beResxxNeresse hscGetge sea'Fegge 8
übseli sttelte, glücklich behauptete. — Mehr noch, Albert der Greße mühselig vermitlene, gücfe Zeit der gewaltigsten Fehden Herxga⸗ bunderts als die lombardischen Städte ihre bewunderungs⸗ ⸗ — ausführten; als ein Buonarotti die Maria Rotunda vgfec⸗ ea kerskirche in Rom thürmte, und als ein Benvenuto Cellini die zufnhic er Arbeiten der Bildnerei mit derselben Hand ausführte, mit der 8 die Büchse gegen die Feinde Roms richtete! Beispiele geang, daß die Kraft in allem Großen sich nur an der Kraft entzündet sb sta hn. und daß der Kampf um Freiheit und Selbstständigkeit zugleich Muth, Mittel und Männer barbesee, de⸗ in der Kunst Großes zu leisten vermögen, wie sie es 8 2 zu gestalten wissen. 4 5 8b 4,8 1,29 wir nicht eben heute in den Zeiten ähnlicher großer Ent⸗ wickelung? Es tagen deutsche Männer in Frankfurt, es tagen Männer in Berlin und anderen Marken des Vaterlandes, alle zum gleichen Zwecke der deutschen, innigen Verbrüderung. Des Reiches Hort, Oesterreichs ehrwür⸗ diger Erzherzog, Preußens König, der Schirmherr dieses Baues, zwei erha⸗ bene Gestalten, auf die das Auge Deutschlands mit Recht gerichtet ist, Sie werden diese Räume vereint nach den großen Katastrophen, die wir erleb ten, zum erstenmale betreten. Köln und sein Dom hat das Glück und die CEhre, Schauplatz dieses großen Moments zu sein. Von diesem Momente kann es abhängen, ob die beiden erhabenen Thürme der deutschen Einheit ewig fest, ewig unerschütterlich an den Pforten des Vaterlandes stehen, ob der heilige Schild, den sie über dem Baue halten, nur ein Nothdach sein soll, wie das, welches wir über unseres Domes Hallen einstweilen zu legen enböthigt waren; oder ob seine Pfeiler, ob die deutschen Stämme muthig fortsprossen sollen, bis sie und bald sich in der herrlichsten Blüthenkrone über der vollendeten Wölbung ewig unzertrennlich umschlingen.
Diesen großen Augenblick nun sollten wir festhalten und ihm ’ein An⸗ denken stiften für ewige Zeiten. Wir sollten den Schwur erneuern, dieses heilige Sinnbild deutscher Tüchtigkeit und Glaubenstreue gleichzeitig mit dem Baue des deutschen Verfassungs⸗Werkes zu vollenden. Einigkeit macht stark, dies sei unser Wahlspruch, und sehen wir uns nach abermals sechs Jahren an dieser Stätte wieder, so sei es nur, um dem Allerhöchsten in seinem Hause ein Danklied anzustimmen für die Kraft, die Er uns ver⸗ liehen hat, Deutschlands Ruhm zu festigen für immerdar.
Treten wir nun näher in diese Räume, meine Herren, die Sie zu em⸗ pfangen bereit sind.
Hierauf öffneten sich die Thüren des Domes, und hinein fluthete die Menge. Leider, daß hier nicht für die nöthige Ordnung gesorgt war, um das furchtbare Gedränge zu verhindern, das stattfand. Stau⸗ nen und Ueberraschung, andächtiges Schauern überfiel Alle, als sie in das Langhaus traten, das jetzt in der ganzen Erhabenheit seiner rie⸗ sigen Verhältnisse zu übersehen war und Zeugniß von dem gab, was in sechs Jahren an dem Baue Außerordentliches schon geschehen, mehr als man gedacht. Unter der Kreuzvierung begrüßte unser wackere Dombaumeister Zwirner den Herrn Erzbischof mit folgender Rede:
Nach dem Schalle tausendfacher Meißelklänge durchweht zum ersten⸗ male heute eine feierliche Stille diese nun erschlossenen Hallen des Domes, und als Dom⸗Baumeister wird mir die hohe Ehre zu Theil, Euer erz⸗ bischöflichen Gnaden, so wie dem hochwürdigen Metropolitan⸗Kapitel, diese Kirchenräume zur heiligen Weihe und Einsegnung ehrerbietigst zu überant⸗ worten. Freilich erscheinen sie noch nicht vollendet, und Vieles fehlt noch zur Ausführung des riesenhaften Wunderbaues, zu dem heute vor 600 Jahren der erste Grundstein durch den Erzbischof Grafen Konrad von Hoch⸗ steden feierlichst gelegt worden ist. Sechshundert Jahre! — welch' ein un— ermeßlicher Raum in der Zeit, die in ihrem unaufhaltsamen Fluge über die großen Weltereignisse dahinschreitet und Völker und Geschlechter spurlos ver⸗ schwinden läßt, bis auf das Andenken in der Geschichte! Die einzigen Zeugen ihres Daseins bleiben aber die großen Denkmale, welche auf allen Erdtheilen noch anzutreffen sind, wo die Civilisation einst Wurzel geschlaͤ⸗ gen. Reich an solchen Zeugen des Mittelalters sind die Rheinlande, wo der Frommsinn unserer deutschen Vorfahren die herrlichsten Tempel zur Ehre Gottes errichtete, und unter denen dieser Dom als der großartigste und kunstreichste prangen sollte. Mit großem Kraftaufwande begonnen, verhinderten bald hierauf die bekannten, langwierigen Fehden der Erz⸗ bischöfe mit der Stadt den kräftigen Fortgang des Baues, und erst dem dafür sehr thätigen Erzbischofe Heinrich von Virneburg gelang es, den hohen Chor im Jahre 1322 zu voll nden und zu weihen. Von da ab wurde die Bauthätigkeit mit spärlichen Mitteln und mit mancherlei Unterbrechungen bis zum Anfange des 16ten Jahrhunderts fort⸗ gesetzt, und als die letzte Hinzuthat können die herrlichen Glasgemälde in
2
den Fenstern des nördlichen Querschiffes aus den Jahren 1507 und 1509 be⸗
trachtet werden, welche gleichsam die Blicke ablenken sollten von dem Trauer⸗ bilde der unvollendeten niedrigen Kirchenräume.
1— ni . Allgemein ist es bekannt, in welchem Zustande diese auf uns gekommen sind, und daß wir die Er⸗
haltung des durch den Zahn der Zeit gefährdeten Hochchores nur dem nun in Gott ruhenden Könige Friedrich Wilhelm III. zu verdanken haben, unter dessen segensreicher Regierung die mühevolle Herstellung vollbracht wurde, welche seit dem 14. August 1833 meinen Händen anvertraut war.
Eine neue Aera begann aber mit dem 4. September 1842, wo von
unserem Allergnädigsten Könige und Landesherrn Friedrich Wilhelm IV. der
Grundstein zu dem Fortbaue des Domes am neuen Südportal feierlichst ge⸗ legt und von dem hochwürdigsten Herrn Erzbischofe Johannes von Geissel eingesegnet worden ist. Mit freudigem Hochgefühle gedenken wir dieses er⸗ greifenden Moments und der bedeutungsvollen Worte unseres Königlichen Protektors, in welchen Er den Dombau als das Werk des Brudersinnes aller Deutschen, aller Bekenntnisse, als das Symbol der deutschen Einigkeit und Kraft für den Bau des deutschen Vaterlandes schilderte und die Mor⸗ genröthe einer neuen, großen, guten Zeit verkündete! — Mit Königlicher Munisizenz spendete Er seitdem die Mittel zum Fortbaue des Domes und anerkannte mit lebhafter Freude die glücklichen Erfolge der in den deutschen Gauen weitverzweigten Dombau Vereine, so daß durch das einige Zusam⸗ menwirken in der kurzen Zeit schon Bedeutendes geleistet worden und uns die Freude gewährt ist, in diesen weiten Hallen des Domes seine sechste Säkularfeier würdig zu begehen. b
Bei diesem Abschnitte wenden wir unsere Blicke in die Zukunft. Wer vermöchte es wohl bei einem so weit hinausgehenden Unternehmen, welches seit sechs Jahrhunderten allen Wechselfällen der Geschicke preisgegeben ward, ein sicheres Prognostikon zu stellen? Eintracht und Ausdauer, das ist der Wahlspruch zunseres Central⸗Dombau⸗Vereins, und ihm getreu er⸗
schienen heute in unühersehbarer Zahl die von mir freundlichst gegrüßten Mitglieder, um ihr Gelübde für die Vollendung des Domes zu erneuern. Besonders beglückend für uns ist aber Sr. Kaiserl. Königl. Hoheit des Erz⸗ herzogs Johann, unseres erhabenen deutschen Reichsverwesers lebendige Theilnahme, welche Höchstderselbe ja schon bei der Grundsteinlegung im Jahre 1842 unserem Werke zuwandte und so durch dasselbe die mittelbare Veranlahseng erhiele is ewig denkwürdigen Worte zu verkünden, welche h * Gaue unseres weiten deutschen Vaterlandes freudig wieder⸗
Großes ist seitdem geschehen! — Zu den hierauf i Ae. 8 treten auch die unseres Dombau⸗Vereins, und freudigst heißen wir somit die hochverehrten Deputirten der hohen National⸗Versammlungen in S. Mitte willkommen. Unter den Segenswünschen für das glückliche Gelingen des geistigen Baues unseres Vaterlandes erbitten wir die Weieuts an diesem Gott geweihten Baue, damit er zu Seiner Ehre, aber auch zum Ruhme des Vaterlandes sich als mächtiges, vollendetes Denkmal Denutsch⸗ lands erhebe, der Nachwelt lebendiges Zeugniß ablegend von den großen Thaten der Gegenwart.
Alles ist für den Fortbau des Domes vorbereitet, das dafür nöthige Baugerüst erscheint uns als schirmendes Nothdach, über welchem nun der Bau aufsteigen soll bis zu den 150 Fuß hohen Wölbungen des Mittel⸗ schiffes und, so lange diese nicht errichtet sind, kann die als Stütze dienende Mittelmauer nicht entfernt werden. Bis dahin entbehrt die Kirche ihres schönsten Schmuckes.
Nur eine großartige Zierde dient jetzt zu ihrer Verherrlichung. Dies sind die lunstreichen Glasgemälde, womit Se. Majestät der König Lud⸗ wig I. von Bapern die Theile des Domes zu schmücken beschloß, welche ein Königlicher Freund Friedrich Wilhelm IV. hat bauen lassen. Der Dom gewinnt damit ein unschätzbares Kleinod. Die Mosaik⸗Fenster im hohen Chore prangen seit einem halben Jahrtausend; in den nördlichen
Seitenschiffen sehen wir die vollendeisten Leistungen aus der Blüthezeit der Glasmalerei des Mittelalters; diesen gegenüber treten die prächtigen Glas⸗ gemälde der neuen müunchener Kunstschule, welche unter dem mächtigen Schutze Sr. Majestäͤt des Königs Ludwig J. in allen Kunstzweigen so Gro⸗ ßes geleistet und auch die Kunst der Glasmalerei ans Tageslicht gefördert hat, die wir seit Jahrhunderten verloren wähnten.
Wir freuen uns, den darum besonders verdienten, biederen Künstler, Herrn Inspektor Ainmiller, in unserer Mitte zu begrüßen, der in Gemein⸗ schaft mit dem Direktor der Anstalt, Herrn Professor H. von Heß und Ma⸗ ler Herrn Fischer auch diese Domfenster geschaffen hat. Indem ich nun die sie verhüllenden Schleier fallen lasse, wünsche ich innig, daß die in feuriger Gluth der Farben einströmenden Strahlen eine unversiegbare Flamme der Dankbarkeit in uns zunden lassen mögen gegen den Königlichen Geschenk⸗ geber, gegen unseren erhabenen Königlichen Protektor und gegen alle Wohl⸗ thäter des Dombaues.
Und somit übergebe ich denn Ew. erzbischöflichen Gnaden unter meinen, so wie den Glückwünschen der thätigen Baubeamten, Werkmeister und rü⸗ stigen Werkleute, diese ihrem Fleiße entsprossenen Räume.
Mögen fortan die frommen Gebete und feierlichen Lobgesänge aufstei⸗ gen zum Allmächtigen, damit er sein Haus und Alle, die daran bauen, schirme und Segen verbreite über die ganze Christenheit!“
Dann sanken die Hüllen von den prachtvollen Glasgemälden, welche der hohe Schutzherr deutscher Kunst, König Ludwig von Bayern, unserem Dome verehrte. 8
Dann sprach der Herr Erzbischof inhaltschwere Worte. Hierauf sang der Chor den Psalm: Quam dilecta tabernacula tua, welcher in den weiten Hallen von noch größerer und erhebenderer Wirkung als im Freien, herzergreifend, das Innerste des Gemüthes erhebend und zur Andacht hinreißend war. Dann zog der Herr Erzbi chof mit den ihn begleitenden Bischöfen in das Chor, wo eine Fest⸗Kantate von unserem würdigen Leibl aufgeführt wurde und dann der Erz⸗ bischof den Segen ertheilte. So schloß die erste religiöse Feier wür⸗ dig und schön. 8
Unterdessen hatte sich eine unabsehbare Volksmenge aus allen Ständen an den Ufern vor dem Trankgassen⸗Thore und in der Trank⸗ gasse selbst versammelt, deren Häuser bis auf die Dachfenster mit Menschen besetzt waren. Gegen 6 Uhr suhr das Dampfschiff „Schil⸗ ler“ nach Deutz, um den König abzuholen. Die Generalität, der Chef⸗Präsident und mehrere Offiziere der Bürgerwehr befanden sich auf dem Schiffe. Gegen halb 8 Uhr ward von Mühlheim her ein Signalschuß gegeben, und nun donnerten Kanonen und Böller vom jenseitigen Ufer, mit denen sich bald der Glockenjubel der Stadt vermischte. Bei der Ankunft ward der König am Bahn⸗ hofe empfangen und bestieg sogleich das Dampfboot, auf welchem Se. Majestät Sich mehrere der Anwesenden während der Ueberfahrt vorstellen ließ. Als sich das Schiff dem Ufer näherte, erscholl wie aus Einem Munde von den Tausenden der Juͤbelruf, der herzlichste Willkommnungs⸗Gruß, der sich noch lauter und freudiger wiederholte, als der König, von den Prinzen Wilhelm und Friedrich und mehre⸗ ren anderen Mitgliedern des Königlichen Hauses, so wie von dem Minister⸗Präsidenten, dem Minister des Innern, Alexander von Hum⸗ boldt, Ritter Bunsen und vielen Generalen, begleitet, das Schiff ver ließ. Auf der Landungsbrücke empfing Se. Majestät der Ober⸗ Bürgermeister und der Gemeinderath, wie auch der Vorstand des Central⸗Dombau⸗Vereines. Der Herr Ober⸗Bürgermeister begrüßte den König mit folgenden Worten:
Im Angesicht des hohen Domes begrüßen wir seierlichst, ehrerbietigst und in treuer Gesinnung Ew. Majestät, seinen erhabenen Königlichen Protektor. Dreifach gesegnet sei uns der Tag der großen ewig denkwür⸗ digen Sätularfeier, welcher den großmüthigen Beschützer, Erhalter und Föͤrderer des erhabenen Gotteshauses abermals zu seinem ge liebten Schützling hinführt. Möge der Friede, die Eintracht, die Liebe, welche die Religion nimmermehr ermüdet, allem Volke in diesem ihrem Heiligthum zu verkünden, immerdar empfängliche Herzen finden! Möge über unser geliebtes Deutschland der Segen der Eintracht und Kraft sich verbreiten und erhalten, dessen Symbol unser wundervoller Dom ist! Gott erhalte lange Ew. Majestät dem Vaterlande und Dentschland! Dreifaches Hoch dem König⸗Protektor!
Lauter Jubel folgte diesen Worten; der hohe Gast dankte eben so herzlich als leutselig und gab seine lebhafte Freude zu erkennen, das ihm so theure „alte Köln“ wieder zu sehen.
Dann hielt Herr Dr. Ev. von Groote im Namen des D Vorstandes folgende Anrede: 8
Ew. Majestät geruhen, zur Begehung des Jubelfestes des kölnischen Domes an unseren Ufern zu landen. Vor sechs Jahrhunderten ward sen erster Stein gelegt; vor sechs Jahren legten Ew. Majestät den zweiten zum Fortbau. Diese sechs Jahre wiegen sechs Jahrhunderte in der Geschichte Deutschlands auf. Allein die deutsche Treue, die deutsche Liebe und Aus⸗ dauer wird darum nicht wanken. Ew. Majestät banen mit uns den Dom als heiliges Sinnbild des erstehenden Deutschlands. Fest wie seine Mauern, stark wie seine Pfeiler und Thürme, möge das Vaterland sich erheben, Gont zur Ehre, den Fürsten zum Ruhme und dem Volke zu bleibender Wohlfahrt.
Der König antwortete: Auf diese Wünsche kann ich nur ein herzliches „Amen“ sagen.
Das Hochrufen wollte kein Ende nehmen. Man sah an der heiteren, freundlichen Miene des Königs, daß dieser begeisterte Em⸗ pfang einen wohlthuenden Eindruck auf ihn machte. Wer beschreibt aber den Jubel, als noch auf dem Werfte, nahe am Thore, der Erz⸗ herzog Reichsverweser ihm entgegentrat und Beide sich umarmten, sich herzlich brüderlich in die Arme schlossen! Die Bürgerwehr hatte bis zur Wohnung des Reichsverwesers Spalier gebildet, durch welches
ombau⸗
der König zu Fuß ging, dem Reichsverweser die Rechte bietend, in— dem er rasch gewechselt hatte, als der Erzherzog ihm zur Linken ge treten war. Schöner, lebendiger und freudiger konnte der Empfang nicht sein, als er auf der kurzen Strecke bis zur Wobnung unseres Chef⸗Präsidenten von allen Seiten den verehrten Fürsten dargebracht wurde.
Indessen hatten sich die Straßen zum Regierungs⸗Gebäude mit Menschen gefül't, wie auch der Platz vor demselben. Auf der ganzen Strecke, wie auch im Regierungs⸗Gebäude, hatte die Bürgerwehr alle Wachen besetzt, wobei sich das Schützen⸗Corps besonders aus⸗ zeichnete. Die zur Vorstellung beschiedenen Personen harrten in der Vorhalle. Endlich ward der Jubelruf wieder laut; der König kam ang fahren und wurde mit dreifachem Hoch am Regierungs⸗Gebäude empfangen, wohin ihm später der Erzherzog Reichsverweser folgte. In dem Weißen Saale fanden sich die einzelnen Corporationen, die vorgestellt werden sollten, in großer Masse ein, während auf der Straße ein Hoch dem anderen folgte, namentlich als der König auf dem Balkon erschien.
Den Präsidenten von Gagern an der Spitze, füllten nach und nach gegen hundert Abgeordnete der frankfurter Reichs⸗Versammlung den Rothen Saal, der an die Gemächer des Königs stößt. Als die⸗ ser erschien, richtete Herr von Gagern folgende Worte an Se. Majestät: 8
„Königl. Majestät! Der Dombau⸗Verein von Köln hat die deutsche National⸗Versammlung eingeladen, einem bedeutungsvollen Feste beizuwohnen. Diese hat solcher Einladung entsprochen, und die hier anwesenden Mitglieder konnten sich überzeugen, daß es für den Ausbau auch dieses herrlichen Werkes der nationalen Einheit bedarf. Das Streben nach Einheit auch in diesem Werke ist durch Ew. Majestät neu erweckt worden. Die Reichs⸗Versammlung vertraut fest auf die Unterstützung Ew. Majestät bei dem Baue
der Einheit, der unternommen ist, und den die Nation ausführen wird!“ .
Der König bemerkte: „Die Einheit Deutschlands liegt mir am Herzen; sie ist ein Erbtheil meiner Mutter!“
8 Präsident von Gagern: „Wir wissen, daß Ew. Majestit der Pfleger dieses Gedankens sind!“
Der König entfernte sich, kam zurück, ließ sich durch den Präst denten die anwesenden Mitglieder der National⸗Versammlung vor⸗ stellen und sprach dann etwa folgende Worte: .
„Meine Herren! Um recht gute Freunde zu sein, ist es nothwendig, daß man sich von Angesicht zu Angesicht kenne; deshalb freut es mich wahrhaft, Sie hier gesehen zu haben. Mit vollem Herzen wünsche ich Ihrer wichtigen Aufgabe ein segenreiches Gedeihen. Seien Sie überzeugt, daß ich nie vergessen werde, welch' ein großes Werk zu gründen Sie be⸗ rufen sind, wie ich überzeugt bin, daß Sie nicht vergessen
werden, daß es in Deutschland Fürsten giebt und ich zu die⸗
sen gehöre. Ich wünsche Ihnen zu Ihrem schwierigen und großen Berufe allen Segen und alles Gedeihen von ganzem Herzen.“
8 Ein lebhaftes, kräftiges Lebehoch war die Antwort auf diese
Worte.
Dann ließ sich Se. Majestät in dem Weißen Saale den Gemein⸗ derath, den Vorstand des Central⸗Dombau⸗Vereins, die Festordner, die Führer der Bürgerwehr, die Geistlichen beider Konfessionen und die übrigen zur Präsentation geladenen Corporationen vorstellen und wußte Jedem, in seiner leutseligen Weise, etwas Verbindliches zu sagen, worauf er sich in seine Gemächer, wo der Erzherzog Reichs⸗ verweser seiner harrte, zurückzog. Der Empfang, der dem Könige so wahr und treu geworden, hatte auch in der nächsten Umgebung des Königs eine freudige Stimmung verbreitet; man fühlte in dem glän⸗ zenden Kreise eine gewisse gemüthliche Behaglichkeit, welche ähnlichen Ceremonien früher leider fremd war.
Als sich das Abend⸗Dunkel über die Stadt gelagert, hatten sich viele, viele Hundert Bürger auf dem Rathhausplatze versammelt zu einem Fackelzuge, welcher unserem Könige, seinem hohen Ehren⸗ gaste, dem Erzherzog Reichsverweser, den in unseren Mauern anwe⸗ senden Würdenträgern der Kirche und dem Präsidenten der deutschen Reichs⸗Versammlung, als deren Vertreter, gebracht werden sollter Ein Musik⸗Corps an der Spitze, von einer Menge Fahnen und Baui ner aller Arten belebt, setzte sich der glänzende Zug in Bewegung. Die buntfarbigen Lampen zeigten die Inschrift: Protectori, den Domkrahn, das alte Wahrzeichen der Stadt, den Reichs⸗Adler und das kölnische Wappen; doch zeigte sich im bunten Lampenspiele auch⸗ ein großes Transparent in Schildform, mit dem bedeutungsvollen, weissagenden Trinkspruche des Erzherzogs Johann aus dem Jahre 1842: „Kein Preußen, kein Oesterreich, ein einiges Dentschland!“
Vor dem Regierungs⸗Gebäude angekommen, stellte sich der Zug im weiten Kreise auf und brachte unter dem Klange der Musik dem Könige ein Hoch. Mit dem Reichsverweser trater auf den Balkon — und ein endloser Jubel begrüßte Beide. Es war gerade dieser Augenblick einer der Glanzpunkte des Tages. Mit der größten Herzlichkeit dankten Beide den ihnen aus aufrichtigem Herzen dargebrachten Huldigungen. Als gegen halb 11 Uhr der Fackelzug sich weiter bewegte unter begeistertem Hoch, begab sich der König mit dem Erzherzog Reichsverweser, den Prinzen, den Ministern ꝛc. ꝛ2. nach dem Bonn⸗Kölner Bahnhafe, wo⸗ sie, von der Direction der Gesellschaft begrüßt, alsbald die Wagen eines Extrazuges bestiegen und nach Schloß Brühl abfuhren. 3
Der Fackelzug zog jetzt zum erzbischöflichen Palais. In den Straßen, durch welche eigentlich der Zug ging, hatten schon viele Häuser beleuchtet. Unbeschreiblich war der Jubel, als der päpstliche Nuntius auf den Balkon trat und einige Worte zum Volke sprach, die mit dem sreudigsten Beifall aufgenommen wurden. Da Regen eintrat, und zwar ein heftiger, zerstreute sich ein Theil des Zuges, doch die Masse blieb, um dem Präsidenten der deutschen Reichs Versammlung den Festgruß zu bringen. Im Namen der Bürger⸗ schaft begrüßte Herr F. Kohlhaas die Vertreter des deutschen Volkes in einer kurzen Anrede, die mit einem weithin schallenden Hoch schloß. Herr von Gagern, umgeben von zahlveichen Abgeordneten, sprach vom Balkon seiner Wohnung über die hohe Bedeutung des Dombau-Festes an sich und als Ab⸗ bid des Ausbaues der deutschen Gesammt⸗Verfassung. In dieser letzteren Beziehung erinnerte er auch an das Recht und die Stellung der Fürsten und gedachte insbesondere des mit dem Reichsverweser Deutschlands so eben persönlich vereinigten Königs. Für den Dom bau selbst stellte er im Hinblick auf Kunst und Religion die Unter⸗ stützung dieses großen Werkes durch die hohe National⸗Versammlung in Aussicht. Auch dem Vice⸗Präsidenten der preußischen National⸗ Versammlung wurde noch ein Bürgergruß geb acht, und so endiegt der erste bedeutungsvolle und wahrhaft erhebende Tag des Festes.
Heute Morgen um halb acht Uhr traf der König, der Erzherzog und die übrigen hohen Herrschaften wieder hier ein und wohnten auf dem Neumarkte einer Parade der gesammten hiesigen Bürger⸗ wehr, so wie des größten Theils der hier garnisonirenden Truppen, bei. Sowohl bei der Ankunft, als bei der Abfahrt, wurde Se. Ma⸗ jestät von den zahlreichen Massen mit dem lebhaftesten Freudenruse begrüßt.
vom 14. August.
Oesterreich. Reichstags⸗Sitzung tet rücksichtlich der
(Reichst. Bl.) Der Abgeordnete Löhner rich Forderungen des Staatsschatzes an den Fürsten Metternich eine In⸗ terpellation au den Finanz⸗Minister. Bekanntlich sei derselbe zur Abdankung gezwungen worden; wenn er nun bezüglich des politischen Theiles seiner Amtsführung nicht verantwortlich gemacht werden könne, weil er noch unter dem absoluten Systeme amtshandelte, so dürfte derselbe über die Geschäftsgebahrung und über die Verwaltung, von Staats⸗Geldern, wie jeder abtretende Beamte Rechenschaft zu legen
ine Jademnität durch einen Allerhöchsten
Erlaß zugesichert worden. Er stelle nun die Anfrage, ob das Finanz⸗ Ministerium deshalb 1b 8 8
— 1 Bekanntlich gehöre dem Metter⸗
nich die ganze schuldenfreie Herrschaft Plaß. Er frage nun, ob die Staats⸗Ansprüche auf dieselbe schon sicher gestellt seien.
Er theile vollkommen die Ansichten des Interpel⸗ lanten, das Ministerium werde näher in die Sachen eingehen und die nöthigen Verhandlungen einleiten. FSp; Kge, a — damit die Herrschaft nicht zuvor belastet werde. Noch weitere Inter⸗ pellationen müssen, da die betreffenden Minister nicht anwesend sinad,
Wien, 15. Aug. (Wien. Ztg.) Dem Kriegs⸗Ministerium ist von dem Feldmarschall Grafen Radetzky aus Mailand vom 9. Tage mit dem Könige von Piemont einen sechswöchentlichen Waffen⸗ stillstand abgeschlossen habe; die Bedingungen desselben sind: — Waffenstillstand, iwischen b id sar . Armee zur Vorbereitung von Friedens Unterhandlungen geschlossen wor⸗ Art. 1. 3 ons 2 zͤw betreffende Stagtengraͤnze selbst bilden (Ticino). A
haben, außer es wäre ihm eine schon die nöthigen Verfügungen eingeleitet habe, oder welche es einzuleiten gedenke. Finanz⸗ Minister Kraus: Löhner: verschoben werden. 2 August die Mittheilung gemacht worden, daß er an dem genannten welcher zwischen der österreichischen und sardinischen den ist. rt. 2. Die Festungen Peschiera, Rocca d'Anfo und Osoppo werde
Aber nur bald,
Die Demoreations⸗Linie zwischen beiden Armeen wird die
durch die sardinischen und verbündeten Truppen geräumt und der K. Armee übergeben. Die Uebergabe ersolgt drei Tage nach Bekanntmachung gegen⸗
wärtiger Convention. In diesen Festungen wird alles den Oesterreichern gehörige Dotations⸗Material zurückgestellt.
e Die abziehenden Besatzungen nehmen ihr Material, Waffen, Munition und Kleidungsstücke, welche sie dahin gebracht haben, mit und kehren in Ettappen⸗Märschen auf dem kür⸗ zesten Wege in die sardinischen Staaten zurück.
Zzeste Art. 3. Die Staaten von Modena, Parma und die Stadt Piacenza mit ihrem Vertheidigungs⸗ Rayon werden von den Truppen Sr. Majestät
des Königs von Sardinien drei Tage nach Bekanntmachung vorstehender
Convention geräumt. ie. 4 Diese Convention erstreckt sich auch auf die Stadt Venedig
und das venetianische Festland. Die sardinischen Streitträfte zu Wasser und zu Land verlassen somit die Stadt, deren Forts und Hafen, um in die sardinischen Staaten zurückzukehren. Die Landtruppen können ihren Rück⸗ zug auf einer beliebigen Straße bewerkstelligen. Art. 5. Personen und Eigenthum in den vorgenannten Städten wer⸗ den unter den Schutz der Kaiserlichen Regierung gestellt. Art. 6. Dieser Waffenstillstand wird sechs Wochen dauern, um die Friedens⸗Unterhandlungen einleiten zu können. Nach Verlauf dieser Frist soll derselbe entweder durch gemeinschaftliches Uebereinkommen verlängert oder aber acht Tage vor dem Wiederbeginn der Feindseligkeiten aufgekün⸗
det werden. 1 as. 1 1] Art. 7. Es sollen von beiden Seiten Commissaire ernannt werden,
um auf die freundschaftlichste und geeignetste Weise dem Vollzug der obi⸗ gen Artikel vorzustehen. G Haupt⸗Quartier Mailand, den 9. August 1848 Heß, Feldmarschall⸗Lieutenant, General⸗Quartiermeister der Armee. Graf Salasko, General⸗Lieutenant, Chef des Generalstabs der sardinischen Armee.
Bayern. München, 13. Aug. (N. K.) Die von sämmt⸗ lichen Ministern in Folge der Vorfälle vom 5ten d. M. eingereichte Entlassung ist von Sr. Majestät dem König nicht angenommen wor⸗ den. Der König soll bei dieser Gelegenheit geäußert haben, daß er solche Gesuche nur dann annehmen würde, wenn die Majorität der Kammern sich gegen die Minister erklären würde.
Se. Mazjestät der König hat dem bisherigen bayerischen Ge⸗ sandten an dem nunmehr aufgelösten Bundestage, Herrn von Closen, „in Anerkennung seiner ausgezeichneten Dienste“ das Komthurkreuz des Verdienst⸗Ordens der bayerischen Krone verliehen.
Sachsen. Dresden, 16. Aug. Diesen Morgen 7 Uhr haben uns die nach Schleswig⸗Holstein bestimmten 4 Schwadronen des hier stationirten Gardereiter⸗Regiments verlassen, um zunächst
9 2
Kantonnirungen in der Gegend von Großenhain zu besetzen. Prinz
Albert, der Kriegs⸗Minister und ein Theil des Offiziercorps, so wie
ungeachtet des heftigen Regens eine große Menschenmenge, gaben ihnen das Geleite bis an den Bahnhof der Sächsisch⸗Schlesischen Eisenbahn. Die Ausrüstung und Haltung ist eine vortreffliche. Hannover. Hannover, 15. Aug. (Hannov. Ztg.) Hier ist nachstehendes Gesetz wegen Errichtung eines Freihafens zu Harburg erschienen:
„Ernst August zc. Nachdem bei der Einrichtung des Elbhafens zu Harburg zur Aufnahme von Seeschiffen die Erhebung desselben zum Frei⸗ hafen bereits früher beschlossen und gegenwärtig von Seiten der Stadt
Harburg auf Ausführung dieses Beschlusses dringend angetragen worden, so haben Wir die eröffnete Aussicht, wenn auch mit den durch die dermaligen Verhältnisse gebotenen Vorbehalten, zu verwirklichen, nicht Anstand nehmen können. Auf den Grund der von der getreuen allgemeinen Stände⸗Ver⸗ sammlung des Königreichs schon in der letzten außerordentlichen Diät des achten Landtags ausgesprochenen Zustimmung, erlassen Wir daher über die Errichtung eines Freihafens zu Harburg das gegenwärtige Gesetz:
§. 1. Der Elbhafen zu Harburg, einschließlich der Stadt Harburg und des Dorfs Lauenbruch, wird in einer an Ort und Stelle festgesetzten, den Umständen nach jedoch abzuändernden Beg ränzung vom 1. Oktober d. J. an zum Freihafen in der Art erhoben, daß der Hafen und der demsel⸗ ben beigelegte Bezirk, in Beziehung auf Eingangs⸗ Durchgangs⸗ und Aus⸗ gangs⸗Abgaben, so wie in Beziehung auf die Salz⸗, Maischbottich⸗ und Bier⸗Steuer, wie auch auf Einfuhr⸗ und Ausfuhr⸗Verbote, als Ausland an⸗ gesehen und behandelt werden soll, vorbehaltlich derjenigen Erleichterungen für den Verkehr mit dem steuerpflichtigen Inlande, welche von Unserer Re⸗ gierung für nöthig oder angemessen erachtet werden. §. 2. Für die Be⸗ freiung von den vorbenannten indirekten Abgaben entrichten die Bewohner des Freihafen⸗Bezirks alljährlich eine von Unserer Regierung festzustellende Geldsumme. §. 3. Diese Erhebung Harburgs zum Freihafen geschieht auf die Dauer des Steuervereins. Bei dessen Aufloͤsung bleibt weitere Bestim⸗ mung vorbehalten. §. 4. Unser Ministeriam der Finanzen und des Han⸗ dels ist mit der Ausfuhrung dieses Gesetzes beauftragt. Dasselbe soll durch die erste Abtheilung der Gesetz⸗Sammlung zur öffentlichen Kunde gebracht werden.
Gegeben Hannover, den 190. August 1848.
Ernst August. t vwien..
Die kahlenberg⸗ grubenhagensche Landschaft ist zur Berathung über mehrere provinzielle Angelegenheiten auf den 29sten dieses Mo⸗ nats einberufen. Die Wahl eines Ober⸗Appellations⸗Raths wird am 4ten künftigen Monats September stattfinden, und die kalenberg⸗ grubenhagensche Ritterschaft am 28Ssten dieses Monats, als an dem Tage vor der Eröffnung des Provinzial⸗Landtags, eine befondere Sitzung halten.
Baden. Karlsruhe, 14. Aug. (Karlsr. Ztg.) Heute Mittag nach 12 Uhr hielt Se. Königl. Hoheit der Großherzog, von einem glänzenden Generalstabe begleitet, auf dem Schloßplatze Muste rung über die nach Schleswig⸗Holstein bestimmten Truppen, welche sodann vorbeidefilirten. Das stattliche Aussehen und die kriegerische Haltung der Truppen ärndteten allgemeine Anerkennung.
Hessen. Kasel, 14. Aug. (Kass. Ztg.) Se. Königl. Ho⸗ heit der Kurfürst hat den Geheimen Legations⸗Rath Dr. Jordan zu seinem Bevollmächtigten bei der provisorischen Central⸗Gewalt von Deutschland in Fraukfurt a. M. ernannt.
Schleswig⸗Holstein. Rendsburg, 15. Aug. (H. C.) Die provisorische Regierung hat sich heute Morgen mit Extrapost nach Kiel begeben, um die Stände⸗Versammlung zu eröffnen und, wenn man dem Gerüchte Glauben schenken darf, dieselbe sofort wie⸗ der zu vertagen. Mit der Regierung hat sich auch der gestern hier angekommene Unter⸗Staats⸗Secretair, Max von Gagern, nach Kiel begeben.
Aus Eckernförde wird berichtet, daß in den dortigen Hafen am heutigen Morgen zwei dänische Kriegsschiffe eingelaufen sind. Ob von denselben aber eine feindliche Operation unternommen, darüber weiß man bis jetzt noch nichts. Uebrigens liegt in Eckernförde eine 988 Besatzung, so daß dieser Ort so sehr einer Gefahr nicht aus⸗ gesetzt ist.
Heute Morgen gingen zur Befestigung des eckernfördener Hafens sechs 12pfündige Kanonen und zwei AApfündige Haubitzen ab, nebst 15 Munitions⸗Wagen.
1“ Frankreich. National⸗Versammlung. Sitzung vom 14. August. An der Tages⸗Ordnung waren die sogenannten
gütl gen
auf das
zu der nist Be zu
rin
M Fa
M
Fr M
hö
Al 85 sei
zu
mi ge da Kr.
de
zu
M
len
Pr.
16
(C der ga
pel
72 Ve
de
bri zu
Di ger jed
Br. Er
8
P
fa
—
2
nahme oder Verwerfung das Wohl oder Wehe der Republik abhän⸗
Erklärungen an Einem Tage in Aussicht, wovon etwa 7000 allein
machte, lassen sich die leeren Bänke schwer erklären. Städten (Bordeaur, Boulogne, Chalons, La Croix⸗Rousse [Rhone!], Sedan, Tours ꝛc.) wird das Recht zugestanden, sich außerordentlich
zu beschäftigen. Ferd. von Lasteyrie legt seinen Bericht rücksichtlich
Man nimmt den Antrag der Herren Engelhardt und Dolfuß vor, welcher darauf hinausgeht, den Ministern des Krieges, der Ma⸗
stellen, um die Privat⸗Fabrication durch Bestellungen zu ermuntern.
würden. greifenderer Mittel, wie die Finanzpläne Sir R. Peel's in England es gewesen. der Industrie helfen, doing unterstützt den Antrag.
geringste Hülfe sei für den Arbeiter von Nutzen.
Vertrauen, diese Goldmine, wieder. bekämpft mit vielem Feuer den Vorschlag. Derselbe erheische 9,600,000
gen, als sie zu neuen Ausgaben täglich nöthigen. Man verwechsle die Rollen. (Beifall.) Was die Hoffnung betreffe, durch das beantragte System der Arbeit neuen Aufschwung zu geben, so irre man sich ganz gewaltig.
as Prämienwesen gehöre in diese Klasse.
muthige den Unterschleif und erschöpfe die Staatskasse. Dieser Rede des Ministers folgte halb Beifall, halb Erstaunen. suchte den Eindruck derselben zu tilgen, indem er den Antrag unter⸗ stützte. die Verpflichtung übernommen, der Privat-⸗Industrie unter die Arme
stand stehe in der Verfassung. trag; als einer der Urheber des Dekrets vom 20. Mai erinnerte er
Privat⸗Fabriken aller Art zu unterstützen. mächtig. thue, was er könne.
durch.
wurde über des Straf-Gesetzbuchs, die
setzbuchs vor: Chefs von Industrieen, zwischen Arbeitern oder Tagelöhnern, das zum Zweck hat, den Arbeitslohn oder die Arbeits⸗Bedingungen festzustel⸗
nen Glieder oder gegen Personen, sind,
Monat zu auf sechs 3000 Fl. Geldstrafe an. würden auf alle diejenigen angewandt, welche ohne Zusammentreten
567
(concordats amiables), von deren An⸗
ichen Vergleiche dürfte, denn im letzteren Falle stehen etwa 30,000 Fꝛllissements⸗
Paris kommen. Bei der Wichtigkeit des Gegenstandes, auf welche Journal des Debats heute früh ganz besonders aufmerksam Mehreren
besteuern oder Anleihen zu kontrahiren, um ihre brodlosen Arbeiter
bestrittenen Wahl des Herrn Lessac nieder. Marie, Justizmi⸗ er, besteigt die Rednerbühne und ersucht die Versammlung, die rathung der „gütlichen Vergleiche“ auf nächsten Mittwoch verschieben. Dies geschieht. Die Bänke werden noch leerer.
e und der öffentlichen Arbeiten bedeutende Summen zu Gebote zu
oriu bekämpst den Antrag, der ihm zufolge nur von einzelnen brikanten ausgebeutet werden würde, die sich als leidend darstellen Er führe zum Privilegium. Die Industrie bedürfe durch⸗
Nur eine gänzliche Umgestaltung des Steuerwesens könne indem sie die Production verdoppele. Ran⸗ interstützt d ag Es sei zwar nur ein Tropfen ins eer, indessen rücke der Winter immer näher, und jede, selbst die ngste 1 Ark b Nur auf diese eise, indem man recht viel für den Arbeiter thue, öffne man das Goudchaux, Finan;⸗Minister,
„Die Industrieherren schlichen sich in die Ausschüsse und böten alle ittel auf, um ihre Zwecke zu erreichen. Dieser Unfug müsse auf⸗ ren. Die Ausschüsse sollten die Regierung eber zur Sparsamkeit zwin⸗
le künstlichen Mittel, die Industrie heben zu wollen, taugen nichts. 1 Klasse. Noch viel gefährlicher die Partikular⸗Unterstützung. Diese sei ganz verwerflich, sie er⸗
d' Arragon
Bei Auflösung der National⸗Werkstätten habe die Regierung
greifen. Diese Verpflichtung müsse erfüllt werden. Das Recht auf Bei⸗
Flocon unterstützte ebenfalls den An⸗ t Stolz daran, daß er damals Ackerbau⸗ und Handels⸗Minister wesen. Prämien seien in seinen Augen ein gutes, wenn auch nicht s einzige Ermuthigungsmittel für die Industrie. Lamoriciere, riegs⸗Minister, bekämpft ihn. Allerdings habe man der Privat⸗
am Auslaufen hindern werde, der neapolitanische Hof ein solches Verfahren einer Kriegserklärung gleich achten würde.
Schweiz. Schwyz. (Eidg. 3.) Der grose Rath dieses
Kantons garantirt nun nachträglich die Verfassung von Neuenburg, so daß dieselbe nunmehr von allen Ständen anerkannt ist.
idustrie versprochen, die National⸗Werkstätten aufzuheben und die Aber der Staat sei ohn⸗ Er thue, was er könne. Grandin findet nicht, daß er Er solle mehr thun. Goudchaux vertheidigt i Staat, und trotz mancher warmen Protestation siel der Antrag Dann schritt die Versammlung zur Berathung über das begründende Journal de la Republiqne. Dasselbe
einstimmig verworfen. Es begann nun die Diskussion die Abschaffung der Paragraphen 414, 415 und 416 Coalition der Arbeiter betreffend. orin's desfallsiger Antrag schlägt statt des §. 414 des Strafge⸗ „Jedes Zusammentreten zwischen Eigenthümern oder
oder abzuändern und durch Gewalt⸗Maßregeln die Freiheit der ivat⸗Industrie, sei es durch Drohungen gegen die zusammengetrete⸗ die dem Zusammentreten fremd einzuschüchtern oder gar zu stören, ist mit einer Geldbuße von — 500 Franken und einem Gefängniß von 6 Tagen bis zu einem bestrafen.“ Der Ausschuß trägt durch Boucher
Tage bis sechs Monate Gefängniß und 200 bis Statt Art. 415: „Dieselben Strafen
oalition), d. h. einzeln, die Arbeitsgeber oder Arbeitsnehmer an i Abschluß von Verträgen zu gewissen Bedingungen hindern oder r nicht zu arbeiten bewegen wollen. Statt des Art. 416: Die
Strafen gegen die Urheber solcher Coalitionen werden auf das Dop⸗
te erhoͤht.“ Nach einer fast zweistündigen Debatte entschied die rsammlung, den Entwurf an den Gesetzgebungs⸗Ausschuß (comité législation) zur nochmaligen Prüfung zu weisen. Tourret,
Minister des Handels und Ackerbaues, legt einen Gesetz⸗Entwurf rücksichtlich des Stockfischfangs vor. 3 geschlossen. Morgen, am Mariä⸗Himmelfahrtstage, keine Sitzung.
Die Sitzung wurde um 6 Uhr
Paris, 14. Aug. Die Ankunft des Herrn Bulwer, ehemaligen tischen Gesandten am madrider Hofe, in Paris hatte die Patrie
folgendem Artikel veranlaßt: „England hat eingewilligt, mit Frank⸗
reich den Weg der Vermittelung einzuschlagen, aber es wünscht keinen schriftlichen Verkehr mit der französischen Regierung über die Ange⸗ legenheiten Italiens und namentlich über die Intervention zu eröffnen. Es hat Herrn Bulwer abgeschickt, um seine Beschlüsse dem französi⸗ schen Minister der auswärtigen Angelegenheiten mitzutheilen. Dieser
plomat traf vorigen Montag in Paris ein und verließ es am fol⸗ iden Abend wieder. Er erklärte im Namen Englands, daß es er bewaffneten Intervention, sowohl für jetzt wie für spätere Zeit,
entgegen sei.“ Hierauf erklärt heute Galignani's Messenger: „Wir können aufs bestimmteste versichern, daß, die Tyatsache des Besuchs Herrn Bulwer's in Paris ausgenommen, in obigem Artikel nicht ein wahres Wort ist.
Der momentanen Anwesenheit des Herrn ilwer in dieser Hauptstadt lagen blos Privatgeschäfte zu Grunde. hatte gar keinen Auftrag von seiner Regierung, und diese hatte
sehr wahrscheinlich nicht einmal etwas davon gewußt, daß er von England einen Ausflug nach Frankreich gemacht.“
Unter Bezugnahme auf Goudchaur'’'s Erklärung am Schlusse der
vorgestrigen Sitzung der National⸗Versammlung zeigt der Moni⸗
ur an, daß von den 13,131,500 Fr. jüngst votirter 5proz. Rente⸗
Anleihe bis zum 12. August Nachts 12 Uhr (dem Präklusivtermin für die Ein⸗ und resp. Umschreibungen der Interessenten der Novem⸗ ber⸗Anleihe) die Summe von 13,095,250 Fr. eingezeichnet worden. Die Anleihe ist also fast gedeckt.
Großbritanien und Irland. London, 12. Aug. Das arlament wird, wie man allgemein glaubt, am 24sten d. M. ge⸗
schlossen werden.
Die Regierung hat es bekanntlich abgelehnt, im Parlamente
über die Bestimmung der englischen Flotte in Neapel auf eine des⸗
llsige Interpellation des Herrn Urquhart Antwort zu geben. Der
neapolitanische Gesandte in London hat erklärt, daß, wenn diese
loite die gegen Sicilien bestimmten Kriegsschiffe seines Königs
2
Emn
Markt⸗Berichte.
Berliner Getraidebericht vom 17. August. Am heutigen Markt waren die Preise wie folgt: 8 Weihzen nach Qualität 55—59 Rthlr. 8 91 ½ pfd. neuer schles. auf Lief. 59 Rthlr. begeben. 88 pfd. weiß. gelb. märk. 59 Rthlr. gefordert, 58 ½ geboten. loco 26 ½ — 28 Rthlr. von den Bauern 83 ½ pfd. zu 26 ½ Rthlr. verkauft. schwimmend 84 pfd. 27 ½ Rthlr. gefordert. 82 pfd. Aug. /Sept. 26 ½ Rthlr. „ Sept. /Okt. 27 — 26 ½ Rthlr Gerste, große, loco 26 Rthlr. „ kleine 22 Rthlr. Hafer loco nach Qualität 15—17 Rthlr. Erbsen, Kochwaare 33 Rthlr. 8 „ Futterwaare 32—30 Rthlr. Rapps g Leinsaat 46—415 Rthlr. Rüböl loco 10¼ — 10 ¼ Rthlr. Aug./Sept. 10½ — 10 ¾ Rthlr. Sept./Okt. 10 ½⅔ Rthlr., 10 ¾ bewilligt Okt./Nov. 11—10 ¾ Rthlr. 8 Nov./ Dez. 11 ½ — 11 Rthlr. bez. u. G. Leinöl loco 10 Rthlr., Lieferung 9 ¾. Mohnöl 22 — 21 Rthlr. 8 Hanföl 16 Rthlr. Palmöl 135—14 Rthlr. Südsee⸗Thran 9 ½ Rthlr. Spiritus loco 183—19 Rthlr. bez., 19 Br., mit Faß 18 ¾ gehandelt. Aug. /Sept. 18 Rthlr. Sept./Okt. 17 ½ Rthlr. Br., 17 ¾ G.
Königsberg, 14. Aug. Die Zufuhr war gering. Weizen 60 bis 70 Sgr. pr. Schffl., Roggen 30 bis 35 Sgr., kleine Gerste 23 Sgr., Hafer 16 bis 20 Sgr., weiße Erbsen 35 Sgr., Kartoffeln 13 ½ Sgr.
Danzig, 14. Aug. Die Lebhaftigkeit an unserem Getraide⸗ Markte dauerk noch immer fort, auch sind für einige Partieen Wei⸗ zen von feinster Qualität 133 — 34pfd. 492 ½ Fl. bis 500. Fl. be⸗ dungen; doch hat in den letzten Tagen die Stimmung nachgelassen. Im Ganzen wurden ca. 1700 Last Weizen zu völlig den letzten Mentagspreisen umgesetzt. Von Roggen ist während der Woche nichts, von Erbsen nur 8 Last und zwar 5 Last ord. zu 235 Fl. und 3 Last gute zu 265 Fl. abgegangen.
Am heutigen Markte war es wieder flau, und die Preise wur⸗ den gedrückt. ca. 123 Last Weizen gut hochbnt. 132pfd. zu 485 Fl., 133 — 34pfd. zu 470 Fl., bnt. 130 — 31 pfd. zu 447 — 440 Fl., 128pft. zu 427 und 95 Last Roggen 122— 23pfd. zu 205 Fl. s verkauft worden.
Mit der Witterung sind wir etwa um 3 bis 4 Wochen voraus. Wir haben mitunter schon rauhe und kalte Herbsttage und fast täg⸗ lich eben solche Winde aus N. und NW., verbunden mit häufigen Regengüssen.
Stettin, 16. Aug. Roggen in loco 26 a 28 Rthlr. nach Qualität bezahlt, BS Sep Okr. 26 ½ Rthlr. Br., pr. Okto⸗ ber / Nov. 26 ¾ Rthlr. Gld.
Heutiger Lastadie⸗Landmarkt: 1181“¹“
Weizen Roggen Gerste Hafer 16 18 4 8 P
Weizen Roggen 60 à 63 265 à 272 0
Heu pr. Ctr. 10 a 12 ⅔⅞0 Sgr.
Stroh pr. Schock 3 Rthlr. a 3 Rthlr. 5 Sgr.
Kartoffeln 12 Sgr. pr. Schfl.
Spiritus angenehmer, aus erster Hand zur Stelle und aus zweiter Hand ohne Fässer 20 — 19 ¾˖ %, aus zweiter Hand 19 ½⅞ % jetzt geboten, mit Fässern 21 % bezahlt u. Gld., pr. Sept. /Okt. 22 % Gld.
Rüböl in loco 10½ — 10 ½ Rthlr. bezahlt, pr. Sept. /Okt. 104 Rthlr. bez. u. Gld.
Heringe. Neuer schott. ungestempelter, wovon über Stral⸗ sund ein paar kleine Ladungen angekommen, ist zu 11 Rthlr. unverst. verkauft und noch zu haben.
Breslau, 16. Aug. Weizen, weißer, 53, 57 bis 60 Sgr.; elber do. 52, 55 bis 59 Sgr.
Roggen 29, 32 bis 35 Sgr.
Gerste 22, 24 bis 26 Sgr. Hafer 15, 16 ½ bis 18 Sgr. Rapps 77 Sgr.
Spiritus 8¼ — 8¼ bez. 1 Rüböl unverändert. Zink 4 Rthlr., loco offerirt, 3 2 dürfte zu machen sein.
Der Begehr für Weizen war heute nicht so lebhaft, wie gestern,
daher derselbe um eine Kleinigkeit zurückging, alle anderen Sorten behaupteten ihre Preise.
Königliche Schauspiele.
Freitag, 18. Aug. Im Opernhause. 136ste Schteeer. Abonnements⸗Vorstellung: Faust, dramatisches Gedicht von Göthe, in 6 Abth. Ouvertüre, Entreakts und die sonst zur Handlung gehörige Musik ist theils von dem Fürsten Radziwill, theils vom Kapellmeister Lindpaintner. Anfang 6 Uhr.
Ein Billet im Proscenium 1 Rthlr. 10 Sgr., ein Billet in den Logen des ersten Ranges und im ersten Balkon daselbst 1 Rthlr., ein Billet im Parquet, zur Tribüne und in den Logen des zweiten Ranges 20 Sgr., ein Billet in den Logen des dritten Ranges, im Balkon daselbst und im Parterre 15 Sgr., ein Billet im Amphithea⸗ ter 7 ½¾ Sgr. ꝛc. Ag. Im Schauppieshauss 197ke
Sonnabend, 19. Aug. Im Schauspielhause. 137 Vorstellung: Das Versprechen, Schauspiel in 1 Akt, vnnes euinsang Hierauf: Großjährig, Lustspiel in 2 Akten, von Bauernfelbe halb 7 Uhr. 7ste Abonnements⸗
Sonntag, 20. Aug. Im O 23 1 - und den Ori⸗
llung: Don Juan, Oper in 8 ) naef⸗ Ritativen 87. Mozart, instrumentirt von J. P. Schmidt. (Herr Behr: Leporello.) Anfang halb 7 Uhr.
Erbsen
Erbsen
Hafer 8 28 à 32 Rthlr.
14 a 16