1847 / 249 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Hanföl 16 Rthlr. WWW. 82 85 dehn Nehx. , 298 Rthlr., mit Fässer 28 ½ Rthlr.; Spiritus jn l 0 ohne Fale intemonate 24 Rthlr. G.; Frühjahr Herbst 25 Rthlr. G., 27 Rthlr. Br.; ¹ 2 2 eez2 1 2 513G8 Marktbericht. Zufuhr mittelmäßig. Wei⸗ Königsberg, 8 ,& Noggen 43— 58 Sgr. pr. Schfl.; große zen 65 75 Sgr. Ppr. Schfi.; kleine Gerste 40 45 Sgr. pr. Schfl.; Ha⸗ Gerste 2h☚☛ꝗo0 Soff: weiße Erbsen 65 70 Sgr. pr. Schfl.; Kar⸗ er 18 24 Sgr. pl⸗ 8 fefels 18 24 Sgr. pr. Schsl. 1 Sept. Getraide. An der Bahn wurde gezahlt: Danzig⸗ 8en. 134pfd. 83 Sgr. Roggen 45—55 Sgr. 1 8 G Sgr. Hafer 27 33 Sgr. pro 819* 8 Spiritus 25—254 Rthlr. p. 120 Quart 80 % Tr. 1 en, 2. Sept. Getraide. Weizen wurde nur bei Kleinig⸗ notirten Preisen —2 Rogge n träge selbst hei den ermäßigten Forderungen ohne Nehmer. Von Gerste und Hafer trfft nur noch wenig ein; Absatz langsam. Von Rappsaam en 1 ein paar Partieen hier an der Stadt, wie auch ab unten zum Abschluß. Letztbezahlte Preise: Weizen 140 a 160 Rthlr.; Roggen, Ostsee⸗ 85 a 87 Rthlr., Odessa⸗ v. 97 Rthlr., Sand⸗ 90 Rthlr.; Gerste 62 a 65 Rthlr.; Fafer 48 a 60 Rthlr. 1u“ 1 Taback. Umsatz von nordamerikan.: 200 F. Bay⸗, 50 F. Scrubs, 91 F. Marpland⸗, 34 F. Virgini⸗, 59 F. Kentuckp⸗, 212 F. Stengel, und abgeschrieben sind zur Regulirung des Lagers 1400 F. Marpland-. Total⸗ Umsatz im Monat August: 3748 F. Marpland⸗, 100 F. Virgini⸗, 184 F. Kentuckh⸗ und 1738 F. Stengel. Lager: 6446 F. Marpland⸗, 855 F. Virgini⸗, 1377 F. Kentucko⸗ und 540 F. Stengel. Umsatz von westind. nd südamerikan.: 194 Sur. Havana⸗-, 95 Sur. Cuba⸗, 62 Sur. Do⸗ mingo- und 107 Sur. do. in Auction zum Durchschnitts⸗Preise von eirca 12 Gr., 422 P. Blätter⸗Puertorico⸗, wodurch der Vorrath bis auf We⸗ niges geräumt, 245 P. Brasil⸗ in Blättern, 72 K. Florida⸗ und 59 K. Florida⸗ in Auction zum Durchschnitts⸗Preise von circa 14 ¾ Gr. Total⸗ Umsatz im Monat August: 250 Ser. Havana⸗, 682 Ser. Cuba⸗, 1116 Ser. Domingo⸗, 111 K. Seedleaf⸗, 1074 P. Blätter⸗Portorico⸗ 50 Körbe Varinas⸗ in Rollen, 288 Kbe. do. in Blättern, 1717 P. Brasil⸗ in Blät⸗ tern, 215 K. Florida⸗, 51 P. Columbia⸗ in Blättern. Vorräthe in erster Hand: ca. 1250 Ser. Havana⸗, ca. 3460 Ser. Cuba⸗, ca. 530 Ser. Dom.⸗, ca. 1620 K. Seedleaf⸗, ca. 650 P. Blätter⸗Portorico⸗, ca. 220 Kbe. Varinas⸗ in Rollen, ca. 1460 Kbe. do. in Blättern, ca. 1800 P. Brasil⸗ in Blättern, ca. 50 K. Florida⸗.

Triest, 31. Aug. (O. L.) Wochenbericht. Baumwolle. Der Umsatz betrug 2238 Ballen, nämlich: 503 B. Mako zu 41 ½ 42 Fl., 30 B. levanter zu 31 33 Fl., 200 B. macedonische zu 30 Fl. und 1505 B. nordamerikanische zu 34—37 Fl. pr. Ctr.

Farbholz. Mit Ausnahme von Sapan⸗Bimas macht sich ein Preis⸗ rückgang bemerkbar. Die Verkäufe während des verflossenen Monats belie⸗ fen sich auf 2000 Ctr. versch. Sorten St. Domingo zu 3 ½ 3 5 Fl., 1000 Ctr. spanisches Blauholz zu 4 4 ¼ Fl., 300 Ctr. Gelbholz von Cuba zu 6 Fl., 700 Ctr. andere Sorten von Cuba zu 4 ¼ Fl., 400 Ctr. Sapan⸗ Bimas zu 11½ 11 Fl. und 150 Ctr. St. Martens je nach Qual. zu 11—14 Fl. pr. Ctr. Vorräthig sind 12,000 Ctr. span. Blauholz, 6800 Ctr. St. Domingo, 500 Ctr. St. Martens, 1500 Ctr. Gelbholz von Cuba, 2000 Ctr. andere Sorten, 800 Ctr. Sandel, 400 Ctr. Sapan und Bimas und 500 Cn. Pernambuk.

Felle und Häute. Verkauft wurden 300 St. hiesige trockene Och⸗ senhäute 40— 44 Fl., 500 St. trockene Ochsen⸗ und Kuh⸗Häute von der Umgegend und Dalmatien zu 34 39 Fl., 900 St. desgl. von Buenos⸗ Ayres und Rio zu 30 —32 Fl., 500 St. frische gesalzene Ochsenhäute von

Nordamerika zu 16 17 Fl., 450 St. desgl. getrocknete zu 22 25 Fl.,

3600 St. gesalzene Kuhhäute von der Levante zu 28—31 Fl. und 1000

Stück trockene Kalbsfelle aus verschiedenen Gegenden zu 42 67 Fl. pro

Centner.

. Getraide. Die Verkäufe während der verflossenen Woche beliefen sich auf 1600 St. Weizen von Marianopel zu 6 ½ Fl., 8000 St. von der Donau und Rumelien zu 4—5 ¼ Fl., 500 Staja von Aegypten zu 3 ½ Fl., 1000 St. Mischkorn von der Levante zu 4 ½ 5 Fl., 4000 St. Mais

on der Donau zu 3 ½ 323, Fl., 1400 St. von der Levante zu 3 Fl.,

2000 St. von Aegypten zu 2 2 ½ Fl., 1500 St. Roggen von der Le⸗ vante zu 3 1,— 4 Fl., 600 St. vom schwarzen Meere zu 4 Fl., 4500 St. Gerste zu 2 Fl., 2000 St. ägypt. Bohnen zu 3 ¼ Fl. und 1700 St.

Leinsaat von Sicilien zu 6 ½ Fl. per Stajo.

H Knoppern. Die Verkäufe beliefen sich auf 1200 Ctr. von Smyrna zu 6 11 ½ Fl., 3350 Ctr. vom Golf und von der Morea zu 4—7 Fl. und 3500 Ctr. von Caramanien zu 2 ½ —3 Fl. pr. Ctr.

Metalle. Es erhielten 600 Kisten Stahl 115—133 Fl. pr. Meiler,

Wei⸗ Erb⸗

Polnischer

1764 1200 Blöcke Blei 8 ½ 10 Fl., 100 Ctr. Kupfer 47— 48 Fl. pr. Ctr. und

400 Scheiben Zinn unbekannte Preise. 8 % Unier den abgegangenen 3320 Ornen waren 1000 O. von Apu⸗

lien zu 25 27 Fl., 170 O. ordinaires von Calabrien zu 25 ½ Fl., 800 O.

halbseines und seines von Apulien zu 29 35 Fl., 250 O. von Corfu zu

25 ½ 26 ½ Fl., 550 O. von Istrien und Dalmatien zu 27 28 ½ Fl., 350 O. seines ragusaer zu 29 29 Fl. pr. Orna und 200 O. von Dalmatien zu unbekannten Preisen.

Seide. Es wurden 14 Ballen zu unbekannten Preisen begeben. Der Vorrath am 1. September beträgt 223 Ballen.

Südfrüchte. Während der abgelaufenen Woche wurden verkauft: 240 Ctr. alte und neue Korinthen zu 11—14 Fl., 200 Ctr. süße Mandeln von Apulien zu 31 ½4 32 und 350 Kisten neues Johannisbrod von Dal⸗ matien zu 3 3 ½ Fl. per Ctr.

Marseille, 28. Aug. Getraide. Die Zufuhr während der letzten Woche belief sich auf ca. 97,000 Hect. Weizen, aber da noch fortwährend Begehr nach guter Waare stattfindet, so erhalten sich die Preise sür dieselbe ziemlich fest, wie folgt:

123 Kil., 41 Sh. 11 Pce. p. Or., f. a. B.

1 1 125 43 Sh. 5 Pee. F

Mearianopel⸗ 127 41 Sh. 10 Pce. 9, Harte und ordinaire Sorten sind ohne Frage, und Taganrog⸗ ist leicht zu 36 Sh. 1 Pce. p. Or., f. a. B., zu haben. Olivenöl hat sich in Folge der schlechten Berichte über die Aerndte im südlichen Italien und in der Levante wiederum gehoben, und es sind bedeutende Speculations⸗Ankäufe zu 78 Fr. 50 C. p. Millerole (64 Litres) für disponible Waare gemacht worden.

Frachten scheinen weiter heruntergehen zu wollen; in diesem Augenblicke würde noch 7 Sh. und 10 % p. Or. nach England zu bekommen ein.

London, 1. Sept. Getraidemarkt. Die Zufuhren fremden Weizens und Mehls seit Montag sind beträchtlich gewesen; aber un⸗ geachtet Verkäufer und Käufer mehr Vertrauen zeigten und obschon der Besuch des Marktes nicht zahlreich war, so wurde doch ein ziemliches Ge⸗ schäft zu vollen Montags⸗Preisen gemacht.

Gerste, Bohnen und Erbsen sind unverändert im Werth. Hafer ist etwas höher. Mehl verkauft sich gut zu den niedrigeren Montags⸗

reisen. g Die Zufuhren bestanden von englischem Getraide, aus 1340 Or. Weizen, 120 Or. Gerste, 120 Qr. Hafer, 2280 Säcke Mehl; von irlän⸗ dischem Getraide aus 2140 Or. Hafer; von fremdem Getraide aus 30,560 Qr. Weizen, 4700 Or. Gerste, 12,070 Or. Hafer und 35,250 Fässer Mehl.

Amsterdam, 1. Sept. Getraidemarkt. Weizen mit einigem Handel wie nachstehend verkauft; 130 pfd. best. weißbunt. poln. 450 Fl.; 128 pfd. neu. dito 435 Fl.; 126-, 128 pfd. gering. dito 410, 412 Fl.; 128pfd. roth. schles. 368 Fl.; 129pfd. wismar. 395 Fl.; 135⸗, 136pfd. neu. meck⸗ lenb. 365, 369 Fl.; 124pfd. königsb. 340 Fl. Roggen in Partieen höher verkauft; 117pfd. petersb. 200 Fl. In Consumtion: 117 pfd. ar⸗ chang. 203, 205 Fl.; 115⸗, 117 pfd. petersb. 196, 200 Fl.; 126pfd. neu. mecklenb. 250 Fl. Gerste preishaltend; 112 pfd. dän. 225 Fl.; 95 pfd. neu. frieß. Winterg. 160 Fl.

Kohlsaat wie früher verkauft; kromh. 61 L.; norder. 61 L.; elve. 60 ½ L.; Sept. und Oktbr. 63 L.; Novbr. 64 L.; April 65 L.

Rüböl wie früher und um 4 ½ Uhr wie folgt verkauft: pr. 6 Wochen 37 ½˖ Fl.; fliegend 36 ½ Fl.; Sept. 36 a ¼ Fl.; Okt. 36 ¼ Fl.; Nov. 36 ¾ a ½ Fl.; Dez. 36 ½ Fl.; Mai 36 ¾ Fl. Leinöl pr. 6 Woch. 32 ½⅞ Fl.; fliegend 313 Fl. Hanföl pr. 6 Woch. 34 Fl.; fliegend 33 Fl.

Kopenhagen, 1. Sept. Getraide. Seit unserem letzten Berichte war die Landzufuhr nach Umständen ziemlich groß, und die Preise sind ge⸗ wichen. Auch vom Auslande erhielten wir Zufuhren, der Absatz ist aber nur unbedentend, und die Preise bei Partieen sind theilweise nominell. Aus den Provinzen wird zur See bis jetzt nur wenig zugeführt. Die aus Ruß⸗ land hier angekommene Ladung Weizen von ziemlich gutem Gewichte ist an die Bäcker zu 8 Rbthlr. die Tonne abgesetzt worden. Der Markt ist unge⸗ wöhnlich gut mit Weizen versehen und der Preis derselben seit 8 Tagen um etwa 2 Rbthlr. gefallen. Auch der Preis von Roggen ist gewichen, er ist zu 5 bis 6 ½ Rbthlr. anzunehmen. Gerste ist etwa ½ Rbthlr. niedriger. Ha⸗ fer, wovon ziemlich viel Zufuhr ist, ward heute zu 15 bis 20 Römk. ver⸗ kauft. Aus allen Provinzen lauten die Aerndteberichte besonders günstig, und überall sieht man eine Menge Feimen vor den Gebäuden, da die Scheu⸗ nen nicht zur Aufnahme des Geärndteten hinreichen. Man hat hier noch keine bestimmte Nachrichten über die Kartoffelkrankheit, wovon man hier und da Spuren wahrgenommen haben will, doch meinen kundigen Land⸗ leuten, daß die Krankheit nicht allgemein werden wird. bietet man Kartoffeln zu 28 Rbsch. pr. Skieppe feil. In der Woche vom

In den Blättern

24. zum 30. August sind 10,895 Tonnen zugeführt worden, worunter 5370 Tonnen Roggen. Es wurden 2602 Tonnen wieder ausgeführt.

Roveredo, 26. Aug. Seide. Der St. Bartholomeo⸗Markt zu Trient hat den Erwartungen für die Seidengeschäfte nicht entsprochen. Nur doppelte gezwirnte Seide erhielt 24 Kr. Abus. pr. Pfd. mehr, als im vori⸗ gen Markte. Hier ist bis jetzt noch keine einzige ansehnliche erschie⸗ nen. Die Spinner halten so lange als möglich zurück, unsere Kaufleute haben aber keinen Bedarf und wollen sich daher in die hohen Ansprüche der Spinner nicht fügen. An dem erwähnten Markte wurde der Mittelpreis 8 Weizen auf 16 i Fl. und für Mais auf 13 ½ Fl. Abus. pr. Soma fest⸗ gesetzt.

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 2. Sept. Miederl. wirkl. Sch. 56 ,’. 3 “h do. 31 ½. Pass. —. Ausg. —. Zinsl. —. Poln. 142 ½. 4 % Russ. Hope 89 ½.

Antwerpen, I. Sept.

Augsburg, 1. Sept. II. Sem. 1847 —. Württ. 3 ½ % Oblig. 88 Br. Darmst. 50 Fl. Loose 79 Br. Bad. 50 Fl. Loose v. 1840 59 Br. Loose 37 ½ Br. 3 ¾ 9% 90 Br.

Frankfurt a. M., 4. Sept. 50% Met. 105 9⁄6. Bank-Act. 1910. Stiegl. 88. Integr. 55 ⁄. Poln. 300 Fl. L. 97 ¼ Br. de. 500 Fl. 804. 80. Span. 5 % —. 3 % do. 25. 24 ¼. Bexb. 91 ½. 91 ½. Taunus Actien 349 ¾. 349 ⁄.

Hamburg, 4. Sept. Bank-Actien 1600 Br. Engl. Russ. 106 Br. Hamb. Berg. Actien 95 Br. Magd. Wittenb. 84 Br. Hamb. Berl. 103. 102 ⅞. Alt. Kiel 108 ½. 108. Glückst. Elmsh. —. Rendsb. Neum. 97 6. Kopenh. Rothsch. 64 Br. Meckl. 60 ½. 60. I

Paris, 2. Sept. 5 % Rente ün cauz. 118. 30. 3 % gn cour. 40. 76 65.

Wien, 4. Sept. 59% Met. 105 ¼. 4 % do. —. do. —. 2 Bank- Acten 1595. Anl. 4 1994 154 9½. 4e 1839 —. Novdb. 164¼. Gloggn A.

(Teleg. Depesche aus Köln, vom 6. Sept.) Amsterdam, 4. Sept. Int. 56 46. London, 2. Sept. Cons. 87 baar. 88 ½ Bechn.

5 % Spau. 15 ½. Preuss. Pr. Sch. —.

Zinsl. n. Neue Anl. 15 ⅞. Bayer. 3 ½ % oblig. 93 ½. 93 ½. do. Bank-Acten *9 ³ *4;3 % 100 8. 100. 35 Fl.

8

Meteorologische Beobachtungen. 8

1847. 5. Sept.

Nach einmahger Beobachtung.

Abends 10 Uhr.

Nachmittags 2 Ubr.

Morgevns 6 Uhr. 331,07“" Par. 334,39“" Par. 334,60“„Par. Auellwärme 7,9“9h. + 52 n. + 10,1°9 n. P† 6,5° . Plusawärme 11,8“ R. + 4,0“ h. + 4,2° R. + 4.4° n. Bodenwärme 12,9“ K. 91 pct. 60 pct 85 FCt. QAusdünstung 0,004 Rb. Wetter heiter. bezogen. bewölkt. Niederschlag 0,011 Rh. Wind. SW sw. Sw. Würmewechse + 10,8* Wolkenzug.. SW. + 3,7* Tagesmittel: 334 35Par... +† 7,49 n. + 42“ R. 75 PcCt.

Luftdruck.. Luftwärme. Thaupunkt.. Dunstsättigung .

Königliche Schauspiele. Dienstag, 7. Sept. Im Opernhause. 10 4te Abonnements⸗ Vorstellung: So machen es Alle! Anfang halb 7 Uhr. Zu dieser h werden Billets zu folgenden mittleren Opernhaus⸗Preisen verkauft:

3 Ch Bibe se den Logen des Prosceniums 1 Rthlr. 10 Sgr., in den Logen des ersten Ranges und ersten Balkons, so wie zur Tribüne, 1 Rthlr. 10 Sgr.; im Parquet und in den Logen des zwei⸗ ten Ranges 1 Rthlr.; in den Logen und im Balkon des dritten Ran⸗ ges, so wie im Parterre, 20 Sgr.; im Amphithreater 10 Sgr.; in den Fremden⸗Logen 2 Rthlr. 1

Mittwoch, 8. Sept. Im Schauspielhause. 149ste Abonnements⸗ Vorstellung: König René's Tochter, lyrisches Drama in 1 Akt, nach dem Dänischen des Henrik Hertz. Hierauf: Doktor Robin.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Im Selbstverlage der Expedition. 8

mit der Zusicherung

Bekanntmachungen.

1750] PEr9 1mn 3. Der abwesende Schneider Heinrich Cabu aus Namur ird auf Ansuchen seiner Ehegattin Auguste, geborenen Kleinvogel, welche behauptet, von seinem Aufenthalte aller angewandten Mühe ungeachtet keine Nachricht er⸗ halten zu haben, hierdurch aufgefordert, sich binnen drei Monaten und spätestens in dem auf den 13. No⸗ vember d. J., Vormittags 11 Uhr, im Kammer⸗ Fuichte angesepten Termine vor dem Kammergerichts⸗ Nath Sethe zu gestellen und die wegen böslicher Ver⸗ lassung angestellte Ehescheidungsklage zu beantworten, widrigenfalls die bösliche Verlassung für dargethan an⸗ genommen und auf Trennung der Ehe erkannt und der

usbleibende Ehegatte * für den allein schuldigen Theil

Berlin, den 21. Juli 1847. Das Ehegericht des Königl. Kammergerichts.

99 Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 17. Juli 184e7..

Das hierselbst in der Blumenstraße Nr 75 d Schillingsgasse Nr. 1 belegene, im stadtgerichtlichen 8s pothekenbuche von der Königsstadt Volumine 26 N. 1914. auf den Namen des Kaufmanns Carl Friedrich Naumann verzeichnete, jetzt zur erbschaftlichen Liquida⸗ tionsmasse desselben gehörige Grundstück, gerichtlich ab⸗ geschätzt zu 6637 Thlr. 8 Sgr. 2 Pf., soll

am 1. März 1848, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

„Die unbekannten Real⸗Prätendenten werden hierdurch öffentlich unter der Verwarnung der Präklusion vorge⸗

laden.

1826] Ediktal⸗Labdung.

Verscholleuen:

1) der Schiffer Peter Sigismund Saß, den 31. Mai 1793 geboren, welcher am 7. April 1836 mit sei⸗ Norwegen ab⸗

nem Schiffe Minerva von hier na gegangen, seit jener Zeit aber verschollen ist;

2) der Seefahrende Caspar Gustav Cordt oder Kuhr, den 17. Juli 1791 geboren, welcher seit dem Jahre

„Auf den Antrag ihrer nächsten bekannten erbberech⸗ igten Verwandten werden die nachstehend benannten

1809 zur See abwesend gewesen und von welchem seit jener Zeit überall keine Nachricht eingegangen ist; 3) der Seefahrende Heinrich Christoph Grieffahn, am 10. November 1798 geboren, welcher auf der Rhede von Batavia im Jahre 1826 verstorben sein soll, dessen Absterben aber nicht hat nachgewiesen wer⸗ den können, und 4) der Seefahrende Michel Christian Juhl, im Juli 1807 geboren, welcher in dem Jahre 1829 oder 1830 zur See fortgegangen, seit jener Zeit aber, da das Schiff, auf welchem er als Matrose sich befunden, gestrandet ist, spurlos verschwunden ist, hiermit geladen, über ihr Leben und ihrem Aufenthalt binnen Jahresfrist sich auszuweisen, bei dem Nachtheile, daß sie sonst durch die in termino den 27. Novem⸗ ber 1848, Morgens 10 Uhr, zu erlassende Präklusiv⸗ Sentenz für todt werden erklärt und ihr hiesiges und unter Kuratel⸗Verwaltung stehendes Vermögen, in Er⸗ mangelung hinterbliebener etwaniger Descendenten, welche eventuell zu ihrer Meldung und zur Führung gehöriger Legitimation innerhalb der gestellten Frist de⸗ Strafe des Ausschlusses gleichfalls hiermit aufgefordert werden, ihren zu denselben berechtigten sonstigen Verwandten wird zuerkannt werden. 3

Datum Greifswald, den 26. August 1847.

Das Waisengericht. (L. S.)

18271 Bekanntmachung.

Außer den durch unseren Fahrplan vom 1. September a. c. bekannt ge⸗ machten Zügen zwi⸗ schen Dresden und Görlitz werden we⸗ gen der bevorste⸗

Mi⸗ chaelis⸗

henden

Messe vom 8. September bis 25. Oktober a. c. noch zwhei besondere Züge zwiscen den

genannten Städten abgehen, und zwar

1I1I1I

Dr. Teßmann. G 1

von Görlitz nach Dresden früh 8 Uhr 45 Min. von Dresden nach Görlitz Mittags 1 Uhr 30 Min. Personen und Güter werden an allen Stationsorten und Haltepunkten aufgenommen, und dient der Frühzug von Görlitz vorzugsweise dazu, um die von Berlin, Frankfurt, Glogau u. s. w. mit dem Nachtzuge kom⸗ menden Reisenden aufzunehmen, indem er sich an den von Dresden nach Leipzig gehenden Mittagszug an⸗ schließt, so wie andererseits der von Dresden Mittags abgehende Zug sich in Görlitz mit dem von daselbst nach Glogau, Frankfurt und Berlin gehenden Nachtzug ver⸗ bindet. Dresden, den 3. September 1847. Das Direktorium der Sächsisch⸗Schlesischen Eisenbahn⸗Gesellschaft.

Bekanntmachung, öffentliche Versteigerung raffinirter Nickelspeise betreffend.

Auf dem Königlichen Blaufarbenwerke zu Oberschlema

bei Schneeberg soll

den 18. Oktober 1847, früh 10 Uhr, 1“ eine Quantität raffinirter Nickelspeise in ver⸗ schiedenen Raten, gegen sofort zu leistende Anzah⸗ lung eines Viertheils des Betrages der erstande⸗ nen Quanten und unter den sonstigen, am Tage der Versteigerung zu eröffnenden Bedingungen, bis auf hohe Finanz⸗Ministerial⸗Genehmigung der Seiten der Lizi⸗ tanten verbindlichen Gebote, öffentlich versteigert werden. Die Herren Konkurrenten haben entweder in Person oder durch legitimirte Bevollmächtigte im Licitations⸗ Termine zu aea8

Blaufarbenwerk Oberschlema, den 2. September 1847.

Die Königl. Sächs. Administration daselbst.

Graf von Holtzendorff.

1 2 die

[859 b] Ein geehrtes Publikum erlaube ich mir auf mein neu und fcrje le eingerichtetes

Schlesisches Hötel,

im Mittelpunkt der Stadt und am Wasser gelegen, ganz

ergebenst aufmerklsam zu machen, prompter und billiger Bedienung.

Berlin, im August 1847.

Heinrich Waechter.

[8715b]

Naturalien⸗Verkauf.

Das ausgezeichnet schöne Naturalien⸗Kabinet des allhier verstorbenen Herrn C. F. Hans, enthaltend eine reichhaltige Conchylien⸗Sammlung, in⸗ und ausländi⸗ sche ausgestopfte Vögel, Nester, Eier, Vierfüßler, aus⸗ ländische Schmetterlinge, Krebsthiere, Korallenthiere, Seesterne, See⸗Igel, geschliffene Steine, 450 verschie⸗ dene Holzarten in einem Schränkchen ꝛc., steht im Gan⸗ zen oder Einzelnen zum Verkauf, und ist das Nähere auf frankirte Briefe bei den Unterzeichneten zu erfahren.

Herrnhut in der sächs. Ober⸗Lausitz, im August 1847. H. F. Moeschler. C. F. Görlitz.

891 bl.

sischen Arbeitern gefertigten Pariser

ken gratis.

Gebrü

Unsere nach einer neuen Methode von franzö⸗

N 2⁴0 Seiden-Hüte, welche vermöge der ihnen mitgetheilten eigenthüm⸗ lichen Appretur nach jedem erlittenen Schaden wie neu wiederhergestellt werden, bringen wir hierdurch ergebenst in Erinnerung, und geben wir zu jedem bei uns gekauften Hute 3 solche Repassagen⸗Mar⸗

Die b. Hutfabrik der Freystadt,

.— gesund!

8 sorte.

2 Rthlr. für †¼ Jahr. 4 Krhtr. ser 8 Jar. 8 Rthlr. - 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchie ohne Preis-Erhöhung. Bei einzelnen Nummern wird der Gogen mit 2 ½ Sgr. berechnet

Alle post-Anstalten des In⸗ und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Erpedition der Alg. Preuß.

11“ Seitung: gehren⸗Straße Nr. 57.

FJusertions⸗-Gebühr für den kKaum einer Zeile des Allg.

Anzeigers 2 Sgr.

No. 249.

Inhalt.

Amtlicher Theil. 8

Inland. Berlin. Gedächtnißfeier der Schlacht bei Dennewitz. Provinz Schlesien. Versammlung des Vereins der Wundärzte in Freiburg. Das Turnen in Breslau.

Deutsche Bundesstaaten. Königreich Bayern. Reise des Prin⸗ zen Adalbert. Königreich Sachsen. Die Deutsch⸗Katholiken zu Beiträgen für die katholischen Kirchen verpflichtet. Königreich Württemberg. Der Stadt⸗Rath über das Wahlrecht der Deutsch⸗ Katholiken. Kurfürstenthum Hessen. Ausscheiden des Ministers des Innern. Herzogthum Sachsen⸗Koburg⸗Gotha. Oeffent⸗ lichkeit der Stadtverordneten⸗Versammlung.

Oesterreichische Monarchie. Wien. Vermischtes. Venedig. Naturforscher⸗Versammlung. Pesth. Festlichkeiten. Bregenz. Schützenfest.

Frankreich. Paris. Die Gerüchte über die Königin von Spanien. Sardinien und Oesterreich. Das Geständniß des Herzogs von Pras⸗ lin. Weiteres Verfahren gegen Dlle. de Luz)y. Vermischtes. Schreiben aus Paris. (Fortdauer der Unruhen in der Straße St. Ho⸗ noré; die gerichtlichen Verfolgungen verschiedener Blätter.)

Großbritanien und Irland. London. Gebete für den Aerndte⸗ Segen. Die Parteien im neuen Unterhause. Schiffs⸗Unglück. Vermischtes.

Belgien. Brüssel. Hofnachricht. Ackerbau⸗Ausstellung. Flan⸗ drische Bettler. Die Kolonie von Guatimala. Vermischtes.

Schweiz. Aus der Schweiz. Vermischtes.

Italien. Rom. Anrede des Papstes an die Studirenden. Die sar⸗ dinischen Anerbietungen. Das Lager bei Forli. Der Ober⸗Rabbi⸗ ner. Florenz. Der neue Staatsrath und das Ministerium.

Spanien. Schreiben aus Madrid. (Der General Narvaez; Minister⸗ Krisis; der Aufstand in Catalonien.)

Portugal. Lissabon. Ende der Minister⸗Krisis. nisterium gebildet.

Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten.

Neue Gesangs⸗ und Pianoforte⸗Compositionen.

Ein neues Mi⸗

Beilage.

Amtlicher Theil.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

Dem Geheimen Ober⸗Tribunalsrath von Winterfeld den Rothen Adler⸗Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub; dem Herzoglich sachsen⸗koburg⸗gothaischen Geheimen Staatsrath Heß den Rothen Adler⸗Orden zweiter Klasse; so wie dem Kaufmann Stanislaus

Jacoby in Warschau den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse; und

Den Justitiarien Leonhardt in Lützen und Blochmann in

Straußfurt den Justizraths⸗Charakter zu verleihen.

Ihre Königl. Hoheit die Prinzessin von Preußen ist, von Boitzenburg kommend, wieder hier eingetroffen.

Monats⸗Uebersicht der preußischen Bank, 9 gemäß §. 99 der Bank⸗Ordnung vom 5. Oktober 1846. 8 Aktiva.

) Geprägtes Geld und Barren .. 17,339,600 Rthlr. Kassen⸗Anweisungen. 751,900 » Wechsel⸗Beständdde . 13,663,200 Lombard⸗Darlehne 9,800,200

verschiedene Forderungen

b“ ... 13,749,600 Passiva.

Banknoten im Umlauf.....

Depositen⸗Kapitalien

Darlehne des Staats in Kassen⸗Anweisungen (nach Rückzahlung von 4,000,000 Rthlr.

efr. §. 29 der Bank⸗Ordnung vom 5. Oktober 1846)

Staats⸗ Papiere, uUnd MEt

14,808,900 Rthlr. 24,105,100

2,000,000 »

Mittwoch den Sten

9) Guthaben von Staatskassen, Instituten und Privat⸗Personen, mit Einschluß des Giro⸗ Verkehrs.. 1 1- 2,488,000 Rthlr. Berlin, den 31. August 1847. Königl. preuß. Haupt⸗Bank⸗Direktorium.

von Lamprecht. Witt. Reichenbach. Schmidt.

(gez.)

„Angekommen: Der General⸗Proviantmeister, Wirkliche Ge⸗ heime Kriegs⸗Rath, Dr. Müller, von Frankfurt a. d. O. Abgereist: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Staats⸗ und Kabinets⸗Minister, von Bodelschwingh, nach der Rhein⸗Provinz. Se. Excellenz der Königlich sächsische Staats⸗ und Justiz⸗Mini⸗ ster von Carlowitz.

nichtamtlicher Theil.

TInland.

„Berlin, 7. Sept. Der Jahrestag der Schlacht bei Denne⸗ witz wurde gestern, wie bereits seit mehreren Jahren, durch eine eben so erhebende als einfache Gedächtnißfeier festlich begangen. Sie galt dem Andenken der in den Jahren 1813, 1814 und 1815 gebliebenen Waffengefährten und war veranstaltet von dem Verein zur Einfriedi⸗ gung des Militair⸗Friedhofes in der Hasenhaide, welcher die Gebeine von 2382 preußischen Kriegern ans den Schlachten von Großbeeren und Dennewitz birgt.

„Einner Einladung des Vorstandes dieses Vereins zufolge, hatte sich die kleine Schaar der noch übrigen hiesigen Kriegskameraden aus der glorreichen Zeit der Befreiungskriege Nachmittags gegen vier Uhr am Anfange der Hasenhaide versammelt und trat, von Mar⸗ schällen geleitet, unter Vortritt eines Musik⸗Corps den Trauermarsch nach der bezeichneten Ruhestätte der Waffengenossen aus jenem Hel⸗ denkampfe an. Der Friedhof selbst war, zu ihrem Empfange, mit Fahnen und Emblemen, die an jene große Vergangenheit erinnerten, festlich geschmückt; in der Mitte, vor der noch nicht ganz vollendeten Kapelle, erhoben sich Kanzel und Altar, vor welchen für die Ehren⸗ Theilnehmer, die verschiedenen Trauer⸗Vereine, die Veteranen u. s. w. ein besonderer Raum vorbehalten war. Ein Sänger⸗Chor, bestehend aus Mitgliedern der Akademie für Männergesang, und ein aus den sämmtlichen Regimentern der hiesigen Garnison gebildetes Detasche⸗ 878 in Galla⸗Uniform harrten hier der herannahenden alten rieger.

Sobald diese an der ihnen bestimmten Stelle Platz genommen, begann die Todtenfeier mit einem Chorgesang, welchem ein von Beethoven komponirtes „Miserere“, ausgeführt von dem Sänger⸗ Chor, folgte. Hierauf betrat Herr Prediger Deibel, selbst einer der Kampfgenossen aus jener Zeit, die Kanzel und erinnerte in be⸗ geisterter Rede an den Ernst und die Wehmuth dieser feierlichen Stunde, an den Geist und die Bedeutung der großen Vergangenheit, deren Andenken sie gewidmetsei, und die Lehren, welche sie uns und den nach⸗ folgenden Geschlechtern für alle Zeiten gegeben habe zur Stärkung in Liebe und Treue für Fürst und Vaterland und zur Erhaltung des edlen Geistes, welcher Alle beseelt habe, deren ruhmreichen Andenken diese Stunde der Trauer und der dankbaren Rückerinnerung geweiht sei. „Wie sie so sanft ruhen, Alle die Seeligen“, vorgetragen von dem Sängerchor, und ein Schlußgesang beendeten die würdige und wahrhaft erhebende, erinnerungsreiche Feier, an welcher ein zahlreich versammeltes Publikum in ernster, inniger Haltung Theil nahm.

Die Einfriedigung dieser Helden⸗Ruhestätte schreitet sichtlich vor⸗ wärts. Möge die bei der gestrigen Feier veranstaltete Sammlung ihrem Zwecke entsprochen haben und recht viel dazu beitragen, das Werk bald seiner Vollendung zuzuführen.

Provinz Schlesien. Am 26. August hielt der höheren Orts sanctionirte Verein der Wundärzte Schlesiens seine zweite Ver⸗

sammlung in Freiburg. Da die Theilnahme an diesem Vereine noch nicht eine erwünschte zu nennen war, so wurde beschlossen, Kreis⸗Ver⸗ eine zu errichten, welche öfter sich versammeln und Lesezirkel unter ein⸗ ander bilden sollen; alljährlih werden diese Kreis⸗Vereine zu einer General⸗Versammlung sich vereinigen, in dieser die angemeldeten Vorträge halten und alle den Verein betreffenden Begebenheiten be⸗ rathen. Die nächste General⸗Versammlung findet nach allgemei⸗ nem Beschluß künftiges Jahr in Breslau statt.

Die Bresl. Ztg. meldet aus Breslau vom 4. September: „Das Turnen findet hier immer mehr Beifall und äußert auf unsere Jugend den wohlthätigsten Einfluß. Wir haben dies zunächst den Bestrebungen unserer löblichen städtischen Behörden, der Umsicht des Turn⸗Rathes und dann den angestellten tüchtigen Turnlehrern zu danken. Unglücksfälle sind, wie dies wohl bei einer solchen Ausdeh⸗ nung der Anstalt vorkommen könnte, noch nicht vorgekommen und stehen auch bei der großen Sorgfalt der Turnlehrer, mit welcher sie die Uebungen überwachen, nicht zu befürchten. Demgemäß hat sich bei der in die Augen springenden Heilsamkeit des Turnens, sowohl unmittelbar für den Leib, als mittelbar für den Geist, die Liebe dazu dermaßen verallgemeinert, daß auch schon zwei Anstalten für das Turnen der Mädchen bestehen.“

Deutsche Bundesstaaten. Königreich Bayern. (A. Z.) Se. Königl. Hoheit der

Prinz Adalbert ist am 2. September früh von München nach Aschaffen⸗

burg abgereist, wird aber vorher noch in Freising und Landshut sein Kürassier⸗Regiment inspiziren.

Königreich Sachsen. Eine Bekanntmachung des Ministe⸗ riums des Kultus und öffentlichen Unterrichts in Betreff der Aufbrin⸗ gung der Bedürfnisse der katholischen Kirchen⸗ und Schulgemeinden enthält die Bestimmung, daß auch die Deutsch⸗Katholiken verpflichtet sind, nach denselben Sätzen, wie die Mitglieder der römisch⸗katholi⸗ schen Kirche, beizutragen.

Königreich Württemberg. (S. M.) Bekanntlich hat der Stadtrath von Stuttgart am 2. August 1847 den Beschluß ge⸗ faßt, daß den Deutsch⸗Katholiken sowohl das aktive, als das passire Wahlrecht zu Gemeinde⸗Aemtern zustehe. Hierauf richtete (wie be⸗ reits erwähnt) die Königliche Stadt⸗Direction am 23. August einen Erlaß an den Stadtrath, worin derselbe aufgefordert wurde, sich dar⸗ über zu erklären, wie er zu dem oben erwähnten, der betreffenden höchsten Bestimmung zuwiderlaufenden Beschlusse gekommen sei.

Der Stadtrath hat nun in der Sitzung vom 30. August folgende Antwort an die Königliche Stadtdirection beschlossen:

„Königliche Stadt⸗Directton hat uns mittelst verehrlichen Erlasses vom 23sten d. M. aufgefordert, uns darüber zu erklären, wie wir zu dem der höchsten Entschließung vom 21. Januar 1846 zuwiderlaufenden Beschluß vom 2ten d. M. gekommen seien, wodurch die katholischen Dissidenten bei Gemeindewahlen für aktiv und passiv wahlfähig erklärt worden sind? worauf wir Folgendes zu erwidern die Ehre haben:

„Der Erlaß der Königl. Kreis⸗Regierung vom 30. Januar 1846, der uns von Königl. Stadt⸗Direction nicht zur Vollziehung oder Nachachtung, sondern blos zur Einsichtnahme mitgetheilt worden ist, enthält nirgends i ausdrücklichen und unzweideutigen Worten eine Ausschließung der katholi schen Dissidenten vom gemeindebürgerlichen Wahlrecht, sondern verweist nur anhangsweise und im Allgemeinen hinsichtlich ihrer staats⸗ und gemeinde⸗ bürgerlichen Rechte auf die §§. 27, 135 und 142 der Verfassungs⸗Urkunde und auf Art. 47 des Bürgerrechts⸗Gesetzes. Eine an uns gerichtete Wei⸗ sung, die katholischen Dissidenten zur Ausübung des altiven Wahlrechts bei Gemeindewahlen nicht zuzulassen, konnte aber die Mehrheit unseres Kolle- giums in diesem hohen Erlasse um so . erkennen, als derselbe eine bestimmte Auslegung der angeführten Stellen des Grundgesetzes und des Bürgerrechts⸗Gesetzes nicht vorschreibt, sondern eben sowohl den §. 27 der Verfassungs⸗Urkunde, der, nach unserer Ansicht, den katholischen Dissidenten die gemeindebürgerlichen Wahlrechte sichert, wie den Art. 47 des Bürger⸗ der ihnen diese Rechte abzusprechen scheint, als maßgebend

ezeichnet.

„Wir konnten uns deswegen auch in der von jeder Anwendung und Vollziehung der Gesetze unzertrennlichen Befugniß, nach den Regeln der

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Neue Gesangs⸗ und Pianoforte⸗Compositionen.

Ehe wir zur Beurtheilung der eingesandten neuen Gesangs⸗ und Pia⸗ noforte⸗Compositionen selbst schreiten, möge (zur Vermeidung des jedesmali⸗ gen Beifügens) die Bemerkung ihre Stelle finden, daß säm mtliche jetzt zu besprechende Werke in dem Verlage von Bote und Bock allhier, und zwar in einer so splendiden Ausstattung erschienen sind, wie man sie bei den aus dieser Offizin hervorgehenden Editionen stets gewärtig ist.

A. Neithardt, der 24ste Psalm und 5 Sprüche für Sopran, Alt, Tenor und Baß (a Capella) Op. 134. Partitur und Stimmen.

Der thätige und umsichtige Direktor des hiesigen Domchors liefert in diesem Psalm und den beigefügten 5 Sprüchen ein mehrstimmiges Werk, das, von außerordentlicher Klarheit in der harmonischen Behandlung, ein⸗ fach und natürlich in der Stimmführung, seiner leichten Ausführbarkeit we⸗ gen, besonders für Schulen und kleinere Gesangs⸗Institute, eine brauchbare Gabe sein dürfte. Wir wollen es daher zu dem bezeichneten Zwecke hier⸗ mit bestens empfohlen haben.—

J. C. Schärtlich, 4 Gesänge für Männerstimmen. Sechstes Heft der Liedertafel⸗Gesänge. Partitur und Stimmen.

Sehr einfach erfundene Compositionen, die jedoch ihren Zweck, als Ta⸗ felgesänge Heiterkeit zu verbreiten, vollkommen erreichen werden. Gleich Nr. 1: „Nach dem Rheine“, ist frisch und kräftig gehalten und von bele⸗ bendem Eindruck. Nur die Begleitung von Brummstimmen zu den Worten des Baß⸗Solo's:

„Wo der Dom zum Himmel strebet“,

scheint uns sowohl dem Inhalte dieser Stelle, als dem Charakter eines MRheinliedes überhaupt zu widerstreben. Von den übrigen Gesängen des Heftes moͤchte Nr. 4 das gelungendste und ansprechendste sein.

G. Wöhler, Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Piano⸗ Op. 8. Heft 1 und 2. 38 8 8 des Plag Der Verfasser dieser Lieder hat bereits in früheren Werken ein bedeu⸗ tendes schöpferisches Talent für Lieder⸗Composition an den Tag gelegt und bewährt es auch in dem neuen Heste auf erfolgreiche Weise. Fir haben in jeder Nummer Eigenthümliches wahrgenommen und überall den denken⸗ den Komponisten, dem es um ein Verständniß des Textes zu thun ist, wie⸗ der erkannt. Vorzugsweiser Erwähnung verdienen Nr. 1, 7 und 8, insofern sich Nr. 1, „Widmung“, durch charafteristische Auffassung auszeichnet, Nr.

7 sehr zart und gefühlvoll behandelt ist und Nr. 8, „In der Fremde“, ein höchst ansprechendes, romantisch gefärbtes Kolorit entfaltet. Die Gesänge e allen denen, die Sinn für Gediegeneres haben, reichen und hac haltigen Genuß.

Fanny Hensel. 6 Lieder für eine Stimme mit Begleitung des Pianoforte. Zweites Heft. Op. 7.

Ein Werk der verklärten Künstlerin, das, reich an eigenthümlichen und geistreichen Zügen, jedoch das Vorbild Mendelssohn nicht ver⸗ leugnet und bei dem darin sichtlich vorwaltenden Streben nach Origina⸗ lität nicht selten Gesuchtes und Unpraktisches zu Tage fördert. So finden sich z. B. 2 Lieder, Nr. 3 und 6 aus Fis- und Cis-⸗Dur, in dem Hefte, bekanntlich Tonarten, welche den Vortrag eines Musikstücks, we⸗ nigstens für den Dilettanten, fast bis zur Unausführbarkeit erschweren, wäh⸗ rend doch die Liedform ohnehin stets die möglichste Einfachheit und Leich⸗ tigkeit der Ausführung bedingt. Eine Transposition um einen halben Ton tiefer würde hier, dünkt uns, unbeschadet der Charalteristik, sowohl im In⸗ teresse der angezogenen Compositionen, als des Verlegers des Liederheftes, vollkommen gerechtfertigt erscheinen. Gesuchtes in der Melodie enthält besonders Nr. 5, „Bitte“ (von Lenau). Am natürlichsten, dennoch eigen⸗ thümlich, gestalten sich Nr. 1, 2 und 4, von denen wiederum Nr. 1, „Nacht⸗ wanderer“ (von Eichendorff), vorzugsweise Beachtung verdienen dürfte. A. Fuchs, 3 Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Piano⸗

Op. 1. Dies Op. 1 enthält drei sehr ansprechende Lieder heiteren Charakters, die, natürlich und leicht erfunden, sich meist im Tanz⸗Rhythmus bewegend, ihr Publikum bald finden werden.

Isabella Behr, 2 Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte. Op. 1. 1

Das Werk einer Dame, die als Gesangs⸗Dilettantin in den hiesigen musikalischen Kreisen eines ehrenvollen Rufes genießt. Die Verfasserin be⸗ kundet übrigens auch in diesem Compositions⸗Versuche ihre musikalische Na⸗ tur und nicht unbedeutendes Geschick für die Liedergattung. In Nr. 1 ist namentlich die Cantilene von Hes whene Wirkung. Das ganze darf als erstes Werk jedenfalls willkommen geheißen werden.

Otto Baron Zedlitz, 8 Lieder für eine Singstimme (Alt oder Bariton) mit Begleitung des Pianoforte, Hest 1 und 2,

forte.

Da sich unter der Fluth von täglich erscheinenden Liedern verhältniß⸗ mäßig immer nur eine geringe Anzahl für eine tiefe Stimme vorfinden, so wird das Werk schon aus diesem Grunde die Beachtung der betheiligten Sängerwelt auf sich lenken. Uebrigens giebt sich manches Erfreuliche in diesen Liedern kund, namentlich hinsichtlich einer geschickten Behandlung der Stimme, obgleich nicht zu verkennen ist, daß sie in anderen Beziehungen, z. B. in Ansehung der Erfindung, im Allgemeinen ein ziemlich dileitantisches Gepräge tragen.

S. H. Spiker, das Schwanenlied, Lied für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte.

Ein sehr einfaches, gefühlvolles Strophen⸗Liedchen.

A. Löschhorn, Volkslieder, für das Pianoforte übertragen. Op. 17.

r. 3.

Sowohl die Wahl, als die Bearbeitung dieser Volkslieder verdient in vieler Hinsicht Anerkennung. Nr. 3: „Schweizers Heimweh“, teiht sich den früher erschienenen Nummern, enthaltend: „Kriegers Morgenlied“ und „Jä⸗ gerlied“, durch charaktergemäße und geschmackvolle Klavier⸗Behandlung wür⸗ dig an, so daß wir alle drei Nummern vorgeschrittenen Spielern als anzie⸗ hende Salonstücke empfehlen dürfen.

J. N. Dobrzy Uski, Deux Mazourkas pour le Piano. Oeuv. 37.

Zwei geschmackvoll und elegant erfundene Masurkas, die ihres anspre⸗ chenden und nicht schwierigen Fuhalts wegen bald den allgemeinsten An⸗ klang sinden werden.

Charles Voss, La Force et la Douleur, Galopp de Bravoure pour le Piano. Ocuv. 74.

Un soir au Chateau rouge à Paris, Polka brillante pour Piano. Oeuv. 62.

Charles Voß, der beliebte berliner Salon⸗Komponist, beschenkt die Dilettanten⸗Welt in diesen beiden Werken wieder mit eben so an eneh⸗ men als effektvollen Piano⸗Compositionen. Sowohl der Galopp, als die Polka sind aus interessanten und theilweise sehr pikanten Motiven geschickt zusammengestellt und, obwohl keinesweges schwierig auszuführen, dennoch von glänzender Klavier⸗Wirkung, wie denn Herr Voß überhaupt das Talent besitzt, in seinen Compositionen oft mit verhältnißmäßig geringen technischen Mitteln bedeutende Klang⸗Effekte zu erzielen. 5