557
1“] 1 1b — n v-
xv vLondon, 22. Febr. Lord John Russell's Rede am letzten Freitage entsprach genau den Erwartungen derer, welche die niedrigste Meinung von seinen Talenten und seiner Urtheilskraft haben. Man kann ohne Uebertreibung behaupten, daß seine eigenen Kollegen schau⸗ derten über die vollständige Ungeschicktheit, mit welcher der unglück⸗ liche Premier unter dem Erstaunen seiner Anhänger und dem Unwil⸗ len des Hauses sich abmühte. Er verkehrte buchstäblich oder vergaß in seiner Rede gerade diejenigen Punkte, welche seinem Plane hätten günstig sein können. So z. B. erwähnte er gar nicht, daß fast zwei Millionen in diesem Jahre in Irland unter dem neuen Armengesetze erhoben und ein großer Theil der im vorigen Jahre geleisteten Vor⸗ schüsse zurückgezahlt werden würde. Als er glaubte, Europa gegen⸗ über eine versöhnliche Sprache zu führen, war der Ausdruck seiner Rede so, daß das Haus dieselbe für eine kriegerische Rede nahm, und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, forderte er die mittleren und höheren Klassen des Landes ausschließlich auf, sich einer Erhöhung der Einkommensteuer zu einem beispiellosen Betrage zu unterwerfen In jeder Versammlung der großen Eisenbahn⸗Gesellschaften, welch
Die Börse war hente durch die neuesten Nachrichten aus Paris vom 24sten d. M. sehr erschüttert, und die Course der inländischen und ausländischen Fonds, so wie sämmtliche Eisenbahn-Actien, blie- ben stark im Weichen. Mitten der Börse trat zwar eine bessere Be- ee .
wegung ein, und es zeigte sich einige Kauflust; doch mehrte sich die 8 Se 1 Anzahl der Verkäufer wieder, und die Course drückten sich aufs neue und schlossen Köln -Mindener 88 ¼ bez. u. Bf., Bank-Antheile 104 ¼ bez. u. Bf., Friedr. Wilh. Nordbahn 49 ½ % verkauft. Man hatte keine Nachrichten vom Auslande, auch Gerüchte verbreitet.
und gt. Avoie errichtet. Man sieht deren auch auf dem Boulevard. Die Minister, sich in ihren Hotels nicht länger sicher glaubend, haben die⸗ selben verlassen. — Die Patrie hat diesen Abend die Liste der Mitglieder eines neuen Kabinets veröffentlicht; diese Liste entbehrt der Begründung. Noch ist nichts festgestellt, und wir glauben ver⸗ sichern zu können, daß das * Ministerium auf den umfassendsten 8 agen gebildet werden wird.““ g . die Presse. Nachstehend (fährt die brüsseler In⸗ dependance fort) noch einige Nachrichten, welche uns von dem aus aris angelangten Reisenden mündlich gegeben wurden: Der An⸗ blick der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr Abends war wahrhaft be⸗ wundernswerth. Alle Läden waren wieder geöffnet und beinahe alle Häuser beleuchtet. Das Volk und die Nationalgarde durchzogen ver⸗ eint und unter Absingung patriotischer Lieder die Straßen. Selten hatte man eine ähnliche Begeisterung derselben, einen so großen En⸗ thusiasmus gesehen. Die bedauernswerthe Kollision vor dem Prä⸗ sidentschafts⸗Hotel hat leider alles dies geändert. Um Mitternacht hat das Volk die Thüren der Kirche Notre Dame gesprengt, und die
8
Vorarbeiten: Ernennung zweier Redaktoren für di ü die französische Sprache, Eintheilung in 1.eS n denscs nn 8 der Sitzun stage (fünfmal pro Woche) u. dergl. m. — üben dan Bes ginn der Arbeiten und die günstigen oder ungünstigen Auspizien de⸗ ter welchen sie begonnen, noch gar nichts verlautet. Um so „ eeign 3 ter erachte ich es daher, diesen Augenblick momentaner Still⸗ dafür zu benutzen, Ihren Lesern — insbesondere auch zum leichteren Vlr⸗ ständniß meiner zukünftigen Mittheilungen über die ganze Bundes⸗ Revisions⸗Frage im weiteren Verlanfe der Kommissions⸗Arbeiten e eine möglichst gedrängte Uebersicht der dabei im Publikum und in der Ueess zu Tage getretenen Ansichten und Partei⸗Schattirungen zu Es gehen die Meinungen und Tendenzen üm 1 este Bundes⸗Revision ungemein aus einander, 5 HZ
und sie der Natur der Schweiz mehr anzupassen. s — 88 tritt dos Zweitamner Shsen. vta, ta Diese ganze Partei hat die Konsequenz des Prinzips für si und — was noch weit mehr ist — ʒ Nerz der eeensee 82 fern hat sie, wenn die Sachen fortgehen, mehr Aussicht für die Zu⸗
kunft, als der Furrersche „Legal“⸗Radikalismus.
ban III. Ganz unabhängig von diesen Fractionen hat sich ein Un⸗ ekannter über die Bundesreform vernehmen lassen in der Broschüre. Fut. „Stimme eines Schweizers über die Bundes⸗ Revisions⸗Frage.“ (Zürich und Frauenfeld, bei Chr. Beyel.) Ein nach der Kopfzahl gewählter „Großer Rath der Schweiz“ neben der jetzt bestehenden Tagsatzung, diese gleichsam als Pairs⸗ kammer, jene als Deputirtenkammer. — Das ist der mit vielem Ge⸗ schick durchgeführte Grundgedanke des Ungenannten. Merkwürdiger⸗
Oesterreichische Monarchie. Mailand. Vorstellung des Staats⸗
raths wegen der Deportationen. — Großbritanien und Irland. Nachrichten aus den Vereinigten Staa⸗ ten und vom La Plata. — Die indische Ueberlandpost. Schweiz. Vermischtes. — Schreiben aus der östlichen Schweiz. (Die Bundes⸗Revision und die Parteien.) . Italien. Rom. Die Anrede des Papstes an das Volk. — Minister⸗ wechsel. — Die Verfassungsfrage. — Livorno. Die neue Verfassung. — Nachrichten aus Palermo. — Turin. Rüstungen. — Vermischtes. — Genua. Ankunft verbannter Mailänder. — Vermischtes. — Nizza. Verbrüderungsfest mit den Franzosen. — Modena. Truppen⸗Vermeh⸗
rung. — 1 1 Spanien. Schreiben aus Madrid. (Die Herzogin von Montpensier;
Der Gesandte in Neapel, Herzog von Rivas, zum Botschafter daselbst
waren keine 11“ Gainzilde-Heriekbkt * Am heutigen Markt waren die Preise wie folgt: 8 Sir Weizen E111 Rthlr. Roggen loco 35—38 Rthlr. pr. April †Mai 34 — 35 Rihlr. 8 Juni /Juli 36 Rthlr. Hafer 48./52 pfd. 24 — 25 Rthlr. - 48 pfd. pr. Frühjahr 20 — 21 Rihlr. Gerste 34 Rthlr. Rüböl loco 10 ¾ Rthlr.
NI e e I wm arir⸗ 1
ist eine bessere finanzielle Dar⸗
ganze Nacht hindurch hat die Sturmglocke geläutet. Im Viertel St. Martin und St. Denis, so wie auf einem großen Theile der Boulevards, sind während der Nacht zahlreiche Barrikaden aufgeführt worden. Auf den Boulevards hat man zu diesem Zwecke eine große Menge Bäume umgehauen. Als sich der Reisende, von dem wir vorstehende Details haben, heute Morgen um 8 Uhr von dem Bör⸗ senplatze nach der Nord⸗Station begab, zählte er auf seinem Wege 14 Barrikaden. Man versichert, daß der General Tiburce Seba⸗ stiani, Befehlshaber der ersten Militair⸗Division, getödtet worden sei.“
„Auch zu Amiens hat es gestern Abend einige Ruhestörungen
gegeben. Das Volk soll eine feindliche Bewegung gegen die Behör⸗ den gemacht haben, welche, in Folge der von Paris erhaltenen Befehle, Truppen nach der Hauptstadt abgeschickt hatten. Dort soll man eben⸗ falls einige Schienen der Eisenbahn aufgerissen haben, und man scheint zu fürchten, daß die Ufer⸗Bevölkerungen diesem Beispiele an verschie⸗ denen Punkten der Bahn folgen möchten.“ 1
„Wir entnehmen der Presse noch folgende Thatsachen, welche sich auf die Ereignisse des gestrigen Nachmittags beziehen:
„„In dem Augenblicke, wo Herr Guizot den Rücktritt des Ka⸗ binets angekündigt hatte, bestieg Herr Sallandrouze die Tribüne, um im Namen der progressistischen Konservativen folgenden Antrag auf die Tribüne niederzulegen: „Die Kammer, tief erschüttert von den Ereignissen, welche sich begeben, wendet sich ehrfurchtsvoll an die hohe Weisheit des Königs, um ihn zu bitten, durch constitutionelle Mittel dasjenige zu erwägen und zu thun, was die Gewichtigkeit der Umstände im Interesse der Ordnung und Freiheit erheischt.“ — Heute Nachmittag um 2 Uhr war die National⸗Garde zu Pferde auf dem Caroussel⸗Platze versammelt. Ihr Befehlshaber, Graf Montalivet, ließ die Legion sich um ihn reihen und sprach zu ihr: „Meine lie⸗ ben Kameraden! Der König hat mich beauftragt, Ihnen für den Beistand zu danken, welchen Sie heute der Ordnung und der im Juli begründeten Monarchie geliehen haben; er hat die Demissionen aller seiner Minister angenommen und mich beauftragt, Sie davon in Kenntniß zu setzen. Gehen Sie nach Hause; Alles ist zu Ende. Aber morgen seien Sie pünktlich auf Ihrem Posten; denn es wird kein Ministerium mehr da sein, un
d die National⸗Garde wird Alles zu thun haben, um die Ordnung aufrecht zu halten. Die Fern⸗ haltung der
National⸗Garde war eine bedauernswerthe Thatsache, und wir müssen uns zu der Mitwirkung Glück wünschen, welche Sie der Regierung geliehen haben.“ Ein Offizier trat hierauf vor und rief: „Oberst! Die National⸗Garde zu Pferde hat heute keinen Akt der Gutheißung des Ministeriums vollzogen. Sie ist gekommen, der Ordnung und den Juli⸗Institutionen kräftige Hand zu leihen.
Das Ministerium ist heimgeschickt; jetzt werden wir rufen: Es lebe der
König!“ Graf Montalivet erwiederte: „Meine Gesinnungen sind
bekannt; ich habe sie hier nicht auszudrücken. Meine Uniform hin⸗
dert mich, Alles zu sagen, was ich fühle; aber mit Ihnen werde ich
rufen: Es leben die im Juli begründeten Institutionen! Es lebe der 572
1 i 14
ke 8 einer Nachschrift vom 25. Februar, Abends 10 Uhr, fügt die Kölnische Zeitung in ihrem Extrablatte zu Obigem noch hinzu: „Der zweite brüsseler Zug von heute Morgens, welcher die pariser Post von Donnerstag Abend überbringen sollte, ist eben ein⸗ getroffen, hat aber weder Blätter, noch Briefe aus Paris vom gestrigen Tage überbracht. Der Verkehr auf der Nordbahn scheint sonach auch noch gestern Abends unterbrochen gewesen zu sein, was nur zu sehr schlimme Vorgänge in Paris befürchten läßt.“ (Auch die Aachener Ztg. vom 25sten hat in einer Extra⸗Beilage das Hauptsächlichste von obigen Nachrichten aus Brüssel mitgetheilt.)
Paris, 24. Februar, 1 Uhr Nachmittags. (Telegraphische Depesche, welche die Frkf. Blätter vom 27sten mittheilen, und in welcher die Nachrichten, die in dem der heutigen Allg. Pr. Ztg. beiliegenden, Mittags ausgegebenen Extra⸗Blatt enthalten sind, in folgender Form publizirt werden:) Der Minister des Innern an den Präfekten des Nieder⸗Rheins. Ludwig Philipp I. hat die Krone nie⸗ dergelegt. Sein Enkel Ludwig Philipp II. ist König. Die Herzogin von Orleans ist zur Regentin erklärt. Herr Odilon Barrot zeigt mir an, daß das Ministerium sich mit seiner Mitwirkung konstituirt. Der General Lamoriciere ist zum General⸗Kommandanten der National Garde von Paris erklärt. Alles hier neigt zur Ruhe und zur Ver⸗ söhnung.
Berlin, 28. Febr. Nachmittags 4 Uhr. Auf telegraphi⸗ schem Wege aus Brüssel eingegangenen Nachrichten zufolge, die wir jedoch nicht als authentisch verbürgen können, soll die Regent⸗ schaft in Paris von sehr kurzer Dauer gewesen, die Republik prokla⸗ mirt und eine provisorische Regierung — bestehend aus Odilon Bar⸗ rot, Lamartine, Ledru Rollin und einigen weniger bekannten Perso⸗ nen — eingesetzt sein. ¹
Aufklärung dürfen wir mit Wahrscheinlichkeit heute Abend er⸗ warten, 8 83 . Großbritanien und Irland. Lgondon, 23. Febr. Die Morning Chroniecle, das Or⸗ gan der Politik Lord Palmerston's, bringt einen Artikel über die pa⸗
riser Ereignisse und die Stellung des Herrn Guizot. Man bedauert in England, daß der französische Minister genöthigt werden dürfte, unter den gegenwärtigen Umständen seinen Platz einem anderen den englischen Interessen weniger entsprechenden Ministerium zu überlassen. Daß Herr Guizot sich in eine solche Lage gebracht habe, beklagt das Whigblatt. „Unter allen Staatsmännern Frankreichs“, sagt es, gist er der einzige, auf dessen friedliche Politik wir uns mit einiger Si⸗ cherheit verlassen können. Herr Guizot hat überdies von dem ersten Augenblicke an, wo er noch ein unbekannter armer Student war und als Schüler von Royer Collard und Benjamin Constant seine edle Laufbahn als Schriftsteller betrat, sich stets als treuen und muthigen Anhänger der Schule gezeigt, welche man in Frankreich die englische nennt, und also auch des englischen Bündnisses. Und unser Wunsch, daß er die Gefahren der gegenwärtigen Krisis überwinden möge, ist zweifelsohne eh durch die Gewißheit, daß kein Anderer als Herr Thiers sein Nachfolger werden wird.“ Ein Ministerium Molé erklärt
in den letzten Wochen gehalten wurde, ist eine bes legung gemacht und mehr finanzielle Geschicklichkeit entwickelt worden, als jetzt im Parlamente vom armen Lord John. 1 Sir Charles Wood, der die Sache viel besser gemacht hätte, kam gestern mit einem Vorschlag zu Hülfe, durch ein geheimes Co⸗ mité des Hauses die Budgets für Flotte, Heer und Feldzeug⸗Amt untersuchen zu lassen. Die Ausgaben für diese drei Posten belaufen sich, mit Ausschluß des indischen Heeres, auf 20 Millionen Pfd. St. Es sind starke Gründe zur Annahme vorhanden, daß die Regie⸗ rung ihr Budget in der jetzigen Gestalt nicht durchbringen wird. Ob sie es aber ändern oder darüber austreten wird, ist sehr zweifelhaft; doch sie hat das Vertrauen, welches im Volke noch für sie da war, tief erschüttert, und es ist kaum zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß ein solches Budget das Todes⸗Urtheil des Kabinets ist und den Ruf Lord John Russell's zerstören muß.
Sie werden aus den Blättern das traurige Schicksal der sechs englischen Kaufleute erfahren haben, welche auf barbarische Weise in einem Dorfe am Canton⸗Fluß in China ermordet worden sind. Die Schuld der britischen Behörden wird durch den Umstand erhöht, daß wiederholte Vorstellungen sowohl in Hongkong wie in London schon früher gemacht worden sind, die englischen Faktoreien zu schützen. Sir John Davis ließ nach seiner letzten Expedition auf dem Canton⸗ Fluß die Kaufleute ohne Beistand, und Lord Palmerston antwortete auf die Bitten der liverpooler Handels⸗Kammer mit seinen gewöhn⸗ lichen zuversichtlichen Witzworten. Er leugnete selbst, daß dort Wasser genug im Flusse wäre, ein Kriegs⸗Dampfschiff bis zur Faktorei hin⸗ aufzubringen, obschon bei dem letzten Falle, als das Verbrechen began⸗ genwar, das Dampfschiff„Pluto“ auf dem Fluß bis über Canton hinaus an den Ort sich begab, wo die Mörder oder vielmehr ihre Substitute hingerich⸗ tet wurden. Ich sage Substitute, denn man weiß ganz bestimmt, daß in China zum Tode verurtheilte Personen sich Leute erkaufen können und auch erkaufen, welche für sie die Strafe erleiden, und deren Weibern und Familien die ausgemachten Summen gezahlt werden. Es ist aber klar, daß eine so furchtbare Beleidigung eine exemplari⸗ sche Züchtigung verlangt, die möglicherweise zu einer Erneuerung der Feindseligkeiten mit dem himmlischen Reich führen kann. Sir John Davis ist glücklicherweise zurückgerufen und Herr Bonham auf dem Wege nach Hongkong, als sein Nachfolger. Die Streitkräfte in den chinesischen Gewässern werden sogleich ansehnlich verstärkt werden, und die britische Regierung darf nicht vor Maßregeln zurückweichen, welche die Kaufleute in Canton beschützen sollen. Es ist merkwürdig, daß in anderen Theilen China's, welche der Vertrag von Nanking auch geöffnet hat, keine solche Verbrechen begangen werden.
Handels- und Börsen⸗-achrichten. Berlin, den 28. Februar 1848.
Inläncdlische Fonds, Pfandbriefc, Kommunal-Papiere und geld-Course.
. Brief. Geld. Gem,
92 96 92 ½
zf. Brief. Geld. Gem.
St. Schuld-Sch. 3 ½ 89 ¾ 89½ Seeh. Präm. Sch. — — K. u. Nm. Schuldv. 3 ½ Berl. Stadt-Obl. 3 ½ — Westpr. Pfandhr. 3 ⅔ 89 Groszh. Posen do. 4 100 do. 3 ½ 89 3 ½ 96 3 ½ 92
Kur- u. Nm. Pfdbr. * Schlesische do. 2 do. Lt. B. gar. do. e Pr. Bk-Antk.-Sch
108 13 1 12 ½
3¹
Friedrichsd'or. And. Goldm. à 5th. Disconto.
à 112106 do. 2
Ostpr. Pfandbr. Pomm. do-.
Ausländische Fonds.
80 100½
Poln. neue Pfdbr. do. Part. 500 Fl. do. do. 300 Fl. IHamb. Feuer-Cas. do. Staats-Pr. Anl Holl. 2 ½ % Int.
Kurh. Pr. O. 40 th. Sardin. do. 36 Fr. N. Bad. do. 35 Fl.
Russ. Hamb. Cert. do. beilIope 3.4.S. do. do. 1. Anl. do. Stiegl. 2- 4.A. do. do. 5 A. do. v. Rthsch. Lst. do. Polu. Schatz O. do. do. Cert. L. A. do. do. L. B. 200 Fl. Pol. a. Pfdbr. a. C.
90 ½ 90 10 80 95 15
30 ½
1
2 20
+8 nSSnnn
Eisenbahn-Actien.
8 8
101 ½ B.
96 exel. Div
0. Schl. Lt. A* do. Prior. 0. Schl. L. B. Pts. Mgdb. do. Pr. B. do. do. Rhein. Stm. Prior. do. St. Pr. do. v. St. gar. * Sächs. Bayr.
Sag.-Glog. “ do. Prior.
do. do.
Volleing.
Amst. Rott. Arnh. Utr. Berl. Anh. A. do. Prier. Berl. Hamb. do. Prior. Berl. Stett. Bonn-Cöln. Bresl. Freib. do. Prior. Chem. Risa-. Cöln. Mind. ‧ do. Prior. Cöth. Bernb. Cr. O0 b. Sch. Dresd. Görl. Düss. Elberf. do. Prior. Gloggnitz.
—
109 ⸗ 107 ½ b⸗ v. P.
88 B. 87 bz.
—
107 B.
do.
[St.-Vohw.
do. Prior.
Thüringer. Whb. (C. 0.)
do.
—Z=Z
Prior. Zarsk. Selo.
Quit. Bog. 2 a4 %
Aach. Mastr. - Berg. Mrk. Berl. Anh. B. Bexb. Ludw. Brieg-Neiss. Thür. V. Magd. Witt. Nrdb. F. W. Starg. Pos.
der Börse 3 Uhr.
Hmb. Bergd. Kiel-Alt. Lpz. Dresd. Löb. Zittau. Magd. Halb. Magd. Leipz. do. Prior. Mecklenb. N. Schl. Mk. do. Prior. do. Prior. do. III. Ser. Nrdb. K. Fd.
104 B. exel. Div.
70¾⅔ a2 ⁴ bz.
67 üB.
2 ½ aà 81 bz. u
92 B. 100 ⸗ 100 ½1
gnEESEIgIgIgSIIgUnn’’ d
(vSchlufs
die Morning Chroniele für unmöglih.
fian
104 ½ a 104 bz. u. B 1“
8 April Mai 10 * — ¾ Rthlr.
- Sept. 7Okt. 105⁄— % Rthlr. Spiritus loco 18 Rthlr. 8 82 Frühjahr 18³,— ½ Rthlr. bez.
— Juni [Juli 19 Rihlr —
8 “ ““ JC
Auswärtige Börsen. Amsterdam, 25. Febr. Niederl. wirkl. Sch. 53 %. 5 % Span. Antwerpen, 24. Febr. Zinsl. —. Neue Anl. 16 ⅛ 6. Utamburg, 26. Febr. Bank Aectien 1560 n. Bagl. Kasz⸗ 1606 6. Hamb. Berg. Aetien 82 Br. Magd. Wittenb. 64 Br. Hamb. Berl. 91. 90 ½. Kiel Alt. 106 ½,. 106, Gläüekst. Elmsh. 51 Br. Rendsb. Neum. 85 Br. Kopenh.
Rothsch 66 65. Meckl. 48 ¾¼ 6. 1 8 8 London, 23. Febr. Cons. 3 % 89. 88 ½. Belg. Ard. 20 ½. 20 1⅛.
Engl. Russ. —. Kras. 86. 84. chili —. Mex. 19 ½. 19. Peru 36. 34. Wien, 26 Febr. 5 % Met. 97 ½. 4 % do. 82. 3 % do. 61 Bank- Actien 1500. Anl. de 1834 149. de 1839 107. Gloggn. 103. Nordb. 115 ½.
6
Passive 4 ⅞.
Meteorologische Beobachtungen. Nach einmaliger Beobachtung.
Nachmittags Abends
2 Uhr.
Morgens 27 Febr. 6 Uhr. Luftdruck. 327,92“" Par. 329,06 Par. 326,59 Par. + 6,40 n. + 8,90 kR. + 7,2 R. + 2,6 R. + 4,20 R. +. 3,9 ° RK. 72 Ct 67 pCt. 76 pCt. halbheiter. regmg.
1848 V
Quellwärme 7,80 R. Flusswärme 1,80 R. Bodenwärme Ausdünstung 1 Niederschlag0,526 Rh. Warmewechsel +† 9,0° — + 5,1
+ 3,6° R. 72 pct. SW.
Luftwüärme .. Thaupunkt .. Dunstsättigung. Wetter
—2.
Wind SW. SW.
Wolkenzug... SW. Tagesmittel: 327,86Par... + 7,58* R..
Königliche Schauspiele.
Dienstag, 29. Febr. Im Opernhause. ste nts Vorstellung: Die Hugenotten, Oper in 5 Akten, mit Ballets. Musik von Meyerbeer. (2ter, Zter, 4ter und 5ter Akt.) (Mad. Viardot⸗ Garcia: Valentine, als letzte Gastrolle.) Anfang 6 Uhr.
Zu dieser Vorstellung werden Billets im Billet⸗Verkaufs⸗ Büreau zu folgenden erhöhten Preisen verkauft:
Ein Billet in den Logen des Prosceniums, und im ersten Balkon 2 Rthlr. ꝛc. 1
Im Schauspielhause. Mit aufgehobenem französischen Abonne⸗ ment. Dernieère représentation de Mlle. Araldi. La 1 ere repré- sentation de: Lucrèce, tragédie en 5 actes, de M. Ponsard. (Mlle. Araldi jouera le rêle de Lucrèce.) Le second acte q'Athalie, tragédie de Racine. lle. Araldi jouera le role q'Athalie.) Le spectacle sera terminé par: La Vendetta, vaude- ville comique en 1 acte.
Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden Preisen verkauft:
Ein Billet zum Balkon und einer Loge des ersten Ranges 1 Rthlr., ein Billet zu einer Parquet⸗Loge und zum Parquet 20 Sgr. ꝛc. W““
Zu dieser französischen Vorstellung sind die freien Entreen ohne Ausnahme nicht gültig.
Mittwoch, 1. März. Vorstellung. Zum erstenmale: in 4 Abth., von A. P. Werner. Scene in 1 Aufzug, von Huth.
Königsstädtisches Theater. “
Dienstag, 29. Febr. Einmal Hunderttansend Thaler. Posse mit
Gesang in 3 Abth., von D. Kalisch. Musik vom Königl. Musik⸗ Direktor Gährich.
Mittwoch, 1. März. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Roberto
Diavolo. (Robert der Teufel.) Oper in 5 Abth. Musik von dem
Königlichen General⸗Musik⸗Direktor und Hof⸗Kapellmeister Meyer⸗
v 8 in den Logen und im Balkon des im Parquet und in den Parquet⸗ in den Logen des zweiten errsitz des dritten Ranges
Orchester⸗Loge I
28ste Abonnements⸗
des ersten Ranges
Im Schauspielhause. 39ste Abonnements⸗ Der Rückfall, Original⸗Schauspiel Hierauf: Das war ich! ländliche
81
Preise der Plätze: Ein Platz ersten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr., Logen 1 Rthlr., im Amphitheater und Ranges 20 Sgr., Parterre 15 Sgr., Sp 10 Sgr., Gallerie 7 ½ Sgr. Ein Platz in der
Anfang 6 Uhr. Ende 10 Ühr. 4. 81
reitag Abends, den 3. März, ½ . proscho⸗ Gelzer im Eeriüten⸗Sdäale der Sing⸗Akademie eine Reihe von etwa acht öffentlichen Vorlesungen eröffnen: 1 —
„Ueber die Geschichte der deutschen Reformation bis
zum Tode Luther's.“ Zur Beleuchtung der religiösen Gegensätze
und zur Säkular⸗Feier des westfälischen Friedens.
Eintrittskarten für 2 Rthlr. sind in der Besserschen Buchhandlung (W.
Hertz), Behrenstraße Nr. 44, zu haben. 1 lesungen werden jeden Freitag stattfinden. “ nach Abzug der Kosten, für die Nothleiden⸗
Das Honorari 2 1 F in Schlesien bestimmt.
Im Selbstverlage der Expedition.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei. ““
arstIN Ib “
“ . „ “ 8 Drittte Beilage 18 S
8
von halb 6 bis halb 7 Uhr wird Herr
8
“ für einen solchen Akt als für eine Gnade dankbar sein, während er
ernannt; die italienischen Angelegenheiten.) Türkei.
Sultan. Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten.
Oesterreichische Monarchie. Mailand. (N. K.) Der Stadtrath 9
7
neuerer Zeit vorgekommenen plötzlichen Deportationen gerichtet. Die⸗
61 Verfahren, heißt es darin, gründe sich auf kein Gesetz; wenn die Bürger sich ein Vergehen zu Schulden kommen ließen, so möge man ü dem gewöhnlichen Verfah⸗ ren aburtheilen lassen. Wenn dann die allerhöchste Gnade statt *
sie den Gerichten überliefern und sie nach
ger Gefängnißstrafe die Deportation eintreten lasse, so werde man jetzt als Willkürhandlung betrachtet und beurtheilt werde. Die Pro⸗ clamation des Vice⸗Königs vom 9. Januar habe einen sehr günsti⸗ gen Eindruck gemacht, und wäre man auf diesem Wege fortgeschritten so hätte man eine allmälige Beschwichtigung der öffentlichen Stim⸗ erwarten können. Allein das Kaiserliche Proklam vom 17. Ja⸗ System der Deportationen hätten diesen Eindruck gänz⸗ spreche 1“ Der Stadtrath mache sich, indem er so 868 1 2gben einer Bürgerschaft, die der Behörde stets gehor⸗ lyerla gegen dieselbe sich aufgelehnt habe. Wel⸗ 8 ationen auch stattgefunden haben möchten, so sei ihr Zweck nur der gewesen, den Wunsch nach Verbesserungen auszudrücken 8 welche dem Publifum „gegründete Hoffnung“ eröffnet worden sei. 8 re denn die öffentliche und Privat⸗Sicherheit geschützt werden und die Individuen nicht mehr in der Furcht schweben müssen, ihren Familien entrissen und, ohne einen ihnen bekannten Grund nach fer⸗ nen Gegenden abgeführt zu werden.
Sroßbritanien und Irland
I Mit dem Packetschiffe „Montezuma“ sind um zwei Tage neuere achrichten aus den Vereinigten Staaten und zwar aus New⸗York 9 . d. Mts. in Liverpool eingegangen. Man erhält aus 8 hecto⸗ die Nachricht, daß ein Frirde zwischen Herrn Trist und Wöö mexikanischen Bevollmächtigten vollständig abgeschlossen 1 h. und daß, den letzten Berichten zufolge, dieser Friede blos noch der Zustimmung des mexikanischen Kongresses bedurfte. Man sagt indeß, daß General Scott diesen Frieden gegen die Wünsche der amerikanischen Regierung zu Stande gebracht, daß diese ihn schwer⸗ lich genehmigen wird, und daß Scott des Oberbefehls entsetzt ist, Die nächste Veranlassung dazu sollen seine Streitigkeiten mit seinen Unterbefehlshabern gegeben haben. In Texas ist unter den India⸗ nern ein Krieg ausgebrochen, der weit um sich greift. — Die Ver⸗ handlungen im Kongresse haben nichts Bemerkenswerthes dargeboten. — In einer großen Versammlung in New⸗Orleans ist beschlossen worden, für die Präsidentschaft des Generals Taylor zu stimmen. Vom La Plata sind Nachrichten aus Montevideo vom 20. Dez. in Liverpool angekommen. Berichte von Corrientes melden,
daß General Urquiza an der Spitze der Truppen von Rosas und Entrerios einen entscheidenden Sieg über die Correntiner erfochten hat; er hat 1200 Mann gefangen genommen; 700 dieser Unglück⸗ lichen wurden niedergemetzelt. Die Entkommenen flüchteten sich meist nach Paraguay. Von Montevideo wird gemeldet, daß von dem fran⸗
zösischen Geschwader 6 Geschütze und ein Bataillon Marinesoldaten gelandet sind, unter dem Vorwande eines von Oribe erwarteten An⸗ Fiife Am 20. Dezbr. sollte der Hafen für alle Fahrzeuge ge⸗ chlossen werden, die in Montevideo angelegt haben. MMitt der Ueberlandpost hat man in England Nachrichten aus Ostindien erhalten: aus Kalkutta bis zum 9., aus Madras bis zum 14. und aus Bombay bis zum 16. Januar. Es hatte sich Nichts von irgend einer Bedeutung ereignet. Die Prisengelder für den Krieg in Seinde sollten nächstens ausgetheilt werden. Sir Ch. Napier erhält vorläufig zs des Ganzen, gegen 77,000 Pf. St. Seine Forderung von ½ (also das Doppelte), worauf er als Commandeur en chef An⸗ spruch macht, ist von den Direktoren noch nicht bewilligt worden. — In Kalkutta soll eine 150 Fuß hohe Säule zum Andenken an die Siege im Pendschab aus den erbeuteten Kanonen errichtet werden auf deren Knauf eine Britannia mit zwei eingeborenen Kriegern ge⸗ stellt werden soll. Der Friend of India findet es unpassend daß der eine der Krieger nicht ein Engländer ist. — Nach einem Be⸗ schlusse des Generalgouverneurs vom 31. Dezember soll der Aus⸗ fuhrzoll von Baumwolle im ganzen Umfange der ostindischen Be⸗ sitzungen aufgehoben werden. Der Einfuhrhandel hatte durch die Aufregungen des letzten Monats wesentlich gelitten; es waren nur 10,000 Ballen roher Baumwolle verkauft worden. Die Theeaus⸗ fuhr aus China nach England vom 1. Juli bis Ende Dezember betrug 30,861,330 Pfund, nämlich 28,573,410 Pfund schwarz und 2,287,920 Pfund grün. Die gesammte Seidenausfuhr in die⸗ sem Zeitraume betrug 142,819 Ballen. 1
Sh wiz.
Die Bundes⸗Revisions⸗Kommission hat sich am 21. Fe in⸗ stimmig für das Verbot der Milkrassegabüänlfichenan 1eaSs ch en Die militairische Oecupation in den Sonderbunds⸗Kantonen hat nunmehr mit Erledigung der Kostenfrage von Seiten der Kantone Schwyz, Luzern und Wallis gänzlich aufgehört. G
O Aus der östlichen Schweiz, satzung hat sich auf unbestimmte Zeit vertagt. sandten sind in der Bundesstadt glieder der großen Bundes⸗
22. Febr. Die Tag⸗
5 g Nur die ersten Ge⸗ 4 8 zurückgeblieben, um als Mit⸗ der, G evisions⸗Kommission ihre Her⸗ kules⸗Arbeit zu beginnen. Dem allgemeinen eg 45 6 e Erachtens nur zu gedeihlicherem Fortgang und schnellerer För⸗ erung des schwierigen Werkes sind die diesfälligen Verhandlungen
Konstantinopel. Audienz des päpstlichen Nuntius beim
a von Mailand hat un⸗ term 9. Februar an den Gouverneur eine Vorstellung gegen die in
schiedenen Kantone, unter den Gliedern einer und derselben politi⸗ schen Partei nicht minder, als in der Presse der gesammten Schweiz und es ist mit Sicherheit vorauszusehen, daß es darüber auch inner⸗ halb der bis dahin in diesem Punkte scheinbar ganz einigen radika⸗ len Partei, welche nun — seitdem die konservative und absolutistische Opposition in der ganzen Schweiz mit Einem Schlage zu Boden ge⸗ worfen worden ist — unumschränkt dominirt, gar bald zu offenen Spaltungen kommen wird. Für den jetzigen Moment besteht der Bund von 1815 d
Scheine nach noch fort; aber es kann sich Niemand darüber käuschen, daß er, namentlich in Folge der jüngsten Ereignisse, wobei die Sou⸗ verainetät von 7 Kantonen aufs flagranteste mit Füßen getreten wurde (mag darüber die Antworts⸗Note auf die Kollektiv⸗Note der 4 Mächte sagen, was sie will), faktisch zerrissen ist. Die doppelte Grundlage dieses „Bundes, die konfessionelle und die politische Selbstständigkeit der 22 zu einem Staaten⸗Bunde vereinigten Kantone, ist gänzlich zerstört, und die diktatorische Haltung, welche die Gesandten der Zwölfer⸗Ständemehrheit eingenommen haben, ist im schroffsten Wider⸗ spruche mit dem Geiste dieses Bundes. Es giebt viele entschieden konservativ gesinnte Schweizer, welche eine organisirte, starke, consti⸗ tutionelle Centralgewalt diesem willkürlichen Regimente, diesem neun⸗ köpfigen Direktorium, das wir gegenwärtig in der bekannten Neuner⸗ Kommission zu besitzen das Glück haben, unendlich vorziehen würden. Darüber, daß eine neue Organisation des Bundes nöthig sei, ist da⸗ her so ziemlich Alles einig. Aber über die Art und Weise derselben sind die Ansichten verschieden. Am besten und anschaulichsten möch⸗ ten sie wohl in folgende drei Kategorieen rubrizirt werden:
I. Die sogenannte „gemäßigte“ Fraction der Radikalen auf der Tagsagsatzung, Dr. Furrer von Zürich, Dr. Kern von Thur⸗ gau nebst ihrem Anhang scheinen in der Organisation des Bundes verhältnißmäßig nur geringe Aenderungen treffen zu wollen. Da sie unter der scheinbaren Herrschaft der gegenwärtigen Bundes⸗Verfas⸗ sung und trotz dem Bunde eine faktische Einheits⸗Regie⸗ rung durchgesetzt und Alles erreicht haben, was sie wünschten, so em⸗ pfinden sie das Bedürfniß nach durchgreifender Aenderung weniger. Durch Reichthum an neuen, schöpferischen, politischen Ideen haben sie sich ohnehin nie ausgezeichnet. Das Liebste wäre ihnen jedenfalls das, wenn für sie (sei es nun in einem Bundesrathe oder anderswie) einige gut ausgestattete Direktorialstellen gegründet würden und sie von da aus, wie in der neuesten Zeit von der stehenden Neuner⸗ Kommission aus, die Schweiz regieren könnten. Befestigung ihrer Herrschaft und derjenigen ihrer guten Freunde, die nun durch die jüngsten Ereignisse in fast allen Kantonen der Schweiz auf die so
heiß ersehnten „grünen Sessel“ gelangt sind, ist das Haupt⸗Intere welches diese Fraction bei 9— dnde eöö. dieses Interesse mag allerdings auf solchem Wege, sowohl dem (schon so oft getäuschten) Auslande gegenüber am leichtesten, als auch im Innern, mit den geringsten Störungen zu befriedigen sein. Als Ad⸗ vokaten verstehen es diese Herren vortrefflich, mit den Formen zu spielen, und, durch den Sieg geblendet, schreiben sie sich die Fähig⸗ keit zu, die Diktatur bequem fortzusetzen. Diese Ansicht hat immerhin viele Stimmen für sich, besonders in der östlichen Schweiz; aber eine ganz andere Frage ist es, ob dieselbe irgendwelche Garantie für eine dauerhafte Pacification der Schweiz gewähre. Ich antworte entsch'eden mit Nein! Man kann diese Fraction wohl am besten der französischen Direktorial⸗Herrschaft vergleichen, und man tritt ihr sicherlich nicht zu nahe, wenn man ihr nachsagt, daß sie nur im Stande sei, den alten Staat aufzulösen aber nicht eine neue Ordnung zu begründen. Eine gewisse Impotenz ist ihr eigenthümlich; gerade darum aber wird sie keinenfalls die Re⸗ volution in ihrem Gange aufhalten, geschweige denn dieselbe über⸗ winden. — Das Organ dieser Fraction ist in der Presse die Neue Züricher Zeitung. 18 II. Die Gedanken der radikalen Berner sind in der berner Zeitung, dem Organe Stämpfli's, niedergelegt. Hier ist der Ein⸗ fluß des bekannten Dr. Ludwig Snell (aus Nassau gebürtig) zu verspüren. Diese Partei verachtet und haßt die so eben charakteri⸗ sirten zürcher Radikalen. Sie ist energischer, revolutionairer, voller Projekte und voller Entwürfe. Während des Bürgerkrieges ist sie von den Ersteren überlistet worden. Nicht nur gelang es Herrn Furrer, im Oktober vorigen Jahres die von der berner Fraction eifrig gewünschte Wahl Ochsenbein's zum Ober⸗General der ge⸗ sammten eidgenössischen Armee zu hintertreiben und den ungleich ru⸗ higeren Dufour an diese Stelle zu bringen, sondern es gelang über⸗ haupt der sogenannten „gemäßigten“ Partei, den viel prinzipiel⸗ leren und energischeren Radikalen von Bern den aus der großartigen C gehofften “ Umschwung der Dinge in der Schweiz, urch hier und da sehr gewandt eingelegten Hemmse E111““ Säege . Dafür wird sich nun wohl die „junge Schule“ von Bern in der Bundes⸗Revision zu rächen suchen, indem sie dem Furrer chen Anhang Halbheit und spießbürgerliche Gesinnung vorwirft und sie zu deskre⸗ ditiren sucht. Sie wird die Rolle der Jakobiner übernehmen und zu ganz neuen Experimenten drängen, ohne sich selber klar zu sein über 8 Erreichbare. So viel geht ganz deutlich aus einem unlängst von de Zritun g mitgetheilten. „Entwurf zu einer neuen Bun⸗ ssung“ hervor, worin immerhin ohne das diskreditirte Wort zu gebrauchen — nichts Anderes als absolute Einheit ver⸗ langt wird: Reorganisation des Bundes durch einen nach der Kopf⸗ zahl zu wählenden Verfassungsrath; dann: Aufstellung eines schwei⸗ zerischen Großen Raths, „ebenfalls nach dem allein seligmachenden Prinzipe der Kopfzahl“ mit Beseitigung der Tagsatzung; ein Bundesrath von fünf Räthen, als Exekutiv⸗Behörde; freies Nie⸗ woeinc die Eigenthümlichkeit der Ur⸗Kantone in g Jahren zerstör re); Centr. ögli Einge Naß e 82 Centralisation im möglichst ausgedehnten Verbunden mit dieser Fraction ist der Chef der wälschen Radi⸗ Fen der Regierungs⸗Präsident von Genf, James Fazy, aber e als die Berner und zugleich bewußter und klarer. Sein rbild für die schweizerische Bundes⸗Verfassung ist die Verfassung
weise findet diese Stimme bei Denkenden der 1 i ziemlichen Anklang, und es spricht sich eine radikaler Organe fortwährend mit Wärme für seine Ansicht aus, so daß man annehmen kann, es werde dieselbe theils in der Ein an 8 erwähnten Bundes⸗Revisions⸗Kommission, theils auch späterhin gei Behandlung dieser Frage in den Großen Räthen der einzelnen Kan⸗ tone zahlreiche Vertreter finden. Der Regierungsrath von Bern hat gegen die „deutsche Zei⸗ tung“ wegen ihres bekannten Neckar⸗Korrespondenten einen Preß⸗ prozeß zu erheben beschlossen. „Ihre Excellenzen von Bern lassen nicht mit sich spaßen!“ Das war vor 100 Jahren schon so in Bern und es scheint, die Jungen sind so kitzlich wie die Alten. Als einst Voltaire in Lausanne weilte und guter Laune war, machte er einen sarkastischen Witz über die Bären von Bern. (Bern hat be⸗ kanntlich einen Bären im Wappen.) Se. Ercellenz, mein gnädiger Herr Landvoigt zu Lausanne, Hr. von M.. beschied den frevelnden Spötter vor sich und sagte ihm: „Herr von Voltaire, Sie müssen wissen, daß Sie über unseren Herrgott spotten und auf Verzeihung hoffen dürfen, aber Ihre Excellenzen von Bern sind unerbittlich!“ Sie sehen: die Herren Stämpfli, Ochsenbein und Comp. sind, ob⸗ 9 1I Excellenz tituliren lassen, ihrer Würde nicht ider sich bewußt, als einst die Herr E Di wan gastegt eeng 8 st die Herren von Erlach, von Dießbach, 8 8 u“ — Sielien
8 Rom, 15. Febr. (A. Z.) In der (mehrmals erwähnten) Anrede an den Generalstab der Civica hatte Pius IX. die Absicht ausgesprochen, der Staatskonsulta eine solche Erweiterung zu geben, daß sie das zu leisten vermöge, was in anderen Staaten von einer Verfassung gefordert werde. Es scheint sich mehr und mehr heraus⸗ zustellen, daß der Papst, ohne jede Absicht, das Volk anzureden, auf die Loge herausgetreten sei. Erst als er einige unsinnige Pereats vernahm, schritt er rasch zu diesem Mittel, welches an Wirkung Alles übertroffen hat, was rohe Gewalt zu leisten vermöchte. Als er die feierlichen Verheißungen des Volks zur Antwort erhielt, wandte er und sagte zu den Umstehenden: „Das Volk ist wirklich gu 149
Der Kardinal⸗Vikar Patrizi hat abgedankt, und seine Stelle wird der ungleich heliebtere und fähigere Kardinal Orioli erhalten. In einer Region, in welcher das Gerücht Bedeutung zu haben pflegt, stellt man den gegenwärtigen Stand der Dinge folgender⸗ maßen dar: der Papst habe den P. Ventura und einen anderen ge⸗ lehrten Theologen aus dem Jesuitenorden zu sich berufen und gefragt: ob es seinem Gewissen zulässig sei, eine Constitution zu geben? Beide haben geantwortet, dies ginge sehr gut an, da ja bis zu Sirtus V.
der Kirchenstaat constitutionirt gewesen sei. Den Rechten der Kirche vergebe er dadurch nichts. Hierauf habe er das gestrige Konsistorium berufen, in welchem von 34 Kardinälen nur 3 bis 4 gegen eine Er⸗ weiterung des Staatsgrundgesetzes — wozu eine Kommission nieder⸗ gesetzt wurde — gestimmt, die anderen einmüthiglich dafür gewesen wären. Daß sie Alle heiter geschieden seien, will man bemerkt haben.
RNom, 16. Febr. Das neueste Blatt der Regierungszei zeigt an, daß Se. Heiligkeit den Kardinal Vizzardelli Her Kcezei fng beigegeben habe, die niedergesetzt worden, um „eine Erweiterung der bestehenden Institutionen und dasjenige Regierungssystem vorzuschla⸗ gen, welches mit der Autorität des Papstes und den Bedürfnissen der Zeit übereinstimme“. Mons. Amici hat das Portefeuille des In⸗ nern niedergelegt, das dann dem Mons. Pentini übergeben wurde.
Livorno, 17. Febr. (A. Z.) Heute früh ist die neue Ver⸗ fassung unter dem Donner der Kanonen und Absingung des Tedeums in der Domkirche hier veröffentlicht worden. Sie hat einen Theil unserer Liberalen nicht befriedigt, die gern nur Eine Kammer im mehr demokratischen Prinzip gesehen hätten. Da die bezahlten oder auf⸗ geregten Lärmmacher fehlten, so ging denn auch Alles sehr ruhig her
An Fahnen, Kokarden und Freudenschüssen fehlt es jedoch nicht. 8 Die hier eingegangenen Nachrichten aus Palermo reichen bis zum 12ten. Die Sicilianer halten fest an einer abgesonderten Ver⸗ waltung und wollen nur dadurch mit Neapel verbunden sein, daß sie einen und denselben König mit Neapel haben. Sollte der König nicht bald einwilligen, so erwartet man eine gänzliche Lossagung und die C vre 8988 Königreichs. In Rom erwartek man für den 20sten die neue Verfassung, welche der Pap 1 ißt, fü
seine Lebenszeit geben sof 5 e
1 Turin, 14. Febr. Hier sind 10,000 Mann bereits mobil 8 macht, und zwei neue Kontingente sind so eben einberufen worden. Die Mannschaft der diesjährigen Rekruten ist ausgezeichnet schön be den Garde⸗Regimentern, den Regimentern „Savoyen“ und „Piemont“, so wie auch bei den Kavallerie⸗Regimentern. Von Cagliari laufen wiederholte Klagen ein. Die durch das Programm vom 29. Oktober 1847 bewilligte Ausdehnung der Preßfreiheit war dort bis zum 3. Februar noch nicht in Wirksamkeit getreten. b Unter heutigem Datum sind zum erstenmal sardinische Zeitungen mit großen unbedruckten Lücken erschienen, um die von der Censur gestrichenen Stellen anzudeuten.
Genna, 13. Febr. (A. Z.) Heute war die Stadt neuer⸗
dings aufs lebhafteste aufgeregt durch die Nachricht von der bevor⸗ stehenden Ankunft des Fürsten Pius Borromeo und seiner vier Söhne
von Mailand. Zahlreiche Züge von Männern, mit fliegenden Fah⸗ nen und mit dreifarbigen Kokarden und Bändern geschmückt, zogen jubelnd und singend den erwarteten Ausgewiesenen oder Flüchtigen entgegen, welche sie bereits innerhalb der Stadt auf der Piazza dell' Acqua Verde antrafen. Die Söhne, lauter schöne junge Männer, stiegen aus dem Reisewagen, wurden unter stürmischen Liebkosungen
empfangen und im Triumph durch die ganze Stadt und zuletzt nach dem Hotel de Londres geführt. Dies gab nun Anlaß zu fortgesetzten Zügen von Singenden, die während des ganzen Tages durch die
nicht offentlich. Bis heute hat — mit Ausnahme der allerersten
Nord⸗Amerika's. Doch fängt er an, seine Gedanken zu modiftziren
Straßen wallten. Am Abend vermehrten sich dieselben. Fackeln und