1848 / 47 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

aufrecht als Nation. Wo wir wirklich gehandelt haben, können wir es verantworten. Aber handeln wir rascher, damit wir nicht über⸗ holt werden. Der Bundestag, der in der schleswigschen Sache uns vorausgeeilt ist, der in diesem Augenblicke eine Botschaft an den Kö⸗ nig von Sardinien gesendet hat, die uns den Krieg im Süden brin⸗ gen kann, will uns, so scheint es wenigstens, in den Hintergrund stellen. Wer steht uns dafür, daß die Männer, die Jahre lang den Fuß auf dem Nacken des Volkes gehabt haben, jetzt für das Volk handeln? und es sind ja an der Spitze der Regierungen wie der

Heeere meist noch die alten. 88 8A b

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Oesterreich. Wien, 17. Juni. (Wien. Ztg.) Der Mi⸗ nister des Innern hat am 16ten d. das nachstehende Kaiserliche Ka⸗ binetsschreiben erhalten:

„Lieber Freiherr von Pillersdorff! Nachdem Ihnen die Verhältnisse bekannt sind, welche bis jetzt die Bil⸗ ung eines neuen Ministeriums verhinderten, so muß Ich Ihnen zu beden⸗ ken geben, mit welchen Nachtheilen für das allgemeine Wohl es verbunden wäre, wenn Sie in diesem Augenblicke, ganz kurze Zeit vor der Eröffnung es Reichstages, die Leitung des Ministeriums durchaus zurücklegen wollten.

Ich darf wohl von Ihrer Vaterlandsliebe und von Ihrer Mir bewie⸗

senen Hingebung für den constitutionellen Thron mit Zuversicht erwarten, daß Sie Mir in diesem entscheidenden Augenblicke ihre ersprießlichen und eifrigen Dienste nicht entziehen werden, und Ich fordere Sie daher auf, unter Ihrem Präsidium ein Ministerium zusammenzusetzen, wie Sie es zur Erreichung der Uns vorliegenden hochwichtigen Aufgabe geeignet erkennen.

Innsbruck, am 12. Juni 1848.

Ferdinand.“

Der Minister hat in Folge dieser Aufforderung mit Hintan⸗ setzung aller anderen Gefühle Sr. Majestät sogleich in Ehrfurcht er⸗ wiedert, daß da, wo seine Vaterlandsliebe und seine Hingebung für den constitutionellen Thron aufgerufen wird, er sich diesem Rufe nie entziehen werde, daß er sich aber die Bitte erlauben müsse, die defi⸗ nitive Erklärung, ob er Sr. Majestät ein Ministerium vorzuschlagen im Stande sei, bis zur Zurückkunft des Kaisers verschieben und an die Bedingungen knüpfen zu dürfen, daß er erstens die Beruhigung erhalte, ob das Vertrauen der Völker, bei welchen er das Organ der hochherzigen Bestrebungen Sr. Majestät für ihr Wohl sein soll, ihm in dieser Stellung entgegen kommt, daß er sich zweitens der Mit⸗ wirkung der aufgeklärten Männer versichern könne, welche ihn bei diesem schwierigen Unternehmen zu unterstützen berufen werden; daß er endlich mit Zuversicht und Vertrauen seine Kräfte der Befestigung und Entwickelung der constitutionellen Freiheiten widmen könne, deren Gewährung eine so glorreiche Epoche der Regierung Sr. Majestät bezeichnet.

Se. Majestät hat mittelst Entschließung vom 14ten l. M. die Entscheidung des Ministerraths, wodurch die Einsetzung eines ver⸗ antwortlichen Regierungsrathes in Prag und die Erklärung, daß der⸗ selbe von dem Ministerrathe unabhängig sei, als ungesetzlich erklärt wurde, bestätigt. Zugleich wurde auf Antrag der Minister eine Kom⸗ mission ernannt, welche den Entwurf einer Organisirung der Verwal⸗ tungs⸗Behörde in Böhmen zu bearbeiten und auf gesetzlichem Wege vorzulegen hat.

Dem Ministerrath ist am 16ten unter den Mittheilungen aus Innsbruck die Nachricht zugegangen, daß Se. Majestät in den näch⸗ sten Tagen die Rückreise antreten und sich zunächst nach Ischl bege⸗ ben wird; da der Aufenthalt daselbst nur wenige Tage dauern wird, so dürfte Se. Majestät bald hier eintreffen.

858 Wiener Ztg. enthält in ihrem amtlichen Theile Feol⸗

endes:

8 „Nachdem die erfreuliche Nachricht von der Einnahme Vicenza's ange⸗ langt ist und die österreichische Waffenehre durch so viele ausgezeichnete Thaten sich wieder auf das glänzendste in ihrem alten Ruhme bewährt hat, so wurde der gegenwärtige Augenblick geeignet gefunden, die ersten Schritte zu einer dauerhaften Aussöhnung und friedlichen Ausgleichung mit der provisorischen Regierung zu Mailand zu machen und mit derselben Un⸗ terhaudlungen anzuknüpfen. Es war dieser Zeitpunkt um so passender, da die gegenwärtige imponirende Stellung unserer Armee es erlaubt, den For⸗ derungen der Humanität Gehör zu geben, ohne die Früchte so großer Auf⸗ opferung und solchen Heldenmuthes preiszugeben. Im gleichen Sinne ist Feldmarschall Radetzly ermächtigt und aufgefordert worden, um weite⸗ res Blutvergießen zu vermeiden, inzwischen eine, wenn auch nur vorüber⸗ gehende Waffenruhe zu bewirken.“

Dem Ministerium des Innern ist nachstehende, von der abgesen⸗ deten Hof⸗Kommission in Prag gestern um 8 Uhr Morgens expedirte telegraphische Depesche zugegangen: „Der Fürst Windischgrätz hat seinen Dienstposten niederzulegen sich entschlossen. Graf Mensdorff übernimmt provisorisch das Kommando. Es läßt sich Ruhe erwarten. Die Kanonade ist eingestellt. Die Truppen werden in dem Maße, als Barrikaden abgeräumt werden, einrücken gemacht.“

Eine zweite telegraphische Depesche aus Prag vom 16. Juni, halb neun Uhr Abends und von dem prager Bürgermeister aus⸗ gehend, lautet: „Da die Bürger und Studenten der Stadt bereit sind, die Ordnung herzustellen, so stellt der Bürgermeister die Bitte, durch den Telegraphen bestätigen zu lassen: Das Militair rückt mit Ausnahme der Grenadiere in die Stadt ein, und es dürfen bis zur Erledigung der von unserer Deputation an den Kaiser und unser Mi⸗ nisterium abzugebenden Petition keine Verhaftungen oder Hausdurch⸗ suchungen von Seiten des Militairs vorgenommen werden. Die De⸗ putation geht heute noch nach Wien ab. Prag ist in der gefährlich⸗ sten Lage, es ist eine schnelle Erledigung nöthig.“

„Pillersdorff erwiederte durch den Telegraphen: „Das Ministerium könne die heute verlangte Bestätigung nicht ertheilen, jedoch seien die Hofcommissgire dazu ermächtigt, wenn sie die Herstellung der Ruhe dadurch gesichert erkennen. Es sei sich daher mit der Bitte an diese zu wenden. Die Deputation werde erwartet, und die Mittheilung ihrer Bitten an die Hofcommissaire würde die Erledigung derselben befördern.“ Die Lpzg. Ztg. berichtet noch Folgendes über die Vor⸗ gänge in Prag:

DP 7 0 . 2

„Dresden, 17. Juni, Morgens 6 Uhr. Das Dampfschiff „die Con⸗ stitution“ kam endlich um 12 Uhr Nachts hier an; durch die Leute desselben erfuhr man, daß vorgestern vom Morgen bis zum Abend in die verbarri⸗ kadirten Straßen und auf die Aufrührer geschossen worden. Die Unseligen wollen sich nicht ergeben und nicht die Barrikaden wegräumen; ihre Stel⸗ lung ist, wie ich schon früher angegeben, im wirklichen Innern der Stadt nach dem Judenviertel zu, dessen Straßen sie auch innehaben sollen. Auch auf der Kleinseite sollen Andere sich festgesetzt haben; da haben sie aber ei⸗ nen höchst gefährlichen Posten, indem sie vom Hradschin zusammengeschossen werden können, So hat der Kommandirende eine Aufforderung an alle Bewohner der Stadt ergehen lassen, daß, wer nur wolle, die Stadt verlassen möge, da er dieselbe von den Wällen und den Höhen mit Kanonen beschießen lassen werde. So sind denn noch vorgestern eine große Zahl der Einwohner nach allen Seiten ausgezogen. Das Dampsschiff allein förderte dreihundert nach

Außig, Teplitz ꝛc. Hierher kamen keine der Flüchtigen, als mit dem sächsi⸗ 2 Dampfschiff, das schon um 7 Uhr hier ankam, zwei prager Damen. Graf Mersdorf kam vor drei Tagen als Abgesandter des wiener Ministe⸗ riums nach Prag und wurde von den Bürgern mit Jubel empfangen. Das Kriegs⸗Ministerium bringt folgenden Bericht des Feldmar⸗ schall⸗Lieutenant Fürsten Windischgrätz aus Prag vom 13ten d. M. wörtlich zur allgemeinen Keuntniß: „Die schon seit einigen Tagen hier bestandene Aufregung, welche alle Vorsichtsmaßregeln nothwendig machte, ist heute den 12ten d. Vormittags 10 Uhr ganz unerwartet in dem Momente, als die gutgesinnte prager Bür⸗

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Prschaf ihre Deputation an mich in der Stärke von 200 Menschen in das eneral⸗Kommando abschickte, um mich ihrer ganzen Ergebenheit und Auf⸗ opferung für die Erhaltung der Ruhe und Ordnung im Innern der Stadt zu versichern, in Thätlichkeiten übergegangen, als diese Deputirten das Ge⸗ neral⸗Kommando verließen, bei welcher Gelegenheit dieselben von der in der Zwischenzeit auf dem Roßmarkte versammelten Uebelgesinnten, bestehend aus einer großen Anzahl Studenten aller Fakultäten, der hier bestehenden Na⸗ tionalgarde⸗Abtheilung Swornost und einer großen Anzahl erwerbsloser Arbeiter, verfolgt und auf dieselben geschossen wurde. 2 „In Folge dieses betrübenden Ereignisses wurde die hiesige Garnison allarmirt, und sämmtliche Truppen nahmen die ihnen schon im voraus an⸗ gewiesenen Allarmplätze rin, und größere Abtheilungen wurden an die am meisten bedrohten Punkte, nämlich zu dem Carolineum und dem Museum⸗ Gebäude, entsendet, wovon ersteres von der Studenten⸗Legion, letzteres aber von der Swornost mit einem heftigen Gewehrfeuer vertheidigt wurde; dem lebhaften Angriffe der Truppen gelang es jedoch, diese beiden Etablissements in kurzer Zeit zu erstürmen; es entspann sich sofort ein lebhaftes Gassenge⸗

fecht, und es wurde in der Zeltnergasse und in der Nähe des General⸗

Kommando’'s, so wie auf dem sogenannten Graben, aus vielen Fenstern gefeuert.

„Während dieses Gefechtes wurden in allen Straßen der Stadt und auf der steinernen Brücke mit der größten Schnelligkeit Barriladen errichtet, wodurch die Communication zwischen der Altstadt und Kleinseite unter⸗ brochen wurde; jedoch gelang es der Truppe, alle zur Brücke führenden Barrikaden in den Gassen und auch auf der Brücke zu beseitigen, und so wurde die Communication zwischen der Altstadt und Kaeinseite wieder eröff⸗ net und bis jetzt frei gehalten, nichtsdestoweniger wurde ununterbrochen in den Gassen und aus den Häusern geschossen, welches bis gegen 9 Uhr Abends anhielt und dann verstummte.

„Der Verlust an Todten und Verwundeten läßt sich jetzt noch nicht an⸗ geben, und es befinden sich unter ersteren der Major und Grenadier⸗Batail⸗ lons⸗Kommandant von Van der Mühlen von vakant Baron Reisinger⸗In⸗ fanterie, und die Verwundungen des Herrn General⸗Majors von Rainer durch einen Prellschuß auf die Brust, dann mehrerer Stabs⸗ und Ober⸗ Offiziere sind zu betrauern. Während der Nacht von 10 2 Uhr verhielt sich Alles ruhig, und cs steht zu erwarten, daß die Ruhe ohne besondere Störung bis früh fortbestehen wird.“ 8

Der Feldmarschall Graf Radetzky hat nach der Einnahme von Vicenza und noch vor seiner Rückkehr nach Verona aus dem Haupt⸗ quartier Longare vom 11. d. M. mittelst Courier dem Kriegs⸗Mini⸗ sterium die Abschrift der Convention eingesendet, mittelst welcher Vi⸗ cenza’ den Kaiserlichen Truppen übergeben wurde. Sie lautet: Convention, geschlossen mit den Kaiserlichen Truxppen zur Räumung der Stadt Viecenza durch die Truppen Sr. Heiligkeit Pius 1IX. Art. 1. Die päpstlichen Truppen verlassen Vicenza mit allen Kriegsehren um ½ 12 Uhr und marschiren auf dem kürzesten Wege über Este und Rovigo hinter den Po. Art. 2. Die in gegenwärtige Convention aufgenommenen päpstlichen Truppen verpflichten sich, während drei Monaten nicht gegen Oesterreich zu dienen. Nach Verlauf dieser Zeit sind sie dieser Verpflichtung entbunden. Art. 3. Nachdem der General Durando Sr. Excellenz dem Feldmarschall Radetzkv die Bewohner der Stadt und Previnz Vicenza auf das angele⸗ gentlichste empfohlen hat, um für alles Vorgefallene nicht verantwortlich ge macht zu werden, so giebt der Feldmarschall das Versprechen, dieselben in jeder Beziehung nur nach den wohlwollenden Grundsätzen seiner Regierung zu behandeln.

Casa Balbi unweit Vicenza am 11. Juni 1848 um 6 Uhr Morgens.

Im Auftrage und mit Vollmacht Sr. Excellenz des Feldmarschalls Grafen Radetzky, der Feldmarschall⸗Lieutenant und General⸗Quartiermeister der Armte,

von Heß. Der Bevollmächtigte für den General Durando * Qberst⸗Lieutenant C. Alberi.“

Triest, 14. Juni. (J. d. Oest. Lloyd.) Der Gouverneur des Küstenlandes hat nachstehende Bekanntmachung erlassen:

„Das Kommando der feindlichen Flotte hat von der Blokade⸗Erklä⸗ rung gegen die Stadt und die Rhede von Triest eine besondere Mittheilung an sämmtliche hier residirende Konsuln fremder Mächte gemacht. In der

diesfällig an dieselben gerichteten Zuschrift kommt folgende Stelle vor:

„„Da der Fall sich ergeben könnte, daß die italienischen Seedivisionen wäh⸗ rend des Blokus irgend eine Militair⸗Operation gegen Triest unternehmen, so haben die Admirale die Ehre, wegen der für angemessen zu haltenden Maßregeln Sie davon in Kenntniß zu setzen.““

„Da man dies als die Vorankündigung eines feindlichen Angriffs ge⸗ gen Triest bei Nacht oder bei Tage betrachten muß, so erachtet es der Un⸗ terzeichnete als seine Pflicht, die ganze Bevölkerung davon in Kenntniß zu setzen; ihr übrigens versichernd, daß alle Maßnahmen zur kräftigsten Ver⸗ theidigung des hiesigen Platzes getroffen worden sind, und wie bisher auf den wirksamen Beistand sämmtlicher Einwohner zählend.

Trriest, 14. Juni 1848. Der Gouverneur des austro⸗illyrischen Küstenlandes. -. Robert Altgraf von Salm.“

Das Journ. d. Oest. Lloyd theilt die von dem sardinischen Contre⸗Admiral Albini an den hiesigen Konsul der vereinigten Staa⸗ ten von Nord⸗Amerika gerichtete Antwort mit:

Rhede von Triest, 27. Mai 1848.

„Verehrtester Herr! Ich habe die Ehre, Ihnen den Empfang der auch von verschiedenen in Triest residirenden Konsuln fremder Mächte unterzeich⸗ neten Note zu bestätigen, welche Sie mir am 24sten l. M. am Bord der Königlichen Fregatte „S. Michele“, auf welcher die Flagge meines Komman⸗ do's weht, zugemittelt haben. In Erwiederung auf dieselbe beehre ich mich Ihnen zu eröffnen, daß die Kriegsschiffe Sr. Majestät des Königs von Sardinien, so wie die übrigen mit ihr vereinten, eben so sehr, wie sie das Völkerrecht in allen seinen Theilen achten werden, doch auch entschlossen sind, sich in keinem Stücke dessen zu begeben, wozu sie der Kriegszustand berech⸗ tigt, in welchem sie sich gegen Oesterreich befinden, welches die Stadt und den Hafen von Triest in einen Kriegsplatz verwandelt hat. Indem ich Sie hiervon in Kenntniß setze, muß ich noch erwähnen, daß, da die Dampsböte des Lloyd zum Theile von der österreichischen Regierung armirt worden sind, dieselben von nun an als feindliche Kriegsschiffe betrachtet werden sollen. Ich bitte Sie, von dieser meiner offiziellen Anzeige alle Herren Konsuln in Kenntniß zu setzen, welche die erwähnte Note mit ihrer Unterschrift beehrten, und gleichzeitig die Ausdrücke der tiefsten Ergebenheit entgegenzunehmen, womit ich die Ehre habe zu sein

Ihr 3 gehorsamster und ergebenster Diener

Der Contre⸗Admiral, Marine⸗Kommandant Sr. WE Majestät,

Albini.

Die Konsuln erließen hierauf folgende Replik: 8. 8

„An den Herrn Contre⸗Admiral Sr. Majestät des Königs von Sar⸗ dinien, Kommandanten der unter seinem Befehle vereinigten Kriegsschiffe im Adriatischen Meere. 6 .

„Die Zuschrift, welche Ew. Excellenz am 27sten l. M. an den Heirn Konsul der Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika gerichtet haben, ist auf Ihren Wunsch durch ihn den Unterzeichneten mitgetheilt worden. Diese Depesche giebt ihnen Anlaß, ihre Proteste vom 24sten I. M. in ihrer gan⸗ zen Ausdehnung zu bekräftigen. Die Konsuln der Staaten, welche einen Theil des deutschen Bundes bilden, bekräftigen nochmals Ew. Excellenz ins⸗ besondere, daß jeder Angriff gegen den Hafen und die Stadt von Triest ein Angriff gegen den ganzen dentschen Bund sein würde. Ew. Excellen; geben uns durch Ihre Bemerkung in Betreff des österreichischen Lloyd Anlaß, die Meinung zu äußern, daß, mit Ausnahme von drei Schiffen, welche die Re⸗

jerung Sr. Majestät des Kaisers für ihren Dienst verlangt hat, die Dampf⸗ swift dieser Anstalt nicht als Kriegsschiffe betrachtet werden können, und daß alle Regierungen dabei lebhaft interessirt sind, daß der Postdienst und der Passagier⸗Transport mit ihren Dampfböten nach Griechenland, der Türkei und Ostindien keine Unterbrechung erleide. Wir wiederholen Ew. Excellenz die Versicherung der vollkommensten Hochachtung, mit welcher wir die Ehre haben zu seimn Herr Admiral

Ihre sehr .

W“ (Folgen die Unterschriften der Konsuln. Trriest, den 28. Mai 18492 3 S1n

Roveredo, 8. Juni. (A. Z.) Der Staats⸗ und Konfere 3⸗

Minister, Graf von Hartig, bevollmächtigter Kommissar Sr. Majestät des Kaisers, welcher am verflossenen Sonntage in der Richtung nach Verona hier durchpassirte, ist in der vergangenen Nacht wieder hier eingetroffen und hat seinen Sitz hier aufgeschlagen.

Innsbruck, 13. Juni. (A. Z.) Gestern kam Schelib Efendi, Botschafter der hohen Pforte am Kaiserlichen Hofe, hier an. Auch befindet sich eine Deputation aus Brünn hier.

Heute Vormittag um 9 Uhr begann die erste Sitzung unseres Provinzial⸗Landtags. Es wurde die Geschäftsordnung angenommen und dann zur Wahl eines Präsidenten und dessen Stellvertreter für die Dauer dieses Landtages geschritten. Zum Präsidenten wurde Leopold Graf von Wolkenstein, zu dessen Stellvertreter, nach zweiter Wahl, Dr. Schuler gewählt. Hierauf wurde ein Ausschuß von 18 Mitgliedern bestimmt, um einen Verfassungs⸗Entwurf zu berathen und auszuarbeiten, und ein anderer von 12 Mitgliedern, welcher über 12 8e Einrichtnng des Gemeindewesens Anträge zu stel⸗ en hat.

Botzen, 11. Juni. (A. Z.) Heute Nachmittag trafen über tausend Italiener, welche bei Curtatone gefangen worden, unter Es⸗ korte von einigen Dragonern und wenigem Linien⸗Militair, dem zwei und eine halbe tyrolische Schützen⸗Compagnie beigegeben waren, hier ein. Es ist fast durchweg schmächtiges, unreifes Volk, ohne militai⸗ risches Aussehen, ein großer Theil Buben von 15 bis 18 Jahren; sie sollen zumeist Neapolitaner sein. Wohin die armen Leute bestimmt sind, weiß man nicht; nur so viel ist gewiß, daß sie morgen nach Brixen abgeführt werden. In Trient wurde ihnen, nach der Aussage mehrerer Schützen von der Eskorte, die unzweideutigste Theilnahme öffentlich bezeugt. Die Kavallerie war bei der Ankünft des Zuges, Abends 10 Uhr, genöthigt, wegen bedrohlichen Gedränges die Stra⸗ ßen zu säunbern und die Hausthüren sperren zu lassen. Zurufe, Zei⸗ chen und Geschenke in Geld und Lebensmitteln wurden den Gefange⸗ nen reichlich zu Theil, während unser Militair sammt den Schützen zornige Blicke die Fülle mit auf den Marsch bekam.

Rivoli ist für den Augenblick von den Piemontesen besetzt. Oberst Zobel zog sich, von fünffacher Uebermacht angegriffen, zurück und überließ es dem Feinde. Dadurch ist die Communication auf dieser Straße unterbrochen. 8

Hannover. Hannover, 16. Juni. (Hannov. Ztg.) Zufolge einer Depesche des General⸗Lientenants Halkett aus dem Hauptquartiere Flensburg vom 15. Juni sind das zweite leichte Batailion und die dritte Fuß⸗Batterie bei der Armee einge⸗ troffen. Capitain Dammert ist an den Folgen seiner Verwundung gestorben; den übrigen Verwundeten geht es den Umständen nach gut. Capitain von Schulzen geht zu seiner völligen Wiederherstel⸗ lung nach Lüneburg. Am 18. Juni wird ein Wechsel in den Can⸗ tonnements der Armee eintreten.

Baden. Karlsruhe, 17. Juni. (Karler. Ztg.), Ge⸗ stern Abend wurde die hiesige, aus vier Bannern bestehenre Bürger⸗ wehr auf dem großen Ererzierplatze durch einen Besuch Sr. Königl. Hoheit des Großverzogs erfreut. Von dem Prinzen Friedrich, dem Präsidenten des Kriegs⸗Ministeriums, Genergl Hosfcann, und einem zahlreichen Generalstabe begleitet, solgte Se. Königl. Hohest dem Aufmarsche der vier Banner, beritt sodann die Front, ließ verschie⸗ dene Bewegungen ausführen und hierauf in Zügen vorbeimarschiren. Vor dem Vorbeimarsche wurde dem Großherzoge von den versam⸗ melten Abtheilungen ein dreimaliges Hoch gebracht, welches der Herr⸗ scher mit einem Hoch auf die karlsruher Bürgerwehr erwiederte.

Hessen und bei Rhein. Darmstadt, 16. Juni. Ein Extrablatt der Darmst. Ztg. vom heutigen Tage Nachmittags vier Uhr meldet Folgendes: „Se. Königliche Hoheit Ludwig der Zweite, Großherzog von Hessen und bei Rhein ꝛc., ist heute Nachmittag um 3 Uhr an Entkräftung in Gott verschieden. Der Höchstselige war am 26. Dezember 1777 geboren und hatte am 6. April 1830 die Regierung angetreten. Das schmerzliche Ereigniß erfüllt die höchste Familie, so wie alle Bewohner der Residenz, mit tiefer Trauer, und wird dasselbe Gefühl sich gewiß des ganzen Landes bemächtigen.“

(Hess. Ztg.) Die erste Kammer der Stände hat in ihrer gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen: „In Anwendung des Art. 100 der Verfas⸗ sungs⸗Urkunde ihren Sitzungen eine größere Oeffentlichkeit durch Zu⸗ lassung von Zuhörern zu geben und demgemäß die Staats⸗Regierung zu ersuchen, die hierzu nöthigen Einrichtungen baldmöglichst veranlassen zu wollen.“ 6“

Der Abgeordnete Wernher hatte früher die kurze Motion ge⸗ stellt: „Ich beantrage, daß sich die Kammer vor Allem mit der Dis⸗ kussion über die Organisation der Verwaltungs⸗Behörden, über die Dienstpragmatik, über die Standesherren, über die Bürgerbewaffnung, über das Kultusgesetz, über die Wahlordnung für das Parlament, über die Wahlordnung für die Kammer, beschäftigen, sonstige Gegen⸗ stände nur beiläufig zulassen und nach Beendigung dieser sieben Ge⸗ schäfte eine Auflösung nachsuchen möchte.“ Nun hat der Ausschuß dahin berichtet:

„Ihr dritter Ausschuß ist mit dem Antragsteller im Allgemeinen ein⸗ verstanden und geht hierbei von der Ansicht aus, daß, nach der staatgefun⸗ denen Umwandlung der öffentlichen Verhältnisse, es wünschenswerth erscheint, daß die gegenwärtige, nach der Wahlordnung vom 22. März 1820 ge⸗ wählte Stände⸗Versammlung aufgelöst und eine neue durch ein Wahlgesetz berufen werde, welches den Anforderungen der Zeit entspricht. Von den im Antrag namhaft gemachten Gegenständen sind nunmehr noch die Vorlagen über Ablösung der Lehen, der Weide⸗Berechtigung auf landwirthschaftlichem Boden, Abänderung der Dienst⸗Pragmatik und die Wahl⸗Ordnung für die Landstände zurück. Der Minister von Gagern hat in der Sitzung der zwei⸗ ten Kammer die Ansichten der Staats⸗Regierung über den hier behandelten Antrag mitgetheilt, war brauchen deshalb nur auf das betreffende Protokoll Bezug zu nehmen. Seitdem sind die versprochenen Gesetze über Einführung der Oeffentlichkeit und Mündlichkeit in Strafsachen und Schwurgerichte, so wie über Allodification der Erb⸗Lehen und Landsiedel⸗Lehen, uns vorgelegi worden, und wir können überzeugt sein, daß in der Kürze die letzten der vom Ministerium des Innern und der Justiz zugesagten Gesetze zur Vor⸗ lage kommen werden. Ihr Ausschuß glaubt sich veranlaßt, hier den Wunsch aussprechen zu müssen, daß auch das Finanz⸗ Mi⸗ nisterium durch produktive Thätigkeit den Landständen baldige Gelegenheit geben werde, zur Hebung der Finanzen mit beitragen zu können, namentlich durch Vorlage von Gesetzen über Besteuerung des Fetommens, verhältnißmäßige Besteuerung der geistigen Getränke, Abänderung des Ge⸗ werbesteuer⸗Gesetzes mit gleichzeitigem Schutze der Arbeit gegen 18 Fapi⸗ tal, progressive Besteuerung des Grund⸗Vermögens und x Vorlagen, welche die so sehr nöthigen und vielfach möglichen ekndent im Pig haushalte zum Zweck haben. In Betreff, bvedans Fic A an 8 schuß die Ueberzeugung, daß eine definitive J 8 dg. möglich ist, ohne daß vorher die Versassungs⸗Urkunde unsere e der konstituirenden National⸗Versammlung in Frankfurt entsprechende Ab⸗ 4 ““ g aber jedenfalls von den gegenwärtigen Land⸗ änderung gefunden hat, daß a eewhochas e ständen zur Wahl der zukünftigen Sn Hg ssorisches Wahlgesetz auf mög⸗ lichst freisinnige Basis gegründet, veas werden müsse, und die Staatsregierung um baldige Vorlage eines Entwurfs zu ersuchen sei. Ihr dritter Ausschuß trägt hiernach darguf al, die Kammer möge beschli zen, daß die Großherzogliche SeeF gung zu ersuchen sei, alle berührten dringenden Gesetz mögli st bald an dir Sfante Fesanzen zu lassen und nach deren Verabschiedung, sobald es die Verhältnisse erlauben, die

Landstände aufzulösen.“

bewahren wird,

as Regierungsblatt enthält nachstehenden Erlaß an die Kriegsdienstpflichtigen des Großherzogthums:

„Wir haben wahrgenommen, daß man sich an mehreren Orten des Großherzogthums bemüht, unter den Kriegsdienstpflichtigen, welche bei der diesjährigen Musterung zu erscheinen haben, die Ansicht zu verbreiten, daß der Vollzug dieser gesetzlichen Maßregel hinanszuschieben sei, und daß Pe⸗ titionen in diesem Sinne vorbereitet oder gar Aufforderungen zum Ungehor⸗ sam gegen das Gesetz erlassen werden. Freies Petitionsrecht ist allen Hes⸗ sen gewährt, allein einer auf Einstellung der diesjährigen Musterung ge⸗ richteten Bitte vermögen wir nicht statt zu geben, weil sie mit dem Gesctz, den Pflichten gegen das deutsche Vaterland und mit dessen Wohl unver⸗ träglich ist. Aufforderungen zum Ungehorsam gegen das Gesetz sind dem Strafgesetz unterworfen, und die Behörden werden pflichtgemäß gegen die Urheber und Verbreiter solcher Aufforderungen vorschreiten. Wer sich der Musterung entzieht, hat nach dem Gesetz empfindliche Nachtheile und Strafen zu gewärtigen, vor welchen ernstlich zu warnen das Großherzogliche Ministerium sich verpflichtet halt. Se. Königl. Hoheit der Erbgroßherzog und Mitregent haben bereits in einem Erlaß vom 6. März d. J. auf eine Vorstellung der Magistratur der Stadt Mainz verkündigt, daß Sie Verminderung des stehenden Heeres wünschen und zuversichtlich erwarten, daß dieselbe eintreten werde, sobald die Veꝛhält⸗ nisse Deutschlands zum Auslande es gestatten. Wegen der Volksbewaff⸗ nung ist, der Proclamation vom 6. Marz d. J. gemäß, ein Gesetz⸗Entwurf an die Stände des Großherzogthums gelangt, worüber die verfassungs⸗ mäßige Verhandlung noch nicht beendigt ist. Allein eine Umgestaltung der deutschen Wehrverfassung hängt nicht von dem Großherzogthum Hessen allein ab. So lange die jetige Wehrverfassung nicht durch allgemeine Beschlüsse für ganz Deutschland geändert ist, muß sie ohne Aufschub vollständig in Vollzug gesetzt werden, wenn das von Gefahren umringte Vaterland nicht ein Bild der Auflösung und Uneinigkeit darbieten soll, das seine Feinde zum Angriff ermuntern würde. Zum Vollzuge der dermaligen Wehrverfas⸗ sung gehört aber, daß das ausgedehnte Geschäft der Vorbereitung zur Ei⸗ gänzung der Mannschaft regelmäßig und rechtzeitig vorgenommen werde. Die Behörden sind angewiesen, den regelmäßigen Gang dieses hochwichtigen Geschäftes in jeder Beziehung zu verfolgen. Darmstadt, den 12. Juni 18418. 1

Großherzoglich hessisches Ministerium des Innern.

Eigenbrodt. von Lehmann.“

Dasselbe Blatt meldet ferner, daß Se. Königl. Hoheit der Erb⸗ großherzog und Mitregent dem Staats⸗Minister Heinrich von Ga⸗ gern auf sein Nachsuchen die (bereits erwähnte) Entlassung aus dem Staatsdienste bewilligt und einstweilen dem Finanz⸗Minister C. Zim⸗ mermann den leitenden Vorsitz bei den Sitzungen des Gesammt-Mi⸗ nisteriums, dem Geheimen Staatsrath W. Hallwachs die Leitung des Ministeriums des Hauses und des Aeußeren und dem Ministe⸗ rialrathe R. Eigenbrodt die Leitung des Ministeriums des Innern übertragen habe. 1

8 42— 1 ] Darmstadt, 17. Juni. Die heute erschienene Nummer des

Rexgierungeblattes enthält nachstehende Verkündigung, das Ab⸗

leben Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs Ludwig II. von Hessen und bei Rhein ꝛc. ꝛc. betreffend: b 1

„Ludwig III., von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein ꝛc. ““ 1 „Dem Allmächtigen hat es gefaͤllen, Unseres vielgeliebten und hochverehrten Herrn Vaters Königl. Hoheit, vden Großherzog Lud⸗ wg II., am heutigen aus diesem Leben abzurufen.

„Von kindlichem Schmerze bewegt, verkünden Wir dieses allen Angehörigen des Landes.

„Die bereits als Mitregenten des hochseligen Großberzoge König⸗

licher Hoheit von Uns angetretene, nunmehr vermöge Nachfolgerechts

Uns angefallene Regierung werden Wir in denselben Gesinnungen fortsetzen, die Wir beim Antritte Unserer Regierung kundgegeben, treu den in unserer Proclamation vom 6. März dieses Jahres gege⸗ benen Verheißungen, unausgesetzt bemüht für die Wohlfahrt des Lan⸗ des, welcher alle Unsere Kräfte gewidmet sind. 8 „In diesem Bewußtsein vertrauen wir Unserem Volke, daß es die Liebe und Anhänglichkeit, die es bisher zu Uns getragen, Uns ferner ihren und blicken getrost der Zukunft entgegen, die eine verhängnißvolle Zeit Uns, Unserem Volke und dem großen deutschen Vaterlande bringen wird. —„Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und des beigedrückten Staatssiegels.

Darmstadt, den 16. Juni 1848.

(L. 89) Ludwig. Eigenbnrodt.“

Schleswig⸗Holstein. Apenrade, 15. Juni. (B. H.) Die preußischen Vorposten stehen Stunde von hier. Hier hat man n einigen Stellen der Straßen das Pflaster aufgerissen und aus Bauholz, Steinen, Wagen ꝛc. Barrikaden gemacht; eben so au den erschiedenen Ausgängen der Stadt. Einige Zugänge hat man ganz errammelt. Es werden überhaupt alle Vorkehrungen zur Vertheidi⸗ ung der Stadt gegen etwaige Angriffe der Dänen getroffen

.—

Musland.

Oesterreich. Pesth, 14. Juni. (Bresl. Ztg.) Ein gegen den Erzherzog Palatin versuchtes Attentat ist von keiner besonderen Bedeu⸗ ung, indem es von einem schon seit mehreren Jahren als verrückt be⸗

kannten Engländer ausging. Derselbe wußte sich in einen inneren Kor⸗

idor des Königlichen Schlosses einzuschleichen, gab vor, er hätte Wichtiges mit dem Erzherzog zu sprechen, und als die Wache ihn zurückwies, zog er ein geladenets Pistol, ward aber leicht überwättigt. Der Vorfall erregte im Schlosse nicht geringen Schrecken, die Poli⸗ zeidiener erkannten aber bald den alten verrückten John.

Frankreich. National⸗Versammlung. Sitzung vom 15. Juni. Alle Zugänge sind frei. Die alte Ordnung scheint voll⸗ kommen hergestellt. Präsident Senard eröffnet um 1 Uhr die Sitzung. Nach Vorlesung des Protokolls wurden einige neue Deputirte zuge⸗ lassen. Dann erhielt P. Duprat das Wort. (Allgemeine Span⸗ nung.) „Bürger“, sagte er zur Versammlung, „die Umstände, in Folge deren ich meine Interpellationen an die Vollziehungs⸗ gewalt richten wollte, haben sich seitdem so wesentlich geändert, daß ich auf das Wort verzichte.“ Nach dieser getäuschten Er⸗ wartung ging man zur Tagesordnung über, die zunächst in Vor⸗ lesung einer Menge von Vorschlägen bestand, unter denen auch ei⸗ ner, von Chabaud, rücksichtlich der Seidenausfuhr, im Sinne des Gesetzes vom 2. Juni 1834. Prebois sollte hierauf seinen An⸗ trag auf völlige politische Vereinbarung Algeriens mit Frank⸗ reich näher entwickeln. Da ihn aber Krankheit von der Sitzung zu⸗ rückhielt, so las Rancé in seinem Namen ein langes Memoire vor. dem Niemand Aufmerksamkeit schenkte. Cavaignac, Kriegs⸗ Minister, dem der Inhalt auch nicht klar geworden zu sein schien, betrat dann die Rednerbühne und fragte: „Versteht der Antragsteller völlige politische Gleichstellung der Kolonie mit dem Mutterlande, gleichmäßiges Stimmrecht nach der Kopfzahl u. s. w. darunter, so bekämpfe ich seinen Vorschlag. Algerien ist ein Land, das noch sei⸗ nen barbarischen Ursprung verräth, noch lange Zeit brauchen dürfte, ehe es sich 86 französischen Sitten akklimatisirt und für unsere heimi⸗ schen Staats⸗Einrichtungen reif sein wird.“ Der Kriegs⸗Minister empfiehlt für noch so lange eine ausnahmsweise Gesetzgebung, als es die dortigen Grundverhältnisse erfordern, wenn Frankreich nicht an Einem Tage

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verlieren wolle, was es durch so lange Jahre mühsam erobert. Frankreich dürfe seine Hand nicht vom Nacken Algiers zurückziehen. Man müsse auf Algerien eher ein Trennungs⸗ als ein Gleichstellungs⸗ System anwenden. Astouin und Pascal (aus Aix) kounten sich von der Richtigkeit dieser Ansicht nicht völlig überzeugen und warfen dem ehemaligen General⸗Gouverneur geradezu vor, auch er wolle den alten Schlendrian fortbestehen lassen. Ihre Vorträge fanden wenig Gehör. Die Aufmerksamkeit war auf die Ministerbänke gerichtet, wo lebhafte Unterhaltungen gepflogen wurden. Charles Dupin und Henri Didier suchten die Aufmerksamkeit der Versammlung dem Gegenstande wieder zuzulenken, indem sie dessen Wichtigkeit hervorhoben. Pierre Lerour verlangte Ackerbau⸗Kolonieen für Algerien und sfür ganz Frankreich. Goudchaux ging von der vorliegenden Frage zu anderen Gegenständen über, sprach gegen die neuen Papiergeld⸗Milliarden der Republik und drang zur Hebung des Kredits vor allen Dingen auf Unterdrückung der National⸗Werk⸗ stätten. Duclerc, Finanz⸗Minister, protestirte gegen jede neue Schaf⸗ sung von Papiergeld. Die Versammlung beschloß dann, auf den An⸗ trag eines Mitgliedes, diese Diskussion am nächsten Tage fortzusetzen, und nachdem Favart den Kommissions⸗Bericht über den Gesetz⸗ Entwurf hinsichtlich der Reform der Wahlen für die Munzzipal⸗ Conseils und für die Departemental⸗ und Bezirks⸗Conseils vorgetragen hatte, verlas Präsident Senard einen Brief Louis Bonaparte's aus London, der folgendermaßen lautet: „London, 14. Juni. Herr Präsident! Ich war eben im Begriff, mich auf meinen Posten zu begeben, da erfohre ich, daß meine Wahl beklagenswerthen Unruhen und unseligen Irrthümern zum Vorwande dient. Ich habe mich um die Ehre, Vollsvertreter zu sein, nicht be⸗ worben, weil ich den ungerechten Argwohn kannte, dessen Gegenstand ich war; noch weniger würde ich nach der Regierungsgewalt streben. Wenn das Volk mir Pflichten auferlegt, so werde ich sie zu erfüllen wissen. (Bewegung.) Aber ich erkläre, daß ich mit allen denen nichts zu schaffen habe, die mir ehrgeizige Absichten unterlegen, welche ich nicht habe. Mein Name ist ein Symbol der Ordnung, der Nationa⸗ lität und des Ruhmes, und es würde mir lebhaften Schmerz verursachen, wenn ich sehen sollte, daß er dazu gebraucht würde, die Unruhen und Zerfleischungen meines Vaterlandes noch zu vermehren. Um ein sol⸗ ches Unglück zu verhüten, würde ich lieber im Erxil bleiben; wenn es Frankreichs Wohl gilt, bin ich zu allen Opfern bereit. Haben Sie die Güte, Herr Präsident, meinen Kollegen von diesem Schreiben Kenntniß zu geben. Ich schicke Ihnen eine Abschrift von meiner Danksagung an die Wähler. Empfangen Sie die Versicherung mei⸗ ner ausgezeichneten Hochachtung. Louis Napoleon Bonaparte.“ Der Verlesung dieses Schreibens folgte eine lange anhaltende Bewe⸗ gung. Dann bestieg der Kriegsminister, General Cavaignac, die Tribüne und sagte: „Bürger⸗Repräsentanten! E.n Mitglied der pro⸗ visorischen Regierung bemerkte vor einigen Tagen, daß nur ein Mann noch nicht gesprochen habe. Dieses Stillschweigen ist nun ge⸗ broben. Meine innere Aufregung erlaube mir nicht, Ihnen vollstin⸗ dig auszudrücken, was ich denke. Darauf aber mache ich aufmerk⸗ sam, daß in diesem Aktenstück, welches eine historische Bereutung hat, das Wort Republik nicht ausgespeochen ist. (Zeichen des Unwellens. Man ruft von allen Seiten: Es lebe di Republik!) Ich beschräuke mich darauf, der National⸗Versammlung dies Sch eihen zur aufmerk⸗ samen Betrachtung, es der ganzen Nat:on zur aufmerksamen Betrach⸗ tung und zu dauerndem Gedächtniß zu brzeichnen.“ (Berfall und wiederholter Ruf: Es lebe die Republik!) Baudin protenirt seiner⸗ seits im Namen der Repubeif gegen die Kriegs⸗Erklarung eines Prätendenten. (Bravo!) „Wir fürchten keinen i8. Bru⸗ nur! er komme!) Anthony Thouret: „Wir fürchten keinen Praä⸗ tendenten, aber es ist gut, daß man hier und in ganz Frankreich er⸗ fahre, wie ein junger Thor auf einen wohlwollenden und hochherzigen Akt der National⸗Versammlung geantwortet. Es ist gut, daß es ge⸗ sagt und laut gesagt werde: alle Anmaßungen jedwedes Pratenden⸗ ten werden vor Ihrer Verachtung in Nichts zerfließen. (Allgemeine Zustimmung.) Ich betrachte die Phrase in dem Schreiben Louis Bo⸗ naparte's: „„Wenn das Volk mir Pflichten auferlegt, so werde ich sie zu erfüllen wissen““, als einen Aufruf zur Empörung gegen die französische Nepublik. (Ja, ja!) Ich beantrage daher, Louis Bona⸗ parte sofort für einen Verräther am Vaterlande zu erklären.“ (Ja, ja! Nein, nein! Tumult.) Minister Flocon: „Ich begreife die Auf⸗ regung der Versammlung nicht, einem einzelnen Individunm gegen⸗ siber, nachdem sie am 15. Mai solche Ruhe gezeigt hat.“

Etienne Arago: „Es handelt sich um das Heil des Vater⸗ landes, um das Heil unser Aller.“ Der Präsident, unter großem Lärm: „Hören Sie doch, man bedroht Ihren Präsidenten. (Aufre⸗ gung.) Meine Herren, hören Sie; während wir diekutirten, als ich anzeigte, daß dem Schreiben eine Abschrift der an die Wähler ge⸗ richteten Danksagung beigefügt sei, als ich mit mir zu Rathe ging, ob die sich entspinnende Diskussion nicht meinerseits die Vorlesung jenes Dankschreibens erheische, und als ich darüber mit mehreren naserer Kollegen sprach, ging mir eine Drohung zu (Bewegung), deren Urheber ich kennen lernen will. Man nehme ihn auf der Stelle fest und halte ihn zurück. Er soll erfahren, was eine Dro⸗ hung gegen den Präsidenten der National⸗Versammlung zu bedeuten hat.“ Landrin: „Ich habe ihn so eben sicheren Händen überge⸗ ben lassen. Es ist ein gewisser Blum, Werkführer im Luxembourg.“ Der Präsident: „Ich fordere die Versammlung zu feierlichem Schweigen auf. Entrüstung muß sich hier durch Würde und Ruhe äußern. Man schreibt an mich: „„Wenn Sie nicht die Danksagung an die Waͤhler lesen, so erkläre ich Sie für einen Verräther am Va⸗ terlande;““ und das Billet ist unterzeichnet: August Blum, ehema⸗ liger Zögling der polytechnischen Schule.“ Corbon: „O, das ist ein Verrückter, ein Wahnsinniger, ich kenne ihn.“ Von allen Seitent „JIs, ja, es ist ein Verricktee fer Präsi⸗ dent: „Dieses Billet eines Blödsinnigen wurde mir aber so eben als das eines ehemaligen Beamteten bezeichnet. (Das ist Sache des Polizei⸗Kommissars.) Aber ich sehe nun wirklich, un wir dachten es uns wohl Alle vorher, daß es das Werk eines Blöd⸗ sinnigen ist, der auf eine Tribüne oder sonstwohin hier im Saale ge⸗ langte und jene Schrift einem dienstthuenden Burschen zuwarf, der sie mir brachte. (Man sende ihn in das Irrenhaus!) Die Ver⸗ sammlung hat Ernsteres anzuhören; der Herr Kriegs⸗Minister hat das Wort.“ General Cavaignac: „Wenn diese Drohungen eine mögliche Gefahr verbärgen, so würden Sie das Gefühl einer Pflicht⸗ erfüllung noch lebhafter machen; aber sie sind nur lächerlich; lassen wir sie beiseit. (Bravo!) Wenn ich meinen Worten, die ich sprach, als ich heute zuerst die Tribüne bestieg, nicht sogleich einen Antrag folgen ließ, so geschah es deshalb, weil ich, von dem Unwillen durch⸗ drungen, der sich Ihrer Aller bemächtigt hatte, es nicht für passend hielt, die Versammlung zu unverzüglicher Berathung aufzufordern. (Bravo!) Auch jetzt werde ich keinen Antrag stellen. Ich kann die Versammlung nur auffordern, ihre Sitzung aufzu⸗ heben und morgen diesem Zwischenfall weitere Folge zu geben.“ (Zustimmung.) Jules Favre: „Es herrscht in dieser Versamm⸗ lung nur Eine Gesinnung. (Eine Stimme zur Rechten: Das ist noch nicht ausgemacht. Man ruft dagegen: O, o!) Ich wiederhole es, und diejenigen, welche mich unterbrechen, legen sich sicherlich nicht Re⸗ chenschaft ab von dem Schimpf, den diese Unterbrechung der ganzen

muß, so wie ein Anzeichen von einem Komplott da ist.

Versammlung zufügen kann (Bravo!); ich sage also, es herrscht in dieser Versammlung nur Eine Gesinnung, und dies ist das Gefühl der vom Kriegsminister ausgesprochenen Entrüstung. Als ihr sieben⸗ tes Büreau Ihnen die Zulassung Louis Napoleon Bonaparte's als Volksvertreter vorschlug, da erhob sich kein Zweifel über die Bedin⸗ gungen dieses Beschlusses. Wenn derselbe aber zwei Tage darauf eine unverschämte Herausforderung an die National⸗Souverainetät er⸗ gehen läßt, so ist es unsere Pflicht, darauf zu antworten. (Bewe⸗ gung.) Ich bin der ⸗Meinung, daß die Versammlung nicht auseinandergehen kann, ohne einen Beschluß angenommen zu haben, durch welchen sie erklärt, daß, wenn sie jedwedes Recht ehrt, sie eben so einstimmig auch allen dynastischen Prätendenten⸗Ansprüchen entge⸗ gentritt. Ich wiederhole, daß eine Untersuchung eingeleitet werden Ich bean⸗ trage, daß das Schreiben und das beigefügte Dokument sofort den Händen des Justizministers übergeben werde.“ (Ja! jal! und große Aufregung.) Der Finanz⸗Minister: „Der ehrenwerthe Repräsentant, der so eben gesprochen, hat Ihnen gesagt, er habe, als die Absichten dieser Person in Bezug auf die Republik nicht gekannt. Die Regierung aber kannte dieselben, obwohl sie 4. nicht im Besitz hinreichender Beweise war, um darzuthun, daß der Prinz für die Thatsachen verantwortlich sei, welche zu unserer Kenntniß gekommen. Ich fordere Sie aber auf, nicht unter dem Ein⸗ druck der Sie Alle erfüllenden Entrüstung zu berathen. Einige Stunden Verzug, dabei ist keine Gefahr; ich halte dies für Ihrer 84 würdig. (Ja, ja!) Kein Zorn, meine Herren, das bitte ich Sie, dies wäre zu viel Ehre.“ (Bravo! Auf morgen!) Pascal Du⸗ prat beantragt, die Versammlung selle indeß schon heute beschließen, daß die Adresse Louis Bonaparte's an seine Wähler unterdrückt werde. (Ja, ja! Nein, nein!) Clement Thomas: „Man schlägt Ih⸗ nen vor, eine Diskussion auf morgen zu vertagen. Wenn die mir zugegangenen Nachrichten richtig sind, so werden Sie vielleicht mor⸗ gen eine Schlacht zu kämpfen haben. (Bewegung in verschiedenem Sinn. Mehrere Stimmen: Desto besser! Fin Grund mehr, die Sache auf morgen zu vertagen! Ueberweisung an die vollziehende Kommission! Ein Mitglied: Nach seinem Schreiben ist Louis Bonaparte nicht mehr gefährlich!) Wir mässen uns morgen fertig halten, für die Diskussion und für die Schlacht. (Neue Aufregung.) Ich beantrage, daß Sie jedenfalls ein⸗ stimmig erklären, es solle jeder Bürger, der es wage, die Waffen für die Sache eines vom Auslande besoldeten Prätendenten des Despo⸗ tismus zu unterstützen, für einen Vaterlands⸗Verräther erklärt wer⸗ den.“ (Zustimmung.) Etienne Arago: „Die Adresse an die Wähler ist seit einer Stunde in ganz Paris angeschagen.“ Ein Mitglied: „Sie ist nicht an uns gerichtet, wir haben nicht davon Notiz zu nehmen.“ Es entsteht von neuem heftiger Tumult. Der Finanz⸗Minister besteigt die Tribüne, kann sich aber nicht vecnehmlich machen. Endlich dringt der Präsident mit folgenden Wor⸗ ten durch: „Ich glaube, daß die Versammlung es ihrer Winde schuldig ist, in der Ordnung ihrer Arbeiten nichts zu andern. (Beifall.) Die Versammlung kann den Männern, denen sie dir Sorge übe tragen hat, über die öffentliche Sicherheit zu wachen, vollkommen vertrauen. (Ja, ja!) Legen wir nicht mehr b Gewicht als noͤthig auf einen Zwischenfall, der am Ende doch wehl weniger Bedeutung bat, als man ihm so eben auf der Tribüne ge⸗- ben wollte. (Ja, ja!) Ich halte also die Tagesordnung für mor⸗ gen aufrrcht. Ueberdies findet heute Abend, wie Sie wohl wissen, eine vertrauliche Zusammenkunft statt, in welcher wir über das, was die Versammlung eben beschäftigt hat, uns berathen können.“ (Ja,

Finanz⸗Minister Duclerc: „Ich beantrage auch Vertagung

orgen, und was die Schlacht betrifft, so seien Sie sicher, daß es dazu nicht kommen werden, und daß, wenn es dazu kommt, sie nicht gefährlich sein wird.“ Unter dem Ruf: Es lebe die Republik! wurde nun die Fortsetzung dieser Disknssion auf morgen vertagt.

Paris, 16. Juni. Heute, bei Eröffnung der Sitzung, zeigte der Präsident der National⸗Versammlung an, daß er ein zweites Schreiben des Prinzen Louis Napoleon Bonaparte, datirt aus Lon⸗ don vom 15. Juni, empfangen habe; er verlas dasselbe; Louis Bo⸗ naparte erklärt darin, daß er, um nicht Ruhestörungen in Frankreich zu veraulassen, um die Erlaubniß bitte, auf seinen Sitz in der Natio⸗ nal⸗Versammlung als Mitglied derselben verzichten zu dürfen. Diese Anzeige wurde mit allgemeinem Beifall aufgenommen. In der Adresse, welche Lonis Bonaparte unterm 11ten d. aus London an seine Wäh⸗ ler gerichtet, hat er übrigens das Wort „Republik“ nicht vermieden, sondern dazu aufgefordert, man solle sich einmüthig unter der Flagge der Republik um den Altar des Vaterlandes schaaren und der Welt das große Schauspiel eines ohne Gewaltthat, Bürgerkrieg oder Anarchie sich regenerirenden Volkes geben.“ Die Untersuchung gegen die unter der Anschuldigung eines Bonapartistischen Komplottes verhafte⸗ ten Personen geht indeß ihren Gang fort. Unter den Verhafteten befinden sich angeblich auch die Schauspielerin Gordon und der Buch⸗ drucker Thomassin, derselbe, der in dem Comité für das beabsichtigte Bankett den Vorsitz führte. 8

Thiers sitzt bereits an der Spitze des Finanz⸗Ausschusses der National⸗Versammlung an der Seite seiner ehemaligen politischen Freunde aus der alten Kammer.

Nach einer Reihe von Sitzungen ist die Verfassungs⸗Kommission nun mit ihren Arbeiten fertig geworden. Vorgestern hat sie noch zwei Hauptfragen, wegen Organisation der Magistratur und wegen der Revision des Fundamental⸗Vertrags, definiliv festgestellt. Die Ver⸗ fassung soll nach ihrem Vorschlage alle vier Jahre durch eine besondere Versammlung revidirt werden, welche in ganz Frankreich durch allgemeine Stimmgebung gewählt würde. Die Mitglieder dieser Versammlung sollen unter dem Namen von Abgeordneten zusammentreten und die Aufgabe haben, das vielleicht nur unvollständig aus den Händen sei⸗ ner ersten Urheber hervorgegangene Verfassungswerk zu vervollkomm⸗ nen. Man versichert, daß der Berichterstatter A. Marrast seine Ar⸗ beit der National⸗Versammlung schon in den ersten Tagen der näch⸗ sten Woche werde vorlegen können.

Die mit Prüfung des Cremieuxschen Gesetz⸗Entwurfs für Her⸗ stellung der Ehescheidung beagaftragte Kommisston hat sich mit großer Majorität gegen denselben ausgesprochen, und der neue Justiz⸗Mini⸗ ster will, wie es heißt, den Vorschlag seines Vorgängers zurückneh⸗ men, obgleich er ihn gutgeheißen hatte.

General Damesme, der jetzige Befehlhaber der Mobilgarde, hat an dieselbe eine Proclamation erlassen, worin er ihre bisherigen Dienst⸗ leisungen als „Soldaten der Ordnung“ belobt und die Erwartung ausspricht, sie ferner in dieser Weise fortwirken zu sehen.

Der Minister des Innern hat die Departemental⸗Behörden ange⸗ wiesen, die Vorschriften bezüglich der freigelassenen Sträflinge, die jetzt in Menge nach Paris strömen und hier die Hauptbestandtheile der Aufläufe bilden, strenger zu vollziehen und dergleichen Individuen aus den ihnen zum Aufenthalt angewiesenen Gemeinden nicht weg⸗ zulassen. Zu Ronen und Limoges sst bereits allen freigelassenen Sträflingen der Eintritt und Aufenthalt streng verboten.

Großbritanien und Irland. London, 15. Zuni. Ihre Majestät die Königin ist gestern von der Insel Wight zurückge⸗ kehrt und im Buckingham⸗Palast eingetroffen. b

er die Zulassung Louis Napoleon's vorgeschlagen,