1847 / 265 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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i r liegenben vielen Ruinen höchst interessanten vöerxzabs. eeeeeenen er ere ere sen Hmesene Nüsaahar 2 Sengrüc hierher zu befehlen. Und 2

3 u Nachmi ein Viertel nach 4 Uhr Se. Majestä sahen wir hhra⸗ en, sicben Aussehens und freundlich rechts und vX v. 89 vrgenben Volksmenge dankend, ihm zur Linken der links der ihn unter dem Gelaute der Glocken

Minister von Bone⸗ im Regierungs⸗Gebände abstei⸗ b 88— welklichen und geistlichen Behörden Seiner

g tönigl. Hoheit der Prinz Friedrich von Preu⸗ 1 den sne 8 welchem Behufe der⸗ im aus der nahegelegenen Bundesfestung Luxemburg gekommen 8 die in ihm ihren Gouverneur verehrt und woselbst Se. Königl. Ho⸗

beit sich seit einigen Wochen aufhält. Nach kurzem Verweilen benutz⸗

. . % D

ten Se. Majestät noch die Abendstunde, um die Dom⸗ und die Lieb⸗

frauenkirche zu besuchen, von dem Fortschritte des befohlenen Ausbaues

der römischen Basilika sich zu überzeugen, die römischen Bäder zu be⸗

sichtigen und im Vorüberfahren dem Theile der Maximin⸗Kaserne

limen Blick zu schenken, den Se. Majestät zu einer Kirche herstellen

zu lassen geruhen. Später war große Tafel von 30 Personen.

Heute früih um 7 Uhr haben uns Se. Majestät bereits wieder ver⸗

lassen und das festlich geschmückte und reich beflaggte Dampfboot

„Blücher⸗Vorwärts“ bestiegen, das den Königlichen Reisenden sicher

und rasch den Ufern des Rheines, dem schönen Stolzenfels, heute

Nachmittag zuführen wird, woselbst Se. Majestät einige Tage resi⸗

diren werden.“ h . , 1

Der Gemeinde⸗Rath von Krefeld hat in seiner Sitzung am 16. September auf den Antrag des vorsitzenden stellvertretenden Bür⸗

ermeisters, daß es bei der bevorstehenden Anwesenheit Sr. Maje⸗ ät des Königs in der Rhein⸗Provinz angemessen erscheine, eine Deputation zu erneunen, welche demselben Namens der Stadt ihre Ehrerbietung beweise, eine solche aus vier Mitgliedern bestehende Deputation gewählt.

In derselben Sitzung kam eine Maßregel zur Sprache, welche bereits an anderen Orten mit augenscheinlichem Erfolg ins Leben ge⸗ rufen ist, nämlich den Verkauf der Kartoffeln auf dem Markte, statt wie bisher nach dem Maße, hinfort nur nach dem Gewichte zu ge⸗ statten. Zur ÜUnterstützung des dahin zielenden Vorschlags wurde nicht allein das Interesse der Käufer geltend gemacht, da der Ver⸗ käufer das Maß locker auszuschütten verstehe und das Gewicht sehr häufig wechsle, sondern auch der Vortheil der städtischen Kasse, falls eine gdtische Waage zur Konstatirung größerer Quantitäten einge⸗ richtet und damit einem längstgefühlten Bedürfnisse abgeholfen werde. Als indeß dagegen geltend gemacht wurde, daß die Ausführung der Maßregel für die Verkäufer, die sich sämmtlich gerichte Waagen an⸗ schaffen müßten, mit eben so großen Schwierigkeiten und Unannehm⸗ lichkeiten verknüpft sei, als für die Käufer, wenn sie im Gedränge sich vorwiegen lassen sollten, wurde dieselbe einstweilen noch ausgesetzt.

Der Rhein. Beob. enthält nachstehendes Schreiben von der holländischen Gränze vom 16. September:

„CEs ist in neucrer Zeit mehrsach darauf aufmerksam gemacht worden, daß Holland sich äußers nachlassig zeige in den Anstalten, die ihm zur Er⸗ vaung ver Schifberkrit des Rheines obliegen. In der That sind die Kiagen vder Schifrr icher Zunahme der Untiesen in den holländischen Thei⸗ len vieses Smomes, per „der Maas und dem Rhein selbst nie so hüntsig gewesen, als in dem verwichenen Sommer, und es scheint fast, als vb vs allgemeint Urtheil, daß Holland diese Vernachlässigung der Rücksich⸗ ten, welchr vdie dentsche Schi ersordert, absichtlich und systematisch ein⸗ treten lasse, um der g ciner entstchenden Konkurrenz in der See⸗ schifffahrt vom deutschen Rheine aus vorzubeugen, nicht ganz ohne Grund sei. Holland, vermöge seiner Lage und Handelsverbindungen auf die Schifffahrt angewiesen, besitzt Mittel die Menge, um seine Kanäle und vorzugs⸗ weise die Zugänge zu seinen Seehäfen fahrbar zu erhalten; überall sieht man an denselben die ausgezeichneisten Baggermaschinen (Moddermoelen⸗) in sortwährender Thätigkeit: nur auf dem Wege, den der deutsche Schiffer ur See einschlagen muß, und der traktatmäßig von Holland fahrbar unter⸗ halten werden soll, trifft man diese Maschinen äußerst selten an, und immer werden dieselben nur so lange angewandt, bis der äußerste Nothstand gehoben ist, d. h. bis den gewöhnlichen Rheinschiffen wieder zur Noth das versandete und verschlammte Fahrwasser geöffnet ist. Im gegenwärti⸗ gen Sommer ist aber gar nichis geschehen, obwohl die Untiefen bei Arn⸗ heim, Tiel, Zoli⸗Bommel, Gorinchen bis nach Dondt fortwährend zugenommen haben und stellenweise bei dem niedrigen Wasserstande gar nicht passirt werden konnten. Eben so wenig wie für Stromverbesserungen thuͤt Holland für die Lein⸗ pfade; Verwüstungen, die der Eisgang des vorigen Winters herbeigeführt hat, liegen zum Theil noch jetzt unausgebessert, und überhaupt sind die Lein⸗ pfade in überaus schlechtem Zustande. Die deutsche Segelschifffahrt auf dem Niederrhein, die schon durch die Dampfschifffahrt und die Rheinische Eiseubahn bedeutend gelitten hat, kommt bei solchen Zuständen immer mehr herunter. Allein Holland gewinnt; es sichert sich immer mehr vor der ge⸗ fürchteten Rhein⸗Seeschifffahrt, sein Speditionshandel, seine Intraden an

Hafen⸗, Kommissions⸗, Lager⸗, Umlade⸗ und vielen anderen Gebühren neh⸗

men in demselben Grade zu, in welchem das Fahrwasser für die deutschen Schiffer ungeeigneter wird. Und doch ist, wie gesagt, Holland den Trakta⸗ n gemäͤß verpflichtet, die Wasserstraße jusqu'z la mer im Stande zu alten.“ 8

C. Düsseldorf, 20. Sept. Die Bestimmung, daß Se. Maje⸗ stät unser König von Benrath aus der Einweihung des restaurirten Münsters zu Altenberge am Sonntag den 26sten beiwohnen wollte, is dahin abgeändert worden, daß diese Einweihung schon am Mitt⸗ woch den 22sten stattfindet und Se. Majestät von Brühl aus nach dem Dejeuner sich dahin begeben und zum Diner wieder nach Brühl zurückkehren wird.

Se. Majestät der König der Niederlande traf auf der Rückkehr

von Weimar heute Abend hier ein, bestieg sofort seine seit 14 Tagen am Rheinwerft ankernde Dampf⸗Jacht „Zeus“ und setzte ohne weiteren Aufenthalt die Reise nach dem Haag fort.

Deutsche Bundesstaaten.

.Königreich Bayern. (R. K.) Se. Majestät der Köni H In der Meiversihts Erlangen kinen erdentlichen sr fefe⸗ 2—eg Thevologie extra statum reformirzen Glaubens, mit besonderer Rück⸗ sichtnahme auf die vcereinigten Protestanten der falz, ernannt und vesen Fehisicht den bisherigen Protsor der Theologie zu Zürich 1 rd aus Erlangen, v 5. . neacagen 8 2 om 1. tober an in prov. Eigenschaft Nachdem an den Großherzoglich badischen Grä 8 angezolh auf Getraide und Hülsenfrüchte auf ein denanagen, ae⸗ eptembers herabgesetzt worden ist, tritt die Keiche Ermäßigun bieses Zolles auch an der bayerischen Gränze vom 20sten d 898 ng gegen die Schweiz in Wirksamkeit. . M. an

Großherzogthum Baden. Am 16. Septemb b Herren Staats⸗Miniszer von Dusch und Staats⸗Rarh Ben 8 158 ruhe abgereist, um eine Rundreise nach dem Seekreis anzutreten.

Großherzogthum Sachfen⸗Weimar. (Weim. Ztg.) Ihre Königl. Hoheit die Prinzessin von Preußen ist am 17ten d. M. in Belvedere eingetroffen. 8

Die gewöhnlichen Herbstübungen des Großherzoglichen Linien⸗ Militairs sind am 19ten d. M. in Weimar und Eisenach zu Ende gegangen. öb1“ 2 1 8

es Unruhe und

usb 1815 als österroichische Kasernen bezeichnet wurden, wie

1858

V Aerndte bei dem landwirthschastlüchen Veneine kingsgangen sind, er⸗

iebt sich, daß der Roggen einen Ertrag gewährt hat, wie er nur felten erlebt worden, und im Durschnitte 1 ½ bis 2 Mittel⸗Aerndten leich zu rechnen ist; daß die Weizen⸗ und Gersten⸗Aerndte, 2 wie die Aerndie der Hülseufrächte gut, die Hafer⸗Aerndte jedoch nur mittelmäßig und nur hier und da gut ausge⸗ fallen ist; daß die Kartoffeln zwar einen reichlichen Extrag liefemn werden, aber fast überall hald mehr, bald weniger krank sind, ferner, daß die Wiesen und Kleefelder im ersten Schnitte zwar hin⸗ sichtlich der Masse eine geringe Ausbeute, aber von vorzüglicher Güte geliefert haben; daß endlich die Obst⸗Aerndte an Aepfeln, Birnen und Kirschen so reichlich gesegnet ist, wie sich dessen die älte⸗ sten Leute nicht zu erinnern wissen. Doch die Pflaumen sind nur strichweise gut gerathen. Im Durchschnitte sind die Roggenpreise seit den Monaten April, Mai und Juni, wo sie am höchsten standen, jetzt überall über die Hälfte heruntergegangen, und möglicherweise werden sie nach Beendigung der Aerndte und Feldarbeiten, wenn die Zeit des eigentlichen Ausdreschens beginnt, noch weiter fallen. Die Krankheit der Kartoffeln wird unter diesen Umständen keinen gegen⸗ theiligen Einfluß ausüben, da sie im Ganzen genommen eine so reich⸗ liche Aerndte liefern werden, daß der gewöhnliche Bedarf dadurch gedeckt wird.

Oesterreichische Monarchie. b

Wien, 21f. Sept. (Oesterr. Beob.) Die Gazzetta di Venezia vom 15. September enthält folgenden Artikel:

„Die italienischen Journale und die itallenischen Korrespondenten der fremden Zeitungen setzen ihren Kreuzzug gegen Oesterreich fort. Sie alle zu widerlegen, würde unsere Kräfte übersteigen; die materielle Zeit, die uns nur in demselben Grade zugemessen ist, wie jedem anderen Sterblichen, würde uns zu dieser berkuhischen Arbeit nicht genügen; denn die Zahl je⸗ ist Legion. Wir beschränken uns daher auf das Wesent⸗ ichste.

„Man beschuldigt Oesterreich in Rom der Verschwörung gegen Rom, und der große Prozeß soll die Beweise liefern. Warum ist denn dieser Beweis noch nicht geliefert worden? Man sucht ohne Zweifel noch andere Beweisstücke; deshalb haben wir z. B. in der Presse vom 2. September folgende Worte gelesen:

„Livorno hat seine Verschwörung wie Rom gehabt, wenn wir dem fol⸗ genden Korrespondenzartikel des Nouvelliste de Marseille Glauben beimessen dürfen:“

„„Livorno, 27. August.

„„Es ist hier ein surchtbares Komplott entdeckt worden; die Aufschlüsse, die wir Ihnen hierüber mittheilen, können als offiziell betrachtet werden. Da die Dinge, wie es scheint, nicht nach dem Wunsche des wiener Ka⸗ binets gingen, hat der österreichische Konsul zu Livorno einen Plan er⸗

sonnen, der unsehlbar gelungen wäre, wenn die Vorsehung, die seit eini⸗ ger Zeit sichtbar über Italien wacht, ihn nicht zu rechter Zeit enthüllt hätte. Einige aus den Gefängnissen entlassene Missethäͤter, die von je⸗ nem österreichischen Konsularagenten reichlich mit Geld gedungen waren, sollten sein Haus überfallen, Feuer darin anzulegen suchen und in jedem Falle sich des österreichischen Wappens und der österreichischen Fahne be⸗ mächtigen, um sie in den Koth zu ziehen und auf öffentlichem Platze zu verbrennen. In Livorno, wie in Rom, hat das Volk selbst sich der Sache] angenommen; die Schuldigen haben die Flucht ergriffen.““

„„Solchergestalt (fährt die Gazzetta di Venezia fort) wird es auch

sis wieder an dem Corpus delicti zum Prozesse sehlen. Wahrlich, es heißt zu sehr auf die Leichtgläubigkeit des Publikums sündigen, wenn man jedesmal die nämliche Fabel erdichtet; man weiß nicht, was man mehr ver⸗ achten soll, die Schändlichkeit eines solchen Plagiats oder die Armuth des Erfindungsgeistes.

„Wir wissen bei Allem, was geschieht, wie viel davon auf Rechnung des Treibens der unredlichen Austifter zu setzen ist, wie wir die edlen und hochherzigen Gesinnungen des Patriotismus und die Treue gegen den hei⸗ ligen Stuhl, welche die Völker des römischen Staats an den Tag gelegt

Baterland, keinesweges nach; aber auf die Gefahr hin, die Gazzetta E8 di Venezia neuerdings, wie dies bereits an einigen

rten wegen ihres Artikels vom 28. August geschehen ist, verbrannt zu sehen, halten wir uns für verpflichtet, unseren Landsleuten zu sagen, daß sie der Spielball eines ungeheuren Betruges sind; wir wiederholen ihnen, daß die Lüge oder der Irrthum, der nichts Anderes ist, als der Glaube, den man der Lüge beimißt, nie ein Prinzip der Wiedergeburt für ein Volk ein Wort, das übrigens auf den Zustand des italienischen Volkes gar nicht paßt gewesen sind und es nie sein werden.

„Die italienischen Blätter hören nicht auf, Oesterreich anzuklagen, daß . Unorduung in den römischen Staaten verbreite, um die Nothwendigkeit seiner Intervention herbeizuführen; die of⸗ siziellen Erklärungen des wiener Kabinets vermochten nicht, sie ci⸗ nes Besseren zu überzeugen; es geschah nur, was wir schon frü⸗ her vorausgesagt hatten. In der That sagt man nunmehr, daß die von dem römischen Volk angenommene Haltung Oesterreich verhindert habe, seine Pläne ins Werk zu setzen: die, welche in Ferrara einfielrn, sind von ihrem Unternehmen zurückgetreten.

„Abstrahiren wir einen Augenblick von den Grundsätzen, welche seit den letzten Revolutionen in Europa dem Benehmen Oesterreichs stets zur Richtschnur gedient haben; nehmen wir an, daß es wankelmüthig geworden, daß es plötzlich seine Maximen der Klugheit und der Mäßigung aufgegeben habe, um sich einer Politik der Gewalt und Ungerechtigkeit hinzugeben. Aber in diesem Falle würde das römische Volk für sich selbst wenig Achtung ha⸗ ben, wenn es zugäbe, daß Oesterreich einen Invasionsplan ausführen wolle, ohne die Mittel hierzu vorbereitet zu haben. Und diese Mittel, wo sind sie? Saͤmmtliche Truppen, aus denen das österreichische Heer besteht, liegen, ohne Ausnahme, in ihren gewöhnlichen Kantonnirun⸗ gen; im ganzen Umfange des Kaiserreichs ist in diesem Jahre nicht einmal ein einziges Uebungslager zusammengezogen worden, das einen Vorwand zu jenem Schreck hätte geben können. Jeder aufmerksame Beobachter wird demuach sagen: bie sen Invasionsplan ist eine Fabelz; und die⸗ jenigen, weiche an diese Fabel geglaubt haben, rühmen sich nun, sie durch ihre Haltung verhindert zu haben! Es ist demnach eine für Jedermann entschiedene Frage, daß es sich keinesweges von einer Invasion handelt.

„Aber die Invasion besteht, sagen unsere unredlichen Gegner, und die Ignoranten, die nicht wissen, was sie reden, beten es ihnen nach: „„ as Gebiet des heiligen Stuhls ist verletzt; die Stadt Ferrara ist von Truppen besetzt worden, die kein Recht haben, darin zu sein; der Status qguo muß wiederhergestellt werden; jene Truppen müssen in die Citadelle zurue gehen. Aber gerade dies würde ja dem Siatus quo zuwider sein, weil die österrei⸗ chische Besatzung seit dem Jahre 1815 immer in der Stadt und niemals in der Citabelle gelegen hat, aus dem ganz einfachen Grunde, weil sie 28 Uein ist, um eine Garnison zu beherbergen; jeden Tag, wenn die Wache bezogen wurde, ging blos eine Abtheilung der Besatzung in die Citadelle, um dort den Wachdienst zu versehen. ö1“

„Eine einzige Epoche machie hiervon eine Ausnahme, nämlich die der Revolntion, welche im Jahre 1831 in der Romagna und in den Legationen ausbrach. Der österreichische Kommandant, der nur vier Compagnieen Insan⸗ terie zu seiner Disposition hatte, zog sich mit seinen Truppen in die Cita⸗ delle zurück; aber dieser durch die ÜUmstände gebotene Rückzug war nicht von langer Dauer; nachdem die Garnison Verstärkungen erhalten hatte, b-g sie wieder ihre gewöhnllchen Quartiere in den Kasernen von S. Be⸗

eite und S. Domenico, die in der Stadt liegen und seit dem ahre anta Catarina Martire das österreichische Militairspital genannt wird.

„So stehen die Sachen, weil es unmöglich ist, daß sie anders siehen. Wenn der berühmte Ingenicur Marchi, der Exrfinder der Figur der Bastion und demmach der Gräuber der neueren Ingenieurkunst, der einst römischer Unternhan Feresen. noch Nachkommen, wir meinen seientisische Nachkommen, in Rom hak, frage man sie, welche Beziehungen zwischen einem Plate und dessen Eitavelle bestehen; sie werden antworten, wie die Feßren⸗ aller Länder aniworen wünden, baß eine Eitadelle ein Zustuchtsork ist, wohin sich

Aus den Berichten, welche über die Ergebnisse der diesjährigen

, zu ehren wissen. Wir stehen denselben an Verohrung für das Ober- aupt unserer heiligen Kirche, wie an Liebe für Italien, unser gemeinsames

die Besatzung des Platzes zurückzieht, wenn sie von einem äußeren Feinde, der sich des Platzes bemächtigt hat, oder von einer inneren Bewegung sei⸗ ner Einwohner hierzu genöthigt wird. Sie dient als letztes Mittel, die Vertheidigung sortzusetzen und Sulkurs zu erwarten.

„Alle Einwohner von Feörare wissen, und Alle, die sich die Mühe ge⸗ ben wollen, sich einen Plan dieser Festung zu verschaffen, werden sehen, daß die Citadelle nur ein einziges Thor hat, das nach der Stadt hin ausmündet, und daß demnach die Besatzung der Citadelle, die nicht zu gleicher Zeit die Stadt und die Stadtthore besetzt hielte, sich in einem Zustande fortwährender Blokade be⸗ finden würde, weil dieser Besatzung zu ihrer Verbindung nach außen blos ein Pförtchen bliebe, dessen Name: porta di soccorso, schon die Bestim⸗ mung andeutet.

„Diese kurze und einfache Darstellung wird genügen, um jeden Kunst⸗ verständigen zu überzeugen; die Beziehungen, die zwischen dem Platze und seiner Citadelle bestehen, sind nicht willkürlich, sondern durch die Regeln der Kunst bestimmt, und wir haben sie angedeutet. Nichtsdestoweniger finden wir, trotz der Evidenz dieser Thatsachen, in dem Eingange eines lange und mühsam ausgesponnenen Artikels der Morning Chronicle vom 6. September d. J. denselben faktischen Irrthum. In diesem Artikel, der von der Stellung Oesterreichs zu den Staaten des heiligen Stuhles handelt und sich mit der Frage von Ferrara beschäftigt, heißt es wörtlich:

„Der erste Schritt vorwärts ist gethan. Wann und in welcher Richtung der zweite erfolgen wird, ist eine Frage, welche die Weisheit des erfahrensten Staatsmannes schwer zu beantworten im Stande sein dürfte. Ein schleuniger Rückzug würde das Werk einer klugen und zu gleicher Zeit der einzig ehr⸗ lichen Politik sein.““

„„Wir haben nur eine einzige und leichte Antwort hierauf zu geben. Oesterreich wird keinen Schritt rückwärts thun, weil es keinen vorwärts ge⸗ than hat. Es hat nichts in seiner Stellung geändert, die es seit 33 Jah⸗ ren in Ferrara behauptet; das Einzige, was sich geändert hat, ist die Art und Weise, wie man diese Stellung jetzt gern betrachten möchte.“

Preßburg, 19. Sept. (Preßb. Ztg.) Heute um die Mittagsstunde verkündete der Schall der Glocken den Bewohnern un⸗ serer Stadt die vom ganzen Vaterlande tief empfundene Nachricht des Hintritts des Reichsprimas, welcher zu Gran nach kurzer Krank⸗ heit, tief betrauert, aus seiner geistlichen Unterthanen Mitte schied.

Innsbruck, 15. Sept. (Bresl. Ztg.) Heute haben wieder zwei Tompagnicen Jäger Junsbruck verlassen, die nach Italien mar⸗ schiren. Die Dislozirungen unserer Truppen hören noch nicht auf, vielmehr bewegen sich fortwährend große Massen nach Italien. Nichts⸗ destoweniger glaubt man auch hier nicht an eine ernstliche Störung des Friedens, so kriegerisch es auch ringsumher aussieht und so groß auch die Aufregung in mehreren Gegenden Italiens sein mag.

Triest, 12. Sept. Die Truppen⸗Bewegungen in unserer Ge⸗ gend hören noch nicht auf. Fast täglich passirt Bagage und manche

Abtheilung österreichischer Regimenter unseren freundlichen Ort.

Der Wein ist in diesem Jahre vortrefflich. Wir haben davon, so wie von anderen Früchten, einen überaus reichen Segen.

Frankreich. Paris, 19. Sept. Der Moniteur meldet, daß von der Flottenstation au der westafrikanischen Küste dem Marine⸗Minister der amtliche Bericht über die vor einiger Zeit stattgefundene unbefugte Durchsuchung eines französischen Schiffes von Seiten eines englischen Kreuzers zugegangen sei, in Folge welcher der englische Befehlshaber, Commodore Hotham, von dem französischen Contre⸗Admiral veranlaßt worden ist, dem Capitain des britischen Kreuzers einen öffentlichen Verweis zu ertheilen. 8 Das Portefeuille führt in Betreff der Auslegung des Art. 103 der wiener Schluß⸗Akte: „Se. Kaiserlich Königlich apostolische Majestät und deren Nachfolger haben das Besatzungsrecht in den Plätzen (places) von Ferrara und von Commachio“, eine Reihe von Stellen aus früheren Staats⸗Verträgen, in welchen das Wort „blace“ gebraucht wird, an und fügt dann hinzu: „Will man un⸗ parteiisch urtheilen, so muß man in den angeführten Citaten den Beweis finden, daß das Wort place in der Diplomatie nicht in der engeren Bedeutung von Citadelle gebraucht wird, sondern im Ge⸗ gentheil place die allgemeine Benennung von Städten ist, die, ohne eigentliche Festungen zu sein, mit Mauern, Bastionen und anderen Festungswerken versehen sind. Wie ließe sich ohne dieses die Eigenschaft eines Platz⸗Kommandanten erklären, welche man oft den Befehlshabern von Städten giebt, die nur von einer einfachen Circumvallationslinie umgeben und weder Fort noch Citadelle sind? Ferrara war ursprünglich eine Festung; die franzö⸗ sischen Truppen zerstörten im Augenblicke ihrer Ränmung gegen das Ende des Kaiserreichs einen Theil der Befestigungen, ließen aber die Bastionen fortbestehen, welche, wie schon erwähnt, die Stadt umge⸗ ben. Deshalb brachte der wiener Kongreß sie in die Kategorie von Plätzen, die zum Centrum militairischer Operationen dienen können, und nannte sie im Artikel 103 der Schlußakte Platz (placc) und nicht Stadt (ville). Aber, sagt man, Ferrara ist jetzt eine offene Stadt. Zugegeben, daß die Vernachlässigung, worin sich gegenwär⸗ tig die Bastionen besinden, in gewissem Sinne eine derartige Benen⸗ nung rechtfertigen könne, so ist es doch eben so wahr, daß im Jahre 1813 bei Unterzeichnung jener Schlußakte Ferrara ein Kriegsplatz in der wahren Bedeulung des Wortes war, und daß folglich nach dem Zustande der Dinge im Jahre 1815 und nicht nach dem im Jahre 1847 das Wort piace erklärt und genommen werden muß. „Ueber⸗ dies geht Oesterreich, sich auf den gesetzl chen Grundsatz hia „„der Besitz giebt Anspruch““, auf den Umstand zurück, daß es während zweiunddreißig Jahren das Besatzungsrecht in Ferrara ge⸗ übt, da der Kommandant der österreichischen Garnison seinen amt⸗ lichen Wohnsitz im Innern der Stadt und nicht in der Citadelle habe. Das Militair⸗Hospital der Oesterreicher liegt ebenfalls im Innern der Stadt; die Offiziere wohnen beständig in Mitten der Bevölke⸗ rung; und die Muntzipalität hat zwei Klöster, San Dominico und San Lucia, die in der Sndt liegen, zu Kasernen für die Oesterrei⸗ cher einrichten lassen, welche sie im Jahre 1831 einnahmen, als die Kaiserlichen Truppen auf den ausdrücklichen Wunsch Gregor's XVI. ganz Ferrara besetzten, wie sie es auch schon früher, im Jahre 1821, mit ausdrücklicher Beistimmung der auf den Kongressen von Laibach und von Verona anwesenden Mächte gethan hatten. Im Augenblicke, wo die Mächte, welche die wiener Schlußakte unterzeichnet haben, wahrscheinlich um ihre Meinung in Betreff des zwischen dem päpstlichen Stuhle und Oesterreich entstan⸗ denen Streites über die wahre Bedeutung des Wortes place ange⸗ gaugen werden, maßen wir uns nicht das Recht an, diese Frage zu entscheiden. Es geuügt uns, daß wir die Materialien gesammelt haͤ⸗ ben, nach denen sich der unparteiische Beobachter, welcher die Dinge nicht nach dem Prisma der politischen Leidenschaften beurtheilt, son⸗ dern auf der Wage des Rechts wägt, eine richtige Ansicht bilden 2 Üe Königliche Ordonnanz vom 17. September sind die Ge⸗ neral⸗Lieutenants Reille und Dode de la Bruuerie zur Würde von Marschällen von Frankreich ernannt worden. b . Das Jour nal des Débats giebt über die emeinschgftlichen Operationen Frankreichs und Englands am La Plata üeeeh Mitthei⸗ lung: „Die beiden Regierungen, die von Frankreich und die von England, welche seit mehreren Jahren gesucht hatten, die Angelegenheiten der La Plata⸗Staaten durch gemeinschaftliche Zufammenwirkung zu reguliren, haben, wie es scheint, jetzt aufgehört, in Uebereinstimmung zu han⸗

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deln. Waährend der französische Bevollmächtigte, Graf Waleski, nach seinen nicht glaubte, dem Staate Montevideo den fran⸗ zösischen Schutz entziehen zu müssen, ist der englische Bevollmächtigte, Lord Howden, nach Rio Janeiro abgereist, hat die Aufhebung der Blokade empfohlen und die bisher von ihm beschützte Republik ihrem Schicksale überlassen.“ n0 n.sns nisk wüni z2nen h n 1A 8 9.1488 95 18

*xα Paris, 19. Sept. Die beiden Marschallstellen, welche durch den Tod der Marschälle Oudinot (Herzog von Reggio) und de Grouchy erledigt worden, sind bereits wieder besetzt, obgleich der offizielle Moniteur bie betreffenden Ordonnanzen noch nicht ver⸗ öffentlicht. Nach dem Gesetze vom 4. August 1830 beträgt die Zahl der Marschälle in Friedenszeit sechs und kann in Kriegszeiten bis auf zwölf vermehrt werden. ie beiden nueu ernannten Marschälle sind Graf Reille und Vicomte Dode de la Brunerie. Wer die von beiden bisherigen General⸗Lieutenants geleisteten Dienste im Kriege kennen lernen will, findet darüber einige Notizen im heurigen Sidecle. Graf Reille war General⸗Lieutenant seit dem 30. Dezember 1806 und war der Aelteste unter Allen, die entweder im aktiven Dienste oder der Regierung zur Verfügung standen, Er hatte kein aktives Kommando in den letzten Jahren mehr bekleidet. Er ist Großkreuz der Ehren⸗Legion. In der Klasse der in die Reserve gestellten General⸗Lieutenauts sind nur zwei von älterer Ernennung als er, nämlich Graf Bonet vom Jahre 1803 und Graf Heudelet vem Jahre 1805. Graf Reille zählt bereits 73 Lebensjahre und ist daher kaum mehr felddienstfähig. Vicomte Dode de la Brunerie war in der Reihe der aktiven und verfügbaren General⸗Lieutenants der zehnte; seine Ernennung dazu schreibt sich vom 20. August 1814 her, nicht vom Jahre 1824, wie der Sidele irrig sagt. Er ist, wie Graf Reille, Großkreuz der Ehren⸗Legion.

Die Zahl der Marschälle ist also wieder auf sechs ergänzt. Un. ter diesen sechs befindet sich aber fast nur der Marschall Bugeaud, der vollkommen noch felddiensttauglich ist. Der älteste Marschall, der jetzige Kabinets⸗Präsident Soult, dessen Ernennung noch von der Er⸗ richtung dieses Grades durch den Kaiser Napoleon, nämlich vom 19. Mai 1804, herrührt, ist so hochbejahrt und schwächlich, daß er an Uebernahme eines Ober⸗Befehls nicht mehr denken kann. Bekannt⸗ lich ist in den letzten Tagen die Rede davon gewesen, daß ihm die Stelle eines Gouverneurs des Invaliden⸗Hotels, die gegenwärtig durch den Tod des Herzogs von Reggio erledigt ist, übergeben wer⸗ den solle, worauf dann Herr Guizot, der längst schon der thatsäch⸗ liche Leiter des ganzen Kabinets ist, auch den Titel eines Kabinets⸗ Präsidenten erhielte. Neuerdings heißt es aber auch wieder, der Posten eines Gouverneurs des Invaliden⸗Hotels sei dem Marschall Gerard, gegenwärtigem Kanzler der Ehrenlegion, angeboten, von die⸗ sem aber ausgeschlagen worden. Bestimmtes läßt sich darüber nicht angeben. Der einzige Marschall aus der Zeit des Kaiserreichs, wel⸗ cher außer Soult noch lebt, ist der Herzog von Ragusa, Marmont, der aber bekanntlich 1830 aus der Liste ausgestrichen wurde, weil er dem König Ludwig Philipp und der neuen Regierung den Eid zu leisten sich weigerte. Bis auf diesen Tag fehlt auch sein Bildniß in Lebensgröße in den historischen Gallerieen zu Versailles, wo die aller anderen früheren und jetzigen Marschälle sich befinden. Nur ein Brustbild Marmont's hat man daselbst angebracht, da man seine Exi⸗ stenz und seine Leistungen nun einmal doch nicht aus der Geschichte ausstreichen konnte. Der zweitälteste Marschall ist jetzt Molitor, der von Ludwig XVIII. nach dem Feldzuge in Spanien, an welchem er als General⸗Lieutenant unter dem Ober⸗Befehl des Herzogs von Angouleme Theil genommen hatte, am 9. Oktober 1823 zur belohnenden Anerkennung der von ihm bei diesem Anlasse gelei⸗ steten Dienste zu diesem Range erhoben wurde. Molitor und Guilleminot waren bekanntlich diejenigen gewesen, welche den damali⸗ gen Feldzugsplan in Spanien entworsen und auch vorzugsweise dessen Durchführung geleitet hatten. Graf Molitor zählt auch bereits un⸗ gefähr 70 bis 72 Jahre; doch hat er eine für sein Alter noch sel⸗ tene Rüstigkeit bewahrt. Nach ihm kommen lanter Marschälle, die erst seit 1830 zu diesem Grade erhoben wurden. Der erste darunter ist Graf Gerard, der jetzige Kanzler der Ehrenlegion, der seine mili⸗ tairische Laufbahn als Freiwilliger im Jahre 1791 begann. Im Mu⸗ seum zu Versailles kann man ihn noch in seiner Uniform als gemei⸗ ner Grenadier mit dem Hute der damaligen Zeit und dem Gewehr in der Hand abgebildet sehen. Am 23. September 1812 wurde er Divisions⸗General, 1813 französischer Reichsgraf, am 17. August 1830 Marschall von Frankreich, nachdem ihn Karl X. noch an dem verhängnißvollen Tage vom 29. Juli desselben Jahres zum Kriegs⸗ Minister ernannt hatte. Er war seit 1830 mehrmals Minister des Krieges, einmal Kabinets⸗Präsident, lange Zeit Ober⸗Kommandant der National⸗Garde des Seine⸗Departements und ist jetzt Pair von Frankreich, nachdem er lange Deputirter gewesen war. Er hat in den Feldzügen des Kaiserreichs schon ein Auge verloren und erhielt schwere Wunden in den Schlachten von Austerlitz (wo er zum Commandeur der Eh⸗ renlegion ernannt wurde), an der Katzbach, bei Bautzen, Leipzig, Wa⸗ vre u. s. w., und das letzte Mal bekleidete er den wirklichen Oberbe⸗ fehl eines Armee⸗Corps von 1831 1833 bei jenem an der Nord⸗ gränze, mit welchem er in Belgien einrückte und endlich die Räumung der Citadelle von Antwerpen durch die Holländer, unter dem berühm⸗ ten General Chassee, erzwang. Der körperliche Zustand des Mar⸗ schalls Gerard ist so geschwächt, daß er an nochmalige Uebernahme irgend eines aktiven Oberbefehls nicht denken kann. Eben so körper⸗ lich schwach, durch Alter, Strapazen, Wunden und nun vollends auch durch das schwerste Familien⸗Unglück (Ermordung seiner einzigen Tochter, der Herzogin von Praslin) gebrochen, ist der Mar⸗ schall Sebastiant, dessen Ernennung sich vom 21. Oktober 1840 herschreibt. Ihm folgt in der Reihe der Marschall Bu⸗ geaud, der allerdings, trotz dem, daß er ein Sechziger ist, die volle Kraft und Energie an Geist und Körper besitzt, wie ein Mann von 40 Jahren. Seine Ernennung zum Med schaur erfolgte am 31. Juli 1813. Graf Reille, der fünfte in der Reihe, wird dei seinem Alter von 73 Jahren schwerlich mehr im Stande sein, ein wirkliches Kommando zu führen und sich auf Ertheilung von Rath⸗ schlägen be müssen, wenn der Fall einträte, daß man seiner bedürfte. Der sechste aber, Vicomte Dode de la Brunerie, welcher der Waffengattung des Genie angehört und die Stellen eines Präsi⸗ denten des Comité der Befestigungen und eines obersten Direktors der Befestigungs⸗Arbeiten von Paris bekleidet, ist gleichfalls schwächlich und leidet schon seit Jahren so sehr an den Augen, daß er fast halb er⸗ blindet zu nennen ist. Vicomte Dode de la Brunerie erfreut sich der besonderen Gunst des Königs, der eine sehr hohe und wohlbegründete P b güe. Talente hat.

Unter den General⸗Lieutenants, welche in künftigen Erledigungs⸗ Fällen von Marschallstellen die meiste Anssicht vahs Erhebung r vaben Harispe und General Friant den ersten Rang 827 ecs 3 F-e Graf Excelmans, gegenwärtig verfügbar, würde wohl von Seiten der Opposition gern gesehen, aber eben weil er dieser angehört, hat er wenig Aussicht wenigstens so lange das gegenwärtige Ministerium am Ruder bleibt⸗ b 8

Großbritanien und Irland. London, 18. Sept. Aus amtlichen Mittheilungen . vnn Hesß bas britische Kreuzer⸗Geschwader an naeengen,ge⸗ Küüi⸗

seit dem Oktober vorigen Jahres 23 Sklavenschiffe genommen hat, von denen einige 500 bis 600 Sklaven am Bord hatten und schwer bewaffnet waren. Ein Dampf⸗Sklavenschiff, welches 950 Sklaven am Bord hatte, wurde im Juni d. J. von einem britischen Kriegs⸗ Dampfschiffe verfolgt, aber nicht eingeholt.

Nach Berichten des Kalway Vindicator soll die Regierung, ungeachtet der im Ganzen vortrefflichen Aerndte, doch besorgt sein, daß in Folge des Mißrathens von Kartoffeln an vielen Orten in Ir⸗ land auch im nächsten Winter wieder große Noth entstehen dürfte und daher Maßregeln zur abermaligen Organisirung von Hülsos⸗Anstalten treffen. Gewe ist wenigstens, daß die Kornspeicher, welche das Kom⸗ misfariat in Miethe gehabt hat, von neuem in Miethe genommen worden sind. . 1

Die Passiva des Hauses Reid, Irving u. Comp. werden auf 1,500,000 Pfd. angegeben, worunter allein die Accepte 950,000 Pfd. betragen. Das Fallissement erhält, abgesehen von seiner Größe, auch noch dadurch Bedeutung, daß der Chef der Firma, Sir John Reid, einer der älteren Direktoren der Bank von England ist und 1837 Vice⸗Gouverneur, 1838 Gouverneur derselben war. Die Ur⸗ sache der Zahlungs⸗Einstellung wird darin gesucht, daß das Haus seine Operationen immer mehr ausgedehnt hat, ohne daß sich sein Betriebs⸗Kapital in entsprechender Weise vermehrte, ja während sich seine Mittel alljährlich verminderten durch die Anlegung von Kapi⸗ talien, die sich nicht sofort flüssig machen lassen, wie denn unter An⸗ derem 600,000 Pfd. in Grund⸗Eigenthum auf den westindischen In⸗ seln und auf Mauritius angelegt sein sollen. Die Bilanz des Hauses soll noch einen neminellen Ueberschuß von 330,000 Pfd. nachweisen, der sich indeß wahrscheinlich aus der allzuhohen Tarirung des Grund⸗ Eigenthums auf Mauritius herschreibt und daher illusorisch ist. Das Haus hat bisher die Finanz⸗Agentur für die Regierungen von Spa⸗ nien und Venezuela geführt.

Mittheilungen aus Southampton melden die Zahlungs⸗Einstel⸗ lung des Hauses Westlake und Comp., eine der ältesten Firmen der Stadt; das Haus machte die bedeutendsten Getraide⸗Geschäfte in Southampton. Der Betrag der Passiva wird nicht angegeben.

Die Times hat seit kurzem mehrere Artikel gebracht, worin sie darauf dringt, daß die Verwaltung der Bank von England nicht mehr Personen anvertraut werden solle, die noch bei Handels⸗Geschäften betheiligt seien, da kurz nach einander ein Gouverneur und ein Di⸗ rektor der Bank fallirt hätten. Die Times meint, daß die Regie⸗ rung selbst die Verfassung der Bank umgestalten müsse, wenn seitens der Direction und der Actionaire nicht ein anderes Verwaltungs⸗ System eingeführt werde. Die Direktoren sollen jetzt entschlossen sein, von freien Stücken die ersten Schritte zu einer Reform zu thun, welche man sonst ihnen wahrscheinlich abnöthigen würde.

In der gestrigen Sitzung des Gemeinderaths schlug Sir P. Laurie der Versammlung vor, in London zum Andenken Shakespeare’'s ein Mounment zu errichten. Der Vorschlag fand Anklang, und es wurde eine Kommission mit näherer Prüfung desselben beauftragt.

Schweiz.

O Aus der mittleren Schweiz, im Sept. Wie vor⸗ ausgesagt worden ist, hat sich die Tagsatzung bis Mitte Oktober bis zum 18ten vertagt. An diesen Tag knüpfen sich in neuerer Zeit die glorreichsten Andenken der Befreiung aller deutschen Stämme unter Preußens Vorgang; möge derselbe nun nicht für die Schweiz der Beginn einer kurzen traurigen Epoche sein, welche mit dem Bür⸗ gerkriege endigt. Die Großen Räthe von Züxich, Glarus, St. Gal⸗ jen und Graubündten haben ihren Gesandtschaften vervollständigte In⸗ structionen zu ertheilen, sich beziehungsweise darüber auszusprechen, ob sie die von der radikalen Mehrheit von 12 Stimmen gefaßten Beschlüsse über Auflösung des „Sonderbundes“ und Ausweisung der Jesuiten nöthigeufalls mit Waffengewalt vollziehen wollen. Aber nicht blos in diesen Kantonen, auch in den meisten übrigen werden diese eidgenössischen Tagesfragen neuerdings durchgesprochen werden, da sich öFnehin in dieser Jahreszeit gewöhnlich die Großen Räthe, die gesetzgebenden Behörden, welche auch den Gesandtschaften auf die Tagsatzung ihre Instructionen ertheilen, versammeln. Welches das Resultat dieser Berathungen sein wird, ist mit Sicherheit zur Zeit beinahe unmöglich anzugeben, da die Sachlage sich seit einigen Wochen nicht wesentlich verändert hat. Die Masse der Bevölkerungen scheint auch in den fraglichen 12 Kantonen selbst immer mehr zum Frieden gestimmt, während der radikale, beweg⸗ lichere Theil derselben, durch die Presse vielfach getrieben, eher auf einen gewaltsamen Entscheid hindräͤngt; die Regierungen haben sich selbst, die Tagsaͤtzung allmälig in eine so falsche Richtung hineinge⸗ trieben, daß sie, wie viel es auch in ihnen selbst widerstreben mag, kaum ein anderes Mittel als das Schwert zur Lösung des Knotens vor sich haben. Von diesen falschen Stellungen gab auch die letzte wichtigere Berathung der Tagsatzung über die Jesuiten ein lebendi⸗ ges Zeugniß. Von den Gesandtschaften der mehrerwähnten 12 Stände wurden dem Orden die sämmtlichen Verirrungen, Verbrechen, Laster aufgebürdet, welche seit seinem Entstehen irgend ein Gegner desselben aufgezählt hat; für den Bund, respektive die Tagsatzung wurde das unbedingte Recht in Anspruch angenommen, dieselben nicht blos aus Luzern, sondern auch aus Schwyz, Freihurg und Wallis aus⸗ zuweisen; auf der anderen Seite wurde derselbe eben so unbedingt ver⸗ theidigt, gepriesen, für die einzelnen Kantone kraft ihrer Souverainetät das Recht behauptet, die Jesuiten aufzunehmen oder zu behalten. Um sich einer Vergleichung zu bedienen, so waren es einerseits der Standpunkt des französischen revolutionairen National, andererseits des ultra⸗ montanen Grafen Montalembert, welche beinahe ausschließlich in der Tagsatzung vorwogen. Daß der Jesuitenberufung nach Luzern die Aufhebung der aargauischen Klöster und damit auch eine Verletzung des Bundes vorangegangen sei, welche die katholischen Bevölkerun⸗ gen heftig erbitterte, daß jene nur aus dieser hervorgegangen sei, daß der Orden der Jesuiten nun einmal ein von der katholischen Kirche anerkannter ist, daß Luzern in seinem formellen Rechte gehandelt hat, daß der Geist, das Prinzip, welches man in den Jesuiten bekämpft, mit Gewalt wohl augenblicklich unterdrückt, aber dadurch auch nur um so tiefer in die Herzen der katholischen Bevölkerung hineinge⸗ drückt würde, daß der zur einen Thür hinausgeworsene Feind mithin durch zehn andere sofort wieder hineinschlüpfen würde, daß überdies sehr zu unterscheiden ist zwischen dem Vororte Luzern, der die Je⸗ suiten erst neuerdings eingeführt hat, und den Kantonen Schwyn, Freiburg und Wallts, wo sie seit Decennien ruhig gelebt haben, daß endlich durch einen rohen Kampf, wenn nicht die Existenz der Schweiz, doch eine gedeihliche, friedliche Gesammtentwickelung dersel⸗ ben auf Decennien hinaus unmöglich gemacht wird, daß hinwieder Luzern durch die ganze Art und Weise seines Schrittes wenn auch nicht ein formelles Recht verletzt, doch ein moralisches Uurecht be⸗ gangen und den wahren paritätischen Rücksichten gegen seine Mit⸗ eidgenossen nicht Rechnung getragen hat, daß ein bloßes Pochen besseiben auf das formelle Recht, ein unbedingtes Abweisen der ge⸗ stellten Forderungen nicht zu rechtfertigen ist daß mit Einem Worte diese so schwierige Frage sich nicht in ertremer Weise, vom Stand⸗ punkte der Faction aus, sondern nur 8 eine höhere Auffassung und Ausgleichung der verschiedenen Interessen wahrhaft lösen läßt; diese Tendenz trat in der Berathung beinahe gar nicht mehr hervor.

Das einzig Bemerkenswerthe war die Stellung der genferischen Ge⸗

sandtschaft. Man erinnert sich, baß die boͤrti Regierung gerabe wie diejenige von Waadt durch einen brutalen Anszand gegen Ease vori⸗ gen Jahres gestürzt wurde, weil sie eine solche vermittelnde Stellung hatte innehalten wollen. In dem aritãtischen Kantone, in welchem sich die beiden Bevölkerungstheile so ziemlich das Gleichgewicht hal⸗ ten, konnte die katholische für die ueue Ordnung der Dinge nur da⸗ durch gewonnen werden, daß man ihr in konfessionellen Beziehungen bedeutende Konzessionen machte. Diese Doppelstellung, welche es der radikalen Regierung zur Nothwendigkeit macht, die katholische Be⸗ völkerung nicht vor den Kopf zu stoßen, sprach sich denn auch in dem Votum der Gesandtschaft aus, welche die materielle Gewalt we⸗ niger dringend fand und darauf hinwies, daß durch Unterhandlung mit der römischen Kurie die Abberufung der Jesuiten erzielt werden sollte. Der Gedanke selbst war nichts weniger als neu, denn bereits im Jahre 1844, im Beginne dieser Kämpfe, suchte der damalige Vor⸗ ort Zürich unter Muralt, Mousson und insbesondere Bluntschli die⸗ sen Weg in Verbindung mit anderen Maßnahmen einzuschlagen, wurde aber an der Erreichung eines Resultates durch die von der radikalen Seite ausgehende, schnell umsichgreifende Agitation der Massen ge⸗ hindert. Bemerkenswerth aber ist, daß dieser Weg sich als der siche⸗ rere sogar der radikalen Regierung des paritätischen Kantons Genf aufdrängt. Was für den einzelnen Fanton als nützlich erscheint, wäre es in richtiger Weise auch für die ganze paritätische Schweiz. Das jetzige radikale Genf hat unwillkürlich seiner vor nicht mehr als einem Jahre gestürzten liberal⸗konservativen Regierung dem seiner Zeit von der ganzen radikalen Seite so heftig angefeindeten Vororte Zürich eine Huldigung dargebracht.

Die er Zustand der Schweiz ist allerdings ein durchaus unorga⸗ nischer, unbefriedigender; sie schwankt zwischen Krieg und Frieden, zwischen Ueberreiztheit und Apathie; die fortwährende Agitation de⸗ moralisirt die unteren Volksschichten und verhindert auch das Gedei⸗ hen einer Menge materieller Interessen. Dennoch ist dieser Zustand sowohl in schweizerischer, als auch in europäischer Beziehung einer durch einen Angriff der radikalen Seite eeen; gewaltsamen Veränderung vorzuziehen, denn weitere Interessen, die schon jetzt mit den schweizerischen Fragen verflochten sind, würden beinahe unabweis⸗ bar sich stärker in dieselben mengen und hervortreten. Immer mehr stehen heutzutage alle Staaten in einer wechselseitigen geistigen Ein⸗ wirkung, der sich kein Einzelner entziehen kann, die sie gegenseitig für einander solidarisch macht. In Folge ihres demokratischen Lebens, hrer gegenwärtig nur zu leicht beweglichen Verfassungen und Zustäͤnde unterliegt die Schweiz in erhöhtem Maße diesem Gesetze, sie spiegelt eine jede Frage der Zeit sofort offen und klar wieder, wenn sie die⸗ selben auch nicht zu einem inneren befriedigenden Abschlusse bringen kann. Es ist daher naturgemäß, daß verwandte Elemente in Europa, die anderswo gar nicht oder nur theilweise sich äußern können, sich den hier offen streitenden zuwenden. Die beiden Extreme klagen sich daher auch gegenseitig an, daß sie sich der revolutionairen, beziehungs⸗ weise der ultramontanen Propaganda hingeben, sich zum Instrumente derselben machen. Beiden Anklagen liegt etwas Wahres zu Grunde, das aber durch die Factions⸗Leidenschaft ganz verzerrt wird und da⸗ her einer Sichtung bedarf. Es ist sicher, daß das Vorrücken der Jesuiten von Wallis nach Freiburg, nach Schwyz, nach Luzern kein zufälliges ist, sondern im Zusammenhange mit weiteren Plänen geschah, die einerseits in Lyvon, andererseits in Mün⸗ chen ihre Anlehnungspunkte hatten. Eben so sicher ist es aber, daß der Einfluß der Jesuiten sich zunächst nur auf ihre Erziehungs⸗In⸗ stitute, auf einen Theil der Geistlichkeit beschränkte, und daß von ihnen keinerlei direkte, die Ruhe der Schweiz im Innern oder ihre Stellung nach außen bedrohende Schritte geschehen sind. Berlissich⸗ tigt man überdies, wie sehr der wahre und der falsche Zeitgeist ihrer innersten Richtung, den modernen Staat unter die Herrschaft eines Extrems der katholischen Kirche zurückzuführen, entgegengesetzt sind, welche Schläge diese Richtung in neuerer Zeit in Frankreich und in Süddeutschland erlitten hat, so erscheint die von dieser Seite her drohende Gefahr in sehr vermindertem Maße. Sie können nur da⸗ durch zu einer Macht werden, daß eine falsche Politik durch un⸗ richtige Mittel die ganze katholische Kirche, ganze katholische Bevölkerungen mit ihnen asstmilirt und sier statt als ein Ex⸗ trem der katholischen Kirche, als die Vertreter derselben, als ihre Märtyrer erscheinen läßt. Diese Gefahr ist durch die bis⸗ herige radikale Behandlung der Jesuitenfrage schon eingetreten, durch den Ausbruch des Bürgerkrieges um der Jesuiten willen, vor⸗ ausgesetzt sogar, daß die innere katholische Schweiz unterliegen würde, müßte dieselbe, gerade weil sie um ihrer willen unterdrückt, in jeder Weise mißhandelt würde, zu einem Kernpunkte für den Orden und die an denselben sich knüpfenden Bestrebungen werden, der nicht blos die innere neutrale Stellung der Schweiz bedrohen, sondern auch eine Reihe von Nachbarstaaten beunruhigen könnte. „Auf der anderen Seite hat seit dem Jahre 1830 die revolutionaire Propaganda in ihren verschiedenen Abstufungen vorzugsweise die Schweiz zum Ziel⸗ punkte ihrer Anstrengungen gemacht, dieselbe revolutionair zu centra⸗ lisiren und mitten in Europa eine Burg aufzubauen gesucht, von der nur sie ihre Brandpfeile sicher in die Nachbarstaaten schießen könne. Je nachdem die Verhältnisse mehr oder weniger günstig waren, wurde dieser Plan mit mehr oder weniger Thätigkeit verfolgt. Nach außen treten freilich nur einzelne Knoten des Fadens, wie der Savoyerzug oder der Weitlingsche Kommunismus hervor, nach innen hingegen geht er für den aufmerksamen Beobachter gleichmäßig fort. Seit mit dem Ende des Jahres 1844 die inneren, die Schweiz gegenwärtig bewegenden Kämpfe begonnen haben, ist diese Thätigkeit wieder lebhafter gewor⸗ den. Deutsche und französische revolutionaire Emigration arbeitet für dieselbe in verschiedenen Richtungen. Theils werden revolutionaire

und kommunistische Ideen unter der schweizerischen Bevölkerung selber verbreitet, theils werden die ehsnse der Nachbarstaaten, insbe⸗ sondere auch die deutschen K andwerker bearbeitet, theils wird eine revolutionaire Literatur in dieselben geschleudert, theils endlich direkt der Umsturz vorbereitet. So ist es z. B. Thatsache, daß der Plan zu dem Getraide⸗Krawall, welcher letztes Frühjahr in Stuttgart stattfand, von einem bekannten deutschen Flüchtlinge nebst seinen Ge⸗ nossen in Bern ausging, und nur durch dee loyale Haltung der Bürgerschaft Stuttgarts so schnell ein Ende nahm; eben so sicher, daß auch die Getraide⸗Aufstände au der lombardisch⸗ schweizerischen Gränze von der italienischen Emigration hervorgerufen wurden, die sich dort in der Hoffnung gesammelt hatte, denselben eine weitere Ausdehnung zu geben. Seit die inneren Verhältnisse der Schweiz selbst eine so drohende Gestaltung angenommen haben, ha⸗ ben sich diese Bestrebungen, zunächst mit Hinsicht auf die Schweiz selbst, immer vermehrt; gegenwärtig gehen sie hestiger als je vor sich, da die Erregtheit Italiens die Keense einer Revolutionirung der Schweiz steigert. Wie der Nationg sich mit der Schweiz vielfach beschäfngt, so hat ein französischer Agent noch in der jüngsten Zeit die radikalen Tagsatzungsgesandten offenkundig zus schuellen Gewalt⸗ ergreifung zu draͤngen gesucht. Zur Ehre der Schweiz gesagt, daß die große Mehrzahl ihrer Bevölkerung mit 282 auf dieses ihr fremde Treiden hinblickt, daß ie Seöe

schen Bestrebungen, wie der letzte Winter gezeigt h scw Fencce⸗ an ihr vorühergegangen Pas Auch unter dem scee 882 ber Radikalen selbst giebt es ver aältnißmäßig nur s e gänzliche Centralisation der Schweiz hinarbeiten un gegen de