Grade und Waffengattungen un
. beneffen sast 28 erbreitet; überhaupt erheitern sich von den 8 ird, und je sicherer es sich heraus⸗ Pr ee heruntergerissn awo, zur Erhaltung des Friedens mit
haben große allgemeine Freude ve⸗ die Gemüther, je mehr der Schleier
stellt, daß man hier, wie und auf Alles vorbereitet ist.
SBerss. e. “ Fahane haben sich auf den schöͤ⸗ S973. C. amare zurückgezogen.
nen Landsitz Sütsisana, ben n. Pecahr und gas Hgnüht ist, den Han⸗
Während g-2* einzelne Behörden durch höchst einseitige Verord⸗
del zu heben, sa g hemmen. Die hiesige Sauitäts⸗Behörde, gegen
e 2 an den König appelliren kann, betrachtet die Qua⸗
welche Erleichterungen in England, Frankreich ꝛc. als viel zu leicht⸗ r zu gefährlich und verordnete letzthin, daß alle Waaren selcgalschen Ursprungs, wie z. B. rohe Baumwolle, Wachs, Häute, gleichviel, ob direkt aus dem Orient oder aus europäischen Lagerstät⸗ ten eingeführt, in die Quarantaine⸗Anstalt auf der Insel Nifida ab⸗ geführt Fner. “ Eö aus dieser Maßregel — besonders durch die Habgier der Angestellten — Unkosten, und die hiesige handelnde Welt ist außerdem noch vielen Intriguen preisgegeben, insofern echt europäische Waaren, so⸗ hald nicht ein Originak⸗Certifikat beigegeben, nach der Willkür dieser Herren für „orientalisch“ erklärt werden. Im Museo Borbonico bewunderte das Publikum zwei herrliche, für die neue Kirche S. Carlo in Arena und dem Camposanto be⸗ stimmte Gemälde der beiden jungen talentvolten neapolitanischen Mei⸗ ster Mancinelli und Morano. Das erste stellt den Heiligen Karl Borromäus dar, wie er einem an der Pest (zu Mailand) hinsterben⸗ en Knaben die letzte Oelung darreicht. Der Todeskampf des von inem Mönche unterstützten Pestkranken und die fromme, menschen⸗ freundliche Hingebung des Erzbischofs sind unvergleichlich dargestellt, und nach einstimmigem Urtheil gehört Mancinelli's Bild zu dem Schönsten, was seit längerer Zeit neapolitanische Kunst geschaffen. Das zweite Gemälde enthält eine Kreuzigung Christi.
Der Chef des nach Calabrien gehenden Truppen⸗Corps, Sta⸗ tella, welcher sich bisher unwohl befunden, ist bis Rojano vorgerückt und soll den Räubern ein kleines Gefecht geliefert haben, wobei es einige Verwundete und Gefangene gegeben. (Nach einigen Berichten beläuft die Zahl der Banditen sich noch immer auf 300.) Die 20 letzthin namhaft gemachten Rädelsführer sind fast alle aus der Um⸗ gegend von Cosenza. Auf diesen keinesweges beneidenswerthen Po⸗ sten wurde ganz kürzlich als Intendant der in Sicilien höchst unbe⸗ liebte De Liguoro aus Messina versetzt.
Der am 1. Juli entdeckte neue Planet wurde nach einem Be⸗ richte des hiesigen Direktors der Sternwarte, Ernst Capocci, am 5. und 6. August von dem Zögling Hannibal Gaspari's hier ebenfalls beobachtet und bestimmt.
Obschon die Ausbrüche aus dem Hauptkrater des Vesuv sich ge⸗ mildert, so wälzt sich doch die Lava langsam abwärts und hat bereits
9*
b Livorno, 15. Aug. Der Courriere Livornese veröf⸗
öffentlicht mehrere Schreiben aus Ferrara vom 13. August, wonach die österreichischen Truppen an diesem Tage (wie bereits erwähnt) unter dem Protest des Legaten mehrere Posten in der Stadt in Be⸗ sitz genommen hatten. Eines dieser Schreiben sagt: „Heute früh um 11 Uhr stellten sich zwei österreichische Bataillone (ein Jäger⸗Ba⸗ taillon und ein ungarisches) und ein Corps Husaren auf der Espla⸗ nade auf; auf dem rechten Flügel waren sie von drei Stück Geschütz mit brennenden Lunten unterstützt. Die Kanonen der Citadelle sind auf die Stadt gerichtet, die Kanoniere stehen bei ihren Geschützen. Sofort begab sich der Major der Jäger in Begleitung eines Adjutanten und eines Ordonnanz⸗Offiziers zum Kardinal⸗Le⸗ gaten, um ihm eine Depesche des kommandirenden Generals zu eröffnen, worin die Uebergabe sämmtlicher Posten gefordert wurde. Der Kardinal antwortete, er könne keines der Thore der Stadt welche der Herrscher ihm anvertraut habe, fremden Truppen ein⸗ räumen; man möge nach Belieben verfahren, aber seine Einwilligung nicht verlangen, denn er protestire förmlich gegen diese Handlung⸗ Der Legat stellte das Ansuchen, man möchte den Vollzug der Maß⸗ regel wenigstens bis zum folgenden Tage verschieben, damit er die Bevölkerung „in Kenntniß setzen und so jedem Anlaß zu Konflikten vorbeugen könne. Der österreichische Major erwiederte, er könne keinen Aufschub gewähren, und kehrte zu seinem General zurück. Hierauf detaschirten sich zwei Compagnieen Infanterie von den bei⸗ den Bataillonen und rückten, jede von einigen Husaren eskortirt, in die Stadt ein; eine derselben zog auf den Platz, wo sie unter dem Ruf der Bevölkerung: „Es lebe Pius IX.!“ Halt machte. Die Bestürzung in der Stadt ist schwer zu beschreiben. Alle Läden wurden geschlossen. Die österreichischen Truppen entwickelten sich vor dem kleinen Wachtposten der Freiwilligen, welcher den Palast Ragione besetzt hielt; man besorgte eine gewaltsame Besitznahme, weshalb die wenige Mannschaft, die sich auf dem Posten befand, denselben ver⸗ ließ und sich zum Kardinal⸗Legaten verfügte. Mittlerweile nahm die zweite Compagnie die Thore der Stadt in Besitz. In der Citadelle treffen fortwährend neue Verstärkungen ein; auch die Gränze ist stark mit Truppen besetzt. Die Residenz des Legaten ist noch von den päpstlichen Freiwilligen und die Gefängnisse von der Bürgergarde besetzt. “
negppten.
Alexandrien, 11. Aug. (D. A. Z.) Dem Herrn von Rothschild aus Frankfurt a. M., der sich jetzt, mit einem Dampfboote des Vice⸗Königs reisend, in Ober⸗Aegypten befindet, hat man große Höflichkeiten erwiesen, und Mehmed Ali hat sich von demselben über⸗ reden lassen, einem anderen Bekenner des mosaischen Gesetzes 2000 Ctr. Gummi ausliefern zu lassen, die mit vollem Rechte seit mehre⸗ ren Jahren konfiszirt waren. Da in die Zeit seines hiesigen Auf⸗ enthaltes gerade die sogenannte große Messe in Tanta fiel, so äußerte
8
lichkeiten daselbst aufrichten zu lassen, und die General⸗Konsuln von Groß⸗ britanien und Oesterreich, so wie ein französischer General, begleiteten ihn. Tanta liegt etwa vier Stunden vom Nil entfernt, man muß da⸗ her von Kaffer⸗Zayat, wo man mit der Barke landet, entweder auf Maulthieren, Pferden, Eseln oder Dromedaren die Reise beenden. Die vorerwähnte Gesellschaft kam Morgens ziemlich früh in Kaffer⸗ Zayat an, wo die Maulthiere bereit standen, so daß sie eine Stunde vor Mittag in Tanta war; der Anblick der Messe war so wenig rei⸗ zend, daß Herr von Rothschild nach 10 Minuten den Willen äußerte, sofort nach Kaffer⸗Zayat zurückzukehren und sich ohne weiteren Aufent⸗ halt wieder nach Alexandrien einzuschiffen. Bei dem prächtigen Mit⸗ tagssonnenschein eines Julitages mußte daher die ganze Gesellschaft seufzend ihre Maulthiere besteigen und während eines Rittes von vier Stunden ihre Häupter den Sonnenstrahlen aussetzen, die sich ein Vergnügen daraus machten, letzteren ihre Wirkung fühlbar zu machen.
Gleichzeitig befand sich hier ein österreichischer Graf. Trotz der Geschicklichkeit, mit welcher sonst die alexandriner Neuigkeitskrämer bei jedem Neuangekommenen, besonders aber bei Personen von Ansehen, den Zweck wissen, errathen wollen oder endlich denselben erfinden, ist diesmal doch, ungeachtet des täglichen Besuchs des Grafen in Be⸗
nichts ruchbar geworden; indeß, wenn man der besten Quelle fü politische Geheimnisse trauen kann, so hat es sich um den Plan ge
Waaren und Passagiere von Alexandrien nach Kahira und Suez zu transportiren, wo selbige ihre Reise nach Indien und China mi⸗ österreichischen Dampfböten fortsetzen sollen, wobei die Hälfte der ungeheuren Kosten mit den englischen erspart werden soll. Der eng⸗
und soll die Ansprüche Oesterreichs laut dem Traktate dieses Staats
kaufmännische Schiffe, Barken ꝛc. zu bauen und besagte Flüsse ꝛc. unter Nationalflagge zu befahren.
Am 7. August um 8 ½ Uhr Morgens hatten wir hier ein ziem⸗ lich heftiges Erdbeben, indessen ist kein Unglück weiter vorgefallen, so wenig wie in Atfeh, wo es bei weitem heftiger war und über eine Minute gedauert hat, immer in der Richtung von Osten nach Westen. In Kahira sind drei Moscheen eingestürzt und über funfzig Menschen unter den Trümmern begraben worden. Man fürchtet die Nachrichten aus Syrien, wo ohne Zweifel, da das Erdbeben von dort her zu kommen schien, viel Unglück geschehen sein muß.
Der Vice-König genießt ununterbrochen der besten Gesundheit und reitet fast alle Morgen eine kleine deutsche Meile weit aufs Land.
Vegetationsflächen berührt.
Herr von Rothschild den Wunsch, dieselbe zu besuchen. Sogleich
Bekanntmachungen.
[804] 111“A“ “
Die unten bezeichnete unverehelichte Florentine Strecke aus Frankenstein, welche sich bei uns wegen Tumults in Untersuchung befindet, hat sich heimlich von ihrem Wohnorte Frankenstein entfernt.
Sämmtliche Civil⸗ und Militair⸗Behörden werden er⸗ sucht, auf dieselbe Acht zu haben, sie im Betretungs⸗ falle zu verhaften und an uns abliefern zu lassen.
Glatz, den 26. August 1817.
Die Untersuchungs⸗Kommission des Königl. Ober⸗-Lan⸗ desgerichts. Signalement.
1) Alter: 25 Jahr, 2) Größe: mittel, 3) Religion: katholisch, 4) Haare: schwarzbraun, 5) Stirn: rund, 6) Augenbrauen: schwarz, 7) Augen: braun, 8) Nase und 9) Mund: proportionirt, 10) Zähne: gut, 11) Kinn und 12) Gesicht: rund, 13) Gesichtsfarbe: blaß, 14) Statur: stark und untersetzt. Besondere Kennzeichen: keine.
BeEREung.
Schwarzbraunes Umschlagetuch, dunkelgrünes Kleid, weißes Halstüchel, weiße Zwirnstrümpfe, kalblederne Schuhe, leinenes Hemde, trug einen Haarkamm und ein Packet mit Sachen und Betten bei sich.
1501]
Gottfried de Lassaulr (früher auch de Lossow genannth), ein natürlicher Sohn des französischen Offiziers Pierre Ernest de Lassaulr und der aus Strasburg im Elsaß herstammenden Anna Maria, geb. Stamm, separirten Schneidermeister Wernicke und zuletzt verwittweten Ren⸗ dant Steglich, ist am 18. November 1773 auf dem Schlosse Berg in der Bürgermeisterei Nennig, Regie⸗ rungsbezirk Trier, geboren und am 7. Mai 1830 im Landarmenhause zu Trier unverheirathet, ohne Descen⸗ denz und Ascendenz zu hinterlassen, verstorben, nachdem er von seiner Mutter letztwillig zum Erben eingesetzt und ihm, ohne sein Wissen, nach ihrem hierselbst am 11. Mai 1813 erfolgten Ableben ein Vermögen von ca. 12,000 Thlr. Pr. Cour. zugefallen war, welches sich im Depositorio des Königlichen Kammergerichts befindet und durch die aufgelaufenen Deposital⸗Zinsen sehr be⸗ trächtlich vermehrt worden ist.
Diese Verlassenschaft wird als herrenloses Gut vom Königl. Preuß. Fiskus beansprucht, und nachdem nicht nur das Landarmenhaus zu Trier, sondern auch die mütterlichen Verwandten des Erblassers, nämlich die Erben der am 7. Februar 1837 gestorbenen Marie Sa⸗ lomé Ehrmann, geb. Stamm, die verwittwete Marie (L. S Magdalene von Ratzenried, geb. Stamm, und Johann
wiesen werden.
die verehelichte Elise Haspely geb. von Ba llogh zu Presburg, und — ““ Dubois, directeur du Trésor de la province de Luxembourg zu Arlon
hierdurch öffentlich vorgeladen, in dem hier auf dem Kammergerichte auf
den 7. April 1848, um 11 Uhr Vormittags, coram deputato Kammergerichts⸗Referendarius Teichert anberaumten Termine sich zu gestellen und ihre An⸗ sprüche zu bescheinigen, widrigenfalls sie mit denselben werden präkludirt werden, ihnen deshalb ein ewiges Stillschweigen auferlegt und dem Fiskus der Nachiaß als herrenloses Gut verabfolgt und der nach erfolgter Präkflusion sich etwa noch meldende Erbe alle seine⸗ Handlungen und D übernehmen für schuldig, von ihm weder Rechnungsle⸗ gung noch Ersatz der erhobenen Nutzungen zu fordern für berechtigt, sondern noch von der Erbschaft übrig sein wird, sich zu begnü⸗ gen, für verbunden erachtet werden soll. Den Auswärtigen werden die Justiz⸗Kommissarien Simonson, Goldschmidt und Justizrath Lüdicke zu Man⸗ datarien in Vorschlag gebracht.
Berlin, den 10. Mai 1847. Der Instructions⸗Senat des Königl. Kanmergerichts.
Dispositionen anzuerkennen und zu
[843 b] Pr “ Auf den Antrag des Kaufmanns Friedrich Angebauer werden alle diejenigen, welche an das von dem Kauf⸗ mann August Krey hierselbst mittelst vorgelegten Kon⸗ trakts vom 23. Juni cr. an den Erxtrahenten verkaufte, an der Steinbecker⸗Straße hierselbst unter Nr. 47 (sonst Nr. 48) belegene Wohnhaus mit den sämmtlichen La⸗ den⸗Utensilien, ferner mit dem an der Hafenstraße bele⸗ genen Neben⸗ (früher Glaudschen) Hause, dem Speicher mit der darin befindlichen Oelmühle und dem Pferde⸗ stall, so wie sonstigem Zubehör, dingliche Ansprüche und Forderungen irgend einer Art zu machen haben, hier⸗ mit geladen, solche in einem der auf den 27sten d. Mts. und den 10ten und 24sten kft. Mts., jedesmal Morgens 10 Uhr, angesetzten Liquidations⸗Termine vor dem Stadtgericht hierselbst speziell anzumelden und zu verifiziren, widri⸗ na genfalls sie damit durch das in termino den 8. Okto⸗ ber d. Js., gleichfalls Morgens 10 Uhr, zu publizirende Präklusiv⸗Erkenntniß werden ausgeschlossen und abge⸗
Datum Greifswald, den 5. August 1847. Direktor und Assessores des Stadtgerichts.
—
kanntmachung zu ersehen ist. Freiberg, den 31. Juli 1847.
[800]
nur mit dem, was alsdann kehr übergeben werden.
Dresden, den 26. August 1847.
0 C 1 2 .6ö
1803]
Jahres
Empfang der Anmeldungen bezeichnet.
den kann.
Dr. Teßmann. Gotha, den 27. August 1847.
benen Anspruche mittelst rechtskräftigen Erkenntnisses ab⸗ gewiesen worden, andere Erben aber nicht bekannt oder sich doch nicht haben legitimiren können, so werden auf den Antrag des Ober⸗Landesgerichts⸗Raths Martins I., als gerichtlich bestellten Kurators des Gottfried de Las⸗ saulrschen Nachlasses, alle diejenigen, welche an den
Jacob Stamm, mit ihrem an jene Verlassenschaft erho⸗
[805]
₰
als Prätendenten aufgetretene Personen, als Marie Elisabeth, Wittwe des Anton de Ballogh,
geb. de Musiel, und ¹ Anna Francisca, Wittwe des Hubert Toussaint, geb. de Musiel, 1 und resp. deren angebliche Erben 8 —
8
2s “
— Bekanntmachung, die Dauer der Lehrkurse an der Königlichen Berg⸗Aka⸗ demie zu Freiberg betreffend.
Zur Begegnung öfters voͤrgekommener Irrungen wird b gemacht, daß die I- auf hiesi⸗ 9 4 1 ger Königlichen Berg⸗Akademie alljährlich mit dem er⸗ oben gedachten Nachlaß gegen den Fiskus Erbansprüche sten Dienstage is Nenag Ottober dehtmnen und mit geltend machen wollen, namentlich werden aber folgende dem Monaze Juli des nächstfolgenden Jahres schließen.
AeNäheren Nachweis über die Verhältnisse bei der Berg⸗ — giebt eine 5 Professor Reich allt ie s FErpediti 8 8 Sabreen geprr 18 r und bei unserer Erpedition zu er nahme auf die Ber
der Leipziger Zeitung Nr. 7. und Nr. 31. vom inste⸗
Das Königlich Sächsische Ober⸗Bergamt.
Zächsisch⸗Zchlesische Eisenbahn.
Am so weit derselbe ausreicht, Eremplare zu dem herab⸗ 1. September d. J. wird die Sächsisch⸗ Schlesische bahn in ihrer gan⸗ zen Länge von
Dresden bis
eröffnet und an demselben Tage so⸗ wohl dem Perso⸗ nen⸗ als Güterver⸗
An gleichem Tage wird auch die Niederschlesisch⸗Mär⸗ kische Zweigbahn Kohlfurth⸗Görlitz dem Verkehr geöff⸗ net werden und somit die Eisenbahn⸗Verbindung zwi⸗ schen Leipzig und Breslau vollständig hergestellt sein.
orium der Sächsisch⸗Schlesischen Eisenbahn⸗Gesellschaft.
Herr Professor Dr. Fichte zu Tübingen hat (Bei⸗ 8 8
82 9 ) 7 . ½ Bo . 4 lage zur Allgemeinen Zeitung vom 26. Julius) sn einer (61 ⅞ Bog. gr. 8 Versammlung der Philosophen in Gotha am 23., 24. und 25. September des gegenwärtigen
eingeladen und Herrn Direktor Looff und mich für den Auf Anordnung Sr. Hoheit des regierenden Herzogs, meines gnädigsten Herrn, von Sr. Excellenz dem Herru Staats⸗Minister, wirklichen Geheimen Rathe Freiherrn von Stein beauf⸗ tragt, den Wünschen des Herrn Professors Dr. Fichte Möglichkeit förderlich zu sein, ersuche ich, gemein⸗ sam mit Herrn Direktor Looff, diejenigen Herren, welche der Versammlung beizuwohnen beabsichtigen, einem von uns so bald als thunlich Nachricht zu geben, damit in Ansehung der Wohnungen jeden uns mitgetheilten Wün⸗ schen entsprochen und eine für die Anzahl der Theil⸗ nehmer geeignete Versammlungsstelle ausgewählt wer⸗
Ewald, Herzogl. S. W. Hofrath.
Allgemeiner Anzeiger.
henden Jahre unter den 2. Januar 1847 inserirten Be⸗
Tasso (Torq uato), Das befreite Jerusa⸗ lem. Aus dem Italienischen übersetzt von K. Streckfuß. Vierte Auflage. Zwei Theile. Gr. 12. Geh. 1 Thlr.
Der Preis dieser neuen Auflage der trefflichen Streck⸗ fußschen Uebersetzung ist so ungemein billig gestellt, daß die Anschaffung derselben jetzt auch dem weniger Bemittelten nicht schwer fallen wird. Von der ersten Auflage (mit gegenüber gedrucktem Original⸗ Text) ist noch ein kleiner Vorrath vorhanden, von dem, gesetzten Preise von 20 Sgr. abgegeben werden. Eisen⸗ [807]
Im Verlage von Funcke C Müller in Crefeld ist so eben erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen, in Berlin durch die Buch⸗ und Kunst⸗
handlung von F. Schneider & Co., U. d. Linden 19: Das Elementarschulwesen
in den Königlich Preußischen Staaten.
Eine Zusammenstellung der gültigen Gesetze, Verord⸗ nungen, Erlasse und Verfügungen, das Elementarschul⸗ ““ wesen betreffend. Von 8 F. W. Niedergesäs. Preis 3 Thlr.
Görlitz
869 b 12 I 84
1soo l Oel⸗Gemälde-Auction. Montag den 20. Septbr. d. J. u. f. T., Vor⸗
mittags v. 10 Uhr an, sollen zu Dresden, im Raths⸗
Auctions⸗Lokale, innere Rampische Gasse Nr. 21, erste
Etage,
Eine bedeutende Anzahl Oel- Gemälde 8
eines auswärtigen Kabinc.s, worunter bei den Aelteren schöne Werke von Lucas Cranach, Dietrich, M. Grunewald, Hamilton, de Heem, Honte⸗Koeter, Hondius u. A. vorkommen; bei den Neueren hingegen sich Schiller's Bildniß v. Tisch⸗ bein; das berühmte Bild: Auszug der Tyroler von Müller (genannt Feuer⸗Müller); Leda v. Wieland; ferner eine Kopie nach Raphael u. A. sich auszeich⸗ nen; hierbei auch eine große Majelika⸗Schüssel
[808]
bei dem Berg⸗Akademie⸗Inspektor,
achricht, so wie in Betreff der Auf⸗ g-Akademie, Näheres aus unserer,
Co., u. d. Linden
Literarische Anzeigen. Torquato Tasso. In neuer Auflage erschien so eben bei F. A.
Brockhaus in Leipzig und ist wieder durch alle Buch⸗ handlungen zu beziehen, in Berlin in der Bu ch⸗ und
Kunsthandlung von F. Schneider
meistbietend überlassen werden durch Carl Ernst Sieber, Königl., auch Stadt⸗ u. Raths⸗Auctionator. Die gedruckten Kataloge hierzu sind in der Arnold⸗ schen Buch⸗ und Kunsthandlung, so wie auf portofreie Anfragen, in der Auctions⸗Expedition zu Dresden gra⸗ tis zu haben.
„ 870 b] 1 & Schmidt's Hötel garni in Berlin, Unter den Lin⸗ 8 den, empfiehlt sich. “
* 8
gleitung des Herrn von Laurin beim Vice⸗König, im Publikum
handelt, mit österreichischen Dampfböten unter österreichischer Flagge
mit der Pforte unterstützen, in welchem eine Klausel sagt, daß es Oesterreich erlaubt sein soll, auf allen Flüssen, Kanälen und Meeren, die zu den Staaten der Türkei gehören, Dampf⸗ und andere Böte,
schickte der Vice⸗König nach Tanta, um ein Zelt mit allen Bequem⸗
lische General⸗Konsul ist im besten Vernehmen mit Herrn von Laurin
8
Beilage
eETeEeeea in FC1“““
zur Allgemeinen Preußischen Z
Meontag den 30 ke
Inhalt.
Frankreich. Paris. Die Presse über die gesellschafilichen Zustände. — Verwaltungs⸗Skandale in Algier. — Zurückweisung der Klagen über Korn⸗ wucher. — Vermischtes. 2
Spanien. Schreiben aus Madrid. (Die Palast⸗Frage.)
Eisenbahnen und Dampfschifffahrt. Herford. Die Eisenbahn⸗ Arbeiten. — Augsburg. Eröffnung der Bahn von Augsburg nach Kaufbeuren. — Holstein. Dampfschifffahrt nach New⸗York und Hull. — Donauwörth. Eisernes Dampfboot. — Die Bahnstrecke von Nord⸗ heim bis Donauwörth. “ G“
Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten.
NII186 G““
Paris, 24. Aug. In dem Artikel des Charivari, um dessen wil⸗ len dies Blatt in Beschlag genommen worden ist, hieß es unter Anderem: „Die Feder entsinkt unserer Hand. Nicht mehr im Golde, sondern im Blute wühlen die verbrecherischen Hände. Verbrechen auf Verbrechen folgen rasch auf einander. In dem Staate, den man uns geschaffen, beginnen die oberen Klassen die unteren mit Abscheu zu erfüllen.“ Die Gazette de France zeigt ihre Beschlagnahme durch folgende Zeilen an: „Zwei Nummern unserer Zeitung sind es, welche die Maßregel gegen uns hervorriefen. Wohlan, wir haben einen Ge⸗ schäftsführer, der vor einigen Monaten erst das Gefängniß verlassen; ein zweiter ist so eben eingesperrt worden; und gegen den dritten wurde der Prozeß heute eingeleitet. Sage man nun noch, daß unsere Preßfreiheit keine Fortschritte mache. Ludwig Philipp sprach die Wahrheit, als er 1830 erklärte: Prozesse gegen die Presse wird es nicht mehr geben.“ Das Journal des Dé⸗ bats wendet sich mit sehr entrüsteten Worten gegen jene Blätter, welche die heutige Gesellschaft für das Verbrechen des Herzogs von Praslin verantwortlich machen wollen. „Jene“, ruft es aus, „welche diese Schandthat aus ihrem blutigen Kothe erheben, um sich daraus einen Partei⸗Angriff zu machen, haben wohl nicht daran gedacht, daß man eine solche Debatte nicht ohne Schamröthe veranlassen noch hin⸗ nehmen könnte, und daß man allein mit Entrüstung darauf zu ant⸗ worten hat. Beschuldigen wir nicht, laßt uns nicht sagen, daß diesel⸗ ben Mänuer, welche zum Frommen ihrer Polemik und zur Genug thuung ihrer Erbitterung die Ermordung der Herzogin Praslin ausbeu⸗ ten, auch dieselben sind, die zu jeder Zeit sich zu Lobrednern der revo⸗ lutionairen Verbrechen aufgeworfen, welche unsere Zeitgeschichte be⸗ fleckt, und daß sie noch heute eine bodenlose Gleichgültigkeit gegen die Erinnerung an jene Blutströme erheucheln, welche die Vorläufer ihrer Lehren vergossen haben.“ Der National läßt sich dadurch nicht abhalten, aus jenem Verbrechen von neuem den Anlaß zu wü⸗ thenden Ausfällen gegen die heutigen Zustände zu entnehmen, wobei er auf den Widerspruch hindeutet, daß ein Deputirter in flagranti delicto selbst ohne Autorisation der Kammer verhaftet werden könne, während ein Pair erst auf Beschluß des Pairshofes in Haft genom men werden könne, so daß in der That hier die Charte verletzt wor⸗ den sei, indem man den Herzog von Praslin gleich in den ersten Tagen persönlich bewachte. Hierauf entgegnet neuerdings das Journal des Débats: „Wir wollen dem National in dieser gehässigen Polemik nicht weiter folgen. Wenn der Parteigeist sich so weit vergeht, dann ist es schimpflich, sich zu vertheidigen, nicht, so angegriffen zu werden. Keinem politischen System möchte es wohl beschieden sein, die Gebrechen der menschlichen Natur ganz zu heilen. In unserem irdischen Dasein wird das Gute stets von Bösem begleitet sein. Hätte aber das System des National gesiegt, hätte Frankreich sich, dem Geschrei der Factionen folgend, in Krieg und revolutionaire Theorieen mit ihren Ausschweifungen gestürzt, so würden in einem Monat mehr Verbrechen begangen worden sein, als so in siebzehn Jahren. Der Unterschied ist nun der, daß sie in ihrer Masse sich verloren hätten; man hätte sie nicht einzeln aufgezählt, man hätte sie nicht bemerkt.“ Auch Galignani's Messenger wirft sich zum Anwalt der gegenwärtigen Gesellschaft und des herrschenden Re⸗ gierungs⸗Systems gegen die Schlußfolgerungen der Parteiblätter auf, namentlich der Union monarchique und des National. „Wenn“, sagt er, „die erstere glaubt, daß eine Wiederstellung der alten Dy⸗ nastie die Gesellschaft von ihren Fehlern reinigen würde, so möchte der letztere die Republit als Panacee gegen die Uebel des heutigen Tages empfehlen. Sie vergessen beide, daß die menschliche Natur zu allen Zeiten und unter allen Regierungsformen ihre Mängel hat, und daß Verbrechen im Angesicht der besten Beispiele und der besten Gesetze verübt werden.“
Der Courrier frangçais und der National fahren in ihren Angriffen gegen die algierische Verwaltung fort. Sie bringen unter Anderem eine freiwillige Erklärung des Capitains der neapolitanischen Brigg „Marie“, daß der Frachtbetrag, den er für eine auf Rechnung der französischen Regierung übernommene Ladung nach Oran ange⸗ geben, ein erdichteter gewesen, indem er von der durch die Schiffs⸗ Mäkler bedungenen Fracht einen Theil derselben bei dem Empfang aus dem Schatze denselben hätte zurückzahlen müssen; ein anderer Mäkler, Thouard, versichert gar öffentlich, der Militair⸗Intendant Delaroche zu Algier habe Theil an diesem Unterschleif gehabt. Auch in der Heu⸗Lieferung für Algier wären große Betrügereien geschehen, wodurch der Schatz gegen 2 Millionen Franken das Jahr verloren haben soll. Der bekannte Bevollmächtigte der Stadt Bona, Herr Warnery, hat ein Schreiben an den Courrier frangais gerichtet, worin er anzeigt, er habe dem General⸗Prokurator gegenwärtig in gesetzlicher Form eine große Anzahl von Unterschleifen und Betrüge⸗ reien öffentlicher Beamten in Algerien denunzirt.
Das Journal des Débats äußert gegen die noch immer wiederholten, dem Vorurtheil und der Unwissenheit Vorschub leisten⸗ den Aufsätze über Kornwucher, daß in früheren Zeiten die Presse sich
mit Unwissenheit habe entschuldigen können; allein was dürfe sie heute
deshalb anführen? Das im Getraidehandel gewonnene Geld werde als schlecht erworben bezeichnet und freudig jedes Unglück begrüßt, bei dem es wieder verloren gehe; selbst mit der Rache des Landes werde gedroht. „Was aber will man mit solchen Declamationen?“ sagt das Journal des Débats. „Wer auf ein Geschäft sich ein⸗ läßt, will dabei offenbar gewinnen. Einen Handelszweig frei erklä⸗ ren und zugleich verbieten, dabei zu gewinnen, heißt einfach, den Handelszweig verbieten. Freiheit des Getraidehandels hielten wir für einen Grundsatz, der unangreifbar sei. Es giebt gegen Theu⸗ rung keinen besseren Schutz. Unter die Arten, diese Freiheit anzu⸗ greifen, gehört aber sie auf obige Weise herabzusetzen und zu schmähen.“ Da kürzlich eine Sendung von 50,000 Fr. an die hiesige Bank auf der Post unterschlagen worden, so hat die Bank ihre Filialcom⸗ toire angewiesen, in Zukunft keine Gelder mit der Post zu senden. Der Herzog von Rovigo hat an die Gazette de Franece ei⸗ nen Brief geschrieben, in welchem er erklärt, daß er es für seine Pflicht halte, als Bürger und Wähler alle Steuern zu verweigern, bis das Land eine Vertretung habe, die auf diesen Namen wahrhaft Anspruch machen könne. Als ein Maßstab für den Zusammenfluß der Menschen während
der Messe zu Beaucaire wird angegeben, daß im Monat Juli 230,078 Personen, an einem Sontag allein 40,000, die dortige Brücke zu Fuße passirt und außerdem 100. Personenwagen, 850 Karren, 500 Stück Vieh über dieselbe kamen. Die Gesammtmasse an Brückenzoll war 29,227 Fr., was 400 Fr. mehr als im vorigen
Es soll ein Uebereinkommen zwischen Frankreich und Sardinien geschlossen werden, um die Nachahmung der Fabrikstempel und Zei⸗ chen zu verhindern.
Dem Vernehmen nach, soll es durch eine polizeiliche Ver⸗ ordnung den Geldwechslern verboten werden, an ihren Schau⸗ fenstern Vasen, mit Gold⸗ und Silbermünzen angefüllt, aufzustellen, da 8 solche Schaustellungen die Habgier allzu sehr erregt werde.
Der Gazette de France stehen drei Prozesse bevor, da sie in kurzer Zeit dreimal mit Beschlag belegt worden. Kaum ist einer ihrer Geschäftsführer aus dem Gefängnisse entlassen, so muß ein an⸗ derer sich in dasselbe begeben. Die Gazette fragt deshalb, woher sie am Ende ihre Geschäftsführer nehmen solle, wenn diese unnach⸗ sichtlich eingesperrt würden.
Spanien.
3 Madrid, 19. Aug. Nachdem die Minister gemeinschaft⸗ lich sich an den König mit der Bitte gewandt hatten, die von ihm zum Behufe der dem Minister des Innern zu ertheilenden Audienz angesetzte Frist abkürzen zu wollen, bewilligte der König ihm diese bereits gestern Nachmittag. Ich halte es für angemessen, hier das⸗ jenige mitzutheilen, was der halbamtliche Correo heute über den Ausgang dieser Zusammenkunft angiebt:
„Herr Benavides (der Minister des Innern) war“, sagt dieses Blatt, „von seinen Amtsgenossen beauftragt, dem Könige die Wünsche Ihrer Majestät der Königin in Bezug auf die unverweilte Wieder⸗ vereinigung der erlauchten Gatten darzulegen. Dem Vernehmen nach erklärte Herr Benavides dem Könige ehrfurchtsvoll, seine erlauchte Gemahlin wünsche dringend, daß er nah dem hiesigen Palaste zurück⸗ kehre und die traurigen Zwistigkeiten, welche bis jetzt ihre Gemüther einander entfremdet hätten, für immer aufhören möchten. Der Mi⸗ nister fügte hinzu, es wäre der Wille der Königin, die vergangene Zwistigkeit zu vergessen und künftighin in Frieden, vereinigt mit ihrem Gemahl zu leben, wie ihr eigenes Glück und das Wohl der Nation es erheische. Der König erwiederte, wie man uns versichert hat, daß er als treuer Unterthan des Thrones dem Willen der Kö⸗ nigin huldige, allein ihn in der Angelegenheit, von der es sich handle, nicht vor dem Ablaufe von vier Monaten erfüllen könne. Der König stellte, wie man uns sagt, keine Bedingungen auf und machte keinerlei Anforderungen. Aber er sprach entschieden den Vor⸗ satz aus, vor Ablauf dieser Frist nicht nach dem Palaste von Ma⸗ drid kommen zu wollen. Vergeblich ersuchte Herr Benavides ihn, diese abzukürzen, vergeblich stellte er ihm die Jedermann bekannten Gründe vor, aus denen seine schleunige Rückkehr in die Hauptstadt und die Aussöhnung mit seiner erlauchten Gemahlin als nothwendig erschienen. Der Wille des Königs in dieser Hinsicht war unwider⸗ ruflich.“
Der Correo drückt dann sein Leidwesen über diesen verfehlten Ausgang der Unterhandlung aus und beruft sich darauf, daß der König in der früheren Audienz, die er dem Minister des Innern er⸗ theilte, sich bereit gezeigt hätte, sich mit seiner Gemahlin wieder zu vereinigen, und man nicht absehen könne, welcher Einfluß ihn bestimmt haben könne, nunmehr einen Entschluß zu fassen, der neues Mißge⸗ schick über das Land herbeiführen müsse. „Indessen“, fügt das Blatt hinzu, „muß man den Schwierigkeiten Kraft entgegensetzen. Regiert muß werden, von welcher Art auch die Hindernisse seien, die sich in den Weg stellen. Jetzt ist mit Umsicht zu erwägen, welches bei der dermaligen Lage der Dinge die geeignetsten Mittel seien, um dies zu können.“
Die Konferenz, welche der Minister mit dem Könige hatte, dauerte anderthalb Stunden, und es kamen in ihr alle die Fragen zur Sprache, welche jetzt die Gemüther der Spanier so lebhaft be⸗ schäftigen. Die Parteigänger des Königs versichern, er habe nur deshalb eine so lange Frist festgesetzt, damit die dereinstige Aussöh⸗ nung um so unerschütterlicher und gründlicher sein möchte. Vielleicht bereut er zu spät, bei seiner Vermählung mit zu großer Uebereilung verfahren zu sein.
Gestern Abend wohnten die Königin und mehrere der Minister der Oper bei. Nach Mitternacht wurde ein Minister⸗Rath gehalten, über dessen Ausgang noch nichts mit Bestimmtheit verlautet. In⸗ dessen nimmt man allgemein an, daß, wie ich Ihnen gestern schrieb, wenigstens die Herren Pacheco, Benavides und Vaamonde austreten und es Herrn Salamanca überlassen würden, ein neues Kabinet zu⸗ sammenzusetzen.
Selbst der Heraldo, der die Parteigänger des General Nar⸗ vaez vertritt, erklärt heute, Niemand glaube, daß vier Monate ver⸗ streichen könnten, ohne daß die Palastfrage eine desinitive Lösung erhalte.
Der Faro, dessen Artikel von den vertrauten Rathgebern des Königs geschrieben werden, stellt sich heute ganz unwissend in Bezug auf die gestern stattgefundene Verhandlung, meint jedoch, das Mini⸗ sterium müßte abtreten, falls die bezweckte Wiedervereinigung des Königlichen Paares nicht erreicht wäre.
Eisenbahnen und Dampfschifffahrt. Herford, 20. Aug. (Rh. B.) Die Eisenbahn⸗Arbeiten werden mit großer Thätigkeit fortgesetzt. Es wird beabsichtigt, die Strecke von Hamm bis Bielefeld in den ersten Tagen des nächsten Monats zu eröffnen. Beinahe gleichzeitig soll die Strecke von Han⸗ nover bis Minden befahren werden. Die Strecke von Bielefeld bis Minden hofft man bis zum 15. Oktober zu vollenden.
Angsburg, 25. Aug. Heute hat die Eröffnung der Eisen⸗ bahnstrecke von Augsburg nach Kaufbeuern stattgefunden.
Herzogthum Holstein. (Hannov. Ztg.) Der nord⸗ amerikanische Gesandte am dänischen Hofe hat in Bezug auf die pro⸗ jektirte Dampfschifffahrt zwischen New⸗York und Glückstadt den Ha⸗ fen von letzterer Stadt in Augenschein genommen. Wie man hört, hat der Gesandte sich über die neuen Hafen⸗Anlagen sehr günstig ausgesprochen und den Plan der noch bevorstehenden größeren Arbei⸗ ten als sehr zweckmäßig anerkannt. Die Hoffnung auf die wirkliche Ausführung des nord⸗amerikanischen Dampfschifffahrts⸗Projektes ist hierdurch sehr gesteigert. Dasselbe soll als reines Regierungs⸗Unter⸗ nehmen der Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika, Dänemark und Schweden gefördert werden und angebotene Privat⸗Betheiligung durch Actien bereits abgelehnt worden sein.
Ein anderes Dampsschifffahrts⸗Unternehmen, dessen Ausführung
bereits durch Aetien gesichert ist, ist die Dampfschifffahrt zwischen
Glückstadt und Hull.
Zur Einleitung dieser Verbindung soll zuvör⸗ derst ein Dampfschiff für das nächste Jahr gemiethet werden, zu wel⸗ chem Zwecke 50,000 Mark erforderlich sind, die durch 1000 Actien zu 50 Mark aufgebracht werden. Nach einer Anzeige der Glückstadt⸗ Huller Dampfschifffahrts⸗Gesellschaft soll schon am 31. August d. J. das erste Dampfschiff von Glückstadt nach Hull abgehen.
Donauwörth, 20. Aug. Heute wurde hier ein aus ber Maffeischen Maschinen⸗Fabrik in München hervorgegangenes eisernes Dampfschiff vom Stapel gelassen, welches den Namen „Stadt Do⸗ nauwörth“ erhielt und den regelmäßigen Dienst nach Regensburg ver⸗ ehen wird.
8 Die Bahnstrecke von Nordheim bis Donauwörth wird binne kürzester Zeit, vielleicht noch in diesem Monat, dem öffentlichen Ver⸗ kehr übergeben werden.
Handels- und Börsen-Nachrichten.
Stettin, 27. Aug. (B. N.) Wochenbericht. Das in den letzten Tagen der Woche eingetretene rauhe Wetter hat auf die hiesige Aerndte keinen schädlichen Einfluß mehr ausüben können, da dieselbe fast ganz been-⸗ det ist. Man bezeigt sich über den Ertrag von Wintergetraide überall in unserer Provinz fortwährend sehr zufrieden, und nur über den von Som- mergetraide, namentlich Hafer und Gerste, wird, wenn auch nicht durchweg, doch mehrfach, geklagt. Den von Erbsen scheint man durchweg als einen günstigen betrachten zu können, wogegen aber die Aerndte von Heu und Futterkräutern fast von allen Seiten fortgesetzt als eine wirklich ungünstige geschildert wird und die Klagen über die Aussichten zur nächsten Herbstkar⸗ toffel⸗Aerndte im Zunehmen bleiben. Sgas 8 Saamen. Mit Oelsaamen bleibt es völlig preishaltend, trotzdem Rüböl flauer geworden ist. Winter⸗Rapps kommt selten zum Vorschein. Winter⸗Rübsen auf 80 Rthlr. gehalten, was in loco noch nicht, auf etwas spätere Lieferung aber wahrscheinlich zu machen sein dürste. Der dies jäh- rige Ertrag der Kleesaamen⸗Aerndte ist fast überall, sowohl in Quantität als Qualität, ein sehr unbefriedigender. “ 8 Butter wird weniger zugeführt und findet rasch Käufer. Verkäufer wollen nicht billiger abgeben, als: fein zu 6 ¾ a 7 Sgr., mittel 6 ½ Sgr.
ord. 6 a 6 ½ Sgr. Käufer versorgen sich übrigens nur mit dem Nöthigsten und hoffen bald Stoppel⸗Butter eintreffen zu sehen. 1
Spiritus neuerdings etwas fester, aus erster Hand zur Stelle und aus zweiter Hand 13 ¾ — 14 %. Letzterer Preis ist mit Uebernahme von Fässern, ersterer ohne solche, zuletzt bezahlt und dies noch zu machen. Auf Lieferung p. “ 15 % bezahlt und theilweise noch zu haben, p Frühjahr 16 % bezahlt.
b SMe talle baben wenig Umsatz. Zink zu 5412 Rthlr. käuflich. eisen, Schott. Nr. 1 1 Rthlr. 29 Sgr. bezahlt und noch zu haben.
Fettwaaren. Rüböl hat in dieser Woche fast sortwährend eine weichende Tendenz behabt. In loco und pr. Sept./ Okt. zu 11½ Rthlr. erlassen, auf letzteren Termin zu 11½¼ Rthlr. gekauft. Leinöl 10 ¾ a 10 41 Rthlr. bezahlt, auf 10 ½ Rthlr. gehalten. Für Palmöl in loco 14 Rthlr., auf Lieferung 13 ½ Rthlr. ziemlich sest gefordert. Kokusnußöl für den Augenblick geräumt. Baumöl hat vermehrte Frage gehabt und ist ziemli stark gekauft worden, Gallipoli bis 10 ½ Rthlr. unverst. bezahlt, auf 16 Rthlr. unverst. gehalten, Malaga, bei geringem Vorrath, 15 ¾ a 16 Rthlr. unverst. bezahlt. Von Thran ist Südsee etwas angenehmer, 9 ½ a ¼ Rthlr. und bei kleineren Partieen 95 Rthlr. bezahlt. Braun Leber, Berger 19 Rthlr. bezahlt. Berger blanker 21 ½˖ Rthlr. zu notiren.
Alkalien. Amerikan. Steinasche fast ganz geräumt, auf 11 Nthl gehalten und auf Lieferung 10 ¼ Rthlr. bezahlt. Kasansche Pottasche in loco auf 10 Rthlr. gehalten, 9 ¾ Rthlr. bezahlt. Soda, kaleinirte etwas mehr offerirt, nach Stärke 4 ½ a 5 Rthlr. unversteuert, krystalliserte unverändert.
Heringe. Nach den letten Berichten aus Schottland hatte sich der Fang an der östlichen Küste gebessert, während er an der westlichen gleich schlecht blieb, als er vorher war. Inzwischen sind hier von neuem unge⸗ stempelten schottischen in dieser Woche noch 5 — 6000 To. angekommen, was etwas mehr ist, als man glaubte. Noch zu erwarten sind eirca 3000 To., in Folge dessen im Ganzen ca. 12,000 To. hier eintreffen werden, was jedoch nur die Hälfte ist von dem, was wir im vorigen Jahre bekamen, wo ca. 24,000 To. ungestempelter hier eintrafen. Be⸗ zahlt ist zuletzt aus dem Schiff 8354 a 42¶ Rthlr. unverst. und wird auf 9 Rthlr. unverst. gehalten. Von Fullbrand werden die ersten Abladungen von Schottland auf hier gegen Ende des Monats erfolgen. Das Lager von altem schott. räumt sich successive immer mehr zu dem letztgemel-⸗ deten Preise von 5¼ a 6 Rthlr. unverst. Von norw. Vaar⸗Hering sind unerwartet noch acht Ladungen, zusammen ca. 2500 To., in dieser Woche eingetroffen. Die erste davon bedang 5 Rthlr. 3 ½ Sgr. unverst., was aber die anderen nicht holen dürften. Die Waare fällt sehr verschieden und keinesweges gleich von Güte. Kleiner Vaar⸗ oder Frühlings⸗Hering, wovon wenig vorhanden, bleibt auf 432,—4 ½ Rthlr. unverst. gehalten. Von norweg. Fetthering sind neue 5 Ladungen in dieser Woche angekommen. Ueber einen Theil derselben ist Auction gehalten und darin für gering Kaufmanns⸗ 7 ½ Rthlr., für gr. Mittel in besserer Waare bis 7 Rthlr. 12 Sgr. unverst. bezahlt worden. Heute findet eine neue Auction über Fett-⸗ hering statt. Küsten⸗Hering sortwährend rar und unverändert, wie letztge⸗ meldet. b
Im Waaren⸗Geschäft zeigte sich mehr Leben im Laufe dieser Woche.
Zuckern, raff., unverändert.
Sirup, kölner 9 ¼ Rthlr. bezahlt, dazu ex Schiff aber augenblicklich noch zu haben, hies. Siederei 9 — 8 2 Rthlr. 3
Kaffee ohne erheblichen Umsatz und im Preise unverändert. dung wird noch von Cuba erwartet.
Gewürze. Piment gefragter, engl. 17 ¾ Rthlr. unverst. bezablt, auf 18 a 18½ Rthlr. ferner gehalten. Pfeffer in ziemlich leichter Waare 92. Rthlr. unverst. bezahlt, auf 10 a 10 Rthlr. unverst. nach Qualität ferner gehalten.
Reis ist in dieser Woche ziemlich begehrt gewesen und nicht unbeden- tend darin gemacht. Carolina nach Qual. 8 ¼ a 9 ½ Rthlr., Patna 8 ½ a 9 Rthlr., fein Brasil 8 ¾ 2 ½ Rthlr., Bengal 6 ¼ a 7 ½ Rthlr. bezahlt, Java auf 8 a 8 ½½ Rthlr. (Alles verst.) gehalten. 8
Farbehölzer ohne erheblichen Umsatz. Domingo 2 a 2½¼ Rthlr. 8
Südfrüchte. Rosinen gesucht und vorigj. Cisme 7 ½¼˖ Rthlr. unverst. bezahlt. Korinthen, Zantsche zu 12 ½ Rthlr. unverst. gekauft. Mandeln fest und süße sicil. zu 20 Rthlr. unverst. wenig zu haben. PS. Rüböl in loco und pr. Sept. Ost. 11 ½¼ a ¹1 Rthlr. bezahlt und Br.
* Breslau, 27. Aug. gelber 85, 89 bis 92 ½ Sgr.
Roggen, 55, 00 bis 64 Sgr.
Gerste 42, 45 bis 49 Sgr.
Hafer 21, 22 ½ bis 25 Sgr. 1
Rapps, es waren circa 1500 Scheffel angeboten, von denen circa 400 Scheffel a 100 Sgr., 200 a 99 Sgr., 400 a 97 Sgr., und die übri⸗ gen 500 a 90 — 95 Sgr. Nehmer fanden. Die sich auf diese Weise kund⸗ gebende abermalige Steigerung der Preise wird vielseitig als eine künstlich hervorgebrachte betrachtet.
Winter⸗-⸗Ripps 89 bis 90 Sgr. 5 de. mer⸗Nipps, mehrfach angeboten,
äufer. 4 8
Rothe Kleesaat heute ½ Rthlr. niedriger, weil sich, die 58 doch nur von alter Waare, vergrößert haben, solche g- Mper⸗ Weiße Kleesaat zwar still, doch ohne Pegie- bs Dezbr. g.g⸗ Rihlr.
8
Eine La
Blauholz, Camp. 2¾ a 3 ½ Rthlr.,
Weizen, 2
fand a 80 bis 83 Sgr.
Spiritus 10c0 12 bis 12 ¾ Rthlr. bez.,
regulirt, reine Abstellung 10 Rthlr. bezahlt.