1847 / 309 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

„(Rh. Beob.) Am 3. November fand

in e,eeen die Eröffnung des neuen eeenr. 2 ¹ es, b 22

Ie., Mees, v262 11 Uhr in ihren rothen Roben in den Saal, in welchem sich schon das ganze Barreau, so wie eine roße Zuschauerzahl, versammelt hatte. In feierlicher Stille 1. der Geueral-Profurator Nicolovius und sprach in einer gehaltvo en Rede daß die hohen bei uns einheimischen Rechts⸗Insti⸗

se Freude aus 6 5 1 eine immer größere Anerkennung fänden, doß umer ber kr⸗

vbeten Regierung unseres erhabenen Monarchen die Oeffentlichkeit und veees be 89. in den alten Provinzen der Monarchie immer mehr Eingang erhielte, und baß wir bald wohl auch ein gemeinsames Snafrecht für die ganze Monarchie zu erhalten die Hoffnung hegen dürften. Auf die speziellen Data der Gerechtigkeitspflege in der Rihein⸗Provinz eingehend, bedauerte er, daß sich die Zahl der Pro⸗ esse an dem Landgerichte und Handelsgerichte zu Köln in bedeuten⸗ der Progresston vermehre, und bemerkte zugleich, daß die Vertreter der Parteien bei ernsterem Streben und größerer Pünktlichkeit viel 1b Abkürzung und schnelleren Erledigung der Prozesse beitragen fönnten. Der erste Präsident des Apellhofes, Herr Geheimer Ober⸗ Zustizrath Schwarz, erkannte in kürzerer Rede die Bemühungen des Barreaus zur prompten und gewissenhaften Gerechtigkeitspflege an ind sprach zugleich die Hoffnung aus, daß ein gleiches Streben alle Mitglieder des Apellhofes auch in diesem Jahre beseelen möge. 8 Die Verwaltung der in der Abtei Düsselthal bestehenden, von dem Grafen von der Recke⸗Volmarstein gegründeten und durch milde Beiträge unterhaltenen Rettungs⸗ und Erziehungs⸗Anstalt für ver⸗ wahrloste Kinder ist nunmehr dahin geordnet, daß, nachdem sich der genannte Gründer von der unmittelbaren Leitung derselben zurückge⸗ ogen hat, von Seiten des Staats die Verwaltung übernommen und er bisherige Seminar ⸗Inspektor Georgi zu Meurs zum Direktor ener Anstalt ernannt worden ist. Mit der Rettungs⸗Anstalt ist zu⸗ leich der unter dem Namen „Gesellschaft der Menschenfreunde“ be⸗ annte Verein verbunden. 1““ 1

Deutsche Bundesstaaten.

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Königreich Württemberg. (O. P. A. Z.) Die evan⸗ gelische Geistlichkeit Württembergs hat neuerdings durch eine Ein⸗ gabe an das Königliche Konsistorium ihre Betheiligung an den Fra⸗ gen der Gegenwart ausgesprochen. Während nämlich eine stark ver⸗ breitete Ansicht das überhandnehmende Proletariat durch Beschrän⸗ kung der ehelichen Niederlassung in den Gemeinden zu bekämpfen sucht, sieht die erwähnte Eingabe der Geistlichen in einem solchen Schritt nur eine sittliche Verschlimmerung der niederen Volksklassen voraus, welchem Einhalt zu thun dem Einfluß der Religion da⸗ nan viel mehr erschwert werden würde unter den jetzigen Um⸗ änden.

*ο*% Fraukfurt a. M., 3. Nov. Der Königl. preußische erste Bevollmächtigte bei der Bundes⸗Militair⸗Kommission, Herr General⸗Major von Radowitz, befindet sich noch hier. a

Die heute zu Ende gehenden sogenannten drei Herbsttage gingen weit ruhiger vorüber, als in früheren Jahren, da allerdings der Ernst der Zeit und die drückenderen allgemeinen Verhältnisse zu größerer Besonnenheit und Einschränkungen auffordern. Andererseits ist aber das unaufhörliche Schießen während der drei Herbsttage für Viele sehr belästigend. Unglücksfälle hatten wir bis jetzt erfreulicherweise so viel bekannt, nicht zu beklagen. Heute kam indessen der Selbst- mord eines Soldaten vor.

Es sollen heute Nachmittag Nachrichten aus der Schweiz ein⸗ getroffen sein, nach welchen die Feindseligkeiten begonnen haben. Cs ehlen aber speziellere Angaben. 1 b b Uunsere Börse ist auf die Berichte aus London und Paris wieder in eine flauere Stimmung verfallen. Der Umsatz ist fortdauernd höchst

d, der Geldstand aber immer noch befriedigend 1

n 1 1 8 Agram, 28. Okt. (Agram. Ztg.) Nachdem in der zwei⸗ ten Sitzung der Landes⸗Congregation der Königreiche Croatien Slavonien und Dalmatien (wie schon gemeldet) beschlossen worden war, daß die Nationalsprache der vereinten Königreiche innerhalb der Gränzen derselben als Geschäftssprache vorbehaltlich der K. Sanction in allen Zweigen der Administration angewendet werde, wurden in der dritten und vierten Sitzung am 25. und 26. Oktober sämmtliche Obsekte des Operats der Landes⸗Deputation, welche fortwährend ührr vorbereitenden Sitzungen hielt, erledigt und endlich heute, den ssten, in der letzten Landeositzung die Akten publiz t die

egenwärtige Landes⸗Congregation geschlossen. v“

Rußland und Polen.

a eterehurge⸗ 30. Okt. Se. Majestät der Kaiser hat Ftee 2. 8 sc 2 Manifest vom 13. September auf den 13. 8a. he Vefhstac. d eSag. im taurischen Gouverne⸗ 8 nie v 8* 89 sslung vrrgp sinsgebrachenen C holera⸗Epide⸗ SE . Ja ugr 4 inausgeschoben werde. 8 Rachtene agesbefehl des Kriegs Ministers vom 26. Oktober

ven 2 heecdf⸗ bekannt gemacht: „Se. Majestät der Kaiser ha⸗ L“ ¹. 2ten Bataillon des daghestanischen und dem 1sten

übnen dem Sr des samurschen Infanterie Regiments für die von

Salta am 21. 1n Nn und der Einnahme des befestigten Weilers

der Inschrist; ün 1 September bewiesene Tapferkeit Fahnen mit

vchen Heruht“ se Einnahme Salta's“, Allergnädigst zu ver⸗

2.28.ve de ager hei de'Plahne Justiz⸗Minister, Staats⸗ Ministeriums wieder werssezascae eesggrn er S. 88 h -. 8, 2. 8. 25 rei ch. Alerander von Hungae 88 7n Se eeina⸗ vn. 18 usftug nach Versailles gesct vnen e eh Ffh

Der schweizerische Geschäftatrsger;

. 8 nhaftsträger in Pari * —1 1. Folge eines sn 88 1 2*₰ 066 8. r 8, ean einige Zeit von hier sich zu zühen 59 b aa 1 - B17 einen tieferen politkschen Velaan. 2* n ersten Blic cheine, idem Herr von . ang

nur mit Wider den Aufträgen sich vnterzvgen hn Ischann Zeit vem Vereorte ihm geworben. Zen habe, welche in

An⸗ Touten ist der „Tonnerre“ mit 15,000 aus dem A

9 8 . 1; dem . ven für die romischen National⸗Garden geiennen ne mach Creita⸗Berchia abgegangen. Der „Vahysban⸗ bringk Aei 49 4 en den Prinzen Jeinville und bleibt hes dem G e Fe⸗ . 5 Damdf⸗Fregatten zädlt. dom Geschwader, 1 une dat wieder einen Arcikel üder die auswärtigen Ante⸗ ber läßt Pius X. alles Lod widerfahren. Alein der Papst, meint

er, konne unmöglich Italien regeneriren; seine Regierungsform lei

5 reg ine Regierungsform leide an aller Regierungsformen: ste sei absvlut, rrpublika⸗ nisch, therkratisch, oligarchisch und habe der kurzen Regirrungszeit

wegen zugleich keine der Tugenden aller dieser Formen. Eine aus⸗ wärtige Gewalt müsse Italien zu Hülfe kommen. Aber welche? Die Antwort des französischen Poeten ist: Rußland sei zu weit, Oesterreich sei gerade das Land, von dem sich Italien zu befreien habe, und es bleibe nur Frankreich übrig. Aber in Frankreich re⸗ Guizot, und damit wäre gesagt, daß Italien verlo⸗ 4 8

Eben starb erst im Alter von 45 Jahren Herr E. Halphen Maire des zweiten Bezirks von Paris. Pehe Halphen war Fad, und genoß allgemeine Achtung.

Herr von Larochefoucauld spricht sich in einem Brief an die Gazette für die Wahlrefor s, von we r die Vers⸗

pantger feibst aus, von welcher er die Verschmelzung

Bon den Mitschuldigen des eben verstorbenen Parmentier lieg Pellapra schwer erkrankt danieder, und von Teste mdenn man nücc daß er das Ende dieses Jahres erleben werde. 8 Zywischen dem Journal des Débats und dem Constitu⸗ tionnel hat sich über das viel Aufsehen machende Buch von Cape⸗ figue, „die Präsidentschaft Guizot's“, ein heftiger Streit entsponnen. Letzteres Blatt behauptet wiederholentlich, daß die Regierung Alles wolle, was jenes Buch verlange, nur daß sie es nicht in jenen For⸗ men wolle, und das Journal des Débats äußert sich höchst ent⸗ rüstet süber diese Voraussetzung.

Herr Guizot hat seinen Schwager, Herrn Devaisne, zum Re⸗ dacteur im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten bestellt und Herrn Gaillard de Ferry, der bisher diesen Posten bekleidete, als Konsul nach Helsingör geschickt. Vpon den am 29. Oktober 1840 ernannten Ministern befinden sich gegenwärtig nur noch drei im Amte, nämlich die Herren Guizot, Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Duchatel, Minister des Innern, und Cunin⸗Gridaine, Handels⸗Minister. Alle übrigen Porte⸗ feuilles gingen nach einauder seit dem Bestehen des Kabinets in ver⸗ schiedene Hände über.

In der Kirche des Petits Pères war man gestern Abend nicht wenig erstaunt, als der Pfarrer Desgenets der Wohlthätigkeit der Gläubigen 46 Handelshäuser anempfahl, deren Lage in Folge des schlimmen Standes der Geschäfte sehr prekär geworden sei.

Ddie meisten pariser Blätter sind heute wegen des Allerheiligen⸗ ein⸗ nicht 22— das Journal des Débats hat einen hal⸗ ben Bogen ausgegeben, um seinen Lese ie Vorgä⸗ 1 vo

E esegebenne s Lesern die Vorgänge in Bern vom Tootz der kriegerisch lautenden Nachrichten aus der Schweiz ist die Rente gestiegen. Man sagte, die englischen Consols von gestern seien höher gekommen. Auch Eisenbahn⸗Actien besser und wurden in

der Hauptlinie viel gekauf Haup el gekauft.

Großbritanien und Irland. London, 1. Nov. Als eine der ersten Maßregeln, welche die Regierung dem neuen Unterhause vorzulegen beabsichtigt, wird die schon lange erwartete Bill zur besseren Feststellung der Pächter⸗Ver⸗ hältnisse in Irland angegeben. b b Der Unter⸗Staats⸗Secretair im Kolonial⸗Amte, Herr Stephens welcher seinen Posten seit vielen Jahren bekleidet, wird nächstens in den Ruhestand treten.

Die Times spricht sich in ihrem erwähnten Artikel über das öae Urtheil, das der Papst gegen die Errichtung der irlän⸗ dischen Kollegien geäußert hat, sehr empfindlich aus, und es scheint daraus hervorzugehen, daß auch die englische Regierung davon unan⸗ genehm berührt worden ist, Man glaubt, daß dieser Schritt des Papstes auf die Unterhandlungen des Grafen Minto nicht ohne Ein⸗ fluß bleiben dürfte. „Püuls IX.“, schreibt die Times, „hat schwer⸗ lich in Italien eine so harte Aufgabe, als die britische Re⸗ gierung in Irland. Wir haben Jeder mit unseren eigenthüm⸗ lichen Schwierigkeiten zu kämpfen; aber wir können doch nicht leugnen, daß Irland gerade jetzt die knorrigste von den beiden Aufgaben ist. Oesterreichische Bajonette sind schlimm, die französische Diplomatie ist noch schlimmer, aber irländische Wühlerei, irländi⸗ sche Pächter-Versammlungen und irländischer Hunger sind noch zehn⸗ mal schlimmer. Der Name und das Gewicht der britischen Regie⸗ rung hat Pius IX. in seiner Noth nicht verlassen. Englische Staͤats⸗ männer haben den wirklichen Adel seines Charakters und den wahren Gegenstand seiner Anstrengungen anerkannt. So weit es nur mit der Erhaltung des europäischen Friedens verträglich war, haben sie ihm mit aller ihrer Gewandtheit den Rücken gedeckt. Ohne die energische Haltung des Kabinets von St. James würde man die weiße Uniform nicht blos auf den Straßen von Ferrara erblicken. Wir machen uns kein Verdienst daraus. Es ist nur ein gerechter Zoll, den wir der Humanität und Civilisation entrichten. Um so mehr aber haben wir ein Recht, den Papst daran zu er⸗ innern, daß wir seinen Charakter nicht aus der zweiten Hand beurtheilt haben. Als wir die eigentliche Richtung seiner Politik kennen zu lernen wünschten, wandten wir uns nicht an den Fürsten Metternich und ließen uns unsere Ansicht nicht erst von dem treuherzigen Manne, der auf dem Throne von Frankreich sitzt, revidiren. Wir urtheilten selbst und nach den Thatsachen und han⸗ delten nach unserem eigenen Urtheil. So bewunderungswürdig aber in vielen Beziehungen die Bahn ist, welche der Hohepriester von Rom wandelt, so haben wir doch Grund, uns zu beklagen, daß er in seiner Methode, sich in Dingen, die ihm praktisch nicht bekannt sein können, ein Urtheil zu bilden, nicht unserem Beispiele gefolgt ist. Die Einrichtung und Beschaffenheit der irländischen Kollegien wie Sir Robert Peel sie angehahnt, ist in Rom durch und durch falsch dargestellt worden. Gewiß, der Papst ist niemals recht darüber auf⸗ geklärt worden, daß dieser Akt ein Versuch war, in Irland eine Er⸗ ziehung einzuführen, an der es vorher fast gänzlich mangelte, Wund daß der gesetzliche Einfluß des römisch⸗ katholischen Klerus über seine Heerde dadurch in keiner Weise ge⸗ schwächt wird. Ohne diese Voraussetzung können wir kaum begreifen, wie er veranlaßt werden konnte, selbst die theilweise Mißbilligung der Maßregel auszusprechen, welche die muntere Ein⸗ bildungskraft von Conciliation⸗Hall in ein prächtiges Verdammungs⸗ Urtheit verwandelt hat. Es ist öffeutlich behauptet worden, daß die Emissarien der irländischen Agitatoren den Autoritäten im Vatikan ver⸗ sicherten, sie hätten hinlängliche eigene Mittel, um für die Erziehung der höheren Stände ihrer Landsleute zu sorgen. Wo sind diese Mit⸗ tel? Clongowes, Wood, Thurles, St. Jarlath's, Carlow? Außer⸗ dem mag es noch ein paar lateinische Schulen fünfter Klasse geben, deren Namen wir augenblicklich vergessen haben. Ohne daher sehr lieblos zu sein, dürfen wir wohl annehmen, daß die krasse Unwissen⸗ heit in Irland von diesen Herren für ihr einträglichstes Handelska⸗ pital angesehen wird.“

Nach dem Globe sind zu Manchester und in anderen Fabrik⸗

und Handelsstädten wieder mehrere Fallissements eingetreten. Aus dem vorgestern den Actionairen der Königlichen Bank zu Liverpvool erstat⸗ teten Berichte geht hervor, daß die Direction mit dem Kapitale der Aetzonaite höchst leichtsinnig umgegangen ist, indem sie einigen Häu 8 ungemessenen Kredit gab und z. B. einer einzigen Firma eine dar 8 non Pfd. zur Verfügung szelte, während das ganze Kapital Zeit 7 nur 800,000 Pfd. betrug. Der Globe meint, es sei hohe

beit, daß durch swrenge Strafgesetze solchem leichtsinnigen Treiben

vorgebeugt werde. Die Berichte aus den Fabrik⸗Bezirken liefern zwar ein trauriges Bild von der in Folge der Schließung so vieler Fabriken unter den Arbeitern herrschenden Noth, aber sie melden übereinstimmend, daß das Betragen der Arbeiter⸗Bevölkerung höchst musterhaft ist, und daß keine Unordnungen von der Art vorgefallen

sind, wie sie früher so häufig eine umfassende Einstellung der Fabrik⸗

thätigkeit begleiteten. Aus Liverpool wird der Morning Ch ronicle geschrieben: „Der von der Regierung ersonnene Plan zur Erleichterung der Handelsnoth hat nun eine dreitägige Probe bestanden und erweckt fortwährend Befriedigung. Alle fremden und Kolonial⸗Produkte sind im Preise etwas höher gegangen, und es zeigt sich gesteigerte Kauflust, obgleich die hiesige Filiale der Bank von England für Diskontirung der besten Wechsel 9 pCt. und eine Kommissions⸗Gebühr berechnet. Man glaubt, daß das Extraprozent als Besteuerung unseres Handels zum Vortheil des Budgets des Schatzkanzlers zu betrachten ist, der mit der Bank von England jeden R einen gewissen Satz hinaus zufließenden Gewinn zur Hälfte theilt.“

Aus dem Haag, 29. Okt. Prinz Alexander der Nieder⸗ lande wird sich zur Befestigung seiner Gesundheit auf ein Jahr lang nach dem Süden begeben; er wird zunächst nach Madeira und von da nach Portugal und Italien reisen. 1

„Die Arnheimer Courant soll in Besitz einer Gesellschaft übergegangen sein. Uebrigens stellt sie in Abrede, daß sie ihre Ten⸗ denz verändern wird.

Der Finanz⸗Minister hat ein Rundschreiben erlassen, worin er die Beamten der Steuer⸗ und Zoll⸗Verwaltung warnt, ungesetzliche Einnahmen seitens der Steuerpflichtigen sich zuzueignen, wovon wie⸗ derholte Fülle vorgekommen; die Zuwiderhandelnden würden strenge Strafe zu gewärtigen haben. 3

Die holländische Kolonie, die auf die Einladung der russischen

Dampfschifffahrts⸗Gesellschaft der Wolga sich zu Rybinsk niederge⸗ lassen, soll sich sehr wohl befinden; die Kolonisten erhalten dort in allen Zweigen des Schiffbaues Beschäftigung, und die Lebensmittel

sind sehr billig.

Aus dem Haag, 1. Nov. (Rh. Beob.) Die Adresse der zweiten Kammer der General⸗Staaten, welche bekanntlich mit Ausnahme von zwei Stimmen einstimmig angenommen und heute überreicht wurde, ist nur eine Umschreibung der Thronrede. Sie wird natürlich sehr verschieden beurtheilt, je nachdem sie den Hoff⸗ nungen der Parteien entspricht oder widerstrebt. Ein konservatives Blatt, der Drentsche Courant, findet sich zu folgenden Bemer⸗ kungen darüber veranlaßt:

„„Es ist eine Hauptlehre der vorgeschrittenen Liberalen, der Fortschritts-⸗ männer par excellence, daß die Spannung, das Aufeinanderplatzen, der Kampf der Meinungen das eigeuthümliche politische Leben einer Nation bilden, wie denn auch dieses Aufeinanderplatzen, dieser Kampf der Meinun⸗ gen jederzeit von dem Gange der öffentlichen Angelegenheiten in Frankreich und England unzertrennlich ist, wiewohl selbst in diesen beiden Ländern die Verständigeren von solchen Merkmalen des politischen Lebens wenig erbaut sind; sie betrachten sie mehr als ein nothwendiges Uebel und beneiden uns um die Ruhe, die wir genießen. Dies hindert jedoch unsere Liberalen kei⸗ nesweges, Frankreich und England unaufhörlich als die beiden Musterstaaten anzupreisen. Frankreich, dessen gegenwärtige politische Verfassung, wie die englische, aus dem Aufeinanderplatzen der Parteien, kurz, aus der Re⸗ volution hervorgegangen ist, leidet noch heute an den Folgen ihres Ur⸗ sprungs. Der niederländische Staat dagegen hat sich im Schoße der Ein⸗ tracht der Nation gebildet und dankt es diesem Ursprunge, daß er jetzt im Stande ist, seine Institutionen auf friedlichem Wege zu entwickeln. ein großes Glück für Niederland und ein der Aufmerksamkeit von Europa würdiges Schauspiel, zu sehen, wie die Entwickelung der Institutionen eines Staates mit Ruhe vor sich geht, ohne daß diese Institutionen der politi⸗ schen Macht aufgezwungen worden sind. Der Paragraph der Adresse über die Aenderungen des Grundgesetzes setzt diesem Dokument die Krone auf. Die Sprache, welche darin waltet, ziemte einer Kammer, welche in ihrem konservativen Geiste die Prinzipien des Grundgesetzes jederzeit aufrecht erhalten wollte und niemals der Hoffnung Naum gab, daß eine Verfassungs⸗Aenderung, die nicht von der Krone ausgehe, das Wohl des Landes sfoͤrdern werde; dies ist auch die Sprache, welche sie gegen einen König führen mußte, der sich nicht von den Parteien zu einer Revision des Grundgesetzes zwingen ließ und jetzt, nur seiner Ueberzeugung gehorchend, von freien Stücken die nöthig scheinenden Veränderungen vorschlägt. Diese Sprache ist allerdings nicht nach dem Geschmack jener Zeitungen, die aus Verzweiflung, daß sie von der Regierung niemals eine sogenannte voll⸗ ständige Revision erlangen werden, die Kammer zwingen wollen, dem Versprechen der Thron⸗Rede gegenüber eine radikale Reform zu fordern. Allein die Kammer verachtet diese Stimmen und erklärt ruhig: sie nehme das Versprechen mit Freude und Dank an und erwarte vertrauensvoll, daß ihr die Regierung alle Verbesserungen, welche die Wohlfahrt Niederlands wahrhaft zu fördern vermögen, vorschlagen werde.“ 1

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Brüssel, 3. Nov. Der Minister der Finanzen hat, sobald er von dem an der französischen Gränze stattgehabten Mißbrauche der persönlichen Durchsuchung in Kenntniß gesetzt worden war, an die belgischen Gränz⸗Zollbeamten den Befehl ergehen lassen, diese Durch⸗ suchung, zumal bei Frauen, nur dann vorzunehmen, wenn die wich⸗ tigsten Ursachen eine Vermuthung von Schmuggelei veranlassen sollten.

Die Caution für die im direkten Transit mit der Eisenbahn durchgehenden Waaren war durch Beschluß vom 23. Juni 1845 auf den Betrag des Einfuhrzolles solcher Waaren festgestellt; da diese Bürgschafts⸗Summen sich nun oft auf 100,000 Fr. und mehr belie⸗ fen und dies dem Handelsstande große Verlegenheiten bereiten mußte, so ist das Maximum einer solchen Caution auf 10,000 Fr. beschränkt worden.

Aus Gent wird berichtet, daß der Besuch des Ministers des Innern daselbst den besten Eindruck gemacht hat. In den Anstalten für den öffentlichen Unterricht haben die Worte des Ministers die freudigste Hoffnung für die Zukunft derselben und des Lehrerstandes vv erweckt. Herr Rogier hat auch die ansehnlichsten Fabriken besucht. K

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Man schreibt aus derselben Stadt, daß die industrielle Kri⸗ sis ihr Ende erreicht hat, daß man keine Katastrophen mehr fürchtete, und daß sogar wieder einiges Leben in die Geschäfte gekommen war.

Die Independance macht wiederholt die Regierung auf die dringende Nothwendigkeit aufmerksam, die Post⸗Verbindung zwischen England und Deutschland über Belgien zu beschleunigen, wenn sie sich nicht den Depeschen⸗ und Personen⸗Transport durch Frankreich und durch Hamburg entreißen lassen wolle. Es stehe ein Post⸗Ver⸗ trag zwischen London und Paris bevor, nach welchem die Depeschen von London um 10 Uhr Morgens nach dem Tage, wo sie in dieser Stadt auf die Post gelangen, in Paris ankommen würden.

Vorigen Sonnabend befand sich auf dem Markte von Tournay eine solche Masse Getraide, daß mehrere Pächter umkehren mußten, ohne ihre Waare absetzen zu können. Das Fallen der Preise war der Art, daß der Sack Roggen, welcher vor drei Monaten 52 Fr. galt, jetzt kaum für 22 und sogar 20 Fr. Käufer fand.

Es hat hier eine Versammlung von belgischen und ausländischen Demokraten stattgefunden, um über die Errichtung einer Gesellschaft zu berathen, dazu bestimmt, durch alle von der belgischen Constitution erlaubte Mittel demokratische Lehren in Belgien zu verbreiten. 8

Es ist

Froute ist angewiesen, über Wallenburg, Solothurn nach Könitz bei

Herr Blondeel, den die Regierung als außerordentlichen Kom⸗ missar nach Guatimala gesandt, um über die dortige Lage Bericht zu erstatten, ist wieder hier angelangt. 11

Die Independance giebt zu verstehen, daß die Differenzen zwischen dem Minister des Innern und dem Gouverneur der Pro⸗ vinz Namur (d'Huart) bald eine desinitive Lösung finden würden. Wahrscheinlich werde Herr d'Huart seine Stellung niederlegen müssen. In abgelaufener Woche waren die Geldgeschäfte zu Antwerpen sehr matt, wozu die Geldklemme viel beiträgt. Uebrigens zeigt sich mehr Lust zum Verkaufen, obgleich die Preise noch nicht so gesunken, wie nach der Lage der Dinge zu erwarten stand. 11““

Schweiz. 11“

Fürstenthum Neuenburg. (Constit. Neuchat.) Den Einberufungsschreiben gemäß hat sich der gesetzgebende Körper ge⸗ stern (29. Oktober) versammelt. Der Staats⸗Rath legte demselben folgenden Beschluß zur Annahme vor: „Die gesetzgebende Versamm⸗ lung erklärt, daß Pflicht und Ehre des Staats ein Verhalten vor⸗ schreiben, welches den Instructionen, die seinen Tagsatzungs⸗Gesandten in dem Bündniß der sieben Kantone ertheilt worden, den Voten Neuenburgs auf der Tagsatzung und dem vom Staats⸗Rath unter heutigem Datum in Gemäßheit dieser Instructionen und dieser Voten an den Vorort gerichteten Schreiben entspricht.“ Der Präsident, Herr von Chambrier, entwickelte die Gründe dieses Beschlusses. Nach einer Diskussion, die in den Annalen der Geschichte des Landes Neuenburg Epoche machen wird, und bei welcher die edelsten und hochherzigsten Gesinnungen mit einer Wärme und Kraft ausgesprochen wurden, welche beweisen, in welchem Grade das Herz der loyalen Neuenburger mit Entrüstung die gehässige Rolle zurückweist, die man das Land gern möchte spielen lassen, warde (wie schon gestern be⸗ richtet) der vorgelegte Beschluß mit 73 gegen 12 Stimmen an⸗ genommen. Zwei Mitglieder enthielten sich des Mitstimmens.

Das Militair⸗Departement hat von dem eidgenössischen Kriegs⸗ Rath den Befehl erhalten,] 2 Infanterie⸗Bataillone, 2 Carabinier⸗ Compagnieen und eine Artillerie⸗Batterie marschiren zu lassen. Diese Truppen sollten, die Infanterie und die Carabiniere nach dem Kan⸗ ton Waadt und die Artillerie nach dem Kanton Bern gerichtet wer⸗ den. Auch hat das Kriegs⸗Kommissariat die Anzeige empfangen, daß eine Batterie waadtländischer Artillerie am 1. November zu St. Au⸗ bin und Gorgier und eine Kavallerie⸗Compagnie zu Budry (diese drei Orte liegen im Fürstenthum Neuenburg) kantonnirt werden sollten. Der Staats⸗Rath hat eines seiner Mitglieder nach Bern abgesandt, um gegen diese von der Militair⸗Behörde vor dem Entscheid der Tagsatzung auf seine Reclamationen getroffenen Maßregeln zu pro⸗ testiren (s. Tagsatzung in unserem gestrigen Blatt), aber wahrschein⸗ lich wird dieser Schritt fruchtlos sein, denn die Majorität geht mit Gewalt und ohne Rücksichten auf ihr Ziel los.

Wegen der obwaltenden Umstände wird das Fest der Armurins in diesem Jahre unterbleiben.

Der österreichische Gesandte in der Schweiz hat von der züricher Regierung seine Päͤsse verlaͤngt, mit der Erklärung, daß Oesterreich an dem Kriege, welcher auszubrechen droht, keinen Theil nehmen werde. Die Regierung von Zürich, die sich nicht für befugt hielt, Pässe an einen bei der Eidgenossenschaft beglaubigten Gesandten zu ertheilen, verwies die Sache an den Vorort. Der Vorort soll es abgelehnt haben, weil Herr von Kaisersfeld sich nicht unmittelbar an ihn gewendet.

In der Konferenz, welche dem entscheidenden Tagsatzungs⸗Be⸗ schlusse vorausging, setzte der Gesandte von Neuenburg den Vorschlag aus einander, den der Staatsrath letztes Frühjahr beschlossen und den er damals der gesetzgebenden Versammlung vorgelegt hatte, und Frei⸗ burg erklärte, daß es auf die Säkularisation der gargauer Klöster eingehen wolle, falls dieselbe unter Bedingungen stattfände, die der

heilige Stuhl bestimme. Was den Bundesvertrag betrifft, so be⸗ schränkte man sich auf die Erklärung, daß man sich niemals dazu verstehen werde, die Grundlagen desselben abzuändern.

Kanton Basel. Die Baseler Zeitung meldet: „Man will wissen, heute (2. November) werde der Executions⸗Beschluß ge⸗ faßt werden, da nun Alles gerüstet sei. Nach einem Gerüchte würde (wie schon gestern unter Bern gemeldet) der erste Angriff auf Frei⸗ burg losgehen. Gestern ist das Aufgebot für die erste hiesige Ar⸗ tillerie⸗Compagnie (eine bespannte Batterie) angelangt. Die Marsch⸗

Bern, wo sie am Sonntag eintreffen sollte. Der kleine Rath hat gestern einstweilen diese Compagnie auf heute in die Kaserne berufen. In unserem einkasernirten Infanterie⸗Bataillon fehlen für die eidge⸗ nössische Skala blos 17 Mann.“ Die genannte Zeitung wiederholt dann, daß die Schweiz, die der blutigen Lösung des Knäuels immer näher rücke, einer schweren gewaltigen Krisis entgegengehe, welche ganz andere Erscheinungen und Zustände zu Tage fördern werde, als sich irgend Jemand vorstelle. Es sei nicht mehr Zeit, zu fragen, ob diese Krisis hätte vermieden werden können. Das Unglück breche herein; entgehen werde man ihm nicht mehr. Hunderttausende stän⸗ den jetzt in der Schweiz in den Waffen, von welchen Keiner wisse, ob er nicht in wenigen Wochen auf blutigem Leichenfelde liegen werde. Man stehe an der Schwelle einer neuen großen Entwickelung. (Karlsr. Ztg.) Basel hat sich der Tagsatzungs⸗Forderung

nicht zu entziehen vermocht. Dieselbe war in gebieterischen Formen gestellt; man sagt sogar, es sei mit Executions⸗Auftrag an Baselland gedroht worden. In Baselstadt hatte man gehofft, der unangeneh⸗ men Nothwendigkeit zu entgehen, wozu sowohl die seitherige poli⸗ tische Stellung als die geographische Lage von Basel einen Anhalts⸗ punkt geboten hätte; auch ging man mit einer Gegenvorstellung an den eidgenössischen Kriegsrath um. Indessen vernehmen wir heute 2. Nov.), daß gestern Nachmittag um 3 Uhr das verlangte Batail⸗ lon Infanterie wirklich ausmarschirt ist. Zwei Compagnieen Artil⸗ lerie, die einstweilen aufs Piket gestellt waren, sollen heute nachfol⸗ gen. Der Sammelplatz dieser Truppen ist Liestal, wo gestern das Infanterie⸗Kontingent von Basel mit zwei uneingetheilten Compag⸗ nieen von Baselland in ein Bataillon vereinigt werden sollte. Von Liestal soll dasselbe über Ballstall, Langenthal, Roggwyl und Murgen⸗ thal gegen die luzerner Gränze marschiren. Auf den 3. November, glaubt man, werden die militairischen Combinationen so weit vollzo⸗ gen sein, daß von allen Seiten der Einmarsch gegen Luzern erfolgen kann, und wir haben also in den nächsten Tagen entscheidenden Nach⸗ richten entgegenzusehen. Im Kleinen Rath zu Basel war der Be⸗ schluß, das Kontingent abzugeben, nur mit 6 gegen 5 Stimmen durchgegangen.

Kanton Bern. (Frkf. Journ.) Wir sind hier seit eini⸗ gen Tagen wie in einem Kriegszustande; Truppen von allen Waffen⸗ Gattungen kommen und ziehen ab mit eilender Hast. Von hiesigem Auszug und Reserve stehen heute (1. November) schon mindestens 15,000 Mann unter den Waffen. Sie bestehen aus 14 Infanterie⸗ Bataillonen, 2 Sapeur⸗Compagnieen, 3 Artillerie⸗Compagnieen, 3 Compagnieen reitender Jäger und 6 Scharfschützen⸗Compagnieen. Dazu noch eine Reserve von 4 Infanterie⸗Bataillonen, einer Artil⸗

Scharfschützen⸗Compagnieen. Gestern (31. Oktober) war in Bern

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das Gerücht verbreitet, daß es an der Brücke bei St. Moritz zwi⸗ schen walliser und waadtländer Truppen zu einem Konflickt gekommen sei. Dieses Gerücht hat sich aber nicht bestätigt. 2 (Karlsr. Ztg.) In den letzten Tagen erwachte die Hoffnung, daß eine Vermittelung noch gelingen werde, bei Vielen neu. Der französische Gesandte gab sich große Mühe und soll so voll Hoffnung ewesen sein, daß er sich für die Aufrechthaltung des Friedens ver⸗ ürgt habe. Aber Herr Bois⸗le⸗Comte ist nun einmal entschieden unglücklich in der Schweiz, und das wird ihm wohl die Ambassade kosten. Ein Hauptschlag ist vor 6 bis 8 Tagen nicht zu erwarten, wenn nicht etwa die Walliser durch das Waadtland mit einigen Bataillo⸗ nen Freiburg zu Hülfe ziehen. Ob Letzteres sich halten kann, ist sehr zweifelhaft. Doch hat man sich dort gewaltig gerüstet. Luzern wird schwer zu nehmen sein.

Kanton Zürich. Der Regierungsrath ht eine Kundmachunga an das Volk erlassen, welche folgendermaßen schließt:

„Mitbürger! Tragen wir Alle freudig die Opfer, die das Vaterland von uns fordert. Es gilt seiner Ehre, seiner Wohlfahrt, seiner Erhaltung. Einigkeit, Entschlossenheit und treue Hingebung werden uns jene Opfer er⸗ leichtern und uns um so sicherer und schneller dem Frieden und einer bes⸗ seren Zukunft entgegenführen, während Muthlosigkeit und Zwietracht, ge⸗ säet von niedriger Leidenschaft, nur namenloses Unglück zur Folge haben müßten. Ist auch die Gegenwart trübe, schweben auch dunkle Gewitter⸗ wolken über unserem Haupte, nur muthig vorwärts geschaut und auf Gott vertraut! Der Gott, der das Vaterland schon aus so manchem Sturme gerettet, wird auch jetzt seine allmächtige Hand über demselben walten und ihm wieder eine schönere Zukunft erblühen lassen!“

Am 1. November kam mit dem Dampfschiff das St. Gallische

Bataillon Hilty in Zürich an.

Kanton Solothurn. tober in Solothurn angelangt. marschirt.

Kanton Zug. (Frankf. Bl.) Zwischen Schwyzern und Zugern ist es bereits hier und da zu Schlägereien gekommen. Die Proclamation der Tagsatzung, welche die Schwyzer nicht dulden wollen, bot die Haupt⸗Veranlassung dazu dar.

Oberst von Donats ist am 31. Ok⸗ Ein Bataillon Solothurner ist ab⸗

Modena, 22. Okt. Der Messaggere Modenese ent⸗ hält das nachstehende Manifest des Herzogs:

„Wir Franz V., von Gottes Gnaden Herzog von Modena u. s. w. Da die politischen Ereignisse den Augenblick beschleunigt haben, in welchem kraft der Verträge die Länder und Distrikte von Fivizzano, Alajano, Calice, Rico, Terrarossa, Montignosa, Minocciano, Gallicano, der See von Porta, ein Theil des Distrikts von Learga und der Distrikt von Castiglone unse⸗ ren Besitzungen einverleibt werden sollten, so haben wir außerordentliche Commissaire ernannt, um von ihnen in unserem Namen Besitz zu ergreifen und die Verwaltung der Geschäfte zum Heile der Bevölkerung, die wir an dem väterlichen Wohlwollen, das wir fuür unsere übrigen Unterthanen he⸗ gen, Theil nehmen lassen wollen, zu regeln. Demgemäß haben wir die folgenden vorläufigen Verfügungen getroffen. Provisorisch bestätigen wir die Gemeinde⸗Behörden dieser Distrikte, da die Ernennung. der richter⸗ lichen Bebörden bereits vorgesehen ist. Propisorisch lassen wir die Civil⸗

und Kriminal⸗Gesetze, so wie die Verwaltungs⸗Reglements, in Kraft, bis unsere außerordentlichen Kommissarien uns darüber Bericht erstattet. Indeß verordnen wir die Publication des unter dem Namen des „Gesetzbuches von Este“ bekannten Gesetzbuches vom Jahre 1771, mit den Zusätzen und Modificationen, welche es erhalten, so wie der Gesetz⸗Sammlung und der Gerichtssporteln. Trotz dieser Publication wird das Gesetzbuch aber erst zu einer weiterhin zu bestimmenden Zeit Gesetzeskraft erlangen... Da es unsere Absicht ist, eure Lage zu verbessern, ihr unsere neuen Unterthanen, so hegen wir die Hoffnung, daß ihr euch gutwillig unserer Herrschaft unter⸗ werfet, gleichwie wir uns bestreben werden, euch mit Gerechtigkeit zu regie⸗ ren und euch wahre Vortheile zu verschaffen, Vortheile, die weder die öf⸗ fentliche Ordnung, noch die Ruhe des Privatlebens stören. Was euch be⸗ trifft, ihr Bewohner von Villafranca, Treschietto, Malazzo und Castavoli, die ihr durch die nämlichen Verträge von unseren Besitzungen abgetrennt werdet, so verhehlen wir es euch nicht, indem wir euch jedes Gehorsams gegen unsere Person entbinden, wie hart uns dieses Opfer fällt; wir ha⸗ ben aber den Trost, euch dem Wohlwollen eures neuen Souverains empfeh⸗ len zu können, und wir ermahnen euch, ihm so treu zu sein, wie ihr es bis jetzt uns selbst gewesen.

Modena, den 9. Oktober 1817.

4 1 Spanien.

3 Madrid, 28. Okt. Sicherem Vernehmen nach, hat die Königin Christine an ihre erlauchte Tochter, die Herzogin von Mont⸗ pensier, und deren Gemahl die Einladung ergehen lassen, sich zum Besuche bei der jungen Königin hierher zu begeben. Sollte, wenn auch nur zum Schein, der französische Hof Einwendungen gegen diese Reise der jungen Ehegatten erheben, so wird die Veranstaltung ge⸗ troffen werden, daß in einer der ersten Sitzungen der bevorstehenden Cortes die moderirte Majorität des Senats und Kongresses einen förmlichen Antrag dahin stelle, daß die Herzogin von Montpensier „als präsumtive Thron⸗Erbin“ ihren Aufenthalt in Spanien nehmen möge, damit für den (alltäglich hier besprochenen) Fall der Erledi⸗ gung des Thrones diese Prinzessin ihn sogleich besteigen könne. Auch der progressistischen Partei ist daran gelegen, daß die Frage wegen der Thronfolge⸗Ansprüche der Herzogin von Montpensier vor den nächsten Cortes zur Sprache gebracht werde, und die Deputirten, die sich zu jener Partei bekennen, sind entschlossen, mit einem darauf ge⸗ richteten Antrage hervorzutreten, falls die Moderirten es unterlassen ollten. Die Königin Christine kündigt von ihrer Seite an, ihr Gemahl, der Herzog von Rianzares, werde dem Senate, als Mitglied dessel⸗ ben, amtliche Papiere vorlegen, aus denen sich ergeben solle, daß alle Vorwürfe, die man ihr wegen ihrer, Mitwirkung an der Verhei⸗ rathung ihrer beiden Töchter, der Königin und der Infantin, gemacht habe, durchaus unbegründet wären. „Sobald diese Rechtfertigung er⸗ folgt sein wird, beabsichtigt die Königin Christine, sich auf immer nach Paris zurückzubegeben und dort „politische Denkwürdigkeiten über Spanien“ zu veröffentlichen, die sie mit eigener Hand als politisches Testament für ihre Königliche Tochter niedergeschrieben hat. Was die Königin Christine zu thun beschlossen habe für den Fall, daß die ange⸗ kündigte Rechtfertigung nicht erfolge, ist noch ein Geheimniß.

Die Königin Christine hat auch ihre Mutter, die verwittwete Königin von Neapel, eingeladen, sich zum Besuche hierher zu ver⸗ fügen, und das Königliche Palais in Barcelona wird bereits zur Aufnahme des hohen Gastes in Stand gesetzt.

Die übrigen hier verbreiteten Gerüchte, daß die Cortes der Herzogin von Montpensier als präsumtiver Thronfolgerin huldigen und ihrem Gemahl den Oberbefehl über die Armee, so wie Sitz und Stimme im Ministerium, zuerkennen würden, sind wohl nur als „fromme Wünsche“ zu betrachten. 1 .

Der General Concha ist von seinem Feldzuge am 23sten wieder in Barcelona eingetroffen. Er hat befohlen, alle Keineren Detasche⸗ ments aus den Ortschaften zurückzuziehen, so daß diese den Karlisten offen stehen. Der General Narvaez soll sehr unzufrieden mit den

lerie⸗Compagnie, einer halben Compagnie reitende Jäger und 2

Leistungen Concha's sein. Nun sind 300 Karlisten unter dem ehe⸗ n S Jee as srsenc. uns hn.

maligen Adjutanten Cabrera's, Grino, auf dem rechten Ufer des Ebro erschienen und auf Alcaüiiz vorgerückt. Dieser Umstand erregt hier ernste Besorgnisse für die Ruhe ÜUnter⸗Aragoniens, wo die Ein-⸗ wohner größtentheils karlistisch gesinnt sind. 1

Vorgestern wohnte die Königin mit ihrem Gemahl, ihrer Mut- ter und sämmtlichen Ministern einer Jagdpartie im Walde des Pardo bei. Abends fand im dortigen Schlosse große Tafel statt.

Der Deputirte D. Manuel Beltran de Lys ist in der That zum Marineminister ernannt worden. Der Kriegs⸗Minister Cordova weiß das Verdienst zu würdigen. Er hat sich selbst so eben zum General⸗ Lieutenant befördert. 8 8

Der Intendant des Königlichen Hauses, Herr Peiia Aguayo, ist nun (wie bereits gemeldet) seiner Stelle entsetzt worden.

Aus Chili ist die Nachricht von dem in Santiago de Chile er⸗ folgten Ableben des berüchtigten Generals Maroto eingegangen.

Die Fonds fallen fortwährend. Zproz. 26 ¼ G. 5proz. 16 G.

Handels und Börsen-Nlachrichten.

Berlin, den 6. November 1847. Wechsel-Course.

Brief.] Geld. 143 ½1

Amsterdam Kurz 143 ½ 3 142 ½¼

do. 50 Fi. 2 Mt. 142 ½ Kurz 153 2 Mt. 3 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 78 Tage 8 2 Mt.

FPrankfurt a. M. südd. WW.]4. .. 100 Fl. 2 Mt.

Petersburg 100 sSRbl. 3 Wochen

Iusländische Vonds- Pfandbrief-, Kommunal Papiere und Geld-Course. Brief. Geld. Gem. Brief. Geld. Gem St. Schuld-Sch. 915 91 Kur- u. Nm. Pfdbr. 3 ½ 93 1 Seeh. Präm. Sch. 90]² 90 ½ Schlesische do. 3 ½ K. u. Nm. Schuldv. 88 do. Lt. B. gar. do. 3 ½ Berl. Stadt-Obl. 91 ½ Pr. Bk-Anth.-Sch 103 ½ Westpr. Pfandbr. 91⅔ 91 2 Grossh. Posen do. 100 ¾ 100¼ Friedrichsd'or. 13 ¼ And. Goldm. à 5th. 2 12 ½ 4 9⁴¼ Disconto. 2 4

do. do. 91 ½ 90 Ostpr. Pfandbr. öNEE Ausländische Fonds.

Pomm. do.

Poln. neue Pfdbr. 4 94 een do. Part. 500 Fl. 4 80 ½ do. do. 300 Fl. Hamb Feuer-Cas. 3 ½ do. Staats-Pr. Anl 8⁴ ½ 82 Holl. 2 ½ % Int. 2 ½ 94 Kurh. Pr. 0. 40 th.

16 Sardin. do. 36 Fr. 8. 94¾ N. Bad. do. 35 Fl. ] 20 ½

Eisenbahn- Kelien.

Hamburg-. . do. 300 Mk.

1 Lst.

Augsburg . Breslau.

Leipzig in Courant im 14 Thlr. Fuss. 100 Thlr.

8’8

Russ. Hamb. Cert. do- beiHHope 3.4.S. do. do. 1. Anl. do. Stiegl. 2. 4.A. do. v. Rthsch. Lst. do. Poln. Schatz O. do. do. Cert. L. A. Po. do. L. B. 200 Fl. Pol. a. Pfdbr. a. C.

Sö19ene

Volleing. Zt.

Amst. Rott. 4 so. Schl. L. B. Arnh. Utr. Pts. Mgdh. Berl. Anh. A. do. Pr. B. do. Prior. 8 do. do. Berl. Hamb. Rhein. Stm. do. Prior. do. Prior. Berl. Stett. Bonn-Cöln. Bresl. Freib. do. Prior. Chem. Risa. Cöln. Mind. do. Prior. Cöth. Bernb. Cr. O0b. Sch. Dresd. Görl. Düss. Elberf. do. Prior. Gloggnitz. Hmb. Bergd. Kiel-Alt. Lpz. Dresd. Löb. Zittau. Magd. Halb. Magd. Leipz. do. Prior. N. Schl. Mk. do. Prior. do. Prior. do. III. Ser. Nrdb. K. Fd. 0. Schl. Lt. A do. Prior.

do. v. St. gar. * Sächs. Bayr. Sag.-Glog.

do. Prior. St.-Vohw.

do. Prior. 98 ½ B. 98 G. Thüringer. 9¹½⅔ B.

Whb. (C. 0.)

3 do. Prior. 102 G.

100 ½ B. Zarsk. Selo. 69 ½¼ B. 98 ¾ B.

Quit. Bog. ⁷£ Sh. . 2 4 % 110 ¾, B. 8 Aach. Mastr. s- G Berg. Mrk. 116 G. Berl. Anh. B. 45 1 Bexb. Ludw. 7

Brieg-Neiss. do. Thür. V. Magd. Witt. 8 Mecklenb. 80 58 B. 57 ½ G. Nrdb. F. W. 70 68 ½ a 68 bz. Rh. St. Pr. 70 Starg. Pos. 50

88 n. 92 bz. 100 n. 99 G.

106 ¼⅞ G. (Schlufs der Börse 3 Uhr.)

CC...

Im Geschäft war wenig zu thun, doch war die Börse besser ge-

stimmt als gestern, und einige Actien-Quittungen wurden höher be-

zahlt. Getraide-Bericht. Am hentigen Markt waren die Preise wie folgt: Weizen 72 75 Rthlr. Roggen loco russ. 42 43 Rthlr. 8 neuer 48 51 Rthlr. Nov. 47 Rihlr. G. 2 April Mai k. J. 49 ½ Rihlr. G. Hafer 48/52 pfd. 30 Rthlr. - 48pfd. pr. Frühjahr 31 Rihlr. Bf., 30 G. Gerste 44 Rthlr. Rapps 80 Rthlr. 8 Rübsen 76 As Rüböl loco 11⁵2 thlr. ““ - Jan. / Febr. 11 Kihir. eee⸗ Spiritus loco 28 Rihlr. bez. u. Bf. 8 Frühjahr 28 Rthlr. bez. u. G.

Kanal-Listen. Den Finow-Kanal passirten am Weizen, 53 Wo⸗pl. Roggen, 1104 Wospl. Hafer,

1260 Cir. Mehl, 700 Cir. Oel. Zufuhr gering. Wei⸗

önigsber 3. Nov. Marktbericht, fuhr. g zen 2 Schfl.; Roggen 45—55 Sgr. pr. S 19 8 große 4* vSg. e SgS liem Heht 10,Set, Schl. weiße Erb-⸗ 25 Sgr. pr. 23 gra 70 Sgr. Eien 3 9.Nn Egr. pr. Schh.; Kartoffeln 28— 32 Sgr. pr Schfl.; Heu 12

As, s denes 93

4. 5. November:; 83 4 152 Wspl.