1848 / 64 p. 3 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

EEEE““

11““

8b u.“] Bonnerssields am 4. Juni, theils bei den ersammlungen auf Cler⸗ kenwallgreen am 25., 26. und 29. Mai vor Gericht gestellt.

8

1 jen. Brüssel, 4. Juli. Die Repräsentanten⸗Kammer hat KE 1-e. Diskussion des Adreß⸗Entwurfs eröffnet und geschlossen. Die fünf ersten Paragraphen wurden dann ange⸗ nommen. Bei dem Artikel über die Beziehungen zum Auslande wünschte Herr de Haerne Aufschlüsse über die kommerziellen Ver⸗ hältnisse zu Spanien und Frankreich, namentlich ob ein gewisser un⸗ angenehmer diplomatischer Vorgang in Spanien, wovon die Zeitun⸗ gen berichten, dort den Abschluß des seit so langer Zeit gewünschten Handelsvertrages ein Hinderniß in den Weg gelegt, und was die

Regierung mit Hinsicht auf das neulich in Franköich angenommene neue Prämien⸗System, welches die Prämie auf Wollenwaaren um 50 pCt. erhöhe und auf Leinwand eine neue Prämie von 4 ¾ Ct. setze, gethan habe. Der Minister der auswärtigen Angele⸗ genheitenerwiederte, daß der Vorgang, der den belgischen Geschäftsträ⸗ ger in Spanien betreffe, keinesweges die Bedeutung habe, die ihm einige auswärtige Blätter beigelegt, und daß die Beziehungen Belgiens zu der spanischen Regierung in diesem Augenblick so freundschaftlich seien als jemals; der belgische Gesandte in Madrid, Herr de Jaegher, berichte so eben, daß er von der spanischen Regierung und von der RKönigin aufs wohlwollendste empfangen worden; also werde jener Vorfall nicht den mindesten Einfluß auf die zu hoffende Abschließung eines Handelsvertrages ausüben, nur seien durch die Ministerwe sel nd durch die letzten Unruhen in Madrid die deshalb an eknüpften Unterhandlungen natürlich gestört worden. Was die Maßregel der kanzösischen Regierung betreffe, wodurch Ausfuhr⸗Prämien für ge⸗

354

wisse Erzeugnisse der französischen Industrie, namentlich der Linnen⸗ Fabrication, bewilligt worden, so habe die belgische Regierung sofort dehanh Vorstellungen gemacht, und es werde noch darüber ver⸗ andelt.

Die Independance meldet, daß Herr Firmin Rogier (Bru⸗ der des Ministers) am 30. Juni dem General Cavaignac die Kredi⸗ tive als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister des Königs der Belgier überreicht, und daß der Chef der vollziehen⸗ den Gewalt der französischen Republik bei dieser Gelegenheit die Ge⸗ fühle der höchsten Achtung und sehr lebhafter Sympathieen für das unabhängige Belgien an den Tag gelegt habe. Er habe in sehr ver⸗ bindlichen Worten an die Gastfreiheit erinnert, welche er und sein Vater in früheren Zeiten dort genossen hätten, und dem Bevollmäch⸗ tigten versichert, daß es sein aufrichtiger Wunsch sei, die Beziehungen guter Nachbarschaft zu befestigen, welche bereits zwischen beiden Re⸗ gierungen bestehen.

Der bei der belgischen Regiernng akkreditirte, in Paris residi⸗ rende sächsische Gesandte, Baron von Könneritz, ist vorgestern in Brüssel angekommen.

Das gestern Abend um 6 Uhr an Lungenlähmung erfolgte sanfte Ableben ihres geliebten Mannes, des pensionirten Geheimen Hofraths Strenge, zeigt, statt jeder besonderen Meldung, ganz ergebenst an

die Wittwe Marianne Strenge, geb. Andresse.

Berlin, den 1. Juli 1848.

1

1 Meteorologische Beobachtungen.

1848. Morgens

5. Juli. 6 Uhr.

Nachmittags 2 Ubr.

Nach emmaliger Beobachtung.

Luftdruck Luftwürme Thaupunkt Dunstsättigung. 74 pet. Wetter . heiter. 0. Wolkenzug

Tagesmittel: 338,9300Par. + 13,1⁰° R

338,59 Par. + 10,8° h. + 7,0° n.

W. w

338,62“ Par. 339,88" Par.

+ 16,0°9 K.

+ 4,8°9 R. 40 PCt. heiter.

Bodenwärme Ausdünstung 1 Niederschlag 0 28 Wärmewechsel + 16,39 + 9,1* .57 PCt. W.

. JX, 6,9 ° n.

Quellwärme 7,9 * . 0 R.

15,0

1

Frreitag, 7. Juli. Vorstellung: von Lessing.

Sonnabend, 8. Juli. Im Schauspielhause. Vorstellung. Zum erstenmale: Geistige Liebe, Hierauf: Er muß aufs Akten, frei nach dem Französischen des Bayard

von Dr. Fr. Lederer.

W. Friedrich.

Königliche Schauspiele.

Im Schauspielhause. Nathan der Weise, dramatisch

108te Abonnements⸗ es Gedicht in 5 Abth.,

109te Abonnements⸗ Lustspiel in 3 Abth., Land, Lustspiel in 3 und de Vailly, von

FRerliner Förse vom 6. uli.

WMechsel-Course.

Kurz 2 Mt. Kurz 150 öö1“ 1AX.“ 2 Mt. TI“ 3 Me.

Eisenbahn-Actien.

Stamm-Actien.

Kapilal.

Irt 8

Rein-Ertra 1842.

Tages-Cours.

Der Reinertrag wird nach erfolgter Bekanntm. in der dazu bestimmten Rubribk ausgefüllt. Die mit 3 ½ p(Ct. bez. Actien sind v. Staat gar.

Börsen-Zins- Rechnung

Prioritäts-Actien. Napital.

Summtliche Prioritäts-Actien werden durch jührliche Verloosung à 100 pCt. amortis.

Zinsfuss.

2 v1““

Geilage zu m Preußischen Staats-Anzeiger.

355

Buss

ö Freitag den v. Juli.

1R1“ 1

111“ München. Beurlaubung. Berichtigung. Schleswig⸗Holstein. Rendsburg. Bericht des Prinzen Friedrich zu Schleswig⸗Holstein. Ausland.

Schweiz. Tagsatzung. Schluß⸗RNede des Bundes⸗Präsidenten.

Bern. Abgeordnete aus Neapel. Zürich. Französische Legation. Basel. Bewegungen der deutschen Republikaner. Aargau. Hein⸗ rich Zschokke’s Leichenbegängniß. Thurgau. Das Klosteraufhebungs⸗ Dekret. Graubündten. Das bündtnerische Kontingent. Tessin. Angriff auf Großraths⸗Mitglieder. Klöster⸗Aufhebung. Schwyz und Uri. Neue Tagsatzungs⸗Instructionen. 1

Italien. Nom. Verhandlungen der Deputirten⸗Kammer.

Königl. Opernhaus. („Jessonda“.) Musikalisches. Ausstellung in der Königlichen Akademie der Künste. (Siebenter Artikel.)

Eisenbahn⸗Verkehr. Heilbronn. Erste Probefahrt auf der Eisenbahn.

Markt⸗Berichte.

Uichtamtlicher Theil. 8 Deutschland.

Bayern. München, 1. Juli. (A. Z.) In Folge König⸗ licher Verordnung wurden bei den ersten und zweiten Bataillonen unserer Infanterie⸗Regimenter vor etwa acht Tagen 30 und vor⸗ gestern wieder 50 Mann von der einzelnen Compagnie in temporai⸗ ren Urlaub entlassen; dagegen bleiben die dritten Bataillone zur Zeit noch vollzählig in den Kasernen. Einem sehr umfangreichen Armee⸗ Befehl, welcher namentlich die Offiziere und Militair⸗Beamten für die dritten Bataillone ernennen wird, sieht man in den naäͤchsten Tagen entgegen. Der Kriegs⸗Minister von Weishaupt hat seinen Urlaub beeudet und sein Portefeuille wieder übernommen.

Die Neue Münch. Ztg., welche als halboffizielles Organ zu betrachten ist, enthält Folgendes: 1

„Ein Artikel „vom Lech, 26. Juni“ in der Allg. Ztg. spricht von der im Publikum erregten Besorgniß vor einem nahe bevorste⸗

Schweiz. Tagsatzung. Sitzung vom 27. Juni. Heute ist die Tagsatzung, die im Juli 1847 zusammentrat, nach Feststellung der neuen Bundes⸗Verfassung, geschlossen worden. Der Bundes⸗Präsident Funk sprach folgende Schlußworte:

„Eidgenossen! Die Wichtigkeit und der Ernst der Zeit sind nicht vor⸗ über. Große Ereignisse liegen nahe hinter uns, großartige Erscheinungen erneuern sich täglich, und Bedeutungsvolles steht noch in Aussicht. Fast allenthalben in Europa hat die lange daniedergehaltene Freiheit der Völker ihr mächtiges Haupt erhoben und ihre unverjährbaren Rechte gefordert. Das ewige Recht der Völker wird gleich der ewigen Wahrheit überall sieg⸗ reich aus dem Kampfe hervorgehen und hoffentlich unter sorgfältiger, ver⸗ ständiger Pflege, in gesunder, kräftiger Entwickelung sich eine dauerhafte Zu⸗ kunst sichern. Diese großen Weltereignisse in ihren sich kundgebenden Be⸗ strebungen nach wahrer Freiheit darf die Schweiz nur mit Freude begrüßen. Sie haben uns auch berührt, obschon nur indirekt in unserem Handel und Verkehr mit den auswärtigen Nationen. Keinerlei dauernde Störung in un⸗ serem Vaterlande ist indessen daraus hervorgegangen, eben so wenig eine Unterbrechung der freundschaftlichen Beziehungen, die wir mit dem Auslande unterhalten. Die Grundbedingung für das Glück der schweizerischen Eid⸗ genossenschaft ist die bei uns mit den freisinnigen gesellschaftlichen Einrich⸗ tungen und mit der unverfälschten, natürlichen Geistesrichtung der Völker⸗ schaften eingewurzelte Achtung vor dem Gesetze und der unwandelbare Sinn zur gesetzlichen Ordnung. Wenn wir nach innen diese seltenen Tugenden, diese dem Schweizer angeborenen Vorzüge bewahren, wenn wir nach außen Achtung gewähren, so wie hinwieder Achtung fordern und getreu dem uns gleichsam von der Natur gebotenen Grundsatze der Neutralität im Rechts⸗ Bewußtsein und seiner moralischen und phosischen Kraft die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit stets und fest erhalten, dann dürfen wir gewiß unverzagt der Zukunft entgegenblicken und ohne Furcht der weiteren Ereignisse warten, die etwa kommen möchten. Von dieser vorgezeichneten Bahn kann uns kein fremdes Ereigniß ablenken, wenn wir selbst nicht abirren. Wenn wir einig sind und bleiben, so vermag keine Erschütterung unsere Stellung als freie Nation gegenüber anderen Völkern zu [gefährden. Einig unter uns, sind wir stark, wie unsere Väter, unantastbar wie unsere Gletscher. Trachten wir daher mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln nach der uns nothwendigen Einigkeit, die wir erst jüngst unter dem roth⸗

Uri, 28. Juni. (N. Z. Z.) Heute war Landraths⸗Sitzung. Die Tagsatzungs⸗Instruction wurde berathen. Der Regierungs⸗Rath beantragte, den Verfassungen von Luzern, Schwyz, Ob⸗ und Nidwal⸗ den, Freiburg und Wallis die Garantie zu ertheilen. Der Landrath dagegen beschloß auf Antrag des Landammanns, sämmtlichen Verfas⸗ sungen benannter Kantone die Garantie zu verweigern, weil dieselhen unter dem Druck eidgenössischer Bajonette gemacht worden seien. Bei Berathung dieses Gegenstandes sprachen pro und contra 16 Redner. Die Sonderbündler haben im Landrath von Uri mit 6 Stimmen Mehrheit über die eidgenössisch Gesinnten gesiegt.

Italien. Rom, 22. Juni. (A. Z.) In der gestrigen Siz⸗ zung der Deputirten⸗Kammer wurde die Kriegsfrage neuen Erörte⸗ rungen unterworfen. Dr. Pantaleoni begann mit einer Interpellation wegen Venedigs, von dem das Gerücht umging, es habe die Franzo⸗ sen zur Hülfe herbeigerufen. Dies gab dem Grafen Mamiani aber⸗ mals Gelegenheit, eine seiner patriotischen Reden abzuhalten, in welcher er mit Entrüstung erklärte, daß solch' ein Gedanke einem ttalienischen Herzen fern sein müsse. Die Venetianer würden eher Al⸗ les dulden und zu jeder Art von Opfern bereit sein, bevor sie sich so erniedrigen würden. Hierauf trat der Kriegsminister auf und erstattete Bericht über den Stand und die ferneren Pläne der Kriegsrüstungen. Dabei stellte sich zunächst heraus, daß man nicht einmal die durch das gegen⸗ wärtige Ministerium gleich bei seinem Antritt befohlene Werbung von 5000 Mann Reserven auf die volle Zahl gebracht hat. Ja, es ist nöthig erachtet worden, die Capitulationszeit von sechs Jahren auf drei Jahre herabzusetzen. Da man sich überzeugt hat, daß Offi⸗ ziere noch nicht dadurch gewonnen werden, daß man begeisterte und spekulative Patrioten in Uniformen steckt, so ist beschlossen worden, fremde Offiziere kommen zu lassen. Zu allen diesen Zurüstungen, Vorkeh⸗ rungen und Maßregeln erachtet nun das Ministerium vorläufig die Summe von vier Millionen Skudi für nöthig, worauf Orioli be⸗ merkte, daß, wenn das Ministerium solche Summen dekretire, es doch gut thun würde, gleich dabei zu bemerken, auf welche Weise diesel⸗ ben aufzubringen seien.

2 Mt. 81 8⅔ Berl. Anhalt Lit. A B. 2 Mt. do. Hamburg 2 MMt. 101½ do. Stettin-Starg.. .. 100 Thlr. 2 Mt 99 do. Potsd.-Magd... Leipzig in Courant im 14 Thlr. Puss. 100 Thlr. 18 1 1“ .S Praukfurt a. M. südd. W 2 Mt. 56 26 Halle-Thüringer.. Petersbuuuug 100 SRbl 3 Wochen 102 ½⅔ 101¾ Cöln-Minden.

Inländische Fonds, P ge* , Kommunal-Papiere und In 8 l 5 Geld 02

1,411,800

82 ½ bz. u. G. Berl. AnbsIt.... .... 5,000,000

57 ½ 6 do. 81 ½4 a 83 bz. u. G. do. Potsd.-Magd. 2,367,200 45 bz. do. do. .. 3,132,800 84 ¼ bz. 8 Magdeb.-Leipziger 1,788,000

Halle-Thüringer 4, 000,000

3,500,000 8,000,000 4,824,000 4,000,000 1,700,000 2,300,000 9,000,000 13,000,000 4,500,000 1,151,200 1,527,000

88¾ 6 v. Eindringen der Russen in Deutschland, von ausgestreuten Ge⸗ weißen Banner mit dem Blute unserer Söhne frisch besiegelt und neu ge⸗ 1 &. 8 s rüch 8 in Vetreff eines angeblichen geheimen Bündnisses der deut⸗ stiftet haben. In ihr einzig ruht unser ganzes Wohl, und in ihr finden 65 8 schen Regierungen mit denselben und knüpft daran die Aufforderung alle unsere Wünsche und Hoffnungen volle Befriedigung. Die Gewährlei⸗ N1““ an die Regierungen zu öffentlichen Kundgebungen darüber. Wir sind stung für dauernde Einigkeit eröffnet sich uns in dem Entwurfe der Bun⸗ 8 8. 11 küt betrifft, in den Stand gesetzt, hier das Folgende W Se liebe, genene üseaen. „eben so mühe⸗ 3 8 1 2 nn 72. 93 bbS. 1“ zu bemerken. ayerns Bündnisse mit auswärtige ächten si voll als gewissenhaft, mit Beseitigung so vieler Schwierigkeiten, zu Stande 49, bz. „. 9. Cöln-Minden. 3.674,500]42 8 B sich sämmtlich in den S 1 U- b Fen tüche gebrachten Werke. Wir dürfen dasselbe zuversichtlich der Entscheidung durch 69 71 Rhei Senn 1,492,800 3 V ch in den Sammlungen der deutschen staats⸗ und völker⸗ ie Volkgabsti 8 * . ½ 71 bz. a. Thein. v. Staat gar. 1,492,5 1 8 rechtlichen Verträ bgedruckt 828 die Volksabstimmung unterwersen. Ich gebe mich der freudigen Hoffnung 49 ¼ 511 do. 1. Priorität.. .. 2,487,250 4 chinchen; üge abgedruckt und stehen zu Jedermanns Einsicht VA 8 eg. forchlij Fntichli 58 bz. a. G. do. 1. Prioritaät.. 8 ds tth ian. . 0o. E beimes B 88 * hin, im Vertrauen auf die unerforschlichen Entschließungen der göttlichen do. Stamm- Prior. 1,250,000] 4 offen. geheimes Bündniß zu irgend einem Zweck mit irgend Vorschung, daß diesem Werke durch die schweizerische Naton die höchste 62 G. Düsseldorf-Elberfeld. 1,000,000] 4 einer auswärtigen Macht nach irgend einer Seite hin hat Bayern Sanction werde zu Theil werden.“ 7

Wissenschaft und Kunst.

Königliches Opernhaus. 1“ Jessonda. Frau Köster: Jessonda, als letzte Gastrolle.

(Den 2. Juli.)

Am verflossenen Sonntag fand die letzte Vorstellung der König⸗ lichen Oper vor der in den Monat Juli fallenden Ferienzeit statt. Spohr’ s „Jessonda“ wurde unter Mitwirkung der Frau Köster gegeben. Die Vor⸗ stellung verhieß den Musikfreunden einen erhebenden Kunstgenuß und hatte daher eine für die Zeitumstände bedeutende Anziehungskraft auegeübt.

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8 .“ Niederschl. Märkisch. 4.175,000

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8 rse. Düsseld. Elberfeld.. züf.] Brief.] Geld. Gem. [zf. Brief. Geld. Gem.

Steele - Vohwinkel... St. Schuld-Sch. 3 ½ 73 ½ 72 ⅔a Kur- u. Nm. Pfdbr. 3 ½ 88 ½ Schlesiseche do. 3 ⅔8

Seeh. Präm. Seb. 86 K. u. Nw. Schuldv. 3 ½ do. Lt. B. gar. do. 3 * veh Berl. Stadt-Obl. 3 ½ Pr. BL-Antb. Sch—]80 ½ Westpr. Pfandbr. 3 5 ¾ Groszh. Posen do. 4 8* do. 4. 3 ½ 5 Ostpr. Pfandbr. Pomm. do-.

Friedrichsd'or. 13² And. Goldm. à 5th. 8 12 x⅔

Disconto.

3 * 3 57⅔

Ausländische F. e

Russ Hamb. Cert 5 Poln. neue Pfdbr. do. beilIope3. 4.S. 5 . do. Part 500 Fl. do. do. 1. Anl./4 do. do. 300 Fl. do. Stiegl. 2. 4. A. 4 Hamb. Feuer-Cas. do. do. 5. A. 4 do. Staats-Pr. Anl. do. v. Rthsch. Est. 5 Holl. 2 ½ ℳ% Int. „Poln. Schatz 0. 4 Kurh. Pr. 0. 40 th. do. do. Cert. L. A. 5 Sardin. do. 36 Fr. do. do. L. B. 200 Fl. N. Bad. do. 35 Fl. Pol. a. Pfdbr. a. C. 4

1,100,000 67 a 68 bz.

8 9 b 8 9 G

Niederschl. Märkisch. 10,000,000 do. Zweigbahn 1,500,000 Oberschl. Lit. A. 1,429,700 do. Lit. B. ... 2,400,000 Cosel-Oderberg. 1,200,000 Breslau- vreibeif S. 1,700,000 Krakau-Oberschl. 1,500,000 Berg.-Märk.. 4,000,000

33 ½ G. 46 bz.

—g8K

Quittungs - Rogen. Berl. Anhalt. Lit. B. Stargard- Posen... Brieg-Neisse Magdeb.-Wittenb. ... Aachen-Mastricht ... Thür. Verbind.-Bahn

Ausl. Quittungsbog. Ludw.-Bexbach 24 F 8,525,000

2,500,000 5,000,000 1,100,000 4,500,000 2,750,000 5,600,000

80 bLz. 61 a 62 bz u. G.

40 ¾ G. 70 % 40 G.

—VRNℳ˖=q*

Pesther. .. . 26 FI. 8,000,000 80 Friedr. Wilh.-Nordb. 8,000,000 4 85

Schluss-Course von Cöln-Minden 71 6.

do. do. do. III. Serie. do. Zweigbahn do. do. Oberschlesische Cosel -Oderberg Steele- Vohwinkel... Breslau-Freiburg.

Ausl. Stamm-Act.

Dresden-Görlitz... Leipzig-Dresden... Chemnitz-Risa. Sächsisch-Bayerische Kiel-Altona Sp. Amsterd.-Rotterd. Fl. Mecklenburger Thlr.

von Preussischen Bank-Antheilen 79 ½

3,500,000 2,300,000 152,000 148,000 1,276,600 250,000 325,000 400,000

6,000,000

4,500,000 3,000,000 6,000,000 2,050,000 6,500,000 4,300,000

SCoanEnnne

Börsen- Zinsen.

8 . * 2 2 2 * m 3 8 2 . Da heute von allen auswärtigen Börsenplätzen neuerdings höhere Notirungen eingetroffen sind, so erfuhren unsere Fonds und Eisenbahn-Actien eine sehr beträchtliche Steigerung, und die

Börse schlofs animirt.

Auswärtige Börsen.

Breslau, 5. Juli. Louisd'or vollw. 112 7⁄1242 Br. Poln. Pa⸗ piergeld 89 ¼ bez. u. Gld., Ende 89 Gld. Oesterreich. Banknoten 7 bez. Staats⸗Schuldscheine, 3 ½proz. 71 ½ u. ³ bez. Schles. Pfandbr. 3 ½proz. 91 ¼ und ¼ bez. und Gld., do. Lit. B. 4proz. 91 ¼ u. 91 bez. u. Gld., do. 3 ½ proz. 77 ½ bez. u. Gld. Poln. Pfandbriefe, neue 4proz. 84 ½ bez. u. Gld., do. Partial⸗ Loose a 300 Fl. 84 Gld., do. a 500 Fl. 57 Gld. Aetien. Oberschl. Litt. A. 3 ½ proz. 75 Gld.; do. Litt. B. 3 ½ proz. 75 Gld. Breslau⸗Schweidn.⸗Freiburg 4proz. 74 bez. und Gld. Niederschles. ⸗Märk. 3 ½proz. 64 bez. u. Gld.; do. Prior. proz. 88 Gld.; do. Ser. III. 5proz. 80 bez. u. Gld. Krakau⸗ Oberschl. 4proz. 31 ½ Br. Friedrich⸗Wilhelms⸗Nordbahn 4 proz. 34 Brf. 33 Gld.

8 Wien, 4. Juli. Met. Sproz. 71 ½. 4 proz. 61. 3proz. 44. Anl. 34: 414 . 39: 76. Nordb. 101 ½. Gloggn. 93. Mail. 64. Livorno 67⅛. Pesth 62½. Budw. 67 ½. B. A. 1037.

Wechsel. Amsterdam 164 ½. Augsburg 116 ½. Frankfurt 117 . Hamburg 174 ⅛. London 11.55. Paris 139.

K. K. Gold 18 %.

Leipzig, 5. Juli. L. Dr. Part. Oblig. 90 ½ G. Lei B A. 150 Br. Leipz. Dr. E. A. .,Pant. 86, G. Eia ee. 23½ G. Sächs. Schles. 64 G. Chemn. Riesa 24 ½ G. Löbau E“ VWrsses. G. Berl. Anh. A. 80 ½ G., do. B. 77 G. ona Kie G. Deß. 21 6G B. A. 78 Br., 77 G. eß. B. A. 824 G. Preuß.

Frankfurt a. M., 4. Juli. Darmstadt 50 56 55 do. I n 104r 4v. Beden 89 g L 410 1050 1e. F9,237. 24 . Kurhess. 23 23. Sardin. 22 ¼, 21 ⁄½. JIproz. Span. 17 17. Poln. 300 Fl. 85 Br., do. 500 Fl. 61, 60. Köln⸗Minden 71, 69. Bexbach 56 ½. Friedrich⸗Wilh. Nordbahn 34 .

Wechsel. Amsterdam (100 Fl. Cour.) k. S. 100 G., 2 M 100 ½ G. Augsburg (100 Fl. Cour.) k. S. 119 ¾ Br. Berlin (60 Rthlr.) k. S. 104 ½ G. Bremen (50 Rthlr. in Ld'or.) k. S. 98 ¾ G. Hamburg (100 Mk. Beo.) k. S. 87 ¾ G., 2 M. 87 G. Leipzig (60 Rthlr. i. d. M.) k. S. 104 ½ G. London (10 Livr. St.) k. S. 121 Br., 3 M. 119 Br. Lyon (200 Fr.) k. S. 94 ½ Br. Mail. (250 Lir. Austr.) k. S. 101 ¾ G. Paris (200 Fr.) k. S. 94 ½ Br. Wien (in 20r 100 Fl. C. M.) k. S. 101½4 G. Diskonto 2 G.

zvr 3 proz. II Zs g. 50. Nordbahn

Amsterdam, 2. Juli. Effekten⸗Sozietät. Int. 44, 43 %, 44, ¼%, v2. 4 % 66 ⅞. Ard. 9 %, große Piecen 9. Coup. 6 . Portug. 4 % 16 ½, ½, v. Met. Oest. 2 ½ % 31 ⅛, ½, X. Merx. 17. Int. u. 4 % bei sehr lebhaftem Umsatz in ersteren ½ % höher. In fremden Fonds war der Handel unbedeutend, obgleich die Stimmung darin sehr günstig war. Antwerpen, 1. Juli. Belg. Fonds fest und unverändert. 5proz. 68, 67 ½. 4 ½proz. 61 ½ B. 2 ½proz. 34. Span. bei sehr geringem Geschäft blieben Ard. 9 Br. 1t

Markt⸗Berichte. 1 q11 Am heutigen Markt waren die Preise wie folgt Weizen 45—48 Rthlr. Roggen loco 25—28 Rthlr. p. Inli/ Aug. 24 ½ Rthlr. Br. Sevpt./ Okt. 25 Rthlr. Br. Hafer 48 /52 pfd. 16—18 Rthlr. Gerste 21 —23 Rthlr. Rapps 54 Rthlr. Br. Rübsen do. Rüböl loco 95— Rthlr. Sept./Okt. 10 ½ Rthlr. bez. Spiritus loco 16 ¼ 16 Rthlr. 8 Sept. /Okt. 15 ½ Rthlr. Br.

Königsberg, 3. Juli. Die Zusfuhr war gering. Weize. 50 bis 57 Sgr. pr. Schffl., Roggen 30 bis 34 Sgr., kleine Gerste 25 Sgr., Hafer 18 bis 20 Sgr., Kartoffeln 25 bis 32 Sgr.

Danzig, 3. Juli. An unserem Getraide⸗Markte zeigte sich auch in der vorigen Woche einiges Leben; es gingen ca. 872 Last Weizen um. Bei dieser vermehrten Kauflust, welche keinesweges auf eingegangene Ordres, sondern auf reine Speculation beruhte, waren die Forderungen unserer Faktoren zwar hoch, jedoch wurden nur die alten Preise angelegt. Wir notiren für feinen hochbunt. 133 ½pfd. 39 ½ Fl., 130pfs. 385 380 Fl., 129pfd. 375 370 Fl., guten bunt. 132 pfd. 350 Fl. Von Roggen ist nichts umgegangen. dagegen sind 25 Last Erbsen zu 240, 238 ½ 235 und zu 220 Fl. verkauft worden.

„Seit Mittwoch Abend hatten wir bis gestern anhaltende Regen⸗ güsse, die, wenn nicht bald besseres Wetter eintritt, höchst nachtheilig auf alle zu Felde stehenden Pflanzen wirken müssen. 1

An der Börse wurden heute verkauft: Weizen poln. 22 L. 130 131pfd. und 19 L. dito zu unbekannten Preisen, inländ. 15 ½

v“

8

L. 130 pfd. zu 360 Fl., 20 L. 131pfd. zu 375 Fl.; 22 inländ. Hafer zu 105 Fl.; 1 ½ L. inländ. weiße Erbsen Fl., 11 L. dito zu 215 Fl. preuß. Cour. die Last. Stettin, 5. Juli. Roggen in loco 81 86pfd. 25 Rthlr. bezahlt, offerirt.

Heutiger Landmarkt:

Weizen

12

Weizen 44 a 46 26 a

Roggen 10

Roggen

Zu Gerste

Pr Gerste LECE1

Heu pr. Ctr. 10 a 15 Sgr.

Stroh pr. Schock 3 Rthlr. 10 Sgr. a 3 Rthlr. 1 Kartoffeln 20 Sgr. pr. Schfl. Rapps und Rübsen aus bezahlt. Spiritus aus erster Hand zur Stelle i 22 ½ % be’., und zu letzterem Fässern 23 ½ % bez. u. Geld. Abgeb Rüböl in loco unter 9 ¼ Rthlr boten, pr. Sept. /Okt. 9 ¾ Rthlr. ge

Breslau, 5. Juli.

ohne Fässer 22

gelber 44, 48 bis 51 Sgr.

Roggen 25, 28 bis 31 Sgr.

wurden 2 25 Rthlr. begeben.

Gerste 22, 24 bis 25 Sgr.

Hafer 17, 19 bis 202 Sgr.

Rapps 57 bis 58

Winter⸗Rips 54 bis 55 Sgr. Kleesaat sind von neuer Waare verkauft worden. Spiritus 8 bezahlt,

Rüböl 9 ½ Brief.

Zink fest auf Rthlr. gehalten. Das schöne Wetter daher alle Sorten billiger no

Sgr.

hat die Kauflust für Getraide tirt werden mußten.

pr. Sept./ Oktober 8

Produzenten⸗Händen 50 *

bei sehr schwacher Kauflust.

74pfd.

zu 220

pfd. 23 i Rthlr. bez., zu 25 Rthlr.

“““

28 à 30 Rthlr. 5 Sgr.

ind aus zweiter Hand Preise gesucht, mit pr. August 22 ½ 9% G.

haben, 9 ½ Rthlr. ge⸗ boten, auf 10 Rthlr. gehalten.

Weizen, weißer 47, 51 bis 54 Sgr.; 50 Wispel S4psd. vom Benes

8

geschwücht,

Mit der heutigen Nummer des Staats⸗An⸗ zeigers werden Bogen 64—67 der Verhandlungen zur Vereinbarung der Preuß. Verfassung ausgegeben.

Druck und Verlag der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hosbuchdruckerei.

Beilage

eben so wenig geschlossen, als es dazu einen Anlaß gehabt. Bayerns König wird sich nie auf eine andere Kraft stützen, als auf die auch in gegenwärtigen Tagen erprobte Liebe und treue Hingebung des bayerischen Volkes und auf die einige Macht der gesammten deutschen Nation. Der Maßstab für den Werth der erwähnten Gerüchte er⸗ giebt sich hieraus von selbst, und die dadurch erregten Besorgnisse entbehren sonach der Begründung.“ Schleswig⸗Holstein. Rendsburg, 3. Juli. (Alt. Merk.) Die provisorische Regierung hat nachstehenden Bericht des Prinzen Friedrich zu Schleswig⸗Holstein erhalten: Der provisorischen Regierung theile ich hierdurch mit, daß ich am Lssten des vorigen Monats meine Cantonnements verließ, um die Truppen in Apenrade zu konzentriren. Am 29sten v. M. ging ich mit ihnen gegen Ha⸗ dersleben vor, um nach dem Befehle des Ober⸗Befehlshabers Generals von Wrangel, den Feind nach Hadersleben hineinzuwerfen. Bis Hoptrup traf ich auf keinen Feind, und erst zwischen diesem Dorfe und Hadersleben stieß mein Vortrab auf seindliche Vorposten, welche sogleich um⸗ geritten wurden. Zwei Dragoner davon geriethen in Gefangen⸗ schaft. Die Avantgarde ging rasch vor und warf sogleich Alles bis nach den Häusern unmittelbar vor der Stadt zurück. Hier entspann sich ein Gefecht, welches aber durch den außerordentlich entschlossenen An⸗ griff der 1sten Compagnie des Jäger⸗Corps unter der Leitung des Haupt⸗ manns von Schöning sehr bald damit endigte, daß alle dänischen Truppen die Häuser schleunigst verließen und über die Brücke nach Hadersleben hin⸗ einzogen, wohin wir ihnen nicht folgen durften. Es entspann sich jetzt ein heftiges Gewehrfeuer aus den Häusern und Gärten der Stadt gegen unsere Leute, welche die Zäune und Häuschen diesseits besetzt hatten. Die Ge⸗ bäude (3 Wohnhäuser) unmittelbar an der Stadt wurden sogleich von den Dänen in Brand gesteckt und dadurch ihre Besetzung durch uns verhindert. Sehr stark war die ganze südliche Seite der Stadt verschanzt, die Häuser ganz zur Vertheidigung eingerichtet und die Gärten ö „Durch Kanonenfeuer, welches ich auf die stark befestigte Wassermühle richten ließ, aus der unaufhörlich auf uns geschossen ward, wurde einiger Einhalt hervorgebracht; aber da ich der Stadt so wenig als möglich Scha⸗ den zuzufügen wünschte, zog ich die Geschütze und die Jäger⸗Compagnie zurück, und nach und nach hörte das Schießen der Dänen auch auf, ob⸗ gleich sie durch Artillerie verstärkt worden waren. Unsere Artillerie hat gut

geschossen und bei dieser Gelegenheit sich das Lob des Inspecteurs der preußis

chen Artillere, des Prinzen Adalbert von Preußen, erworben. Die Jäger hatten in diesem Gefechte 10— 12 Verwundete; auch wurde Haupt⸗ mann von Sandrart im Schenkel blessirt. .

„Die Nacht vom 29sten auf den 30sten verging ruhig bis 3 Uhr, wo mir die Meldung zuging, daß der Feind vor einer Viertelstunde Hadersleben geräumt hatte, welches er nur dadurch so unbemerkt bewerkstelligen konnte, daß er den Pferden Strümpfe angezogen hatte und die Räder der Kanonen und Wagen mit Stroh hatte umwinden lassen. Sogleich traten alle Trup⸗ pen unter Gewehr, um den Feind, wo möglich, noch festzuhalten. Eine auf Wagen gesetzte Abtheilung Jäger unter dem Hauptmann von der Hey⸗ den erreichte ihn in einer guten halben Stunde, und es entspann sich ein sehr hübsches Tirailleur⸗Gefecht, welches mit Vajonett⸗Angriffen wechselte und mit besonderer Energie und Lust von unseren Truppen und großer Um⸗ sicht und Aufmerksamkeit von den sie kommandirenden Offizieren ausgeführt ward. Wir machten ca. 50 Gefangene und brachten dem Feinde an Todten und Verwundeten keinen unbeträchtlichen Verlust bei, mit dem merkwürdigen Glück, keinen einzigen Todten noch Verwundeten zu bekommen. —— Da mir der Befehl geworden war, den Feind nicht zu werfen, son⸗

dern ihn nur festzuhalten und ihn am etwaigen Einschiffen bei Heilsminde zu hindern, so wendete ich mich dicht vor Christiansfeld mehr rechts und ließ nur den Feind beobachten, während ich nach Aller ging. Jedoch war der Rückzug des Feindes so beschleunigt und die mir eingehenden Nachrich⸗ ten, daß die Hauptstärke bereits Kolding erreicht hätte, so vielfältig, daß ich alle Hoffnung eines ernstlichen Zusammentreffens aufgeben mußte und auch wirklich um 1 Uhr Mittags Wonsyld, bis wohin zu folgen mir nur erlaubt war, gen ohne daß sich das Gesecht erneuerte. Die Truppen hatten also in 0 Stunden die bedeutende Strecke von ½ Meile südlich von Ha⸗ dersleben die Wonsyld und zwar theilweise fechtend zurückgelegt und da⸗ durch an, süse Tage wieder einen Beweis ihrer Tüchtigkeit gegeben. Ich habe se 8 ein Bivouak, theilweise Cantonnements bei Sölund beziehen e detatüecflerue mich ihres guten Gesundheitszustandes. werthen Gefechte längeren Bericht über die für unsere Truppen so 8 fenc zur Bekanntmach osten. und 30sten werde ich der provisorischen RägeZelund, 18enüchstens zusenden. Der kommandirende Ge, 1 Prinz denerer der schlesw. holst. Truppen. rich zu Schleswig⸗Holstein.“

„An die provisorische Regierüng der Herzogthümer Schleswig⸗Holstein.

Bern. Zwei Abgeordnete von Neapel an den Vorort (Oberst Brunner (von Solothurn) vom zweiten Rogiment und ein Neapoli⸗ taner sind hier eingetroffen.

Zürich, 27. Juni. Der bisherige erste Secretair der franzö⸗ sischen Gesandtschaft bei der schweizerischen Eidgenossenschaft, Rein⸗ hard, ist zum Gesandten in Dresden ernannt. Sein Nachfolger als erster Secretair in der Schweiz ist Herr Fenelon, gegenwärtiger Ge⸗ sandtschafts⸗Secretair in Frankfurt.

Basel, 30. Juni. (B. Z.) Verschiedene Blätter sprechen von einer neuen republikanischen Schilderhebung in Deutschland, welche von der Schweiz aus unterstützt werden solle. Eine Korrespondenz des Schwäbischen Merkur aus Zürich spricht von einem bevor⸗ stehenden Einfall deutscher Handwerksburschen nach Deutschland, und der Erzähler schreibt: „Der bekannte Becker in Biel und der ge⸗ wesene St. galler Professor H. Hattemer in Biel haben durch Schrei⸗ ben an gewisse Handwerkervereine in der Schweiz und unter Hinwei⸗ sung auf eine bestimmte militairische Organisation dieser Tage zu bal⸗ diger bewaffneter und zu Geld-Handbietung aufgefordert. Wir sind im Falle, die Aktenstücke vorzuweisen.“ Hier in Basel will man ebenfalls starke Wallfahrten zu dem Einsiedler in Muttenz bemerken, gewisse namhafte Personen treiben sich in der Gegend herum, und die Vermuthung, daß wieder etwas Neues im Werke sein dürfte, wird dadurch bestätigt, wenn nicht etwa der Ausgang des Kampfes i Paris die Sache wieder verschieben macht.

Aargau. Der Große Rath hat beschlossen, daß das Büreau als Abordnung des Großen Rathes dem Leichenbegängnisse des ver⸗ dienten Zschokke beizuwohnen habe.

Thurgau. Das Kloster⸗Aufhebungs⸗Dekret tritt mit dem 1. September in Kraft. Als Aequivalent für die direkte Steuer und für die Militairlasten wurden 100,000 Gulden zu Handen des Staa⸗ tes aus dem Klostergut ausgeschieden. Die Pensions⸗Gehalte der Ordens-Glieder wurden um 100 resp. 50 Gulden verkürzt. Von Errichtung einer Armen⸗Anstalt in Fischingen wurde abstrahirt.

Graubündten. Herr Oberst Gerwer ist nun mit dem ganzen Brigadestab aus dem Engadin zurückgekehrt. Das bündtnerische Kon⸗ tingent ist ganz im Münsterthal konzentrirt.

Tessin. Nach dem Repubblicano sind vier Mitglieder des Großen Rathes, welche der Aufhebung der Klöster geneigt sind, auf der Hinreise nach Lugano von Arbeitern beschimpft und gefährl ch bedroht worden. Der Große Rath hat mit Bezug hierauf beschlos⸗ sen, daß er entgegen solchen Drohungen und Manifestationen einiger Wenigen auf den gesetzlichen Sinn von Lugano und des ganzen Kantons vertraue und die feste Ueberzeugung habe, daß das ganze Volk den Beschluß der obersten Landesbehörde über die religiösen Stifte, möge er ausfallen wie er wolle, respektiren werde.

Am 28. Juni wurde in Lugano die Klosterfrage behan⸗ delt. Der Antrag Bianchetti's, diese Frage dem Papste vorzule⸗ gen, wird mit 57 gegen 43 Stimmen verworfen. Eben so, das Volk darüber zu befragen, mit 66 gegen 36 Stimmen. Die Aufhebung von 9 der reichsten Klöster wird zum Beschlusse erhoben. Noch blei⸗ ben 12 übrig.

Schwyz. In der neuen schwyzerischen Tagsatzungs⸗Instruction sind folgende Punkte enthalten: „Die o Fnasasng Pehrsehe die gewünschte Verschiebung der eidgenössischen Inspection in Ob⸗ und Nidwalden und hat über ähnliche Verschiebungsgesuche anderer Kantone zu referiren; sie stimmt für Ergänzung des Generalstabs nach eigenem Ermessen. Sie hat über alle neuen, noch nicht garan⸗ tirten Kantonsverfassungen, auch über diejenige von Freiburg, die Gewährleistung auszusprechen, diejenige von Neuenburg ausgenom⸗ men, in Betreff deren sie vermöge der noch nicht klaren Stellung dieses Standes zu Preußen referiren soll. Sie unterstützt nachdrück⸗ lich die Gesuche für Nachlaß der Kriegskosten. Sie hat für Bestä⸗ tigung des Herrn von Effinger als Geschäftsträger in Wien zu stimmen und unterstützt den vorörtlichen Antrag für Aufhebung der

mit Baden und Oesterreich bestehenden Verbrecherauslieferungs⸗Ver⸗ träge, insoweit diese politische Verbrecher betrefen.

Wir fanden ein ziemlich zahlreiches Auditorium versammelt, das sich sowohl an den reichen Schönheiten des Werkes selbst als an der trefflichen Aus⸗ führung desselben höchlichst ergötzte. Wie wir schon neulich bemerkten, ist die Rolle der Jessonda eine dem elegischen Naturell der Frau Köster durchaus

entsprechende, bei deren Durchführung die geschätzte Künstlerin die Kunstschönheit

ihres Gesanges in seltener Vollendung zur Entfaltung bringt. DieLeistung verfehlte daher diesmal um so weniger, eine außerordentliche Theilnahme zu erregen, als es eine Abschieds⸗Leistung war, die den vielen Verehrern der natur⸗ und kunstbegabten Sängerin in solcher Vorzüglichkeit geboten wurde. Der lebhafteste Beifall, mehrmalige Hervorrufe und eine reiche Blumenspende lohnten die Künstlerin, Ehrenbezeugungen, die in diesem Falle, wo sie eine wahrhaft ausgezeichnete Sängerin, eine Künstlerin im edelsten Sinne des Wortes trafen, als wirklich verdiente bezeichnet werden dürfen. Wir schei⸗ den von Frau Köster mit Anerkennung und Dank und sehen ihrer Wie⸗

derkehr mit aufrichtiger Freude entgegen. Die Aufführung der Oper im Uebrigen angehend, so waren alle Mit⸗

wirkende, sowohl auf als vor der Bühne, sichtlich von dem Eifer beseelt: den Schluß der Opern⸗Saison in würdigster Weise herbeizuführen. Sel⸗ ten haben wir einer so präzisen und abgerundeten Opern⸗Aufführung bei⸗ gewohnt, als die der „Jessonda“ an diesem Abende war. Wir könnten sie eine vollendete nennen, wenn die Darstellerin der Amazili, Fräul. Brexendorf, von ihrer Aufgabe noch mehr durchdrungen gewesen wäre und den Kunstforderungen in ästhetischer Hinsicht in glei⸗ chem Maße nachzukommen vermocht hätte, als sie dieselben hinsicht⸗ lich musikalisch korrekter Ausführung zu befriedigen wußte. Als echter Künstler durch Maß und usdruck bewährte sich dagegen Herr Mantius, als Nadori, während die Herren Bötticher und Zschiesche, als Tristan und Ober⸗Bramin, ebenfalls Vorzügliches leiste⸗ ten. Auch der Chor zeichnete sich aus, und das Orchester behauptete seinen gewohnten Ruhm. Mit dem Wunsche, daß die Ferienzeit dem Sänger⸗ Personal die nöthige Erholung gewähren möge, schließen wir unseren heu⸗ tigen Bericht. Der Wiedereröffnung der Opern⸗Saison glauben wir mit um so größeren Hoffnungen entgegensehen zu dürfen, als der Schluß des abgelausenen Opern⸗Jahres so befriedigend ausgefallen ist und die in den letztverflossenen Monaten entwickelte Regsamkeit des Repertoirs zu den besten

Erwartungen für die Folge berechtigt.

Musikalisches. Ein „Verein fremder Bühnen⸗Mitglieder“ giebt gegenwärti

Folge der ungünstigen Zeit⸗Verhältnisse die messten Prsvinzialbähnen 2 schlossen sind, im hiesigen Gesellschafts⸗Theater Urania Vorstellungen. Wir wohnten neulich einer Aufführung von Auber’'s „Fra Diavolo“ bei, die abstrahirt man von den höchsten Kunstforderungen sowohl im Allge⸗ meinen, als besonders im Einzelnen, recht erfreuliche Resultate lieferte. Namentlich verdient der Darsteller der Titelrolle, Herr Voß, vom Stadt⸗ Theater zu Magdeburg, rühmliche Erwähnung. Wir lernten in ihm einen sehr tüchtigen Sänger kennen, der ein angenehmes, wenngleich nicht kräfti⸗ ges Organ mit edlem Vortrag im Gesange und Gewandtheit im Spiel vereint, Vorzüge, die er mit vielem Glücke bei Durchführung seiner heuti⸗ gen Rolle zur Geltung zu bringen wußte. Herr Voß, für jede nicht zu große Bühne eine sehr vortheilhafte Acquisition, erwarb sich durch seine ge⸗ lungene Leistung mit Recht den vollen Beifall des Publikums. Von den übrigen Mitwirkenden können die Herren Hesse und Werner (aus Pots⸗ dam und Frankfurt) zunächst auf Erwähnung Anspruch machen, indem sie als Lord Cockburn und Giacomo die Vorstellung ebenfalls wirksam unter⸗ stützten. Während der Ferienzeit der Königlichen Oper möchten diese Vor⸗ stellungen zwar nicht vollen Ersatz zu gewähren geeignet sein, doch, um ein hnabites Bedürfniß zu befriedigen, manchem Musikfreunde willkommen er cheinen.

Ausstellung in der Königlichen Akademie der Künste. Siebenter Artikel. 8 (Vergl. Preuß. Staats⸗Anzeiger Nr. 11, 14, 20, 34, 36 56 u. 60.) Landschaft: K. F. Lessing. Max Schmibt. Oswald Achen⸗ bach. Louis Gurlitt. C. G. Graeb. Heinrich Krüger. E. Hildebrandt. A. Weber. Marie Frephoff. Karl Triebel. H. Gude. Otto Georgy. J. W. Schirmer G. Saal. A. Leu. Karl Hilgers. Biermann. Eduard Pape. Bellermann. Die Landschaften pflegen auf den Ausstellungen stets einen bedeutenden