öJ““ x& 2 Es ist ein Album sbamlicher Dfhahenen 2— 129— 8. e Rede, die Pius IX. in der gestrigen Au⸗ irz und bündig. lten hat, wird nur so viel angefuͤhrt, daß sie kurz dienz an sie abgeha fe daß sie sich mit der Feststellung des Zweckes und beredt gewesen e., Heiligkeit bei der Schöpfung der Staats⸗ beschäͤftigt ha 9 en gehabt, und den Erwartungen, die er an sie stelle, Consulta 42 gils der Papst mit seinem ganzen Gefolge erschienen war, * Kardinal Antonelli im Namen der Deputirten angeredet, um hatte Chn farchts⸗Gesinnungen und Wünsche zum Ausdruckzubringen. Die⸗ s rache hatte die Rede des Papstes zur Antwort gedient. Nach 8 Ghnesdienst begaben sie sich in die zu ihrer Aufnahme bestimm⸗ ten Säle, wo sie von dem Herzog D. Marino Torlonia mit einer kurzen aber passenden Anrede empfangen wurden. Er sprach als Fest⸗ ordner im Namen des römischen Volkes zu dem Präsidenten. Die Consulta konstituirte sich. Man berieth sich und vereinigte sich in dem Vorschlag zu einer an Se. Heiligkeit zu richtenden Adresse. Die Sectionen wurden gebildet, und heute werden die Arbeiten beginnen. Es heißt, das Kriminalprozeß⸗Gesetzbuch und der Polizei⸗Codex (letz⸗ terer meist das Werk des Advokaten Giuliani) seien bereits den Ge⸗ richten und Appellations⸗Gerichten von Rom und den Provinzen zur Einsicht übersandt worden. 1 . — Englische Unterthanen, welche hier ansässig sind, haben gegen die Theilnahme an der Bürger⸗Garde protestirt, sind aber von dem bri⸗ tischen Konsul zurückgewiesen, von dem römischen Volk deshalb ver⸗ öhnt worden. dch Das Wetter ist leider fortwährend schön. Die Campagna hat Regen nöthig, wenn Gras wachsen soll. Das Weidevieh darbt, und die Schafe sollen bereits verkümmern und sterben. Mons. Savelli wird morgen Abend Morandi's Posten einnehmen und von letzterem die Akten des großen Prozesses als ein keinesweges beneidenswerthes, Erbe erhalten.
Florenz, 18. Nov. So viel man hört, hat sich der Herzog von Modena bis jetzt nicht geneigt gezeigt, dem Verlangen der hie⸗ sigen Regierung, seine Truppen von dem Gebiet von Fivizzano zu⸗ rückzuziehen, zu entsprechen. Vorgestern Abend spät fand hier ein lan⸗
es Minister⸗Conseil statt, worauf ein Courier nach Modena abge⸗ sertigt wurde. Zwischen den modenesischen und toskanischen Truppen sind, wie man sagt, auf den Gränzposten einige Mißhelligkeiten vor⸗ gefallen, in Folge welcher mehrere Schüsse sielen, ohne daß Jemand verwundet wurde. In Pontremoli, wo man sich gleichem Schicksal wie in Fivizzano ausgesetzt glaubt, ist jetzt Alles bewaffnet. In den Büreaus mehrerer Zeitungen hier und in Siena sind Unterzeichnungs⸗ listen eröffnet, um zum Unterhalt der dort unter den Waffen stehenden Einwohner Geldbeiträge zu sammeln.
Die regiere ide Frau Großherzogin hat beschlossen, die Schärpen für die Fahnen der Bürgergarde eigenhändig zu sticken, und so viel man vernimmt, hat Ihre Kaiserl. Hoheit bereits Hand ans Werk gelegt. Die Verfertigung der Fahnen für die vier Bataillone der Stadt ist von mehreren Damen aus den hiesigen ersten Familien un⸗ ternommen worden.
Neapel, 15. Nov. (A. Z.) Große Freude verbreitete die offizielle Nachricht, daß der König den zum Tode verurtheilten In⸗
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scheint aber, als ob der König beharrlich sein wolle. Pietracatella, schon längere Zeit sehr verstimmt, auf alle mögliche Weise den Be⸗ such des Minister⸗Raths vermeidend, und neuerdings durch die Er⸗ theilung mehrerer Orden ohne seine Zustimmung (außer Campobasso ꝛc. erhielt auch General Nunziante eine neue Decoration; er wurde Comendatore des S. Giorgio, des höchsten Militair⸗Ordens) gekränkt, soll morgen ebenfalls seine Entlassung geben wollen. Man meint, daß der Principe di Compofranco sein Nachfolger werde. Der ßFi⸗ nanz⸗Minister Ferri ist in Folge eines bereits publizirten Königlichen Dekrets (Portici, 11. November, unterzeichnet von Pietracatella) nach mehrfach geäußertem Verlangen, in Gnaden entlassen und der bis⸗ herige Minister⸗Secretair ohne Portefeuille, Cav. Giustino Fortu⸗ nato, an seine Stelle zum Finanz⸗Minister ernannt. Man redet da⸗ von, daß Delcarretto das bis jetzt unbesetzte Ministerium des Krie⸗ ges erhalten werde (s. das gestrige Blatt der Allg. Pr. Ztg.)
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EFijsenbahnen und Dampfschifffahrt.
Lemberg, 14. Nov. (A. Z.) Die österreichische Regierung ist nunmehr allen Ernstes darauf bedacht, gleich bei Beginn des näch⸗ sten Frühjahrs die Bochnia⸗Lemberger Eisenbahn auf Staatskosten in Angriff nehmen zu lassen. Man beabsichtigt, hierbei das in Ga⸗ lizien befindliche zahlreiche Militair zu verwenden, auf mehreren Punk⸗ ten der projektirten Linie zu beginnen und diese sodann zu vereinigen. Das Militair behält seine Waffen, und Offiziere sowohl als Gemeine erhalten eine angemessene Zulage. Diese von Bochnia bis Brody führende Eisenbahn wird auf ³¾ Meilen nordöstlich oberhalb Lemberg vorbeigehen, letzteres aber mittelst einer Zweigbahn damit verbunden werden.
Während die Regierung ihre wohlwollenden Absichten zu Gun⸗ sten des produzirenden Theils der Bevölkerung durch die nun baldigst zu hoffende bessere Verbindung der so fruchtbaren östlichen Kreise Ga⸗ liziens mit dem Westen so offenbar kundgiebt, ist die Elite des besser gesinnten polnischen Adels und an deren Spitze der umsichtige und reiche Fürst Sapieha auch auf Eröffnung einer besseren Verbindung zu Wasser eifrigst bedacht. Dieser Fürst ist eigens nach England ge⸗ reist, um von dort geschickte Schiffsbaumeister und Maschinisten mit⸗ zubringen, die zur bequemeren Befahrung der galizischen Flüsse Stry, Pruth, Dniester, Sireth, Bug, San, Dunajez und der Weichsel flache Schiffe bauen sollen, welche theils auf Dampfkraft berechnet sind, theils durch Pferde gezogen werden. Die Erfahrung hat gelehrt, daß durch das gleiche Fortbewegen der Räder auf Dampsschiffen die Flüsse vertieft und daher zur Schifffahrt tauglicher gemacht worden sind. Da nun der Dniester 4 ½ Meilen von Lemberg (bei dem Markt⸗ flecken Roswadow) vorbeifließt, so wird jene Stadt auf solche Art mit Odessa und dem Schwarzen Meere in Verbindung kommen und für den Verlust, den ihr das dem Innern der Monarchie und ande⸗ ren civilisirten Staaten näher und, weil an der Weichsel, günstiger gelegene Krakau — der zukünftige Sitz des Vice⸗Königs — herbei⸗ führen muß, einige Entschädigung erlangen.
Handels- und Börsen-Nachrichten. Berlin, 27. Nov. Im Actien⸗Geschäft ist es in dieser Woche stil⸗
surgentenchefs G. Andrea Romeo, Stefano Romeo, Gabriele Romeo, Paolo Pellicano (Kanonikus), Gaetano Borruto, Pietro Mileti, “ Travia, Raffaele Travia, Pietro Travia, Federico Geno⸗ vese, Casimiro Lieto, Stefano Gemmelli, Giov. Rosetti und Giov. Carrozza das Leben geschenkt. Da viele andere Häupter, namentlich der einflußreiche Plotino — Einige meinen, er sei im Sila⸗Wald, Andere behaupten, er sei nach Corfu entkommen — noch nicht in der Gewalt der Regierung sind, so wird die so sehnlichst gehoffte Amne⸗ stie wahrscheinlich noch länger auf sich warten lassen.
Die Wahl der neuen Consultori di Stato ist ebenfalls als eine Regung zeitgemäßer Verbesserungen anzusehen; den fünf Genannten (Buoanni, Campomazza, della Cerda, Gamboa und Beneventani) sind noch die Herrn Cav. Rob. Filangieri und der Vice⸗Präsident des obersten Gerichtshofs zu Palermo, Salvatore Ognibene, hinzuzu⸗ fügen. Ognibene und della Cerda sind für die Consulta in Sicilien bestimmt. Die Staatszeitung vom 13. November enthält eine große Anzahl von Dekreten, Versetzungen und Entlassungen von Be⸗ amten, besonders der Unter⸗Intendanten, z. B. von Avezzano, Gerace, Rossano, Campagna.
Für die Sila⸗Angelegenheiten wurden als Präsident der Giunta Ferd. Troja, als Membri die Herren Nerdelli und Ferigni erwählt u. s. w. Sowohl in Palermo als in Neapel entwickeln die den An⸗ geklagten bestellten Advokaten eine außerordentliche Thätigkeit zu de⸗ ren Gunsten; es sind mehrere ausgezeichnete Reden gehalten, die mit Enthusiasmus aufgenommen wurden.
Man hofft, es werde endlich den vereinten Vorstellungen der Fabrikanten, deren Geschäfte hart darniederliegen, gelingen, eine Her⸗ absetzung der Zölle auf Rohstoffe zu bewirken, so sehr sich auch einige einflußreiche Gutsbesitzer, welche Baumwolle bauen, widersetzen.
Der König rief am Sonntag den Minister Santangelo zu sich nach Portici und theilte ihm die Absicht mit, das Ministerium des Innern in zwei Theile zu scheiden und mit der Leitung der staats⸗ ökonomischen Angelegenheiten ꝛc. den Fürsten von Comitini zu beauf⸗ tragen. Santangelo vertheidigte die Integrität seines Ministeriums und endigte — nachdem seine Beweisgründe und Wünsche keinen Eingang gefunden — damit, seine Entlassung zu begehren. Diese wurde demnächst eingereicht und angenommen. Schon haben sich ein⸗ slußreiche Leute, wie z. B. Monsignor Code, der Beichtvater des Königs, hineingemengt, um den Schritt rückgängig zu machen, es
ler geworden, es kamen in eijnigen Effekten mehrfache Schwankungen vor, die hente mit einer Cours⸗Erniedrigung endeten, ohne jedoch weitere Nei⸗ gung zum Weichen zu verrathen, denn die Börse schloß ziemlich fest. — Die nächste Veranlassung zum Weichen der Course lag in der bevorstehen⸗ den Liquidation, welche manche bedeutende Realisirungen unserer Haussiers veranlaßte. Nächstdem trugen die fortgesetzten Verkäufe für Frankfurt a. M. Rechnung viel zum Druck unserer Börse bei und wirkten auch heute noch insbesondere nachtheilig auf den Coursstand der betreffenden Effekten, als insbesondere auf Friedrich Wilhelms Nordbahn, die von 68 bis 66 ½ % gewichen sind. Mit dieser letzten Reaction in diesen Effekten scheint der Handel darin aber auch sein Ende erreicht zu haben; denn so bedeutend die Umsätze darin auch früher waren, so zeigte sich heute doch nur schwache Kauflust dafür, und was für fremde Rechnung an den Markt kam, konnte nur noch an einige Blanco⸗Verkäufer zur Deckung abgesetzt wer⸗ den. Mehr oder weniger zieht das Weichen eines Effekts die Uebrigen nach sich, und so haben unsere anderen Eisenbahn⸗Papiere, und namentlich unsere Quittungsbogen, schon oft unter den ungünstigen Verhältnissen der voran⸗ geführten Effekten gelitten. — Köln⸗Minden Actien sind durch den gegen andere garantirten unverhältnißmäßigen Coursstand in großen Posten zum Vorschein gekommen, und es zeigte sich statt eines Mangels an effektiven Stücken, worauf von manchen Seiten spekulirt wurde, ein großer Ueberfluß, wodurch der Cours von 97 ¼ bis 96 ½ ℳ wich, wozu heute aber Geld blieb. Gestiegen sind Berlin⸗Anh. Litt. A. von 119 ¼ bis 120 % und blieben 119 ¾ % Geld, und Nieders.⸗Märk. von 88 ½ bis 89 %. Allle übrigen Actien sind etwas gewichen, als Berlin⸗Stettiner von 114 bis 113 ½ %, Halle⸗Thüringer von 91 ¾ bis 91 %, Potsdam⸗Magdeb. von 94 ⅛½ bis 92 %, Rheinische von 84 ½ bis 84 ⅛ %. Eben so ging auch der Cours unserer Quittungsbogen zurück, als: Berlin⸗Anh. Litt. B. von 108 ¾ bis 108 %, schließen aber 108 ½ % Geld, Aachen⸗Mastricht. von 80 ¼ bis 80 ¼ %, Ber⸗ gisch⸗Märk. von 82 bis 81 ½ %, Posen⸗Starg. von 83 ¼ bis 82 ½ %, Mag⸗ deburg⸗Wittenb. von 79 ⅜⅞ bis 79 %.
In Prioritäts⸗Eisenbahn⸗Actien fand nur mäßiger Umsatz statt, deren Course behaupteten sich meistentheils unverändert, nur Berlin⸗Hamburger 4 ½proz. wichen von 100 ¼½ bis 99 ½ %. .
In preuß. Bank⸗Antheilen war das Geschäft, besonders anfangs der Woche, sehr lebhaft, es zeigten sich sehr viel Käufer pr. Cassa, und es wurde bis 107 ¾ % dafür bezahlt; einige Gewinn⸗Realisirungen drückten den Cours zwar bis 107 ¾ %, zente aber blieb 107 ½ % wieder Geld. Preuß.
schuldscheine 92 % bezahlt. Mit fremden Fonds war es matter, als und das Geschäft darin beschränkte sich nur auf kleine Posten.
Das Wechsel⸗Geschäft war sehr belebt, weil sich die meisten Valuta häufiger zeigten; auch ist Hamburg und London etwas gewichen und der
Staats in voriger Woche,
Umsatz dadurch leichter geworden. Heute waren die meisten Devisen und mußte der Cours von London, Hamburg und Frankfurt a. M. * gesetzt werden, wogegen andere Valuten gut zu lassen blieben. Petersburg und Wien fehlten.
* Breslau, 27. Nov. Weizen, weißer 80, 85 bis 90 Sgr., gel⸗ ber 75, 83 bis 88 Sgr. - 8 Roggen 55, 60 bis 64 Sgr.; am Schluß des Marktes war es wie⸗ der fester, wurde aber später durch den Verkauf von 20 Wspl. loco 86 pfd a 52 ½ Rthlr. gedrückt, 50 Wspl. schwmd. 85pfd. wurden a 52 Rthlr. verkauft. 593 50, 8 9 58 Sgr. — Hafer war stark zugeführt und holte gestrige Preise, 29 ½, 30 ½ hi⸗ 31 ½ Sgr. Der Verkauf 9 dazu e düth⸗ 4, 80t has Spiritus war schon gestern nach Ausgabe der berliner Briefe flauer -7 ging es wieder schlechter und Loco⸗Waare wurde a 12 ½ und 12¾ thlr. verkauft, Dez. holte 12 ¾ Rthlr., April und Mai 13 ½ Rthlr. Br. Mai und Juni 13 ½ Rthlr. G., Juni 13 ½ Rthlr. zu bedingen. . 8 Rüböl loco 11½ Rthlr. Br., 11 ¾ Rthlr. bezahlt und noch zu be⸗ ingen. Von Zink haben wir folgende Umsätze nachträglich zu berichten: am 25sten 1500 und 2000 Ctr. 2 5 Rthlr. 7 Sgr. ab Gleiwitz, gestern 2000 Ctr. a 5 ⁵⁄ Rthlr. loco, heute ist es wieder besser und 5 ½ Rthlr. ab Gleiwitz, 5 ½
△ Hamburg, 26. Nov. Getraide. Es hat sich seit 8 Tagen in den Preisen von Weizen in loco nicht viel verändert; 600 Lst. etwa wur⸗ den zur Versendung nach England genommen, und bezahlte man 133 pfd. märk. mit 158 Rthlr. Ct., 132 pfd. braunschweiger mit 152 Rthlr. Ct., 130/31 pfd. holstein. mit 148 — 150 Rthlr. Ct. und 128/30pfd. niederelb. mit 140 — 144 Rthlr. Ct. pr. Last.
Bco. vergebens an. 132pfd. do. bedang pr. Frühjahr ab Ostk. Holsteins 112 Rthlr. Bco. pr. Last und blieb dazu gesucht.
mecklenburger bedang 90 Rthlr. a 125 /26pfd. do. 93 Rthlr. Ct. pr. Last. Ab Dänemark bot man pr. Frühjahr 122 /23 pfd. Waare zu 71 a 72 Rthlr. Bco. an, man bot indeß nicht über 68 a 69 Rthlr. Beo. pr. Last.
Gerste in loco, neue Saal⸗, nominell 80 a 90 Rthlr. Ab Dänemark bietet man vergebens pr. Herbst 110/11 u. 111./12pfd. Waare zu 56 a 59 Rthlr. Bco. an; pr. Frühjahr bezahlte man 111/12pfd. Waare einzeln mit 58 a 60 Rthlr. Bco. 8
Hafer in loco sehr still, 42 a 44 Rthlr. Ct. pr. Last. Ab Dänemark forderte man für 80/ 82pfd. do. 40 a 42 Rthlr. Bco. pr. Last, es fanden sich jedoch nur zu 2 a 3 Rthlr. niedriger Käufer. Ab Westküste Holsteins 75 pfd. do. pr. Frühjahr zu 40 Rthlr. Bwo. zu haben und zu 1 Rthlr. bil⸗ liger zu lassen. 8
116pfd. Buchweizen ab Ostk. Holsteins holte pr. Frühjahr 70 Rthlr. Bco., bleibt dazu jedoch zu haben. Erbsen loco 108 a 116 Rthlr. Ct., ab Dänemark 80 a 84 Rthlr. Bco. Bohnen loco 100 a 125 Rthlr. Ct., ab Dänemark 80 84 Rthlr. Bco., in beiden Artikeln fand jedoch kein Umsatz statt. Dasselbe gilt von Rappsaat, welches ab West⸗ und Ostküste zu 130 Rthlr. Bco. pr. Frühjahr zu haben waren.
Im Ganzen blieb das Geschaͤft sehr träge.
London, 23. Nov. Waarenmarkt. Im Kolonialwaaren⸗Geschäft hat sich keine Besserung eingestellt, obgleich mehr Geld vorhanden und der Diskonto billiger war. ie Regierung muß rasch geeignete Maßregeln treffen, um zu verhüten, daß die günstige Stellung des Handels bis in das neue Jahr hinein fortdauere. Aus der Hand ist wenig unneghegen⸗ und die versteigerten Waaren haben nur zum Theil Nehmer gefunden. Die Importeure von Kolonialwaaren machten forcirte Verkäufe, und der Werth fast aller Artikel ist gesunken, der von Zucker, Thee und Reis am meisten. Die Einkäufe zur Ausfuhr waren von keiner Bedeutung, obgleich die Preise gewichen und weit billiger sind, als auf den Kontinentalmärkten. Rohstoffe zum Spinnen wurden nicht sonderlich beachtet, und die Inhaber davon zei⸗
en sich nachgiebiger; Baumwolle und Schafwolle ist reichlich am Markt Farbstoffe wenig verändert; bei größeren Particen angeboten, giebt sich wenig Kauflust dafür zu erkennen. Zufuhr aus dem Mittelländischen Meere be⸗ deutend, von anderen Gegenden her unerheblich. Es finden sich große Auctionen angekündigt, worunter einige von Bedeutung. Das Spstem, in Zeiten, wie die jetzigen, so große Partieen in Auction zu stellen, wird sehr getadelt, indem es viel dazu beitragen muß, die Verluste auf die Einfuhr noch empfindlicher zu machen, als sie so schon sind. Britisches Eisen bleibt im Werthe sinkend, und der Vorrath häuft sich sehr.
Geldmarkt. Die Bank hat gestern ihren Diskonto auf 7 ℳ herab⸗ gesetzt. Auf die Anzeige hiervon besserten Consols gestern ½ % und gingen heute abermals ½ % höher in Folge des Inhalts der Thronrede, welcher als ziemlich beruhigend angesehen wird. — Geld ist ziemlich reichlich an der Fonds⸗Börse zu 5 a 5 ½ 29 so wie am Platz zum Diskonto von 6 ¾ a 7 % für beste Wechsel. Fremde Fonds theilten die Besserung der Consols, be⸗ sonders hoben sich spanische auf Kauf⸗Ordres von Holland. Piaster und Silber in Barren rar und zur Notirung gesucht, Von Wechseln war Paris heute gesucht und etwas besser. Für Amsterdam, Hamburg und Frankfurt waren zu unveränderter Notirung weniger Nehmer. Wien und Triest Briefe und Geld. Genua begehrt. Spanien und Portugal unverändert. — Eisen⸗ bahn⸗Actien im Allgemeinen fest, bei wenigem Umsatz.
St. Petersburg, 7./19. Nov. Es friert gegenwärtig, und an Ab⸗ schiffungen wird nicht mehr gedacht. 1
Von Talg⸗Kontrakten ist noch nichts zu vernehmen und dürfte auch schwerlich sobald darin etwas vorfallen. 8
Pottasche. Pro Juli wurde Strohasche in Art der kasanschen zu 73 ½ Ro. und gewöhnliche Strohasche zu 73 Ro. mit 10 Ro. Vorschuß emacht. 8 94 nf. Auf Juli soll eine kleine Partie reiner zu 82 Ro. mit a. G. geschlossen sein. 8
Roggen sehr fest von den Eignern auf Mai gehalten, da die Nach⸗ richten vom Innern hohe Preise melden. Dagegen lassen sich auf dem Wasser befindliche Partieen billig selbst zu 16 ⅜ Ro. erhandeln, da man die Unkosten des Lagerns zu vermeiden sucht. b — 88
Weizen. Auch darin geht nichts vor, wenngleich man keine billigen Ankäufe machen kann; die Eigner richten sich nach den Preisen im Innern, wo dieselben höher wie hier sind. Gefordert wird für kubanka 28 a30 Ro.,
Roggenmehl 18 Ro. verlangt. Hamb. 34 ¼ a *%. Amsterd. 190 ½ a 191. Paris 400 a 401. London 37½ — n.
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Be k anntm a ch ungen.
[1117] Da folgende vier Giro⸗Anweisungen:
1) Nr. 18,310, ausgestellt von Wolff & Co. hierselb über 200 Thlr. Courant, ateeptif von 5e Urbf Comtoir der Königlichen Hauptbank am 14. Juni 1843 unter Nr. 6614 und verfallen am 31. De⸗ zember 1843,
Nr. 19,671, ausgestellt von E. J. Meyer hi über 400 Thlr. Courant, angenommen 1.h. Giro⸗Comtoir der Königlichen Hauptbank am 14. Juli 1843 unter Nr. 8086 und verfallen am 31. IJanuar 1844, 3) Nr. 19,753, ausgestellt von Wolff 4&. Co. hierselbst lüber 400 Thlr. Courant, acceptirt von dem Giro- Comtoir der Königlichen Hauptbank am 18. Juli 1843 unter Nr. 8289 und verfallen am 31. Ja⸗ nuar 1844, Saöe.
eladen, si
4) Nr. 16,529, ausgestellt von A. Köhne hierselbst über 400 Thlr. Courant, acceptirt von dem Giro⸗ Comtoir der Königlichen Hauptbank am 28. Juli 1843 unter Nr. 8689 und verfallen am 31. Ja⸗ nuar 1844,
angeblich dem Particulier Maximilian von Savoany am 16. August 1843 mittelst Einbruchs gestohlen und seitdem nicht wieder zum Vorschein gekommen, vielmehr wahrscheinlich von den Dieben verbrannt worden sind, so werden auf den Antrag des Rentiers Johann Menke, als Cessionars des ꝛc. von Savoany, alle diejenigen, welche an diese Giro⸗Anweisungen als Eigenthümer, Cessiona⸗ rien, Pfand⸗ oder Briefs⸗Inhaber, oder deren Erben, Ansprüche zu haben vermeinen, hierdurch öffentlich vor⸗ sich in dem vor dem Kammergerichts⸗Assessor ache hier auf dem Kammergerichte auf
den 24. März 1848, Vormittags 11 Uhr,
anberaumten Termine zu gestellen und ihre Ansprüche zu bescheinigen, widrigenfalls sie mit den
klärt werden sollen.
datarien in Vorschlag gebracht. Berlin, den 11. November 1847.
Der J ü 16 ammergerichts.
Den Auswärtigen werden die Justiz⸗Kommissarien Goldschmidt, Simonson und Justizrath Lüdicke zu Man⸗
tions⸗Genat des Königlichen Preußischen
Allgemeiner Anzeiger.
dirt werden, ihnen deshalb ein ewiges Stillschweigen auferlegt und die Giro⸗Anweisungen für amortisirt er⸗
Spezielle Darstellung [1116] des gegenwärtigen 1 8 Kriegsschauplatzes um Luzern,
Dieses Blatt, auf welchem alle Dörfer, Meiereien, Pässe u. s. w. genau verzeichnet sind, bildet eine Er⸗ änzung zu der von demselben Herrn Herausgeber be⸗ ,8 ien, in fünf Auflagen verbreiteten „Karte der Schweiz mit Bezeichnung des Sonderbun⸗
elben präklu⸗] zu haben:
Literarische Anzeigen.
So eben ist erschienen und in allen Buchhandlungen
des“, und wird den zahlreichen Besitzern derselben, so wie allen Zeitungslesern überhaupt, gewiß sehr will⸗ kommen sein.
W Nicolaische Buchhandlung in Berlin,
in allen Theilen der Monarchie
Man bietet 132 pfd. do. ab Ostküste Holsteins pr. Herbst zu 114 Rthlr.
Ankäufe für Norwegen räumten Roggen in loco ziemlich; 124 pfd.
für russ. 25 a 27 Ro. “
ngen rens2. i. lsihgeh n .
Oas Abonnement beträgt:
2 Kthlr. für 8 Jahr. 4 Rthlr. ⸗ Jahr. 8 Rthlr. - 1 Jahr.
ohne Preis-Erhöhung. gBei einzelnen Nummern wird der Bogen mit 2 ½ Lgr
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88 .“
“ 1 “ 1“ Amtlicher Theil.
Inland. Berlin. Verordnungen des General⸗Post⸗Amts. — Pro⸗ vinz Schlesien. Eröffnung des Schullehrer⸗Seminars in Löwen. — Nhein⸗Provinz. Ankunft des Prinzen Albert von Sachsen in Bonn.
Deutsche Bundesstaaten. Königreich Bapern. Landtags⸗Ver⸗ handlungen. — Verordnung. — Kurfürstenthum Hessen. Hoftrauer. — Schreiben des verstorbenen Kurfürsten an die Stände⸗Versammlung. — Adresse an den Kurfürsten. — Großherzogthum Hessen und bei Rhein. Das neue Polizei⸗Strafgesetz. — Ernennung. — Großher⸗
zogthum Oldenburg. Dank⸗Adresse an den Stadtrath von Olden⸗ burg. — Herzogthum Holstein. Diplomatisches. — Freie Stadt Frankfurt. Testament des verstorbenen Kurfürsten von Hessen.
Frankreich. Paris. Einberufung der Kammern. — Sendung nach Rom. — Devpeschen aus Madrid. — Vermischtes.
Großbritanien und Irland. Oberhaus. Adreß⸗Debatte. — Un⸗ terhaus. Adreß⸗Debatte und einstimmige Annahme der Adresse. — .Ie, Hofnachricht. — Unterhandlungen wegen der schweizer Ver⸗ hältnisse.
Schweiz. Kanton Bern. Verbleiben eines französischen Gesandt⸗ schafts⸗Secretairs in Bern und Ausweisung Krusinski's. — Beabsichtigte Publication von Jesuitenschriften. — Bevorstehende Tagsatzungs⸗Verhand⸗ lung. — Kanton Zürich. Aufregung vor der Nachricht von der Uebergabe Luzerns. — Kanton Basel. Militair⸗Disziplinar⸗Erkennt⸗ niß. — Durchreise Peter Bonaparte's. — Kanton Aargau. Ver⸗ wundete in Muri. — Generalstab. — Nachricht an den englischen Ge⸗ sandten. — Kanton Tessin. Rückgängige Bewegung der Son⸗ derbunds⸗Truppen. — Kanton Waadt. Beschwerde des Pfar⸗
Monod. — Entlassung von Reserven. — Kanton Lu⸗
Der Einmarsch in Luzern. — Die vorausgegangenen Ge⸗
— Die luzerner Regierung. — Landsturm⸗Angriff. —
Die Märsche der Kolonnen Burckhard's und Ochsenbein's. — Proviso⸗
rische Regierung und Volks⸗Versammlung. — Kanton Schwyz. Ca⸗
tulation des Bezirks March. — Besetzung von Arth. — Kanton
Zug. Gefangener. — Kanton Freiburg. Oberst Rilliet's Abreise
nach der walliser Gränze. — Schreiben aus Zürich. (Die jüngsten
Vorfälle bei Luzern.) 8
Italien. Nom. Die Eröffnungsrede des Papstes. Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten.
Beilage.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:
Dem Geheimen Ober-Medizinal⸗Rathe, Dr. Klug in Berlin, den Rothen Adler⸗Orden 2ter Klasse mit Eichenlaub zu verlei⸗ hen; und Dem
i⸗Vorsteher der Königl. Porzellan⸗Manufaktur, f bei
rädikat als Geheimer Hofratl zulegen.
Angekommen: Der Präsident des Konsistoriums der Provinz Sachsen, Dr. Göschel, von Magdeburg.
Uichtamtlicher Theil. Fnlhan d.
Berlin, 29. Nov. Se. Majestät der König haben Allergnä⸗ digst geruht: dem Professor Dr. Karl Ritter an der Universität in Berlin die Anlegung des ihm verliehenen Ritterkreuzes vom Kö⸗ niglich sächsischen Civil-⸗Verdienst⸗Orden; so wie den Schiffs⸗Eigen⸗ thümern Gustav Friedrich Strack und Johann Friedrich Christian Brünnecke, den Dampfschiffs⸗Capitainen Gustav Krietsch und Friedrich Wilhelm Prueß, sämmtlich in Mag⸗ deburg, desgleichen dem Schiffs⸗Steuermann Siebert in Beuthen 8 d. d „ E1“ von dem Senate der Stadt Hamburg ihnen verliehenen, zur Erinnerung an den Brand im Jahre 1842 gestifteten Medaille zu gestatten. 8 “
Berlin, 29. Nov. Das Amtsblatt des Könial. ⸗ Departements enthält die Verordnung, betreffend die b; - englischen Briefpost nach und aus Kanada über Halifax in Neu⸗ Schottland und dadurch veränderte Porto⸗Erhebung für Zeitungs⸗ Sendungen nach Kanada; desgl., betreffend die Ermäßigung des Porto für die Korrespondenz zwischen Barmen, Elberfeld, Rittershausen und Wupperfeld einerseits und Hamburg andererseits; desgl., betreffend die Kontoführung der Kassen⸗Emolumente und jährliche Einsendung von Extrakten aus diesem Konto; desgl., betreffend die Bezeichnung der Pakete mit Exemplaren der Gesetz⸗Sammlung; desgl., be⸗ treffend die Post⸗Anstalten, zwischen welchen die Ermäßigung des Porto für Paket⸗Sendungen auf Eisenbahnen Anwendung findet; desgl., betreffend die Spedition der Briefe und Fahrpost⸗Sendungen zwischen den östlichen preußischen Provinzen und Meiningen und Portosätze, welche dabei in Anwendung kommen. G
Provinz Schlesien. Am 22. November hat die Eröffnung
des evangelischen Schullehrer⸗Semi in Löwen in feierlicher stattgefunden. hullehrer⸗Seminars in Löwen in feierlicher Weise
Rhein⸗Provinz. Se. Königl. Hoheit der Pri Sachsen ist nebst Gefolge in Bonn 5 eh. Deutsche Hundesstaaten. 8 8 Königreich Bayern. (N. K.) Die Kammer der Reichs⸗
räthe digte in ihrer Sitzung am 24. November die Berathung
Berlin,
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Allgemeine
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und Auslandes nehmen Hestellung * auf dieses Blatt an, für Berlin
die Erpedition der Allg. Preuß.
Zeitung: Behren⸗-Straße klr. 57. Insertions-Gebühr für den Raum einer Zeile des Allg. Anzeigers 2 Sgr.
30 ften
über die Anlehens⸗Frage, Nachmtttags 3 Uhr, dauert hatte.
Die Kammer ist den Beschlüssen ihres vereinigten Ausschusse unten) beigetreten und hat sich sonach für -eere. 1es nee eg. Bank ausgesprochen. Die Annahme des desfallsigen Artikels soll dem Vernehmen nach mit 17 gegen 13 Stimmen ersolgt sein. Es waäͤne dies eine sehr kleine Majorität, zumal gegenüber der imposanten Mehrheit, die sich in der Abgeordneten⸗Kammer gegen die Bank erklärt hat. Von den Anträgen und Wünschen, welche die Kammer der Abgeordn. dem Gesetz⸗Ent⸗ wurfe beigefügt, ist die Kammer der Reichsräthe jenem sub. Ziff. 1. in nachstehender etwas modifizirter Fassung beigetreten: „Es möge Se. Königliche Majestät im verfassungsmäßigen Wege gebeten werden, der nächsten Stände⸗Versammlung ein umfassendes Eisenbahn⸗System für den ganzen Staat (mit Rücksichtnahme auf den kürzesten Schienenweg von Nürnberg nach Böhmen, in der Richtung auf Pilsen, so wie auf die Linie von Ulm über Augsburg und München nach der österreichischen Gränze) vorlegen, einstweilen aber die dazu erforderlichen Erhebungen und technischen Vorarbeiten, so weit es thunlich ist, herstellen und endlich die bereits gesetz⸗ lich festgestellten Eisenbahnen mit möglichster Beschleunigung der Vollendung zuführen zu lassen.“ Den Anträgen der Kammer der Abgeordneten, bezüg⸗ lich Ablösung der Dominikal⸗Gefälle und bezüglich Ausgabe von kleineren Partial⸗Obligationen, trat die Kammer der Reichsräthe nicht bei, den An⸗ trägen bezüglich Vermeidung alles Luxus bei den Bauten, bezüglich Ver⸗ einfachung der Förmlichkeiten bei Geld⸗Anlagen und bezüglich der Sparkas⸗ sengelder ist sie beigetreten, dem letzteren jedoch mit dem Zusatze: „dieselbe Begünstigung auf jene Kategorieen der älteren Staats⸗Gläubiger auszu⸗ dehnen, denen nicht gestattet war, bei Umwandlung des 4proz. in einen 3 2proz. Zinsfuß ihre Kapitalien zurückzuziehen.“
Die oben erwähnten Beschlüsse des vereinigten Ausschusses der Kammer der Reichsräthe lauten folgendermaßen:
„Art. 1, wie Beschluß der Kammer der Abgeordneten. (S. Allg. Preuß. 319 Nr. 327.) Im Art. II. Nr. 1, 2, 3, wie Beschluß der Kammer der Abgeordneten; Nr. 4 und 5 sind in folgender modifizirter Fas⸗ sung angenommen: 4) durch die Ermächtigung für die Regierung an der vermöge der Gesetze vom 25. August 1843 und 25. Mai 1846 bewilligten Gesammt⸗Anlehenssumme einen Betrag von 10,500,000 Fl. gegen 4 pCt. Verzinsung selbst unter dem Nominalwerth aufzunehmen; 5) die Regierung ist, mit Hinweisung auf Tit. III. §. 7 der Verfassungs⸗Urkunde berechtigt, die durch Ablösung von Grundlasten dem Staate anfallenden Beträge dem Eisenbahnbaue zuzuwenden. Art. III. soll lauten: Die Regierung ist ferner ermächtigt, zur Realisirung des im Art. II. sub Nr. 4 bezeichneten Anlehens auf den Betrag von 8 Millionen ein Anlehen auf Annuitäten zu 4 pCt. Zins und 1 pCt. Tilgung bei der haperischen Hypotheken⸗ und Wechselbank aufzunehmen. Art. IV. soll lauten: Im Falle Lines Vertrags mit der baverischen Hypotheken⸗ und Wechselbank kann die Regierung diese Bank ermächtigen, ihre Noten⸗Ausgabe von auf , zu er⸗ höhen und demgemäß den §. 8 des Bankgesetzes vom 1. Juli 1834 dahin abzuändern. In Folge dieser Befugniß und Verbindlich⸗ keiten wird der Bank die Emittirung von unverzinslichen Banknoten bewilligt, die Summe dieser Buͤnknoten darf jedoch nie den Betrag von † des jemaligen Bank⸗Fonds überschreiten und muß jedenfalls bis 2 der Emission mit dem Doppelten der von ihr auf Grund und Boden an⸗ liegenden Hypothek, für das weitere ¼ aber wenigstens mit einem gleichen, stets in Baarem vorhandenen Geldvorrathe der Bankkasse gedeckt sein. Die Bank ist verpflichtet, ihre Noten auf Begehren sogleich bei ihren Kassen ein⸗ zulösen. Die Banknoten sollen in ihrem geringsten Betrage nicht unter 10 Fl. ausgestellt werden. Während der ersten Jahre von der Eingehung des Annuitäten⸗Anlehens mit dem Staate, und zwar längstens bis zum 1. Oktober 1852, soll die Bank jedoch befugt sein, die Annuitätenschuld des Staates zu den auf Hypotheken ausgeliehenen Kapitalien behufs der Deckung ihrer Noten⸗Emission hinzuzurechnen. Die dem Staate annuitätenweise dar⸗ geliehene Summe muß von der Hypotheken⸗ und Wechselbank nach Maß⸗ gabe ihrer Abtilgung gleichfalls annuitätenweise im Inlande auf Grund und Boden wieder angelegt werden. Art. V. des Beschlusses der Kammer der Abgeordneten soll wegfallen und hierfür der Art. IV. derselben gesetzt werden. (Der Art. V., dessen Wegfall beantragt wird, betrifft die Ausgabe von Kassen⸗Anweisungen zc., der anzunehmende Art. IV. betrifft ein Arro⸗ sirungs⸗-Anlehen.) Der Art. VI. der Beschlüsse der Kammer der Abgeord⸗ neten soll ebenfalls wegfallen, die Art. VII. und VIII. derselben aber als Art. VI. und VII. angenommen werden.
In Folge der Beschlüsse der Kammer der Reichsräthe in der Anlehens⸗ frage versammelte sich am 25. November Vormittags der kombinirte zweite und vierte Ausschuß der Kammer der Abgeordneten, um diese Beschlüsse in Berathung zu nehmen. Die Majorität des Ausschusses (6 gegen 5) be⸗ antragte, die Kammer der Abgeordneten solle bezüglich des Bank⸗Anlehens und der Kreirung von Kassen⸗Anweisungen auf ihren früheren Beschlüssen beharren, dagegen bezüglich des Nominalwerthes der aufzunehmenden 10 ½ Millionen dem Beschlusse der Kammer der Reichsräthe beistimmen, nach nülchem dieses Anlehen zu 4 Prozent auch unter pari realisirt werden
ürfte.
1 In der öffentlichen Sitzung der Kammer der Abgeordneten am 24. November war die Berathung der Nachweisungen über die Verwendung der Staats⸗Ausgaben an der Tages⸗Oirdnung und zwar a) über die Zollgefälle (Referent Neuffer); der Ausschuß hat die Beiziehung von Sachverständigen zu den Zoll⸗Konferenzen beaäntragt und Dr. Edel die Modification eingebracht, daß bei der nächsten Regulirung des Zollvereins⸗Tarifs der Zoll auf die Ein⸗ führung von Schlachtvieh ermäßigt werde.
Frhr. von Schäzler bevorwortet die Beiziehung von Sachverständi⸗ gen, kommt auf das Unhaltbare des Freihandels⸗Systems zurück und be⸗ merkt, daß die Leinen⸗Industrie in den letzten Zügen liege; die niedrigen Zölle von 1846 reichten nicht aus, ein höherer Schutz sei dringend gebo⸗ ten; Preußen sei die Hauptmacht im Zoll⸗Verein mit der einflußreichsten Stimme; eben deswegen müsse man dessen geringe Beihülfe zu höheren Schutzzöllen bedauern. Die aus dem Mangel an Sachverständigen entste⸗ henden Uebel versucht Redner im Einzelnen, namentlich in Bezug auf den jüngsten berliner Kongreß, darzuthun.- Der Handels⸗Vertrag zwischen Bel⸗ gien und Holland äußere erheblichen Nachtheil für uns, der Zoll⸗Verein sei ein bedeutender Konsument, England, Holland und andere Länder sendelen uns ihre Produkte, selbst fremde Fabrikate; Differenzialzölle seien geboten, insbesondere zur Gründung einer Vereins⸗Marine. Er hofft Ausdehnung des Zoll⸗Vereins trotz der hamburger Denkschrift, in Bremen sei man jener Ausdehnung geneigt; Bremen erblühe immermehr und werde allmälig der Baumwoll⸗Markt sus Deutschland, wie Liverpool für England. Der Red⸗ ner kömmt wieder auf die Kritik des Ministerial⸗Raths von Hermann über die Schrift von Dönniges zurück und freut sich, daß ein so hochgestellter Beamter des zweiten Zollvereinsstaates sich für den Zollschutz er⸗ klärt habe. Abg. Staatsrath Vetterlein weist auf den abneh⸗ menden Wohlstand der Weber in Franken bei erhöhtem Zoll hin; insbeson⸗ dere vermißt er einen Rückzoll. Frhr. von Closen ist gleichfalls im In⸗ teresse der Weber für Rückzoll, in dessen Folge er ein Mehrverdienst von über 13 Millionen Gulden erwartet, ohne daß die Konsumenten erheblich
ge, nachdem die Vormittags⸗Sitzung bis die Abend⸗Sitzung bis Nachts 9 Uhr ge⸗
gedrückt würden. Durch Gründung größerer Wollmärkte würden die Preise zu Gunsten der Weber noch weiter fallen. England habe zur Hebung der Industrie (von Wolle und Leinwand) jährlich über 2 Millionen durch Aus⸗ fuhr⸗Prämien verwendet. Nun bedürfe es derselben freilich nicht mehr, es predige uns Freihandel, was ihm (dem Redner) gerade so vorkomme, wie wenn ein bereits mit den kostbarsten Speisen gesättigter Engländer einen Deutschen zu Wasser und Brod einlüde. Wenn Bremen und die Hanse⸗ städte sich noch nicht angeschlossen, so sei die Ursache unser schwankendes Svstem, zumal gegen Holland, und unsere Büreaukratie; das habe man dem Redner bei seiner Anwesenheit in Hamburg bemerkt. Nicht nur die Beiziehung von Sachverständigen zu den Zollvereins⸗Kongressen wolle er, sondern auch die Konkurrenz von Mitgliedern deutscher Stände⸗Versammlungen, denn diese verträten keinen besonderen Stand, etwa die Fabrikanten, sondern das gesammte Nationalwohl. Erfreulich sei es auf dem preußischen Landtage gewesen, die Prinzen selbst sich für den Schutzzoll aussprechen zu sehen; Preußen sei (was Redner geschichtlich nachzuweisen sucht) das Freihandels⸗System von jeher durchaus fremd gewesen. Der erste Secretair Kirchgeßner will dem Edel⸗ schen Antrag die Beschränkung beigefügt haben: „auf die Dauer übermäßi⸗ hen Fleischpreise.“ Abgeord. Sattler will Sachverständige in Zollvereins⸗ achen aus dem Stande der Landwirthe, der Gewerbe und des Handels, gleichviel, ob sie Stände⸗Mitglieder seien oder nicht. Nachdem ferner noch die Abgerdneten Dr. Edel, Fr. von Closen, Barsch, Rabl über die vorliegenden Fragen gesprochen, verlangt die Kammer den Schluß der De⸗ batte. Ministerial⸗Nath von Kleinschrod bemerkt rücksichtlich. der Bei⸗ ziehung von Sachverständigen, daß von Seiten der baverischen Regierung stets die Handels⸗Kammern befragt und ihre Aeußerungen in gründliche Er⸗ wägung gezogen worden. Gewiß werde dieselbe sich auch für den nächsten Zollvereins⸗Kongreß mit technischem Beirathe umgeben. Bezüglich des Edelschen Antrags müsse er hervorheben, daß eine Verschiedenheit hierin zwischen Nord⸗ und Süddeutschland bestehe; indeß habe man bereits Zoll⸗ Ermäßigung für mageres Vieh erlangt und werde weitere Maßregeln bei dem nächsten Zollvereins⸗Kongresse nicht aus dem Auge verlieren. Im Be⸗ treff der Spinnerei müsse er sich auf seine im Jahre 1846 bereits gegebenen Erläuterungen um so mehr beziehen, als dieselben Verhältnisse noch fortbe⸗ ständen; Nachhülfe der Spinnerei angedeihen zu lassen, werde die Staats⸗ Regierung stets bestrebt sein und ein günstiges Resultat durch Vermittelung entgegenstehender Interessen herbeizuführen suchen. Nicht übersehen dürfe man, daß die deutsche Industrie im gedeihlichen Wachsthum begriffen sei, die Ausfuhr die Einfuhr übertreffe und der Zoll⸗Verein bereits zu einer vom Auslande geachteten Macht erstarke. Das Differenzialzoll⸗System sei ein wichtiger Erwägungs⸗Gegenstand der Zollvereins⸗Staaten und stehe in Verbindung mit der deutschen Handels⸗Marine und einer deutschen Schiff⸗ fahrts⸗Akte. Die Handels⸗Marine nehme schon den zweiten Rang ein und konkurrire an Kühnheit und Unternehmungsgeiste mit dem gesammten Aus⸗ lande. Hierbei dürften die entgegenstehenden Hindernisse nicht mißkannt werden, die durch wirksame Moßregein des Zoll⸗Vereins zu beseitigen seien. Die deutsche Ehre erheische es, daß die unwürdige Stellung Deutsch⸗ lands vor Allem in maritimer Beziehung aufhöre; Schutz und würdige Position, eine achtungebietende Flagge, direkter Handel, freie Bewegung des
eigenen, Begünstigung des überseeischen Handels seien die Zielpunkte, wo⸗ nach Deutschland strebe; damit wolle es die Wiedererringung der Macht der deutschen Hausa verbinden. (Wiederholtes Bravo.) Wiederkehr eines großen, freien, einigen Deutschlands sei es, was man erstrebe. (Bravo.) Man vertraue daher der Weisheit der bayerischen Staats⸗Regierung, daß sie in Vrebindung mit anderen Zollvereinsstaaten das gesteckte Ziel zu er⸗ reichen wissen werde; die sicherste Bürgschaft hierfür sei die echtdeutsche Ge⸗ sinnung unseres patriotischen Landesherrn. (Bravo von allen Seiten.) Bei der Abstimmung wird der Antrag des Ausschusses auf Beiziehung von Sachverständigen zu den Zoll⸗Kongressen einstimmig angenommen, dagegen die Untermodification Kirchgeßner's und die Modification Edel's verworfen. (Schluß folgt.)
Auf Befehl Sr. Majestät des Königs ist vor kurzem eine Ver⸗ ordnung über den Besuch, die Benutzung und Erhaltung der Central⸗ Gemälde⸗Gallerie, der Vasen⸗Sammlung und der Sammlung von Porzellan⸗Malereien im Druck erschienen. 8
Kurfürstenthum Hessen. Der Kurfürstliche Hof hat am 25. November Trauer auf drei Monate für Se. Königl. Hoheit den Kurfürsten Wilhelm II. angelegt. “
Die Stände⸗Versammlung hielt am 22ͤsten d. M. Vormittags eine vertrauliche Sitzung, worin, dem Vernehmen nach, der Präsident ein von Seiten des Dr. Jur. Ohlenschläger zu Frankfurt a. M. ein⸗ gesendetes Schreiben des Höchstseligen Kurfürsten Wilhelm II. an die Stände⸗Versammlung mittheilte.
Die Versammlung beschloß auch, wie verlautet, eine Adresse an Se. Königl. Hoheit den jetzt regierenden Kurfürsten Friedrich Wil⸗ helm I., deren Abfassung dem Herrn Präsidenten übertragen und demselben die Zuziehung von sechs Mitgliedern anheim gegeben wor⸗ den wäre. In einer Abends 5 Uhr gehaltenen weiteren vertraulichen Sitzung soll sodann der von Herrn Nebelthau verfaßte Entwurf einer Adresse erörtert und angenommen worden sein.
Großherzogthum Hessen und bei hein. Das
Aue pPost-Anstalten des In-
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neueste Regierungsblatt enthält das Polizei⸗Strafgesetz für das
Großherzogthum Hessen vom 2. November d. J. Dasselbe zerfällt in zwei Theile, 21 Titel und 376 Artikel. Der I. Theil, aus 9 Ti⸗ teln und 50 Artikeln bestehend, handelt von den Polizei⸗Uebertretun⸗ gen und deren Bestrafung im Allgemeinen, der II. Theil, Tit. X. bis XXI., Art. 51 —376, von den einzelnen Polizei⸗Uebertretungen.
Die durch den Tod des Dr. Köhler erledigte Stelle eines evan gelischen Prälaten ist dem Hofprediger Dr. Karl Zimmermann i Darmstadt verliehen worden.
Großherzogthum Oldenburg. (A. Z.) Hundertund⸗ dreißig Bürger der Stadt Oldenburg haben in einer Zuschrift an den Stadt⸗Rath der Residenz demselben ihren Dank für den vor ihm gestellten Antrag auf Oeffentlichkeit sriner Sitzungen ausgespro⸗ chen. Sie hoffen, daß, wenn der Bürger an den Stadt⸗Raths⸗ Verhandlungen Theil nehmen könne, derselbe dadurch mit der wachsen⸗ den Einsicht in die Gemeinde⸗Verhältnisse auch zu größerem Gemein⸗- sinn geweckt werden werde, und schließen mit der Bitte, daß der Stadt⸗Rath von dieser ihrer Erklärung Veranlassung nehmen moge, „auch ferner für das Recht des freien Zutritts zu den Stadt⸗Raths⸗ Eö- bei Großherzoglicher Regierung nach Kräften zu wirken.“
Herzogthum Fsee. 88.86 Vernehmen nach wird binnen kurzem eine ziemlich G Fm⸗ derung in der Besetzung der dänischen Gesandtschaftestellen stottfin⸗ den, welche bereits beschlossen sein und demnäͤchst, pun Etopolm soll. Danach ist der bisherige Legations⸗Seere ait 3
N che Ztg.) Sicherem 88 52g ch dedeutende Verän⸗