei der gegenwärtigen Verfassung der Stadt, nach welcher der Magistrat aus dem Deputirten⸗Kollegium ergänzt wird, letzteres aber sich selbst kooptirt, Beides ohne Mitwirkung der Bür⸗ gerschaft, deren Wille oder Ansicht auch nicht auf allgemeinen Bür⸗ ger⸗Versammlungen gesucht wird, den Beschlüssen der städtischen Kolle⸗ gien daber nicht zur Grundlage dient, kann freilich selbstverständlich ein Beschluß der städtischen Kollegien nicht die Bedeutung eines Beschlusses der Bürgerschaft haben. Weil aber dennoch in dem Auftreten der städtischen Kollegien Namens der Stadt das Publikum eine Vertretung der An⸗ sichten der Mehrzahl der Bürger finden zu dürfen glaubt, so hat sich eine Anzahl Bürger zu Remonstrationen gegen das Verfahren der städtischen Kollegien veranlaßt gefunden. Eine Versammlung ist deshalb gehalten, und eine Deputation, aus den Gebildetsten der Bürger bestehend, hat dem Bürgermeister mündlich Vorstellungen ge⸗ macht, deren Inhalt wesentlich Nichtübereinstimmung mit dem Verfah⸗ ren der städtischen Kollegien, insofern als die Gesinnung der Bürger⸗ schaft etwas Anderes sollte vorausgesetzt und darzustellen be⸗ absichtigt sein, als was früher und noch jetzt unverändert deren Ansicht sei, zu enthalten scheint. Die abermalige Berathung der Sache in einer deshalb am gestrigen Abend konvozirten außerordentlichen Zusammenkunft der beiden städtischen Kollegien hat aber kein anderes Resultat gehabt; der Beschluß scheint wegen der unterdessen geschehenen einleitenden Schritte nicht mehr rückgängig gemacht werden zu können, und die Deputation, bestehend aus dem Bürgermeister Etatsrath Jessen, dem Senator Christiani und dem Deputirtenbürger Langeuheim sen., wird morgen die Reise antreten. Es wurde daher gestern Abend dem Etatsrath Bürgermeister Jessen nachstehende, von 78 hiesigen Bürgern und Einwohnern, worunter die
angesehensten Bürger aus dem Handels⸗ und Gewerbstande unterzeich⸗ nete Erklärung zugestellt:
„An den Magistrat und das Deputirten⸗Kollegium der Stadt Schles⸗ wig. Da es verlautet, daß zufolge Beschlusses des hiesigen Deputirten⸗Kol⸗ legiums (mit 6 gegen 4 Stimmen) eine Deputation nach Föhr abgehen solle, um Se. Königl. Majestät zu komplimentiren, so fühlen wir unterzeichnete Bürger und Einwohner in Uebereinstimmung mit der uns bekannten hier herrschenden allgemeinen Meinung uns gedrungen, hiermit zu erklären, daß wir eine solche Deputation durchaus nicht als legitimirt ansehen können, um Sr. Königl. Majestät Wünsche, Aeußerungen und Versicherungen Na⸗ mens der Stadt Schleswig und ihrer Bewohner vorzutragen. Schleswig, den 15. August 1847.“ (Folgen die Unterschriften.) “
Die Kürze der Zeit, zwischen dem Bekanntwerden des Beschlusses und der beabsichtigten Abreise der Deputat!on hinderte an diesem ausgedehnten Orte die längere Circulation der Erklärung, die sonst ohne Zweifel Hunderte von Unterschriften gefunden haben würde.
RNom, 6. Aug. (A. Z.) Zu den Wundern, die Pius IX. mit seiner reinen Herzensgüte und Liebe vermocht, gehört vor Allem auch die Aussöhnung der beiden Hauptstädte des Kirchenstaats. Rom und Bologna haben Jahrhunderte lang in feindlicher Spannung einander gegenüber verharrt, und diese unfreundliche Wechselbeziehung wird Jeder natürlich finden, der einen Blick auf die Karte wirft und die ungünstige Verbindung ins Auge faßt, welche hier zwischen zwei nach ganz verschiedenen Seiten hin gelegenen Länderstrecken auf dem Wege politischen Agglomerats entstanden ist. Es ist verhältnißmäßig weit leichter, die adriatische Meeresküste mit dem Tiberthal durch Schie⸗ nenwege zu verbinden, als es einem wohlunterrichteten Statistiker möglich scheint, die eisapenninischen und transapenninischen Provin⸗ zen durch Gleichheit der Interessen zu vereinigen. Unter Gregor wurde die Möglichkeit eines solchen Wechselverbandes von tiefblicken⸗ den Politikern hohen Ranges geradezu in Abrede gestellt. Da er⸗ scheint Pius und bewirkt durch sein bloßes Dasein eine Harmonie der Stimmung, die sich zunächst an den Bewohnern der beiden Städte, in welche beide Richtungen des National⸗Interesses auslau⸗ fen, auf unzweideutige Weise manifestirt. Bologna that es auch hierbei ihrer älteren Schwester zuvor und übersandte ihr als Pfand der Liebe und Eintracht jene reichgestickte Fahne, die jetzt bei der Errichtung der Civica eine höhere Bedeutung erhalten hat. Es hätte jetzt Man⸗ chem wohl natürlich geschienen, wenn Rom das gleiche Gegengeschenk nach Bologna gesandt hätte. Ohne Steigerung der politischen Fär⸗ bung dieses Verhältnisses wäre dies indeß nicht möglich gewesen, und daher mag es, vielleicht auf den Wunsch des Papstes, unterblieben sein. Um jedoch die neu angeknüpfte Freundschaftsverbindung nicht plötzlich fallen zu lassen, hat sich hier ein Verein von angesehenen und zum Theil vornehmen Personen zusammengethan, welche, ohne direkte Beziehung auf jenes Fahnengeschenk, beschlossen haben, den Bologne⸗ sen ein Symbolon der Bruderliebe zu übersenden. Was konnte sich dazu besser und treffender eignen, als das Bildniß des Papstes? Camillo Pistrucci, Sohn des berühmten Steinschneiders und Münzgraveurs in London, ein sehr geschickter Marmor⸗Arbeiter, er⸗ hielt den ehrenvollen Auftrag, die Büste Pius' IX. für diesen Zweck anzufertigen. Sie ist ähnlich und schön ausgefallen, hat hier großen Beifall gefunden und ist in diesen Tagen durch den Besuch des Kir— chenfürsten ganz besonders geehrt und durch seine nächste Nähe, so zu sagen, geweiht worden. Auf das mit farbigen Marmorplatten reich geschmückte Piedestal aufgelehnt, sprach der freundliche Monarch sein besonderes Wohlgefallen an der Arbeit aus, während die Umgebung in das Lob der Aehnlichkeit einstimmte. Die Wappen der beiden Städte sind aus weißem Marmor ausgehauen und durch einen Epheu⸗ zweig zusammengeflochten, in das Fußgestell eingelassen, und das Ganze bietet in Verbindung mit der Büste einen sehr würdigen An⸗ blick dar.
Die Verhaftung des berüchtigten Gennaro, auch Gennaracrio genannt, des trasteverinischen Volksführers aus den Zeiten Gregor's, soll von wichtigen Folgen begleitet sein.
das Gefängniß gefolgt.
gehaltenen Prozession in den Weg gelegt zu werden. 1 Ausschmückung sein, obwohl das Faktum von öffentlichen Blättern wiederholt wird. So viel aber geht aus allen Umständen hervor
Merluzzetto, sein Spieß⸗ geselle, an dessen Händen ebenfalls Blutschuld haftet, ist ihm bald in ß Andere Verhaftungen haben sich daran ge⸗ reiht, selbst mehrere Carabinieri (das Gerücht steigertderen Zahl bis auf zwölf) sind eingezogen worden. Man erzählt sich eine Geschichte von der Auffindung einer mit zwei Pfund Pulver geladenen Bombe, die bestimmt gewesen sein soll, der vergangenen Sonntag glücklich ab⸗
Dies mag
daß die höchsten Behörden in einiger Bangigkeit um die öffentliche Ruhe gewesen sind, indem der Kardinal⸗Staatssecretair und der in⸗
8
terimistische Polizei⸗Minister in Person bei diesem Kirchenfest er⸗ jenen. 8 Chef der Verwaltung der Co⸗
Der Kardinal Altieri wird als G marca von Rom, welche mannichfache Verbesserungen erheischt,
zeichnet. 2
Rom, 7. Aug. Es giebt allerlei Arten, einen Menschen an⸗ zufeinden. Opfer einer ganz neuen Intrigue ist Ciceruacchio gewor⸗ den. Seit einiger Zeit empfängt dieser chlichte b reen den die letzten Ereignisse mit Hohen und Niederen in erührung ge⸗ bracht, ohne daß er je daran gedacht hat, die Gränzen seiner Sphäre und seines Standes zu überschreiten, von allen Seiten her Briefe, in welchen er theils aufgefordert wird, dem überhandnehmenden Uebel zu steuern, sich der allgemeinen Wohlfahrt mit gutem Rath anzuneh⸗ men, in allerlei Privat⸗Angelegenheiten bei der Polizei, bei dem Staats⸗ Sekretariat, ja selbst bei dem Papste zu in ercediren. Dabei ertheilt man ihm in diesen Schreiben den Titel Excellenz, und was dergleschen Schnurrpfeifereien mehr sind. Diesem Unfug zu steuern, hat er nun in dem neu erschienenen Blatt, welches sich Speranza nennt und vorzugsweise der Civica gewidmet ist, in seinem Namen erklären las⸗ sen, daß er immer noch der alte schlichte Bürgersmann sei, auf keine Art von Titeln Anspruch mache, mit allen diesen Dikasterien und vornehmen Herrschaften, bei denen er dem Einen eine Anstellung, dem Anderen sonstige Gunst und Gnaden erwirken solle, nichts zu thun habe, und daß man ihn mit solchen Aufforderungen verschont lassen möge. Er achte den Adel, und heutzutage liebe er ihn sogar, weil er sich des Gemeinwohls annehme; er selbst sei weder sebeFeene⸗ noch so frei gestellt, allen den Dürstigen zu helfen, welche seine einde ihm über den Hals schickten, und man möge es nun gut sein lassen und in ihm immer nur den einfachen Mann erkennen, der zu helfen bereit sei, wo er könne. Offenbar haben die Feinde des Fortschritts sich den Spaß gemacht und eine Menge von Personen schalkhafter⸗ weise veranlaßt, dem guten Volksfreund auf diese Weise lästig zu fallen, oder ihm auch wohl den Kopf zu verrücken.
Daß dem Mons. Morechini, welcher vor der Hand nur als Pro⸗ Tesoriere mit der Finanz⸗Verwaltung beͤtraut ist, zwei weltliche Räthe beigegeben worden seien, hat sich nicht bewährt.
Der Staats⸗Secretair Kardinal Ferretti hat bei der Sachlage des Augenblicks für gerathener erachtet, die der Regierung nicht un⸗ bekannte Clique der Winkelpresse gestern Abend nach dem Quirinal zu bescheiden, als die Strenge der Gesetze auf sie anzuwenden. Die Herren, unter ihnen einige namhafte Literaten, haben Sr. Emi⸗ nenz das Chrenwort gegeben, ihr gehässiges Treiben einzustellen, das die Regierung mit den auswärtigen Mächten verfeindet und eine noch tiefere Parteizerrissenheit herbeiführt in einem Lande, das des inneren Friedens so sehr benöthigt ist.
Kardinal Ferretti hat den aus 25 Artikeln bestehenden Text des zwischen dem sardinischen Bevollmächtigten beim heil. Stuhl, Mar⸗ chese Pareto, und dem Kardinal Gizzi stipulirten und am 30sten v. M. hier ratifizirten Handels⸗Traktats veröffentlicht. Er soll für zehn Jahre Geltung haben und auch den Bewohnern des unter dem Pro⸗ rektorat Sardiniens stehenden Fürstenthums Monaco zugutkommen. Die Handels⸗Beziehungen beider Länder werden durch diesen Akt außer⸗ ordentlich vereinfacht und erweitert. Die Privilegien des Strand⸗ rechts schafft er fast ganz ab. Die Befugnisse der Konsuln werden
auf die von bloßen Handels⸗Agenten beschränkt. Die Konsuln sind ohne alle Civil⸗Jurisdiction, können höchstens Schiedsmänner in mer⸗ kantilischen Konflikten sein. Doch sorgen sie für die Auslieferung von Ausreißern. Außerdem verbürgen beide Staaten für die Zukunft einander alle diejenigen Handels⸗Vortheile, welche bisher nur die be⸗ vorzugtesten Völker (im Kirchenstaate die Engländer und Franzosen) genossen.
8 H i
Mit dem Schiffe „Priscilla“ sind Nach⸗
London, 14. Aug. richten aus Rio⸗-Janeiro vom 17ten eingegangen. wird nichts von Interesse gemeldet, außer dem Ableben des Kronprinzen, einzigen Sohnes des Kaisers; der Prinz war im 27sten Monate seines Alters kurz vor dem Abgange der „Priscilla“ gestorben. Von den Kindern des Kaisers lebt nun nur noch eine Tochter, indeß war die Kaiserin wieder in gesegneten Umständen.
Herr Ouseley war am 16. Juni auf der Rückkehr von Monte⸗ video nach England in Rio⸗Jaueiro angekommen.
Handels- und Börsen⸗-lachrichten. Berlin, den 19. August 1847.
Wechsel-Course.
Amsterdam 250 Fl. do. 250 Fl. Ilamburg 300 Mk. do. 300 Mk. London . 1 Lst. FIEIZZ11““ 300 PFr. Wien in 20 Xr 150 Fl. Augsburg . 5. 150 Fl. 100 Thlr.
Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss. 100 Thlr.
FPrankfurt a. M. südd. W EEEEE Petersburg 100 SRhl.
2 Mt. 3 Wochen
Inländische Foncls: Pfandhbr ief-, Kommunal- Papiere und Geld-Course.
Geld. Gem. Geld. 92 ½ Kur- u. Nm. Pfdbr. 94 ½ 8 Schlesische do. 97 ½ — do. Lt. B. gar. de. 3 ¾ — — Pr. Bk-Anth.-Sch 74 —
92 +
St. Schuld-Sch. Seeceh. Präm. Sch. K. u. Nm. Schuldv. Berl. Stadt-Obl. Westpr. Pfandbr. Grossh. Posen do. do. do. Ostpr. Pfandbr. Pomm. do.
92 ½
101 ½ Friedrichsd'or. 186 — And. Goldm. à5 th. 11 ⅔ 97 Disconto.
Ausländisohe Fonds.
==S=S’
b
92
Poln. neue Pflbr. do. beiIIope 3.4. S. do. Part. 500 Fl. do. do. 1. Anl. — do. do. 200 Fl. 1 doe. Stieglitz 2.4 A Hamb. Feuer-Cas. 3
do. v. Rothsch. Lst. 40. Staat--Pr. Anl. 5 1 do. Peln. SchatzO. Holläpd. 2 ½ PIpt. 8
7 do. do. Cert. L. A. Kurh. Pr. 0. 40 Tb. — do. do. L. B. 200 Fl. Pol. a. Pfdbr. u. C.
Russ. Hamb. Cert.
Aus Brastlien