1848 / 110 p. 3 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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1 talied der Conciliations⸗Halle, des Versammlungsorts der 323 des Alten Irlands, bis er plötzlich die Fesseln „der moralischen Gewalt“ abwarf und sich in die Reihen der Republikaner stürzte. Er ist den Jahren nach etwa in demselben Alter, wie Herr Meaeagher, seine Beredtsamkeit ist wie die jenes Herrn höchst blühend; seine Reden könnten zu jeder Zeit durch leichte Striche des Genies gleich in reimlose Verse verwandelt werden. Der Dritte, welcher gestern verhaftet wurde, Herr O'Donoghue, ist der Schreiber eines Anwalts, ein Mensch, welcher von den Konföderirten immer als verdächtig angesehen wurde. Er besitzt ein gutes Theil natürlichen Talents und hat dasselbe durch die Veröffentlichung verschiedener Briefe, die in der Hitze der letzten Aufregung geschrieben waren, bewiesen.

Spanien. Madrid, 12. Aug. Der Heraldo entwirft folgende Schilderung vom Zustande des Kabinets. „Niemals gab es weniger Aussichten auf einen Kabinetswechsel als jetzt; und das Ka⸗ binet, welches jetzt, seinen ohnmächtigen Feinden zum Trotz, von dem Lande unterstützt, von ganz Europa mit Bewunderung angestaunt und mit Beifall beklatscht, besteht, wird den von ihm gefaßten Plan voll⸗ ständig zu Ende führen, nachdem es die Ruhe und Ordnung in Spa⸗ nien mitten unter dem allgemeinen Schiffbruch gerettet und die furcht⸗ barsten Schwierigkeiten, die sich, seitdem eine Constitution auf der Halbinsel herrscht, einer spanischen Regierung entgegenstellten, über⸗ wunden hat.“

Man schreibt dem Clamor aus Barcelona unter dem 6ten d.: „Diesen Morgen um 7 Uhr stellte sich in Masnou eine Bande von 300 vollkommen ausgerüsteten Bewaffneten ein, welche die dortigen 16 Zollsoldaten entwaffnete und in den Ruf: „„Es lebe die Consti⸗ tution und die Unabhängigkeit! Nieder mit dem Steuersystem!““ ausbrach. Um 8 Uhr erschien in Badalona (zwei Meilen von Bar⸗ celona) eine andere Bande von 500 Mann. Nachdem diese sich aller aufzufindenden Waffen bemächtigt hatten, rückten sie bis an das

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Molins del Rey. aus der Umgegend zu ihnen stoßen würden.

Nieder mit der Regierung und dem Steuersystem!““

sien abgegangen. (Espasa.)

kunft der Herzogin von Montpens die Stelle der Königin und des Königs zu vertreten.

des Innern, als Vertreter des Kabinets, Außerdem reisen einige Mitglieder des diplomatischen Sevikla, um letzteres zu vertreten. (Heraldo.)

3 % 19 ¼ P. 5 % 10 P.

Glacis von Barcelona vor und wandten sich von da nach Sans und Es hieß, sie erwarteten, daß dort andere Haufen ö Um diese Stunden soll die Zahl dieser neuer Aufrührer sich auf 4000 belaufen, und Perso⸗ nen von Rang und Ansehen sollen sich unter ihnen befinden. Sie verbreiten eine am 21. Juli „im Feldlager der Freien“ unterzeich⸗ nete Proclamation mit dem Wahlspruche: „„Es lebe die Freiheit!

In der Umgegend von Sevilla und in der Provinz Huelva sind mehrere Banden, die man für montemolinistische hält, und die meistens gut beritten und mit Geld versehen sind, erschienen, ohne bisher von den zahlreichen Truppen, die von Sevilla, Huelva und anderen Punk⸗ ten zu ihrer Verfolgung abgeschickt wurden, eingeholt worden zu sein.

Gestern ist von hier ein Bataillon in Eilmärschen nach Andalu⸗

In diesen Tagen werden sich der Graf von Santa⸗Coloma und die Marquisin von Malpica nach Sevilla begeben, um der Nieder⸗ ier beizuwohnen und bei der Taufe Der Herzog von Costrotorreno wird als Feldmarschall, Herr Sartorius, Minister eben dorthin gehen. Corps nach

Bekanntmachung.

Erkrankungsfall hierher angezeigt worden ist,

worden sind.

Mit Bezugnahme auf die diesseitige Bekanntmachung vom 14ten d. Mts. kann zur Beruhigung des Publikums mitgetheilt werden, daß seit dem 27. Juli d. J., an welchem Tage der erste Cholera⸗ bis einschließlich heute Mittag im Ganzen nur 87 Erkrankungen an der Cholera angemeldet

65 Genesen. 89 In ärztlicher Behandluug 14 Berlin, den 20. August 1846. Königliches Polizei⸗Präsidium hiesiger Residenz. (gez.) von Bardeleben. 8

Meteorologische Beobachtungen.

Abends V

rrurrerN

1848. 20. Aug.

Nach einmaliger

Beobachtung.

Morgens 6 Uhr.

Nachmittags

2 Uhr. 10 Uhr.

336,1 1"Par. 335 12 POar. 335,250 Par Auellwärme 7,9⁰° R. 3 7,2⁸ 2 + 12,6“ K. + 22,4° n. + 15,0° R. Flusswärme 15,40 R. + 7,9° n. + 9,4° n. + 12,3 ° R. Bodenwärme Dunstsättigung. 68 pct. 29 pct. 81 pct. Ausdünstung Wetter heit er. heiter. Niederschlag Wind sw.

Luftéruck Luftwärme

Thaupunkt

gewittrig SW.

Wolkenzug.... SW.

* 11,82 335,49“ Par.. + 16,790 R.

Tagesmittel:

Königliche Schauspiele.

Dienstag, 22. Aug. Im Opernhause. 88ste Abonnements⸗ Vorstellung: Die Ochsen⸗Menuett, Singspiel in 1 Akt von G. von Hoffmann, nach einer wahren Anekdote. Musik nach Haydn's Com⸗ positionen, arrangirt vom Kapellmeister von Seyfriedt. Hierauf: Die Willys, oder: Gisela, phantastisches Ballet in 2 Abth., von St. Georges und Coralli. Musik von Adam. b

Zu dieser Vorstellung werden Opernhaus⸗Billets, mit Montag bezeichnet, verkauft.

Mittwoch, 23. Aug. Im Opernhause. S9ste Abonnements⸗ Vorstellung: Der Postillon von Lonjumeau, komische Oper in 3 Ab⸗ theilungen, nach dem Französischen, von M. G. Friedrich. Musik

von Adolph Adam. Anfang halb 7 Uhr.

KNeyn

968e

Iine?⸗

om 21. August.

WMechsel-Course.

Brief. Geld. Kurz 143 ½ 143 ¼ 2 Mt. 142 ½ 142 Kurz 152 15˙³ 2 Mt. 5 15 3 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Nt. 101½ 2 Mt 99 ¼

Amsterdam ö 250 Fl. do. 250 Pl. Hlamburg-. w.. 300 Mk. do. . 300 Mk. 1 Lst. ...300 Fr. 150 Pl.

London

Wien m 20 X... . Augsburg v116““ 150 PFl. Breslau

V V 100 Tvw.

8 Tage 99 Frankfurt a. M. zücdd. . 100 Sl. 2 Mt. 56 20 Petersburg 1 100 shbl 3 Wochen v 103 ¾⅔ Inländische Fonds, Pfandbries-, Hommunal- Papiere und

geld-Course.

Leipzig in Courant im 14 Thlr. Puss..

zf. Brief. Geld. Gem. Kur- u. Nm. Pfdbr. 3 x⅔ 90 ½ Schlesische do. 3 ½⅔ do. ELt. B. gar. do. 3 ½⅔ Pr. Bk-Anth.⸗Sch,

Gem.

zt. Brief. Geld.

St. Schuld-Seh. 3 74 ½

K. u. Nm. Schuldv. 3 ½

Berl. Stadt-Obl.

Westpr. Pfandhr. 8 es b

Grossb. Posen do. 4 do. do. 3 ½

0 2 b stpr. I fandbr. ½ FPomm. do. 3 ½

Friedrichsd'or. And. Goldm-à 5th. Disconto.

-

Ruse Hamh. Cant 5 FIegn,, awuewe Frldbr.⁴ do-beiHlope? 4.8. 5 do. Part 500 FI. d0. 60. 1. Anl 4 do. do. 300 Fl. do. Stiegl. 2. 4-A. 4 Hamb. Feuer-Cas. 3 ½ do. do. 5. A. 4 do. Staats-Pr. Anl. do. v. Rtbsch.Lst. 5 100 ¾ Holl. 2 ½ Int. do. Poln. Schatz0. 4 66 ¾¼ 66 ¼ Kurh. Pr. O. 40 th. d0. do. Cert. L-A. 5 ¼ 76⁄ Sardin. do. 36 Fr. d0. do. L. B. 200 Fl. 12 ½¼ N. Bad. do. 35 Fl.

Eisenbahn-Actien.

Rein-Ertra 1842.

Stamm-Actien. Kapilal.

2 9 Der Reinertrag wird nach erfolgter Bekannim. Tages- Cours.

in der dazu bestimmten Rubrik ausgefüllt. Die mit 3 ½ pCt. bez. Actien sind v. Staat gar.

Börsen- Zins- Rechnung

Prioriläts-Actien. Kapilal.

Zinssuss.

Süummitliche Prioritits-Actien werden durch jährliche Verloosung 100 pCt. amortis.

Berl. Anhalt Lit. A B. 3,500,000 4 do. Hamburg 8,000,000 do. Stettin-Starg.. 4,824,000 do. Potsd.-Magd.. 4,000,000

Magd.-Hal berstadt .. 1,700,000

do. Leipziger 2,300,000

Halle-Thüringer 9,000,000

Cöln-Minden 12,967,500 do. Aachen 4,500,000

Bonn-Cöln 1,051,200

Düsseld Elberfeld.. 1,400,000

Steele- Vohwinkel.. 1,300,000

Niederschl. Märkisch. 9,950,000

do. Zweigbahn 1,500,000

Oberschl. Lit. . . 2.250,100

do. Lit. B. 2,400,000

Cosel-Oderberg 1,200,000

Breslau-Freiburg. . 1 1,700,000

Krakau-Oberschl.... 1,500,000

Berg.-Märk. c. 4, 000,000

Stargard-Posen 5,000,000

Brieg-Neisse 1,100,000 V

90 B. 89 G. 68 ¼ 6. 89 ¾ G. 90 B. 5 53 bz. 103 6.

——

21 bog

g

54 bz. u. G. 76 bz u. G. 57 B.

60 G. 37 B. 70 ½ a ½ bz.

bNI

/⸗=S

93 ½ bz u. B. 93 bz. u. B. 89 6.

46 B. 45 ½ br. 58 ½ bz.

68 bz. u. 6

Quitlungs-Bogen. Berl. Anhalt. Lit. B. Magdeb.-Wittenb.... Aachen-Mastricht . .. Thür. Verbind.-Bahn

Ausl. Quitlungsbog. Ludw.-Bexbach 234 FI. LI.IHIESe xkübeeee Friedr. Wilh.-Nordb.

2,500,000 4,500,000 2,750,000 5,600,000

8,525,000 1,800,000 8,000,000

44 ¼ 44 1

8

Pol a. Pfdbr. a. C. 4

Schluss-Course von Cöln-Minden 76 ¾ G6.

1,411,800 5,000,000 2,367,200 3,132,800 1,788,000 4,000,000 3,674,500 1,492,800 2,487,250 1,250,000

Berl.- Anhalt do. Hambur do. Potsd.-Magd... do. do. 8— Magdeb.-Leipziger.. Halle-Thüringer .... SIn WMmden Rhein. v. Staat gar. do. 1. Prioritäf.... do. Stamm Bior Düsseldorf-Elberfeld. 1,000,000 Niederschl. Märkisch. 4, 175,000 do. 3,500,000 III. Serie. 2,300,000 Zweigbahn 252,000 do. 248,000 Oberschlesische 1,276,600 Cosel-Oderberg 250,000 Steele-Vohwinkel... 325,000 Breslau-Freiburg. 1400,000

75 ½ 6G. 71 ½⅞ 8. 71 6.

8v922vSEnnöeEgügöne

Ausl. Stamm-Act.

Dresden-Görlitz .. Leipzig-Dresden 4,500,000 Chemmtz-Risa 4,000,000 Sächsisch-Bayerische [6,000,000 Kiel-Altona Sp. 2,050,000 Amsterd.-Rotterd. Fl. 6,500,000 Mecklenburger Thlr. 4,300,000

Börsen- Zinsen.

6,000,000

von Preussischen Bank-Antheilen 87 bz.

Die Stimmung war zwar heute besonders anfangs ungünst deburger und Magdeburg-Halberstädter höher bezahlt.

g. doch haben die Course sich bei einiger Nachfrage nicht wesentlich verändert, und die Börse schlofs ziemlich fest. Das Geschäft war im Ganzen beschränkt.

Potsdam-Mag-

Auswärtige Börsen.

Wien, 19. Aug. Met. 5 roz. 80 ½, ¼, 81. 4 proz. 62, 62 ½, 63. Zproz. 49, 50. 2proz. 41 ½, 42. Anl. 31: 131, 132, 39: 86, 863. Nordb. 106 ¼, 106 ⅞. Gloggn. 96, 98. Mail. 72, 73. Livorno 70 ½, 70 ½. Pesth 67, 68. Budw. 69. B. A. 1085, 1090. K. K. Gold 115. Holl. Gold. 116.

Wechsel. Amsterdam 160 G. Frankf. 111 ½ Br., 111 G. London 1.15, 11.12. Augsburg 111, 110 ½. Hamb. 166 G. Paris 133 G.

Frankfurt a. M., 19. Aug. Die Fonds und Eisenbahn⸗ Actien hielten sich an heutiger Börse zu billigeren Preisen, als ge⸗ stern offerirt. Doch machten sich darin keine willigen Abgeber be⸗ merklich. Das Geschäft war jedoch im Allgemeinen höchst unbeden⸗ tend. Nach der Börse Fonds etwas flauer. Pariser Post vom 17ten war bis am Schluß der Börse nicht eingetroffen.

Met. 76. 75 ½. Bank⸗Actien 1250 G. Darmst. 50 Fl. L. 64. 63 ½. do. 25 Fl. 21⁄. 21 ½. Baden 50, Fl. 475. 47. do. 35 Fl. 27 ½. 27¼. Kurhess. 26 ½. 26 ½. Sardin. 24 ¼. 24. Zproz. Span. 18 ½. 18 ⅛. Poln. 300 Fl. L. 90 ½ G. do. 500 Fl. 665. 66. Köln⸗Minden 77 ½ Br. Bexbach 70 ½. Friedr. Wilh. Nord⸗ bahn 43 ¾ G.

Paris, 18. Aug. Die Rente, anfangs matt, zeigte Neigun zum Sinken. Doch war das Geschäst aa bescheäntt Die Be⸗ sorgnisse wegen einer Intervention in Italien in Bezug auf die rö⸗ mischen Angelegenheiten bestehen fort. Bank⸗Actien sehr angeboten Lyoner Bahn jetzt durch die Rente ausschließlich bestimmt 1

Zproz. Rente 43. 25, blieb 43. 5proz. do. 71.50 a 71. An⸗ leihe von 1848 71. Schatzbons 23 Verlust. Bank⸗Actien 1505 2 1620. Nordbahn 375 a 377.50. Lyon 348.75 a 350. 1

London, 17. Aug. Cons. p. C., 86, a. Z. 86 ½. 3 proz.

z. Integr. 44 ½. 4proz. 70 ½. Bras. 70 ¾. Dän. 68. Mex. 17. Engl. Fonds waren heute sehr flau. In fremden war höchst wenig Umsatz. Eisenbahn⸗Actien blieben weichend.

Amsterdam, 18. Aug. In Folge einiger inländ. Verkaufs⸗ Aufträge war heute die Stimmung in holl. Fonds ungünstig. Die meisten fremden Fonds waren ebenfalls niedriger zu haben. Nur russ. gut preishaltend. Der Handel in holl. und fremden Fonds war ziemlich belebt. G. a. P. 2 ½. WD. 3. Oesterr. Met. 2 proz. 37 ⅛, 37, „, *. Holl. Int. 44 ½, .

8 1 8 2 *

Zproz. neue 52 ½, ½. 4proz. ostind. 69 ⅛,

Span. Ardoins 8 ⁄. Gr. Piecen 8 6—, v. Coupons 6 ¼, v. Portug. 4proz. 18 ⅛, ½. Russ. alte 90 ½. 4proz. Hope 76 ½. Stiegl. 75 8. Oest. Met. 5proz. 72, 714. Antwerpen, 17. Aug. Belg. Fonds waren in Folge eini⸗ ger Gewinn⸗Realisationen niedriger. 5proz. 78 % . 4 pro; 71 ½, 1. 22proz. 304 . , 1. Arb. 88 W.

U5, 2, 3,

—ö—

Markt⸗Berichte. Beerrliner Getraidebericht vom 21. August. Am heutigen Markt waren die Preise vwie sbigt: Weizen nach Qualität 56—60 Rthlr. Roggen loco 26 ½ 28 ½ Rthlr. 8 8 82 pfd. p. Sept. /Okt. 28 Rthlr. Br., 27 ¼ G. Gerste, große, locv 25 —25 Rthlr. 8 2 kleine 23 —22 Rthlr. Hafer loco nach Qualität 15—17 Rthlr. Rüböl loco 10 ¾ Rthlr. Aug. /Sept. 10 Rthlr. Sept. /Okr. 105 40 ½ Rthlr. Okt./Nov. 10 ½ 10 Rthlr. Nov. / Dez. 10 10 ¾8 Rthlr. Leinöl loco 10 Rthlr. Br., Lieferung 95 Spiritus loco 19 Rthlr. ohne Faß, 18 ½ mit Faß bez. Aug./Sept. 18 ½ Rthlr. -* Sept. /Okt. 17 ½ Rthlr. Br., 17 ½˖ G.

Am Kornmarkt zeigte sich heute mehr Begehr für Roggen auf Lieferung pro Herbst und Frühjahr, man bewilligte circa 1 Rthlr. höhere Preise, doch fehlte es an Angebern. In Loco⸗Waare kein Um⸗ satz. Weizen behauptet sich fest. Rüböl matt und ohne Anregung zur Speculation.

Königsberg, 18. Aug. Die Zufuhr war gering. Weizen 65 bis 75 Sgr. pr. Schfl., Roggen 32 bis 36 Sgr., Hafer 16 bis 19 Sgr., weiße Erbsen 45 bis 50 Sgr., Kartoffeln 13½ Sgr.

Danzig, 18. Aug. An der Börse wurden verkauft: gestern noch Weizen inländ. 9 Last 130pf. zu 430 Fl., poln. 20 L. 131 pf. zu 420 Fl.; heute 19 L. 129 30 poln. Weizen zu 420 u. 40 L. 130pf. do. (h. G.) zu Fl. (2) preuß. Cour. die Last.

Köln, 19. Aug. Getraidepreise. (2 ½ Schfl.) Weizen, direkt

68 ¾. 3 proz. Synd. 71, 7.

1847 6 %½2 Kthlr. Waare, 6 Rthlr. Geld, do. 1848 5 ½ Rthlr. W.,

do. pr. Nov. 3 ½ Rthlr. T

5 ½ Rthlr. G., do. pr. Nov. 6 ½⅜ Rthlr. W., 6 12 Rthlr. G., do. pr. März 1849 Rthlr. W., 6 ½¼ Rthlr. G.

Roggen, direkt alter 3 ½ Rthlr. W., do. neuer 3 ½ Rthlr. W., 1 V., 3 Rthlr. G., do. pr. März 1849

4 ½½ Rthlr. W., 4 ½2 Rthlr. G. 8

Hafer, direkt 2 Rthlr. W., do. pr. Nov. 2 Rthlr. W., do. pr.

März 2 ½ Rthlr. W.

Gerste, hiesige 3 Rthlr. W.

Rappsaat 92 Rthlr. W., 9 ½ Rthlr. G.

Rüböl, pr. Compt. mit Faß pr. 256 Pfd. 29 ½ Rthlr. W., do. pr. Okt. do. 29 ¼ Rthlr. W., do. pr. Mai 1849 do. 29 ¾ Rthlr. W., 29 ¼ Rthl. G., do. geläutert do. 31 Rthlr. W.

Spiritus, effekt. mit Faß 80 % pr. 130 Q. 23 ½ Rthlr. W., do. gereinigt, 90 % do. 29 Rthlr. W.

Hamburg, 18. Aug. An unserem Markt sind von Getraide in loco als auch ab auswärts nur unbedeutende Partieen angeboten. Weizen wird in loco 130 /133 pfd. auf 133 a 138 Rthlr. Cour. pr. Last gehalten, und zu 132 a 135 Rthlr. Cour. zeigten sich Neh⸗ mer. Ab Ostküste Holsteins wird 130 /131pfo. und 131/7132 pfd. Waare zu 100 a 108 Rthlr. Bco. offerirt, während Käufer noch nicht über 102 a 106 Rthlr. Beco. anlegen wollten. Roggen in loco mehr beachtet und 120 /126 pfd. nicht unter 72 a 78 Rthlr. Cour. zu kaufen. Ab Pommern bleibt 123 /124 pfd. Waare noch zu 51 Rthlr. Bco. zu haben, so wie 121 pfd. ab Jütland zu 52 Rthlr. Beo. pr. Last. Saal⸗Gerste in loco 106 /108pfo. auf 74 a 78 Rthlr. Cour. gehalten und zu 2 a 3 Rthlr. niedriger zu lassen. Ab Däne⸗ mark sind nur wenige Ladungen 111/112 pfd. zu 50 Rthlr. Bco. am Markt, wofür 52 a 53 Rthlr. Bco. rasch zu bedingen sein würde. Hafer, mecklenb. 74/79 pfd. in loco mit 42 a 40 Rthlr. Cour. bezahlt; ab Dänemark 82/85pfd. auf 34 a 36 Rthlr. gehalten und zu 32 Rthlr. Bco. einzeln zu⸗ lassen. Bohnen sind in loco ge⸗ räumt und ab der Eider kleine mit 70 Rthlr. Bco. bezahlt. Rappsamen, holstein. in loco mit 106 Rthlr. Beo. bezahlt, au⸗ genblicklich wenig angeboten. Ab 2 änemark wird 108 Rthlr. Beo. und ab der Westküste 112 a 114 Rthlr. Bco. pr. Last verlangt.

Mirder heutigen Nummer des Staats⸗Anz ei⸗ gers werden Bogen 128 und 129 der Verhandlungen zur Vereinbarung der Preuß. Verfassung ausgegeben

Druck und Verlag der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerri.

0 Wurmewechsel +† 22,6

+ 9,20 R. 59 pcCt. sw

und öffentlichen Gebäuden angestellten Aufwärter, benheizer für

aufzuerlegen sei,

589

ßischen

Staats-Anzeiger.

8

x. 5 8 ö

1⸗ 8 Deutschland. 8 Sachsen. Dresden. Verhandlungen über den Kommunalgarden⸗Gesetz⸗

Entwurf. Ausland.

Frankreich. Paris. Die Gerüchte über beabsichtigte neue Unruhestif⸗ tungen. Aktenstücke aus der Untersuchung der Mai⸗ und Juni⸗Er⸗ eignisse. Die Präsidentschaft der National⸗Versammlung. Statistik

dieser Versammlung. Vorschlag zu Ansiedelung der Insurgenten in

Algerien. Actien⸗Einzahlung. Spanische Progressisten. Ver⸗

mischtes.

9 Eisenbahn⸗Verkehr. Markt⸗Berichte.

rrmmrangreeanmnear

Uichtamtlicher

Theil Deutschland.

Sachsen. Dresden, 18. Ang. (D. A. Z.) Gestern und heute hat die erste Kammer den anderweiten Bericht über das neue en m 1A“ berathen, den ihre erste Deputation g erent Bürgermeister Schanz) hinsichtlich der in Bezug auf diesen

egenstand zwischen den ersten Beschlüssen der ersten Kammer und denen der zweiten Kammer bestehenden Differenzen erstattet hat. Die zweite Kammer ist bekanntlich den Beschlüssen der ersten Kammer theils nicht überall beigetreten, theils hat sie, namentlich in Bezug auf die bis jetzt gesetzlich gebotenen oder nachgelassenen Exemtionen, mehr⸗ fach neue Anträge gestellt (Nr. 205, 208 und 211), denen die erste Kammer bis auf einige Ausnahmen nunmehr ebenfalls ihre Geneh migung ertheilt hat. Zu diesen Ausnahmen gehört der Beschluß der zweiten Kammer, daß alle festangestellten Lehrer ꝛc. zum Eintritt in 11. Kommunalgarde verpflichtet sein sollen, welchem die erste Fh ö beigetreten is, als er sich nicht auf zefiattven 8 fan ehrer bezieht, indem sie diesen nur den fa⸗ Ein ritt gestattet wissen will, ohne daß jedoch die⸗ selben hierzu erst die Genehmigung der vorgesetzten Behörde ein⸗ zuholen haben sollen. Auch mit dem Beschlusse, daß sämmt⸗ liche Vorstände der Ober⸗ und Mittel⸗Justizbehörden zum Eintritt verpflichtet sein sollen, hat sich die I. Kammer nicht einverstanden erklärt, einmal, weil allerdings sehr prägnante Fälle vorkommen könnten, wo die Abwesenheit dieser Vorstände von großem Nachtheil sein dürfte, dann aber auch, weil die Zuziehung der Genannten von sehr geringem praktischen Nutzen sein werde, da ihre Anzahl sich im anzen Lande überhaupt nur auf sieben belaufe und diese in der Regel nicht mehr in dem kommunalgardenpflichtigen Alter ständen; doch soll ihnen der Eintritt fakultativ gestattet sein. Ferner will die I. Kammer die Bezirkseinnehmer, als zu den Kassenbeamten ge⸗ hörend, frei gelassen wissen, deren Verpflichtung die II. Kammer spe⸗ ziell beantragt hat. Dasselbe gilt von den Stadtrichtern und Be⸗ zirksärzten, so wie von den einzigen Secretairen der Amtshauptleute, hinsichtlich deren dem Beschlusse der jenseitigen Kammer ebenfalls nicht beigestimmt wurde. Eben so hält die I. Kammer die bei Behörden Boten und Stu⸗ ir unentbehrlich und kann sich mit deren Verpflich⸗ tung zum Kommunalgarden⸗Dienste nicht einverstanden erklären. Der Beschluß der zweiten Kammer, daß die bei öffentlichen Anstalten angestellten Aerzte und Wundärzte, so wie praktizirende Geburtshel— fer, als unbedingt dienstpflichtig anzusehen seien, wurde, und zwar gegen den Vorschlag der berichterstattenden Deputation, ebenfalls ab⸗ gelehnt, und die Bestimmung, daß Gesellen, Fabrikarbeiter und an⸗ dere Gewerks⸗Gehülfen, „die einen mehr stabilen Aufenthalt haben“,

verpflichtet sein sollen, dahin abgeändert, daß dies nur dann geschehe,

Personen ihren eigenen Hausstand begründet und ihren wesentlichen Aufenthalt im Orte genommen haben. Ferner ist die erste Kammer auch dem Beschlusse nicht beigetreten, daß den auf Akademieen sich befindenden Personen die unbedingte Verpflichtung

i, obwohl die Deputation den Beitritt angerathen hatte, und endlich hat sich dieselbe noch dagegen erklärt, daß diejeni⸗ gen zum Wiedereintritt verpflichtet seien, welche nach der seither gel⸗ tenden Bestimmung bereits gesetzlich verabschiedet worden, aber das 50ste Lebensjahr noch nicht überschritten haben.

Bei einem Punkte, welcher der Uniformirung der Eintretenden erwähnt, machte Graf Hohenthal⸗Königsbrück aufmerksam, daß außer der Dienstbinde eine eigentliche Uniformirung gesetzlich gar nicht ge⸗ boten, sondern nur den freiwilligen Compagnieen nachgelassen sei, unter sich eine bestimmte Uniformirung ale Bediagung zum Eintritt in ihr Corps aufzustellen, der sich dann allerdings die den Eintritt Nachsuchenden zu unterwerfen hätten, welche Ansicht sowohl Prinz Johann als auch Staats Minister von der Pfordten als richtig be⸗ zeichneten. Der von der zweiten Kammer gefaßte Beschluß, im Ge⸗ setz auszusprechen, daß es gestattet sein solle,

wenn diese

wenn auf dem Lande mehrere Gemeinden zur Bildung von Compagnieen oder Bataillonen zusammentreten wollen, veranlaßte eine ziemlich ausgedehnte Dis⸗ kussion. Die Deputation schlägt hier der Kammer vor, sich mit der

Sache zwar einverstanden zu erklären, die Aufnahme einer diesfallsi⸗

gen Bestimmung ins Gesetz aber abzulehnen. Staats⸗Minister von der Pfordten erklärte, daß es der Regierung allerdings wünschens⸗ werth erscheine, eine derartige Bestimmung, die geeignet sei, durch Hebung des Selbstbewußtseins der Einzelnen den Geist des Instituts zu fördern, entweder in dem Gesetz oder in der Ausführungs⸗Ver⸗ ordnung aufgenommen zu sehen, um ausgesprochen zu wissen, daß die⸗ ser Zusammentritt, falls mehrere Gemeinden ihn wünschen sollten, er⸗ laubt sei. Dagegen erklärte sich Herr von Thielau entschieden gegen die Aufnahme einer derartigen Bestimmung, die, da, was nicht ver⸗ boten, ja ohnehin erlaubt sei, leicht als ein Zwang erscheinen und den auf dem Lande noch immer herrschenden Widerwillen gegen das Institut der Kommunalgarde vermehren könnte. General von Nostitz⸗ Wallwitz war zwar für eine Vereinigung in Compagnieen, aber gegen die Formirung von Bataillonen, und zwar hauptsächlich aus finanziel⸗ len Gründen, glaubte aber der Gerechtigkeit die Erklärung schuldig zu sein, daß der früher bei den Landbewohnern zu findende Wider⸗ wille gegen die Kommunalgarde in der letzten Zeit sehr wesentlich sich vermindert und bei vielen Gemeinden in Zuneigung verwandelt habe. Freiherr von Welck trat den Ansichten des Herrn von Thie⸗ lau bei und meinte, daß eine Vereinigung in Bataillonen nicht viel weiter als zu Zweckessen führen werde. Dage⸗ gen erklärten sich der Referent, Secretair Ritterstädt, Bürger⸗ meister Klinger und Vice⸗Präsident Gottschald im Sinn des Staats⸗ Ministers von der Pfordten, und Letzterer stellte einen eigenen An⸗ trag darauf, daß der Beschluß der zweiten Kammer in die Ausfüh⸗ rungs⸗Verordnung aufgenommen werde. Bei der Abstimmung wurde

jedoch dieser Antrag mit 18 gegen 14 Stimmen verworfen und je⸗

ner der Deputation, von dem der Referent und Bürgermeister Klin⸗ ger als Deputations⸗Mitglieder zurückgetreten waren, angenommen. Noch ist zu bemerken, daß die erste Kammer beschlossen hat, daß zu den Vorschlagswahlen für die Stellen der Kommandanten, Vice⸗ Kommandanten und Bataillons⸗Kommandanten anstatt eines Abge⸗ ordneten aus jeder Compagnie deren vielmehr zwei beizuziehen sein sollen. Die Verlegung der jährlichen Revue auf das Constitutions⸗ fest, so wie der Wunsch auf Revision des Disziplinar⸗Reglements, wurden einstimmig genehmigt. 1“

Ausland. 8

Frankreich. Paris, 17. Aug. Der Constitutionnel sagt: „Wie am 15. Mai Polen, so sollte diesesmal Italien zum Deckmantel eines neuen Staatsstreichs dienen. Der Ruf: „Es lebe Heinrich V.!“ oder: „Es lebe der Prinz Louis Napoleon!“ sollte erschallen. Andere hat⸗ ten vor, zu Gunsten einer allgemeinen Amnestie für die Juni⸗Insur⸗ genten zu marschiren; wieder Andere wollten für das System Proud⸗ hon's, der übrigens gar kein System hat, auftreten. Die Vorsicht der Regierung hat diese Pläne vereitelt.“ Der Estasette zufolge, beschränkte sich die Zahl der Verschworenen auf eine kleine Anzahl. Eine Hand voll entschlossener Männer habe, bis an die Zähne bewaff⸗ net, in die National⸗Versammlung dringen wollen, um den General Cavaignac zu entführen. Der Spectateur republicain, der für Cavaignac's Organ gilt, bemerkt: „Wir haben wohl gehört, wie sich gewisse Repräsentanten, deren Vergangenheit den legitimistischen Ideen keinesweges feind ist, gestern sehr bitter beschwerten über den Lurus von Militair⸗Aufwand und dergleichen. Aber wenn sich der

überraschen ließe, als die Exekutiv⸗ Kommission am 15. Mai, wie würde man dann in Tadel ausbrechen!

General Cavaignac eben so

Wir antworten allen denen, die sich über die militairischen Präventiv⸗ Maßregeln wundern: „„Vorsicht ist die Mutter der Weisheit.““ Der Lampion sagt: „Paris ist vollkommen ruhig geblieben und wird so lange ruhig bleiben, bis es der Hunger wieder auf die Straßenpeitscht.“ Die Assemblée nationale äußert sich folgendermaßen: „Es herrscht im ganzen Lande eine allgemeine Unzufriedenheit. Die Re⸗ gierung weiß dies, und doch läßt sie die Urheber der Anarchie, welche die Diskussion des Bauchartschen Berichts zur Ausübung neuer Pläne benutzen wollen, ruhig gewähren. Wehe, wohin wir auch unseren Blick wenden, überall ist es düster, drohend und unsicher. Nach außen Isolirtheit und Schwäche, nach innen Agitation und Hunger; nach außen Krieg und Demüthigung, nach innen Verfall und Untergang.

Vor uns eine provisorische Regierung und die Aussicht auf eine mehr⸗ monatliche Diskussion einer definitiven!“ In Proudhon's Repré⸗ sentant du Peuple liest man: „Wir protestiren gegen jede Volks⸗ Manifestation in diesem Augenblicke, sei es zu Gunsten Italiens oder zu anderem Zwecke. In jeder derartigen Manifestation würden wir eine Schlinge sehen, welche der Demokratie, den Arbeitern oder der Republik selbst gelegt wäre. Es giebt Leute, deren Angelegenheiten so schlecht stehen, daß sie nur eine Emeute wieder flott zu machen im Stande ist. Es giebt Prätendenten, die Alles von einem Staats⸗ streiche erwarten. Das Volk allein kann nur durch Geduld, Friede und Ordnung gewinnen. Es weiß übrigens, daß die Republik die einzige Regierungsform ist, von der es die Erfüllung seiner Rechte zu erwarten hat. Die große Frage ist nur die, vor aller Welt klar zu beweisen, worin diese Rechte bestehen. Wenn wir die Gerechtig⸗ keit kennen werden, dann wird sie bald in unsere Staats⸗Einrichtun⸗ gen, in unsere Gesetze und, was noch besser ist, in unsere Herzen übergehen.“

Ueber die Aktenstücke zu dem Bericht der Untersuchungs⸗ Kom⸗ mission hinsichtlich der Mai⸗ und Juni⸗Ereignisse liest man im Spec⸗ tateur republicain: „Ungeachtet des strengen Geheimuisses, in welches die Verhandlungen der Untersuchungs⸗Kommission gehüllt sind, ungeachtet zahlreiche Schildwachen die Zugänge der National⸗Drucke⸗ rei hüten, ist es uns doch gelungen, einen Zipfel des Vorhanges zu lüften, der die Dokumente des famosen Bauchartschen Berichts deckt. Die Aktenstücke bilden nicht weniger als drei dicke Quartbände. Viele der Dokumente tragen gar keinen authentischen Charakter, viele Ge⸗ ständnisse und Zeugenverhöre sind nicht einmal unterzeichnet und glei⸗ chen eher Erklärungen als gerichtlichen Zeugnissen. Eine große Zahl dieser Berichte trägt indessen das Zeichen der Wahrheit an der Stirn, vornehmlich sind dies Papiere, die sich auf Bewilligung bedeu⸗ tender Geldzahlungen beziehen. So findet sich die Quittung eines Abgeordneten des Klubs der Klubs über hunderttausend Franken, mit welchen er Volks⸗Versammlungen organisiren sollte, darin vor. Die Verhöre dieses Abgeordneten liefern in der That Beweise über mannig⸗ fache Reisen einflußreicher Klubglieder in die Departements bei Ge⸗ legenheit der allgemeinen Wahlen. Die Emissaire erhielten 10 Fr. Tagegeld. Goudchaux, der jetzige Finanz⸗Minister, giebt in seinem Verhöre lebhaft kolorirte Aufklärungen über eine Zusammenkunft, welche in seiner Wohnung lange vor dem 24. Februar stattfand. In der Voraussicht dessen, was sich etwa ereignen könnte, heißt es in diesem Verhör, wurde in dieser Zusammenkunft eine provisorische Re⸗ gierung gewählt, wobei man den Ausschluß Louis Blantc's stark ver⸗ laͤngte. Einen großen Theil der Aktenstücke füllen die Vorträge in den Versammlungen im Luxembourg (dem sogenannten Arbeiter⸗Par⸗ lamente). Dann folgen Aussagen von Vatrin und Alexander Dumas, endlich sehr interessante Erklärungen Senard's, Sobrier's und einer Menge Klubmitglieder. Schließlich erwähnen wir noch eines beredten Manifestes Lamartine's, worin derselbe lebhaft gegen die von seinem Kollegen Ledru Rollin befolgte Politik auftritt.“

Die Präsidentschaft der National⸗Versammlung wird mit Ende dieser Woche wieder erledigt. Die Klubs des ehemaligen Palais Royal, des Instituts und der Rue Taitbout (Hälfte des Berges) richten ihre Stimmen auf Lamartine. Die Rue de Poitiers hat ihre Wahl noch nicht getroffen.

Ein Repräsentant hat seine Mußestunden dazu benutzt, eine Statistik der französischen National⸗Versammlung zu entwerfen. Diese Versammlung zählt 900 Mitglieder, darunter 580, die den alten Steuer⸗Census von 500 Franken jährlich zahlen. Das Grund⸗Eigen⸗ thum ist also stark vertreten. Rücksichtlich des Alters finden sich dar⸗ unter nur 178 Mitglieder unter vierzig Jahren.

General de Letang, Befehlshaber der Militair⸗Division zu Toulon, sucht in einem Schreiben an Cavaignac darzuthun, daß es am zweck⸗ mäßigsten sei, alle zu transportirenden Insurgenten nach Algerien zu senden und sie dort, etwa in der Umgegend von Tlemsen, als Kolo⸗ nisten anzusiedeln; die Summen, welche ihr Transport nach entfern⸗

ten Kolonieen kosten würde, seien völlig ausreichend, um ihre ganze Einrichtung in Algerien zu bestreiten. Letang erbietet sich sogar, per⸗ sönlich die Organisation der neuen Kolonie zu leiten, wenn die Na⸗ tional⸗Versammlung ihr früheres Dekret zu Gunsten seines Vorschla⸗ ges umändere. Der National, ein Organ der Regierung, spricht sich ebenfalls mit Wärme dafür aus, daß man die Juni⸗Insurgenten nach Algerien bringen solle, weil dies dem Staate h

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Kosten verursache und den Zransportirten bort die meisten Hölfs- quellen sich darböten.

Die Direktoren der Paris⸗Straßburger Bahn haben ihren Ae tionairen angezeigt, daß sie, weil ein großer Theil ihrer Fonds in Schatzbons angelegt sei, die man bei kem jebigen niebrigen Ceurse nur mit großem Verluste verwerthen fönne, für den 1. bis 20. Cl⸗ tober eine Einzahlung von 25 Fr. pro Actie und eine zweite Ein⸗ zahlung von 25 Fr. für den 1. bie 20. Februar 1849 aueschreiben werden. Auch die Direction der Nortbahn hat, ebgleich sit erst b lich ankündigte, daß ein Jahr lang kein Geld gefordert w eine Einzahlung von 50 Fr. pro Actie ausgeschrieben, wovon jerdoch die Juli⸗Dividende mit 5 Fr. und ein Bonus von Fr. pro in Abzug kömmt.

Die spanische Progressisten⸗Häupter Eecosura, Amettler, Drense und mehrere Andere befinden sich jetzt in Pau. Das neue Gesetz über die Jury besteht aus 21 Artikeln in fünf Titeln, welche zuerst die Bildung der allgemeinen, dann die der jähr⸗ lichen Geschwornenlisten festsetzen. Die wichtigsten sind: 1) Alle Fran⸗ zosen, die dreißig Jahre alt sind, werden in das allgemeine Verzeich⸗ niß der Jury eingetragen, ausgenommen 2) diejenigen, die nicht fran⸗ zösisch lesen und schreiben können, die Bedienten und Lohndiener; 3) diejenigen, denen die Ausübung der bürgerlichen, staatlichen oder Familienrechte ganz oder theilweise untersagt ist; die nicht rehabilitir-⸗ ten Failliten; die für mundtodt erklärten und diejenigen, welche unter gerichtlicher Aufsicht stehen; die unter Anklage stehenden oder wegen Nichterscheinens vor Gericht verurtheilten; diejenigen, welche verur⸗ theilt sind entweder zu körperlichen oder beschimpfenden Strafen, od

zu beschimpfenden Strafen wegen solcher Thaten, die das Gesetz als Verbrechen bezeichnet, oder wegen Diebstahlsvergehen, Gaunerei, Ver⸗ trauensmißbrauch, Wucher, Angriff auf die Sittlichkeit, Landstreicherei oder Bettelei; diejenigen, welche wegen eines Vergehens zu mehr als Einem Jahre Gefängniß verurtheilt worden sind, jedoch machen die Verurtheilungen wegen politischer Vergehen nur insofern zum Geschwornen unfähig, als das Gericht das ausgesprochen hat. 4) Die Verrichtun⸗ gen eines Geschwornen sind unverträglich mit denen eines Volksreprä⸗ sentanten, Ministers, Unter⸗Staatssecretairs, General⸗Secretairs, Präfekten, Unter⸗Präfekten, Richters, General⸗Prokurators, Pro⸗ kurators der Republik und deren Stellvertreter, eines Geistlichen, ge⸗ höre er zu welcher Kirche es sei, eines Staatsraths⸗Mitgliedes, eines Commissairs der Repubiik bei den Administrationen oder Regieen, eines Beamten oder mit aktivem Dienst betrauten Vorgesetzten, eines aktiven Militairs, eines Gemeinde⸗Elementarlehrers. 5) Auf ihren Wunsch können von dem Verzeichniß ausgeschlossen bleiben: die Sieb⸗ zigjährigen, diejenigen Bürger, welche, weil sie von ihrer täglichen Arbeit leben, die aus jenen Verrichtungen entspringenden Lasten nicht tragen können. 6) Das Verzeichniß der Geschwornen wird für jede Gemeinde vom Maire nach dem allgemeinen Wählerverzeichniß in Uebereinstimmung mit den obigen Vorschriften festgesetzt und gehörig veröffentlicht. Einwendungen gegen das Verzeichniß können zehn Tage lang nach der Veröffentlichung auf der Mairie vorgebracht werden, die Einwendungen werden durch den Munizipalrath binnen acht Tagen in erster Instanz abgemacht; die zweite Instanz ist je nach den Umständen der bürgerliche Gerichtshof oder der Prä⸗ fektur⸗Rath. Vierzehn Tage nach ergriffenem Rekurs muß die zweite Instanz ihr Urtheil gefällt haben. 7) Das Geschwo⸗ renen⸗Verzeichniß ist bleibend. Alle Jahre muß es der Maire vor dem 15. September nach den inzwischen in der Gemeinde vor⸗ gefallenen Personal⸗Veränderungen berichtigen. Mit dem Veröffent⸗ lichen der berichtigten Liste, mit den Einwendungen gegen sie wird to wie mit dem ursprünglich entworfenen Verzeichniß gehalten. 8) Vor dem 1. November jedes Jahres übergiebt der Maire dem

Präfekten das Geschworenen. Verzrichnit der Grutrinde der Prä⸗ fekt stellt sogleich die allgemeine Liste des Departements nach Kaänto- nen in alphabetischer Ordnung her. Die Liste eines jeden Kantons wird dem Friedensrichter zugeschickt. 9) Das jährliche Verzeichniß der Jury für jedes Departement umfaßt Einen Geschworenen auf 200 Einwohner; über die Zahl von 3000 im Seine⸗Departement und von 1500 in den anderen Departements darf die Gesammtzahl der Geschwornen nicht hinausgehen. 10) Die Zahl der Geschworenen für die jährliche Liste wird in Paris auf die Arrondissements, in den Departements auf die Kantone vertheilt, und zwar nach Verhältniß der auf der allgemeinen Liste verzeichneten Geschworenenzahl. Diese Vertheilung geschieht durch den Prã⸗ fekten im Präfektur⸗Rath. Mit dem Beschluß über die Vertheilung hat der Präfekt dem Friedensrichter die Namen der im lanfenden und verwichenen Jahr durch das Loos bestimmten Geschwornen mit⸗ zutheilen. 11) Die Geschwornen der einzelnen Kantone, welche ei⸗ nen Theil der jährlichen Liste bilden sollen, werden durch eine Kom⸗ mission bezeichnet. Diese besteht aus: dem Conseiller général des Kantons, der ihr Vorsitzer ist; dem Friedensrichter und zwei Mitglie⸗ dern des Munizipalrathes einer jeden Kantonsgemeinde, die vom Munizipalrath selbst jedes Jahr in der ersten Hälfte Augusts ernannt werden. 18) Nach den Kantonslisten stellt der Präfekt sogleich die allgemeine Lste des Departements in alphabetischer Ordnung auf. 19) Niemand kann gezwungen werden, die Verrichtungen eines Ge⸗ schworenen öfter als einmal binnen drei Jahren zu versehen. 20) Die 36 Geschworenen, welche die Liste der Session bilden, werden aus der jährlichen Liste durchs Loos gezogen. Als vorübergehende Maßregel ist am Schluß noch sestgesetzt, daß die allgemeine, die jähr⸗ liche und die Ergänzungsliste sogleich geordnet werden sollen.

Ueber die Kreditverhältnisse sagt das Journal des Débats in seinem letzten wöchentlichen Börsenberichte: „Die vorige Woche war für unseren Kredit eine Zeit schwerer Prüfung. Wir beeilen uns jedoch, hinzuzusetzen, daß wir glücklicher daraus hervorgegangen sind, als die Umstände es erwarten ließen. Das Ende der vorigen Woche war bekanntlich für die Inhaber der Certifikate der früheren Anleihe der letzte Termin, wo sie sich an der neuen Anleihe betheili gen konnten, wenn sie 7 ½ pCt. nachträglich zahlten. Von dem guten Stande des Courses hing daher durchaus das Gelingen dieser ersten Forderung des Vertrauens, welche die republikanische Regierung an das Land gerichtet hatte, ab. Jetzt ist diese Forderung erfüllt, und Alles läßt glauben, daß an der Börse, welche nun befreit ist von dem Druck, den der Verkauf der Werthpapiere ausübte, die zur Her⸗ beischaffung des Kapitals für die Anleihe nöthig waren, die Course fester werden und in den Weg des Steigens eingehen werden. Man muß sich die Schwierigkeit der Lage, aus welcher der Staats⸗Kredit hervorgegangen ist, nicht verhehlen. Viele Kapitalisten hatten 8* Vorsicht bis zum letzten Augenblicke gewartet, um an der neuen 87 leihe Antheil zu nehmen. Wenn die Niederlage Karl —— G man es befürchten konnte, eine sofortige bewaffnete Intervcorschnelle Seiten Frankreichs hervorgerufen hätte, oder wenn e

688”b eon ü n Aufstand im Mai Berathung des Berichts der Kommission üter dene nufsi Versamm⸗

leihe nicht vollständig untergebracht wer

8 ; ; Parteien 2 und im Juni zwischen den beiden S ätte, dann hätte die An⸗ lung einen offenbaren Bruch berbeigeführt haü tenden Das Sinken

8. 8