1848 / 96 p. 1 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

znigliche Polizei-Präsidium betrifft,

t es das Königliche Poliz be 1

Panm. sowet salhs unrichtiges sist und mit dem von mir in der Sitzung der Stadtverordneten Versammlung Mitgetheilten

1“ scht übereinstimmt. E g.ns zut e sind weder Seiner Majestät dem Könige, och Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen von Preußen gegenüber

2 0,8 Deputirten gemacht worden, konnten auch nicht vesc * gdtsceg, Sennatzonen gegen Seine Königliche Hoheit den Plchecn von Preußen in Berlin gar nicht stattgefunden haben. 2 Berlin, den 30. Juli 1848. (gez.) Seidel.

Da mehrere andere öffentliche Blätter den Vortrag des Herrn Seidel in ähnlicher, das Polizei⸗Präsidium verletzender Weise berich tet haben, so bringt das Polizei⸗Präsidium das Antwortschreiben

508

des Herrn Seidel vom 30sten v. M. hierdurch zur öffentlichen

Kenntniß. Eöö11.““ Königliches Polizei⸗ Präsidiuum. von Bardeleben. 1

WEE

Königliche Schauspiele. Montag, 7. Aug. Im Schauspielhause. 131ste Abonnements⸗ Vorstellung: Dorf und Stadt, Schauspiel in 2 Abth. und 5 Akten, mit freier Benutzung der Auerbachschen Erzählung: „Die Frau Pro⸗ fessorin“, von Ch. Birch⸗Pfeiffer. Anfang 6 Uhr. Dienstag, 8. Aug. Im Opernhause. Sü1ste Abonnements⸗-

Vorstellung: Oberon, König der Elfen, romantische Feen-Oper in 3

Abth., nach dem Englischen des J. R. Planché, für die deutsche Bühne übersetzt von Th. Hell. Musik von C. M. von Weber. Ballets von Hoguet. (Dlle. Tuczeck: Rezia.) . Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden Preisen ver⸗ Ein Billet im Parquet, zur Tribüne und in den Logen des zweiten Ranges 1 Rthlr., ein Billet in den Logen des ersten Ranges, im ersten Balkon daselbst und Proscenium 1 Rthlr. 10 Sgr., ein Billet im Parterre, in den Logen des dritten Ranges und im Balkon daselbst 20 Sgr., ein Billet im Amphitheater 10 Sgr., ein B zur Fremden⸗Loge 2 Rthlr. S

Anfang halb 7 Uhr.

ve:eevess

Berlin, 5. Aug. Die abgelaufene Woche

Geschäften zwar keine bedeutende Veränderung dar, doch waren die Schwankungen in einigen Effekten nicht unwesentlich und das Ge⸗ schäft dadurch auch ziemlich belebt. Im Allgemeinen hat die flaue Tendenz der letzten Woche nachgelassen, und das nicht ünbeträchtliche Weichen einiger Papiere lockte aufs neue Käufer an. Die Liquida⸗ tion hatte wenig zu thun, es zeigte sich für einzelne Effekten effekti⸗ ver Mangel, und man bewilligte für Köln⸗Minden und Fried. Wilh. Nordbahn ziemlich hohe Deports. Das Geld macht sich fortwäh⸗ rend sehr reichlich, doch fehlt es an guter Verwendung, da die Spe⸗ culation noch immer sehr schwach ist, daher wenig Begehr nach Pro⸗ longationen stattfindet. Die auswärtigen Börsen⸗Notirungen äußern schon seit längerer Zeit fast gar keinen Einfluß auf unsere Börsen⸗Verhält⸗ nisse aus, dagegen beobachtet man mit um so größerer Spannung die Ent⸗ wickelung unserer deutschen Angelegenheit und legt ihnen den wohl⸗ verdienten Werth bei, indem die Konsolidirung derselben am meisten zur Rückkehr des allgemeinen Vertrauens beitragen wird. So entstand durch die Abbrechung der Friedens Unterhandlungen mit Dänemark ein panischer Schrecken unter den Spekulanten, welcher sich erst dann wieder legte, als man aus unterrichteter Quelle erfuhr, daß dennoch ein baldiger Friedens⸗Abschluß zu erwarten sei. Unsere Börse, welche auch den Ereignissen in Wien große Aufmerksamkeit widmet, blieb dennoch von den schlechteren Notirungen unberührt und scheint im⸗ mer mehr eine selbstständige Haltung zu gewinnen. Was den Eisen⸗ bahn⸗Actien⸗Handel anbetrifft, so ist derselbe, wenn auch auf Zeit, noch sehr beschränkt, doch pr. Cassa mitunter sehr belebt; es stellt

bot in den Börsen⸗

. 828

Perliner HRounse. sich besonders für solche Bahnen, die sich in ihren Einnahmen wieder zu heben beginnen, viel Begehr und günstige Meinung ein. Hierzu ge⸗ hören nun namentlich Halberstädter, die von 92 bis 98 % gestiegen sind, ferner Oberschlesische Litt. A. und B., die von 83 ½ bis 87 % be⸗ zahlt worden. Auch urtheilt man jetzt günstiger über die Potsdam⸗ Magdeburger Eisenbahn, deren Actien ebenfalls von 41½ bis 45 P- gestiegen sind. Stettiner Actien sehr gefragt und von 85 bis 86 ¼ bezahlt und Geld; Posen Stargardt mehr vernachlässigt und von 66 bis 65 ½¼ % gewichen, nachdem sie aber bereits anfangs der Woche a 63 ½ % verkauft worden sind. Hamburg Berliner, von 60 a 62 9% gestiegen, aber wenig darin umgesetzt. Halle⸗Thüringer von 50 bis 51 ½ % bezahlt. Köln⸗ Mindener hatten sich von 74 bis 76 % ge⸗ hoben, gingen aber auf 74 zurück, wurden dann bis 75 wieder be⸗ zahlt. Auch in diesen Effekten war das Geschäft nur sehr beschränkt; auf 1 Monat ist um circa ³ % billiger verkauft. Rheinische blie⸗ ben die ganze Woche über vernachlässigt, stiegen aber heute in Folge einzelner Aufträge von 54 bis 55 %, nachdem bercits a 53 % ge⸗ macht worden.

Krakau⸗Oberschles. Anfangs der Woche à 38 % verkauft, blieben heute à 39 ½ % gesucht. Bergisch⸗Märkische blieben fortwährend auf ihrem gesunkenen Stand, gestern waren einige Ordres auszuführen, in Folge dessen sie von 55 bis 58 % stiegen; auch ist heute etwas à. 59 % be⸗ zahlt, wozu aber mehrseitige Verkäufer blieben. In Berlin⸗Anhalter wenig Geschäft, der Cours der Litt. A. hielt sich fest auf 86 ¾ Geld; Litt. B. wurden von 82 ¼ bis 83 ¾˖ % umgesetzt. Magdeburg⸗ Wittenberger wichen von 47 bis 43 ½ % wegen der Ausschreibung

der achten Einzahlung; heute beruhigte man sich wieder etwas mehr, und der Cours hat sich bis 44 ½˖ % gehoben. Nordbahn wird tüäglich spekulirt, bleibt; nachdem solche bereits à 37 ]% verkauf egen st dann bis 40¼ %, wozu heute Mehreres gemacht wurde; der Schluß⸗ Cours blieb aber nur 39 ½˖ ℳ.

In fremden Eisenbahn⸗Actien geht selten etwas um, Kiel⸗Altona ist etwas gemacht worden; es ist bei einem dringenden Verkauf à 84 ein kleiner Posten begeben, heute steigerte eine kleine Kauf⸗Ordre den Cours bis 87 ℳ.

Von Prioritäts⸗Actien waren in dieser Woche besonders Pots⸗ dam⸗Magdeburger 4 % und besonders 5 % sehr begehrt. stiegen von 74 bis 76 ꝛ%, letztere wurden von 81 bis 85 ¼ a 86 % bez.

Die übrigen Gattungen Prioritäts⸗Actien haben sich weniger verändert, blieben aber bei schwachem Vertrieb fest im Course.

Inländische Fonds varlirten nur unbedeutend; preußische Staats⸗ papiere blieben 73 ½ Gld.; Kommunal⸗ und Pfandbriefe ebenfalls ohne wesentliche Schwankungen. 1 2 Umsatz statt, anfangs der Woche durch den flauen Gang der Börse bis 82 % herabgedrückt, reichten einige Ankäufe hin, deren Cours wie⸗ der bis 84 ½ a ¾ %ℳ zu heben, wozu heute Geld blieb. b

Alle ausländischen Effekten sind mehr oder weniger gestiegen; besonders beliebt bleiben poln. Pfandbriefe, die von 87 ½ 4 88 % bezahlt wurden; auch englische 5proz. Russen von 97 ¼ 2 98 ¼ % ge⸗ handelt; Schatz⸗Obligationen von 58 bis 60 ¼ % bezahlt und Brief. er Umsatz in diesen Effekten war nicht so bedeutend als seither.

In Friedr. Wilh. daher deren Cours sehr schwankend ft worden, stiegen sie

nur in

Erstere

In preußischen Bank⸗Antheilen fand wenig

Auswärtige Börsen.

Breslan, 5. Aug. Louisd'or vollw. 112 ½ Gld. Poln. Pa⸗ piergeld 91 ½2 u. 91 bez. Oesterreichische Banknoten 88 bez. u. Br. Staats⸗Schuldscheine, 3 ½ proz. 73 ¼ Br. Seehandlungs⸗Prämien⸗ Scheine a 50. Rthlr. 88 ½ Br. Schles. Pfandbr. 3 ½roz. 91 ¾ Br., do. Lit. B. 4 proz. 93 bez. u. Br., do. 3 proz. 81 ¾ Br. Preuß. Bankantheil⸗Scheine 84 Gld. 1

Poln. Pfandbriefe alte 4 proz. 87 ½ Gld., do. neue 4 proz. 874 Gld., do. Partial⸗Loose a 300 Fl. 87 Gld., do. a 500 Fl. 63 Gld. Russ.⸗Poln. Schatz⸗Obligationen 4proz. 60 Gld.

Actien. Oberschl. Litt. A. 3 ½ proz. 87 Br., do. Litt. B. 3 ½ proz. 87 Br. Breslau⸗Schweidn.⸗Freiburg 4 proz. 82 bez. Nie⸗ derschl.⸗Märk. 3 ½ proz. 6821 Gld., do. Prior. Sproz. 93 Gld., do. Ser. III. 5proz. 886 Br. Neisse⸗Brieg Zus.⸗Sch. 4 proz. 39 Br. Krakau⸗Oberschl. 4proz. 39¼ Gld. Friedrich⸗ Wilhelms⸗Nordbahn Zus.⸗Sch. 4 proz. 40 ¾ 9⁄ bez.

8 Amsterdam 2 M. 142 Gld.

Hamburg a vista 151 ½ Gld.

do. 2 M. 151 ½ Gld.

London 1 L. St. 3 M. 6.

Berlin a vista 99 ¼ Gld.

do. 2 M. 99 ¾ Gld.

Wien, 4. Aug. Met. 5 proz. 744. broz. 62 ½. Zproz. 44 46, 2 ⁄proz. 39. Anl. 34: 122 ½v, 39: 82 ⅞. Nordb. 104. Gloggn. 96. Mail. 65 66. Livorno 68 ½. Pesth 64 ½. Budw. 68 ¼. B. A. 1038 1045. K. K. Gold 182.

Da wegen der Rücktehr des Kaisers noch innmer nichts Offizielles verlautet, so waren die Course etwas gedrückt.

Leipzig, 5. Aug. L. Dr. Part. Oblig. 98 Br. Leipz. B. A. 118 Br. Leipz. Dr. E. A. 90 Br., 95 G. Sächs. Bayer. 74 ½ Br. Schles. 73 Br. Chemn.⸗Riesa 273. Br. Löbau⸗Zittau 23 ½ Br. Magd. Leipzig 172 ½ Br., 171 Gld. Berl. Anh. A. 86 ¼ Br., 86 G., do. B. 83 ½ Br., 83 G. Altona⸗Kiel 87 ½ Br. Deß. B. A. 93 ¾ Br. Preuß. Bank⸗Antheile 84 Br.

Frankfurt a. M., 4. Aug. Am Anfange und im Laufe der Börse hielten sich die meisten Gattungen der Fonds und Eisen⸗ bahn⸗Aectien willig begehrt, und man bezahlte dartür bessere Course als gestern. Der Umsatz darin war von einigem Belang. Nach der Börse blieben die Eisenbahn⸗Actien und mehrere Fondsgattungen wiederum flauer, in Folge der niedrigen variser Course vom 2ten.

5proz. Met. 63 ½. 63 ¼. Bank⸗Actien 1075. 1065. Darmst. 50 Fl. L. 63. 62 v⅞½.. dito 25 Fl. 21. 20 ¾. Baden 50 Fl. 474 Br. dite 35 Fl. 27 ½¼. 27 ½. Kurhess. 25 5. 25 ⅔.

Sardin. 24 ¼. 24 ½.

Poln. 300 Fl. L. 87½ G. do. 500 Fl.

Z proz. Span. 17 ½¾. 17. do Bexbach 66 ½. Friedr. Wilh. Nord⸗

63 ⅞. 63 ⅛. Köln⸗Minden 75 ½. bahn 39 ½.

Paris, 3. Aug. Die Lieferungen der Rente zur Liquidation waren heute wenig zahlreich, in der Hoffnung, der Schatz werde nur eine kleine Anzahl an die Unterzeichner der Anleihe, welche ihre Ein⸗ zahlungen im voraus gemacht hatten, abgegeben haben. Deshalb hoben sich die Course etwas und würden noch mehr in die Höhe ge⸗ gangen sein, wenn nicht die Besorgnisse wegen der Intervention in Italien fortdauerten. Eisenbahn⸗ und Bank⸗Actien waren gesucht und steigend. 1 8

Zproz. Rente eröffnete zum gestrigen Schluß⸗Course 43. 75 und blieb 44. 25. Sproz. do. 70. 50, ging auf 71. 50 und schloß 71. Anleihe⸗Certifikate, sehr gesucht, gingen von 2400 auf 3200. Schatz⸗ Bons 23 % Verlust. Bank⸗Actien 1610 a 1630. Nordbahn 375 a 378. 75.

London, 2. Aug. Die Fonds sind fest. Die Nachrichten von heute Morgen waren nicht geeignet, Schwankungen hervorzuru⸗ fen, und das Wetter, obschon jetzt gut, nicht anhaltend gut genug, um eine Steigerung zu bewirken. Das Geschäft war beschränkt. Cons. 87 ¼ a J. 3 ½proz. 87 a Fremde Fonds nominell. Mer. 17 ⅛. Bras. 71. Int. 44. Portug. 4proz. 18 à 19 und span. 3 proz. 21 ½. Eisenbahn⸗Aetien flau.

Amsterdam, 3. Aug. Holl. Fonds bei mattem Geschäft gut preishaltend. Span. zu den gestrigen Preisen angeboten. Russ. und österr. bei geringem Handel fast unverändert. Oesterr. Met. 5 proz. 60 ½, 60. 2 ½ proz. 31 ½⅝, J.

Holl. Integr. 43, . 67 v⅛, 1. Span. Ardoins gr. Piecen 7 86. alte 96 ½8, 5. Stiegl. 74. 4 proz. Hope 74 ½. Bras. 72²2⁴.

Wechsel. Paris 56 ½ G. Wien 30 ¼ Br. Fanlfurt 98 ½ G. London 2 M. 11.90 G., k. S. 11 .95 G. Hamburg 35 G. Pe⸗ tersburg 176 ½ G.

Antwerpen, 2. Aug. Durch Berichte aus Italien war die Börse flau. Belg. 5 proz. 74 ½a, ½, ½ B. 442 proz. 68 ¼ Brief. 2 ½ proz. 37 ¼, ½ B. In span. war kein Geschäft. Ard. 8 G. Zproz. 16 ¾.

Madrid, 29. Juli. Zproz. 19½ Pap. (N. d. Börse 18 ½⅜ G. 18½ Pap.) 5proz. 10 Pap. (N. d. B. 10 ½ a G.) Ausländ. Pass. 3 ½ Pap. Ferdinandsbank 50 G. 54 Pap. Pariser Wechsel 4. 95 G.

7

4 proz. ostind.

3 proz. neue 50 ¼, 5 oz. ostin Coupons 5 ½, 2⁄2. Russen

Markt⸗Berichte. nigsberg, 3. Aug. Die Zufuhr war gering. Weizen

gelber do. 51, 55 bis 59 Sgr. * Roggen 29, 32 bis 35 Sgr.

pr. März 4 a 3²½ Rthlr. Rthlr., pr. Okt. 3 ½ a 32 Rthlr.

. pr. Okt. 29 a 29 ¾ Rthlr., geläutert 30 ¾¼ Rthlr.

63 bis 68 Sgr. pr. Schffl., Roggen 28 bis 33 Sgr., Hafer 16 bis 18 Sgr., Kartoffeln 15 bis 16 Sgr., das Schock Stroh 80 Sgr.

Danzig, 3. Aug.

An der Börse wurde verkauft: gestern

10 L. 131—32 pfd. inländ. Weizen zu 465 Fl.; heute: 12 L.

8 7 ¼ 9 . 004 5ꝙ 1. & 2) 130pfd. do. zu Fl. (9), poln. Weizen 24 L. 133 34pfd. zu Fl. (9), 13 L. und 12 L. 132 pfd. zu 465 Fl., 12 L. do. zu 4472 Fl., 11 L. 132 33 pfd. zu 470 Fl., 10 L. do. zu 480 Fl., 20 L. (holländ. Gewicht) zu 440 Fl., 45 L. 2. 34pf (h. G.) zu 480 Fl., 20 L. 120pfd. poln. Roggen, 7 L. 122 —23 pfd. n. 13 L. 117—18pfd. inländ. Roggen zu Fl. (?) und 6 Last inländ. w. Erbsen zu 260 Fl. preuß. Cour. die Last.

28pfd. 33pfd. u. 18 L. 133—34pfd.

Weizen, weißer 51, 55 bis 59 Sgr.;

1“

Breslau, 5. Aug.

Gerste 22, 24 bis 26 Sgr.

Hafer 14, 17 bis 18 Sgr.

Rapps 73 bis 75 Sgr.

Winter⸗Rips 66 bis 58 Sgr.

Sommer⸗Rips 60 Sgr. 8

Kleesaat Kleinigkeiten a 7 Rthlr. bez.

Spiritus sehr matt, Kleinigkeiten a 8 , bis 9 Rthlr. bez., an

Börse a 8 ½ Rthlr. offerirt. Ruüböl 600 Ctr. pr. Sept., Okt., Nov., Dez. a 10 ¼ begeben. Zink unverändert.

Die Zufuhren am Markte waren heute reichlich, es zeigten sich auch viele Käufer für neuen und alten Weizen.

Köln, 4. Aug. (2 Schfl.) Weizen, direkt, 6 a 5 ¼½ Rthlr.

do. pr. Nov. 5 ¼2 a 5 ½⅝ Rthlr., do. pr. März 6 a 5 *% Rthlr. Rog⸗

direkt, 2 3 ½ Rthlr., do. pr. Nov. 3 ½ 2 3 Rthlr., do. Gerste, hies. 2* Rthlr., oberländ. 3 ¼ Hafer, direkt 2 a Rthlr., pr. 2 ½ Rthlr. Rappsaat 98 a 92 Rthlr.

Rüböl pr. compt. mit Faß pr. 256 Pfd. 29 ¼ a 29½ Rthlr., do. pr. Mai 30 ¾ a 30 ¾ Rthlr.,

Spiritus effekt. mit Faß 80 „% pr. 130 Ort. 25 a 24 ¾ Rthlr.,

do. gereinigt 90 % 31 Rthlr.

Mit der heutigen Nummer des Staats⸗An⸗

zeigers wird Bogen 108 der Verhandlungen zur Vereinbarung der Preuß. Verfassung ausgegeben.

Druck und Verlag der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.

m,mmnmssᷓꝗ.—

CAKnans

Bekanntmachungen.

[295] Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 24. März 1818.

Das dem Zimmerpolier Ernst Johann Heinrich Kö⸗ nig gehorige, in der Cöthenerstraße Nr. 24 belegene, im stadtgerichtlichen Hypothekenbuche von den Umgebun⸗ gen Vol. 29. Nr. 1864. verzeichnete Grundstück, gericht⸗ lich abgeschätzt zu 21,269 Thlr. 12 Sgr. 3 Pf., soll

am 31. Oktober 1848, Vormitt. 11 ühr

an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Taxe und Hy⸗

pothekenschein sind in der Registratur einzusehen. 8

[425] Nothwendiger Verkaus. Stadtgericht zu Berlin, den 27. Mai 1848.

Franz und Maria, Kinder des zu Frankenstein verstor⸗ benen Bäckermeister Hasse, abgetreten und mit Abzwei⸗ gungs⸗Instrument überwiesen worden sind. Der Inha⸗ ber vorstehender Post ist unbekannt. Alle diejenigen, welche an dieses Intabulat oder die hierüber ausgefer⸗ tigte Urkunde als Eigenthümer, Rechtsnachfolger, Cessio⸗ wegen Uebernahme der Magdeburg⸗ narien, Erben, Pfand⸗ oder sonstige Inhaber Ansprüche zu machen haben, werden hiermit aufgefordert, diese ihre stattet, Ansprüche innerhalb 3 Monaten, spätestens aber in dem auf

den 16. November, Vormittags 10 Uhr, im Gerichtslokale daselbst anstehenden Termine anzu⸗ melden und zu bescheinigen, widrigenfalls sie damit prä⸗ kludirt und ihnen deshalb ewiges Stillschweigen aufer⸗- legt und mit Löschung der Post verfahren werden soll.

Strehlen, den 10. Juli 1848.

Gerichts⸗Amt Göppersdorf.

einzufinden. In derselben soll:

werden.

Das dem Rentier Friedrich Wilhelm Brennschütz gehörige, hier in der Blumenstraße Nr. 50 . belegent und im Hypothekenbuche von der Königsstadt, Stra⸗ lauer Viertels, Vol. 38. Nr. 2415. verzeichnete Grundäuc, gerichtlich abgeschätzt zu 15,300 Thlr. 8 Sgr. 9 Pf., sel

am 8. Januar 1849, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Tare und Hy⸗ pothekenschein sind in der Registratur einzusehen.

C““

1452 b]

2900 Aufgebot,. 1 2 haften auf dem Ackerstücke des Müller Hoppe Nr. 17 Göppersdorf 1000 Thlr. laut Konsens vom 18. Januar 1804 für die Wittwe Anna Rosina Fels, wovon 700 Thlr. gelöscht, die anderen 300 Thlr. aber vermöge Erbrezeß vom 5. April 1827 der Josepha, dem

Magdeburg⸗Wittenbergesche

Eisenbahn.

Die Herren Actionaire der Magdeburg⸗Witten⸗ bergeschen Eisenbahn wer⸗ 8 hierdurch eingeladen,

1

die auf ihren Namen lautenden

in dem Bürcau der Gesellschaft,

Montag den 14. Au⸗ „gust d. J., Vormit⸗

zu einer

außerordentlichen General⸗Versammlung Eintritt in die Versammlung nochmals

1) über die in Folge des Beschlusses der General⸗ Versammlung vom 8. Juni c. mit dem Staate Wittenbergeschen Eisenbahn angeknüpften Verhandlungen Bericht er⸗ 2) über die Bedingungen, unter welchen dem Staate,

der zum Ankauf der Bahn geneigt ist, solche zu

überlassen sein wird, Beschluß gefaßt, 3) für den Fall der Annahme dieser

9 8 2 seitens des Staats, also eventuell die Auf⸗

und Bedingungen

sösung der Gesellschaft veabvsen g,2

An dieser General⸗Versammlung können nur solche Actionaire Theil nehmen, welche mir oder dieser Anzahl entsprechende Quittungsbogen besitzen, oder ihnen cedirten

ndestens drei Actien

Quittungsbogen in den Tagen vom 9. bis 11. Augu Bun Schifferstraße Nr. 1 8. und 2, niedergelegt und darüber eine Bescheinigung, 9 auf welcher die Zahl der ihnen ebüh vermerkt ist, und die zugleich als inlaßkarte ral⸗Versammlung dient, empfangen h jedoch den Herren Actionairs auch f

renden Stimmen

aben. Es steht die Quittungs⸗ „tags 9 Uhr, bogen an jenen Tagen im Büreau nur vorzuzeigen, im hiesigen Börsenhause he eine ähnliche Karte ausgefertigt wird. Da jedoch in diesem Falle dieselben Quittungsbogen beim

arm.vArTAM 8 vorgezeüg. und kontrollirt werden müssen, so ist es 1 vr lästiger Verzögerungen wünschensn euth⸗ daß . 8 zuerst gedachte Weg der Legitimation sührung eing Raevyr 1 Quittungsbogen können am 15. und 16. August gegen Rückgabe der Bescheinigungen wieder in Empfang genommen werden. Magdeburg, den 16. Juli 1848. 1 Der Ausschuß b 34 der Magdeburg⸗Wittenbergeschen Eisenbahn⸗Gesellschaft. eneke, Vorsitzender.

—————

8 Feun i peas . 1 Das Personenschiff „Borussia 1407 b] fährt von jetzt

—, von Stettin nach Swinemünde 0)9 jeden Mittwoch und 1 Mittags Sonnabend, 12 Uhr, Swinemünde nach Stettin

jeden Montag und Morgens 9 Uhr.

Freitag, e st Auch werden damit Passagiere für den Badeort Mis⸗ drov nach und von Lebbin befördert.

Freise 1sten Platzes sind: auf der „Borussia“

dem Dampfschiff à » 8

und Kinder die Hälfte

zur Gene⸗ gr.

ermäßigt. 8

Billets sind an Bord des Schiffs zu lösen, auch täg⸗ lich in Berlin in der Expedition der National-Zeitung, Lindenstraße Nr. 81, zu haben.

- 1 8*

Abonnement beträgt: 2 Athlr. für ½ Jahr. 4 Athlr. Fahr. 8 MAthlr. 1 Jahr.

ohne Preis⸗Erhöhung. Bei einzelnen Rummern wird der Bogen mit 2 ½ Sgr. berechnet.

88 b-

VC1 116

Amtlicher Theil. 1 Deutschland. 8

Preußen. Köln. Einladungen zum Dombaufest. 8

Oesterreich. Wien. Der 6. August. Reichstags⸗Verhandlungen: Interpellation über einen Volksauflauf; die dalmatischen Deputirten; die Arbeiter⸗Verhältnisse; Frage wegen Annahme der deutschen Kokarde in der österreichischen Armee; die jüdische Religionssteuer in Galizien; die galizische Civil⸗ und Militairgewalt. Nachrichten vom Kriegsschau⸗ platze. Proclamation Radetzty's. Erlaß des Arbeits⸗Ministers. General Caboga. Erzesse. Abschiedsworte des Reichsverwesers. Triest. Protest des Reichsministers von Schmerling gegen die Bleki⸗ rung Triest's. 4

Bayern. München. Die Universitäts⸗Frage. Major von der Tann. Neue Jodquelle.

Sachsen. Dresden. gung des Militairs.

Hessen. Kassel. Ernennung.

Ausland.

Oesterreich. Mailand. Rüstungen. Albert's an die Armee.

Fraukreich. National⸗Versammlung. Zurücknahme des Hypo⸗ thekensteuer⸗Gesetzes. Annahme von Gesetz⸗Entwürfen über Kolonial⸗ und über unentgeltlichen Unterricht. Paris. Der sardinische Abgesandte A. Riccj. Goudchaux und der Gesetz⸗Entwurf über die Hypothekensteuer. Gutachten des Finanz⸗Comité's über die Postresorm. Vermischtes. Lyon. Fabrik⸗ und Arbeiter⸗Zustände. Straßburg. Waffen⸗Fabriegtion.

Grosbritanien und Irland. London. Neuester Stand der Dinge in Irland. Parlaments⸗Verhandlungen: Aenderungen der Zucker⸗ Bill. Komplott in Liverpool. Nachrichten aus den Vereinigten Staaten.

ie Ieng. Polen. St. Petersburg. Cholerabericht. Staats⸗ G er. .

Niederlande. Aus dem Haag. Donker⸗Curtius.

..“ Teglahsag, 8. die deutschen Noten und Ver⸗ t .— Schaffhausen und argau. Beschlüsse hinsichtlich de Bundes⸗Verfassung. 8 8 I 9 8

Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten.

Minister⸗Veränderungen. Leipzig. Huldi⸗

Proclamationen Karl

8 Se. Dem Kurator an der rheinischen Friedrich⸗Wilhelms⸗Universität,

Geheimen Ober⸗Regierungs⸗Rath Dr. von Bethmann⸗Hollweg, die 5 ihm nachgesuchte Dienstentlassung in Gnaden zu bewilli⸗ gen; un

Dem praktischen Arzt Dr. Schumann in Reichenbach den

Charakter eines Sanitäts⸗Raths beizulegen.

Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz und die Frau Prinzes⸗

sin von Preußen, so wie Höchstderen Sohn, der Prinz Frie⸗

drich Wilhelm, Königliche Hoheit, sind von Stettin zurückgekehrt.

Dem Oberlehrer an dem katholischen Gymnasium zu Köln,

Dr. Ley, ist das Prädikat „Professer“ verliehen worden.

deutung sein wird. ches, hat allen anderen Kriegsministern des ehemaligen deutschen Bun⸗ des den Auftrag ertheilt, die Truppen die deutsche Kokarde aufstecken, die Fahnen mit deutschen Farben schmücken und dem deutschen Reichs⸗ verweser huldigen zu lassen.

den, daß sie frei der s es für nothwendig, trage.

842 à Person auf r2 hig

8

Michtamtlicher Theil.

Deeutschland.

Preußen. Köln, 5. Aug. Zur bevorstehenden Säkularfeier der

Grundsteinlegung des Doms sind von Seiten unseres Erzbischofs, außer seinen Suffragan⸗Bischöfen von Trier, Münster und Paderborn, die

Bischöfe von Ermland, Kulm, Mainz und Speyer, von Lüttich, Roer⸗ mond und Limburg, der Erzbischof von Gnesen und Posen und der

Fürstbischof von Breslan zum Feste eingeladen worden. Gleiche Ein⸗ ladung ist an den apostolischen Nuntius Mons. Viale Prela ergangen, anch hofft man den Fürsten Schwarzenberg, Kardinal⸗Erzbischof von Salzburg, hier zu sehen.

Oesterreich. Wien, 4. Aug. Die Allg. Oestr. Ztg.

enthält nachstehenden Artikel:

„Der 6. August ist ein Tag, der für Dentschland nicht ohne Be⸗ Peucker, der Kriegsminister des deutschen Rei⸗

Wir können diesen ersten Befehl des deutschen Kriegsministers

nur als eine Uebereilung bezeichnen.

Wir wünschen, daß eine ganze deutsche Armee sich der Errun⸗

genschaften bewußt, daß ihr offiziell angekündigt werde, wie ihre Männer, so gut wie alle anderen deutschen Männer, mündig gewor⸗

starke Arm eines freien Volkes sei, wir halten

daß die deutsche Armee auch deutsche Farben

Wir fordern aber anch, daß man jeden Anlaß vermeide, der die

Verlegenheiten gutgesinnter Regierungen vermehren, der zu nichts nützen kann, als Reibungen hervorzuhringen und die Kräfte eines deutschen Staates zu schwächen.

Ein solcher Anlaß ist aber jener Besehl in diesem Augenblick

und namentlich für Oesterreich.

Oesterreich wie Deutschland hat die volle Berechtigung aller Na⸗ tionalitäten anerkannt. Wir können daher nicht verlangen, wir können es der Gerechtigkeit. halber nicht wünschen, daß nichtdeutsche Solda⸗

1

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Alle Post⸗Anstalten des In⸗ und

Anslandes nehmen Bestellung auf

dieses Blatt an, für Berlin die

Erpedition des Preuß. Staats⸗ Anzeigers.

Sehren⸗Straße Nr. 57.

ten die deutsche Kokarde aufstecken und dem deulschen Reichsverweser uldigen. b Unsere Regimenter sind aber keinesweges streng nach Nationali⸗ täten getrennt, namentlich sind die Offiziere in keinem von einer Nation.

Der deutsche Kriegsminister hätte also warten müssen, bis in dieser Hinsicht die nöthigen Veränderungen vorgenommen worden wären.

Aber noch mehr. Wenn unsere deutschen Regimenter in Italien die deutsche Kokarde aufstocken, will der deutsche Kriegsminister die Verantwortlichkeit übernehmen, ganz Deutschland mit in den Krieg gegen Italien zu verwickeln?

Oesterreich hätte dabei keine Ursache zur Klage. Deutschland wäre gezwungen, die Ehre seiner Kokarde durch ein Armee⸗Corps von Preußen, Bayern u. s. w. sosort zu retten, wenn die Oester⸗ reicher nicht allein mit den Italienern fertig werden könnten. Es sragt sich nur, ob der deutsche Kriegsminister so weit gerechnet, ob er zu solcher Unternehmung die Vollmacht hat. 8 8

Oder gedenkt er die deutschen Truppen aus Italien zurück⸗ zubeordern?

Wir sind gewiß keine Freunde des italienischen Krieges, und wenn er Lorbeerkränze von Wien bis Rom ausstreuen würde. Wir könnten aber nie zugeben, daß dieser Krieg auf solche Weise beendigt würde, daß in einem einmal angefangenen Kampfe die Deutschen ihren K pfgenossen untreu werden, daß wir die Armee im entschei⸗ denden Augenblick schwächen sollten.

Der deutsche Kriegs⸗Minister hätte also warten müssen, bis wir mit Italien Frieden geschlossen hätten.

Der deutsche Kriegs⸗Minister hat aber weder Eines, noch das Andere berücksichtigt. Er hat militairisch den kurzen Weg gewählt ein paar Zeilen leichtsinnig zu unterschreiben, er hat übersehen, daß ein Minister nicht nur Mann seines Faches, sondern auch Mann einer gewissen Weltweisheit sein muß.

Unsere deutschen Soldaten könnten die deutsche Kokarde aufstecken nur dann, wenn alle Soldaten die ihres Landes neben der österreichi⸗ ssen zl tragen berechtigt werden. Unsere Garnison in Wien selbst hätte sich mit Farben zu putzen, welchen wir in diesem Augenblicke

feindlich gegenüberstehen. Man wird zugeben, daß dies nicht im

Einklange siehe mit dem glücklichen Streben unseres Reichstages, die Nationalitäten zu versöhnen, und daß ein Gepränge mit den Zeichen des Zwiespaltes in Oesterreich jetzt nur unangenehme Erinnerungen

erwecken könnte. 1 Berücksichtigen wir dies, und ist es richtig, daß das österreichi⸗ sche Ministerium zwar Peucker's Befehl, aber noch nicht einmal die

offizielle Nachricht des Bestehens einer deutschen Central⸗Gewalt und eines deutschen Ministeriums erhalten hat, so wäre Latour vielleicht zu entschuldigen, wenn er die ganze Sache aufschöbe, denn die Auto⸗ rität des Reichs⸗Ministers ist schon durch die Ungeschicklichkeit ge⸗ schwächt, mit der er ste anwendet. .

Wir hoffen jedoch, daß Latour dem Befehle des deutschen Reichs⸗

Ministers so viel als möglich Folge gebe. Wir glauben, er würde sehr Unrecht thun, nicht jedes Mittel zu ergreifen, den Fehler des deutschen Kriegs⸗Ministers zu neutralisiren, wir würden ihm nicht verzeihen, wenn er zur deutschen Uneinigkeit beitrüge.

Bisher war es schon Sitte bei der österreichischen Armee, daß

die Truppen, welche in deutschen Bundes⸗Angelegenheiten oder auf deutschem Boden thätig waren, die deutschen Farben aufsteckten. Wir stellen dem Ministerium daher die Frage: Ob nicht dem Geiste der Verordnung des deutschen Kriegs⸗Ministers dadurch entsprochen werden könne, daß am 6. August die hiesige Garnison als die Re⸗ präsentation unseres Bundes⸗Kontingentes durch eine Gratislöhnung, Gottesdienst und Schmückung der österreichischen Fahnen mit den deutschen Farben den Tag feiere, an welchem ganz Deutschland einem ihrer Waffengefährten Johann de und seine Leitung anerkennt?“

Reichsverweser huldigt

Wien. Reichstags⸗Sitzung vom 2. Aug. (Reichst. Blatt).

Der Abgeordnete Trummer interpellirt den Minister des Innern wegen eines in verflossener Nacht in der Hauptstraße der Alservor⸗ stadt stattgehabten Vorfalles. Er frage an, ob dem Ministerium be⸗ kannt sei, daß gestern Nacht am obbenannten Orte bedeutende Zu⸗ sammenrottungen stattgefunden haben; ob es ihm bekannt sei, daß dieser Aufbruch von 8 bis 12 Uhr an gedauert habe, und daß es bei der Pfarrwohnung zu bedeutenden Erzessen gekommen sei. Solche Zusammenrottungen wären nicht geeignet, die Vorstellung, die man sich von der hier herrschenden Ordnung und Ruhe mache, zu bekräftigen. Er frage daher beim Minister des Innern an, welche Maßregeln derselbe schon getroffen habe oder in Zukunft zu treffen gedenke, um solche Zusam⸗

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menrottungen wenn nicht unmöglich zu machen, so doch wenigstens sogleich im Beginne zu unterdrücken. G regeln sei nothwendig, weil sonst die Versammlung mit einem vor einigen Tagen geschehenen Ausspruche in Widerspruch gerathe und Se. Majestät durch die Zeitungen oder auf irgend anderem Wege in Kenntniß dieser Vorfälle gerathen könne. Er begreife nicht, war⸗ um in einer Stadt wie Wien, wo wenigstens nach Zeitungs⸗Berich⸗ ten 40,000 Nationalgarden sind und überdies noch eine bedeutende Militairmacht zu Gebote steht, solche Zusammenrottungen nicht un⸗ möglich gemacht werden könnten? (Allgemeine Aufregung, Zischen und Lärmen. Nur die Glocke des Präsidenten stellt die Ruhe wieder her.) Er frage weiter den Justiz⸗Minister, ob derselbe schon etwas veran⸗ laßt habe oder zu veranlassen gedenke, um wenigstens die Anstif⸗ ter dieser Zusammenrottung (häufiger Ruf: Zur Ordnung!) zur Verantwortlichkeit zu ziehen. Er glaube wenigstens, daß das hierauf bezügliche Gesetz noch aufrecht bestehe. Brestl protestirt gegen eine solche Art und Weise, zu interpelliren. Die Geschäfts⸗Ordnung ge⸗ statte nur eine einfache Frage an das Ministerium, nicht aber eine Stunden lange Diskussion. Minister Doblhoff: Dieser Vorfall sei ihm nur im Allgemeinen gemeldet worden; doch würden jedenfalls die näheren Umstände erhoben und untersucht werden; wenn er sich nicht irre, so habe die Weigerung des Pfarrers, einen Studenten

Die Ergreifung der strengsten Maß⸗

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einzusegnen, Anlaß zu diesem Vorfalle gegeben. Doch so viel könne er schon jetzt sagen, daß von einem bedenklichen Charakter dieses Vorfalles nicht die Rede sein könne (Bravo!), noch weniger sei er geeignet, zu bedenklichen Besorgnissen Anlaß zu geben. (Allgemeiner Beifall). Der Justiz⸗Minister Bach: Er könnte nur dasselbe vorbringen, was sein geehrter Herr Kollege so eben bemerkt; jeden⸗ falls sollte vorausgesetzt werden, daß die Behörden ihre Pflicht zu erfüllen wissen werden; übrigens sei er der Ansicht, daß es mit der hohen Aufgabe der hohen Versammlung unverträglich sei, von solchen Details und Kleinigkeiten behelligt zu werden. (Vielfacher Bravo⸗ ruf!) Von vielen Seiten ertönt der Ruf: Zur Tagesordnung! Noch will Sierakowski eine Interpellation an den Minister des Innern richten, doch wird er vom Präsidenten zur Ordnung verwiesen, und die Versammlung beschließt mit großer Majorität, zur Tages⸗ ordnung überzugehen. Sierakowski: Er müsse gegen einen solchen Vorgang protestiren; dies heiße einem Einzelnen Gewalt an⸗ thun. (Zur Ordnung! zur Ordnung!) Er verlange, daß dieser sein Protest zu Protokoll genommen werde. Nachdem dies geschehen, schreitet die Versammlung zur weiteren Berathung der Geschäftsord⸗ nung. In Betreff der noch fehlenden Deputirten aus Dalmatien gab der Minister des Innern, Doblhoff, den Aufschluß: zehn Wahlen seien in jenem Lande bereits vollzogen, allein die Deputir- ten wären durch die erst kürzlich aufgehobene Blokade Triests auf⸗ gehalten worden, hier zu erscheinen.

Sitzung vom 3. August. Der Abgeordnete Kudlich inter⸗ pellirt den Minister der Arbeiten, da die Arbeitslosigkeit nicht nur in Wien, sondern auch in den Provinzen, besonders in Schlesien, immer mehr überhand nähme, ob er Anstalten getroffen, dem vorzubeugen. Der Minister der Arbeiten und Abgeordnete Schwarzer: Bei Ueber⸗ nahme des Ministeriums ist es mem erster Gedanke gewesen, ein Or⸗ gan zu schaffen, das sich nicht nur mit den Arbeiten, sondern auch mit dem Schicksale der Arbeiter beschäftige. Ich habe sogleich das Gesammt⸗Ministerium dahin verständigt, und es wird in einigen Ta⸗ gen gedruckt erscheinen, daß ein neues Organ unter dem Namen: „provisorisches Central⸗Comité für Arbeiten“ ins Leben getreten sei. Die Aufgabe desselben ist das Evidenthalten aller verfügbaren Arbei⸗ ten und Arbeitskräfte. Ich habe dafür gesorgt, daß aus allen Ministerien Organe beigezogen werden; so aus dem Ministerir m der Finanzen, aus dem Ministerium des Krieges wegen der Montur⸗Arbeiten, aus dem Ministerium des Innern wegen der polizeilichen Angelegenheiten. Vom Ministerium des Unterrichts Je⸗ manden beizuziehen, wurde nicht für gut befunden, und es lag nicht in der Absicht, ein soziales System, wie in Frankreich, zu gründen. Das Ministerium Des Handels wird dafür sorgen, daß die der In⸗ dustrie entfren deten Arbeiter wieder dahin zurückkehren. Es wird in der nächsten WSoche eine Statistik der Arbeiter erscheinen, welche die Zahl, die Beschäftigung, den Stand, das Alter der Arbeiter angeben wird; so viel ist gewiß, daß das Proletariat bereits zu einer bedenk⸗ lichen Höhe angewachsen durch die falschen Maßregeln des vorigen Ministeriums, die Arbeiter zu beschäftigen, ohne daß sie arbeiten. Es wird von nun an die Bestimmung getroffen werden, daß nur im Ver⸗ hältnisse der geleisteten Arbeit gezahlt werde. Es wird nicht nur für Wien sondern auch für die Provinzen gesorgt werden, und wenn die Maß⸗ nahmen nicht genügen, wird das Finanz⸗Ministerium eine Vorlage machen, um Abhülfe schaffen zu können. Was nun Wien betrisst, so ist die Ausweisung aller nicht zuständigen Arbeiter beschlossen, der Taglohn muß aufhören und die Akkord⸗Arbeiten dafür eingeführt wer⸗ den, damit nicht mehr der Mißstand eintrete, daß für eine Kubikklaf⸗ ter Erdarbeit 60 80 Fl. gezahlt werden. Es ist traurig daß es so weit gekommen ist, aber man kann nicht leugnen, das Proletariat sei da. Das Ministerium der Arbeiten hat nicht gescheut, die Verantwortlichkeit auf sich zu nehmen, und bit⸗ tet um Schonung bei dem vorliegenden schwierigen Fall. (Bravo!) Der Abgeordnete Scherzer interpellirt den Kriegs⸗Minister, ob im Kriegs⸗Ministerium dafür Sorge getragen worden, daß das öster⸗ reichische Militair, als Kontingente des deutschen Heeres, Kokarden mit deutscher Farbe tragen solle. Kriegs⸗Minister Latour: Man müsse eingestehen, es sei dies ein Akt der größten Wichtigkeit derselbe erfordere reife Ueberlegung, und man berathe hierüber ange⸗ legentlich im gesammten Ministerrathe, es sei jedoch außer allem Zweifel, daß die österreichische Armee zu jeder Zeit auch ohne deut⸗ sche Kokarde die bewunderungswürdigste Tapferkeit und größtmögliche Energie zeigte, wenn es galt, für die Interessen der Integrität Deutschlands zu kämpfen, er weise auf die Völkerschlachten, nament⸗ lich bei Leipzig, hin. Es könnte, er sage, es könnte die Einheit der österreichischen Armee durch Annahme der deutschen Kokarde gestört wer⸗ den, darum erfordere der Beschluß hierüber reifliche Erwägung des Ministeriums und werde seiner Zeit hier mitgetheilt werden. Hu⸗ biczky, Abgeordneter aus Galizien, interpelhert hierauf den Finanz⸗ Minister; er erhalte Nachrichten aus Galizien, daß die jüdische Re⸗ ligionssteuer auf die schonungsloseste Weise daselbst eingetrieben werde, daß bereits eine neue Licitation auf die nächsten drei Jahre ausge⸗ schrieben sei: da er und seine Kommittenten der Ansicht seien, daß, wenn dieselbe noch nicht aufgehört habe, es nach dem Grundsatze der Gleichheit und Steuerfreiheit einer jeden Religion geschehen müßte, so frage er den Herrn Finanz⸗Minister, ob er davon unterrich⸗ tet sei. Finanz⸗Minister Kraus: Von der Ausschreibung habe er erst gestern Nachricht erhalten. Die Ausschreibung der Religionssteuer sei nicht vom Finanz⸗Ministerium geschehen. Dasselbe babe nur die nöthigen Maßregeln wegen der Verzehrungssteuer getroffen; was die Licitation betreffe, so war die Ausschreibung nicht nöthig, und er werde hierüber die nöthige Auskunft geben. Hubiczky: So bin ich so frei, mich an das Ministerium des Innern zu wenden, es mögen Maßregeln der Schonung ergriffen werden, daß die Leute nicht so geplagt werden. Doblhoff: Wenn die öffentliche Sicherheit gefährdet wäre, bann gehörte diese Anfrage in sein Ressort, es betreffe aber lebiglich nur das Departement der Finanzen, das er auch ersucht, hierauf zu 5—4 worten. Finanz⸗Minister: Von Beschwerden über die 82* 8 Eintreibung sei ihm nichts zugekommen, dieselbe geHehchn 8* der Verpachtung, und es sei leicht denkbar, daß bie g

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