in Kommandos
wo das Militair erschienen, die Ruhe sofort, und wieder hergestellt worden ist. Die Haupt⸗ zur Haft gebracht und zur Sie werden der ver⸗ militairischer Hülfe Behörden und einflußreicher, Ruhe wieder herzustellen. Ausdehnung erfolgte Errichtung es ist bis jetzt
den, daß überall, zwar ohne Theilnehmer un gerichtlichen Untersuchung über dienten Strafe nicht entgehen. Sehr häufi nicht bedurft, und das Auftreten der Lokal⸗ gutgesinnter Bürger genügte, um Sehr heilsam hat auch die in großer von Sicherheitswachen gewirkt. noch überall der bestehenden Ob der wohlgesinnten Bürger vollkon licher Ordnung herbeizuführen.
dadurch im Keime erstickt und zurückgehalten worden.
Waffengebrauch, d Anstifter der That sind
geben worden.
Mit einem Worte: rigkeit mit Hülfe des Militairs und men gelungen, einen Zustand gesetz⸗ Viele noch bevorstehende Erzesse sind
Rhein⸗Provinz. Der Geheime Ober⸗Finanzrath und Pro⸗ vinzial⸗Steuer⸗Direktor Helmentag ma
„Des Königs Majestät hat unter dem liche Finanz⸗Ministerium zu ermächtigen geru⸗ den Jahrgang 1847 in denjenigen Gegenden welchen die vorjährige erlassen; ferner hat das Finanz⸗ §. 9 des Gesetzes vom Jahren, wo ung um ein Viertel, vom 9ten v. M. beschlossen, Wein⸗Aerndte weniger mißrathe zur Hälfte zu erlassen. Ermächtigung wi aus der 4ten, die Steuer von dem Wei 2ten und 3ten Steuer⸗Kl. Das weinbautreibende Publikum wird hiervo daß die Steuer⸗Behö
cht Folgendes bekannt:
23sten v. M. das König⸗ ht, die Weinsteuer für der Rhein⸗Provinz, Weinlese am meisten mißrat gänzlich zu Ministerium, 1820 ertheilten in gewonnen wird, die Steuer zu ermäßigen, mittelst Reskripts für 1847 da, n ist, um ein Viertel oder auch bis hemäßheit der mir demnach ertheilten dem vorjährigen Weingewinne
September Befugniß, in ewöhnlich schlechter selbst bis zur Hälfte die Weinsteuer
wird die Steuer von 5ten und 6ten Steuer⸗Klasse allgemein ganz, ngewinne des Jahres 1847 aus der sten, asse vorerst allgemein zur Hälfte erlassen. n mit dem Bemerken in rden dieserhalb unverz die bereits eingezahlten Beträge auf das assen sind, den betreffenden Win⸗ Köln, 2. April 1848.“
r Rhein⸗Provinz auf Genehmi⸗ n ist auch der Innern ein⸗
Kenntniß gesetzt, werden angewiesen und daß Steuer⸗Soll von 1847, so weit sie erl zern baar werden erstattet werden.
Dem Antrage anderer Städte de Oeffentlichkeit der gemeinderäthlichen Sitzunge Mühlheim in einer dem Ministerium des ngabe beigetreten. April ist das 7te Ul Kreuznach marschirt.
Deutsche Bundesstaaten.
München, 31. März. Bildung des Landwehr⸗Freicorps geneh⸗ ahe an 400 Theilnehmer, der Mehr⸗ (Gelehrte, Beamte, Aerzte, Pro⸗ Sie werden,
Stadtrath von gereichten Ei⸗
anen⸗Regiment durch Koblenz nach
Königreich Bay Der König hat heute die migt, für welches sich bereits n zahl nach schon bejahrtere Männer fessoren, Künstler u. s die übrigen Freicorps, jedoch als eine Art vi dazu kommen, ins Feld zu rücken.
. f.), unterzeichnet haben. sich unter das Landwehr⸗Kommando stellen, erten Aufgebots wohl unter keinen Umständen
Die Studenten bestehenden, wie in den Erercitien, am weitesten voran; Maßstabe ihre Uebungen auf dem uer. Das Regiment „König“ RKönig Ludwig“, tragen. auchten Inha⸗ die nach und önig Ludwig indeß achsen war; der
und Künst⸗ formirung, sie halten seit einer Woche schon in größerem Marsfelde und exerziren bereits im Fe wird künftig den Namen: Regiment „ ziere desselben wurden auf Befehl seines erl und das von einer Summe,
bers 50 Fl. ausbezahlt, nach aus der im Budget ausgeworfenen, vom K nmenen Inhabers⸗Gage angew
nicht in Anspruch genor des Regiments
Rest wird noch anderweitig zum Nutzen
Hannover. In der Sitzung der 4. April wurde die Aufhebung des §. zum zweitenmale berathen und einstimmig an⸗
Preßgesetzes zum drit⸗
Königreich ersten Kammer am Verfassungs⸗Urkunde genommen. Ferner wurde der Entwurf des tenmale berathen und einstimmig angenommen.
In der Sitzung der zweiten Kan Gesetz⸗Entwurf weger mig angenommen. und der gestrige Antrag des H Deputirten fast einstimmig angenommen. des Abgeordneten Herrn von Garss ordnung, wurden aber zur Beschluf betreffenden Regierungs⸗Vorlagen, die in wenigen Tagen werden, eingegangen seien.
imer an demselben Tage wurde der gs⸗Aenderung zum drittenmale einstim⸗ Darauf wurde das Preßgesetz zum drittenmale errn Schmidt wegen der Reverse der Dann standen die Anträge esen auf der Tages⸗ znahme so lange ausgesetzt, bis die
Verfassungs⸗2
en über Jagdw
Stuttgart,
Königreich 10 Versammlungen betreffend,
Hier ist nachstehendes Gesetz,
Württemberg.
3 von Gottes Gnaden, König von Württemberg. Absicht, die geordnete Entwickelung des öffentlichen Le zu befreien, verordnen und verfüge men⸗Rathes und mit ziger Artikel. chung allgemeiner Beobachtung der zur stehenden Vorschriften, öffentliche Versammlungen sind entweder vorher öffentlich bekannt;: oder ist hiervon der betreffenden Orts⸗B gegenstehenden Gesetze vom 12. J Innern ist mit der Vollziehun 1
Gegeben Stuttgart, den 2. April 1848.
bens von Hindernissen nach Anhörung Unseres Gehei⸗ Unserer getreuen Stände, wie so Allen Staatsbürgern ist das Recht eingeräumt, zu Angelegenheiten, ohne polizeiliche Erlaubniß, jedoch untmer Aufrechthaltung der Gesetze und der bürgerlichen Der⸗ Versammlungen abzuhalten. 7.
ehörde Anzeige zu thun. und Verordnungen, insbesondere die 2. sind und bleiben aufgehoben.
eiben aufe Unser Ministerium ves g dieses Gesetzes brauftragt.
Der Chef des Departements des eum Duvernoy.“
Herzogthum Anhalt des von einer zahlreichen Volks⸗ ausgesprochenen lassen worden. Zerbst hat die Leitung des gierungs⸗Advokaten Köppe in De
Deßau. 3.) Versammlung in Deßau am Votums ist sofort das Ministerium ent⸗ ations⸗Gerichts⸗Rath Habicht in Ministeriums übernommen und den ßau als zweites Mitglied vorgeschlagen.
(Alt. u. Hamb. Bl.) Rends⸗ wig⸗holsteinische Stände⸗ Fortschrittes,
Mißtrauens Der Ober⸗Appell
Herzogthum Holstein. Die erste vereinigte schlesr e eröffnet und hat den Geist des Gestattung voller Oeffentlichkeit ihrer 92 Stände⸗Abgeordneten waren 76 anwesend, che Regierung selbst 4 Abgeordnete unter Friedrich von Augustenburg an die rovisorischen Regierung fungirenden n zum Abgeordneten für Eckern⸗ ändlichen Stände⸗Deputirten für deutsch gesinnte Th. Steenholdt r Kommissar die Versammlung leitete der Alterspräsident,
burg, 3. April. versammlung ist heut der sie beseelt, sogleich Sitzung bekundet. Von 9. ählt die provisoris
außerdem z sich, da namentlich Stelle des als Kommissar der p Advokaten Bremer vor e förde gewählt ist. schleswig war nur der schon immer aus Raepstedt anwesend. mit einer kurzen Rede eröffnet hatte,
inigen Tage
Von den l
Nachdem de
O.-G.⸗Advokat Löck, die Wahl eines Präsidenten, welche auf den Advokaten Bargum fiel (mit 55 Stimmen gegen 8 für O.⸗G.⸗Rath Nickels und eben so viel für von Neergaard⸗Oevelgönne). Viceprã⸗ sident ward von Neergaard, Secretaire der Pastor Lorentzen von Adelbye und Justizrath Klenze, Redacteure der Ständezeitung: Löck und Dr. Müller. 1
Die von der provisorischen Regierung der gemeinschaftlichen Stände⸗Versammlung beider Herzogthümer vorgelegten Vorschläge und Anträge sind vollständig folgende: 1) Ernennung einer proviso⸗ rischen Regierung zu weiterer Leitung der Landes⸗Angelegenheiten. 2) Annahme einer Bestimmung über das Verfahren zur Herstellung einer schleswig⸗holsteinischen Landesverfassung. 3) Genehmigung, daß die Steuern nach den bestehenden Gesetzen bis weiter zu erheben. 4) Anerkennung des von der bisherigen provisorischen Regierung be⸗ schafften Antrages wegen Aufnahme des Herzogthums Schleswig in den deutschen Bund. 5) Berathung und Genehmigung der von der provisorischen Regierung erlassenen Verfügungen, betreffend das Recht zu öffentlichen Versammlungen, die Bürgerbewaffnung, die Freiheit der Presse, die Aufhebung der Kopfsteuer, die Unterrichtssprache an der haderslebener Gelehrtenschule, die Postversendung von Zeitungen und Zeitschriften, die Annahme von preußischen Thalerstücken in allen landesherrlichen Kassen und den Ausschluß der dänischen National⸗ Bankzettel, die Errichtung mobiler Sicherheitswachen in den Land⸗ Distrikten. 6) Vorlage zweier neuer Gesetz⸗Entwürfe, betreffend Auf⸗ hebung des Jagdregals, Aufhebung des Verbittels⸗, Schutz⸗ und Instengeldes.
Der erste Schritt der provisorischen Regierung nach eröffneter Stände⸗Versammlung bestand darin, daß sie die von ihr übernom⸗ mene Gewalt in die Hände des Landtages niederlegte und diesem die neue Wahl einer provisorischen Regierung anheimgab. Die Ver⸗ sammlung beschloß einstimmig, sowohl ihren anerkennenden Dank für das bisherige Verhalten der provisorischen Regierung auszusprechen, als auch ihr unbeschränktes Vertrauen und daneben die Bitte, daß sie in ihrer jetzigen Zusammensetzung die Leitung der Landes⸗Angelegen⸗ heiten fortführen möge. In Anlaß einer eingegangenen Petition aus dem 14ten ländlichen Wahl⸗Distrikte Holsteins (Umgegend Kiels), welche die Zuziehung des Advokaten Claussen in die provisorische Regierung anregte und in Betreff deren Klenze aus Uetersen den Antrag auf Mittheilung an die provisorische Regierung zur Berück⸗ sichtigung stellte, entstand eine Diskussion, welche bald die Zurück⸗ nahme dieses Antrages herbeiführte, da man wohl allgemein einsah, daß man bei dem ausgesprochenen Vertrauen in die provisorische Re⸗ gierung dieser selbst die etwanige Vermehrung ihrer Arbeitskräfte an⸗ heimgeben müsse.
Was die Stände in ihrer ersten Sitzung am meisten beschäftigte, war die Anzeige der provisorischen Regierung, daß sie die Aufnahme des Herzogthums Schleswig in den deutschen Bund schon beantragt habe. Es handelte sich also um Anerkennung dieser Maßregel seitens der Stände. Advokat Rönnenkamp aus Flensburg bemerkte, daß die Mehrheit seines Wahl⸗Distriktes (Wiesharde bei Flensburg) gegen die Aufnahme in den deutschen Bund sei, welches Bekenntniß eines Abgeordneten aus Mittel⸗ Schleswig die größte Sensation erregte. Claussen verlangte cin Comité zur möglichsten Aufklärung der schles⸗ wigschen Verhältnisse. Dagegen erhob sich von vielen Seiten lebhafte Einsprache, u. A. vom Abgeordneten Th. Steenholdt, welcher eben⸗ falls bekannte, daß sein Distrikt (Schluxharde bei Tondern) gar nicht für die Aufnahme in den Bund sei, wovon die dänische Propa⸗ ganda die Schuld trage. Agent Jensen verfocht beharrlich die Nothwendigkeit eines Comité’'s und das Dasein einer gegen den deutschen Bund gerichteten Stimmung in Nord⸗ und Mit⸗ tel⸗Schleswig, wobei er entschieden ablehnte, daß man einer Incor⸗ voration in Dänemark geneigt sei. Nachdem endlich Rönnenkamp auch deutlich erklärt hatte, daß nach seiner Meinung die Aufnahme Schleswigs in den Bund unumgänglich sei, entschied sich die Ver⸗ sammlung gegen die einzige Stimme des Agenten Jensen für sofor⸗ tige Abstimmung und hiernächst mit alleiniger Ausnahme der beiden Abgeordneten Flensburgs (Jensen und Schmidt) für Anerkennung des Regierungs⸗Antrages. Im Laufe der Diskussion wurde die Erklä⸗ rung der provisorischen Regierung in ihrer Ansprache an die Dänen, daß Nordschleswig über seinen Anschluß an Dänemark oder an Deutsch⸗ land sich frei erklären möge, vielfach bestätigt.
Die Versammlung trennte sich gegen 3 Uhr mit dem Beschlusse, ihre Sitzung heute Nachmittag wieder aufzunehmen. Es handelt sich noch um die Genehmigung zur Forterhebung der Steuern nach den bestehenden Gesetzen und demnächst um Annahme einer Bestimmung über das Verfahren zur Herstellung einer schleswig holsteinischen Lan⸗ des⸗Verfassung, d. h. um ein Wahlgesetz für eine konstituirende Ver⸗ sammlung. Außerdem ist ein Gesetz⸗Entwurf wegen Aufhebung des Jagd⸗ gals und ein anderer wegen Aufhebung des Verbittels⸗, Schut⸗ and Instengeldes angekündigt. Man glaubt übrigens, daß die erammlung sich vielleict morgen schon einstweilen vertagen wirr mchdem eine Kommission zur Ausarbeitung des Wahlgesetz⸗ Eytnurfes niedergesetzt ist.
Rvendsburg, 4. April. Heute früh kam der preußische Ge⸗
Sonin, welcher die preußischen Hülfstruppen kommandiren soll, ean; zugleich auch der in preußischen Diensten stehende Prinz vpemar von Augustenburg. (Hiernach ist die gestern gemeldete An⸗ in des Prinzen Waldemar von Preußen in Hamburg zu berichtigen.) im 2 ½ Uhr rückte das 6te Bataillon unter dem Capitain Kammer⸗ — von Hedemann ans, um zu der Armee zu stoßen.
Nachdem unsere Vorhut sich von Apenrade, um die Stadt vor em Bombardement von Seiten der dänischen Kriegsschiffe zu
hutzen, freiwillig auf das Hauptcorps der Armee bis in die Gegend
zon Bau zurückgezogen hatte, rückten die Dänen mit 1500 Mann in enrade ein. Ihre Vorposten sollen bereits eine Meile diesseits AWenrade geplänkelt, jetzt aber wieder zurückgegangen sein.
Freie Stadt Hamburg. (B. H.) Hamburg, 4. April. De erste Abtheilung der aus Berlin nach Holstein bestimmten Garde⸗ Regimenter ist so eben (4½ Uhr) auf der Eisenbahn hier eingetroffen n hat sich sogleich unter dem lauten Jubel der am Bahnhofe ver— nmelten Menge und unter dem Schalle des von der Regiments⸗ Mußk angestimmten Liedes „Schleswig⸗Holstein meerumschlungen“ nach Altona in Marsch gesetzt.
Freie Stadt Frankfurt. (Fr. Bl.) Frankfurt, 5. April. Nachtem (wie bereits erwähnt) in der vorgestrigen Sitzung die Mi⸗ norieät wieder in den Sitzungssaal zurückgekehrt war und der Ab⸗ geordnete Hecker den Austritt und die Rückkehr derselben motivirt hatte, wurden die Verhandlungen fortgesetzt.
Vice-Präsident R. Blum findet alle die Anträge hinsichtlich der Volksrechte und in Betreff sozialer Reformen, wo es besonders die arbei⸗ tenden Klassen angeht, schön und gut und unterstützt dieselben, hält aber die Zeit zu ihrer Berathung für nicht ausreichend und stellt deshalb als Antrag die Frage: ob die Versammlung ihre grundsätzliche Zustimmung zu allen den hierher gehörenden von verschiedenen Mitgliedern gestellten An⸗ trägen geben und das Uebrige der constituirenden National⸗Versammlung überlassen wolle. Leue und Berthold Auerbach machen noch ihre An sicht geltend, und Jordan beantragt, daß die National⸗Versammlung auch die die Auswanderung betreffenden Fragen in den Bereich ihrer Berathungen und Beschlüsse aufnehme. (Ruf: Abstimmen!) Nach einer kurzen? ebatte einigte sich die Versammlung dahin, daß sie die Frage: Sollen alle die ver⸗
schiedenen Anträge, betreffend Rechte, Forderungen und Wünsche des Vol⸗ kes, eben so die sozialen und anderen Fragen der National⸗Versammlung, „zur Prüfung und geeigneten Berücksichtigung“ vorgelegt werden? einstim⸗ mig annahm.
Hierauf wurde eine halbstündige Pause gemacht.
Nach Wiederaufnahme der Sitzung, um 3 Uhr Nachmittags, bemerkte man an den sehr gelichteten Bänken, daß bereits viele Mitglieder der vor⸗ berathenden Versammlung abgereist seien. Der Präsident gab eine ge⸗ drängte Uebersicht von den eingegangenen Anträgen, unter anderen von Reichersberg über einen an das deutsche Volk zu erlassenden Anspruch zur Beruhigung der Gemüther; von Holland wegen der Verhältnisse des deut⸗ schen Zoll⸗Vereins zu den Niederlanden und wegen der Stellvertreter der zur konstituirenden Versammlung gewählten Mitglieder in deren Verhinde⸗ rungsfalle (in welcher letzten Beziehung die Versammlung entschied, daß der permanente Ausschuß die Stellvertreter nicht einberufen könne); von Pohle wegen Einführung vertretender Verfassungen in allen Staaten Deutsch jands; von Wuttke wegen einer an die Regierungen zu richtenden Auf⸗ forderung zur Deckung der Ostgränze; von Holland und Velt⸗ lin wegen der durch den Ausschuß aus Oesterreich zur konstituirenden Ver⸗ sammlung einzuladenden Abgeordneten ꝛc. Wiesner will, daß der Wahl in Oesterreich kein Hinderniß irgend einer Art erweckt werde; Oesterreich wird gewiß gut zu wählen wissen, doch soll es dem Ausschuß anheim gege⸗ ben bleiben, von dort sechs Mägzer des öffentlichen Vertrauens hierher zu bescheiden. von Closen unterfsblzt diesen Antrag und will, daß die sechs Oesterreicher gleich eingeladen würden, und daß der Ausschuß, statt aus 50, aus 56 Mitgliedern bestehe. Dieser Antrag wird angenommen. Basser⸗ mann protestirt gegen diese Annahme und verlangt, daß an der bereits festgestellten Zahl der 50 Ausschuß⸗Mirglieder nichts verändert werde. Die Versammlung beschließt jedoch wiederholt, daß außer den bereits gewähten 50 Ausschuß⸗Mitgliedern der Ausschuß selbst sich deren noch 6 aus O esterreich beizu gesellen habe. Der Antrag des Abgeordneteten Roquette, daß die deutsche Be⸗ völkerung in Posen nicht ausgeopfert werden dürfe, sollte, als bereits erle digt, beseitigt werden, der Antragsteller und ein anderer Abgeordneter aus Westpreußen sprachen jedoch mit Nachdruck für ihre deutschen Mitbürger im Großherzogthum Posen und in den beiden Provinzen Preußens, die Deut⸗ sche bleiben und nicht Polen werden wollten. Wuttke wünschte, daß die Deutschen in Posen eingeladen würden, sich bei der konstituirenden Ver⸗ sammlung zu betheiligen, ohne dadurch jedoch das National⸗ Gefühl der Polen zu verletzen. Ein anderer Redner sprach mit Feuer für die Wieder⸗ herstellung Polens und verlangte, Oesterreich und Preußen sollten ihre pol nischen Landestheile unmittelbar freigeben, dagegen sollten alle Deutschen in anderen Staaten für Deutschland wiedergewonnen werden. Blum entgegnet darauf: Es sei nur darum zu thun, Vertreter Deutschlands in der konstituiren den Versammlung zu vereinigen. Man könne wünschen, daß die deutschen Brüder unter russischem oder jedem anderen Scepter wieder wirkliche Deutsche würden; aber Vertreter derselben hierher zu bescheiden, würde untlug sein. Man müßte dann nicht allein die russischen, sondern auch die belgischen, französischen, italienischen, siebenbürgischen, ungarischen u. a. T eutschen auf fordern, ihre Abgeordneten nach Frankfurt zu senden, mit anderen Worten, man müsse dem ganzen Europa den Krieg erklären, und das werde man doch nicht wollen, um so mehr, da man hier versammelt sei, nicht um Un ruhe, sondern um Ruhe zu stiften. Bei der Abstimmung entschied die Ver⸗ sammlung die Fragen: „Sollen die russischen Ostsee⸗Provinzen eingeladen werden?“ mit fast einstimmigem Nein, und: „Ist an den König von Preußen und an den Kaiser von Oesterreich zur Wiederherstellung Polens eine Auf⸗
—
forderung zu richten?“ in dem gleichen Sinne mit Nein. Hinsichtlich der Deutschen
in der Provinz Posen wurde, wie bereits früher festgestellt, die Entscheidung offen ge⸗ lassen. Blum's Antrag, daß man den aus Frankreich und Deutschland in ihr Vaterland zurückkehrenden Polen aus Staatsmitteln Unterstützung an gedeihen lassen möge, wurde einstimmig genehmigt. Der Antrag, den Volks Versammlungen und der Siebener⸗Kommission für ihre vaterländischen Be strebungen den Dank der Versammlung zu bezeugen, fand bereitwillige An⸗ nahme, eben so auch Venedev's Verlangen, daß die Verhandlungen des Ausschusses durch die Presse zu veröffentlichen seien. Die von Rödinger gestellte Frage: Sollen die Mitglieder der verschiedenen Stände-Kam mern zugleich Mitglieder der Reichs Versammlung sein? wurde mit Nein beantwortet, dagegen aber festgestellt, daß jene zugleich Mitglieder der letzten sein können. Jordan mahnt nachdrücklich zur Ordnung und Gesetzlich keit nach dem Schlusse der gegenwärtigen Verhandlungen.
Der Präsident stattete nun noch summarisch Bericht ab über verschiedene an die vorberathende Versammlung gerichtete Adressen, nämlich eine von Fulda, zwei von Wiesbaden, eine von Mannheim, eine von Marburg, eine von Leipzig, eine von Hanau, eine von Friedrichshafen, eine von Tettnang, eine von Lausanne, zwei aus Westpreußen ꝛc. — Der Pole Guskowsti sprach mit Anstand und Feuer für die Wiederherstellung seines Vaterlandes und die Freundschaft zwischen demselben und Deutschland, was mit Beifall vernommen wurde. Mit langanhaltendem Jubel wurde der von Raveaur gestellte Antrag, „dem gastfreundlichen Frankfurt den Dank der Versammlung darzubringen“, einstimmig angenommen. Dr. K riegt sprach hierauf die erkenntliche Erwiederung im Namen Frankfurts in würdiger Weise aus. Welckers Frage: Sind die Taggelder der Abgeordneten zum Reichstage von den einzelnen Staaten zu bestreiten? wurde, als sich von selbst ver— stehend, mit Ja beantwortet. Noch beantragte ein Deputirter aus West⸗ preußen, daß man es dem Deutschen in seiner Provinz und in Posen über⸗ lassen möge, selbst die Gränze zwischen Deutschland und Polen zu bestim⸗ men, wogegen nichts erwiedert wurde.
Der Präsident verkündete, daß das Ergebniß der Wahlen hinsichtlich der 50 Ausschuß⸗Mitglieder morgen Vormittag um 8 Uhr sowohl vom Büreau herab, als durch die Presse verkündet werden solle. Sodann schloß er die vorberathenden Verhandlungen der Versammlung mit einer kurzen gediegenen Nede. Es gebe Stunden im Leben, sagte er, wo man fühle, daß man wahrhaft gelebt habe. Solche Stunden seien unvergeßlich und gewährten Entschädigung für viele andere traurige oder peinliche Stunden. Er fühle es, daß die vier letzten Tage Stunden der ersten Art nicht wenige geboten. Die Versammlung, welche sich jetzt auflöse, wäre vor einem Jahre noch ein Verbrechen gewesen, jetzt sei sie der Geschäftsführer der Na⸗ tion geworden. Obgleich sie noch nicht als konstituirende Ver sammlung aufgetreten sei, würden ihre Beschlüsse doch allgemein geachtet werden und gute Früchte tragen; die in vier Wochen zusammentretende National⸗Versammlung werde sie nicht unberücksichtigt lassen. Daß für Deutschland Besseres bevorstehe, als bisher, davon sei Jeder durchdrungen. Des Volkes Wille wird hinfort Kraft haben und nicht mehr getäuscht, nicht mehr nichtachtet werden. Ueber Alles segnend werde
aber die Einheit und Eintracht im großen deutschen Vaterlande walten. Ein
neuer Bund werde entstehen, groß und mächtig, und Jeder von uns werde
bald stolz sein können, ein Deutscher zu sein. Der Redner richtete noch einige Worte ernster Mahnung an die Fürsten, an das Volk und an die Versammlung, wonach er die Verhandlungen dieser letz ten für geschlossen erklärte. Die Versammlung brachte ihrem Prã sidenten em verkündet hatte, daß zur Verwirklichung vieler Wünsche, bei einem ge⸗ meinschaftlichen Mahle kurz vor der Trennung sich noch vereinigt zu finden, eine Zusammenkunft im „Englischen Hofe“ in Vorschlag gebracht werde, was genehmigt wurde. Beim Austritt aus der Pauls⸗Kirche wurden die Mitglieder der Versammlung, mit dem Präsidenten an ihrer Spitze, von der in einem großen Quarré aufgestellten frankfurter Bürgerwehr mit tausend stimmigem, ost wiederholtem Hoch begrüßt, während. der Fahnenmarsch ge⸗ schlagen, die Fahnen geschwenkt und das Gewehr Fecsentirt wurde. Die Namen der in den permanenten Ausschuß zur Vorbereitung der Einberufung des deutschen Parlaments gewählten 50 Mitglieder die auch sogleich zur Vorberathung im Kaisersaale zusammentraten so wie auch die Namen der erwählten Stellvertreter, sind: Wiesner (Oesterreich); Itzstein (Baden); R. Blum (Sachsen) Jakobi (Königsberg) 4, Kolb (Rheinbayern); Abegg (Breslau) Soiron (Baden); Simon (Breslau);— Schott (Württemberg)) Muͤrschel (Württemberg); Raveaux (Rheinpreußen); Spatz (Rhein bayern); Eisenmann (Bayern); Schleiden (Schleswig); Matthr (Baden); Gülich (Schleswig⸗Holst.); Freudentheil (Hannover); Gr Bissingen (Oesterr.); Stadmann (Rheinpr.); Venedey (Rheinpr.); Schnelle (Mecklenburg); Siemens (Hannover); Jürgens (Braun⸗ schweig); Zachariä (Hannover); Wippermann (Kassel); Lehne (Rhein⸗ hessen); Biedermann (Nassau); Rüder (Oldenburg); Hergenhahn “ “
ein Lebehoch und trennte sich, nachdem Robert Blum noch
.
(Nassau); Buhl (Baden); Nonne (Hildburghausen); Kierulf (Mecklen⸗ burg); Heckscher (Hamburg); Cetto (Rhein⸗Preußen); Duckwitz (Bremen]; Behn (Lübeck); Schwarzenberg (Kassel); Brunck (Rhein⸗ Hessen); Mappes (Frankfurt); Pagenstecher (Preußen); Wil helmi (Preußen); Briegleb (Koburg); Blachière (Kurhessen); von Closen (Bayern); Paur (Bayern); Reh (Darmstadt); Mack (Württemberg); Meyer (Preußen); Wedemeyer (Preußen); Kanzler Wächter (Würt⸗ temberg). 2
Stellvertreter: Hecker (Baden); Leue (Rheinpreußen); Schaff⸗ rath (Sachsen); Vogt (Gießen); Joseph (Sachsen); Jucho (Frank⸗ furt); Tafel (Württemberg); Ernst Leisler (Nassau); Schweikart (Württemberg); Zitz (Rheinhessen); Runge (Mecklenburg); Struve (Baden); Aßmann (Braunschweig); Graf Reichenbach (Schlesien); von Sybel (Marburg); Wesendonk (Rheinpreußen); Rödinger (Würt⸗ temberg); Jul. Meyer (Osnabrück); Hoff (Mannheim); Brentano (Baden); Strecker (Mainz); Rießer (Hamburg); Eisenstuck (Sach⸗ sen); d'Ester (Köln); Wurm (Hamburg); Hepp (Rheinpreußen); Riedl (Bayern); Wigard (Dresden); Detering (Hannover); Plange (Preußen); Ronge (Preußen); von Diemar (Württemberg); Hilde⸗ brand (Marburg); Peter (Baden); Bürgers (Köln); Schlöffel (Breslau); Pelz (Rheinpreußen); Junghanns II. (Baden); Titus (Bayern); Fürst (Posen); Wuttke (Leipzig); Depener (Deßau); Nohl (Preußen); Pelz (Preußen); Haustein (Sachsen); Wiedemann (Bayern); Schmitz (Preußen); Prell (Bavern); Christmann (Rhein⸗ bayern); Mohr (Rheinhessen).
Oesterreichische Monarchic.
Wien, 4. April. (Wien. Ztg.) Se. Majestät der Kaiser hat den provisorischen Minister⸗Präsidenten, Grafen Kolowrat, we⸗ gen eines eingetretenen beftigen Unwohlseins, welches den unverzüg⸗ lichen Gebrauch einer Kur dringend erheischt, von der provisorischen Leitung des Ministerrathes zeitweilig entbunden und dieselbe interi⸗ mistisch dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Grafen Ficquelmont, übertragen.
Der Oberstkanzler, Graf von Inzaghi, ist nach einer funfzigjäh⸗ rigen Dienstlaufbahn auf seine Bitte in den Ruhestand versetzt worden.
Die Wiener Ztg. enthält Folgendes: „Da die veränderte Einrichtung der Staatsgeschäfte im obersten Centrum die Functionen des Staats⸗Rathes nicht mehr gestattet, so hat Se. Majestät be⸗ schlossen, diese Institution aufzuheben und den Mitgliedern des Staats⸗ Raths in Anerkennung der wichtigen Dienste, welche dieselben gelei⸗ stet haben, eine ihren Kenntnissen und Erfahrungen angemessene, die constitutionelle Bewegung des Minister⸗Rathes nicht beirrende Stel⸗ ung zu geben.“
— Der Allg. Ztg. wird aus Mailand vom 28. März un⸗ ter Anderem Folgendes geschrieben: „Während der Beschießung un⸗ serer Stadt am 18. März wagten die fremden Konsuln einen ehren⸗ werthen Schritt beim Marschall Radetzky, um die Stadt vor einem Bombardement zu retten, indem sie gegen eine solche Barbarei pro⸗ testirten; sie wurden mit Höflichkeit empfangen, der Kommandirende bemerkte sogar: „Sagen Sie mir selbst, wie ich meine Ehre als Soldat retten kann.“ Allein höher redeten die nächsten Generale, besonders der Feldmarschall⸗Lieutenant Schönhals. Der Schritt führte zu nichts, die eisernen Würfel waren gefallen, welche die schönste österreichische Armee vernichten sollten. Wie zahlreich die gefallenen Opfer sind, ist noch nicht möglich, zu bestim⸗ men, sie sind wahrscheinlich kleiner unter den Kämpfenden, als unter den Unschuldigen. Das Militair muß bedeutende Verluste erlitten haben. Alle höheren österreichischen Beamten und die Familien der Offiziere sind gefangen und als Geißeln bewacht; aber Alle werden mit Anstand und Achtung behandelt. Von allen Seiten strömen nun freiwillige Streiter zu — die Tessiner und Ge⸗ nueser waren die ersten — allein bereits sind auch piemontesische Regimenter eingerückt mit Artillerie und Kavallerie, überall mit „viva PItalia! viva i Lombardi! viva Pio Nono!“ grüßend und begrüßt. Diese Regimenter werden rasch mit der Eisenbahn bis nach Tuwiglio vorwärts geschoben. Ganz sichere Berichte mangeln von den Oesterreichern, sie schlugen den Weg nach Lodi ein, das sie bald wieder verließen, um nach Crema und Orzinuovi vorzurücken. Da erwartete sie aber ein anderer Feind. Alle Schleusen der zahlreichen großen Kanäle waren geöffnet, die im Sommer den Segen über jene herrlichen Felder ergießen; jetzt verwandeln sie sie in einen Sumpf, elend werden Tausende den Elementen erliegen. Viele einzelne Corps werden mit Gepäck und Kanonen aufgehoben, unter den Gefangenen nennt man General Schönhals oder Wratislaw. Die Männer, die sich an die Spitze der provisorischen Regierung stellten, genießen und verdienen das Zutrauen der Bevölkerung; überall stellte sich der Podeste Vasati voran, eben so Borromeo, der Senior der Familie dieses berühmten Namens, die im ganzen Lande nur durch ihre Wohlthaten bekannt ist. Wir genießen auch im Innern voll⸗ kommene Ruhe, Niemand würde an den Kriegszustand denken, wenn nicht die Tausende von Bewaffneten und die Barrikaden daran erin⸗ nerten. Die provisorische Regierung verkündigt so eben den offiziellen Bericht von Brescia, daß gefangen sind: General Schönhals, zwei Obersten, zwei Oberst⸗Lieutenants, 51 Offiziere, der Delegat Breindl, 800 Soldaten, 60 Dragoner mit ihren Pferden: drei Feld⸗Kanonen, 63 Wagen, Caissons und Fourgons, 200 Pesi Pulver. Genommen ist ferner das Schloß d'Anfo.“
Preßburg, 2. April. (Bresl. Ztg.) Gestern Nachmit⸗ tag begab sich eine sehr zahlreiche Deputation des Reichstages zu Fiß, in dent Palast des Erzherzogs Stephan, um ihm im Namen der deG 1. kraftvolle Wirksamkeit zur Bekräftigung der neuen H “ zu danken. Der Sprecher war der ernannte Finanz⸗ Minister Ludwig Kossuth. In der Antwort des Erzherzogs lag eine “ Andeutung, daß der König erwarte, wie ihm Ungarn 1“ des Territorialbestandes der Monarchie kräftigen Beistand leisten werde. Nach der Ansicht vieler Deputirten hat die pragmatische Sanction, welche die Untheilbarkeit der Monarchie ausspricht, auf die italienische Provinz und auf Galizien keine An⸗ wendung, indem diese Landestheile erst nach der “ matischer Sanction an Oesterreich gekommen. Das gestern “ Königl. Reskript, welches das Gesetz über das unabhängige “ zna 1— ungarische Ministerium mit einigen Modificationen Ehestäͤti t eresht die pragmatische Sanction und die pflichtmäßige Vertheid ime selben von Seiten Ungarns auch auf jene Prooinzen 1 ge 2 nennen, auszudehnen. Dies dürfte noch zu manchen harten Erörte⸗ rungen führen. Denn man ist in Ungarn gar nicht geneigt in⸗ garischen Söhne im italienischen Kampf noch feruer “ b lassen. Solche Stimmung hat sich hier gestern Abend in einer 98 ßen Volksversammlung manifestirt. Es kamen nämlich einige Min⸗ ner aus Wien hier an, um den Ungarn zur neu bekräftigten Freiheit zu gratuliren. Zahllose Schaaren sammelten sich um die Redner zu Wien, und diese forderten zugleich unter großem Bei⸗ sensschen gveisemnealung 1.28 daß die freien Ungarn die ita⸗ “ in der Erkämpfung ihrer Freiheit nicht hindern sol⸗ der „8 ie Lombarden sich der italienischen Volksfamilie wie⸗ seht Nicht Fezexir werden dadurch nicht minder frei und glücklich Vashns gen frei werdende Völker, sondern gegen die nordische
en wir kampfgerüstet sein.“ Die wiener Redner wur⸗
Ve
den im Triumphe herumgetragen und ihnen eine Ehrenwache gegeben. Zur selben Zeit ist auch der ungarische Minister in Wien, Fürst Paul Esterhazy, aus Wien angelangt, und wurde er mit großem Jubel empfangen. Die größte Verantwortlichkeit liegt auf ihm, indem er derjenige Minister ist, welcher die Königlichen Dekrete über die Ver⸗ wendung des ungarischen Militairs in Kriegszeiten gegenzuzeichnen und zu verantworten hat. — Heute fand hier eine imposante Feld⸗ messe statt, bei welcher die ganze National⸗Garde erschienen war.
Rußland und Polen.
Warschau, 3. April. Gestern Nachmittag hielt der Feld⸗ marschall, Stadthalter des Königreichs, umgeben von einem zahlrei⸗ chen Generalstab, eine Musterung über die in der krakauer Vorstadt, neuen Welt, Jerusalemer Straße und Allee aufgestellten Infanterie⸗, Kavallerie⸗ und Artillerie⸗Regimenter, die sodann auf dem sächsischen Platz vor demselben defilirten. Der Sohn des Stadthalters, Flügel⸗ Adjutant des Kaisers, Fürst Theodor Paskewitsch, ist von St. Peters⸗ burg hier eingetroffen. Zwischen dem lsten und bten d. M. sollen, wie die hiesigen Zeitungen melden, noch fünf Infanterie⸗Regimenter, jedes in seinem vollständigen Bestand von vier Bataillonen, zusammen 20,000 Mann, im Königreich Polen anlangen und davon 2 nach der Festung Neu⸗Georgiewsk (Modlin), 3 aber in das Gouverne⸗ ment Lublin sich begeben. 48
Franhreisch.
Paris, 2. April. Der heutige Moniteur erklärt die Gerüchte für falsch, daß in Paris ein Heer von deutschen Arbeitern or⸗ ganisirt werde, um Deutschland zu revolutioniren. Man sei so weit gegangen, zu behaupten, daß 60,000 Mann kriegsgerüstet von Paris nach Straßburg oder Metz marschirten, die dreifarbige Fahne voran und die Marseillaise singend; man habe von republikanischer Propa⸗ ganda, vom Eindringen des Kommunismus gesprochen, und Rüstungen in Bayern, Württemberg und Baden seien die Folge davon gewesen. Die ganze Sache aber laufe darauf hinaus, daß einige preußische Ar⸗ beiter, die keine Beschäftigung in Paris mehr gefunden, nach ihrer Heimat hätten zurückkehren müssen. Einige deutsche Patrioten hätten dieses Umstandes sich bemächtigt und in einem Maueran⸗ schlag die Pariser um Waffen und Geld für die deutschen Patrioten ersucht; auch habe man jeden Sonntag einige patriotische Promenaden mit einer schwarz⸗gelb⸗rothen Fahne auf den Straßen von Paris gesehen; dies sei Alles, und die provisorische Regierung habe den Deutschen eben so Geldmittel und Waffen ver⸗ weigert, wie den Belgiern, Polen und Savoyarden; seltsamerweise werde sie nun von diesen beschuldigt, daß sie die Sache der Republik verrathe, während gleichzeitig die deutschen Regierungen ihr den Vorwurf machen, daß sie das Völkerrecht verletze. In einigen Tagen würden alle diese Gerüchte ein Ende haben; aber schon aus einer ge⸗ nauen Durchlesung der Reden, welche Herr von Lamartine an die Polen gehalten, würde man wohl den Schluß haben ziehen können, daß, wenn die Regierung der Republik den Polen keine Waffen geben wolle, obgleich Frankreich ein so großes Interesse dabei habe, deren Nationalität wieder hergestellt zu sehen, sie doch die Deutschen, welche die Freiheit bereits erlangt, nicht mit Waffen versehen werde. Deutschland möge sich daher beruhigen, Frankreich wolle weder eine materielle Eroberung, noch eine bewaffnete Propaganda, es halte den Einfluß seiner Ideen auf die Welt für stärker, als die Macht der Bajonette.
Am 30. März früh sind das zweite und das dritte Bataillon der deutschen demokratischen Legion, im Ganzen 1000 Mann, von der Barriere du Trone aus nach Deutschland abgezogen. Eine Masse französischer Bürger begleitete die Kolonne bis Vincennes, nachdem mehrere Personen, worunter der Fürst von der Moskwa und Her⸗ wegh, Reden an sie gehalten hatten. Gestern wollte das vierte und morgen das fünfte Bataillon abgehen. Am 7. April, mehrere Tage vor dem Eintreffen der ersten Kolonne zu Straßburg, wollen sich die Chefs der Expedition zu Straßburg zusammenfinden. Ge⸗ gen den 15. April wollen auch sämmtliche Polen an den Ufern des Rheines sein.
Die Union zeigt an, daß die Häupter der beweglichen National⸗Garde gestern Mittag ins Kriegs⸗Ministerium gerufen worden seien, wo ihnen ein Divisions⸗Chef eröffnet habe, daß sie das Einüben der Mannschaften mit größter Emsigkeit zu be⸗ treiben hätten, weil sie nächstens an die Gränze abmarschiren wür⸗ den. Andererseits werden im heutigen Moniteur mittelst Regie⸗ rungs⸗Dekrets vom gestrigen Datum 80,000 Mann aus der Klasse von 1847 unter die Waffen gerufen. In dem Hauptort jedes Arron⸗ dissements ist zu diesem Zweck ein Rekrutirungs⸗Conseil eingesetzt. Zur Beruhigung wird jedoch bemerkt, daß Frankreich sich nie eines tieferen Friedens erfreute, als ftzt; daß die bewegliche National⸗ Garde von Anfang an für die Gränzen bestimmt war, und daß end⸗ lich jene 80,000 Mann nur die gewöhnliche Frühjahrs⸗Rekrutirung der Altersklasse von 1847 bilden. Auch die bisherigen deutschen Gränz⸗Rüstungen werden, dem Vernehmen nach, von der provisori⸗ schen Regierung nicht für besorgnißerregend gehalten. Ein zweites heute publizirtes Regierungs⸗Dekret vom gestrigen Tage verfügt, daß ein Bruder oder nächster Verwandter eines Februarkämpfers, die das Loos träfe, Soldat zu werden, vom Dienste befreit sein sollen. Hier⸗ mit will die provisorische Regierung eine Schuld des Vaterlandes abtragen, indem sie den Sohn, Bruder oder sonstigen nächsten Ver⸗ wandten des Gefallenen der bedürftigen Familie als Stütze läßt.
Admiral Rosamel ist gestorben.
Als Ergänzung zu dem Bericht, welchen Emil von Girardin in der Presse über den Angriff auf die Büreaus dieses Journals ge⸗ geben, erklärt der Moniteur, daß der Minister des Innern, Herr Ledru⸗Rollin, so wie derselbe von der Polizei⸗Präfektur benachrichtigt worden, daß sich Gruppen mit feindseligen Drohungen vor der Drucke⸗ rei der Presse versammelt, sich unverzüglich um Mitternacht in Be⸗ gleitung des Herrn Landrin, Regierungs⸗Kommissars bei dem Seine⸗Tribunal erster Instanz, an Ort und Stelle begeben habe, um nöthigenfalls die Person des Redacteurs und das Material der Druckerei gegen jedes Attentat zu stützen. Bei ihrer Ankunft sei die Ruhe bereits hergestellt gewesen, Herr von Gi⸗ rardin habe die Büreaus verlassen gehabt, und nur einige Geschäfts⸗ führer und Setzer seien noch dort gewesen, denen der Minister er⸗ klärt habe, daß er gekommen sei, um die Sicherheit und Unabhän⸗ gigkeit der Redacteure und der Druckerei nöthigenfalls durch Ein⸗ schreiten der öffentlichen Gewalt aufrecht zu erhalten; man habe ihm sofort geantwortet, daß blos einige Drohungen ausge⸗ stoßen worden, daß aber in Folge von Erklärungen, die zwischen einigen Bürgern und dem Haupt Redacteur der Presse gewechselt worden, die versammelten Gruppen sich ohne Gewaltthätigkeit zer⸗ streut hätten. Später habe der Minister, von Herrn von Girardin aufgefordert, sich nochmals in die Büreaus der Presse begeben und dieselben erst verlassen, nachdem er die Ueberzeugung gewonnen, daß die Besorgnisse des Herrn von Girardin unbegründet seien.
Paris, 4. April. (Tel. Dep.) In vielen Städten Frank⸗ reichs sind Unruhen ausgebrochen. In Lyon haben sich zwei Regi⸗ menter empört.
Der König von Sardinien ist an die Spitze der Truppen ge⸗
1
8 Eugen, Prinz von Savoyen, ist einstweilen Statthalter ge⸗ worden. „Von Rom marschiren 6 Regimenter und 3 Batterieen an die
Großbritanien und Irland. “ London, 1. April. Das Unterhaus beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung nach einigen Erörterungen über eine neue auszuschreibende Wahl für den Flecken Horsham hauptsächlich mit dem Militair⸗Budget. Der Kriegs⸗Secretair, Herr Fox Maule, ent⸗ wickelte den Antrag auf Bewilligung der nöthigen Summe für die Unterhaltung des zum Schutze Großbritaniens und seiner Kolonieen erforderlichen Heeres. Dasselbe soll mit Ausschluß der Truppen, die ostindische Compagnie unterhält, 113,847 Mann betragen. Es ist dies weiter keine Erhöhung des Militair⸗Etats, dennoch stellte Herr Hume das Amendement, denselben auf 100,000 Mann herabzusetzen, und die Herren Cobd ri die Her en, Bright
und andere Radikalen unterstützten ihn. D öee 8 Fer . agegen wurde der ursprüngliche Antrag des Ministers, unter Verwerfung des Amende⸗ ments mit 39 gegen 293 Stimmen, angenommen. Vie Vertheilun des Heeres, das in runder Summe 114,000 Mann beträgt, stellt sic so, daß auf England ungefähr die Hälfte, nämlich 30,000 Mann in
Großbritanien und 26,000 Mann in Irland, kommt, während die andere Hälfte die Garnisonen auf den weit zerstreuten englischen Be⸗ sitzungen bildet. Nachdem noch einige andere Posten im Budget⸗Co⸗ mité bewilligt waren, wurde die Einkommensteuer⸗Bill zum dritten⸗ male verlesen und das Haus vertagt. Vorher beantwortete Lord John Russell noch eine Frage des Herrn Hume in Betreff der Mission des Lord Minto in Neapel dahin, daß derselbe in dem Streite zwischen Neapel und Sicilien durchaus nicht Partei ergriffen, sondern nur auf Veranlassung des Königs von Neapel eine gütliche Vermit⸗ telung versucht habe.
Ihn einer vom deutschen Lesevereine berufenen, in dem Hall of Commerce abgehaltenen und sehr zahlreich besuchten Versammlung von Deutschen in London wurde eine Adresse an das deutsche Volk, überreicht seinen in Frankfurt a. M. versammelten Vertretern, be⸗ schlossen. Ueber tausend Personen wohnten der Versammlung bei und nahmen mit Begeisterung die in derselben gehaltenen Reden auf. Die große Halle war mit der schwarz⸗roth⸗goldenen und der en li⸗ schen Fahne geschmückt. Die deutsche Liedertafel trug drei deutsche patriotische Lieder vor. b
Aus Belfast in Irland wird der Köln. Ztg. vom 27. März gemeldet: Eine bedeutende Anzahl der angesehensten hiesigen Kauf⸗ leute, Rechtsgelehrten u. s. w. hat an den Magistrat und die Bürger von Berlin folgende Adresse abgehen lassen: 8
„Wir, die Unterzeichneten, bringen den Behörden und den Bür⸗ gern von Berlin unseren herzlichen Glückwunsch dar, bürgerliche und religiöse Freiheit durch die glorreichen Tage des 18. und 19. März erworben zu haben. Wir vertrauen, daß Ihr Vaterland fortfahren wird, mit Festigkeit und Mäßigung voranzugehen in allen constitutio⸗ nellen Reformen, welche gewiß die Freundschaft und das Zutrauen erhöhen werden, welche so lange zwischen der deutschen Nation und
Großbritanien und Irland bestanden haben.“ (Folgen die Unter⸗ schriften.)
Diese Adresse ist zugleich mit dem Ertrage einer Sammlung für die Hinterbliebenen der Gefallenen nach Berlin abgegangen. 8
Die Times enthält einen leitenden Artikel über die italienischen Verhältnisse, worin sie bemerkt, die Erklärung des Königs von Sar⸗ dinien zu Gunsten des Aufstandes in Lombardei⸗Venedig könne nur etwa dadurch entschuldigt werden, daß derselbe nicht im Stande ge wesen sei, der Aufregung seines Volkes und seiner Armee gegen Oesterreich zu widerstehen, und daß der Einzug des sardinischen Mi⸗ litairs in der Lombardei dazu dienen könne, die Ausschweifungen der dortigen Revolution niederzuhalten. Sie, die Times, hätte schon seit der Bewegung im Monat Februar auf die Erhaltung des Frie⸗ dens in Europa kein großes Vertrauen gesetzt, aber diese Erklärung des Königs von Sardinien sei der erste Schritt zu offenen Feindse⸗ ligkeiten. “
B.e Lgehen. SrxrANSIss4 2*
Brüssel, 5. April. Die belgische Kammer hat dem Ministe⸗ rium 2 Millionen zur Unterstützung ihrer Fabriken bewilligt.
Die belgische Regierung hat außerdem von den Kammern neun Millionen für kriegerische Maßregeln bewilligt erhalten.
Fürst Metternich ist in Rotterdam.
Et klKFrung. Die eben so dringlichen als umfassenden Arbeiten, welche die Reorganisation der Polizei⸗Verwaltung erfordert, nehmen von jetzt ab meine Zeit und Kräfte dergestalt in Anspruch, daß ich mich außer Stande befinde, das Ehrenamt eines Commandeurs der Bürgerwehr daneben noch länger fortzuführen.
Indem ich daher meinen Dank allen denjenigen abstatte, deren Vertrauen mich zu dieser Stellung berufen hat, so wie allen denen, von welchen ich bei der provisorischen Bildung der Bürgerbewaffnung mit Rath und That unterstützt wurde, und endlich der Bürgerwehr selbst und ihren einzelnen Corps, die mit rühmenswerther Hingebung und Ausdauer sich ihrem wichtigen Beruf unterzogen haben — lege ich hierdurch mit Vorwissen des Herrn Ministers des Innern das Kommando mit dem aufrichtigen Wunsche nieder, daß die Berliner Bürgerwehr in ihrer definitiven Organisation den hohen Anforderun⸗ gen vollständig entsprechen möge, welche die Stadt und das ganze Land an sie zu machen berechtigt sind. Den HochEdlen Magistrat habe ich ersucht, wegen Wiederbesetzung der Stelle des Komman⸗ deurs das Erforderliche baldigst zu veranlassen; bis dahin wird der Stab die Leitung der Geschäfte übernehmen. 8
Berlin, den 4ten April 1848. 8
Der Polizei⸗Präsident von Minutoli. Königliche Schauspiele.
Freitag, 7. April. Im Opernhause. 44ste Abonnements⸗- Vorstellung: Alessandro Stradella, romantische Oper in 3 Abth., von Friedrich. Musik von F. von Flotow. Tanz von Hoguet. (Herr Behr, vom Stadttheater zu Leipzig: Malvolio, als Gastrolle.) An⸗
Salb 7 8 fang “ 53ste französische Abonnements⸗Vorstellung. Les Extrèmes se touchent. La Maitresse de Maison. Un Mon- sieur et une Dame. Anfang halb 8 Uhr. 8
Sonnabend, 8. April. Im Schauspielhause. „59ste Abonne⸗ ments—Vorstellung: Romeo und Julia, Trauerspiel in 5 Abth., von
Shakespeare.
Königsstädtisches Theater. 8 Freitag, 7. April. Einmal Hunderttausend Thaler. Posse
mit Gesang in 3 Akten, von D. Kalisch. Musik vom Königl. Musik⸗ Direktor Gährich.
Redacteur: R. Wentzel. Im Selbstverlage der Erpedition.