1847 / 247 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Gleicher Sinn, gleicher Muth, gleiche Thätigkeit werden auch diese

„, 8 n wil en. ü zu tragen und zu überwinden ensember 1847.

3*ꝗSchloß Pülnit, den2 3. Mai, 88 Verkauf von Getr

8 den. 2 ist wieder aufgehoben n Blankenberghe bei Ostende am 15. August

. Seeb Mij 9, Ableben Sr. Durchlaucht des Prinzen 2 1 9 8 8 8 v 8 unevopenstein IWertheim⸗Freudenberg im 65sten Jahre am Nerven 4 *

8 Fieber hat das fürstliche Haus in tiefe Trauer versetzt.

1 Hess d bei Nhein. Das am oßherzogthum Hessen und i Rhein. 3. 2 Regierungsblatt enthält eine Verord⸗

nung, wodurch die Verordnung vom 7. Mai in Bezug auf den Ver⸗

kehr mit Getraide, Mehl und Kartoffeln aufgehoben wird.

erzogthum Oldenburg. (O. P. A. Z.) Am 21 Segßherzc, 9 glce tang das Volks⸗ und Aerndtefest mit einem festlichen Auszuge der Schützen, Sänger, Turner, Innungen ꝛc., alle mit fliegenden Fahnen und unter Vorantritt zweier Musik⸗ corps. Der Zug bewegte sich in ziemlich guter Ordnung zum Fest⸗ platze, eine halbe Stunde nördlich von der Stadt, nachdem vorher noch ein bekränzter Aerndtewagen mit geputzten Landleuten und von vier riesigen Pferden gezogen, in denselben eingetreten war. Der Festplatz war sehr geschmackvoll angeordnet, die zahlreichen Er⸗ frischungs⸗ und Schaubuden im großen Halbkreise, in der Mitte Tribüne, Turngeräth, Spielplätz⸗, Rennbahn ꝛc. Viele Tausende, vorzugsweise der mittleren und unteren Schicht der Gesellschaft an⸗ gehörig, wogten im bunten Gewimmel und ließen das Fest, das eigentlich doch ein gemachtes war, schon ganz naturwüchsig erschei⸗ nen. Am 30. August, dem eigentlichen Haupttage, zogen die Schützen, welche durch drei Gastcompagnieen aus Bremen, Delmen⸗ horst und Westerstede verstärkt waren, schon Morgens aus. Der Nachmittagszug wie am vorhergehenden Tage, nur daß auch Ring⸗ reiter und Armbrustschützen mit auszogen. Ein kurz dauernder Re⸗ gen dämpfte den Staub. Die Menge war vielleicht nicht ganz so groß. Das Fest wurde auch vom Großherzoge mit einem kurzen Besuche beehrt. Das Ringreiten, die Preis⸗Austheilungen, der Ge⸗ sang des Sängerbundes und die Tanzplätze im Freien und im Zelt

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fesselten am längsten die Aufmertsamkeit.

Frankreich.

Paris, 1. Sept. Man hält es für gewiß, daß, sobald Herr Guizot nach Paris zurückgekehrt sein wird, Herr Bignon als Han⸗ delsminister an Herrn Cunin⸗Gridaine's Stelle treten und Herr Saglio zum Unter⸗Staatssecretair dieses Departements ernannt werden, Herr Paganel aber, der jetzt diesen Posten inne hat, blos Direktor der Ackerbau⸗ und Gestüt⸗Abtheilung bleiben würde. Auch spricht man immer noch von Unterhandlungen mit Marschall Bugeaud, um ihn zur Annahme des Kriegs⸗Ministeriums, an Stelle des General Trezel, zu bewegen. Herr Guizot würde dann Präsident des Ministerraths werden und Marschall Soult sich ganz ins Privatleben zurückziehen.

Im Kabinet soll Uneinigkeit über die in Italien einzuschlagende Politik herrschen; Herr Guizot, sagt man, wolle nach Casimir Pe⸗ rier's Beispiel interveniren, während Duchatel und die übrigen Mit⸗ glieder des Kabinets dagegen seien. Die Presse meint, daß zur Zeit das französische Ministerium noch nicht begriffen zu haben scheine, was die Umstände von ihm sorderten. Sein einziges Organ, das Journal des Débats, habe seither nichts gethan, als die Ita⸗ liener zur Geduld aufgefordert. Es werde diese Haltung um so un⸗ begreiflicher, wenn man sie mit den stolzen Worten der beiden diri⸗ girenden Mitglieder des dermaligen Kabinets vom Jahre 1839 zu⸗ sammenhalte. Die Presse führt dann eine Reihe von Aeußerungen des Grafen Duchatel an, welche das Einschreiten Frankreichs zur Pflicht machten, wenn die Unabhängigkeit der italienischen Staaten bedroht würde.

Aus einer Berichtigung des General⸗Post⸗Direktors im Con⸗ stitutionnel geht hervor, daß die Regierung seit vielen Jahren durch die Zoll⸗Verwaltung und die Post zwei englische Journale, nämlich den Punch und die Weekly Dispatch, zurückhalten läßt. Auch scheint man als Grundsatz angenommen zu haben, auch die bel⸗ gischen Blätter nicht zu vertheilen, welche Nachdruck französischer Werke in ihren Feuilletons liefern.

„Nach einem Bericht des Reisenden Castelnau hat derselbe die Ge⸗ wißheit erhalten, daß der Amazonenstrom für große Dampfschiffe bis 1000 Stunden weit vor seiner Mündung, nämlich bis Pongo de

anseriche, sein Haupt⸗Nebenfluß, der Ucayali, bis zu der Vereini⸗

ung mit dem Rio Tambo oder Apurimac, bis etwa 1200 Stunden on der Stadt Para, schiffbar ist, und daß dessen Verbindung mit⸗ elst der Pachytea bis 10 12 Tagereisen von Lima weitergeführt

den. Das provisorische Gesetz vom 88 außerhalb der Muͤrkte betreffend,

3 1756 werden kaun. In jeber Beziehung, sagt dieser Reisende, könne man den Amazonenstrom als den ersten der Welt betrachten.

Der Constitutionnel spricht sich dafür aus, daß das Gesetz in Bezug auf die Verhaftbarkeit der Pairs eine gesetzliche Interpretation erhalten möge, damit keine Un ewißheit in dem Gesetze bleibe, welche vorkommenden Falles mißbraucht werden könne.

General Changarnier soll, wie es heißt, dem Herzog von Aumale in seiner Eigenschaft als General⸗Gouverneur in Algier, mit dem Titel eines Major⸗general beigegeben werden; General Bedeau würde zu Konstantine, General Lamoriciere zu Oran kommandiren. Für die Civil⸗Angelegenheiten würde künftighin nur eine Direction bestehen, für welche Herr Vaisse, Präfekt der östlichen Pyrenäen⸗Departements, bestimmt sei.

Man sagt, die beabsichtigte partielle Modification des Kabinets werde in den nächsten Tagen bewerkstelligt und die Conseil⸗Präsident⸗ schaft an Herrn Guizot übertragen werden.

Es ist das Gerücht verbreitet, der Königliche Schatz werde im nächsten Monat für 50 Millionen Francs neue 4⁄prozentige Bons emittiren.

In Bayonne ist ein neues Journal unter dem Titel !'Inter⸗ national erschienen.

Es werden in Frankreich jetzt jährlich ungefähr 100 Millionen Austern gefangen, und zwar zwischen Dieppe und Granville 2 Millio⸗ nen, zwischen Granville und der Bucht von Cancale 60 Millionen, bei St. Brieuc Paimpol und Treguier 6 Millionen, auf der Rhede von Brest 2 Millionen, in der Bucht von Quiberon, Bourg neuf und dem Becken von Accachon 30 Millionen. Von dem Gesammt⸗Ertrag von 100 Millionen werden mehr als 60 in Paris verbraucht.

An der Börse waren heute die Notirungen der französischen Renten fortwährend angeboten; der Umsatz war nicht ohne Lebhaf tigkeit. Die Eisenbahn⸗Actien hielten sich gut, da die Contremine 8 su decken hatte. Das römische Anlehen ist um 1 pCt. gefallen, auf 90.

*.α Paris, 1. Sept. Ueber einige Punkte, die in der Proze⸗ dur gegen den Herzog von Praslin bisher noch in Dunkel gehüllt waren, wird nun durch die Veröffentlichung der offiziellen Aktenstücke Licht verbreitet. So geht aus dem schon am 20. August vom Dr. Andral an den Kanzler erstatteten Bericht über den Zustand, in wel⸗ chem er den Herzog an dem genannten Tage gefunden, hervor, daß dieser Arzt nebst anderen Symptomen ohne Bedeutung zwei andere bemerkt hatte, die seine ganze Aufmerksamkeit auf sich zogen, nämlich: der kaum bemerkbare Pulsschlag, der zugleich sehr unregelmäßig war; dann die äußerste Erkältung der Extremitäten, und desgleichen waren die Schläge des Herzens eben so leise und unregelmäßig als die des Pulses überhaupt. Der Arzt bemerkte ausdrücklich in seinem Berichte, daß die beiden letztgenannten Symptome Besorgnisse für den Her⸗ zog erregen mußten; daß man über die Ursachen dieses Zu⸗ standes vorerst nur Zweifel ausdrücken könne; daß derselbe durch die moralische Erschütterung hervorgebracht sein, aber auch möglicherweise genommenem Gift zugeschrieben werden könne; erst der weitere Verlauf der Erscheinungen könne darüber Gewißheit verschaffen. Doch hielt der Arzt es sofort für nöthig, daß man in Zukunft alle ausgeleerten Stoffe aufbewahrte, um sie einer Analyse zu unterwerfen. Dieser Bericht war am 20sten um 3 Uhr Nachmit⸗ tags geschrieben worden. Am 20sten um 11 Uhr Nachts erklärte derselbe Arzt in einem zweiten Berichte die Möglichkeit des Trans⸗ ports des Herzogs nach dem Luxembourg. Der dritte Bericht des Herrn Andral ist vom 22ͤten August und beschreibt den Zustand des Herzogs, wie er Mittags 1 Uhr war. Die bemerkten Symptome zeigten Verschlimmerung des Zustandes gegen den vorigen Tag, hef⸗ tige Entzündung des Darmkanals, die Zunge, der Gaumen und der Schlund stark geröthet, heftiger Durst, Schmerz beim Schlingen, der Leib aufgetrieben und schmerzhaft, Absonderungen unterdrückt, kein Erbrechen, sehr starke Fieberbewegung. Einer Vergiftung thut der Bericht nicht ausdrücklich Erwähnung, sagt aber, daß Dr. Andral auf den Wunsch des Kanzlers künftig die Behandlung des Herzogs gemeinschaftlich mit Dr. Louis übernehmen werde, der ihn vom 19ten an behandelte, und mit Dr. Rouget, dessen Behandlung von dem Augenblicke des Eintritts ins Gefängniß des Louxrembourg an begann. Der vierte Bericht vom 25sten giebt den Zustand des Kranken am 23sten Mor⸗ gens 9 Uhr, wie ihn die drei Aerzte gefunden. Der Zustand hatte sich verschlimmert, aber die geistigen Fähigkeiten waren noch unver⸗ letzt. Am 24. August 7 Uhr Norgens erhielten die Aerzte die Ueber⸗ zeugung, daß der Tod bevorstehe, doch war auch da noch der Geist unberührt, obgleich die Sehkraft schon unsicher wurde. Nach der Consultation kündete der Chemiker Chevallier den drei Aerzten an, daß er Arsenik in den entleerten Stoffen gefunden hatte. Als sie um 5 Uhr Abends wiederkamen, war der Herzog schon gestorben. Am 31. August nun schrieb Dr. Andral an den Kanzler einen Brief, worin er sein Bedauern ausspricht, daß der Kanz⸗ ler in dem am 30sten dem Pairshofe erstatteten Berichte vergessen

zu haben scheine, daß er (Andral) schon in seinem Berichte vom 20sten um 3 Uhr Nachmittags die Möglichkeit, der Herzog könnte Gift ge⸗ nommen haben, ausgesprochen und darauf hingedeutet habe, daß der⸗ selbe in diesem Sinne beobachtet werden sollte. Welche Art von Gift es sei, habe sich durch die damaligen Symptome noch nicht bestimmen lassen. Nach den später herausgestellten Thatsachen aber sei kein Zweifel, daß das Gift am 18. August genommen worden sei, auch glaubt Herr Andral, daß alle nachher eingetretenen wechselnden Zu⸗ fälle einzig die Folge des am 18ten genommenen Giftes waren, ohne daß man anzunehmen brauche, es sei nachher noch eine zweite Dosis Gift genommen worden. Es sei sehr gewöhnlich, daß die Wirkungen des Giftes nach den ersten Erbrechungen stille stehen, ja selbst abnehmen und erst darauf durch die fortgesetzte Wirkung des im Organismus vorhandenen Zerstörungsmittels mit neuer Kraft hervortreten konnte. Dr. Rouget erklärt in einem Be⸗ richt vom 27sten, daß für ihn die Vergiftung durch Arsenik am Sonn⸗ abend, den 21sten Abends, nach den eingetretenen Symptomen zur Gewißheit wurde. Von Dr. Louis liegt kein besonderer Bericht vor. Das Gesammt⸗Resultat aller dieser Angaben ist, daß erst am 20sten Nachmittags der erste Gedanke der Aerzte aun eine geschehene Ver⸗ giftung aufkam. .

Nun kommt aber der Punkt aufzuklären, wie es möglich wurde, daß der Herzog unbemerkt sich vergiften konnte. Darüber giebt das Verhör des Herrn Allard, Chef der Sicherheitspolizei, welches der⸗ selbe vor dem Kanzler zu bestehen hatte, Aufschluß. Derselbe begann die persönliche Ueberwachung, in gerichtlichem Sinne, erst am Don⸗ nerstag um 1 Uhr früh auf Befehl des Staats⸗Prokurators nach dessen Abgang. Doch hatte Herr Allard den Herzog schon vorher beobachtet, da der Polizeipräfekt ihm dazu Auftrag gegeben. Diese Beobachtung hatte um 10 ½ Uhr Vormittags am Mittwoch den 18ten schon begonnen. Bis dahin war der Herzog ganz allein in seinem Zimmer geblieben, ab und zu gehend. Gegen 9 Uhr Morgens schon hatte der Kammerdiener Charpentier Herrn Allard und seinen Agenten mehrmals gesagt: „Aber gehen Sie doch in das Zimmer des Herzogs; er wird die Ueberführungsstücke vernichten und sich vielleicht umbrin⸗ gen.“ Dies wurde der Justiz hinterbracht, welche dann, gefolgt von Herrn Allard, in das Gemach des Herzogs sich begab. Von diesem Augenblick an verloren ihn einige Polizei⸗Agenten nicht mehr aus dem Gesichte, mit Ausnahme von 10 Minuten ungefähr, da die den Herzog verhörenden richterlichen Beamten die Agenten während die⸗ ser Zeit hatten abtreten lassen. Dies war etwa um 1 ½ Uhr. Von diesem Augenblicke an hatte der Herzog, obgleich von den Polizei⸗ Agenten überwacht, fortwährend ab⸗ und zugehen können, bis um 1 Uhr Morgens, wo der Staats⸗Prokurator demselben auf Herrn Al⸗ lard's Verlangen eröffnete, daß dieser ihn zu bewachen habe. Als⸗ dann wurde die Aufsicht strenger in Anbetracht der Abwesenheit der Justiz. Der Herzog war im Laufe des 18. August mehr als zehn⸗ mal in Bedürfnissen beiseit gegangen und hatte den Polizei⸗Agenten gebeten, ihn allein zu lassen. Dieser willigte ein, aber, wie er sagt, indem er die Thüre immer halb offen ließ, um den Herzog nicht aus dem Gesichte zu verlieren. Nach Herrn Allard's Meinung ist die Vergiftung vor dem Augenblicke ersolgt, wo die Justiz in das Zimmer des Herzogs sich begab. Herr Allard bemerkte in jenem Augenblicke sogleich den trüben Blick und die entstellte Gesichtsfarbe und machte sogar den Polizeipräfekten darauf aufmerksam. Am 27sten sagte der Kammer⸗ diener Charpentier Herrn Allard: als er am 18ten Morgens 8 Uhr mit den anderen Dienstleuten unter den Fenstern des Herzogs selbst sich besprach und sehr laut äußerte, der Herzog selbst sei der Mörder seiner Frau, und bei ihm sollte man nachsuchen, habe der Herzog sehr wahrscheinlich diese Worte gehört, um so mehr, als er die ] laden geöffnet hatte, was er in der Regel nicht that. In dem Au⸗ genblicke, wo der Herzog zuerst die Ermordung seiner Frau zu ent⸗ decken schien, sagte er zu dem Kammerdiener Charpentier: „Hat sie gesprochen? Was glaubt ihr? was habt ihr gesehen?“ Und diese Fragen wurden mit sehr unruhiger Miene gestellt. Auch über das Mordinstrument, das Bruchstück eines Dolches, dessen Heft und Scheide giebt die ärztliche und gerichtliche Untersuchung nun Gewißheit. —Mehrere Blätter berichten heute, der älteste Sohn des Herzogs und der Herzogin von Praslin, Gaston Louis Philippe, 17 Jahre alt, habe sich gestern Abend selbst ermordet. Als Grund wird die Verzweiflung über den Verlust seiner Aeltern angegeben. Ein Ge⸗ richtsblatt fügt bei, der junge Praslin sei gestern von seinem Groß⸗ vater, dem Marschall Sebastiani, dem König vorgestellt und von demselben durch einige gnädige Worte ermuthigt worden, habe aber doch, obgleich er beim Weggehen von der Königlichen Audienz ziem⸗ lich ruhig schien, den Akt der Verzweiflung vollbracht, als er Abends in seine Behausung zurückgekehrt war. Im Hotel Sebastiani wußte man von diesem Selbstmorde heute nichts, wie versichert wird, und daher sind noch Zweifel an der Wahrheit der ganzen Angabe er⸗ laubt. 1 8 Heute erst wagen es die Blätter, von dem in meinem vorgestri⸗ gen Schreiben berichteten Morde zu sprechen, den der Fürst von Eck⸗

g Westfalen wurden 38 Kunstwerke für einen Geldbetrag von circa 600.0 veneinensauf und am 18ten d. unter die Actionaire verloost. Die . Gunes Fachie guch diesmal wieder unter vielem Mittelmäßigen recht es Leben vnsche nh daß in unserer Schule noch immer ein reges, thäti⸗ 8 Wi vcht. wobei allerwärts sichtbarer Fortschrift nicht zu verkennen ie gewöhnlich füllen auch di 1 die Landschaf ten des Katglogs (es waren— iesma die Landschaften die meisten Sei⸗ ist weniger vertreten; die Venrehülder sa. buages aüch⸗ 16 —— darunte f nden sich in ziemlicher Anza vn kua Aübsce son sesbeichenge⸗ . womauichen Bäder⸗ seltener zu werden. Als er erfsuß hatte, fangen allmälig an gewähnliches müssen wir den aehigens der Fern nach Neues oder Un⸗ Gelag“, betrachten. Derselbe is auf seb. Sier⸗ „Bauerntanz und blech gemalt, ist 2 Fuß hoch und 70 9 n. afeln von vergoldetem Zink⸗ Salons bestimmt. Er ist mit allem enar 1g und zur Decoration eines sie an dem hemüiglüchen Meister liebgewonnen ahealler Joviglität, wie wir v evchosdgrund 99 88 Phen⸗ so ist es e nig äen, 8 2 1 1 , der zu den bäuerlichen gi Hintergrund ge⸗ Kostümen in gar zu auffallendem Kontrasft Agen und ihren ländlichen bei diesem Werke neuerdings seine oft bewä . Schrödter hat guch beskenform bewährt. Hildebrand schmückte bigerschaft in der Ara⸗ durch ein in jeder Beziehung ausgezeichnetes Kunsgtwerenal die Ausstellung der Mohr von Venedig, seine Lebensgeschichte erzählend.“ 9 „Othello, rische Desdemong, hingerissen von den Heldenthaten des wie schwärme⸗ lanscht den Worten des Erzählers, während ihr Vater 82les Mohren, begeistert zuhört. Othello selbst ist dur meugierig als

1 die Erinnerun G mächtig aufgeregt. Das Ganze ist voller Schönheiten und rlebnisse äußerst durchdacht und fast aängstlich steißig. Von denbsführun zwei Bilder ausgestellt: „Der Empfang des Columbus 84 waren Entheckung von Amerita“ und „Der Puritaner und * ter.“ eide sind voller Leben und einer seltenen Kühnheit e Sicherheit in der Auffassung sowohl als der Ausführung. Eine sol⸗ tene Frische der Farben ist ein besonderer Vorzug dieses gusgezeichneten Künstlers. Besonders ausdrucksvoll ist auf dem setzteren Bilde das Gesicht der angsterfüllten Tochter, als der Vater sie in ihrer stillen Verehrung der h. Jungfrau vor dem heimlich zu Ehren derselben von ihr errichteten Al⸗ tare überascht und wüthend mit geballter Faust den vernichtenden Schlag egen ihr kleines Heiligthum führt. Neben diesen Bildern erwähnen wir Camphausen's „Gefangene englische Kavpaliere, von Puritanern trans⸗ pportirt“, welches mit des Künstlers bekanntem Talente mit Kjarheit und

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Bestimmtheit ausgefühtt ist und sich sowohl durch eine schöne Gruppirung,

als richtigen Ausdruckzin den einzelnen Individuen je nach ihrer jeweili⸗ gen Situation auszeichnet. Lorenz Clasen hat unter historischer Form, wenn wir so sagen sollen, die unerschütterliche Liebe eines glücklichen Paa⸗ res verherrlichen wollen. Er hat zu diesem Vorwurf Courad II. und seine Gemahlin Gisela gewählt und den Moment dargestellt, wo vor der Krö⸗ nung des Kaisers in feierlicher Versammlung die Bischöfe von Mainz und Köln eine Trennung des Kaiserlichen Paares verlangen. Der Kaiser mit seiner Gemahlin auf dem Throne sitzend, umfaßt mit der einen Hand die Hand seiner Gemahlin, während die andere sich abwehrend erhebt gegen die ihm gemachte Zumuthung. Die Gruppirung ist schon und das Ganze voll Harmonie und Energie. Kernig und meisterhaft sind ebenfalls Kie⸗ derich's Portraits „Philipp des Guten“, „Karl des Kühnen“ und „Kaiser Marximilian's. Unter den religiösen Bildern heben wir besonders Mücke's Krönung der heiligen Jungfrau“ hervor. Die heilige Jungfrau ist auf Wolken knieend vor dem sitzenden Heiland dargestellt; auf dem unteren Theile des Bildes befinden sich die Evangelisten, der König David, der hei⸗ lige Augustin und der Papst Leo d. G. Dieser Theil mag der gelungenere sein, wohingegen der Ausdruck in den Hauptpersonen etwas Süßliches und Empfindelndes, was der Wirkung Eintrag thut, trägt, obschon das Bild als eines der besten Werke dieses fleißigen Künstlers zu bezeichnen sein möchte. Dem Bilde von Nicsssen, Se. mit dem Haupte des Zohannes fehlt es bei glänzender technischer Behandlung an dem erforderlichen eben. Vielversprechend und von unverkennbarem Talente zeigend ist die Arbeit Mos ler's, „Jehova verbannt die ersten Menschen aus dem Paradiese.“ Von Hübner sehen wir die „Holzdiebe“, die, mit . Meisterschaft emalt, vielfaches Lob ärudteten. Steinfurt lieferte zwei mythologische ilder; „Diana und Actaeon“ und „Der Raub des Hylas“, die beide kalt lassen. Den Gestalten fehlt es an Anmuth und Grazie, wogegen Gruppirung und Bewegungen nicht ungebildeten Geschmack verrathen. Da⸗ säeen sind die „Elfen“ der Frau Marie Wiegmann eine liebliche Er⸗ Anung, die in Composition wie in Ausführung ein nicht unbedeutendes Lect zriannen lassen. Eben so ist ehren' „Lorelei“ ehrenvoll zu gedeuken.

Als besonders ansprechende Genre ⸗Bilder haben wir noch anzuführen zwei Tidemand; das eine, „Katechisation des Küsters in einer Briefe S- dem Lande in Norwegen“ und das andere, „die Vorlesung eines non Se n abwesenden Sohne an seine Aeltern gerichtet durch sei⸗ und steißige, 82 zod gusgezeichnet durch treffliche, feine Charakteristik Flucht“, . Richee Ngesäaange Sodann; Roux „Reiter auf der „A. Richter's „lehter Trost“, Hoegge's „am Sarge der Mut⸗

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ter“, Soederland's „gestörtes Stelldichein“, und vor Allem „Jordan's

erste Vaterfreude.’ 1 1 Fesehe den Landschaftsmalern eröffnet A. Achenbach wiederum den

Reigen. Er bietet uns diesmal eine ganze Reihe italienischer, schwedischer, sicilianischer und norwegischer Natur⸗Erscheinungen. Unter den südlichen Bildern zeichnet sich besonders eine Ansicht von Palermo aus, neben der seine norwegischen Landschaften einen vollendeten Eindruck jener Gegenden gewähren. Ueberhaupt hat Achenbach auch diesmal wiederum seine bekannte Meisterschaft in der Feinheit des Ausdrucks, der geistreichen Auffassung und der leichten und dennoch soliden Darstellung auf des glänzendste bewährt und gezeigt, daß er nicht nur im Norden zu Hause ist, sondern daß er es versteht, überall die Natur zu belauschen und sie geistvoll wiederzugeben. Sehr schöne Bilder des Nordens sehen wir ferner von Gude, in dem wir einen ausgezeichneten Künstler kennen lernten. Dann erfreuten uns die Bilder von Happel, J. G. Lange, Lew und Portmann.

Der Humor war außer dem Schrödterschen Fries vertreten durch Ha⸗ senclever's „Trinker im Keller“ und Wischebrink’'s derbkomischen „Schulzwang.“”)

8 sten M stund

Meini 1, 1. Sept. (D. A. Z.). In den ersten Morgenstunden des Fe. 88e hier Beh en⸗ Schwester, die verwittwete Hofräthin Elisabeth Christiane Friederike Reinwald, geboren am 4. September 1757. Reinwald war während Schiller’s Einsiedlerleben in Bauerbach dessen Freund geworden und ward 1786 sein Schwager. Als Reinwald 1815 starb, zog seine Wittwe für einige Zeit in die Vaterstadt Marbach, kehrte aber, durch freundschaftliche Verbindungen und ökonomische Rücksichten bestimmt, wieder

nach Meiningen zurück, wo sie ein seltenes Alter in den angenehmsten Ver⸗

ültnissen erreicht hat. Sie blieb bis zum letzten Augenblicke rüstig und hülim er iglicher haugkeit, voll von Sinn für die Kunst und das geistige Leben. Unter den Künsten übte sie die Malerei mit Vorliebe und Erfolg. Eine tief religiöse Richtung ging bei ihr Hand in Hand mit der größten Heiterkeit. Sie war in Allem einfach, natürlich und wahr. Ihre äͤußeren Verhältnisse waren durch die huldvolle Fürsorge unseres Herzogs völlig ge⸗ sichert, und ihre Anspruchslosigkeit lehnte die wiederholten Erbietungen zu noch weiterer Erhöhung ihres Einkommens standhaft ab. Die Nähe theu⸗ rer Verwandten und die häufigen Besuche edler Fürstinnen, die ihr vielfache Huld bewiesen, waren ihr reiche Quellen der Freude. Sie starb ohne Krank⸗ heit, nach kurzem Uebelbesinden.é An der Leiche trat die Aehnlichkeit mit ihrem großen Bruder überraschend hervor.

nannt Ardverekin, das dem Marquis von Abercore gehört.

mühl an seiner Geliebten versuchte, worauf er entfloh. Doch geben sie auch heute noch den Namen selbst nicht an. Die Frau, gegen welche der Mordversuch, der aber nicht völlig gelang, verübt wurde, war früher an einen jetzt verstorbenen Konsul von Dãnemark zu Pon⸗ dichery in Ostindien verheirathet gewesen. Dort hatte sie den Für⸗ sten von Eckmühl kennen gelernt, als er in sehr mißlicher Lage, we⸗ gen übermäßiger Schulden, aus seinem Vaterlande entflohen, dahin kam. Er schuldete dieser Frau, die mit ihm nach Frankreich ging und seine Schulden tilgte, große Verpflichtungen, wollte sie heirathen, konnte aber nicht, da er für einen Verschwender erklärt und unter Aufsicht eines Vormundes gestellt war, welcher gleich der Mutter ge⸗ gen diese Heirath sich erklärte. Auch gerichtliche Schritte, um sich wieder unabhängig zu machen, blieben ohne Erfolg. Welcher Anlaß ihn nun zu dem Mordversuch gegen seine Geliebte führte, ist noch nicht bekannt. ESreoßhbritanien und Irland.

London, 31. Aug. Die Gazette meldet die Erhebung Lord Strafford's zum Viscount Enficld und Grafen Strafford, des Viscount Acheson (er führt den Titel als ältester Sohn des Grafen Gosford) zum Baron Acheson von Clancairney, des irländischen Pairs, Lord Cremorne, zum Baron Dartrey und des Sir R. B. Phillips zum Baron Milford von Picton Castle.

Die Wahlen für die Orkney⸗ und Shetland⸗Inseln, die letzten noch rückständigen, sind jetzt beendet und auf zwei Liberale, die Her⸗ ren Anderson und Dundas, gefallen.

In einer am 28sten d. M. gehaltenen Versammlung der Gläu⸗ biger von Lesley Alexander u. Comp. wurde zur Anzeige gebrach“, daß die Passiva derselben nicht 400,000 Pfd. St., sondern 573,00) Pfd. St. betragen, und daß man sich auf eine Dividende von höch⸗ stens 40 pCt. Rechnung machen könne.

Es heißt, daß die Comité der spanischen Fonds⸗Inhaber ihren Bevollmächtigten in Madrid, Herrn Henderson, abberufen habe und daß Veranstaltungen getroffen seien, um im nächsten Monate einen General⸗Kongreß englischer, französischer, holländischer, belgischer und deutscher Fonds⸗Gläubiger Spaniens in Madrid abzuhalten.

Die „irländische Confederation“, wie sich der Verein des „jun⸗ gen Irlands“ nennt, hat jetzt wieder seine Versammlungen in Dublin begonnen, während das „alte Irland“ unter der Leitung von O'Con⸗ nells Söhnen nach wie vor in der „Versöhnungshalle“ haust. In einer der letzten Versammlungen der Confederation sprach sich Herr Smith OBrien entschiedener als je für die Repeal aus, deren Noth⸗ wendigkeit sich, wie er meinte, über kurz oder lang der englischen Regierung so unabweislich aufdringen werde, daß man nur zwischen Repeal und Trennung werde zu wählen haben.

Herr Morris ist an die Stelle des abgetretenen Herrn Robinson zum Direktor der Bank von England gewählt worden; er hatte kei⸗ nen Konkurrenten gefunden.

Ein Theil der Tratten von Prime, Ward und Comp. ist, wie es heißt, von den Herren Overend, Gurney und Comp. angenommen worden, über den Rest schwebt noch die Entscheidung.

8 X Aus dem Hochlande von Inverneßshire, 25. Aug. Es ist merkwürdig, daß auf dieser kleinen Insel, deren dichtgedrängte Bevölkerung und anhaltender Gewerbfleiß jeden Zoll des Bodens in den reichen Grafschaften Englands nutzbar gemacht haben, noch so ausgedehnte Gebirgsstrecken und Moorländer im Besitz der celtischen Race der schottischen Hochlande übrig sind, und das Rothwild in seiner ursprünglichen Freiheit noch lebt, das Haselhuhn und der Auerhahn ihre Waldbrut noch zeitigen und die zerstreuten Heerden grober Schaafe der einzige Agrikultur⸗Reichthum des Päch⸗ ters sind. Doch auch hier fangen bereits die Arbeiten englischer Kapitalien und englischer Intelligenz an, allmälig große und sichere Veränderungen zu bemerken. In vielen Theilen sind die Moore trocken gelegt und mit Nadelholz⸗Wäldern angepflanzt worden, man hat Straßen gebaut, wo vor dreißig Jahren kaum ein Weg erxistirte, und die Bevölkerung wird immer gewerbfleißiger und häuslicher. Indeß bietet Schottland noch manchen dunkeln und wildromantischen Zufluchtsort für alle diejenigen, welche dem Pomp, den Sorgen und

Geschäften des englischen Lebens auf einige Zeit entfliehen, und

namentlich in diesem Jahr sind die Hochlande angefüllt von einem Schwarm von Gästen, von der Königin an, die ihre Wohnung an den abgesonderten Ufern des Loch Kaggan aufgeschlagen hat, bis zu

em bescheidenen Jagdfreuud, der sich aller gewohnten Mühen und Sorgen des Lebens entschlägt, um sie bei den Hirschen und Hühnern der schottischen Berge zu lassen.

Als das Königliche Geschwader den westlichen Küsten Schottlands ich näherte, kannte der Enthusiasmus des Volkes keine Grenzen. Die nasseuhafte Bevölkerung von Glasgow eilte den prächtigen Clyde erab, um die Herrscherin zu begrüßen, als sie die alten Thürme von Dumbarton bestieg und die Kyles am Bute passirte. In Jeverary andete die Königliche Gesellschaft und wurde von dem jungen Mac Cullum More (um den Herzog von Argyle seinen Hochlands⸗Titel zu eben) in dem Schlosse der Campbells empfangen, daß unser alter Freund Dugald Dalgetty in der „Legende von Montrose“ unter weit weniger angenehmen Auspizien besuchte. Die Clansmänner der verschiede⸗ ien Familien hatten sich zahlreich eingefunden und bildeten einen Aufzug, vie er nicht leicht seit der letzten Expedition von Charles Edward in 745 wieder vorgekommen sein mag und manches Hochland's Schwert und silbergebuckelte Schild, die man seit dem Tage von Culloden nicht

wieder hervorgeholt hatte, wurde in friedlichem Triumph geschwun⸗

gen, als Königin Victoria durch ihre gewappneten Reihen schritt mit einem anderen Schutz und Gefolge, als den loyalen Herzen ihrer Hochlands⸗Unterthanen. In jedem Thal und jeder Schlucht wurde ie Bhan⸗Righ oder Frauen⸗König, wie sie die Königin in ihrer rauhen gälischen Sprache nennen, von Tausenden als der wahre Sprößling jenes Stammes Banquo's begrüßt, welchem die Hexen⸗ Schwestern Macbeth's eine Erbschaft und einen Ruhm prophezeiten, en die wildesten Visionen jenes nordischen Sehers sich nicht vorstell⸗ en. Und hier bietet sich uns ein seltsamer Kontrast dar; England st ein Land geworden, das in dem praktischen Verfolgen moderner Civilisation und Herrschaft voran steht, während der entfernter gele⸗ gene Theil Britaniens noch immer die Heimath jenes praktischen

Gefühls geblieben ist, welches unauslöschlich in der Geschichte eines

alten Königsgeschlechts und in den Herzen eines loyalen Volkes ebt, und das einen romantischen Glanz noch über die Geschichtsbücher unseres eigenen Zeitalters verbreitet. Diese Gefühlsregungen sind in die Herzen des Volkes zu tief eingepflanzt, um durch die Neuerungen der odernen Civilisation verdrängt zu werden, und obgleich die hoch⸗ ändischen Clans jene wilde Unabhängigkeit verloren haben, die sie zu unzähligen Blutthaten und Gewaltthätigkeiten anregte, so haben sie doch den loyalen Enthusiasmus ihres Gesclexgte behalten, der für 2

BVictoria so hell glänzt, wie ehemals für Charles Edward oder Maria

Stuart. Das Haus Hannover,

wie es genannt wird, stammt direkt

8— Scho von Jakob VI. von Schottland, und die Thronfolge⸗Akte, welche die

Nachkommen von Charles nnd Jakob ausschloß, sic Sr

8 Svrale sicherte die Krone

Ies den Sprößlingen derselben ursprünglichen schottischen Der Ort, wo der Hof jetzt sich aufhält ist ein Jagdschloß, ge⸗

Es ist

1757

10 gute schottische Meilen von jeder anderen menschlichen Wohnung entfernt, und die Königin mag sich wohl der dortigen Einsamkeit freuen, die sie anderswo selten genießen kann, wenn nicht auch doit der Eifer ihrer Hochländer und die Neugierde wandernder Reisenden ihr etwas unbequem wird. Der Hof wird 3 Wochen dort

und dann nach England zur See zurückkehren.

do.n4ien“

Köln, 4. Sept. (Tel. Dep.) Der Vertrag zwischen Ruß⸗ land und dem Papst ist abgeschlossen worden. Der Gesandte, Herr von Bludoff, ist deshalb nach St. Petersburg zurückgekehrt.

Spanien.

Madrid, 27. Aug. Der General Narvaez ist heute früh um 9 Uhr hier eingetroffen und hat bereits mit den Ministern Pacheco, Benavides und Bahamonde Konferenzen gehabt. Heute Nachmittag um 4 Uhr wird sich der General in den Palast verfügen und von der Königin zu einer Konferenz empfangen werden. Morgen erwar⸗ tet man die offfzielle Anzeige, daß der General mit der Bildung eines neuen Kabinets beauftragt ist. Man glaubt, alle Minister würden abtreten. Donoso Cortes, Pidal, Arrazola, Sartorius, Or⸗ lando, Santillon, Ollivan, Roca de Togores, Seijas, Rios Rosas, Benavides und Mazzaredo nennt der Faro als wahrscheinliche Mit⸗ glieder des neuen Kabinets. Pacheco bezeichnet das Gerücht als zum Gesandten in Rom designirt. Die Regierung soll 22 Senatoren er⸗ nannt haben, unter ihnen Männer verschiedener politischer Meinung und mehrere Deputirte; Bahamonde und Pedro Pascual de Olivan werden unter diesen neuen Senatoren genannt.

Nach dem Heraldo sollen die Progressisten umsonst Alles auf⸗ geboten haben, die Königin zu bewegen, daß sie die Berufung des General Narvaez nach der Hauptstadt zurücknehme.

Der französische Gesandte, Herzog von Glücksberg, ist zum Großkreuz des Ordens Isabellens der Katholischen ernannt worden.

In Catalonien werden die Dinge immer bedenklicher. Am 21. erschien eine große Carlisten⸗Bande in San Vincente del Calders und rief das Volk im Namen Karl's VII. zur Empörung auf. Auch an anderen Orten haben sich Banden sehen lassen; in La Selma wurde eine von den Königlichen Truppen geschlagen.

vereinigte Staaten von Nord-Ameriha.

London, 30. Aug. Die „Hybernia“, die am 16. August von Boston absegelte, traf, wie gemeldet, vorgestern in Liverpool ein. Seine Reise hat dieses Dampsschiff also in etwas wenig mehr als elf Tagen zurückgelegt. Die Nachrichten aus New⸗NYork gehen bis zum 16ten, aus New⸗Orleans bis zum 6. August. Die Gerüchte aus Meriko lauteten sehr widersprechend. Von Einigen wurde behauptet, General Scott sei am 17. Juli nach kurzem Ge⸗ fechte in Mexiko eingerückt. Jedoch kurz vor Abgang des Dampf⸗ schiffs wurde in New⸗NYork eine telegraphische Depesche veröffentlicht, aus der sich Folgendes ergiebt: „Ein am 2. August von Veracruz abgefahrenes Dampfschiff lief in New⸗Orleans mit der Nachricht ein, daß General Scott am 30. Juli noch in Puebla war, daß er aber aller Wahrscheinlichkeit nach in den ersten Tagen des Angust gegen die Hauptstadt vordringen und sie in Besitz nehmen würde. Die Merikaner waren zur Vertheidigung bereit; die Befestigungs⸗ werke waren fertig und 25,000 Mann Soldaten in der Hauptstadt. Die englische Gesandtschaft bot heimlich allen Einfluß auf, um die Amerikaner von Mexiko fern zu halten. Dir Friedenspartei unter den Mexikanern wird täglich stärker, das Vertrauen zu Santana und anderen Generalen täglich schwächer. General Pearce hatte bei dem Pueute national ein heftiges Gefecht mit den Mexikanern, schlug sie und gelangte ohne weitere Beunruhigung nach Perote. Santana hat alle Zeitungen in der Ausnahme des Regierungs⸗Organs.“

vHrasilienen“

London, 1. Sept. (B. H.) Neuere Berichte aus Rio Janeiro vom 23. Juli melden die Entbindung der Kaiserin von einer Prinzessin. 88

Herr F. de Paula Souzae Mello ist zum Minister des Innern ernannt worden. Derselbe hat in der Deputirten⸗Kammer in einer mit vielem Beifall aufgenommenen Rede erklärt, daß er und seine Kollegen liberalen Grundsätzen zugeneigt seien und Reformen im Finanze, Justiz⸗ und Verwaltungsfach beabsichtigen.

Gerichts⸗Verhandlungen wegen der polnischen Verschwörung.

Berlin, 3. Sept. In der heutigen Sitzung wird zuerst zur Vernehmung des Angeklagten Severyn von Ostrowski geschritten. Derselbe ist der Sohn des verstorbenen Starosten Onuphrius von Ostrowski, 52 Jahr alt, katholischer Religion. Auf der Universität zu Breslau widmete er sich dem Studium der kameralistischen und juristischen Wissenschaften, kehrte aber 1813 auf die väterlichen Güter zurück, um dieselben zu bewirthschaften. Bei dem im Jahre 1826 erfolgten Tode seines Vaters erbte er die Güter Rettkowo und Gorki⸗ dabski im schubiner Kreise, 1831 machte er als Rittmeister die pol⸗ nische Revolution mit und wurde bei seiner Rückkehr nach Preußen wegen seines Uebertritts nach Polen zu sechsmonatlicher Festungsstrafe und Vermögens⸗Consiscation verurtheilt, später jedoch bis auf drei⸗ monatlichen Festungs⸗Arrest und eine Geldbuße von 2500 Rthlr. be⸗ gnadigt. Durch die Lektüre verschiedener Werke der polnischen revo⸗ lutionairen Literatur und namentlich mehrerer Schriften des demokra⸗ tischen Vereins mit den Plänen der polnischen Emigration be⸗ kannt geworden, erhielt Ostrowski schon vor zwei bis drei Jahren durch mündliche Mittheilungen seiner Freunde und Bekannten Kennt⸗ niß, daß an einer Erhebung des polnischen Volks zur Wiederherstel⸗ lung Polens gearbeitet werde. Später erfuhr er auch, daß Instruc⸗ tionen und Informationen für den Aufstand vorbereitet seien, daß dieser am 21. Februar 1846 ausbrechen solle und daß das Insur⸗ genten⸗Corps sich unter Mieroslawski's Befehl bei Rogowo konzen⸗ triren werde; namentlich theilte ihm am 14. Februar Heinrich von Poninski nochmals als feststehende Thatsache mit, daß der Aufstand ganz gewiß in den nächsten Tagen losbrechen werde. Bereits am 20. Januar hatte der Angeklagte eine notarielle Schuld⸗ und Pfand⸗ verschreibung über 84,500 Rthlr. Illatengelder ausgestellt und diese, so wie das seiner Gemahlin in dem Ehevertrag stipulirte lebensläng⸗ liche Nießbrauchsrecht an der Hälfte seines Vermögens und ein jähr⸗ liches Alimentations⸗Quantum, auf seine Güter eintragen lassen. Ue⸗ ber seine nähere Theilnahme an der Verschwörung theilt uns die Anklageschrift mit, daß er dem Mitangeklagten Szoldrski als Mit⸗ glied derselben bezeichnet wurde. Auch gehörte er schon seit 1843 dem revo⸗ lutionairen Finanz⸗Comité in Posen an und hatte den Aufruf zur Zahlung von regelmäßigen Beiträgen an die polnische Emigration in Frankreich mitunterzeichnet.

Zur näheren Auslassung aufgefordert, bemerkt der Angeklagte: die Kenntniß von den revolutionairen Bewegungen habe er nur durch Gespräche und Zeitungs⸗Nachrichten erhalten, und mit Poninski habe

zeer darüber nur im Allgemeinen und oberflächlich gesprochen; daß Po⸗

8 ninski ihm speziell die Zeit des Ausbruchs mitgetheilt haben solle, davon wisse er nichts. 8 ö Wunsch der letzteren so versichern lassen, wie es in der Anklage be⸗

merkt sei, und zwar zu der Zeit, als man im Allgemeinen von einer

Bewegung gesprochen und er gefürchtet habe, daß er werde mitgehen

müssen. Eine solche allgemeine oberflächliche Kenntniß habe er de Behörde nicht angezeigt, weil er bei dieser eine umfaugreichere Wissen schaft vorausgesetzt habe. Von der Bedeutung des revolutionairen Finanz⸗Comité's habe er keine Ahnung gehabt; sonst hätte er kein Beiträge gegeben; diese habe er vielmehr zu dem Zweck gegeben, um

Das Vermögen seiner Frau habe er auf den

8 8.

* 8 88

die hülfsbedürftigen Emigranten und deren Kinder zu unterstützen.

In diesem Sinne habe er den Aufruf unterschrieben.

Der Verthei⸗

diger liest hierauf einen Auszug aus Zeitungen des Jahres 1814 und

45, um nachzuweisen, daß in dieser Zeit schon vielfach von unruhigen Bewegungen im Großherzogthum die Rede gewesen, so daß man wohl habe eine allgemeine Kenntniß aus öffentlichen Blättern erlangen können. Demnächst wird der Angeklagte Wladislaus von Lacki vorgeru⸗ fen. Derselbe ist 25 Jahre alt, katholisch, Sohn des Landschafts⸗ Er besuchte

Raths Anton von Lacki zu Chraplewo und Posadowo.

3 Jahre hindurch die Universität zu Berlin und übernahm zu Jo⸗

hanni 1841 die Bewirthschaftung des Gutes Chraplewo für Rech⸗ nung seines Vaters. Früher, und zwar in den Jahren 1842 und

1843, hatte er eine größere Reise gemacht, namentlich auch Frank⸗

reich, Belgien und England besucht. In Paris lernte er die Be⸗ strebungen der Emigration, so wie einige der hervorragendsten Mit⸗ glieder des demokratischen Vereins, kennen und . Lu von Mieroslawski von den Vorbereitungen dieses Vereins zur Wieder⸗ herstellung Polens in Kenntniß gesetzt.

wurde durch Ludwig

Nach seiner Rückkehr in die

Heimat blieb er mit der polnischen Emigration und dem demo⸗ 8

kratischen Verein in Verbindung und Briefwechsel; auch gingen ihm Erlasse des Vereins zu. te er .

Mitglied des demokratischen Vereins, Danielewicz, unter dem Namen Andrzejewski, der sich auch zu Anfang 1846 wieder 8 Tage bei ihm aufhielt.

freund Appolonius von Kurowski von der Eristenz der demokra⸗

1844 beherbergte er 5 Wochen lang das

Als Mitglied der Verschwörung setzte er seinen Jugend-⸗

tischen Verbindung zum Zweck der Wiederherstellung Polens in Kennt⸗

niß und ließ denselben kurz darauf Slupecki förmlich aufnehmen. er 18 8 e Angeklagte bei dem Schwertfeger Muhm zu Berlin 72 Stück Sä⸗ belklingen gekauft und dieselben, in einer Kiste verpackt, dowo schicken lassen. 1 b

wesenden Gästen besehen, und da einer meinte, es könnten Unannehm⸗ lichkeiten eutstehen, wenn dieselben bemerkt würden, so ließ Kurowski die Kiste nach Bolewice schaffen und im Garten vergraben. Als Viktor

nach Posa⸗ Hier wurden die Klingen eines Tages von au⸗-

durch den Mitangeklagten von Bereits im Sommer 1844 hatte der

Heltmann vom Herbst 1844 bis zu Ende des folgenden Jahres im

Auftrage der Centralisation zur Vorbereitung des Aufstandes im Groß⸗ herzogthum Posen verweilte, hielt er sich unter dem Namen Karl

Boltan oder Karl Glisczynski bei dem Angeklagten ein ganzes Jahr

lang, freilich mit Unterbrechungen, zu Chraplewo und Posadowo auf. Dem Landschafts⸗Rath Konstantin von Szezaniecki stellte der Ange⸗ klagte den Heltmann unter dem Namen Karl Glisczynski vor, und de Dr. Oettinger mußte demselben unter dem Namen Slomezewski eir Rezept verschreiben. Im März 1845 fand sich auch Mieroslawski zu Chraplewo ein. Derselbe wurde hier Kowalski genannt und ließ

als er zufällig erkrankte, seine Schwester Fawera zu seiner Pfleg G kommen, die dann für alle Fremden als Mieroslawski's Frau galt;

nur Vertraute, wie Kurowski, erfuhren die wahren Namen. Was den schon erwähnten Aufruf zur Unterstützung der Emigration betrifft,

welcher dem Angeklagten vom Grafen Mielzynski zugeschickt wurde

so will er sich mit dem Sammeln von Beiträgen auf diese Aufforde⸗ weil er auf seine desfallsige Anfrage bei dem Bürgermeister Müchels zu Neustadt den Bescheid erhalten, daß

rung nicht befaßt haben,

ohne Genehmigung der Regierung das Kollektiren nicht gestattet sei Der eigentliche Sachverhalt indeß ist der, daß der Angeklagte um di Erlaubniß nachsuchte, für die durch die Weichsel⸗Ueberschwemmung verunglückten Polen sammeln zu dürfen, und daß er, als Müchels ihm den Bescheid ertheilte, daß das Landrath⸗Amt die Genehmigung der Regierung für erforderlich erachte, unzufrieden geäußert: er habe im Auftrage eines von der Regierung genehmigten Comitéö's die Kol⸗ lekte veranstalten wollen. nahm er an der Jagd zu Czewojewo Theil, bewirkte hier die Auf⸗ nahme einiger neuen Mitglieder, las diesen die Statuten vor und setzte ihnen den wahren, ganz außerhalb der Gesellschaft liegenden

Als Mitglied der Hetzjagd⸗Gesellschaft

Zweck aus einander. Am 6. oder 7. Februar reiste der Angeklagte nach

Berlin, kaufte hier drei Pferde und suchte ein binnen 8 Tagen zu erhebendes Darlehen von 100,000 Rthlr.; als dies nicht gelang,

wollte er Holz zum Betrag jener Summe verkaufen. Als er am 10. Februar nach Chraplewo zurückkehrte, fand er einen Fremden vor, mit dem er in Gegenwart seiner Leute so sprach, als wenn derselbe aus dem Netzebruch wäre und Mutterschafe kaufen wollte; es war

aber kein Anderer, als der Emissair Wysocki, den er durch Kurowski

bald darauf auf dem Wege nach Krakau begleiten ließ. Am 15. Fe⸗ bruar ging er, als er von den vorgenommenen Verhaftungen erfuhr, auf Anrathen seines Oheims, des Mitangeklagten Konstantin von

Szczaniecki, und mit 200 oder 300 Rthlr., die er von diesem erhal⸗ ten hatte, auf einige Zeit nach Moscijewo, dann nach Karne und von hier nach Bolewice.

nunmehr nach Posen, wo seine Verhaftung erfolgte. Für den Fall des Ausbruchs des Aufstandes war dem Angeklagten das Amt eines Kommissarius des Kreises Buk bestimmt, als welcher er in den Mie⸗ roslawskischen Notizen aufgeführt steht.

Bei seiner Vernehmung bemerkte der Angeklagte: Zu einer Ver⸗ schwörung habe er nicht gehört. Reisen habe er gemacht, auch in Ita⸗ lien, Besterreich, Holland und Belgien sei er gewesen. Die Schrif⸗ ten des demokratischen Vereins habe er in Paris gelesen und daselbst

auch die Bekanntschaft einiger Mitglieder desselben, nicht aber die

Bekanntschaft Mieroslawski's gemacht. Letzterer sei erst im März 1845 unter dem Namen Kowalski zu ihm gekommen. Mieroslawski will den Angeklagten in Paris zwar gesehen, mit demselben aber nicht über die Vorbereitungen zum Aufstand gesprochen haben. Nach sei⸗ ner Rückkehr von Paris, fährt der Angeklagte fort, habe er einmal

einen Brief von Szymanski erhalten. Die in der Anklage genannten

aber dieselben blos durch den Buchhandel auf Empfehlung eines Freundes zu ihm Auch habe derselbe ob derselbe

Werke habe er besessen, bezogen. Danielewicz sei 1 1g gekommen, um eine Stelle als Lehrer zu suchen. mit ihm von der demokratischen Gesellschaft gesprochen; dem Verein angehört, wisse er mit Bestimmtheit nicht. Den Ku⸗ rowski habe er nie in den Verein aufzunehmen versucht. Kurowski bestätigt dies mit der Bemerkung, daß er zu diesen An saben in der Boruntersuchung gezwungen worden sei, und Stupecki erklärt: er habe Kurowski nicht aufgenommen. Was die Säbel betreffe, bemerkt 2 Angeklagte weiter, so habe er dieselben gekauft, um 8 1 ie Waffenhalle seines Baters dekoriren zu lassen. 2 Ku⸗ rowski, die Klingen mit nach Bolewice genommen, 84 e er erst später erfahren. Karl Boltan sei nach 55 ung des Kartels zwischen Rußland und Preußen als polnische 8 8 äufer zu ihm gekommen und aufgenommen worden; vene e Heltmann ge⸗ wesen, wisse er nicht; den Namen Glisczynski habe er erst in der

Als er am 20. Februar nach Chraplewo zurück⸗ kehrte, erfuhr er, daß bereits Haussuchung gehalten worden, und ging