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Thei ände für sich in Anspruch zu nehmen. Auch diesma war kein
Ie 1. wir erlauben uns noch einen Rückblick auf die an der
Hand der Künstler durchwanderten Gegenden und Scenerieen. *b Eine Perle, die sich erst in den letzten Tagen dem Kranze einreihte,
1 e Bild (Nr. 1630). Wir glauben nicht zu viel zu eererr ein Nreigerstuch vom düsseldorfer Landschaftsmalerei bezeichnen. Es verbindet tiefpoetische Stimmung, die dieser Schule eigen ist, einen schwärmerischen Ernst und die romantische Hingabe an den Geist der Natur mit kräftiger Realität und Leibhaftigkeit aller einzelnen Elemente. Wir schauen in ein weites, mit Eichen spärlich bewaldetes Thal des Nor⸗ dens. Die umschließenden Berge rücken hinten dicht zusammen, ein klares Gewässer fließt mitten durch die Gegend, von matten Sonnenstrahlen be⸗ glänzt, die in weitreichenden Strahlen die dichte Wolkenschicht am Horizont burchbrechen. Es ist der Abend nach einem Gewitter; die Natur ist mit
ch allein, kein Wanderer auf dem regenfeuchten Wege; nur ein Wasser⸗
vogel sitzt als einzige Staffage auf einem losgetrennten Felsblocke im Bache. Darüber ein grüngrauer Himmel, den die untergehende Sonne nicht klärt. Auf den Bergen in der Ferne scheint es leise zu rieseln. Die Gegend sieht einem ernsten Manne gleich, dessen Augen in Wasser stehen über ein schwe⸗ res Geschick. Da ist Alles Gehalt, Würde und männliche Fassung und eine Wehmuth, die von aller Weichlichkeit fern ist.
Den vollen Gegensatz zu dieser nordischen Natur bilden die Arbeiten von Marx Schmidt. Es sind kleinasiatische und italienische Gegenden (Nr. 919 — 24). Hier ist eine treue Hingabe an eine lachende Natur in Verbindung mit der meisterlichsten Technik. Vor Allem bewundern wir das glückliche Auge im Auffinden des Interessanten und Anmuthigen, wo der minder Begünstigte Geringfügiges zu sehen meinte. Reizende Baulichkeiten, mit klaren, feinen Zügen wiedergegeben, fesseln den Beschauer. Doch will es uns scheinen, als fehle in etwas die Seele, als wären diese Bilder mehr glückliche Daguerreotyp⸗Skizzen. Zuweilen, besonders in Nr. 923, herrscht ein etwas kühler Luftton.
Oswald Achenbach hatte ein anziehendes Bild geliefert: Landschaft aus den „Brinanze“ (Nr. 5). Besonders sinden wir den Mittelgrund trefflich in Farbe und Vortrag, der Vordergrund ist etwas unkräftig und trocken. Louis Gurlitt's großes Bild: „Lago di Como bei Fiume di late, in der Ferne die Villa Carlotta“ (Nr. 312), ist ein rechter Beweis, wie ein genialer Künstler einem oft wiederholten Vorwurfe eine ganz neue Seite abgewinnen kann. Wir sehen von dem lieblichen See nur eine sehr geringe Flaͤche. Den Haupttheil des Bildes nimmt eine mächtige Eichenpartie rechts ein, die in magischer Beleuchtung steht. Ein saftig grüner Wiesengrund, auf welchem Hirsche und Rehe grasen, zieht sich vorn in die Tiefe. Davor gewaltige Felsengruppirungen, Wasser zwischen dem Gestein herabfließend. Ein dunkler Schatten liegt auf dieser grünfeuchten Welt. Darüber aber lagern im Hintergrunde die Berge in reizenden Linien jenseits des Sees. Schlösser und weiße Häuser tauchen hier und da auf, weiße Segel winken. Die Felsen vorn im Schatten lassen das glänzende Licht der übrigen Land⸗ schaft um so blendender wirken, und die Tiefen des Baumes, der mit glaän⸗ zender Meisterschaft gemalt ist, sind von wunderbar durchsichtiger Klarheit. Es ist dies so recht das Italien, wie es der Sehnsucht des Nordländers vorschwebt, Alles zeigt Fülle der Form und üppigen Glanz, daß man mit Mignon ausrufen möchte: Dahin, dahin!
Von C. G. Graeb haben wir mehrere treffliche Bilder zu nennen. Wenn wir uns an seine Productionen von der letzten Ausstellung zurück⸗ erinnern, so müssen wir bekennen, daß wir schon damals gerühmte Vorzüge in den diesjährigen Arbeiten wieder hervortreten sahen. Er ist einzig in dem feinen Gefuhl für dekorative, architektonische Linien, allein minder aus⸗ gezeichnet in der vegetabilen Natur. Seine Ansicht von Palermo (Nr. 292) hat bei aller Vorzüglichkeit einen panoramaartigen Anstrich, und wir möchten den Künstler warnen, über einer glänzenden Virtuosität das eigentlich Künst⸗ lerische einer harmonischen Composition nicht außer Acht zu lassen.
Heinrich Krüger brachte bescheidene märkische Gegenden, die gewin⸗ nen würden, wenn sie entschiedener in Wirkung gesetzt wären.
E. Hildebrandt's hervorragendes Talent weiß die größten Gegen⸗ sätze gleich herrlich darzustellen. Seine amerikanische Landschaft: „A Glo⸗ ria, Rio de Janeiro“ (Nr. 389) ist mit breitem, keckem Pinsel ungemein wirksam ausgeführt. Man fuͤhlt die schwebende Sonnengluth über der Stadt, in der Tiefe und den Bergen am Horizont; einsame Palmen bekrö⸗ nen die Höhe, von welcher der Beschauer den weiten Ueberblick über den weiten Strom genießt, und ragen kräftig in all den Duft und all die Gluth hinein. Nur die Wolken sind etwas schwer und bleiern. Bewohner des Landes am Feuer bilden die Staffage. Das andere Bild: „Holzsammler“ (Nr. 388), führte uns in einen verschneiten Eichenwald. Eine Holzsamm⸗ lergruppe macht ein Genrebild für sich aus, wie denn auch das ganze Stück hiernach benannt ist. Wir führen es unter den Landschaften auf, weil eben das Landschaftliche darin mindestens gleichen, wo nicht höheren Anspruch auf Bedeutung macht.
Zwei Landschaften von A. Weber. (Nr. 1126 und 27.) Dife Künstler zeigt ein ernstliches Streben, sich der gediegenen Technik der alten Niederländer, z. B. eines Rupsdael, anzunähern. Einfache, anspruchslose Gegenden, die durch die große Realität der Darstellung unser Herz gewin⸗ nen. Der ruhige, graue Ton ist mit der höchsten Wahrheit über den klei⸗ nen Abhang und den schmalen Pfad ausgebreitet. In der beschränkten Natur der unendliche Reiz der Behaglichkeit.
Eine französische Künstlerin, Marie Freyhoff, hatte einige Bilder
— 2 356 geliefert, die viel Talent zeigen, aber an einer unangenehmen Manier, zu großer Neigung zu geschmacklosen Farbentönen, leiden. Das gewissenhaf⸗ teste Studium der Natur wäre ihr ernstlich anzuempfehlen. .
Karl Triebel's diesjährige Arbeiten gaben einen Beweis, wie schnell gediegenes Studium der Natur ein fähiges Talent zur Meisterschaft empor⸗ heben kann. Seine Eichenwaldungen (Nr. 1090 — 92) waren höchst vor⸗ trefflich in Charakter und Composition; man sieht es ihnen an, daß der Maler mit echt künstlerischem Auge und Gefühl sich in den Wäldern um⸗ gethan hat. Wenn wir etwas wünschen sollten, so wäre es vielleicht, daß der Künstler mit der naiven Treue ein tieferes poetisches Element verbin⸗ den möchte. Die Bilder salzburgischer Gegend (Nr. 1093 und 94) waren tüchtig gemalt, aber von minderer Bedeutung, als die Wald⸗Landschaften.
8. Gude's „Norwegisches Hochgebirge mit Rennthieren”“ (Nr. 308) war eine der ausgezeichnetsten Landschaften der Ausstellung. Eine Berg⸗ kuppe, mit Haidekraut bewachsen, in der Mitte ein klarer See, um den sich Felsen thürmen, dahinter in seltsamen Formen Bergspitzen, öde und beschneit. Um alles das eine frische, klare Luft und keine andere Staffage in dieser Bergeinsamkeit, als einige schlanke Rennthiere, die auf den Felsen grasen. Das Bild ist überzeugend gemalt, wie ein gutes Portrait, und dabei voll von wahrhaft poetischem Gehalt, der dem Beschauer immer klareec wird, je mehr er in das anfangs unbedeutend erscheinende Bild sich hineinsieht.
Otto Georgy. Sllavenkarawane in der nubischen Wüste (Nr. 270). Auch hier geben wir der Landschaft vor der wie ein Genrebild hineingewor⸗ fenen Belebung derselben den Vorzug. Sie ist höchst genial hingelegt, eine weite, traurige Wüstengegend, an deren tödtende Unermeßlichkeit der Zu⸗ schauer glaubt. Die Karawane, die in der Mitte des Blattes auf zwei „Schif⸗ fen der Wüste“ das öde Sandmeer, „die leere Bettlerfaust“, wie der Wü⸗ stendichter sagt, durchzieht, ist zum Theil mangelhaft und flüchtig gemalt und gezeichnet. 1 8 11“
Wir standen, wie immer, gefesselt vor den Bildern J. W. Schirmer's.
Allein es ist uns diesmal vorgekommen, als ob die Virtuosität des Machens seinen Bildern schade. Er strebt nach einer gewissen klassischen Stylisirung, aber über diesem Streben leidet die individuelle Lebendigkeit des Einzelnen. Die Gebilde seiner reichen, üppigen Phantasie sind nicht immer völlig in Realität übersetzt. Dies zeigte sich vorzüglich in der komponirten Landschaft mit badenden Mädchen. (Nr. 1671) Wir sahen Baumschlag, Wasser und Luft und einige Gestalten, die sich badeten. Es war trotz aller Meister- schaft wie ein zerrinnender Traum. Wir glauben, es fehlte die verbindende Harmonie, die uns allein in einer Landschaft anmuthet. G. Saäal. Der Rolandsfiord in Norwegen, Abend⸗Landschaft (Nr. 860), ein Bild des scharfen Effekts, der an einer bizarren Natur glücklich zur Anschauung kommt. Die Bergkuppen, die den Fiord umgeben, sind von der untergehenden Sonne rosig und voll beleuchtet. Auf den Wellen schwimmt ein Boot, in dessen Segel der Abendschein fällt. In der Ferne das Gebirge schwebt in unbestimmtem Duft, darüber geht der Mond zwischen Wolken auf, übt aber noch erst gelinde Macht. Das Ganze steht in freundlichem, klarem Licht, das scharfe Schatten auf den Strand und den übrigen Vorgrund fallen läßt. Die Formen der Berge, besonders des einen mit dem schroffen, senkrechten Abhang in den See hinab, sind höchst eigen⸗ thümlich und anziehend. Dieselbe Gegend, wie es uns scheint, nur von etwas anderem Standpunkte, hatte uns A. Leu in einem ebenfalls sehr trefflichen Bilde vorgeführt: „Norwegische Landschaft“ (Nr. 586.) Der seltsam schroffe Fels ist hier noch bedeutender hervortretend, er gleicht einer ruhenden Sphinr; der höhere Gipfel daneben ist mit blendendem Schnee bedeckt; in allen Formen und Falten des Gesteins das feinste Gefühl und große Eleganz des Vortrages. Doch ist das Bild Saal's wegen der wär⸗ meren Beleuchtung liebenswürdiger, und die fremde Natur steht uns nicht ganz so fabelhaft gegenüber wie in dem von Leu.
Karl Hilger's Eis⸗Landschaften (Nr. 392 und 93) sind vortrefflich in ihrer Treue und naiven Gewissenhaftigkeit. Dabei sind sie von der Stimmung durchwebt, die uns unwillkürlich an Märchen und Spukgeschich⸗ ten erinnert. Diese verzauberten grauen Schlösser mitten im Eise, mit den verwitterten Fensterchen und winkeligen Daͤchern ziehen in all' ihrer Un⸗ scheinbarkeit, ja selbst Unschönheit, unwiderstehlich an.
Biermann’'s Winterlandschaft: „Maximus-Kapelle in Salzburg“ (Nr. 102), ist trotz der meisterhaften Hand des Künstlers, die sich nicht ver⸗ leugnet, doch ein etwas unbehagliches Bild. Es scheint uns dies theils an der ungenügenden Färbung, theils an dem Vorwiegen des Dekorativen zu liegen, das sich mit einer, wenn immerhin charakteristischen Andeutung be⸗ gnügt, doch aber die Schablone nicht verleugnen kann. Wir nennen noch
Eduard Pape, der in energischer Färbung und charakteristischer Auffassung Bedeutendes leistet. Sein Grindelwald⸗Gletscher (Nr. 742) giebt die großartige Natur interessant wieder. Sein Wasserfall (Nr. 741) in einer reizvoll hervortretenden Gegend des Oberhaßli⸗Thals theilt indeß bei aller vortrefflichen Technik das Schicksal der meisten Bilder der Art, daß der Sturz nicht lebendig genug erscheint. Die Partie aus dem bota⸗ nischen Garten in Palermo (Nr. 744) zieht durch die glücklich wiedergege⸗ bene phantastische Pflanzenwelt an.
Die Leistungen von Ferdinand Bellermann mit seinen eigen⸗ thümlichen, frei und leicht ausgeführten Secenerieen tropischer Natur, ferner Kretschmer, Hengsbach und Eichhorn, der in einigen Architektur⸗ Bilvern nur ein wenig kühl und trocken ist, verdienen alle Anerkennung.
Heilbronn, 1 die erste feierliche Probef
27. Juni.
isenbahn⸗Verkehr.
(A. Z.). ahrt auf der Eisenbahn hier an.
Gestern Nachmittag langte Die Lo⸗
komotive und die beiden angehängten Personenwagen waren geschmückt. Die früheren, nur bis Laufen ausgedehnten Fahrten fielen sehr be⸗ aus, und die große Enzbrücke bewährte sich trefflich. Es
friedigend
dürfte somit die ganze Bahnstrecke
zester Zeit dem öffentlichen
8 Amsterdam, 1 Insurrection in Paris kam auf
2
Markt⸗Berichte. 8 „Juli. Die erste Anzeige von der furchtbaren außergewöhnlichem Wege schon verwiche⸗
von Heilbronn bis Sießen in kür⸗
Verkehr eröffnet werden.
11“
nen Sonnabend hier an und veranlaßte ein erhebliches Fallen aller Fonds⸗ Course, da ängstliche Spekulanten sich zum Verkaufe drängten; da die darauf folgenden Mittheilungen jedoch hoffen ließen, daß man des Auf⸗
nuhrs Meister werden würde, singen die Preise der Staatspapiere allmälig wieder an, sich zu erholen, und nahmen bei Erfüllung dieser Hoffnung nicht blos den vorigen Stand wieder ein, sondern schwangen sich ei⸗ nige noch bedeutend höher; Letzteres darf jedoch weniger dem glück⸗
die heute
72 P.
statt.
mit guten
42— we i zeu, del; 123⸗
röm. 265
Nov. 349
gegenwärtigen fällig
von 9 ¼ auf 84
Aoes Ma. Rübkuchen 62
trauen zu Einkäufen russische Effekten am meisten ste Fonds häufig gekauft, wodurch dieselben gestern stark gestiegen sind. Alte 5proz. russische Obligationen bei Hope u. Comp. waren von 93 ¾ auf 92 % heruntergegangen und erreichten gestern 194 ⅛ %; Certifikate bei denselben sielen von 70 ⅛ auf 69 ½ % und holten zuletzt 5 proz. wiener Metalliques und wurden gestern zu 57 % abgenommen; 2 ½ proz. do. gin⸗ 8 % und besserten sich nachher allmälig bis 30 %. Von den holländischen Fonds haben Integrale sich von 41¾ bis 43 %, 47 ¾ auf 49 ½ % und 4 proz. do. von
fangs von 29 au
3proz. wirkliche Schuld von 63 ½ bis 65 ½ % Maatschappy dem Falle von 123½ auf 1 waren spanische Fonds % gewichen,
127pfd. geringer dito 265, 268 126pfd. roth. königsb. 255 Fl., 1312, 132 pfd. gelder. 248 Fl., 13 tion; 124pfd. blaubunt. fries. 2 130pfd. kubank. Roggen zu guten höher verkauft; 115⸗, 118 pfd. odess. 15 wismar. 158 Fl., 1 142 Fl. — Gerste
—
208 Fl.,
2 Fl., 1 112pfd. petersb. 128 Fl. contant, 117pf
preishaltend;
emporgeschwungen. 2 machten dieselbe Bewegung mit und stellten sich nach 22 ½ % zuletzt auf 125 %. — Nicht weniger dabei betheiligt, indem Ardoin⸗Obligatsonen, gestern wieder zu 9 % t, binnenländische, auf 15 ⅞ gefallen, wieder zu 16 ½ % gekauft üms
In portugiesischen und süͤdamerik g Umsatz Der Geldzins⸗Cours hat
Amsterdam, 3. Juli. 8 i Handel an Konsumenten; 127 pfd.
116⸗, 11 126 pfd.
die schweren Sorten zu
7
Fl.
Rüböl gleich und 36 Fl., effekt.“ 5 Fl.
2 a 66 Fl. —
Dez. 35 Fl. —
125pfd. holstein. 182, 9 . — Weiße Erbsen mehr gefragt, besser anzubringen; ostsee. zu 5 ¼ und 6 Fl. verkauft. —
Kohlsaat auf 9 6 Leinsaat preis
riga. 2222
haltend; 105⸗, Fl., 111⸗, 112pfd. pe
Hanföl per
Weizen zu 2 290
l-
vorigen Preisen, . ment 7pfd. petersb. 138, 140, 142 Fl.,
aß im September und Ok
Leinkuchen 7 ½
lichen Erfolge des schrecklichen Kampfes zugeschrieben werden, als dem Ueberfluß an ungebrauchtem Kapital, welches durch werdenden ansehnlichen Zinszahlungen noch einen größeren Zuwachs erhält, und welches nun mit etwas größerem Ver⸗ von Staatspapieren anregte.
berücksichtigt und auch
Dazu wurden österreichische 4 proz.
stiegen seit vorgestern um 2 % gingen an⸗
Auch die Actien der Handels⸗
und 3 proz- auft wurden.
anischen Fonds fand went
sich auf 3 % gestellt.
den erhöheten Preisen bunt. poln. 280 Fl.,
Fl., 128 pfd. bunt. poln. 292 Fl.,
130pfd. rostock. 255 Fl. in Consumtion;
fo. petersb. 212 Fl. in Consum⸗
5 Fl., 123 pfd. dito dito E
rostock. 270 Fl. — Getrockneter ungetrockneter an Konsumenten
162 Fl., 125pfd. fd. archang. 111pfd. dän. 150 Fl. — Buch⸗ 10 Fl. niedriger mit einigem Han 186 Fl., 116pfd. ostfries: 145 Fl.
pommer. 161,
tober 59 ½ L. — )-
8
106pfd. königsb. 225 Fl., 109pfd. tersb. morchansk.
240 Fl., 115pfd.
auf Lieferung preishaltend; per 6 Wochen 2 — 9 — 7 4 7 „ 8
35 à 35 ½ Fl., Sept. 34 ½ Fl., Okt. 34 ½ a 34 . Leinöl per 6 Woch. 27½ Fl.,
36 Fl., effekt. 35 a 8 ⅓ Fl.
6 Woch.
Db
Bekanntmachungen.
109] Subhastations⸗Patent. Nothwendiger Verkauf. Das dem Tischlermeister Heinrich Eduard Adolph g.
Graßmann gehörige, in der Frauengasse unter der Ser⸗ kannt gemacht,
vis⸗Nummer 834 und Nr. 26 des Hvpothekenbuchs ge⸗
legene Grundstück, abgeschätzt auf 5302 Thlr. zufolge der nebst Hypothekenschein und Bedingungen in der Re⸗ gistratur einzusehenden Taze, soll am 13. September 1848, Vorm. 11 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden. Königliches Land⸗ und Stadtgericht zu Danzig.
[295] Nothwendiger Verkauf. können. Stadtgericht zu Berlm, den 24. März 1848. Das dem Zimmerpolier Ernst Johann Heinrich Kö⸗ nig gehörige, in der Cöthenerstraße Nr. 24 belegene im stadtgerichtlichen Hypotheienbuche von den Umgebun⸗ Vol. 29. Nr. 1864. verzeichnete Grundstück, gericht⸗ am 31. Oktober 1848, Vormirt. 11 Ühr an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen. n
.“
[425] Nothwendiger Verkaus. Stadtgericht zu Berlin, den 27. Mai 1848. Das dem Rentier Friedrich Wilhelm Brennschütz gehörige, hier in der Blumenstraße Nr. 502. belegene
lauer Viertels, Vol. 38. Nr. 2415. verzeichnete Grundstück, gerichtlich abgeschätzt zu 15,300 Thlr. 8 Sgr. 9 Pf., soll am 8. Januar 1849, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
Nieederschlesisch⸗Märkische
1484 p] Eisenbahn. In Gemäßheit der §§. 29. und 31. der Gesellschafts⸗ Statuten hat am ;sten d. M. die Ausloosung von
500 Stück Stamm⸗Actien der Gesellschaft stattge⸗ funden, und sind dabei die unten verzeichneten 500 Num⸗ — mern gezogen worden.
8 Es werden diese Nummern, dem §. 32. der Statuten ꝛmäß, den Inhabern derselben mit dem Bemerken be⸗ daß der Nennwerth der Actien gegen Rücklieferung derselben nebst den vom 1. Januar 1849. ab fällig werdenden Coupons und Dividendenscheinen vom 15. Dezember d. J. General⸗Staatskasse — S kann. Zur Bequemlichkeit der Interessenten ist die Ein⸗ richtung getroffen worden, daß die auszuzahlenden Kapi⸗ tals⸗Beträge in der Zeit vom 15. bis 31. 3 200 zember d. J. auch bei der Königlichen Regie⸗ rungs⸗Hauptkasse in Breslau erhoben werden In diesem Falle haben jedoch die Interessen⸗ ten die verloosten Actien nebst Coupons und Dividen⸗ denscheinen behufs Prüfung der Richtigkeit bis späte⸗ stens den 15. November d. J 6 6 eine Empfangs⸗Bescheinigung niederzulegen, bei deren 17233. 17463. Rückgabe dann in dem vorbezeichneten Zeitraume die Zahlung geleistet werden wird.
Fehlende Coupons und Dividendenscheine der oben bezeichneten Art werden von dem auszuzahlenden Ka⸗ pitals⸗Betrage in Dezember d. J. fälligen Zinsen und Dividenden aber verbleiben dem letzten Inhaber der ausgeloosten Actie.
Uebrigens werden die Inhaber der ausgeloosten Actien darauf aufmerksam gemacht, daß nach Vorschrift des §. 33. der . b 1 1cb S. vees.; tigt ist, das öffentliche Aufgebot der Actien ne ou⸗ und im Hypothelenbuche von der Königsstadt, Sta⸗ Iü⸗ S.e ee hr. ehes in dem Gerichtsstande der
Gesellschaft nachzusuchen, wenn der Inhaber einer aus⸗ geloosten Actie dieselbe nebst den “ Zins⸗ Coupons und Dividendenscheinen nich zember 1853 abliefert oder für den Fall des Verlustes deren gerichtliche Mortification innerhalb dieses fünf⸗ jährigen Zeitraums nachweist. Die Kosten dieses Ver⸗ fahrens werden aus dem Kapitals⸗Betrage der Actie entnommen und der Ueberrest nach erfolgter Präklusion an die Gesellschafts⸗Beamten⸗Pensions⸗ und Unter⸗ stützungs⸗Kasse abgeführt. 1““
Berlin, den 3. Juli 1848. ö
Die der Niederschlesisch⸗Märkischen Eisenbahn⸗Gesellschaft.
der in der I. Ziehung
112. 784. 806. 815. 968. 1720. 1930. 1972. 2015. 2313. 3246. 3329. 3522. 3629. 3766. 4086. 4105. 4120. 4408. 4490. 4847. 5071. 5398. 5443. 5600. 6123. 6144. 6619. 6620. 6788. 7833. 7842. 7863. 7980. 8110.
ab bei der Königl. hierselbst erhoben werden
De⸗ 10125. 10206. 11855. 12466. 13285. 14554. 15502. 16335.
11449. 12229. 12941. 14482. 15426. J. bei dieser Kasse gegen 16186. 17528. 18420. 19208.
18390. 19107.
24651. 24829. 25193. 25459. 25969. 25987. 26397. 26622. 27126. 27250. 27703. 27744.
27991. 28160. 28197. 28311. 2
Abzug gebracht. Alle bis zum 31.
chafts⸗Statuten die Direction berech⸗
31624. 31852. 32305. 32830. 34055. 34943. 35668. 36714. 37439. 39233. 40761. 42580.
33514
t bis zum 31. De⸗
39382.
Verzeichniß b am 1. Juli 1848 ausgeloosten 500 Stück Stamm⸗Actien der Niederschlesisch⸗Märkischen
Eisenbahn⸗Gesellschaft.
1236.
1435. 1470. 2497. 2686. 3768. 3969. 4516. 4523. 5954. 5983. 7320. 7341.
9148. 9455.
9643. 9678. 9681. 9756. 9774. 9828. 9929. 10653. 10663. 10890. 11212. 11600. 11620. 11654. 11894. 12593. 12605. 12670. 12830. 13542. 13577. 13692. 13950. 15029. 15141. 15161. 152789. 15522. 15638. 15675. 15890. 16427. 16568. 16716. 16908. 17640. 17875. 18208. 18485. 18613. 18743. 18969. 19419. 19645. 19706. 20200. 21064. 21272. 22341. 22348. 22374. 22713. 22794. 23290. 23359. 23443. 23754. 24082.
25593. 26763. .27961. 5. 29080.
29418. 29577. 29687. 29794. 29820. 30258. 30491. 30704. 30765. 30767. 30925. 31063. 32030. 32134. 32175. 32211. 32508. 32645. 32647. 32658. 32808. 33688. 33709. 33757. 33828. 34495. 34512. 34530. 34595. 34738. 35054. 35085. 35108. 35331. 35464. 35765. 36013. 36053. 36105. 36549. 36774. 36840. 37029. 37276. 37366. 37835. 38094. 38179. 38872. 38894. 39408. 39914. 40137. 40200. 40918. 41286. 41466. 41606. 41827. 42587. 42664. 42715. 42755. 42761. 43106. 43151, 43265. 43365. 44207. 44382. 44646. 44701. 44747. 44941. 45210. 45258. 45694. 45707. 45724. 45890. 46162. 46280. 46395. 46533. 46627. 46918. 46941. 47635.
1607. 2928. 4079. 4795. 6060. 7744. 9616. 10071. 11230. 12101. 12856. 14007. 15404. 15968. 17203. 18343. 18970. 20989. 22725. 24278. 257141. 27075. 27977. 29200. 30318. 31130. 32240. 32816. 33921. 34855. 35546. 36657. 37401. 39015. 40298. 42364. 43093. 44455. 45550. 40321.
48064. 48447. 48436. 48566. 49385. 49606. 50421.
52170.
52961.
55043.
56160.
57385.
59505. 60123. 61082. 61334. 62765. 62774. 63869. 64031. 64911. 65334. 66255. 66540. 67645. 67859. 69452. 69582. 71057. 71104. 71761. 73465. 74585. 75701. 76821. 77838. 78860. 80102. 80719. 82409. 83512. 100048.
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öu1u.“ münde abgehen.
e— ) 2 20‿ 2 4 Das Personenschiff Borussia
48253. 48265. 48297. 48314. 48372. 48960. 49053. 49125. 49198. 49230. 49655. 50264. 50285. 50315. 50248. 50938. 51399. 51535. 51749. 51971. 52323. 52385. 52450. 52817. 52899. 53750. 53874. 53909. 54772. 55023. 55144. 55419. 55500. 55596. 55668. 56404. 56683. 56945. 56948. 57232. 57705. 58248. 58397. 58673.
60266. 60427. 60802. 60882. 60899. 61543. 61952. 62004. 62360. 62365. 62785. 63272. 63385. 63447. 63451. 64143. 64273. 64306. 64367. 64492. 65442. 65543. 65568. 65661.
68194. 68230. 68822. 69183. 69255. 69727. 69834. 69917. 09978. 7004
71168. 71279. 71281. 71310. „1042
72263. 72325. 72486. 72646. 72939. 73839. 73955. 74071. 74339. 74257. 71888. 75189. 75379. 75420. 75556. 76054. 76068. 76167. 76216. 76290. 77098. 77254. 77605. 77656. 77821 77975. 78156. 78172. 78261. 78826 79333. 79348. 79444. 79505. 79806 80264. 80428. 80519. 80676. 80685. 80876. 81143. 81410. 81614. 82093. 82745. 82948. 83041. 83149. 83877. 84116. ee“ . 85150.
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wird am Sonnabend dens. Juli 4
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Stettin.
Großbritanien und Irland.
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Das Abonnement beträͤgt: 8 4 Rthlr. ⸗ .
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1 Jahr.
in allen Theilen der Monarchie
ohne Preis⸗Erhöhnng. Bei einzelnen Rummern wird
der Bogen mit 2 ½ Sgr. berechnet 11“ “
8 EEö1““ Amtlicher Theil.
Deutschlann d.
Bundes⸗Angelegenheiten. Frankfurt a. M. der dentschen National⸗Versammlung. Sachsen. Dresden. Kammer⸗Verhandlungen.
Ausland.
Frankreich. National⸗Versammlung. Auflösung der National⸗ Werkstätten. — Zurücknahme des Eisenbahn⸗Ankauf⸗Projekts. — Finan⸗ zielle Hülfequellen. — Aufmunterung der Arbeiter. — Kredit für Leichen⸗ Feierlichkeiten. — Das Gesetz über die Munizipal⸗Wahlen. Paris. Finanz⸗Maßregeln. — Kommissions⸗Bericht über die geheimen Fonds. — der abgetretenen Regierungs⸗Kommission. — Emanuel Arago. — Vermischtes. — Straßb urg. Proclamation gegen alarmi⸗ rende Gerüchte. — Lyon. Sicherheits⸗Maßregeln. 8
al London. Graf Granville, Handels⸗
Amts⸗Präsident. — Auswanderung zur Abhülfe des Nothstandes in In
Pecet. 11” 38 Fahrt des „Herrmann“ zwischen
York und Bremen. — achrichten aus den Vereinigten Staate dans Dfeindiem hrich 8 ereinigten Staaten talien. Turin. Alktenstücke in Bez f di ri
2 ... — e in Bezug auf die Blokade von Triest.
Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten. “ 8
Verhandlungen
Theil
8 Das Klassensteuer⸗Gesetz vom 30. Mai 1820 enthält über die „ efreiung der Militairpersonen von der gedachten Steuer folgende Vorschriften:
„Alle beim stehenden Heer und bei den Landwehrstämmen in Reih und Glied befindliche aktive Militairpersonen, nebst den in ihrer 1 16“ Sennh insofern sie selbst mwashzscges hörigen weder eigenes Gewerbe noch Land⸗ sind von der Klassensteuer frei. sof Auch ““ Aufgebots und ihre Familien,
fern sie in der untersten Klasse steuern, sind für den Monat, in sen stehenden “ frei sic b S “ 2 sie nicht eigenes Gewerbe
Bei Vergleichung der drei Absätze des ebengedachten Para⸗ graphen ist die Absicht einer durchweg gleichen Behandlung der Sol⸗ daten des stehenden Heeres und der Landwehr nicht zu verkennen: die Beschränkung der Steuerfreiheit für die Angehörigen der Mili⸗ tairpersonen, welche im 1sten und 3ten Absatz durch die Bedingung, daß diese Angehörigen „nicht ein eigenes Gewerbe oder Landwirth⸗ schaft treiben“, ausgesprochen ist, sollte im 2ten Absatz für die zur Waffenübung einberufene Landwehr dadurch wiedergegeben werden, daß die Steuerbefreiung nur den Landwehrmännern, welche in der untersten Klasse steuern, zugesagt wurde. Es ergab sich aber bald, daß das gesellschaftliche Verhältniß des Soldaten und Offiziers beim stehenden Heer gegen das Verhältniß des Landwehrmanns und Landwehr⸗Offiziers ein zu verschiedenes sei, als daß diese nur for⸗ male Gleichstellung hätte genügen können. Der Soldat des stehen⸗ den Hreres tritt in dies Verhältniß ein in einem Alter, wo der Regel nach von dem Eingehen einer ehelichen Verbindung, von der
Gründung eines Hausstandes, eines bürgerlichen Gewerbes ꝛc. nicht die Rede ist. Für den Offizier des stehenden Heeres ist der Dienst ein freiwillig gewählter Beruf; wie weit und unter welchen Bedin⸗ gungen mit letzterem der Betrieb der Landwirthschaft oder eines Ge⸗ werbes sich verbinden lasse, bleibt der Erwägung des Betheiligten überlassen, und es würde selbst als eine ungerechte Bevorzugung er⸗ scheinen, wenn den Angehörigen solcher Militairpersonen, welche Land⸗ wirthschaft oder eigenes Gewerbe treiben, eine Befreiung von Steuern zugestanden wäre, welche ihre Gewerbsgenossen zu entrichten haben.
Der Landwehrmann hingegen befindet sich bereits m vem Alter in welchem die Gründung eines Hausstandes als Regel erscheint, und ähnliches gilt vom Landwehr⸗Offizier, für welchen der Eintritt in den wirklichen Dienst nicht als Folge eines selbstgewählten Berufs sondern als Erfüllung einer gesetzlichen Pflicht anzusehen ist. Wäh⸗ rend hiernach für den Offizier und Soldaten des stehenden Heeres kein Grund obwaltet, dessen bürgerliches und gewerbliches Verhältniß mehr als durch die oben allegirten gesetzlichen Vorschriften geschehen, zu berücksichtigen, reichen dagegen die letzteren nicht aus, um für den Landwehr⸗Offizier und Wehrmann als eine entsprechende Berücksich⸗ tigung derjenigen Opfer zu erscheinen, welche er zur Erfüllung seiner
Wehrpflicht in seinem bürgerlichen Verhältnisse bringen muß.
Es erhoben sich daher schon früher Beschwerden darüber, daß die Klassensteuer⸗Freiheit der zu den Uebungen einberufenen Land⸗ wehrmänner durch Beschränkung dieser Freiheit auf Wehrmänner, die in der untersten (Haupt⸗) Klasse steuern, zu eng begränzt sei, und es erging auf den Antrag des Staats⸗Ministeriums die Allerhöchste Kabinets⸗Ordre vom 3. Mai 1828 (Gesetz⸗Sammlung Seite 68) dahin:
8 1 em Gesetze vom 30. Mai 1820 für die
Dauer der jährlichen Landwehrübungen bewilligte Erlaß der Klassen⸗ steuer auch für die zur Uebung einberufenen Offtziere und Land⸗ wehrmänner, die in den hoheren Klassensteuern, jederzeit auf die
Dauer von einem Monate eintreten solle. ischen Unruhen
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e1 vnaJtrxg 114 2 -1 Sszà vaas ghs Se .. EZ Z8Zqp.“ Srg eeh 8 198 ni8 289 na er h. 27 E wH post⸗Anstalten des In⸗ und Auoslandes nehmen Bestellung auf 4 (dieses Blatt an, für Berlin die 8 8.
Erpedition des Preuß. Staats⸗ 1g Anzeigers. 1““ “ Behren⸗Straße Ur. 57. 8 Arr EEADE8884*“ 82 8 828 S 4 914 guu ac
1111*
berufen wurden, berichtete der Finanz⸗Minister dahin, daß jene aus⸗ gedehntere Befreiung auch den Offizieren und Landwehrmännern der zusammengerufenen Bataillone auf die Dauer der Einberufung werde zugestanden werden müssen, und es wurde dies mittelst der (nicht durch die Gesetz⸗Sammlung publizirten) Allerhöchsten Ordre vom 30. Januar 1831 genehmigt. Von mehreren Seciten her wird jetzt beantragt, daß die eben⸗ gedachte Allerhöchste Ordre vom 30. Januar 1831 auch bei der ge⸗ genwärtigen Zusammenziehung der Landwehr zur Anwendung ge⸗ bracht werde. 8*
Ich glaube diesen Antrag unterstützen zu müssen. Die Gründe welche die letztgedachte Allerhoöchste Ordre herbeiführten, machen sich unter den jetzigen Zeitverhältnissen selbst in erhöhetem Maße geltend. Der Landwehr⸗Offizier oder Landwehrmann, welcher durch die Einbe⸗ rufung zu der Fahne dem Betriebe der Landwirthschaft oder eines Gewerbes entzogen wird, wird dadurch jetzt wohl noch empfindlicher berührt, und seine Vertretung im Hause ist schwieriger, als damals.
Bei Ew. Königl. Majestät trage ich deshalb erfurchtsvoll darauf an, Allergnädigst zu genehmigen, daß auch für die Dauer der gegen⸗ wärtigen Zusammenziehung der Landwehr die Offiziere und Mann⸗ schaften, welche bereits zu den Fahnen einberufen sind oder noch ein⸗ berufen werden, sammt den Haushalts⸗Angehörigen der Einberufe⸗ nen und ohne Rücksicht darauf, ob die Angehörigen ein Gewerbe oder La dwirthschaft betrieben, für die Dauer der Einberufung von der Klassensteuer befreit bleiben. b
Den Entwurf der dieserhalb zu erlassenden und durch die Ge⸗ setz⸗Sammlung zu publizirenden Allerhöchsten Ordre füge ich
ehrerbietigst bei.
Berlin, den 17. Juni 1848. (gez.) Hansemann An
des Königs Majestät.
Auf Ihren Bericht vom 17ten d. Mts. genehmige Ich, in Fol der Ordre vom 3. Mai 1828 (Gesetz⸗Samm lung Seite 68), daß für die Dauer der Zusammenziehung der Landwehr die Offiziere und Mannschaften, welche bereits zu den Fahnen einberufen sind oder noch einberufen werden, sammt deren Haushalts⸗Angehörigen, opne Rücksicht anf die Klasse, zu welcher die Einberufenen eingeschätzt 8 für die Dauer der Einbernfung und auch dann von der Klassensteuer befreit bleiben sollen, wenn die zurückbleibenden Familien ein eigenes Gewerbe oder Landwirthschaft treiben. u““
Sanssouci, den 23. Juni 1848.
(gez.) Friedrich Wilhelm.
2 (contrasig.) Hansemann.
und Finanz⸗Minister Hansemann.
An den Stnats
betreffend den mit der Anstellung oder Beförderung
im Staatsdienst verbundenen Verlust der Mitgliedschaft
in der zur Vereinbarung der preußischen Staats⸗Ver⸗-⸗ 8— fassung berufenen Versammlung.
Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von Preußen ꝛc. verordnen auf den Antrag der zur Vereinbarung der preußischen Staats⸗Verfassung berufenen Versammlung, nach Anhörung Unseres
Staats⸗Ministeriums, was folgt: 1 Durch die Annahme eines besoldeten Staats⸗Amtes oder einer Beförderung im Staatsdienste verliert jedes Mitglied der zur Vereinbarung der preußischen Staats Verfassung bernfenen Versammlung Sitz und Stimme in derselben und kann seine Stelle nur durch eine neue Wahl wieder erlangen. Urkundlich unter Unserer höchsteigenhändigen Unterschrift und
beigedrucktem Königlichen Insiegel.
Gegeben Sanssouci, den 7. Juli 1848. (gez.) Friedrich Wilhelm. (contr.) von Auerswald. Hansemann. von Schreckenstein. Milde. Märker. Giercke. Kühlwetter.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:
Den Baurath Henz und den Assessor bei der technischen Depu tation für Gewerbe, Nottebohm, Beide zu Berlin, zu Regierungs und Bauräthen; und . t
Den Landgerichts⸗Assessor Boisserée zu Köln zum Landgerichts Rath in Kleve zu ernennen. —
. Anzetge.
Die am Montag den 10ten d. M. Abends 6 Uhr stattfindende
Plenar⸗Versammlung der ordentlichen Mitglieder der Königl. Aka
demie der Künste wird hierdurch ergebenst in Erinnerung gebracht.
Dr. G. Schadow,
Direktor.
Abgereist: Der Pinder, nach Breslau.
Ober⸗Präsident der Provinz Schlesien,
ennrrrerhrrnuan aw eemrmwmnrmnre ,ne
Dentschland.
218 Sr .SFuli. (. p. N. 8
Sitzung der deutschen National⸗Versammlun -. Nach Verlesung des Protokolls theilte der Präsident ein von Nürnberg den 2. Juli datirtes Schreiben der nach Wien gesendeten Deputation mit, nach welchem dieselbe auf ihrer ganzen bisherigen Reise, und
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1848
namentlich in Fürth und Nürnberg, die freudigste Aufnahme gefunden hat. von Raumer aus Berlin erstattete Ramens des völkerrecht⸗ lichen Ausschusses Bericht über verschiedene, die österreichtsch⸗italieni⸗ schen Angelegenheiten betreffende Anträge, so wie über einen Antrag der Abgeordneten des italienischen Tyrols, die Abtrennung der Kreise Triunt und Roveredo von Deutschland betreffend. Der An⸗ trag des Aueschusses geht bezüglich des ersten Punktes auf Ueberweisung an die Centralgewalt, welche der National⸗Ver⸗ sammlung über die Sachlage Vorlage machen soll. Der Ausschuß spricht sich ferner gegen die begehrte Lostrennung ganz entschieden aus. Die Abgeordueten von Italienisch⸗Tyrol haben be⸗ reits selbst unterm 25. Juni einen modifizirten Antrag auf judizielle und administrative Trennung der gedachten Kreise gestellt. Auch auf diesen Antrag ist als eine zunächst die österreichische Regierung ange⸗ hende Angelegenheit und nachdem die National⸗Versammlung bereits den außerdeutschen Nationalitäten vollständigen Schutz zugesichert hat, nicht weiter einzugehen. Auf Anfrage des Präsidenten, ob der durch Vorstände der einzelnen Abtheilungen gebildete Central⸗Wahlausschuß jetzt, nachdem nene Abtheilungen und neue Vorstände vorhanden ind, durch einen neuen Ausschuß ersetzt werden solle, beschloß die Ver⸗ sahthes nach kurzer Debatte, es bei dem bisherigen Ausschusse zu assen.
Riobert Blum erhielt das Wort, um seinen jüngst angekün⸗ digten Antrag bezüglich des Beglückwünschungsschreibens des Bun⸗ destages zu begründen. Er erklärt, seine Absicht auf Stellung eines bestimmten Antrags aufgegeben zu haben, und beantragt zunächst nä⸗ here amtliche Auskunft über die Bedeutung des Beglückwünschungs⸗ schreibens vom Bundestag zu verlangen. Er will darauf nicht wei⸗ ter eingehen, ob, wie mehrfach behauptet worden ist, der Bundestag der National⸗Versammlung vorgreifen wollte. Die National⸗Ver⸗ sammlung braucht ihre Machtvollkommenheit nicht so ängstlich zu wah⸗ ren. Aber das Vertrauen des Volkes auf sie darf nicht geschmälert werden; eine Schmälerung aber liegt in jenem Beglückwünschungs⸗ schreiben. Da kein offizieller Verkehr stattgefunden hat, so muß man an die geheimen Vertrauensmänner des Lepelschen Pro⸗ memoria denken. Daß die Bundes⸗Versammlung ihre Zu⸗ stimmung erklärt, kann an sich so gleichgültig sein, als ob es irgend ein Klub gethan hat. Liegt aber ein Weiteres darin, ein Vorbeholt, daß man wie für, so auch gegen eine Wahl sich er⸗ kären könne, so muß dagegen aufgetreten werden. Die Auskunft muß eine amtliche sein; Erläuterungen, wie der Abgeordnete und Bundes⸗Präsidialgesandte von Schmerling sie schon mehrmals gegeben hat, genügen nicht. Die Versammlung enkschied auf An⸗ srage des Präsidenten, die Diskussion über den Antrag sofort zuzu⸗ lassen. von Schmerling giebt Erläuterungen über das Beglück⸗ wünschungsschreiben. Bei dem allgemeinen Jubel, welchen die Wahl des Erzherzogs Johann verursachte, kann man es den zwanzig Män⸗ nern, die zufäͤllig zugleich Bundestags Gesandte sind, nicht übel nehmen, daß auch sie ihre Freude aussprachen. Sie haben noch mehr gethan und einen eigenen Eilboten nach Wien ge⸗ schickt, und der Erzherzog Johann wird deshalb vielleicht die Nachricht zuerst durch den Bundestag erfahren haben S e-. leicht ist die erste Nachricht auch durch einen Abgeordneten von der linken Seite zuerst hingekommen, welcher am Morgen von 8 Wahl abgereist ist und die Wahrscheinlichkeit des Ergednisses Wien gebracht haben wird. Der Redner selbst hat üͤbrigens — vorher über die Wahrscheinlichkeit in einer Mittheilung sich aus 8 sprochen. Der Hauptpunkt, daß die Regierungen, im Lv- ihre Zustimmung gegeben haben, erläutert sich einsach Alles hat gewußt, daß uüͤber Bäldung einer Central -Gewalt en then wird; sollten die Regierungen allein nichts davon gewuß sich um nichts gekümmert haben? Es ging der nusschaß. Kanne dahin, daß die Regierungen vorschlagen sollten. Dieser Untrag konnte durchgehen, und haͤtte der Bundeetag dann erst Wenen aussenden sollen, um die Verständigung zu erzielen? Im Laufe der Verhandlung sah man eben so deutlich, vaß man sur die Bestellung einer Person sich entscheiden würde. Die zusimmung der Regierungen konnte also eintreffen und ausgesprochen ezvh Es ist zu bedauern, daß der Vorgang eine sehr begreifliche Mißbil- ligung erhalten hat. Den Herren auf der linken Seite wäre es an. genehm gewesen, wenn die Centralgewalt Gelegenheit zu einem Zer⸗ würfniß zwischen der National⸗Versammlung und den Regierung en gegeben hätte. (Auf der linken Seite Ruf: Zur⸗ Ordnung! gen ist eine Verdächtigung! Der Präsident fordert den Reduer auf sort⸗ zu ahren.) Der Konflikt ist nicht eingetreten, wie überhaupt die Re gierungen und die National Versammlung bisher im Einverständuisse geblieben sind. Der Redner hält es für Erfüllung der ihm gestellten schönen Aufgabe, seinestheils etwas dazu beigetragen zu haben Ueber den Antrag Blum's wird zur Lagesorknung liberzugehen sein (Bravo von der rechten Seite und vom Centrum.) Schuselka ar⸗ achtet es für nothwenbig, das Mißtrauen, welches das Promemoria und das Beglückwünschungs⸗Schreiben gesäet, der Vorrebner nur genährt hat, zu beseitigen, und stellt den Antrag, die beut⸗ schen Fürsten aufzufordern, ihren Gesandten jede Einmischun in die Verhandlungen der National⸗YBersammlung zu verbieten 42 zu erklären, daß sie sich allen Beschlüssen der National⸗Versammlung unterwerfen würvden. Der Präsivent bemerkt, daß der Antrag Schu⸗ selka's, als ein selbstständiger, heute nicht zur Verhandlung kommen könne. Edel kann der Sache nicht die Bedeutung brilegen, wie es Blum gethan hat. Es ist kein Grund zar Beschwerde, wenn die Regierungen dem Volke seine Wünsche absehen und sogleich erfüllen. Der Redner ist für Tagesorbnung. Vogt: Die Sache zeigt, wovon man von vornherein hätte einsehen sollen, baß ee uvscht an⸗ eht, gleichzeitig, wie mehrere Bundestags⸗Gesantten, su eluem Volkshause und in einem Staatenhaufe zu siten. Weyn 76 wahr ist, daß die Bundestags ⸗Gesandten währenb der Zeit, in welcher ver Ausschuß ⸗Autrag vorlag, bie Zustimmung zu biesem von ihren Regierungen sich erbaten, so ist boch nicht einzusehen, wie in seche Tagen vie Zustimmung für einen Reichsverweser erbeten und ertheilt werven konnte. Es ist eine Verleumdung