1848 / 28 p. 7 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

in Basel, alle diese wollen von der Vertretung der 2ö— 8 einem besonderen Großen Rath nichts . sen Sie begnügen sich mit den materiellen Erleichterungen, welche nus der Centralisation des Militair⸗ und Zollwesens, aus dem 7 Verkehr und freier Niederlassung hervorgehen sollen, und mit Ab⸗ schaffung des die Klöster verbürgenden §. 12. Dagegen treten die liberal⸗konservative züricher Eidgenössische Zeitung, Pent Spyri, die konservative Thurgauer Zeitun 9. Advokat Widmer, die Berner Blätter, Stämpfli, Niggeler, Ochsenbein, und die Revue de Genève, James Fazy, für den schweizerischen Großen Rath oder das Zweikammer⸗System in die Schranken. Sie verlan⸗ gen einen gesetzlichen Weg, wodurch das Schweizervolk seinen Willen kundgeben önne, ohne der Souverainetät zu nahe zu treten. Andere Blätter besprechen die Bundes⸗Revision gar nicht oder verwerfen sie gänzlich. Die Sache ist doch noch nicht ganz in Fleisch und Blut der Nation übergegangen.

Kanton Luzern. Der Regierungs⸗Rath hat in der Ab⸗ sicht, eine gänzliche Reorganisation des Militairwesens durchzuführen, vorläufig beschlossen:

1) Der Bundes⸗Auszug des Kantons soll nach den Bestimmungen des eidgenössischen Militair⸗Reglements bestehen aus 2 Compagnieen Artillerie zur Bedienung der fahrenden Batterieen, 1 Park⸗Compagnie, 1 Compagnie reitender Jäger, 2 Compagnieen Scharfschützen und 4 Bataillonen Infan⸗ terie. 2) Die Organisation der Landwehr habe ebenfalls in 4 Bataillonen Infanterie nebst den nöthigen Spezialwaffen in annäherndem Verhältniß wie im Auszug zu bestehen. 3) Damit die Corps der Landwehr in ange⸗ messener Stäaͤrke aufgestellt werden können, sollen diesem Kontingente in der Regel diejenigen Landwehrpflichtigen zugetheilt werden, welche jeweilen am 15. Februar das 40ste Altersjahr noch nicht zurückgelegt haben. Nöthigen⸗ falls ist jedoch die Militair⸗Kommission ermächtigt, diejenige Landwehrmann⸗ schaft, welche auf den bezeichneten Zeitpunkt das 41ste Jahres⸗Alter noch nicht zurückgelegt hat, bei der organisirten Landwehr einzutheilen. 4) Die Militair⸗Kommission sei beauftragt, dem Regierungs⸗Rathe ihre Vorschläge in Betreff der bei dem Corps des Auszugs und der Landwehr anzustellen⸗ den Offiziere beförderlich einzureichen.

(Schwäb. M.) Der Große Rath von Luzern hat die Vor⸗ schläge des Regierungs⸗Raths in Betreff des Schnyderschen Antrags genehmigt.

(Bas. Ztg.) Die gewaltthätige Regierungsweise geht ihren Weg fort; so wurde in den Gerichtsbezirk Hochdorf in Folge der Störung der Wahlen durch die Radikalen ein Bataillon Executions⸗ Truppen verlegt, welche bei den Konservativen einquartiert werden. So treibt die leidenschaftliche radikale Partei den Kanton mehr und mehr dem Verderben entgegen. Gemäßigte Männer treten zurück, so erhielt auf wiederholtes Ansuchen Regierungs⸗Rath Peyer seine Entlassung, und Oberst Schumacher⸗Uttenberg hat die seinige eben⸗ falls begehrt. Schultheiß Kopp soll eines Nachts, als er Unfugen wehren wollte, insultirt worden sein. Bei der Berathung der Ver⸗ fassung in dem Großen Rath von Luzern ist (wie bekannt) das Veto⸗ recht des Volkes, das man als eine Waffe der Geistlichkeit ansah, gefallen und auf zweimalige Gesetzes⸗Berathungen im Großen Rath reduzirt worden.

(Südd. pol. Z.) Wir hatten seit 1841 eine Verfassung, die von allen Parteien als eine der freisinnigsten in der Schweiz aner⸗ kannt wurde, und nun berathet sich gegenwärtig der Großen Rath über ein neues Projekt, welches von den 92 Paragraphen der alten Verfassung 25 abändern will. Man würde sich aber täuschen, wollte man glauben, die vorgeschlagenen Abänderungen bezwecken einen Fort⸗ schritt im Geiste der Demokratie. Verlängerung der Amtsdauer der Behörden, Beschränkung des Vereinsrechts, Einführung mittelbarer Wahlen sind gewiß nichts weniger als Fortschritte; es sind lediglich Regiment⸗Assekuranzen, Der Verfassungs⸗Entwurf trägt zu sehr das Gepräge der Spannung zwischen Regierung und Volk, wir ihm eine lange Dauer und segensreiche Existenz könnten.

(Schwäb. Merk.) Leider haben die berner Truppen in Gis⸗ likon wieder bedeutende Exzesse begangen, geplündert und zerstört. Wenn jetzt nicht exemplarisch gestraft wird, so leidet der Ruf der eid⸗ genössischen Armee großen Schaden.

Nach der Neuen Luzerner Zeitung weilen 72 aus der Schweiz geflüchtete Jesuiten in Oleggio, bei Novara, im Königreich Sardinien.

als daß zutrauen

Wissenschaftliche und Kunst⸗-Nachrichten. Wissenschaftlicher Kunst⸗Verein.

Berlin. In der Versammlung des wissenschaftlichen Kunst⸗ Vereins am 17. Januar waren an Kunstgegenständen ausgestellt: 1) Vier Reliefs, komponirt von Nehr, modellirt von Frl. Fazius, in Zink⸗ guß ausgeführt von Geiß. Diese Reliefs sind zu Thürfüllungen im Göthe⸗Saal des Großherzoglichen Schlosses in Weimar bestimmt, nachdem sie zuvor noch auf galvanischem Wege die Vergoldung erhalten haben wer⸗ den. In geistreicher Weise hat der Künstler die Motive aus den drei un⸗ erschöpflichen Urquellen der plastischen Kunst: aus dem Mythus, dem Sym⸗ bol und der Allegorie, entnvommen. Die bedeutsamsten Gestalten gehören dem Mythus an und sind: Tyoche, Pspche, Anagke und der Genius; um diese gruppiren sich die symbolischen Ued allegorischen Figuren in so großer Fülle, daß eine nähere Angabe derselben hier der Raum nicht gestattet. Verräth auch die Modellirung insbesondere die der unbekleideten Gestalten einige Unsicherheit und Schüchternheit in der Formgebung, so hat dennoch die Künstlerin durch diese Arbeit dargethan, daß sie zu dieser Emancipation befähigt und somit berechtigt ist. Die Gießerei von Geiß, aus der wir ge⸗ wohnt sind, nur Kolosse und Denkmäler der größeren Dimensionen hervor⸗ gehen zu sehen, hat durch diese Arbeit gezeigt, daß sie auch in dem lleine⸗ ren Relief und in den Ornamenten das Vorzüglichste zu leisten im Stande Dr. Carus in Dresden auf der Hauptseite und mit einer allegorischen Fi⸗ gur der Naturwissenschaft auf der Kehrseite. Der Verein freute sich durch diese Medaille die Bekanntschaft mit einem Stempelschneider zu machen, welcher durch die geistvolle und lebendige Behandlung, so wie durch die flei⸗ ßige Ausführung (insbesondere in der Behandlung des Haares), dem Be⸗ sten seines Faches an die Seite gestellt werden darf. 3) Landschaftliche Studien von Mar Schmidt, unter denen vornehmlich die am Lago di Como und bei Nizza gemachten, die allgemeinste Theilnahme erweckten; von dem Landschaftsmaler Mantel Studien aus der Campagna di Roma, deren schöne Baumgruppen immer grüner Eichen den Vorwurf, daß Italien kein Laubholz besitze, beseitigen; von dem Landschaftsmaler Lechner, Zeichnen⸗ Studien und Oel⸗Skizzen aus Süddeutschland und der Schweiz, welche die wunderbaren Lichteffekte der Alpengegenden in malerischer Wirkung vorbei⸗ führen. 4) Lichtbilder: Ansichten von Lübeck, von Pero, nicht allein von einer Dimension, wie wir sie bisher noch nicht sahen, son⸗ dern auch von einer Vollendung der technischen Behandlung, daß sie für wahrhafte Zauberbilder gelten dürfen. 5) Einen Zauber anderer Art übte auch an diesem Abend wieder ein schönes Kind aus dem Harzlande, welches J. E. Meyerheim dem Vereine zugeführt hatte, aus. Ein vierzehnjähriges Mädchen, mit dem höchsten Liebreiz nai⸗ ver Schönheit und Unschuld ausgestattet, überzählt den Erlös aus dem Verkauf der geschnitzten Holzlöffel, Quirle und dergleichen Waaren, welche sie in dem nebenbeistehenden Korbe bei sich führt. Dies Bildchen sowohl, als ein zweites: eine Mutter mit dem Kinde, welches in der Dezember⸗Ver⸗ sammlung ausgestellt war, sind in dem Besitze eines Kunstfreundes wie wir sie den Künstlern in größerer Anzahl gönnen möchten des Herrn Ravené in Berlin, übergegangen, welcher sich, wie wir hören, geneigt er⸗ klärt hat, diese beiden Bilder zur nächsten Kunstausstellung nach Paris zu senden. Dem Herm Professor Rauch verdankte der Verein interessante

durch

Mittheilungen aus

einem Briese a

us Nürnberg, wo man bürzlich Zeichnun⸗

gen nach dem berühmten Gitter von P. Vischer und dessen Söhnen auf⸗ gefunden hat, welches einst eine glänzende Zierde des Rathhaussaales in

Nürnberg war und im Jahre 1809 barbarischen Andeukens, Befehl, als altes Messing verkauft und eingeschmolzen wurde, nicht etwa, um daraus Kanonen gegen die eingedrungenen Feinde

Die Zeichnungen sind, wie es scheint, macht worden,

w I

welche wenigstens einigermaßen die E Kunstschätze zu erhalten bemüht waren

auf höheren und zwar zu gießen.

1806 von mitleidigen Künstlern ge⸗

rinnerung an die für

*

vermischtes.

obenan steht, erscheinen,

siösen Interessen überhaupt Naturwissenschaften 9, der

Leipzig, 22. Jan. (Lpzg. Ztg.) Das neueste Verzeichniß der die Post zu beziehenden Zeitschriften gewährt eine interessante Ueber⸗

sicht der saͤchsischen Tagespresse. In Leipzig, welches in der Reichhaltigkeit

außer einigen periodischen und deshalb auch durch die Post beziehbaren, größeren Werken, 81 Zeitschriften; von diesen gehören einzelnen Wissenschafts⸗Fächern an, und zwar: der Theologie und den reli⸗

9,

der Jurisprudenz 3, der Land⸗ und Forstwirthschaft 6, der Pädagogik und

Nedizin und den

Philologie 2, der Geschichte 1, der allgemeinen Literatur, Bücherkunde und

dem Buchhandel 10; außerdem 6 für Handel und Gewerbe.

indeß kaum einem Zweifel, daß mit diesen Zahlen noch nicht die Summe

Es unterliegt

der einzelnen fachwissenschaftlichen Zeitschriften erschöpft ist, da manche der

letzteren nur auf dem gewöhnlichen buchhändlerischen Wege Nächstdem fallen folgende unter die dabei ben 3, für Unterhaltun

zu beziehen sind.

nerkten Rubriken: für Mode 9 19, für Politik und Tages⸗Interessen 8 (Leipz. Zei⸗

tung, Deutsche Allg. Ztg., Staatsbürger⸗Ztg., General⸗An⸗ zeiger, Bayard, Fama, Volksboten. Leipz. Tageblatt), wozu noch

ein Intelligenzblatt und ein in Leipz höriges Wochenblatt (das Pegauer) kommen.

ig gedrucktes, aber nicht Leipzig

ange⸗

In Dresden erscheinen 16

Zeitschriften: 2 kirchliche, 1 juristische, 1 landwirthschaftliche, 11 Unterhal⸗ tungs⸗ oder allgemein belehrende Blätter und, wie in Leipzig, ein einer

anderen Stadt (Königsbrück) angehöriges Wochenblatt.

Nächstdem kommt

Grimma mit 8 Zeitschriften erkl. des Wochenblatts, Zittau und Neusalza, jedes mit 5 (großentheils monatlich erscheinenden) Unterhaltungsblättern, gleichfalls erkl. des Wochenblattes, und endlich erscheinen noch in folgenden Städten Zeitungen, welche den Charakter der Lokalpresse überragen; in Annaberg eine Gewerbe⸗Zeitung, in Freiberg eine berg⸗ und hüttenmäͤnnische,

in Meißen eine Unterhaltungs⸗ und eine Jugend⸗Zeitun

eine Zeitung von und für Buchdrucker. zug der bloßen Lokalpresse 115 Zeitschriften.

ig und in Mittweida

1

Das ergäbe für Sachsen nach Ab⸗

Handels- und Börsen-Nachrichten. Berlin, den 27. Januar 1848. b

WMechsel-

Course.

Amsterdam do. IIamburg do.

Augsburg Breslau

1

Leipzig in Courant im 14 Thlr. Fuss.. 1

Frankfurt a. M. südd. W 100 Fl. Petersburg 1“ 100 snbIl.— 3 Wochen] 108 ¾

00 Thlr. 00 Thlr.

Geld-Course.

Brief. Geld. 144 ½ 144 ¾ 143 ¼ 143 152 ¾ 151

102 ½ 99 5 99 ½ 99

Inländische Fonds, Pundbriss-, Kommunal- Papiere und

do.

do.

Pomm.

St. Schuld-Sch. Seeh. Präm. Sch. K. u. Nm. Schuldv. Berl. Stadt-Obl. Westpr. Pfandbr. Grosah. Posen do.

do.

Ostpr. Pfandbr.

. Brief. 92½ 92¼ 88

90 ½1

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91½

2029

92 ½

Geld. Gem.

92²

91½ 908 100 ¾ 90 ¾ 95 ½

Kur- u. Nm. Pfdbr. Schlesische do.

88 do. Lt. B. gar. do. Pr. Bk-Anth.-Sch

Friedrichsd'or. And. Goldm. à 5th. Disconto.

Zf. 33 3

Brief. Geld. Gem.

94

Ausländische Fonds.

do. do.

do.

do.

Russ. IIamb. Cert. do. bei HHope 3.4. S. 1. Aul. do. Stiegl. 2. 4. A. 8 21. do. v. Rthsch. Lst. do. Poln. Schatz0. do. do. Cert. L. A. do. do. L. B. 200 Fl. Pol. a. Pfdbr. a. C.

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Poln. neue Pfdbr. do. Part. 500 Fl. do. do. 300 Fl. do. Staats-Pr. Anl IIoll. 2 ½ % Int.

Kurh. Pr. O. 40 th. Sardin. do. 36 Fr. N. Bad. do. 35 Fl.

Hamb. Feuer-Cas. ²

Eisenbahn-Actien.

Volleing.

Amst. Rott. Arnh. Utr. Berl. Anh. A. do. Prier. Berl. Hamb. do. Berl. Stett. Bonn-Cöln. Bresl. Freib. do. Prior. Chem. Risa.

do. Prior. Cöth. Bernb. Cr. Ob. Sch. Dresd. Görl. Düss. Elberf.

do. Gloggnitz. Hmb. Bergd. Kiel-Alt. Lpz. Dresd.

Prior.

Prior.

Cöln. Mind. ²

IL.öb. Zittau. Magd. Halb. Magd. Leipz. do. Prior. Mecklenb. N. Schl. Mk. do. Prior. do. Prior. do. III. Ser. Nrdb. K. Fd.

gestern.

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100 n. 110 ½ bz.

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113 n. 112 ½ G.

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97 ¼ G. 98 B

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bz.

Zf. 0. Schl. Lt. A do. Prior. 4 0. Schl. L. B. Pts. Mgdb. do. Pr. B. do. do. Rhein. Stm. do. Prior. do. St. Pr. do. v. St. gar.

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Sächs. Bayr. Sag.-Glog. do. Prior. do. do. St.-Vohw. do. Thüringer. Whb. (C. 0.) do. Prior. Zarsk Selo.

Prior.

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3 ½ 103 bz.

☛¼ Eing.

Quit. Bog. a 4 %

Aach. Mastr. Berg. Mrk. Berl. Anh. B. Bexb. Ludw. Brieg-Neiss. Thür. V. Magd. Witt. Nrdb. F. W.

Starg. Pos.

(Schluss der Börse 3 UIhr.)

Aufser Bank-Antheilen, die zu steigenden Coursen begehrt blie- rem Actien niedriger und Stimmung flauer als

71 ½ bz. u. B. 52 8 bz. a. B. 8

3. ““ 80 ¾ bz. u. B. Fias⸗

—“ heutigen .* b24 Nariebe. ts 88 Weizen 64 65 Rthlr. 8ns Roggen loco neuer 43 45 Rthlr. 8 pr. April.Mai k. J. 41 ½ Rthlr. bez. Hafer 48/52 pfd. 27 28 Rthlr. - 48 pfdH. pr. Frühjahr 26 Rüthlr. Rüböl loco 411 % Rthlr. ö“ - April Mai 115⁄12 Rihlr. zu machen. Spiritus loco 18 ¾ 19 Rthlr. Frühjahr 20 ¾ 20 ½⅛ Rthlr. 8 Die Preise von Spiritus, Roggen und Rübbl haben sich heute im e n besser als gestern gestellt, doch waren die Umsätze unbe- eutend.

à Hamburg, 25. Jan. Im Buttergeschäft sind seit den letzten acht Tagen keine bemerkenswerthe Veränderungen vorgefallen. Fremde Berichte ob gut oder schlecht, sind bei der augenblicklichen natürlichen Blokade von geringem Interesse und können zur Zeit keinen Einfluß auf den hiesigen Stand der Geschäfte ausüben. Vorräthe aller Sorten sind unbeträchtlich, und der Kauf für den Konsum räumt täglich mehr; ungeachtet dessen be⸗ haupteten sich die Preise und wurde gezahlt:

Für holst. f. Stoppel von 47—49 Rthlr. Ct.

» mecklenb. do. 44 46

Randers und sonstige schlesw.

holst. u. mecklenb. Altmilchs⸗ oder Stall⸗Butter .....

Tondersche u. dänische Win⸗

ter⸗Buter 30—3

Droguen. Die fortgesetzte Geschäftsstille bringt in seres Drogueriemarkts keine besondere Veränderung hervor. In Gewürzen bleibt es mit Cassa lignea fest und Flores Cassige besser, auch Nelken finden einige Nachfrage. Mandeln ohne Veränderung. Radix Jalappae sind bei geringem Vorrath gestiegen. Kokosöl, geläuterter Salpeter, Schwe⸗ fel und Banca⸗Zinn angenehmer.

Veränderte Preise:

Cassa lignea 8 ¾ 2 ¼†, vera 5 Sch. pr. Pfd., Kokosnußöl 44 a 47 Mk. pr. 100 Pfd., Flores cassige 10 ¾ a 11 Sch., Nelken 8 a 11 ½, Rad. Ja⸗ lapp. 28 a 29 Sch. pr. Pfd., gel. engl. Salp. 27 ⅛½, raff. Schwefel 8 ½ 8 ½ Mk. pr. 100 Pfd., Banca⸗Zinn 10 Sch. pr. Pfd. 8

v 1X1“ u“

Auswärtige Börsen. 8 Amsterdam, 24. Jan. MNiederl. wirkl. Sch. 54 ½. 5 pan 16. Hamburg, 25. Jan. Bank-Actien 1590 Br. Engl. Rusz. 104 ½. 104 ½.

Hamb. Berg. Actien 83 82 ½. Magd. Wittenb. 72 Br. Hamb. Beri. 98 ¼. 97 ½. Kiel Alt. 107 ½. 107 ¾. Glückst. Elmsb. 50 G. Rendsb. Neum. 85 Br. Kopenb. Roihsch. 66 Br. Meckl. 46 Br.

Leipzig, 26. Jan. Leipz. Dresdn. Aect. 114 4 Br. Sächs. Bayer. 92 ½ Br. Skchs. Schles. 92 Br. Chem. Ries. 44 ¼. 43 ½. Löb. Zitt. 44 Br. Mgd. Leipz 220 G. Herl. Anh. Lt. A. 113 ¼ G. Lt. B. 107 G. Dess. Bank-Act. 104 ½ 6.

London, 22. Jan. Cons. 3 % 88 ½. 88 ½. Belg. —. Ard. 19 ¾¼. 19 ¼. Passive 4 ¼. 4. Ausg. Sch 13. 12. 2 i % Holl. 54 ½. 53 ½. 4 % do. 85 ¼. 84 ¼½. Engl. Russ. —. Bras. 84. 82. Chili —. Mex. 18 ½. 18. Peru 40. 38.

Wien, 24. Jan. 5 % Met. 101 ½¼. 4 % do. —. 30% do. 63 ½ Bank. Acüien 1545 Aul. de 1834 154 ¼. de 1939 108 ¾¼ Gloggn. 101. Nordb. 121

Meteorologische Beobachtungen.

Nach einmaliger Beobachtung.

Nachmittags 2 Uhr.

Morgens

1848. V 6 Uhr.

Abends V 26. Jan.

10 Uhr.

Luftdruck 342,53%Par. 332,61% Par. 342,72 Par. Qvellwärme 7,70 R. Luftwärme 14,6° R. 11,00 R. 13,1“ R. Flusswärme Thaupunkt 15 1 11,92 R. 13,9 °o R. Bodenwürme Dunstsättigung. 90 pct. 90 pct. 90 pct. Ausdünstung heiter beiter. V heiter. Niederschlag

Wind 0 0. 0. Würmewechsel 10,8° Wolkonzug.. 8 r0.

15,6° Tagesmittel: 342,62„Par. 12,9° R..] 13,8°R..

. 90 pCt. 0.

Königliche Schauspiele.

Freitag, 28. Jan. Im Opernhause. 14te Abonnements-Vor⸗ stellung. Wegen Unpäßlichkeit der Dlle. Tuczek statt der Oper Don Juan: Esmeralda, großes Ballet in 2 Abth. und 5 Bildern, von J. Perrot. Vorher: Eigensinn, Lustspiel in 1 Akt, von R. Benedix. Anfang halb 7 Uhr.

Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden Preisen verkauft:

Ein Billet in den Logen des Prosceniums, des ersten Ranges und ersten Balkons 1 Rthlr. 10 Sgr., ein Billet zum Parquet, zur Tribüne und in den Logen des zweiten RNanges 1 Rthlr., ein Billet zu den Logen des dritten Ranges, im Balkon daselbst und im Par⸗ terre, 20 Sgr., ein Billet im Amphitheater 10 Sgr., ein Billet in der Fremden⸗Loge 2 Rthlr.

Zu dieser Vorstellung bleiben die bereits zur Oper: Don Juan gelösten Billets gültig, insofern solche nicht bis heute Mittag 1 Uhr im Billet⸗Verkaufs⸗Büreau zurückgegeben werden.

Im Schauspielhause. 37ste französische Abonnements⸗Vor⸗ stellung. Un Tuteur de vingt ans, vaudeville en 2 actes, par M. Mélesville. Une femme qui se jette par la fenétre, co- médie-vaudeville en 1 acte, par Scribe. Sous clef, vaudeville en 1 acte, par M. Dumanoir.

Sonnabend, 29. Jan. Im ments⸗Vorstellung. Zum erstenmale: truens 3 inemark, Tragödie in 5 Akten, von Heinrich

Schauspielhause. 17te Abonne⸗ Struensee und die Deutschen Laube

Königsstädtisches Theater.

Freitag, 28. Jan. Einmal Hunderttausend Thaler. Posse mit Gesang in 3 Abth., von D. Kalisch. Musik vom Königl. Musik⸗ Direktor Gährich.

Sonnabend, 29. Jan. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) II Bar- biere di Siviglia. (Der Barbier von Sevilla.) Komische Oper in 2 Akten. Musik von Rossini. 8 8

(Im zweiten Akt: La Fauvette, Duetto für Sopran und Flöte, komponirt von Gretry, arrangirt von Toulou, vorgetragen von Sgra. Fodor und Herrn Oelschig. Zum Schluß der Hper: Rondo, aus der Oper „Cenerentola“, von Rossini, gesungen von Sgra. Fodor.)

Preise der Plätze: Ein Platz in den Logen und im Balkon de⸗ ersten Ranges 1 Rthlr. u. s. w. 11

Sonntag, 30. Jan. Einmal Hunderttausend Thaler. b

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Im Selbstverlage der Expedition.

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6 in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei. 8

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nach Qua täãt. den Preisen un⸗

Inhalt.

Rußland und Polen. St. Petersburg. Gesechte im Kaukasus.

Italien. Rom. 88 Beamten⸗Personal. Die Anleihe.

Neapel. Die Unruhen in Messina und Palermo. Truppen⸗Ein⸗ schiffung nach Sicilien. Vermischtes. Livorno. Verhastungen. Modena. Verminderung der österreichischen Truppen.

Spanien. Schreiben aus Madrid. (Salamanca; die Forterhebung der Steuern bewilligt; Vermischtes.) g5⸗ Die Cholera. Das griechisch⸗türkische

erwürfniß.

ee Alexandrien. Schimper. Drr Suez⸗Kanal. Ver⸗ mischtes.

Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten.

Rußland und Poien.

St. Petersburg, 20. Jan. Vom Kaukasus sind Nachrichten hier eingegangen:

„Tiflis, 31. Dez. Schamil führte, in der Hoffnung, daß der ein⸗ brechende Winter das Zusammenziehen unserer Truppen im mittleren Da⸗ ghestan hindern würde, im November einen starken Heerhaufen gegen Zu⸗ dachar und die oberen Magals des kasikumüchschen Chanats. Doch ver⸗ theidigten die Bewohner Zudachars tapfer ihre Auls, thaten einen Ausfall und schlugen die Müriden in die Flucht. Bei dieser Nachricht waren, auf Anordnung des General⸗Lieutenants Fürsten Argutinski⸗Dolgoruki, zwei Ko⸗ lonnen, eine aus drei, die andere aus 6 Bataillonen Fußvolk, 12 Geschützen, einer Division Dragoner und den Milizen bestehend, am 4. Dezember vor Zudachar zusammen gezogen worden. Die Beschwerden eines Winterfeld⸗ zuges in den Gebirgen nicht achtend, rückten unsere Truppen eilig gegen die Doͤrfer Untschugatu und Mukarklu, welche die Aufrührer befestigt hatten, drängten sie aus dieser Stellung und kehrten, nach Wiederherstellung der Ruhe in dieser Gegend, am 11. Dezember in ihre Quartiere, nach Temir⸗ Chan⸗Schura und Kumuch, zurück. Ungefähr um dieselbe Zeit unternahm Genere! Lieutenant ] einen Zug auf dem Nordabhange des Gebirges, in der Absicht, den Waldungen der Tschetschna breite Durchhaue zu lichten, gemäß dem jeit mehreren Jahren befolgten Plane, dessen Ausführung schon wesentlichen Nutzen gebracht hat. Er verließ am 30. November das Fort Wosdwischenski und nahm mit seinem aus 9 Bataillonen Fußvolk, 450 Kosaken und 16 Geschützen bestehenden Detaschement am Flusse Goita eine Stellung ein. Zwischen dem 11. und 22. Dezember wurden täglich mobile Kolonnen, unter der Anführung der Obersten Baron Meller⸗Sako⸗ melski, Baron Wrewski II. und des Flügel⸗Adjutanten Fürsten Bariätinski IJ. entsendet, die Waldungen zu lichten, Beute zu machen und die naheliegenden Weiler und Gehöfte zu zerstören. Am 18. Dezember erstürmte General⸗ Lieutenant Freitag den beinahe unzugänglichen Weiler Sabdula's, des Naib der kleinen Tschetschna. Die während dieser Tage vorfallenden Treffen ha⸗ ben dem Feinde bedeutenden Verlust gebracht. Unsererseits wurden, nach den letzten Nachrichten, 1 Offizier und 18 Gemeine getödtet und 8 Offi⸗ * und 148 Gemeine verwundet. Das Detaschement des General⸗Lieutenants

reitag setzt setzt seine Operation in der kleinen Tschetschna fort und sichert dadurch unseren ferneren Unternehmungen zur Unterwerfung dieses Distrikts den Erfolg. Auf der oberen Sunscha benutzte Oberst Släpzoff die Abwe⸗ senheit der Tschetschenzen, die sich um das Lager des General⸗Lieutenant Freitag zusammengezogen hatten, zu einem Einfall in die Landschaft jenseits des Flusses Walerik. Mit 750 Kosaken, 6 Compagnieen Fußvolk, 3 Ge⸗ schützen und einem Kommando Reiter mit Raketen verließ er in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember das Fort Atschoi und rückte gegen den Weiler Umachan⸗Jurt. Der größte Theil der Widerstand leistenden Tsche⸗ tschenzen bliecb auf dem Platze; der Weiler wurde ein eäschert, und 22 Ge⸗ fangene blieben in unseren Händen. Auf unserer Seite wurden 2 Offi⸗ ziere und 6 Gemeine verwundet.“

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Rom, 8. Jan. (A. Z.) Die Reaction gegen das frühere Beamten⸗Personal hat lebhaft begonnen. Die Architekten Campo⸗ rest und Carnevali, welche unter der Tostischen Finanz⸗Verwaltung dem Staat wörtlich Millionen verbaut haben, sind sammt dem Mau⸗ rermeister Garzoli abgesetzt und aller Emolumente, die der Staats⸗ dienst ihnen gewährte, verlustig erklärt worden. Ihr Meisterstück haben sie an dem großen Gehäude von Ripetta gemacht, von dem behauptet wird, daß der Plan selbst dem Architekten unbekannt ge⸗ blieben sei. Schon vor Gregor's XVI. Tode war es aus einander geborsten. Den Kardinal Tosti hat es früher seine Stelle als Teso⸗ riere gekostet. Ferner ist der Fürst Del Drago seiner Functionen als Direktor der Staatsschuld entlassen worden. An seine Stelle ist D. Sigismondo Chigi Fürst von Campagnano ernannt worden. In dem Minister⸗Personal sind in Folge des Motuproprio über das Con⸗ seil keine Veränderungen vorgenommen. Nur die Stelle eines Mi⸗ nisters des Innern, welche neu errichtet wurde, ist mit einem eigens dazu berufenen Prälaten, Msgr. Amici, besetzt worden.

Der Kardinal Lambruschini hat zur Bewaffnung der Civica bei⸗ gesteuert und den Einwohnern von Castelnuovo di Porto 100 Skudi

zu diesem Zweck angewiesen.

Nom, 14. Jan. Die Berathung, an welcher der Kardinal Massimi im letzten Minister⸗Conseil so thätigen Antheil genommen hat, galt den Eisenbahnen, über deren endliches Schicksal im Publi⸗ kum noch immer nichts verlautet. Gleichzeitig soll die Anleihe von einer Million Scudi besprochen worden sein, welche das Gouverne⸗ ment in Folge der Prsgeungen der Consulta mit einem französischen Hause abzuschließen im Begriff ist. Dem Vernehmen nach, ist dieselbe von den Ministern bereits bestätigt und von dem Papste sanctionirt worden. Der Prinz von Teano, Präsident des Circolo Romano, wird, der Pallade zufolge, die neuen Consolidaten, welche auf die besprochene Anleihe hin mit 10,000 Seudi ausgegeben werden sollen, an sich nahmen, was gleichzeitig für einen Beweis gelten soll, daß der hiesige Staats⸗Kredit, trotz der dringenden Geldnoth, nichts ein⸗ gebüßt habe. 1 ¹Die nächtlichen Patrouillen der Civica beginnen schon in frühen Abendstunden, den päpstlichen Palast umziehen Patrouillen von Gre⸗ nadieren.

Neapel, 11. Jan.

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(A. Z.) Vorgestern liefen hier Nach⸗

ichten von unruhigen Auftritten in Messina am 6ten und 7ten ein,

über welche die militairische Gewalt des Königs, jedoch nicht ohne Blutvergießen, abermals Meister wurde. Der Krawall begann om 6ten in Messina. Hinter einer Ladenthür wurde ein Bild mit anzüglichen Inschriften sichtbar und lockte die Polizei herbei. Es wurden ein paar beim Volk beliebte Bürger verhaftet, was zu einem Volksauf⸗ und zu großer Aufregung führte, so daß endlich Militair mit gefäll⸗ em Bajonett und Kanonen heranrückte. Man verlangte vom Procuratore⸗ Generale, Herrn Vignali, die Auslieferung der Verhafteten, man schrie, lärmte und zwang ruhige Bürger zu Evviva für Pius IX.! In einen Haufen, wo sich ein Bürger gegen solche Zumuthungen tapfer vertheidigte, wurde geschossen, und das Verhängniß wollte, daß der Unschuldige getroffen todt zu Boden sank. Es wurden überall Mili⸗ tairposten aufgestellt, und gegen Abend sollen, nach den Angahen Ei⸗

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Frreitag den 28. Jan.

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niger, noch mehrere Bürger von den Soldaten wegen unpassender Antworten auf das Werdarufen erschossen worden sein. Am 7ten regnete es den ganzen Tag, und da blieb natürlich Jedermann zu Hause. Am Sten sollen wiederum ernsthafte Auftritte stattgefunden haben, und auf beiden Seiten soll es mehrere Todte und Verwundete gegeben haben. Dann wurden die telegraphischen Nachrichten unter⸗ brochen. Heute regnet es ebenfalls. In Catania herrschte auch ei⸗ nige Aufregung. Der neue Intendant daselbst, Sansevero, rief die angesehensten Einwohner zusammen, ermahnte zu Aufrechthaltung der Ordnung, und es blieb Alles ruhig. In Palermo fand am Neu⸗ jahrstage bei dem Luogotenente Majo eine Scene eigenthümlicher Art statt. Der bekannte, wenig beliebte Vial, seit längerer Zeit ein Feind Majo's, hatte während der letzten Unruhen die boshaf⸗ testen Intriguen gegen diesen gespielt: er wollte Majo verlocken, dem Volk Versprechungen zu machen, schwärzte ihn in Neapel auf gehässige Weise an u. dgl. mehr. Majo, sonst nicht im Rufe großer Geisteskräfte und Geistesgegenwart stehend, benahm sich jedoch vortrefflich und hielt die Bevölkerung Palermo's ohne Blutvergießen im Zaum. Am Neujahrstage empfing Vial von Majo in Gegenwart Vieler die bittersten Vorwürfe; es wurden ihm seine Intriguen, seine tyrannischen und willkürlichen Handlungen vorgehal⸗ ten, und die Scene endigte damit, daß Vial befohlen wurde, sich schleunigst aus Majo's Palast zu entfernen, widrigenfalls er mit Gendarmen fortgeführt würde. Der König, längst von Vial's und Majo's Feindschaft unterrichtet, hat Vial in seinen Functionen sus⸗ pendirt und Martorano mit den polizeilichen Geschäften (des frühe⸗ ren Herrn Miotretti's Geschäfte wurden zu großem Leidwesen von ganz Palermo ebenfalls Vial übergeben), Praino mit den militairi⸗ schen belehnt. Vial geht als Kommandant nach Gaëta. Ein an⸗ derer verdrießlicher Vorfall zu Palermo ist folgender. In der Casa Aceto (wenn ich nicht irre), wo auch der englische Konsul wohnt, sollte ein Palermitaner bei Nacht verhaftet werden. Als das Haus nicht gutwillig geöffnet wurde, fing man an, die Thüren zu erbrechen, und beschädigte bei dieser Gelegenheit nicht allein das englische Kon⸗ sulats⸗Wappen, sondern löste es auch so sehr aus seinen Fugen, daß es auf die Erde fiel. Der englische Konsul soll sehr entrüstet sein und Satisfaction verlangen.

Lord Napier schickte in der letzten Nacht die englische Fregatte „Thetis“ nach Messina hinüber, theils zum Schutze der eben Unterthanen, theils um positive Nachrichten über die Vorfälle zu er⸗ halten, da es ihm, so wie den übrigen hiesigen Diplomaten, außer⸗ ordentlich schwer zu werden scheint, den wahren Hergang der Dinge an den verschiedenen Endpunkten des Königreichs beider Sicilien zu erfahren. Mit der englischen Dampffregatte „Odin“ entfloh nach Livorno (und Florenz) einer der Verfasser des „Protestes des sicilia⸗ nischen Volkes“, welcher hier von seinen Freunden seit September sorgsam versteckt gehalten wurde. Als diese ihn an Bord des eng⸗ lischen Dampfschiffes brachten, war der Offizier, welcher die Parole kannte, zufällig am Lande, und die Geängstigten mußten mehrere auf dem stürmenden Meer bleiben, bevor die Aufnahme er⸗

olgte. 18

„Auf eine hier eingelaufene Notiz des neapolitanischen Gesandten zu London, daß daselbst ein Cholerafall stattgefunden, wollte die hiesige Sanitätsbehörde Fan England in Quarantaine setzen, und nur den sehr energischen Noten Napier's, so wie dem ziemlich eigenmächtigen wahrscheinlich insinuirten Einlaufen zweier englischer Kauffah⸗ rer, welche ein paar Tage vor Capri gekreuzt hatten, hat man die Nicht-Ausführung des großartigen Sanitätsbeschlusses zu danken. Man erwartet jetzt andere englische Kriegsschiffe, welche weder diesseits noch jenseits des Pharus sehr beruhigend einwirken. Man tadelt Napier, daß er durch Absendung eines Kriegsschiffes der messinesischen Ruhestörung größeres Gewicht beigelegt, als sie verdiene. Auf der englischen Gesandtschaft herrscht die größte Thätigkeit.

Serracapriola soll insgeheim nach Rom zu einer Unterredung mit Lord Minto abgereist sein oder morgen abreisen.

Der König scheint über Messina unbesorgt; er fuhr heute zu einer großen Jagd an den Lago d'Agnano hinaus.

ine Menge diebischer und zweideutiger Beamten, welche sich bei den Lavori pubblici bereichert, sind auf Urso's Antrieb entlassen.

Als am Geburtstage des Königs der päpstliche Nuntius in den Palast einfahren wollte, wurden plötzlich die Pferde scheu, warfen den Wagen beinahe um, und erst nach geraumer Zeit gelang es dem von vielen Anderen unterstützten Kutscher, den Mons. Garibaldi glück⸗ lich abzusetzen. Man begreift, wie der politische Aberglaube dieses zufällige Ereigniß ausbeutet!

Das Santangelo⸗Gebirge, der Vesuv und alle Berge ringsum⸗ her haben sich plötzlich mit Schnee bedeckt; es ist empfindlich kalt ge⸗ Feen und die Truppen werden tüchtig durchfroren in Palermo an⸗ ommen.

Neapel, 15. Jan. (A. Z.) Zehn Dampsschiffe bringen 7 Bataillone Jäger, das ganze achte Regiment, die Pioniere (unter Corné), 24 Kanonen nebst der dazu gehörigen Mannschaft unter dem Ober⸗Befehl des Generals Desauget nach Palermo zur Dämpfung der sicilianischen Repolution hinüber. Die Truppen können, den gün⸗ stigen Nordwind mit benutzend, diesen Mittag in Palermo anlangen. Desauget soll ein tüchtiger Mann sein. Alles ist sehr gespannt auf den Ausgang dieses kriegerischen Unternehmens.

In Pasermo soll es auf beiden Seiten einige Todte und Ver⸗ wundete gegeben haben; man warf Steine und Mobilien auf die Köpfe der Soldaten, welche sich in die Kasernen zurückzogen und moralisch niedergedrückt sind. Sehr viel Landvolk ist in die Stadt gedrungen, und der Begüterte fürchtet die Angriffe der Armen. Das kann allerdings zur Dampfung der Gährung beitragen; die letzten Reisenden schildern die Stadt als ein wogendes Menschenmeer. Die de arbeiten stark, aber die Linie von Palermo ist unter⸗ rochen.

Der Duca de' Bagnoli ist mit großem Widerwillen und unter den Thränen seiner Familie als Intendant von Messina dahin abge⸗ reist. Polizei⸗Chef der Stadt Messina ist der gehaßte und berüch⸗ tigte Cioffi (bisher Kerkermeister in Reggio) geworden, was die größte Aufregung verursacht hat und noch verursachen wird. Sogar Cata⸗ nesen sollen dem Cioffi den Tod geschworen haben.

So sehr es auch dem wackeren Intendanten von Catania, dem Cav. Sangro⸗Sansevero, gelungen ist, die Bevölkerung bis jetzt zu beruhigen, so fürchtet man doch mit Grund, nächstens Catania, Sy⸗ rakus und Messina aufs neue in Aufruhr zu finden.

Die Nachricht von Unruhen in Foggia bestätigt sich; es ist Ar⸗ tillerie und Kavallerie dahin beordert, welche in den dortigen Ebenen gut operiren kann. Auch in der Umgegend Avellino’s, in Savig⸗ nano, Piedimonte d'Alife sielen Störungen der Ordnung vor. „Der hiesige Kriegshafen ist ganz leer; ein einziges Dampsschiff ist zurückgeblieben. Der König leitete gestern persönlich mit großer Energie, aber, wie es schien, in sehr gereizter Stimmung die Ein⸗ schiffung; mit seinem Generalstabe war er vom frühen Morgen bis

Sonnen e Untergang Fnc beschäftigt. 8

ten Sanitätsrath haben,

Livorno, 12. Jan. (Wien. Ztg.) Es finden hier noch immer Verhaftungen und Haus⸗Untersuchungen statt. Man sagt, daß man in den Wohnungen der Haupträdelsführer, außer vielem Gelde, auch wichtige Papiere in Beschlag genommen habe. Der Prinz von Canino soll hierbei sehr kompromittirt sein. Der Prozeß ist schon an⸗ hängig gemacht und wird mit größter Beschleunigung betrieben.

Modena, 18. Jan. (Oesterr. Beob.) Mit Rücksicht auf die hier herrschende Ruhe sind auf Verlangen Sr. Königlichen Ho⸗ heit des Herzogs die auf estensischem Gebiete befindlichen österreichi⸗ schen Truppen um vier Compagnieen, die sich gestern und heute nach Mantua begeben haben, vermindert worden.

Spanien.

Madrid, 16. Jan. Die Regierung hatte von dem Kon⸗ gresse die Ermächtigung verlangt, die Steuern nach Maßgabe des vorgelegten Budgets bis Ende Juni erheben zu dürfen, und der Mi⸗ nister⸗-Präsident dabei die Erklärung abgegeben, daß die Regierung diese Frage als eine politische betrachten und in dem Zugeständniß der Ermächtigung ein Vertrauens⸗Votum erblicken würde. Da sich nun voraussetzen ließ, daß die Majorität der Deputirten, nämlich die moderirte Partei, sich unter keiner Bedingung zu einer so revolutio⸗ nairen Maßregel, wie die Verweigerung der Steuern wäre, ent⸗ schließen würde, so mußte die Behauptung des Minister⸗Präsiden⸗ ten, vermöge deren die wahre Kraft des Ministeriums und die Ei⸗ nigkeit der moderirten Partei gerade an der Lösung dieser Frage sich erproben sollte, als höchst seltsam erscheinen. Die Gegner, welche das Ministerium im Schoße der Majorität des Kongresses zählt, erwarteten den Kampf auf einem anderen Felde und verwahrten sich in der vorgestrigen Sitzung ausdrücklich dage⸗ gen, daß die von der Regierung verlangte Ermächtigung als eine politische Kabinetsfrage betrachtet werden könnte. Demnach und bei der Gewißheit, mit der sich der Ausgang voraussehen ließ, erschien es fast lächerlich, als der General Narvaez dabei beharrte, sämmt⸗ liche Minister würden ihre Entlassungen einreichen, falls die Ermäch⸗ tigung nicht ertheilt würde. Diese erfolgte denn gestern, indem 145 Moderirte zu Gunsten derselben stimmten, während 35 Progressisten sich widersetzten.

Im Laufe der Debatten erklärte der Finanz⸗Minister, er hoffe eine Umarbeitung des Zolltarifs der gegenwärtigen Legislatur vor⸗ legen zu können, die Gesetzgebung über die Baumwollen⸗Industrie würde jedoch unberührt bleiben. 8

Vor einigen Tagen fand im Walde des Pardo eine Jagd statt, welcher die Königin Isabella mit ihrer Mutter und sämmtlichen Mi⸗ nistern beiwohnte. Der König war der kalten Witterung halber zu Hause geblieben. Die Königin Christine erlegte einen Wolf. Uebri⸗ gens waren die Anstalten so schlecht getroffen, daß eine Kugel den Kopf des neben der jungen Königin befindlichen Ministers des Unter⸗ richtswesens streiste.

Der Beichtvater der Königin Christine, dessen Gesellschafterin auf eine so räthselhafte Weise ermordet wurde, ist nunmehr auf Ver⸗ fügung des Untersuchungs⸗Richters in strenge Haft genommen worden.

Allem Anschein nach wird die Majorität des Kongresses, und zwar wider den Willen der Herren Mon und Pidal, zu verhindern wissen, daß der Prozeß Salamanca's seinen Fortgang nehme. Ge⸗ lingt es ihr nicht, so wird des öffentlichen Aergernisses kein Ende sein, da die jenem Exminister zur Last gelegten Thatsachen nur ein Glied einer endlosen Kette sträflicher, von seinen Vorgängern began⸗ gener Handlungen bilden, durch deren Enthüllung die Mo⸗ ralität der moderirten Partei im ärgsten Lichte erscheinen muß. Herr Pastor Diaz, der neben Salamanca die Stelle des Handels⸗Minister bekleidete, hat so eben in einer Druckschrift darge⸗ than, daß die Zollbeamten von Alicante, welche den Zolldefraudan⸗ ten, deren Begnadigung man jetzt dem Herrn Salamanca zur Last legen will, hülfreiche Hand leisteten, bereits von dem Finanz⸗Mini⸗ ster Mon Straferlaß erlangten. (Man erinnert sich, daß dies auf Fürbitte des verstorbenen Grafen Bresson geschah.) Der General Narvaez erklärte übrigens im Kongreß aufs neue, daß die Regie⸗ rung bei der Salamancaschen Anklagesache auf ihrer neutralen Stel⸗ lung beharren werde. Die Herren Mon und Pidal sind deshalb höchst ungehalten. Dagegen hat ihnen der Minister⸗Präsident das Zugeständniß gemacht, den General Fulgosio, Schwager der Königin Christine, seinen Feind, zum General⸗Capitain von Madrid zu ernennen.

Die Aerzte berechnen die Zahl der hier an der Grippe erkrank⸗ ten Personen auf 60,000. Morgens siehen Uhr zeigt das Thermo⸗ meter jetzt gewöhnlich 3 oder 42 Reaum. unter dem Gefrierpunkt, Mittags Wärme.

Gestern begab das Offizier⸗Corps der hiesigen Besatzung sich in die Wohnung Espartero's, um ihn zu bewillkommnen, fand aber den Siegesherzog nicht vor. Böse Zungen behaupten, die Offiziere wä⸗ ren absichtlich zu einer Stunde gekommen, in der man ihn abwesend wußte. Schicklicher würden sie wohl gehandelt haben, wenn sie den General Espartero zuvor von ihrem Vorhaben benachrichtigt hätten.

Die Blätter sind heute mit Berichten aus Catalonien angefüllt, denen zufolge eine Anzahl Karlisten, die sich im Vertrauen auf den vom General⸗Capitain Pavia verkündeten Indult den Behörden ge⸗ stellt hatten, als anderer Verbrechen schuldig, erschossen wurden.

Die aus Prälaten zusammengesetzte Kommission, welche die für die Ausstattung der Geistlichkeit und des Kultus bestimmten Gelder zu vertheilen hat, veröffentlicht so eben eine genaue Berechnung, aus der hervorgeht, daß im Laufe des vorigen Jahres die Geistlichkeit von ganz Spanien nur 28 bis 30 Millionen Realen ausgezahlt er⸗ 8 während die ihr ausgesetzte Summe sich auf 140 Millionen

eläuft. b

Es hat sich ergeben, daß die Anzahl der zu den Deputirten⸗ Wahlen berechtigten Personen im vorigen Jahre in ganz Spanien auf 99,129 stieg.

Gestern stiegen und es fand lebhafter 16 ½ baar.

an der Börse die Fonds auf unerwartete Weise, Umsatz statt; Zproz. auf 50 Tage 27 ¼, 5proz.

[JE11“

Konstantinopel, 29. Dez. (A. 3.) Die Cholerafälle sind noch immer nicht häufig zu nennen; allein die Krankheit scheint sich allmälig mehr auszubreiten, namentlich zu Stambul und im Weich⸗ bilde der Stadt am Bosporus. Auch im Arsenal, auf den Kriegs- schiffen und in einigen Kasernen hat die Sterblichkeit zugenommen. Die Anzahl der Opfer, welche der Seuche fallen, kennt man im Pu⸗ blikum nicht einmal annäherungsweise. Indessen wird diese Geißel jetzt ebenfalls bei den Eingeborenen viel besprochen, die sich ziemlich beunruhigend darüber zu gußern anfangen, während sie, noch vor 10 oder 14 Tagen, dieselbe kaum ihrer Beachtung würdigten. Unter so bedenklichen Umständen ist es wahrhaft empörend, zu sehen, wie, trotzdem, daß wir einen wohlbestellten und wohldestall- eine Gesundheits⸗Polizei bei uns