1848 / 20 p. 3 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

1““

einer längeren Debatte, die sich darauf ents 29 ens, daß alle Maßregeln, welche im Laufe g. ofort an die Büreaus zur Prüfung übergehen afltignen, 3. bafür, wie nach dem Reglement für andere Prapelder für die Verfas⸗ Stunden vorher erfolgten Anzeige bedarf. Die 6 1dnb Situng aus den ungs⸗Kommission, welche die Regierung am 88 .b 11u1“ Abstimmungen hervorgegangen waren, lnd: Deen mah 817

9 rr it 646, L ennais mit NE 1 Marrast mit 646, Lamen ufa ure mit 395 Stimmen. Die Zahl

oville mit 490 und 2. . SB.ü X 1 dhae wnnben war 784, die absolute Majorität also 393 ge⸗ wesen. Paris, 18. Mai. Gestern sind die Vorbereitungen zu dem auf dem Marsfelde wieder aufgenommen worden; es soll nun die bestimmte Absicht der Regierung sein, dasselbe am nächsten Sonn⸗ stattfi zu lassen. gh SSece bnen 68 National⸗Versammlung haben angezeigt, daß vorläufig das Publikum auf die Tribünen nicht zugelassen werden kann, weil dieselben sich durch die Ueberfüllung mit Menschen am 15. gesenkt haben, so daß Bauarbeiten nöthig sind. Es ist Befehl ergangen, die detaschirten Forts um Parts sofort auf den Kriegsfuß zu setzen. . 8 b Der Appellhof war heute Vormittag im Justizpalaste versam⸗ melt, um die in Folge dee vorgestrigen Ereignisse nöthig gewondenen gerichtlichen Prozeduren vor sein Forum zu ziehen. 88ꝗDer Minister des Innern hat verfügt, daß die Functionen der General⸗Kommissäre in den Departemeuts mit dem 18. Mai auf⸗ ören. Der Moniteur zeigt amtlich an, daß Herr Guinard seiner Stelle als Chef und Herr Saisset seiner Stelle als Unterchef des Generalstabes der National⸗Garde eutsetzt seien.

Großbritanien und Irland. London, 17. Mai. Die Königliche Familie begab sich gestern, begleitet vom Prinzen von Preußen, von dem Buckingham⸗Palast nach den ostindischen Docks, um die chinesische Dschunke in Augenschein zu nehmen. Im auswärtigen Amte fand gestern ein Kabinetsrath statt, welchem alle in der Stadt anwesenden Minister beiwohnten. 3

Im Unterhause veranlaßte gestern ein Antrag des Herrn Horsman über die Mißbräuche in der Hochkirche von England eine längere Debatte. Derselbe beantragte nämlich eine Adresse au die Königin, wonach eine Untersuchung des Zustandes der Kathedralen und Kollegiat⸗Kirchen angestellt werden soll, in der Absicht, zu ermitteln, ob dieselben nicht wirksamer für den Dienst der Kirche und die Bil⸗ dung des Volkes verwendet werden könnten. Der Antrag war haupt⸗ ächlich gegen den großen Aufwand und den geringen Nutzen der Geistlichkeit an den Dom⸗ und Stiftskirchen gerichtet, wobei der Redner nachwies, daß in Canterbury jeder Domherr mehr Einkom⸗ men habe, als die Geistlichkeit sämmtlicher übrigen Kirchsprengel der Stadt, und dennoch der Dom beim täglichen Gottesdienst leer stehe, während die eigentliche „arbeitende Geistlichkeit“ sich aufreiben müsse und kaum so viel, wie zu ihrem Lebensunterhalt nöthig sei, erhalte. Lord Grosvenor unterstützte den Antrag, gegen welchen Sir R. Inglis sich erhob. Derselbe konnte die niedrige Besol⸗ dung der unteren Geistlichkeit nicht in Abrede stellen, aber wollte nicht zugeben, daß die hohe Geistlichkeit zu viel habe. An dem privatrecht⸗ lichen Grundsatz festhaltend, daß die Güter der höheren Geistlichkeit eben so wenig an die niedere vertheilt werden können, wie die Güter der Aristokratie an das Volk, entschied er diese Frage des öffentlichen Le⸗ bens. Oberst Sibthorp trat diesem lebhaft bei und sprach gegen den Liberalismus der Zeit. Nachdem hierauf noch Herr Gladstone seine Ansicht geäußert und bemerkt hatte, daß die Dom⸗- herrnstellen noch vermehrt werden müßten zur Beförderung der Ge⸗ lehrsamkeit und der Volkserziehung, und Lord John Russell in seiner Antwort zugegeben hatte, daß allerdings noch viel für die

Resultat entspann, war übri⸗ u

Feste

eistliche Pflege des Volks zu thun, aber für diese Session kein Ge⸗ sen darüber zu erwarten sei, nahm Herr Horsman seinen Antrag zurück. Herr Hume erklärte noch, was er seit zwanzig Jahren un⸗ ablässig gefordert hat, daß nämlich das Eigenthum der Kirche Eigen⸗ thum des Staates werden müsse, um die Sache gründlich zu entschei⸗ den. Nachdem dieser Gegenstand verlassen war, kam Herr Urqu⸗ hart wiederum mit seinen bekannten Interpellationen in Betreff der Stellung Englands zu Rußland hervor. Was er wollte, geht aus seiner Rede nicht recht deutlich hervor, denn er verlangte die Vorle⸗ gung der Papiere über den Vertrag von Unkiar Skelessi und die jetzt schwebende schleswig⸗ holsteinische Angelegenheit, um beene zu ersehen, daß Rußland, Preußen und Oesterreich gegen eine e- v; herstellung Polens gewinnen wollen. Lord Palmerston verweigerte Bei⸗ des, da die ersteren Papiere kein Licht auf den angeregten Gegen⸗ stand werfen, und die Verhandlungen über Schleswig⸗Holstein noch schwebten. Ueber Polen entspann sich eine kurze Debatte, in welcher Lord Dudley Stuart das Benehmen der Polen in Posen gegen Preußen in Schutz nahm, aber das allgemeine Mißfallen des Hauses über seine Rede erregte. Der ursprüngliche Antrag wurde zurückge⸗ zogen und die Sitzung vertagt. 8

In Dublin ist vorgestern der Prozeß O'Brien 's vor dem Queens Bench verhandelt wordeu. Er hielt die Stadt während des ganzen Tages in größter Spannung; das Urtheil war bei Abgang der Nachricht noch nicht gesprochen. Herr Mitchill befindet sich in dem Gefängniß von Newgate in Dublin in Haft. b

Der tapfere Er⸗Gouverneur von Sind, Sir Charles Napier, ist gestern von Havre in Portsmouth angekommen.

Die Gazette veröffentlicht die (bekannte) vom Sten d. M. da⸗ tirte Note des dänischen Ministers der auswärtigen Angelegenheiten, Grafen Knuth, durch welchen die beabsichtigte Elb⸗ und Weser⸗Blo⸗ kade sistirt und die Blokade überhaupt auf Kiel, die Mündung des 1 Oder⸗Mündungen beschränkt wird.

schleswigschen Kanals und die

Aus dem Haag, 18. Mai. (J. de la Haye.) Der Baron von Bentinck, außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister am belgischen Hofe, ist zum interimistischen Minister der auswärtigen Angelegenheiten ernannt worden.

Spanien. Madrid, 13. Mai. Das ministerielle Blatt la Espana sagt: „In den am besten unterrichteten Kreisen spricht man abermals von neuen und nahe bevorstehenden Unruhen, die zum Zweck haben, die Straßen unserer friedlichen Hauptstadt noch einmal mit Trauer zu erfüllen. Man sagt, es würde die letzte und ver⸗ zweifelte Anstrengung sein, welche die Anarchie und ausländischen Intriguen in gemeinsamem Interesse machen würden. Dies wundert uns nicht. Diese Schilderhebung ist die verhängnißvolle und noth⸗ wendige Folge der früheren.“ 8

Dagegen sagt der Heraldo, das Blatt des Minister⸗Präsiden⸗ ten, heute Folgendes: „Die Feinde der Regierung erkennen sich für überwunden und denken nicht daran, noch einmal ihr Glück auf der Straße zu versuchen. Dies erhellt aus den Angaben, welche die Regierung erhalten hat. Aber eben denselben zufolge denkt man jetzt vermittelst Meuchelmordes das zu erlangen, was man nicht durch Aufstand und Verführung erreichte. Niederträchtig und feig wie immer, denken die Verschwörer die hervorragendsten Männer der gegenwärtigen Lage verrätherischerweise zu ermorden, und der General Narvaez ist dazu bestimmt, ihr erstes Schlachtopfer zu sein. Schon bevor die Regierung es auf bestimmte und einleuchtende Weise erfuhr, war diese Nachricht im Publikum verbreitet, und zahllose Freunde des erlauchten Herzogs von Valencia beeilten sich, sich zu seinen Befehlen zu stellen, um ihn überall zu begleiten und das Land vor einem der größten Unglücksfälle zu sichern, der unter den gegenwärtigen Um⸗ ständen es treffen könnte. Aber die Freunde des Generals Narvaez mögen sich beruhigen. Die Regierung hat alle Fäden der Verschwö⸗ rung in ihren Händen, und der General Narvaez wird nicht das

Niederlande.

ments⸗Vorstellung: Ihr

Opfer eines schändlichen Meuchelmordes Leute damit erreichen? Würden sie die Keinesweges. stehen.

sein. Und was würden jene Staatsregierung umstürzen?

Hinter dem General Narvaez würden seine Rächer

Wenn der General Narvaez unter den Streichen eines Mör⸗

ders fallen sollte, so würde Blut in Strömen fließen, das Blut jener

Schändlichen, gehören.

mehr vom Besitze der Macht entfernen, denn Sie mögen nicht glauben, daß das Blut des Ge⸗ werde.

dezimirt werden. nerals Fulgosio ungerächt bleiben

die nicht in die Gesellschaft unseres Jahrhunderts Der Tod des Herzogs von Valencia würde sie

nur noch ihre Reihen würden

Sie mögen nur etwas

warten, und sie werden sehen, wie die Regierung es zu rächen weiß.“

Den öffentlichen Blättern zufolge

beabsichtigt die Regierung,

die meisten Truppen von hier zu entfernen und durch Gendarmen zu

ersetzen. Gestern traf bereits eine sta

rke Abtheilung Gendarmerie

hier ein und wurde in den für die Büreaus der Deputirten⸗Kammer

bestimmten Sälen untergebracht.

Das Regiment Espaüja ist aufgelöst, und sämmtliche Chefs und

Offiziere desselben sind auf Wartegeld ge⸗

Der General⸗Capitain hat bekannt machen lassen, fiziere mehr Geld vorgefunden

der schuldigen Soldaten oder Unterof wurde, als er zu besitzen berechtigt war. So eben erscheint in der Gaceta

stellt worden. daß bei keinem

ein Dekret, welches auf den

Antrag des Finanz⸗Ministers die Niedersetzung einer Kommission verfügt, „die ohne Zeitverlust sich mit der Abfassung eines Reguli⸗

rungs⸗ zinslichen,

sich darüber direkt mit dem Finanz Minister benehmen soll.“ Auseinandersetzung erklärt der

der diesem Dekrete voraufgeschickten Finanz⸗Minister, die Regierung hütte be⸗ fünfprozentige Schuld vom 1. J

sen tragen solle.

Januar nächsten Demnach würden also diese Papiere, die jetzt

Entwurfes der konsolidirten und nicht konsolidirten oder unver⸗ sowohl äußeren als inneren Staatsschuld beschäftigen und

In

schlossen, daß die vier- und Jahres an keine Zin⸗

resp. 11 und 14 pCt. stehen, in die Klasse der unverzinslichen Schuld,

welche 5 ½ steht, fallen!

Auch hat die Regierung bereits vo mächtigung, zehn Millionen Piaster auf Gebrauch gemacht. Sie will nämlich

n der außerordentlichen Er⸗ beliebige Weise zu erheben, 5 Millionen in Schatzbillets

ausgeben, die den Meistbietenden überlassen und späterhin bei Ent⸗

richtung der Steuern an Zahlungsstatt

angenommen werden sollen.

Außerdem hat der Finanz⸗Minister die S. Fernando Bank mit dem Berkaufe von 35,000 Centnern Quecksilber beauftragt, indem der mit

der Fomento⸗ Bank abgeschlossene worden ist.

Der General Zavala, an den General Narvaez übergab, worden.

der im Jahr

gische Gesandtschaft belegen ist, wird besetzt gehalten. Der Marquis von Montalto, bish ter am brüsseler Hofe, ist in gleicher worden.

Montag, 22. Mai.

Hierauf: Und: Musik von

schen, von Th. Hell. 1 Akt, von H. v. Kleist. in 1 Akt, von L. Schneider. fang halb 7 Uhr.

8 Königliche Schauspiele. Im Schauspielhause. Bild, Lustspiel in Der zerbrochene Krug, Lustspiel in Versuche, musikalische Proberollen

Kontrakt rückgängig gemacht

e 1843 die Stadt Valencia

ist plötzlich nach Ceuta verbannt

Der Eingang und der Garten des Hauses, in welchem die bel⸗ noch immer von Polizeiwachen

eriger sardinischer Gesand⸗ Eigenschaft hierher versetzt

——’

Slste Abonne⸗ 1 Akt, nach dem Französi⸗

mehreren Komponisten. An⸗

Königsstädtisches Theater.

0900)

——.

Mai.

Montag, 88 von D. Kalisch.

mit Gesang in 3 Akten, Direktor Gährich.

Einmal Hunderttausend Thaler.

Posse Musik vom Königl. Musik⸗

Berlin, 20. Mai. Nachdem die Börse im Laufer dieser Woche wenig Veränderung darbot, herrschte plötzlich vorgestern eine große Flaußeit in allen Fonds, weil sich durch Mauer⸗Anschläge die bekann⸗ ten Nachrichten aus Paris vom 15ten verbreiteten und solche in der That eine weitere Entwerthung der Fonds rechtfertigten. Die Be⸗ sorgniß und der panische Schreck war unglaublich, Jeder wollte ver⸗ kaufen, es fand sich aber kein Käufer, die Actien fielen mitunter um circa 4 %, so sind namentlich Köln⸗Mindener von 62 ¼ bis 58 ¼ gefallen. Inmitten dieser Aufregung veröffentlichte das Ministerium des Innern eine inzwischen eingegangene telegraphische Depesche vom 16. aus Paris mit den bekannten beruhigenden Nachrichten, wodurch zwar die Course sich wieder besserten, aber nicht sogleich den vorigen Standpunkt einnehmen konnten. Wie wichtig es für die Börse und für die In⸗ teressen aller Besitzer ist, jede bei der Regierung eingehende telegra⸗ phische Depesche, sofern sie auf die Bewegung der Börse Eiufluß haben kann, mittelst Anschlag an der Börse veröffentlicht zu sehen, ist

. 2 9 0

Kerline?n Hörse.

niemals mehr fühlbar geworden, als jetzt, wo es Jedem freisteht, beliebige Nachrichten, die auf Steigen oder Fallen der Couͤrse influiren, in seinem Interesse durch den Druck zu verbreiten, dadurch unberechenbaren Schaden zu veranlassen und so für seine Zwecke auszubeuten. Was den Geschäftsgang in dieser Woche an⸗ betrifft, so blieb derselbe, ungeachtet der bedeutenden Schwankungen, dennoch eben so unbedeutend, als seither, weil auch nicht die geringste Unternehmungslust bemerkbar wird. Unsere preußischen Fonds sind sehr vernachlässigt und Staatsschuldsche ine sind bis 69 4 %, Bank⸗Antheile bis 59 gewichen, schlossen jeroch heute wieder 60 G. Eisenbahn⸗ Actien im Allgemeinen wesentlich niedriger, als in voriger Woche. Anhalter Litt. A. Lon 76 ½ bis 74 %, Litt. B. von 08 % bis 65 , Berlin⸗Stettiner von 76 ½ bis 74½ ℳ%, Potsdam⸗Magdeburger von 48 bis 43 %, Halle Thüringer von 44 bis 40 N, Rheinische von 47 bis 45 %, Niederschlesisch⸗-Märk. von 57 bis 56 ½ %, Stargard⸗ Posener von 46 bis 44 ½ c, Bergisch⸗Märk. von 41 bis 38 ℳ, Friedr.

Wilhlms. Nordbahn von 30 bis ritäts⸗Actien sehr beträchtlich gewichen, burger 4proz. von 68 bis 63 ℳ, 5proz. schlesisch⸗Märkische 4proz. von 70 bis 69

79 ½ = 76 ½ %, 3te Serie von 73 ½ -

und zwar Potsdam⸗Magde⸗

11““ 111“ Eben so sind alle Prio⸗ von 73 bis 67 %, Nieder⸗ %, 5proz. 2te Serir von Die geringsten Auf⸗

träge zum Verkauf wirken ungünstig auf die Course, und es zeigt sich

leider, wie auch selbst die 5proz. sichersten gemeinen Bewegungen folgen und einem hen möchten, wenn nicht bald die mit allein wird, unseres Era htens na“, werden und der Entwerthung ein werden können.

Ueber ausländische Fonds können w

Prioritäts⸗Effekten den all⸗ weiteren Druck entgegenge⸗

so nöthige Ruhe zurückkehrt. Da⸗

wieder Vertrauen hergestellt

äftiger Damm entgegengesetzt

ir im Allgemeinen nur mel⸗

den, daß solche, wenngleich auch etwas gewichen, doch im Ganzen ei⸗

nen festen Stand behauptet haben.

Auswärtige Börsen.

Breslau, 20. Mai. Vollw. Louisd'or 113 ¼ Br. Poln. Papiergeld 90 bez. u. Gld. Oesterr. Banknoten 94 ½ bez. Staats⸗ Schuldscheine 3 proz. 68 ½ Br. Seehandl.⸗Prämien⸗Scheine à 50. Rthlr. 79 Br. Bresl. Stadt⸗-Obligat. 3 ½ proz. 88 Br. Posener Pfandbr. 3 proz. 68¾ Br. Schles. do. 3 ½ proz. 83 ¼ Br. do. Lit. B. 4proz. 84 Br., do. 3 ½proz. 74 Br.

8 182 1299 neue 4proz. 81 ½ Gld., do. Partial⸗Loose à 300 Gl. r. Ru ⸗poln. Sche O 7 R . 4 or * Ae Gld. ss.⸗⸗ Schatz⸗Obligationen in Silber⸗Rbl. 4 proz

Actien. Oberschl. Lit. A. 3 ½ proz. 622 r S

rschl. Lit. A. 3zproz. 62 Br. Bresl.⸗Schweidn.⸗ e. 8 Niederschlesisch⸗Märk. 3 ½ proz. 50 ¾ Br.,

3 it. 5proz. Br., do. Ser. III. 75 Br. Friedr. Wilh. Nordbahn Zus.⸗Sch. Aproz. 30 Br. v“

A Wechsel⸗Course.

msterdam 2 M. 142 ½ G.

Hamburg a Vista 150 G.

8 1 v Aas7.

Berlin a Vista Leeslin M. 6 Rthlr

do. 2 M. 99 8 Br.

Wien, 19. Mai. Met. Anl. 34. 95 a 98, 39. 58, 60. Livorno 48 ½. Pesth 48. Börse fest. Die Ruhe nicht gestört.

Leipzig, 20. Mai. L. D. Part. B. A. 150 Br. L. Dr. E. A. 86 ½ Br. Sächs. Schles. 60 Br. Chemn. Riesa 22 Br., 20 ½ 14. .⸗

tau 22 Br. Magdb. Leipz. 150 Br. Berl.“ dnh. 9. . do. B. 65 ½ G. Altona⸗Kiel 77 ½ G. Deß. B. A. 80 %r. 4 H., B. A. 61 G. Preuß.

Frankfurt a. M., 19. Mai. Darmst. 50 Fl. 2. 53 72½. do. 25 Fl. 19 Br. Baden 50 Fl. L. 35 ½. 34 ½. do. 35 Fl.

.25 ½

Sgr. G.

5proz. 58, Nordb. 73 ½.

2*

49.

4proz. 51, Zproz. 35

3 Prdb Glogn. 73. Mai Bank⸗Actien 790, 821 800) 1

Die

Oblig. 90 Br. Lei Sächs. Bayer. 72 B.

167. 167. Poln. 300 Fl. L. 74. 72. do. 500 Fl. 50 ½. 49 ¾ Köln⸗ Minden 62. 60. Bexbach 49. Friedr. Wilh. Nordbahn 30 ½.

Paris, 18. Mai. 3proz. 47.50. öproz. 71.25. Nord⸗ bahn 356. 25.

London, 17. Mai. Zproz. Cons. 83 ⅛, a. Z. 83 . 3 ½proz. 82 ½. Ard. 12 ½. Zproz. 21 ½. Int. 42 ½⅛. 4proz. 62. Mex. 15 ½. Engl. Fonds erholten sich wieder und waren ½ % gestiegen. In fremden Fonds war sehr wenig Geschäft. Eisenbahn Actien bei heren Preisen fest.

Amsterdam, 18. Mai. In allen Gattungen holländischer Fonds zeigten sich heute zu erhöhten Preisen vielfache Käufer. Der Umsatz in Integralen und 4proz. war sehr belebt. Span. haben sich ebenfalls von ihrem gestrigen Rückgange erholt, und wurde in beiden Haupt⸗Gattungen Einiges umgesetzt. Von den übrigen frem⸗ den Fonds waren nur russ. 4Aproz. gefragter. Holl. Integr. 40 ½, ¼, Zproz. neue 45 ½, 46 ½, 46. Aproz. ostind. 59, 60 ½, z.

Gr. Pièbrcen 9½, .. Coupons 5 ½, 6 ½. Russ⸗ Aproz. Hope 61. Stiegl. 61. Wechsel. Paris 55 ¼ G. Wien 30 G. Frankf. 97 ¾ G. London 2 M. 11.85 G., k. S. 11.95 G. Hamburg 34 ½ G. Petersburg 109 G.

Antwerpen, 17. Mai. Belg. Fonds merklich höher. 5proz. 66 ½ G. 4 ½ proz. 61. 2 ½poroz. 33 ⅛, 34. 7

5, 821 1 Span. Ard. 9½¼. engl. 86, 85 ½.

Span. Ard. 9 %, .

Madrid, 12. Mai. 3 % 21 ½ baar. (N. d. B. 21;2 G. 21 ½ Pap.) 5 % 14 Pap. (N. d. B. 14 G.) Passive 5 ¾ Pap. (5 ¾ G. n. d. B.) Coupons 8 ½ Pap. Ferdin.⸗Bank 80 G. Wechsel 4. 50 G. Londoner 41 Pap. 1

8 Markt⸗Berichte. 888 Königsberg, 18. Mai. Die Zufuhr war gering. Weizen . bis 54 Sgr. pr. Schffl., Roggen 34 bis 39 Sgr., große Gerste 30 Sgr., kleine Gerste 27 bis 29 Sgr., Hafer 22 bis 23 Sgr., Kartoffeln 22 bis 24 Sgr., Spiritus 18 Rthlr. 15 Sgr. pr. Ohm. Breslau, 20. Mai. Weizen, weißer 53, 55 bis 58

23. 22 ½. Kurhess. L. 20 ½. 20 ½. Sardin. 19. 18. Span, 3 proz.

Sgr., dito gelber 50, 53 bis 55 Sgr. bei beträchtlichem Umsatze.

Pariser

Roggen 35, 37 bis 40 Sgr. bei Ger st e 30, Hafer 19 ½, Für Spiritus Eimer sind à 7½, bis Rüböl matt und mit 9 In Zink ist uns von einem Die Frage für Roggen und Weizen Gerste und Hafer vernachlässigt. London, 16. Mai. schen Häfen in der

500 ¹ Rthlr.

Rthlr. offerirt. 8 Geschäft nichts

vieler Nachfrage.

32 bis 34 Sgr., wenig Begehr. 1 21½ bis 23 Sgr., wenig Begehr. ist viel Frage bei ziemlich veränderten Preisen.

I 6

verkauft worden. bekannt geworden.

hält an, hingegen waren

Die Aufhebung der Blokade der deut⸗ Nordsee und theilweise der in der Ostsee, welche

nun den Verkehr in neutralen Schiffen erlaubt, verspricht schon eine

wesentliche Erleichterung in dem Geschä

giebt Hoffnung zur bäaldigen Beilegung des Zwistes im Norden.

leider die heutigen Berichte v

gegen sind In Liverpool betr

Baumwolle. Woche 24,120 B., von denen 22, 1 zur Ausfuhr. Für middling, middl. f von Freitag eher billiger. Notirungen: 4 ½ Pee., fair Louisiana 4 ½ Pee. Vorrath 407,190 B., ferung von Liverpool zum inländischen V 23,770 B. pr. Woche gegen und gestern gingen da

8 ““ n. Kokosnuß⸗Oel 45 Talg flau, in loco 47 Sh. verzollt, auf

Metalle. Schott. Roheisen Nr. Pfd., auf Lieferung 14 Pfd.

Schafwolle. Die jetzigen flau zu einer Erniedrigung von 2 ab. Es sind circa ben noch zu versteigern.

22,7

a 3

8 IIEEö

Begehr. 1 Druck und Verlag der Deckerschen Gehei

Einfuhr voriger Woche gegen 518,500 B. vor 12 Monaten.

19,160 B. selbst 12,000 B. um.

Cochenille im Werth nicht verändert,

ft mit jenen Gegenden und on Paris sehr beunruhigend.

üugen die Verkäufe voriger

22,710 B. an Spinner und 1410 B. gair amerik. schloß der Markt

fair Georgia⸗ und Mobile⸗ 82,498 B.

Ablie⸗

erbrauch seit dem 1. Januar

in 1847. Am Sonnabend

Hier bleibt es still.

a 54 Pfd. Palmöl 33 Pfd.

Lieferung 45 Sh.

1 44 Sh. Zink in loco 15

Auctionen gehen fortwährend sehr

Pre. gegen Februar⸗Preise

circa 11,000 B. vorgewesen, und circa 6000 B. blei⸗

aber ohne lebhaften

men Ober⸗Hofbuchdruckerei. Beilage

113

Montag den 22. Mai. ““ WZEII; 2bn

h 6, bz Ausland.

Oesterreich. Pesth. Handschreiben des Könige.

Frankreich. National⸗Versammlung. Die Ereignisse und Ver⸗ handlungen in den Sitzungen vom 15. Mai. Paris. Verhaftungen und Maßregeln gegen die Montagnard's. Depeschen über die polni⸗ schen Angelegenheiten.

Schweiz. Tagsatzung. ie Verhandlungen über die Haltung in den italienischen Angelegenheiten. Zulassung des Gesandten von Uri. Beseitigung des Verfassungsraths.

Wissenschaft und Kunst.

Königl. Opernhaus. („Tell“.) Ausstellung in der Königlichen Akademie der Künste. (Dritter Artikel.)

D

nichtamtlicher

Ausland.

Oesterreich. Pesth, 13. Mai. Zufolge eines Königl. Handschreibens an den Erzherzog Statthalter hat dieser mit Contra⸗ signatur unseres Ministers des Innern den Kommandanten von Peterwardein, Oberst Baron J. von Hrabovszky, zum Königl. Kom missar mit unbeschränkter Vollmacht über Kroatien, Slawonien, Pozsega, Syrmien und Veröcze ausgesendet und ihm alle Militair⸗ macht in der Militairgrenze und in der ganzen Gegend zur Ver⸗ fügung gestellt. Zugleich ist an alle Jursdictionen von Kroatien ꝛc. der Befehl ergangen, sofort die Ungültigkeit aller vom Ban aus⸗ gegangenen gesetz⸗ und verfassungswidrigen Dekrete zu publiziren und allen mit Gegenzeichnung der betreffenden ungarischen Minister versehenen Befehlen des Königlichen Statthalters unter schwerster Verantwortlichkeit pünktlichen Gehorsam zu leisten. Ein drittes De⸗ kret endlich ist an den Ban selbst gerichtet und befiehlt ihm, indem es die von ihm begangenen gesetz⸗ und verfassungswidrigen Schritte aufzählt, diese sofort zurückzunehmen und binnen drei Tagen einen Kurier herzusenden, welcher die Bürgschaft von der pünktlichen Aus⸗ führung dieses Dekretes überbringe. Zu dieser glücklichen Wendung der wiener Kabinetspolitik soll der englische Gesandte in Wien viel beigetragen haben. Es fragt sich nur, ob sie nicht zu spät kommt, ob der Ban nicht die Maske abwerfen und die russische Fahne auf⸗ stecken werde. Erst am 15. Mai können wir hier sichere Nachrichten erhalten. Die Nachrichten aus dem Lande sind beruhigend.

Theil.

Frankreich. National⸗Versammlung. Das Jour⸗ nal des Débats berichtet über den Hergang der Ereignisse und Verhandlungen in den Sitzungen vom 15. Mai:

„Gleich beim Beginn der Sitzung sahen wir, daß ein Komplott bestehe. als wir unter dem von außen her in die Versammlung dringenden Geschrei einen der Quästoren der Versammlung, Herrn De gou ssée, auf die Red nerbühne steigen sahen und ihn erklären hörten, daß, gegen den Befehl des Präsidenten und gegen den Befehl der Quästoren, der National⸗Garde jeder Widerstand gegen das Eindringen der Aufrührer untersagt worden sei,

Einige Minuten darauf wurden die Tribünen von Abgeordneten der Klubs

an den Säulen herabgleiten lassen und sich unten im Saale des Platzes

6 n von dem Platze des Präsidenten über der Tribüne.

daß, wenn irgend

Die Rollin erscheint auf der

besetzt, welche einen Wald von Fahnen über der National⸗Versammlung aufpflanzten. Auf der Rednerbühne sahen wir Herrn Barbeès und Herrn Element Thomas, welche um das Wort stritten. Einige Worte welche Herr Thomas sprach, wurden mit Zeichen des Beifalls aufgenommen Allein nun wird der Saal der Versammlung selbst entweiht. Man dringt in den⸗ elben ein. Eine wüthende Menge stürzt durch alle Thüren in denselben vwährend die Aufrührer, welche im Besitze der oberen Tribünen waren, sich

bemächtigen. Der Präsident setzt seinen Hut auf und bleibt auf sei nem Stuhle. Auf mehreren Punkten des Saales brechen furcht bare Kämpfe aus. Einige Abgeordnete, welche muthig protestiren, werden bezeichnet und unwürdigen Gewaltthätigkeiten unterworfen. Herr Barbeès ist auf der Erhöhung des Platzes für den Präsidenten und reicht seinen von außen eingedrungenen Freunden die Hand. Er verlangt einen Augen⸗ blick Stille, um die Bittschrift für Polen zu verlesen. Herr Raspail bringt die Bittschrift und steigt auf die Tribüne, welche schon von einer wüthenden Menge besetzt ist, und an deren Fuß fortwährend Kämpfe stattfinden. Die Bänke werden erstiegen. Wir hören den Ruf: „Es lebe Louis Blane!“ Herr Louis Blanc ergreift das Wort Cr verlangt einen Au⸗ Stille für Henn Raspail, welcher die Verlesung der Bittschrift be⸗ Was liegt aber an deren Inhalt. Man hört das Geschrei von der Herr Barbés steht noch immer zur Seite

genblick ginnt.

Straße; dieses beherrscht Alles. des Präsidenten, Herr Louis Blanc hinter ihm. Herr Barbés beantragt, zu erklären, „daß die Bevölkerung von Paris sich um das Vaterland wohl verdient gemacht habe.“ Dann wagt er es, zu verlangen, daß der Saal von den Eingedrungenen geräumt werde. Man antwortet ihm: „Nein, Nein!“ Auf der eigentlichen Rednerbühne, unter ihm, tritt jetzt eine bleiche und feurige Gestalt auf. Es ist Herr Blanqu i. Er erzwingt einen Augen⸗ blick Stille. Auch er beginnt von Polen zu sprechen, von dem Polen des Jahres 1772. Aber Polen verschwindet bald; an die Stelle dieser Erdichtung tritt die Wahrheit. Es handelt sich von Rouen. Verwirrung und der Sturm verdoppeln sich. Herr Ledru Tribüne unter Beifalls⸗Bezeugungen. Er ver⸗ langt, daß die in den Saal Eingedrungen sich wenigstens unter das Pe⸗ ristyl der Kammer zurückziehen und die Versammlung berathen lassen möch⸗ ten; aber auch er erhält als einzige Antwort: „Nein, nein!“ Die Red⸗ nerbühne bedeckt sich mit Menschen, welche einer über den anderen steigen. Der Saal füllt sich immer mehr. Die Abgeordneten der Klubs stürzen nach einander mit den Fahnen in denselben herein. Es erscheint auch die Fahne des Jakobiner⸗Klubs, mit einem Flor behängt. Diese hat indeß doch noch die drei Farben; aber auf einer Tribüne oben erscheint eine ein⸗ farbige Fahne, die blutrothe Fahne. Sie wird jedoch bei dem Ausbruche eines Rufes des Abscheus wieder zurückgezogen und verschwindet. Herr Barbes steigt wieder auf die Redner⸗Bühne. Wißt Ihr, was er verlangt? Er verlangt, daß man sofort eine Abgabe von einer Milliaede Franken von den Reichen bewillige; er verlangt, Jemand, er sei, wer es wolle, heute Abend in Paris den Generalmarsch schlagen lasse, derselbe für einen Verräther des Vaterlandes und außer dem Gesetze erklärt werde. Wenn Ihr dies furchtbare, wüthende Geschrei gehört hättet, womit dieser Antrag auf eine Milliarde aufgenom⸗

men wurde, und den schrecklichen Tanz, welcher in dem Saale losbrach.

*

Wenden wir die Augen davon ab! Herr Louis Blanc wird darauf er⸗ griffen und im Triumphe einhergetragen. Auf der einen Seite des Saales hält er auf einer Bank eine Rede, während Herr Barbés auf der anderen Seite von der Rednerbühne noch immer auf seinen Beschluß anträgt. Auf der Spitze einer Pife wird daun eine Schrift umhergereicht, auf welcher wir die Worte lesen: „Die National-⸗Versammlung ist aufgelöst.’“ Die Schrift wird zwar abgerissen, aber nur um von Hand zu Hand zu gehen und zum Tages⸗ befehl zu werden. Mitten in einem furchtbaren Sturme steigt einer der Präsidenten der Klubs, Herr Huber, auf die Rednerbühne und erklärt daselbst: „Daß im Na⸗ men des Volkes die National⸗Versammlung aufgelöst sei.“ Der Platz des Prä⸗ sidenten wird von allen Seiten erklettert; der Präsident, Herr Buchez, wird von seinem Präsidentenstuhle vertrieben; ein Offizier der Nationalgarde in

Uniform steigt auf den Platz des Präsidenten und schwingt seinen Degen in der Luft. Eine rothe Schärpe wird aufgezogen, und es hängen ihre bluti⸗ gen Falten unter einer großen dreifarbigen Fahne, welche mit der phrygischen Freiheits⸗Mütze gekrönt ist, herab. O Freiheit, verhülle dein Haupt! Oarmes Va⸗ terland, verbirg deine Thränen und deine Trauer. Aufdem Platzedes Präsidenten und auf der Tribüne heben hundert Hände Verzeichnisse einer neuen proviso⸗ rischen Regierung empor; hundert Stimmen rufen sie zu gleicher Zeit aus. Wir verließen unsere Tribüne, und überall, in den Geschäfts⸗Zimmern und in den Gängen, sahen wir unter dem furchtbarsten Lärmen provisorische Regierungen fabriziren. Die Namen derselben, welche wir sammeln konn⸗ ten, und welche sich fast auf allen Verzeichnissen fanden, waren folgende: 1) Louis Blanc, 2) Barbes, 3) Albert, 4) Blanqui, 5) Raspail, 6) Hu⸗ ber, 7) Sobrier, 8) Proudhon, 9) Leroux, 10) Cabet. (Nach einem Be⸗ richt des Sièele fand die Nationalgarde später in einem Saal, wo die bewaffnete Gewalt die Führer der Bewegung in ihren Berathungen über⸗ raschte und Barbes, Blanqui, Huber, Sobrier und Naspail verhaftete, fol⸗ gende Liste einer provisorischen F Barbes, Ledru Rollin, Louis Blanc, Albert, Thoré, Blanqui, Cabet, Raspail, Flocon, Leroux und Caus⸗ sidibre. Mehrere Hundert Stimmen im Saale riefen: „Nach dem Hotel de Ville!“ Mehrere Arbeiter; „Warum denn nach dem Hotel de Ville? Warum sollen wir unsere Geschäfte nicht hier abmachen?“ Andere Stim⸗ men: „Nein, Nein, nach dem Hotel de Ville; hier sind wir von Verrä⸗ thern umgeben.’“ Die Mitglieder der National⸗Versammlung ziehen sich in den Konferenz⸗Saal und in die Geschäfts⸗Zimmer zurück. Aber während dies in der National⸗Versammlung vorging, hatte sich außerhalb des Ver⸗ sammlungs⸗Saales ganz Paris erhoben. Die Nationalgarde war wie Ein Mann aufgestanden, man kann es dies Mal im wahren Sinne des Wortes sagen. Der einzige Gedanken ihres Herzens äußerte sich durch den einmüthi⸗ gen Ruf: „Es lebe die National⸗Versammlung!“ Die Quais widerhallten von dieser großartigen Protestation. Um 7 Uhr drang ein Bataillon der zehnten Legion und ein Bataillon der mobilen National⸗Garde in den Sitzungssaal und trieb schnell alle diejenigen, welche ihn besetzt hielten, aus demselben hinaus. Die National⸗Versammlung nahm dann ihre Sitzung wieder auf. Herr von Lamartine erklärt, daß der Platz für die Exekutiv⸗ Kommission mitten unter den Gefahren und in der Straße sei, und verläßt mit Herrn Ledru Rollin den Saal, um sich nach dem Hotel de Ville zu begeben. Es wurde gemeldet: Die Herren Courtais und die Mitglieder der eben von den Aufrührern ernannten provisorischen Regierung, Barbes, Blanqui, Sobrier, Huber und Raspail seien bereits verhaftet. Es scheint, daß einer derselben sich schon nach dem Ministerium des Innern begeben, dort die Siegelübernommen hatte und bereits Befehle erließ, als die Nationalgarde sich wieder in den Besitz des Ministeriums setzte. General Foucher, Befehlsha⸗ ber der ersten Militair⸗Division, habe den Oberbefehl über alle Streitkräfte erhalten. General Baraguay d'Hilliers sei mit dem Oberbefehl der Trup⸗ pen, welche die National⸗Versammlung beschützen sollten, beauftragt. Herr Et. Arago zeigte an, daß die Abfertigung der Posten ungehindert stattge⸗ funden habe. Herr Duclerc, Minister der Finanzen, meldete, daß durch den Telegraphen in alle Departements die Nachricht von der Wiederher stellung der Ordnung abgesendet sei. Von außen hören wir fortwährend

Geschrei; aber diesmal ist es der Ruf der National⸗Garde. Die National⸗

Versammlung genehmigte auf den Antrag des General⸗Prokurators, Herrn⸗ Portalis, daß zwei ihrer Mitglieder, Herr Courtais und Herr Barbes, verhaftet werden dürften. Herr Arago und Herr Garnier Pages, welche aus dem Palaste Luxembourg kamen, wo sie seit dem Morgen Sitzung ge⸗ halten hatten, traten nun in den Saal ein und wurden mit Zeichen des Beifalls empfangen. Aus dem Luxembourg hatten sie den Befehl. erlassen, daß die National⸗Garde berufen werde. Herr Garnier Pagẽs erklärte, daß schon am Morgen alle zum Schutze der Versammlung erforderlichen Maßregeln ergriffen gewesen wären, daß aber alle diese Befehle der Regie rung nicht befolgt worden seien. Er fügte hinzu, daß die Regierung ent⸗ schlossen sei, die Ordnung aufrecht zu erhalten; daß sie das Recht der Asso⸗ ciationen achten werde; daß sie jedoch die Klubs schließen werde, welche zu dem Zwecke errichtet seien, in die National⸗Versammlung einzudringen und dieselbe zu stürzen. Als Herr Garnier Pageès erklärte, daß Frankreich eine redliche Republik wolle, wurde seine Stimme durch unermeßlichen Beifall überdeckt. Die ganze Versammlung erhob sich und rief mit Begeisterung: „Es lebe die Republik.“ Herr Cl. Thomas trat in den Saal und wurde mit allgemeinem Beifall empfangen. Die Regierung hatte ihn zum Ober⸗ Befehlshaber der Nationalgarde ernannt. Herr vo n Lamartine kehrte dann auch in den Saal zurück und wurde fast auf die Rednerbühe ge⸗ tragen. Er verkündete: „Der Aufruhr ist in seinem Keime erstickt. Die Leute, welche hier aus dem Saale entkommen sind, um sich nach dem Hotel de Ville zu begeben, sind entwaffnet und verhaftet. Die ganze Bevölkerung hat sich erhoben, um der National⸗Versammlung die Souverainetät zurück⸗ zugeben, welche einen Augenblick ihren Händen entrissen war. Die Verbin⸗ dung zwischen dem Volke und der National⸗Versammlung ist auf Leben und Tod.“ Der Beifall, mit welchem diese Worte aufge⸗

nommen weiden, wurde durch einen neuen Lärm von außen unter⸗

brochen. Herr Louis Blanc tritt in den Saal, bleich, entstellt

und mit zerrissenen Kleidern. Er steigt auf die Rednerbühne steigt jedoch

da er nicht sprechen konnte, wieder herab. Man sagte, er komme von

dem Hotel de Ville. Er stieg dann wieder auf die Rednerbühne, und er⸗

klärte: „Ich versichere Ihnen auf Ehre..“ Diese Worte werden mit

Ausrufungen der Ungläubigkeit aufgenommen. Herr Louis Blanc schwur

jedoch bei Allem, was heilig ist, daß er an Allem, was vorgegangen sei

keinen Antheil habe; daß er nie ein Mann der Gewalt gewesen ser, und

betheuerte seine Achtung für die Versammlung. Die Verwirrung auf allen

Bänken ist außerordentlich. Herr Marrast erzählte dann kurz, was in dem

Hotel de Ville vorgegangen sei. Die Wachen daselbst waren nicht stark ge⸗

nug, die Abtheilungen der Aufrührer, welche sich nach diesem Punkte ge⸗

wendet hatten, zurückzuweisen; die Gitter wurden durchbrochen und vier oder

fünfprovisorische Regierungen nach einander proklamirt. Die Nationalgarde nahm

jedoch auch von dem Hotel de Ville wieder Besitz. Es wurde umstellt, und unter

den Personen, welche verhaftet wurden, fanden sich auch, vielleicht durch

Zufall, wie er sagte, zwei Mitglieder der National⸗Versammlung, Herr

Barbès und Herr Albert. Der General⸗Prokurator forderte darauf

die Erlaubniß, daß auch Herr Albert verhaftet werde. Die Versammlung

ertheilte diese Ermächtigung einstimmig. Nach einigen Worten des Herrn

Marie erklärte die National⸗Versammlung durch Zuruf des Beifalls der

National⸗Garde von Paris und der mobilen National⸗Garde ihren Dank.

Die Sitzung wurde um 9 Uhr Abends aufgehoben. Draußen stand die

National⸗Garde in unermeßlicher Zahl unter den Waffen. Die Stadt war

ruhig. Die ganze Bevölkerung hatte nur Einen Ruf; es war der siegreiche

Ruf, welcher die verbrecherische Unthat, von der wir Zeuge waren, unter⸗

drückte und erstickte, der Ruf: „Es lebe die National⸗Versammlung!“ wel⸗

cher in ganz Frankreich Anklang finden wird.“

Paris, 17. Mai. Auch der Gouverneur des Luxembourg, Herr Raisan, soll verhaftet sein. Der verhaftete Oberst Saisset, vom Stabe der Nationalgarde, ist im Lurembourg in Verwahrsam. General Cour⸗ tais, der abgesetzte Ober⸗Befehlshaber der Nationalgarde, ist nicht, wie es anfangs hieß, nach Vincennes gebracht worden, sondern wird von der Nationalgarde an einem Ort nicht fern von dem Sitzungs⸗Lokal der National⸗Versammlung bewacht. An die Stelle von Barbeès ist Herr Laugier einstweilen zum Commandeur der 12ten Legion der Na⸗ tional⸗Garde ernannt. Ein Theil der verhafteten Individuen ist nach dem Fort von Vincennes abgeführt worden, unter ihnen auch Barbès, dem dort eine Zelle, welche 250 Stufen hoch liegt, als Gefängniß bestimmt wurde. Als man ihn dorthin brachte, rief er: „Es lebe die Re⸗ publik! In vier Tagen werde ich nicht mehr hier sein.“ Als man die Gefan⸗ von Paris fortbrachte, wurden sie unterweges von dem wiederholten Ruf: „Nieder mit den Aufrührern!“ begleitet. Gestern Nachmittag verbreitete sich zwar das Gerücht, eine Menge Arbeiter seien nach Vincennes gezogen, um die Freigebung der Gefangenen zu fordern, und es wurde wieder Generalmarsch zur Zusammenberufung der Na⸗

tionalgarde geschlagen, aber das Gerücht erwies sich als ungegründet.

Dagegen leistete das bewaffnete Corps der Montagnards, etwa 500.

an der Zahl, dem an dasselbe ergangenen Befehl zur Räumung der

Polizei⸗Präfektur eine Zeit lang Widerstand, und erst als das Ge⸗ bäude von einer starken Abtheilung National-⸗Garde und Linientruppen

mit Geschütz umringt worden war, zogen die Montagnards aus dem⸗

selben ab, welches dann sofort von der National⸗Garde, den Vetera⸗

nen und der republikanischen Garde besetzt wurde.

Der französische Geschäftsträger in Berlin spricht sich am Schluß einer Reihe von Depeschen, die er seiner Regierung über die polni⸗ schen Angelegenheiten eingesandt und die der National⸗Versammlung vorgelegt worden, unterm 7. Mai dahin aus, daß Polen bei dem ersten angreifenden Schritte Frankreichs gegen Deutschland verloren sei, und daß nur ein Mittel bleibe, die Zukunft Polens zu retten: Die Beruhigung der Gemüther und die Zurückhaltung jedes bewaff⸗ neten Schrittes; nur durch Unterhandlungen könne Polen unter den jetzigen Verhältnissen gerettet werden.

Schweiz. Tagsatzung. Sitzung vom 13. Mai. (Eidg. Ztg.) Uri und Zug sind noch abwesend. Glarus eröffnet seine Iustruction für Mißbilligung der Veröffentlichung der Verhandlungen der geheimen Sitzungen, und der neu eingetretene walliser Gesandte, Dr. Ducrey von Sitten, wird beeidigt. An der Tagesordnung sind die Anträge der Siebner⸗Kommission (die vorgestern bereits mitge⸗ theilt worden). Freiburgs Gesandter ergreift gleich nach dem Berichterstatter das Wort, um als Minderheitsmitglied der Kom⸗ mission gegen den vierten Kommissional⸗Antrag als überflüssig durch Art. 8 des Bundes⸗Vertrages und seine durch die Tagsatzungs⸗Be⸗ schlüsse von 1819 und 1828 erhaltenen Erläuterungen zu sprechen. Herr Dr. Bussard kommt anf die so schüchtern geschehene Anerken⸗ nung der französischen Republik, was er sehr bedauert, so wie auf die Neutralitäts⸗Frage, zurück, wobei er der Schweiz die Fakultät, die beliebige Partei je nach Umständen ergreifen zu können, vorbe⸗ halten moͤchte. Er will den vierten Antrag gestrichen wissen. Aargau erwiedert ihm, daß es besser wäre, wenn Frei⸗ burg einmal sein Kontingent organisiren würde, ehe es an den Krieg mit dem Auslande denke. Die deutschen Kantone wollen dagegen die Neutralität sämmtlich unbedingt aufrecht erhalten wissen, und es schien, als ob sich die Schweiz in zwei Lager, in eine deutsche und französische Schweiz, getheilt hätte, indem nur die Gesandten der französischen und italienischen Schweiz, Tessin, Waadt, Freiburg, Neuenburg und Genf, für eine abweichende Politik sich aussprachen, da sie glaubten, daß die Neutralität nicht in allen Eventualitäten gehandhabt werden könne und es daher besser sei, zu warten, bis man eine Partei ergreifen könne. Von Waadt, zwar auch von Freiburg, Genf und Tessin, wurde die Ablehnung des sardinischen Bündnisses sehr bedauert, da dieses aber in sehr equivoken Ausdrücken geschehen sei, so wurde sogar die Hoffnung ausgesprochen, daß die Sache noch einmal in etwas anderer Form vorkommen könnte. Die Debatten wurden besonders zwischen dem Gesandten von Bern (Schsenbein) und denjenigen von Genf und Waadt heftig und bitter geführt, wobei es sich offenbar zeigte, daß hier nicht mehr ein bloßer parlamentarischer Kampf, sondern persönliche Gegner⸗ vorhanden waren. Bern machte seine bekannte Neutralitäts Politik auch heute wieder geltend, wurde dann von Genf zu widerlegen ge⸗- sucht, was den Bundes⸗Präsidenten zum Lächeln veranlaßte; dieses wurde hinwiederum von Genf sehr übel aufgenommen und riß de Gesandten zu der heftigen Aeußerung hin: man werde sehen, daß er recht habe. Einen getreuen Sekundanten fand Genf in Waadt (Eytel), der heute alle Bitterkeiten gesammelt hatte, um damit Bern zu über⸗ schütten, was Bern zu der Aeußerung veranlaßte, daß Waadt Bern zu seiner besonderen Zielscheibe auserkoren zu haben scheine, und daß jetzt ein welscher Sonderbund vorhanden sei, dessen Tendenzen man entgegentreten müsse. Genf nennt den bernischen Gesandten und

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Bundes⸗Prästdenten einen Mann, der sich die Diktatur wolle anma⸗ ßen, welchen Diktator die Schweiz nicht anerkennen werde. Bern lehnt diese Zumuthung energisch ab, er vertrete und kämpfe nur für An sichten und Prinzipien, welche die ganze schweizerische Bevölkerung mit ihm theile. Waadt und Genf glauben, daß der vierte Antrag, auf Verbot der Werbungen, nur eine Einladung an die Kantone sei, welche dieselbe befolgen könnten oder auch nicht; allein sie wurden von Bern bitter belehrt, daß es ein Befehl sei, dem nöthigenfalls die Schwei so gut Respekt zu verschaffen wissen werde, als sie vor kurzem der Tagsatzungs Beschlüssen Nachachtung zu verschaffen gewußt habe Freiburg will die Minorität doch besser respektirt und nicht ver⸗ dächtigt wissen. Als Gesandter eines ehemaligen Sonderbundstandes erklärt er, daß die überstürzten Maßregeln von Aargau den Sonder bund ins Leben gerufen hätten und dadurch die Liberalen in Frei burg unterdrückt worden seien. Es werden dann noch mehrere Amendements gestellt, z. B. von Zürich: daß die zwei aufgebotenen Bataillone von Zürich und St. Gallen ent⸗ lassen und nur aufs Piket gestellt werden sollen. Interessant und für die Anhänger der lombardischen Sache nicht erfreulich lautend waren die Eröffnungen des Bundes⸗Präsidenten über eine Unter⸗ redung des Bundes⸗Präsidenten mit dem bekannten Abgeordneten Prinetti, wonach er in seiner Meinung, daß es den Lombarden nicht rein um die Republik, sondern um der Schweiz ganz fremdartig Interessen zu thun sei, nur bestärkt worden sei. Die verschiedenen Amendements blieben in der Minderheit. (Die Abstimmung über die Anträge der Kommission ist schon vorgestern berichtet.) 8 Sitzung vom 15. Mai. In dieser Sitzung entspann sich eine Verhandlung über die Zulassung des ersten Gesandten von Uri, Herrn Muheim, weil derselbe das Manifest des Sonderbundes unter⸗ zeichnet hat. Es wurde mit 17 ½ Stimmen die Zulassung des Ge- sandten ausgesprochen. 1 Sitzung vom 16. Mai. (Bas. Ztg.) In der heutigen Sitzung der Tagsatzung wurde der Verfassungs⸗Rath mit große Mehrheit beseitigt. Die Frage über das Repräsentations⸗Verhältnif kam noch zu keinem Entscheide. Wahrscheinlich wird sich die Mehr heit für das Zweikammer⸗System aussprechen. b

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wissenschaft und Kunst. Königliches Opernhaus. Tell. Herr Pecz: Arnolbd. (Den 19. Mai.)

Ein Gast, Herr Peez aus Wiesbaden, der bereits am 12ten als Raoul in den „Hugenotten“ auftrat, verschaffte uns am verflossenen Frei⸗ tag den Genuß, Rossini's „Tell“ einmal wieder zu hören. Unstreitig ist „Tell“ eine der gediegensten und geistreichsten dramatischen Schöpfungen dieses Komponisten. Der italienische Maestro verleugnet sich und saine ger wöhnliche Schreibweise darin fast gänzlich, indem es ihm gelang, ein V. fch hinzustellen, das sich, bei reichster Melodiefülle, durch echt ee. 8 Recitative, einfache Cantilene, ausdrucksvolle Chöre und interessante In⸗ strumentirung, mit einem Worte, durch musikalischen Gehalt zu einem eben

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