der Menschen angewachsen ist und die Kartoffeln mißrathen sind, so ist es schwer, ein anderes Heilmittel sich vorzustellen, als die Zurück⸗ führung dieser Bevölkerung durch Aussterben auf das Maß eines Korn essenden Volkes. In seinem gegenwärtigen Zustande ist die Unterhaltung des irländischen Volkes buchstäblich ein Kampf gegen die Gesetze der Natkur. 11“ vanematrh.
Kopenhagen, 5. Okt. Aus Helsingör wird unterm 4ten gemeldet, daß die zweite sardinische Fregatte, die eine Zeit lang auf der kopenhagener Rhede gelegen, dort geankert sei und einen Lootsen an Bord erhalten habe. 8 Die Zahl der bis Ausgang September den Sund passirten Schiffe war beinahe 17,500.
S “ EFijsenbahnen und Dampfschifffahrt.
Elberfeld, 4. Okt. (Elb. Z.) Heute ward auf der Bergisch⸗ Märkischen Eisenbahn die erste Probefahrt von Elberfeld nach Schwelm gemacht, welche Bahnstrecke, dem Vernehmen nach, in den nächsten Tagen dem Verkehre wird übergeben werden. Um 3 Uhr begann die Fahrt von hier aus, und in 37 Minuten hatte man diese Strecke, die ungefähr 1 ½ Meilen lang ist und worauf zwei Anhaltpunkte sind, auf denen man auch angehalten hatte, zurückgelegt. Diese Bahn steht trotz der vielen Krümmungen und Steigerungen der Köln⸗ Mindener in nichts nach, indem die hiesigen Wagen eben so leise v.“
Handels- und Börsen⸗Nachrichten.
Berlin, 9. Okt. Obgleich das Getraide⸗Geschäft bei uns seit län⸗ erer Zeit im Stillstande ist, so scheint das Vertrauen auf eine Wieder⸗ Seees und Besserung des Handels doch allgemeiner zu sein, als nach augenblicklicher Lage der Dinge dies sich ersehen läßt. Das Vertrauen be⸗ gründet sich aber nicht allein auf eine, wenn auch noch so fern liegende Aenderung der Zustände in England, sondern auch auf den Umstand, daß das Inland bei seiner guten Aerndte doch Lücken auszufüllen hat, die den Ueberschuß merklich verringern dürsten. Inhaber, besonders von gutem Weizen, ziehen es daher vor, lieber zu warten, als den Verkauf zu forciren. Inzwischen bleibt unser Platzgeschäft in Weizen fast ganz allein noch auf den Consumtions⸗Begehr reduzirt, und es hält bei dem Mangel anderweitigen Abzugs sehr schwer, von den leichteren Sorten einen Umsatz von einigem Belang zu erreichen. Wir bemerken die Verkaufe der letzten Tage neben unseren heutigen allgemeinen Notirungen so offiziell als möglich. Bunt. poln. Weizen 72 bis 75 Rthlr. (verkauft in loco 87 psd. zu 72 Nthlr.), weiß. poln. 74 bis 78 Nthlr.; gelb. Märk. 72 bis 73 Rthlr., verkauft in loco 90 pfd. zu 72 ½ Rthlr., schwimmd. 90 pfd. zu 72 Rthlr. “ t Von Roggen wurde so wenig zugeführt, daß die bisherigen Preise sich nicht allein völlig behaupteten, sondern erhöht werden mußten. Außer⸗ dem zeigte sich von auswärts auch einige Frage; da man aber über die letzten Preise hielt, so kamen die Unterhandlungen nur einzeln zur Ausfüh⸗ rung. Alter Roggen in loco, welcher bislang ganz vernachlässigt war, er⸗ langte den Preis von 40 Rthlr., für neuen bewilligte man von 47 Rthlr. steigend bis 50 Rthlr. Auf Lieferung machte sich das Geschäft bei weni⸗ gen Anerbietungen gleichfalls ergiebiger, pr. Okt. 82pfd. 47—48 Rthlr. eher zu machen, pr. Frühjahr 82pfd. bis 50 Rthlr. verschlossen. Gerste ist fortwährend zu 43— 44 Rthlr. gut zu lassen. Von Hafer
1964
Futtererbsen 50 Rthlr. — Kocherbsen 56—60 Rthlr. meist in nomineller Notirung. “ In rothem Kleesaamen haben einige Umsätze von fm. bis fein zu 11 — 12 Rthlr. stattgefunden. Inhaber hielten ferner etwas höher da⸗ mit; weißer weniger beachtet und ohne Kauflust, fein auf 14½ — 15 Rthlr., mittel auf 12— 13 Rthlr. nach Qual. gehalten. di Für Rappsaamen werden trotz der jetzt schwachen Frage noch 8 alten Preise größtentheils verlangt, doch ist es nach dem Stande der aus⸗ wärtigen Märkte zu bezweifeln: daß bei etwa wiederholten r12118 die gespannten Preise zu bedingen sein werden. Man fordert nach Proben und für hier befindliche Partieen Rapps und Rübsen durchschnittlich 80 — 81 Rthlr., während für Rübsen allein in diesen Tagen 78 bis 80 Rthlr. angelegt wurde. ene. Merer. Vb Die Anmeldungen in Rüböl sind in letzter Zeit für die geringe Kauf⸗ lust unserer Raffineurs zu stark gewesen, und es hatte sich ein disponibles Quantum angesammelt, so daß man für die Haltung unserer Preise zu be⸗ sorgen anfing, als eine Wendung eintrat und mit dieser eine kleine Besse⸗ rung. Inzwischen haben sich die Preise wieder fester gestellt und etwas ge⸗ hoben. Heute in loco 11 ½ Rthlr. vr⸗ 5⁄ Rthlr. G.; Okt./Nov. desgl.; Nov. und Dez. 11 ⁄2 Rthlr. Br., ¼ Rthlr. Gld., Dez. / Janr. 11 — ½12 Rthlr., Janr./ Febr. 11 ¾ — ½⅔ Rthlr., Febr./ März 11½8 — ¼k Rthlr., März./ April 11 Rthlr. Br. und bez., ¼ Rthlr. Gld. Leinöl 11¼ Rthlr. in loco, Lieserung 11 ¾ Rthlr. Palmöl 14 ¼ Rthlr. Mohnöl 22 ½ — 23 Rthlr. Hanföl 16 Rthlr. .“ 1 Südseethran 9½ — 10 Rihlr. v““ Spiritus variirt in den Preisen fast nach Augenblicken, je nachdem die Zufuhren dem Begehr entsprechen oder unbefriedigt ließen; zuletzt in loco 27 Rthlr. bez. und Br., ohne Fässer; mit Fässern 26 ½ a ¼ Rthlr. bezahlt; Herbst 20 a 26 ½ Rthlr. bezahlt; Brennzeit 24 Rthlr. Frühjahr k. J. 26 Rthlr. bezahlt und Gld.
Triest, 4. Okt. (Wochenbericht.) Baumwolle. Der Umsatz betrug 637 Ballen und zwar: 118 B. Uso Subugé zu 30 Fl., 250 B. macedonische zu 30 Fl. und 269 B. nordamerikanische zu 37 — 39 Fl. per Ctr. Vorräthig waren 32,315 Ballen, darunter 10,120 B. in zweiter Hand, nämlich: 11,855 B. Mako (2100 B. in zweiter Hand), 1080 B. levanter, 15,630 B. nordamerikanische (7440 B. in zweiter Hand), 2090 B. macedonische (350 B. in zweiter Hand), 37 B. syrische, 253 B. brasi⸗ lianische und 1370 B. Surate (230 B. in zweiter Hand). Farbholz. Gelbholz und St. Domingo erfuhren einen Preisab⸗ schlag; alle anderen Sorten blieben unverändert. Die Verkäufe während des verflossenen Monats beliefen sich auf 1100 Ctr. spanisches Blauholz zu 4 ½ — 33 Fl., 7000 Ctr. St. Domingo zu 3 7⁄½ — 3 ⁄2 Fl., 600 Ctr. Gelbholz zu 4½ — 4¼ Fl., 700 Ctr. desgl. von Cuba zu 5 ½ — 6 Fl., 250 Ctr. St. Martens zu 10 — 13 ½ Fl., 100 Ctr. Sandelholz zu 3 Fl. und 300 Ctr. Sapan zu 10 ½ — 11 ¼½ Fl. per Ctr. Vorrath am 1. Oktober: 11,500 Ctr. Blauholz Tabasco und Laguna, 11,000 Ctr. St. Domingo, 700 Ctr. St. Martens, 1400 Ctr. Gelbholz, 2100 Ctr. desgl. von Cuba, 3700 Ctr. Sandel, 300 Ctr. Sapan und 500 Ctr. Pernambuc.
Farbwaaren. Verkauft wurden 50 B. Alizzari von Chiros und Smyrna zu 22 — 23 Fl. und 40 Ctr. neue persische Kreuzbeeren zu 110— 125 Fl. pr. Ctr. Vorräthig sind: 175 B. Alizzari von Aegypten und Cy⸗ pern, 90 B. von Smyrna und Athen, 1500 Ctr. Safflor, 70 Ctr. Coche⸗ nille, 450 Ctr. Gallus, 550 Ctr. persische Kreuzbeeren und 613 K. und 27 Seronen Indigo.
Felle und Häute. Es erhielten 500 St. hiesige trockene Ochsen⸗ häute 40 — 45 Fl., 300 St. desgl. von der Umgegend und Dalmatien 33 — 40 Fl., 2800 St. desgl. von Nio Janeiro und Montevideo 30—32 Fl., 3500 St. gesalzene Ochsenhäute von der Levante 23 — 32 Fl., 300 St. frische gesalzene von Montevideo 17—17 ½ Fl., 2000 St. hiesige und irlän⸗ dische trockene Kalbfelle 40— 66 Fl., dann 42 B. engl. Leder 47 ¾ Fl. und 50 B. spanisches 44 Fl. pr. Ctr.
— 5 Fl., 2000 St. Roggen von der Krim zu 4 ½ Fl., 500 St. von der Le⸗ vante zu 4 ½ Fl., 500 St. von Odessa zu 4¼ Fl., 12,600 St. Mais von der Donau zu 3 ¼ Fl., 600 St. desgl. schadhafter zu 2 ⅛ Fl., 2700 St. von der Levante 2 ½ — 3 Fl. 500 St. Bohnen von Aegopten auf Lieferung zu 4 Fl., 1500 St. Gerste von Aegypten zu 2 ½2 Fl., 1400 St. von Cypern zu 2 Fl., 400 St. Hafer von der Levante zu 2 ⁄ Fl., 800 St. von Croa⸗ tien und r. 2 — 2¾l Fl. und 2100 Staja Leinsaat von Si⸗ cilien zu 6½ Fl. per Stajo. Die Vorräthe am 1. Oktober beliefen sich auf 7000 Staja harten Weizen und Mischkorn, 60,000 St. weichen Weizen. 187,000 St. Mais, 8200 St. Roggen, 2300 St. Hafer, 18,000 St. Gerste 1800 St. Fisolen, 400 St. Erbsen und 7500 St. Leinsaat. 4
Gummi. Es wurden 50 Ctr. Gummi arabicum in Sorten zu 68 Fl.
. 2 3 Fl., 20 Ctr. desgl. Fabriksorte zu 85 — 125 Fl., 120 Ctr. Gedda zu 40 — 48 Fl. und 500 Ctr. in Granis und Suakim zu 18 — 35 Fl. pr. Ctr. genommen. Ferner erhielten 120 Ctr. Weihrauch 10½ — 14 Fl. pr. Etr. Vorrath: 500 Ctr. Gummi arabicum und 9000 Ctr. Gedda, Embavi und Senegal.
Knoppern. Verkauft 1340 Centner zu 3 — 9 ¾ Fl. Vorräthig sind 49,360 Ctr.
Metalle. Man bezahlte für 300 Kisten Stahl 117 — 134 Fl. per Meiler, für 950 K. Weißblech 14 — 15 Fl. per Kiste und für 2000 Blöcke Blei 9 — 10 Fl. pr. Ctr. Vorräthig waren 4600 K. Stahl, 5940 K. Weiß⸗ blech, 800 Meiler Eisen, 12,000 Blöcke Blei, 47 Fäßchen und 360 Scheiben Zinn und 620 Ctr. Kupfer.
Oel. Unter den abgegangenen 1650 Ornen waren 1000 O. von Apu⸗ lien zu 26 ½ — 28 Fl., 100 O. feines desgl. zu 35 Fl., 200 O. von der Le⸗ vante zu 25 ½ Fl. und 350 O. von Dalmatien zu 28 — 29 Fl. per Orna. See 30,300 Ornen.
Seide. Es erhielten 9 Ballen unbekannte Preise. 323 Ballen.
Schwämme. Vorrath: 897 B. feine, 2798 B. Pferdeschwämme, 47 B. harte (Cimoca⸗) und 16 B. Berberesken. —
Südfrüchte. Während der verflossenen Woche beliesen sich die Ver⸗ käufe auf 400 Ctr. Johannisbrod vom Monte und Bisceglia zu 3—3 ½ Fl., 1700 Ctr. neue Feigen von Calamata zu 6 Fl., 170 Ctr. desgl. von Smyrna zu 15—20 Fl., 220 Fäßchen desgl. von Apulien zu 5 ½ — 5½ Fl., 700 Fäßchen desgl. von Dalmatien zu 4—4 ½ Fl. pr. Ctr., 250 K. Citronen von Apulien zu 2 ½ — 3 Fl. die Kiste, 250 Ctr. neue süße Mandeln von Apulien zu 32 Fl., 200 Ctr. desgl. alte von Rumelien und Apulien zu 30 Fl., 1500 Ctr. neue Korinthen von der Morea zu 11 — 11 ½ Fl., 50 Fäßchen rothe Rosinen von Jerli zu 10 Fl., 2600 Ctr. desgl. von Stanchio zu 9 — 8½ Fl., 100 Ctr. neue schwarze von Smyrna zu 5 Fl., 1400 Schach⸗ teln Sultan⸗ von Tschesme und Caraburnu zu 27 — 30 Fl. und 150 F. alte sicilianische Weinbeeren zu 13 Fl. pr. Ctr. Der Vorrath belief sich auf 200 Kisten Pomeranzen, 600 Ctr. Johannisbrod, 250 Fäßchen neue Feigen von Dalmatien, 700 Schachteln desgl. von Smyrna, 3500 Ctr. desgl. von Calamata, 4500 K. Citronen, 100 Ctr. neue und 500 Ctr. alte Nüsse, 4600 Ctr. alte und neue Korinthen, 1300 Ctr. neue schwarze Ro⸗ sinen, 500 Ctr. von Stanchio, 165 Fäßchen rothe von Reisderè, 100 Fäßchen von Smyrna, 5000 Schachteln alte und neue Sultan⸗ und 500 Fäßchen alte sicilianische Weinbeeren.
Wolle und Haare. Es wurden verkauft: 31 B. weiße gewaschene halbfeine Wolle von Serbien zu 32 Fl., 61 B. weiße ungewaschene von Albanien zu 18 ½ Fl., 80 B. weiße gewaschene von Taganrog und Odessa zu 30 — 31 Fl., 180 B. desgl. von Albanien zu 22 — 24 Fl., 20 B. desgl. von Missolunghi zu 29 — 30 Fl. und 100 B. desgl. von Bosnien zu 24 — 27 Fl., dann 10 B. rothe und schwarze gelöste Wickelwolle zu 52—57 Fl. und 12 B. Kameelhaar zu 52 — 90 Fl. pr. Ctr. Die Vorräthe betrugen am 1. Oktober 1413 Ballen feine und halbfeine ungewaschene, 775 B. desgl. gewaschene, 28 B. Lammwolle, 394 B. gekalkte, 304 B. grobe ungewaschene Matratzenwolle, 2356 B. desgl. gewaschene, 302 B. Kameelhaar, 205 V. Wickelwolle, 8 B. Angoraziegenhaar und 15 B. Angoragarn.
Galacz, 20. Sept. (O. L.) Getraide rief im Laufe der Woche kein Geschäft hervor, indem unser Markt von zahlreichen Falliments in Eng⸗ land stark mitgenommen und Niemand an irgend eine Operation denken
Vorräthig waren
sind wir ohne Vorrath und hinlängliche Zufuhr, obgleich solcher zu vori⸗ gen und noch etwas besseren Preisen gut verkäufllich wäre. in loco 25—28 Rthlr., pr. Frühj. 48pfd. 27 ¾ Rthlr., 28 Rthlr. geboten.
Bekanntmachungen.
Subhastations⸗Patent wegen des Gutes Alt⸗Sabel.
Zur Subhastation des im Glogauer Kreise belegenen, nach der landschaftlichen Tare auf 14,679 Thlr. 24 Sgr. 4 Pf. abgeschätzten freien Allodialgutes Alt⸗Sabel ist ein Bietungs⸗Termin auf
den 26. Mai 1848, Vormittags 10 Uhr, angesetzt worden.
Besitz⸗ und zahlungsfähige Kauflustige werden daher vorgeladen, in diesem Termine vor dem ernannten De⸗ putirten, Ober⸗Landesgerichtsrath Jäkel, auf dem hiesi⸗ 5 Schloß entweder in Person oder durch gehörig in⸗
ormirte und gesetzlich legitimirte Mandatarien sich ein⸗ zufinden, ihre Gebote abzugeben und demnächst den Zu⸗ schlag an den Meist⸗ und Bestbietenden zu gewärtigen.
Die Taxe und der neueste Hypothekenschein können während der gewöhnlichen Amtsstunden in der hiesigen Registratur eingesehen werden. Zu diesem Termine wird gleichzeitig auch der seinem Aufenthalt nach unbekannte
Besitzer Baron Ludwi ier *S.e 1ö1ö1uö.“
logau, den 21. September 1847. nigliches Ober⸗Landesgericht. I. Senat. 3 v. Forckenbeck.
1923]
.
.
Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 26cvs. 1847.
Das dem Particulier Carl Ludwig Greiert gehörige hierselbst an der Ecke der Charlotten⸗ und Besselstraße⸗ und zwar Charlottenstraße Nr. 99 und Besselstraße Nr. 19 belegene, im Hypothekenbuche von der Friedrichs⸗ stadt Vol. 25. Nr. 1794. verzeichnete Grundstück, ge⸗ richtlich abgeschätzt zu 32,749 Thlr. 22 Sgr. 9 Pf., soll
am 3. März 1848, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Tare und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
Der dem Aufenthalt nach unbekannte Eigenthümer Carl Ludwig Greiert resp. dessen Erben werden hier⸗ durch öffentlich vorgeladen.
[972 9.]
Hagelschaden- und Mo-
biliar-Brand-Versiche- rungs-Gesellschaft
zu Schwedt a, d. O.
Deun resp. Mitgliedern unserer Gesellschaft machen wir hierdurch bekannt, dass am Schlusse des Se- mesters vom 2. März bis 2. September cr. gegen Ha-
Getraide. Bezahlt wird
Die Verkäufe beliefen sich auf 4000 Staja Weizen vom Schwarzen Meere und Taganrog zu 6—6 ½ Fl., 6500 St. von der Donau und Rumelien zu 4½ — 5 ½ Fl., 1900 St. Mischkorn von der Levante zu 4
mag.
Die Preise sind nominell. Für neuen wallachischen Weizen verlangte man 4 Duc. oder 176 P. per Kilo. Das während sehr günstig. 8
Maispflanze fort⸗
gelschaden für 10,216,075 Thlr. und gegen Brandschaden für 43,286,900 Thlr. Versicherun- gen gebucht gewesen sind, dass zur Deckung der im verflossenen Sommer vorgekommenen Hagelschä- den ein Beitrag von 8 Sgr. 4 Pf. %, der stattge- habten Brandschäden (nach §. 2. des Statuts) für die Associirten der Provinzen Brandenburg, Pommern und Sachsen ein Beitrag von 3 Sgr. 6 ½ Pf. % und für die der Provinzen Posen und Preussen von 3 Sgr. 9 ½ Pf. % ausgeschrieben ist, und dals einem jeden derselben eine spezielle DBe- rechnung über den zu leistenden Beitrag binnen kurzem mitgetheilt werden wird.
Schwedt, den 6. Oktober 1847. Die Haupt-Dircection.
Üiterarische Anzeigen.
6
b E. S. Mittler in Berlin (Stechbahn
No. 3), Posen und Bromberg, ist zu baben: Beitrag zu den Anleitungen für die Inte- gration der Differenzial-oder Ableitungs- Gleichungen in unendlichen Reihen, er- läutert an einigen verwickelten Beispie- len für Anfänger, oder Erste Fortsetzung der Bemerkungen über den Ein- sluls der Umdrehung der Artillerie-Geschosse 1“ auf ihre Bahn. 8 Preis gech. 4 Thlr. 15 Sgr. Von F. Otto, — Hauptmann der Garde-Artillerie, Direktor der Kö- nigl. Pulver-Fabrik zu Neisse. Neisse, 1847, ““ bei J. A. Müller. “
Die vorbezeichnete Abhandlung verfolgt, wie auch der Titel zeigt, zwei verschiedene Zwecke. Der eine ist rein mathematischer Natur und wird alle dieje- nigen, welche sich mit der höheren Mathema- tik beschäftigen, lebhaft interessiren. Es führen nämlich die Aufgaben der höheren Physik fast im- mer zu einem mathematischen Ansatz, der in einem System von Differenzialgleichungen besteht, in einer Anzahl, die so grols ist, als die der zu findenden Unbekannten, und welche sodann gleichzeitig zu in- tegriren sind. In den meisten Fällen ist dies nur in der Form von unendlichen Reihen ausführbar. Die Anleitungen, welche dafür in den neuesten und voluminösesten Lehrbüchern der Integralrechnung gegeben werden, sind weit davon enisfernt, ausrei- chende Häülfe zu gewähren; sie verweisen als auf ein letztes Nothmittel auf den Gebrauch derjenigen Reihe, welche man die „allgemeinere Nresiee sche Reihe“ zu nennen pflegt, und nehmen an,
Y
dass dieses Hälfsmittel in allen Fällen, wenn auch etwas mühsam, dennoch immer unfehlbar sei.
Der Herr Verfasser hat nun an einem sehr ver- wickelten System mehrerer gleichzeitig gegebener Differenzial-Gleichungen der zweiten Ordnung, wel- che den Ansatz eines höchst interessanten Problems der höheren Physik enthalten, nachgewiesen, dals in diesem Falle auch das vorbezeichnete letzte Hülss- mittel gänzlich unbrauchbar ist, und hat zodann, nachdem der Verfasser eines schr voluminösen Lehr- buchs der Integral⸗-Rechnung ausdrücklich erklärt hat,
„dafs er die Integration des vorgenann- ten Systems von Differenzial-Gleichun- gen vergebens versucht habe und zur Zeit noch nicht absche, durch welche Mittel sie durchzuführen sein därfte“,
eine sehr allgemeine Methode der Integration solcher gleichzeitig gegebener Systeme von Differenzialglei- chungen angegeben und ihren Gebrauch in dem vorliegenden besonderen Falle auf das Ausführlich- ste erörtert, so dafs diese Abhandlung besonders An- sfängern grossen Nutzen gewähren wird.
Diese vorstehend erörterte Anweisung bezieceht sich zunächst nur auf Systeme solcher Differenzial-Glei- chungen, in welchen neben beliebig vielen abhän- gig Variabeln nur ein einziger Unvariabler vorkommt. l)Der Herr Versasser behält sich vor, in einer Fort- setzung sceiuer Abhandlung seine Methode auch auf den Fall auszudehnen, wenn die Abhängig Varia- beln gleicheeitig Functionen von mehr als einem, und zwar von beliebig vielen Unvariabeln sind, d. h. auf den Fall eines Systems von gleichzeitig gegebe- nen Partial-Differenzial-Gleichungen.
Der zweite Zweck, welcher der in Rede stehen- den Abhandlung zum Grunde liegt, ist durch den zweiten der vorangegebenen Titel angedeutet. Es hat sich in neuerer Zeit gezeigt, dass die Artillerie- Geschosse, während sie ihre Hahn durchlausen, in den überwiegend meisten Fällen auch noch eine Umdrchungsbewegung um einen beliecbigen Punkt in ihrem Innern haben, und dals diese Umdrehuungs- bewegung von dem aufserordentlichsten Einflusse auf die Wahrscheinlichkeit des Trelfens ist. Der Herr Verfasser weiset nach, dass die bisherige Theo- rie des Luftwiderstandes nicht im Stande sei, Auf- schlals über jene ausserordentliche und für die praktische Ausübung 80 wichtige Erscheinung zꝛu geben, Sund dals es mithin erforderlich ist, jene Theorie zu vervollkommuen, wenn man beabsich- tigt, unter Zuhülfenahme wissenschaftlicher Erwä- gungen, der Praxis die aus dem vorbezeichneten Ein- flusse zu entnehmenden Vortheile ganz in dem Um- fange zu sichern, dessen sie fähig sind. Von dieser Seite aus betrachtet, kann der Inhalt dieser Abhand-
lung für Physiker im Allgemeinen und für Ar- tilleristen und Ingenieure insbesondere nur von einem entschiedenen Interesse sein. Der Herr Verfasser wird auch diese Untersuchungen fortsetzen
und dabei Gelegenheit finden, die in dem ersten Theile dieser Anzeige angedeuteten mathematischen HHlülfsmittel anzugeben und die Art ihrer Handha-
bung ausführlich zu erläutern.
Die Verlags-Handlung.
[934] H aus⸗Verka uf.
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burg und am Ausgangspunkte der Thüringischen Eisenbahn wird ein schön gelegenes Wohnhaus nebst Garten am Jakobsplan Nr. 301 aus freier Hand im Submissionswege verkauft. Dasselbe befindet sich in bestwohnlichem Zustande, hat 20 heizbare Zimmer, einen eleganten Saal neben verschiedenen Kabineten, Küchen, Kellern, Stallungen und Remisen. Die Gebäude sind zur inländischen Feuer⸗Assekuranz mit 11,180 Thlr. ein⸗ gewerthet. — Vor dem Hause, welches auf 3 Seiten freisteht, befindet sich ein Rasenplatz mit Linden⸗Alleen; hinter demselben ist ein sehr geschmackvoll angelegter Lustgarten mit 2 Gartensallettchen und Thurm an der Stadtmauer mit der Aussicht auf die Eisenbahn. Das Haus hat das Braurecht, resp. einen Theil am Erträg⸗ niß des städtischen Brauhauses. Die Steuern und Lasten betragen beiläufig 17 Thlr. Nähere Erkundigung und Einsicht am Orte ist durch Herrn Kammerherrn B. von Tschirscky in Eisenach zu erlangen. Ein Drittheil der Kaufsumme kann hypothekarisch liegen bleiben. Kaufs⸗ Angebote wollen bis längstens Ende Dezember d. J. an Herrn Advokaten Macceri in Augsburg portofrei gesendet werden. Binnen 4 Wochen wird der Zuschlag an den Meistbietenden erfolgen.
957 b]
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— 1
Amtlicher Theil. E1““ Inlaud. Berlin. Ungrund verschiedener Zeitungsgerüchte. — Verord⸗
nungen und Verfügungen des General⸗Post⸗Amts. — Provinz Pom⸗ mern. Neuer Dreimaster für transatlantische Fahrten. — Provinz Schlesien. Armen⸗Krankenpflege⸗Verein zu Breslau. — Westfälische Spinnschulen. — Erklärung des breslauer kaufmännischen Comiteé's gegen Differenzialzölle. — Rhein⸗Provinz. Zunahme der Rheinschifffahrt. — Versammlung des technischen Comité's des niederrheinisch⸗niederlän⸗ dischen Sängerbundes.
Deutsche Bundesstaaten. Königreich Bapyern. Hofnachricht. — Viehaufkfäufe englischer Lieferanten. — Die Schifffahrt auf der Altmühl. — Neues Unterhaltungsblatt. — Vorlagen und Beschwerde⸗ oder Petitions⸗ schriften an die zweite Kammer. — Königreich Sachsen. Ernennungen für Kunst und Wissenschaft. — Vereinigung von Gemeinden gegen das Bet⸗ teln mit Kindern. — Großherzogthum Baden. Hoffmann aus Fallersleben. — Versammlung der deutschen Wein⸗ und Obstproduzenten. — Wahlen. — Kurfürstenthum Hessen. Ausschuß⸗Wahl. — Großherzogthum Luxemburg. Aufhebung der beschränkenden Maßregeln hinsichtlich der Getraide⸗ und Kartossel⸗Ausfubr und des Branntweinbrennens. — Freie Stadt Lübeck. Die Visitation des Ober⸗Appellationsgerichts. — Abgeordneter zum Post⸗Kongreß in Dres⸗ den. — Schifffahrt und Handel.
Oesterreichische Monarchie. Wien. Ordens⸗Verleihungen. — Hof⸗ Nachrichten. — Die Kreditbanken bei Ablösung der Feudallasten. — Vermischtes. — Pesth. Städtische Bittschrift in Betreff des Stimmrechts auf dem Reichstage. — Vermischtes.
Frankreich. Paris. Hofnachricht. — Die Nachrichten aus Spanien.
Rossi's Stellung in Rom. — Beamtenzahl und Kosten der französi⸗ schen Ministerien. — Die Eisenbahn⸗Actien. — Die europäische Bevöl⸗ terung in Algerien. — Vermischtes. — Schreiben aus Paris. (Prinz Joinville und Herzog von Aumale; ein vorgeblicher Emissair Abd el Ka⸗ der’s; Cassationsgesuch der Post⸗Verwaltung gegen ein Urtheil des pari⸗ ser Assisenhofes; Weinärndte.)
Großbritanien und Irland. London. neral Espartero. Eisenpreise. — Vermischtes.
Schweiz. Fürstenthum Neuenburg. Umtriebe der Nadikalen. — Kanton Bern. Rüstungen. — Kanton Zürich. Aushebung von Pferden. — Kanton Luzern. Zahl der wehrbaren Mannschaßt. Kanton Solothurn. Friedens⸗Petition. — Kanton Schwyz. Musterung des Landsturms.
Italien. Florenz. Hoffnung auf einen Zollverein. — Vermischtes. — Rom. Empfang einer römischen Deputation. — Das Reglement für
Der Geldmarkt. — Ge⸗
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bon. — Verordnungen in Betreff des Schmuggels und der Vetturini. —
Britische Depeschen. — Vermischtes. — Bologna. Päpstliche Bestim⸗
mung hinsichtlich des Gelehrten⸗Kongresses. — Modena. Die Eid⸗
leistung der estensischen Truppen und der Zustand des Landes. Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten.
Zzur Literatur der Resormationsgeschichte. — Die berliner Symphonie⸗, Quartett⸗ und Trtye SFütseen, — Schiller und Gra
Beilage.
Amtlicher Theil.
Se. Majestät der König haben nachstehende Ordens⸗Verleihun⸗ gen huldreichst zu bewilligen geruht:
Den Stern zum Rothen Adler⸗Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub. Dem General⸗Major von Borcke, Commandeur der 13ten In⸗ fanterie⸗Brigade. Dem General⸗Major von Schreckenstein, Commandeur der 13ten Kavallerie⸗Brigade. em General⸗Lieutenant von François, Kommandanten von Minden. Dem General⸗Lieutenant von Graͤbowski, Kommandanten von Wesel. II. Den Rothen Adler⸗Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub. Dem General-Major Grafen von Brühl, Commandeur der 13ten Landwehr⸗Brigade. Dem General⸗Major Chlebus, Commandeur der 14ten Infan⸗ terie⸗Brigade. em Obersten von Ledebur, Flügel⸗Adjutanten und Comman⸗ deur der 14ten Kavallerie⸗Brigade. em Obersten von Niesewand, Commandeur der 14ten Land⸗ wehr⸗Brigade.
III. Den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse mit der Schleife. 4 Dem Obersten von Schlegell, Commandeur des 15ten Infan⸗ terie⸗Regiments. Dem Oberst⸗Lieutenant Chorus, Commandeur des 6ten Ulanen⸗ Regiments. em Obersten Bonsac, Commandeur des 17ten Infanterie⸗Re⸗ giments. em Major Grafen von Westarp, Commandeur des 8ten Hu⸗ saren⸗Regiments. Dem General⸗Arzt Dr. Sommer, vom 7ten Armee⸗Corps.
IV. Den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse. Dem Major von Heister, vom Generalstabe des 7ten Armee⸗ Corps. Dem Rittmeister Schimmel, Adjutanten der 13ten Division. Dem Major Freydank, vom 13ten Infanterie⸗Regiment. Dem Hauptmann von Schmalensee, vom 15ten Infanterie⸗ Regiment. Dem Major von Pfuhl, vom 14ten Husaren⸗Regiment. Dem Rittmeister von Götze, vom 6ten Ulanen⸗Regiment. Dem Regiments⸗Arzt Dr. Hilgenberg, vom 6ten Ulanen⸗ Regiment. Dem Major von Forstner, Commandeur des 1sten Bataillons (Münster) 13ten Landwehr⸗Regiments. Dem Hauptmann Korbach, vom D2ten Bataillon (Borken) 13ten Landwehr⸗Regiments. Dem Hauptmann von Bülow, Adjutanten der 14ten Division. Dem Obersten von Harder, Commandeur des 16ten Infanterie⸗- Regiments.
Dem Bataillons⸗Arzt Dr. Breuer, vom 16ten Infanterie⸗Re⸗ iment.
Dem Dherst- Lieutenant Baron von der Goltz, vom 17ten In⸗ fanterie⸗Regiment.
Dem Major von Triebenfeld, vom 5ten Ulanen⸗Regiment.
Dem Intendantur⸗Rath Bernau, vom 7ten Armee⸗Corps.
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Dem Garnison⸗Verwaltungs⸗Ober⸗Inspektor Tscheuschner in Wesel.
Dem Garnison⸗Stabs⸗Arzt D)c. Deetz in Wesel.
Dem Garnison⸗Stabs⸗Arzt Dr. Jahn in Minden.
Dem Hauptmann a. D. Elbers in Hagen. ee.
V. Den St. Johanniter⸗Orden. “
Dem Rittmeister von Meyerinck, Adjutanten beim General⸗ Kommando des 7ten Armee⸗Corps.
Dem Premier⸗Lieutenant Grafen zur Lippe, aggregirt dem Sten Husaren⸗Regiment.
vI. Das Allgemeine Ehrenzeichen. Dem Stabs⸗Hautboisten Fleischhauer, vom 15ten Infanterie⸗ Regiment. . Dem Wachtmeister Schmidt, vom 11ten Husaren⸗Regiment. Dem Vice⸗Wachtmeister Schartrow, vom 6ten Ulanen⸗Regiment. Dem Feldwebel Biermann, b5 - 8 illon. Dem Feldwebel Bräutigam, vom 7ten komb. tasüe nsh besGercr 1 Dem Veteranen Unteroffizier Feldhoff, vom 3ten Bataillon (Wa⸗ rendorf) 13ten Landwehr⸗Regiments. Dem Stabs⸗Hautboisten Schauseil, vom 16ten Infanterie⸗ Regiment. 1b Dem Wachtmeister Blume, vom 8ten Husaren⸗Regiment. Dem Stabs⸗Trompeter Braun, vom 5ten Ulanen⸗Regiment. Dem Wachtmeister Thissen, vom Zten Bataillon (Geldern) 17ten Landwehr⸗Regiments. b Dem Feldwebel Linarz, vom Landwehr⸗Bataillon (Neuß) 39sten Infanterie⸗Regiments (7ten Reserve⸗Regiments.) 88 Dem Feldwebel Frankenberg, vom Landwehr⸗Bataillon (Gräf⸗- rath) 40sten Infanterie⸗Regiments (8ten Reserve⸗Regiments).
Se. Königl. Hoheit der Prinz von Preußen ist von Weimar
hierher zurückgekehrt.
Die Königliche Akademie der Künste feiert das Geburtsfest Sr.
Majestät des Königs, ihres erhabenen Protektors, am Freitag den
15ten d. M. Vormittags 10 Uhr im langen Saale des Königlichen Akademie⸗Gebäudes unter den Linden. Eintrittskarten sind nicht er⸗ forderlich. Die Vorzeigung des Programms sichert Plätze in den ersten Sitzreihen.
Berlin, den 12. Oktober 1847.
Direktorium und Senat der Königlichen Akademie der Künste.
Dr. G. Schadow, Direktor.
Die Universität wird das Geburtsfest Sr. Majestät des Königs 8 am 15ten d. M., Mittags um 12 Uhr, in ihrem großen Hörsaal feiern und damit den Akt der öffentlichen Uebergabe des Rektorats verbinden. Die Eingeladenen werden hierdurch ganz ergebenst ersucht, die ihnen zugestellten Karten am Eingange vorzuzeigen. Die Herren Studirenden haben den Zutritt auf Vorzeigung ihrer Erkennungs⸗ Karte.
Berlin, am 13. Oktober 1847.
Der Rektor der Universität.
7 Böckh.
Zur Literatur der Neformationsgeschichte.
Geschichte der Reformation in Schottland, mit besonde⸗ rer Berücksichtigung der in ihr sich offenbarenden Kraft christ⸗ lichen Glaubens im Leben, Kämpfen und Leiden. Von Karl Gustav von Rudloff, General⸗Major. Berlin. 1847. Verlag von Thome.
Trotz der trefflichen Arbeiten, durch welche deutsche Gelehrte neuerlich über die Zeit der Reformation Licht verbreitet haben, war doch bisher die
Reformations⸗Geschichte Schottlands wenig berücksichtigt worden. Es war
dies um so mehr zu bedauern, da gerade in England und Schottland politische und
religiöse Entwickelung immer auf das engste verbunden war und die eine ohne die andere nur unvollständig beurtheilt werden kann. In dem vorliegenden
Werke wird uns nun die erste Bearbeitung der schottischen Reformations⸗
Geschichte in deutscher Sprache dargeboten. Die Quellen, aus denen der
Herr Verfasser mit großer Umsicht und vielem Scharfsinn die Mittheilungen
schöpft, bestehen neben einigen vollständigen Geschichts⸗Darstellungen in
Biographieen und Tagebüchern der bedeutendsten Männer jener Zeit. Aus
solchem durchaus zuverlässigen Material ist durch eine glückliche Auswahl
eine Bearbeitung hervorgegangen, welche für die Wissenschaft eine wesent⸗ liche Lücke ausfüͤllt und für die fernere Beurtheilung der Geschichte Schott⸗ lands von bedeutendem Einflusse sein wird.
Die Form der Darstellung, durch den Inhalt unmittelbar hervorgeru⸗ sen, möchte indeß noch einen anderen Zweck erreichen. Die Vorliebe, mit welcher der Herr Verfasser bei der Mittheilung einzelner wichtiger Auftritte verweilt, die Anschaulichkeit, durch die er jede Schilderung belebt, machen das Werk zugleich für den größeren Kreis der Gebildeten zu einer eben so belehrenden, als durch die Mannigfaltigkeit der Vorgänge spannenden und anziehenden Lektüre. Den großen Reichthum an merkwürdigen Ereignissen, an sgezeichneten Charakteren und an Zügen heldenmüthiger Aufopferung fö. Sache der Religion und Kirche, durch welche die Geschichte der schottischen Reformation hervorleuchtet, hat der Herr Verfasser bei seinem hohen Talente für biographische Skizzen mit ergreifender Wärme hervortre⸗ ten la u; so bietet das Werk zugleich eine Quelle reicher Erbauung dar, wie lebendiger Darstellung einer Reformation nicht anders mög⸗ lich ist. 1
Un so willkommener ist das Erscheinen dieser Geschichte, da bei den
religiösen Bewegungen unserer Tage sich der Blick Vieler auf die freie
schottische Kirche richtet, welche seit den letzten Jahren vom Staate durch⸗ aus getrennt ist. Aber wie der diese Kirche belebende Geist, so steht auch der Sinn, in dem der Herr Verfasser dieselbe in ihrer historischen Entwicke⸗ lung geschildert, und der -e. ihn dabei geleitet hat, in dem entschie⸗ densten Gegensatze zu dem, welcher unter uns hin und wieder den Ruf und das Streben nach Emancipation der Kirche von der Staatsgewalt, nach einer sogenannten freien Kirche veranlaßt. Gerade die Vergleichung der dortigen Zustände mit den, ener alf tmöchte zu vielfacher Belehrung und zur Verichtigung weit verbreenad uch der Frücheen dienen. Somit müssen wir den Auseruch der Greude wiederholen, mit dem wir
dieses Werk begrüßen, welches schon in seinem ersten Theile neben der hohen
Bedeutung für die Wissenschaft den Herrn Verfasser durch den belehrenden und anziehenden Inhalt seiner Mittheilungen den Dank für seine erfolg⸗ reichen Forschungen und die Anerkennung seiner besonderen Befähigung sür solche Darstellungen sichert. “ 1
Die berliner Symphonie⸗, Quartett⸗ und Trio⸗
Soireen.
Unter den mannigfaltigen der Hauptstadt alljährlich gebotenen musika⸗ lischen Kunstgenüssen nehmen die (für die bevorstehende Saison bereits an⸗ gekündigten) Symphonie⸗, Quartett⸗ und Trio⸗Soireen das In⸗ teresse aller gebildeten Musikfreunde mit Recht in hohem Grade in Anspruch. Sie bilden sowohl in dem, was sie bieten, als wie sie es bieten, unstrei⸗ tig die Glanzpunkte unserer Konzerte und erfreuen sich stets der ollgemein⸗ sten Theilnahme des Publikums. Einer Empsehlung bedürfen daher diese Soireen unsererseits nicht. Doch möge uns vergönnt sein, der Eröff⸗ nung derselben einige allgemeine Bemerkungen und Nachrichten voraus⸗ zuschicken.
Was vorerst die Symphonie⸗Soireen der Königlichen Kapelle betrifft, so können wir nicht umhin, ihnen gegenüber unseren Ruf nach größerer Mannigfaltigkeit und Vielseitigkeit des Programms auf’'s neue ertönen zu lassen, müssen jedoch gleichzeitig anerkennen, daß diesem Rufe Genüge zu leisten im verflossenen Winter Schritte geschehen sind, inso⸗ fern neben den alljährlich aufgeführten klassischen Werken auch einige (wenngleich verhältnißmäßig wenige) neuere und neueste Erzeugnisse Berück⸗ sichtigung gefunden haben. Indem wir dem Vorstande des Institutes un⸗ seren Dank dafür aussprechen, knüpfen wir daran die gerechte Forderung, die Ehre der Aufführung nunmehr auch einmal Werken hiesiger talent⸗ voller Musiker angedeihen zu lassen, eine Genugthuung, die man ihrem Kunststreben, nach der den Werken fremder Künstler zu Theil gewordenen Begünstigung, noch immer schuldet.
Die Quartett⸗Versammlungen der Herren Zimmermann und Genossen angehend, so haben wir ihnen zum Nuhme nachzusagen, daß sie bei Zusammenstellung ihres Programms die Ansprüche der Gegenwart wohl beachten, ohne die Forderungen, welche eine klassische n stellt, aus den Augen zu verlieren. In diesem Jahre nehmen diese Versamm⸗ lungen insofern eine etwas veränderte Gestalt an, als sie auch Pianoforte⸗ Werke mit Begleitung von Streich⸗Instrumenten, als: Trio's, Quartetts u. s. w., zur Ausführung bringen werden, bei welchen Herr Steifensand die Pianostimme übernommen hat. G
Um endlich auch der Trio⸗Soireen zu gedenken, so ergeben die An⸗ kündigungen, daß sie in Herrn Löschhorn (statt des ausgeschiedenen Steifensand) einen neuen Alliirten gewonnen haben. Sicherlich wird Herr Löschhorn den Herren Gebrüdern Stahlknecht auch ein das Unternehmen fördernder Verbündeter sein, da er sich bereits als tüchtiger Klavierspieler und gebildeter Musiker hinlänglich bewährt hat. Dem Pro⸗ gramm zufolge, sind übrigens die Unternehmer der Trio⸗Soireen ihrem löh⸗
—
lichen Prinzip, Klassisches mit Neuem zu paaren, getreu “ Es
*
enthält der Reihefolge nach folgende ältere und neuere Werke; Trio von Haydn. C-dur. 8E. 8* Trio von Mozart. G-dur. F11 Gr. Trio von Beethoven. Trio von Onslow. E moll. Trio von Beethoven. G-dur. Gr. Trio von Fr. Schubert. B-dur. Op. 99. Trio von Fl. Geyer. Es-dur. (Manuf kript.) Sonate f. Pianof. und Cello von Beethoven in G. Gr. Trio von F. Mendelssohn. C-moll. Op. 66. Trio von Nichard Würst. G moll. O0p. 5. Trio von Beethoven. B-dur. Op. 11. 1“ Gr. Trio von Beethoven. Es-dur. Op. 70. .“ Trio von A. Stahlknecht. G-molli. (Manuftript.) Sonate für Pianof. und Violine von Beethoven. G Trio von Beethoven. Es-dur. Op. 1. 1] Trio von Ferd. Ries. C-moll. Op. 143. . Trio von L. Spohr. E-moll. Op. 119. Gr. Trio von Beethoven. D-dur. Op. 790.
Die bezeichneten Werke werden in einem Cyklus von sechs Soireen ur Aussührung gebracht, deren erste am 1. November stattfindet. — Wir seben mit allen Musikfreunden der Eröffnung der sämmtlichen oben ange⸗ führten vielfachen Genuß verheißenden Musik⸗Abende spannungsvoll ent⸗ gegen. 2.
Schiller und Graff.
Weimar, 4. Okt. Nachträglich zu der in Nr. 271 gegebenen, sehr erfreulichen Nachricht, daß der Stadtrath in Weimar das Schillersche Haus zu einer bleibenden Stätte der Verehrung für das Andenken des unsterb⸗ lichen Dichters gemacht hat, wird die folgende Nachricht nicht ohne Inter⸗ esse sein. Bekanntlich lebt noch in Weimar Joh. Jak. Graff, der erste Darsteller des Schillerschen Wallenstein (er ist am 25. September 1768 ge⸗ boren und seit dem 10. April 1793 Mitglied des weimarschen Hoftheaters), der sich in dieser Rolle Schiller's besondere Zufriedenheit erworben hatte, und von der Graff selbst in einem Aussatze im Schiller⸗Album S. 88 voll Stolz gesagt hat, daß Schiller selbst ihn gelehrt habe, den Wallenstein z spielen. Am Morgen nach der zweiten Aufführung der Piecolomint & war der 3. Februar 1799; die erste Aufführung Lerr am 30. stattgefunden) erhielt Graff von Schiller einen Brief über e. 8 9, 88 dem gewiß ehrenvollsten Zeugnisse, daß „es einem Anderen nich 8
den dürfte, ihm den Wallenstein nachzuspielen.“ Diese für den, Sezahe.
ler so schätbare Zuschrift hat Graff zwar in der von der 1 8 8.-,ee von Voigt (unter dem Namen Cäcilie) sbeh beg bor⸗ bees der ersten Aufführung der Pieccolomini im veeh Ir Jahre 1840 auf S. 145 abdrucken lassen, die da⸗bsn sgmg in Schil⸗ vor kurzem dem Stadtrath zu Weimar für die neue
B-dur. Op. 97. Op. 14. Op. 1.
ler's Hause verehrt.