4, 14 jerung hatte sich in derselben Zeit mit diesem lung gestell. Nis hecsee Ramer sch ben 2. 22. April mit dem Vor⸗
Gegenstande beschaf 8 einverstanden und suchte nach Kräften auf eine Eini⸗
im Allgemeinen 3 . . — soe n unger Regierungen darüber hinzuwirken. Eingetretene Mißver⸗
ung sammachten jenen Antrag erfolglos. In richtiger Würdigung der Fenbfale bage Deutschlands nahm aber die National⸗Versammlung bald
vach ahrer Eroffnung jene Angelegenheit in Erwägung, und die Ergebnisse
rselben sind bekannt. z t we 2 Beschlüsse der National⸗Versammlung vom 28. Juni d. J. über Einfübrung einer provisorischen Centralgewalt für Deutschland und die am 2osten dess. M. vorgenommene Wahl Sr. Kaiserl. Hoheit des Erzherzogs Johann von Oesterreich zum Reichsverweser, welcher die Bundesversamm⸗ lung einstimmig beitrat, gelangten am 1. Juli d. J. zur amtlichen Kennt⸗
niß der hiesigen Regierung, welche sofort am 3. Juli das in den Landtags⸗ Akten enthaltene Dekret an die Stände erließ.
“ 1.“
8* b2—2 Kammern erklärten ibre freudige Zustimmung zu dem Verhalten der egierung, und als hier⸗ 2 8 18 g4 der Reichsverweser auf seiner Reise nach Frankfurt durch das Königreich Sachsen eilte, zeigte das sächsische Volk auf unzweideutige Weise, daß es in dem, was geschehen, den ersten Schritt zur künftigen Macht und Einheit des deutschen Vaterlandes mit freudigem Vertrauen begrüße.
„Am 12. Juli hat der Reichsverweser in Mitte der National⸗Versamm⸗ lung den ihm übertragenen Beruf feierlich angetreten und hat dann in der Bundes⸗Versammlung von dieser, Namens der deutschen Regierungen, die⸗ jenigen Befugnisse und Verpflichtungen übertragen erhalten, welche bisher verfassungsmäßig der Bundes⸗Versammlung zustanden, aber nach den Be⸗ schlüssen der National⸗Versammlung vom 28. Juni d. J. auf die Central⸗ gewalt übergehen sollten. Damit hat zugleich die Thätigkeit der Bundes⸗ Versammlung ihre Erledigung gefunden, und somit ist das Reich deutscher Nation gerade an dem Tage wieder begründet worden, an welchem es vor 42 Jahren durch Unterzeichnung der Rheinbund⸗Akte zu Paris zerrissen ward. Diese wiedergewonnene Einigung durch Gerechtigkeit, Weisheit und Vaterlandsliebe festzuhalten und auszubilden, ist fortan die Aufgabe der Centralgewalt und der Regierungen der Einzelstaaten, der Fürsten und des Volks, der National⸗Versammlung und der einzelnen Stände⸗Versammlun⸗
durch Bevollmächtigte der letzteren erhalten werden.
Die sächsische Regie⸗
rung hat zu diesem Zwecke den Geheimen Regierungs⸗Rath Kohlschülter nach Frankfurt a. M. als Bevollmächtigten gesendet und ihn angewiesen, aus allen seinen Reden und Handlungen erkennen zu lassen, daß die hiesige — aufrichtig und ernstlich die provisorische Centralgewalt in der Lösung ihrer schwierigen Aufgabe unterstützen will, jedoch nicht außer Acht
zu lassen und nöthigenfalls ruhig, würdig und fest darauf hinzuweisen, daß diese Lösung durch eine unparteiische und umsichtige Erwägung der inneren Zustände der einzelnen deutschen Staaten wesentlich bedingt sei.
„Aber auch zwischen den 1“ des der Einzelstaaten wird eine Einign fassung Deutschlands ersorderlich sein,
Bundesstaats und
inigung für die Feststellung der neuen Ver⸗ - sein, wenn diese auf eine Grundlage ge⸗ baut werden soll, welche die Bürgschaft der Dauer giebt.
Die Regierung
geht dabei von der Ansicht aus, daß der §. 2 der Verfassungs⸗Urkunde und die darin festgestellten Rechte der Stände für sie maßgebend sind, wird je⸗
doch immer eingedenk sein,
daß der ersehnten Gestaltung eines kräftigen
Bundesstaats Opfer zu bringen sind, und daß ohne dringende Gründe den Beschlüssen der National⸗Versammlung die Anerkennung nicht zu versagen Regierung und Stände in gleicher Weise für ihre Aufgabe erachten müssen.“
Eisenbahn⸗Verkehr.
Magdeburg⸗Leipziger Eisenbahn.
A. Betriebs⸗Einnahmen.
1) Vom 1. Januar bis ult. Mai 19849 . 2) Im Monat Juniji c. gegen 76,099 Rthlr. 18 Sgr. 8 Pf.
295,467 Rthlr. 24 Sgr. 10 Pf. 51,511 - 24 ⸗„ 10 ⸗
im Jahre 1847.
iin Summa 346,979 Rthlr. 19 Sgr.
“ Personen⸗Frequenz. 1) Vom 1. Januar bis ult.
Pf.
C. Fracht⸗ und Eilgüter⸗ 1) Vom 1. Januar bis ult. JaE— 2) Im Monat Juni c. ür gegen 213,224 ¾ Ctr. im Jahre 1847.
870,517
Ctr. 103,956 ¾ —⸗
in Summaã 77.73 Trr.
Halle, 28. Aug. Von Getraide haben wir seither starke Zu⸗ fuhr gehabt, welche den Preis auch ziemlich billig erhalten hat; es zeigte sich aber eine fortwährende Kauflust dafür, und Händler konn⸗ ten, da jetzt unsere Mühlen nicht genug Mehl schaffen können, nichts zu Boden bringen; seit heute ist es nun aber, als Folge der günsti⸗ gen hamburger Berichte, bedeutend höher damit gegangen, und brau⸗ ner und gelber Weizen zu 54 a 60 Rthlr., Roggen 27 a 30 Rthlr., Gerste 26 a 28 Rthlr., Hafer 14 a 17 Rthlr. bezahlt worden.
Rüböl, wovon Anfangs voriger Woche bis Freitag nur kleine Posten zu 10 ¾ Rthlr. zu verkaufen waren, hat seit diesem auch mehr Festigkeit gewonnen, und ist solches unter 11 Rthlr. nicht zu haben; es sind die letzten Tage mehrere Aufträge zum Ankauf eingegangen, welche, wenn sie nicht billig ausgeführt werden, höher remittirt wer⸗ den müssen, da bei den meisten Händlern die Vorräthe ganz zusam⸗ mengeräumt sind.
Von Oelsaamen kommt nur wenig zum Verkauf, die Forderung der Produkten ist für Rapps 72 Rthlr., und kleine Posten werden zu 66 a 67 Rthlr. gekauft, von Dotter kommen nur einzelne Wispel vor, wovon die Qual. schön, die Quantität aber ganz klein ist. Die Sommersaat hat sich nach dem letzten Regen in Thüringen sehr er⸗ holt, und kann es noch eine gute Aerndte geben, es wird aber ge⸗ klagt, daß sie gegen andere Jahre noch weiter zurück und auch we⸗ niger ausgesäet wäre.
een. Die Regierung Sachsens wird ihren Ruhm darin suchen, in der Lö⸗ 1 zählt dabei auf die 2) Unterstützung des sächsischen Volks und seiner gesetzlichen Vertreter.
Verbindung zwischen der Centralgewalt und den einzelnen Regierungen soll nach Art. 14 der Beschlüsse vom 28. Juni d. J.
ung jener Aufgabe keiner anderen nachzustehen, und sie
„Die nothwendige
HMnERPe,
Bekanntmachungen.
[480) Ediktal⸗Vorladung.
Im Hypothekenbuche des in der Stadt Bromberg be⸗ legenen, früher mit der Zahl 210, jetzt mit 22 bezeich⸗ neten Grundstücks, welches gegenwärtig dem Schänker Lorenz Pawlicki gehört, steht Rubrica III. No. 2. ein⸗ getragen:
Eine Protestation wegen einer von dem Post⸗Direk⸗
tor Wagner zu Graudenz gegen den Besitzer, den vor⸗
maligen Oberförster Haberland, eingeklagten Forde⸗ rung von 559 Thlrn., in Folge des Requisitions⸗
Schreibens des Justiz⸗Amtmanns Brachvogel vom
1., präsentirt den 7. Juli 1785, gemäß Dekrets vom
25. Juli 1785.
Auf Antrag des genannten Eigenthümers des Grund⸗ stücks, der die Tilgung dieser Post behauptet, jedoch we⸗ der die Quittung des Inhabers derselben beschaffen, noch dessen oder seiner Erben oder Cessionarien Existenz oder Aufenthalt ermitteln kann, werden daher der Post⸗ Direktor Wagner, dessen Erben, Cessionarien oder die sonst in seine Rechte getreten sind, zur Anmeldung ihrer Ansprüche auf diese Post, zum Termine auf
den 21. Oktober d. J., Vorm. 9 Uhr, vor dem Deputirten, Herrn Land⸗ und Stadtgerichts⸗ Rath Kelch, im Parteienzimmer des unterzeichneten Ge⸗ richts vorgeladen, widrigenfalls sie damit präkludirt werden und die Löschung der Post im Hvpothekenbuche erfolgen wird. Bromberg, den 6. Juni 1848.
Königliches Land⸗ und Stadtgericht.
[583] Ossner Arreft.
Nachdem über das Vermögen des pensionirten prinz⸗ lichen Stallmeisters Eduard Franz Sachse zu Born⸗ städt Konkurs eröffnet worden, wird Allen, welche vom Gemeinschuldner etwas an Gelde, Sachen, Effekten oder Briefschaften hinter sich haben, angedeutet, dem⸗ selben nicht das Mindeste davon zu verabfolgen, viel⸗ mehr dem Gerichte Anzeige davon zu machen und die Gelder oder Sachen, mit Vorbehalt ihrer Rechte, an unser Depositorium abzuliefern, widrigenfalls, wenn dennoch dem Gemeinschuldner etwas gezahlt oder aus⸗ geantwortet wird, dieses für nicht geschehen erachtet und zum Besten der Masse anderweit beigetrieben, wenn aber ein Inhaber etwas verschweigt oder zurückhält, er seines oder anderen Rechts verlustig erklärt wer⸗
en soll. 8 8
Potsdam, den 25. August 1848.
Königliches Preußisches Justizamt.
500 3½ . 1Soovl Kunst-Verein
8 5 für die 11 Rheinlande und Westfalen
General-VYersammlung vom 26. Aug. 1848.
Bei der heutigen Verloosung wurden folgende Ge-
winne gezogen:
1) Rettung vom Schiflbruch, von Jordan, auf No. 1549 der Actien-Rolle, an Herrn Steuer- Einnehmer Westermann zu Emmerich.
2) Landschaft mit badender Staffage, von Schir- mer, auf No. 2154, an Herrn Kaufmann M. A. Meyer zu Düsseldorf.
3) Matathias stürzt den heidnischen Altar zu Modlin Wum, von Volkhart, auf No. 3621, an Herrn Grasen von Zedlitz-Trütschler zu Rom- berg bei Breslau.
4) Der verlorene Sohn, von Mengelberg, auf No. 2006, an Herrn Kaufmann Hugo Bren- del zu Berlin.
5) Die Auffindung der Leiche Gustav Adolph's auf dem Schlachtfelde bei Lützen, von Gesel- schap, auf No. 3389, an Herrn Kaufmann Julius Schönfeld zu Düösseldorf.
6) Hallstadter See, von Hengsbach, auf No. 1768, an Herrn Banquier Wolff zu Berlin.
7) Entlassung eines Gefangenen, von Böttcher, auf No. 2121, an Herrn Pastor Clasen zu Kö- nigswinter.
8) Mondschein-Landschaft, norwegisches Fischer- Begräbniss: Motiv Hardanger Fyord, von Saal, auf No. 589, an Herrn Ober- Landesgerichts- Präsidenten Hundrich zu Breslau.
9) Seesturm, von Andr. Achenbach, auf No.
8 1173, an die Stadtgemeinde zu Düsseldors.
10) Die Kapelle auf dem Berge, von P. H. Hap- pel, auf No. 1799, an Herrn Kaufmann Jup- pen zu Dässeldorf.
mn
Im Monat Juni c.
Eeee11öö1ö1öAX“; “ gegen 68,072 Personen im Jahre 1847.
269,131 Personen. 66,121 2
in Summa 335,252 Personen.
11) Der Wucherer, von Karl Hübner, auf No. 1667, an Fräulein Maria von der Leyen in Crefeld.
12) Wald-Einsambeit bei Mittags-Beleuchtung, von Const. Schmidt, auf No. 943, an Herrn Rit- tergutsbesitzer Ingenmey zu Driesberg bei Goch.
13) Winterlandschaft, von Adloff, auf No. 157, an Herrn Lederfabrikanten Albert Busch- mann zu St. Vith.
Wald am See bei Mittagsschwüle, von Portt- mann, auf No. 3020, an Herrn Bierbrauer Joseph Geller zu Aachen.
Landschaft im Charakter von Ober-Italien, von Flamm, auf No. 2595, an Herrn Justizrath Dr. Longard zu Koblenz.
Landschaft aus Ober -Italien, von Oswald Achenbach, auf No. 2286, an Herrn Kauf- mann J. A. Brixius zu Düsseldorf. Landschaft mit Stafflage am Brunnen, von A. Weber, auf No. 402, an Herrn Notar Cou rth zu Crefeld.
Trinkgelag im Keller, von Schroedter, auf No. 2901, an Herrn Kaufmann P. D. Grah zu Solingen.
Der Morgen, Frachtwagen vor der Schmiede, von Kauffmann, auf No. 2818, an Herrn Oberst a. D. von Paczensky zu Bonn. Italienischer Volkssänger, von Fay, auf No. 3291, an Herrn Dr. A. von Halle, Präses des Handelsgerichts zu Hamburg.
Dorspartie, von Pulian, auf No. 609, an Herrn Hof- Vergolder Ant. Kraufs zu Düsseldorf. Pyrmont an der Elz, von Schulten, auf No. 544, an Herrn Oekonomie-Verwalter Werner zu Weddern bei Dülmen.
Aufsteigendes Gewitter im Walde, von Kefs- ler, auf No. 603, an Herrn Domainen--Rath Jacobi zu Aachen.
Tannenwald aus der Schweiz, von Lindlar, auf No. 152, an Herrn Oberst Graevell zu Koblenz.
Eifel-Landschaft bei Gewitterbeleuchtung, von Hülser, auf No. 468, an Ihre Königl. Hoheit prinzessin Friedrich von Preussen zu Düs- seldorf.
Schiffbruch, von Mevius, auf No. 1775 an Herrn Kaufmann Theodor Michelin zu Paris.
Hofleben, von Richter, auf No. 1520, an Herrn Gastwirth Joseph Schmitz zu Bonn. Abendlandschaft, von Scheins, auf No. 3001, an Herrn Kaufmann Joh. David Sch midt jun. zu Sprockhövel bei Schwelm.
Abziehendes Gewitter, von Alex. Michelis, auf No 386, an Herrn Rhein-Kommissar Karl Heubes zu Düsseldorf.
Die Kapelle, von Klein, auf No. 1885, an den Kaiserl. Russischen Staatsrath Herrn von Jou- kowsky zu Frankfurt a. M.
Ein Knabe einen Brief lesend, von Hoeg, auf No. 3545, an Herrn Landgerichts-Rath Vossen zu Düsseldorf.
Taufe Christi; Skizze, von Mengelberg, auf No. 1512, an Herrn Kaufmann Grach-El- linghuysen zu LZeltingen.
Kloster im Gebirgsthale, von Zielke, auf No. 3721, an Herrn Färbereibesitzer Herm. Scheib- ler zu Aachen.
Landschaft, von Rausch, auf No. 116, an Herrn Th. Werpas & Sohn zu Düsseldorf. Cypressen aus der Villa d'Este bei Tivoli, von von Guerard, auf No. 2527, an den Kunst- Verein zu Köln.
36) Landschaft, von Heunert, auf No. 2080, an Herrn Freiherrn Engelbert von Lands- berg-Drensteinfurt zu Mäünster.
37) Christus am Oelberge; Skizze, von Bewer, auf No. 3393, an Herrn Rentner W. Werlé zu Barmen.
38) Tannenwald mit Köhlerweiler im Harz, von Wichert, auf No. 972, an Herrn Rentner Peter de Werth zu Elberfeld.
39) Motiv aus Nassau an der Lahn, von Minjon, auf No. 864, an Herrn J. Sthamer zu Hamburg.
40) Tanzende Italiener, von Des Coudres, auf
No. 2042, an Herrn Spediteur Jacques Del- rez zu Lüttich. 41) Mutterfreuden, von Plaeschke, auf No. 2679, an Gräsin Hermine de Jonghe zu Brüössel. Der Secretair des Kunst-Vereins. Wiegmann.
Ueber die Kartoffelkrankheit hört man noch keine Klage, es ist deshalb aber im Spiritushandel noch ganz ruhig, und nur für den kleinen Handel geht solcher zu 23 a 24 Rthlr. ab.
1502 b- Eisenbahn.
Durch einen Schreibfehler ist in der Bekanntmachung vom 3lsten v. M. statt des zu annullirenden Quittungs⸗ bogens Nr. 4164. der Bogen Nr. 4161. aufgeführt, weshalb ersterer statt des letzteren unter der An⸗ nullirung begriffen ist.
Magdeburg, den 2. September 1848
Dieeaum
der Magdeburg⸗Wittenbergeschen Eisenbahn⸗Gesellschaft.
(gez.) Harte.
1 5] 5 % 4 8 — 8 Magdeburg⸗Wittenbergesche Eisenbahn.
Nachträglich werden hier⸗ mit gemäß §. 14. des Ge⸗ sellschafts⸗Statuts und in
Ergänzung der Bekannt⸗ machung vom 31sten v. M. tt, die Quittungsbogen der
o Magdeburg⸗Wittenber⸗
geschen Eisenbahn⸗Gesell⸗
[503 b]
ms
Nr. 3382. 3383. 3384. 3489. 3490.,
. — —. auf welche die 76 te Einzahlung bis zum 30sten v. M. ebenfalls nicht geleistet ist, die aber in der uns früher überreichten Designation irrthümlich nicht mit
aufgenommen waren, für null und nichtig,
die darauf bereits gezahlten 60 % als verfallen und
die durch die bisherigen Zahlungen und die ursprüng⸗
liche Zeichnung den Actionairs gegebenen Anrechte auf
den Empfang von Actien für etie hin erklärt. Magdeburg, den 3. September 1848.
Direktorium
der Magdeburg⸗Wittenbergeschen Eisenbahn⸗Gesellschaft.
3 (gez.) Harte. [501 b] “
Großherzogl. Toscanasche Cen⸗ Siena nach Empoli.
Von dem Verwaltungs⸗ rathe der Siena⸗Empoli Eisenbahn sind wir beauf⸗
tragt, die 13. Ein⸗
Fll, zahlung auf die v eAee. AA Aectien dieser Bahn mit 2e 55*5 bis den 20. Sep⸗
tember, spätestens aber bis zum 20. Oktober d. Io, anzunehmen und darüber zu
quittiren. Die Besitzer werden daher ersucht, ihre Actien bis zu obigem Termine bei uns einzureichen und auf jede derselben 50 Lires zu zahlen, nebst ½ % Agentur⸗ Speesen von der Einzahlungs⸗Summe. b
Falls die Rate nicht am 20. Oktober c. berichtigt ist, werden die Quittungsbogen für null und nichtig erklärt und verfallen statutenmäͤßig mit den bisherigen Einzah⸗ lungen der Gesellschafts⸗Kasse.
Berlin, den 31. August 1848.
Hirschfeld C Wolff, Linden Nr. 27.
8
Die Allgemeine Preußische Alter⸗Versorgungs⸗Gesellschaft
2 X *4
15049! zu Breslau,
konzessionirt durch die Allerhöchste Genehmigungs⸗Ur⸗ kunde vom 28. Februar 1845, macht in ihrem so eben erschienenen dritten Rechenschafts⸗Bericht folgende Re⸗ sultate ihrer bisherigen Wirksamkeit bekannt. Die An⸗ ahl der Mitglieder zum Ende des dritten Verwaltungs⸗ jahres betrug 202; die eingezahlten Kapitalien (Ein⸗ lagen) inklusive Nachzahlungen beliefen sich auf 77,410 Thlr. 22 Sgr. 8 Pf. Die Versicherungs⸗Summe er⸗ reichte die Höhe von 223,1410 Thlrn. Den Sammlern
Magdeburg⸗Wittenbergesche
wird in diesem Jahre wiederum eine Dividende von
4 ¼ Prozent nach Maßgabe ihrer Einlage und der Dauer ihrer Mitgliedschaft auf ihr Conto gut geschrie⸗ ben. An Pensionen sind im Laufe des verflossenen Jahres in halbjährigen Raten zusammen 4887 Thlr. 5 Sgr. ausgezahlt worden. Die Rückgewähr an die Erben eines verstorbenen Mitgliedes betrug 279 Thlr. Der Reservefonds ist bis auf 2054 Thlr. 17 Sgr. 1 Pf. angewachsen.
Die Mitgiieder der Gesellschaft werden ersucht, ihre Sammelscheine zum Behufe der Eintragung ihrer Di⸗ videnden entweder an das Haupt⸗Büreau oder an den betreffenden Haupt⸗Agenten einsenden zu wollen.
Die Alter⸗Versorgungs⸗Gesellschaft ist unter den genwärtigen Zeitverhältnissen und bei der immer me überhandnehmenden Erwerblosigkeit am meisten geeig⸗ net, von allen denjenigen benutzt zu werden, welche fie, durch frühzeitige Ersparnisse gegen völlige Verarmung und im Alter gegen die vielfachen Wechselfälle ihres Schicksals zu sichern wünschen.
Die nöthige Auskunft, so wie Rechenschafts⸗Berichte, Statuten und Anmeldungs⸗Formulare, werden jederzeit unentgeltlich ertheilt von
A. H. Heymann K& Co.,
Haupt⸗Agenten (Unter den Linden Nr. 23), so wie von sämmtlichen Spezial⸗Agenten. Berlin, den 2. September 1848.
Erben nach dem im Markte Kossatz in Oesterreich ver⸗ [196] storbenen Friedrich Preuß.
Von dem Justizgerichte der Herrschaft Kossatz zu Mau⸗ tern, Oesterreich, Viertel Ober⸗Wiener⸗Wald, werden alle diejenigen, welche an die Verlassenschaft des am 20. September 1847 im Markte Kossatz in Oesterreich verstorbenen Wundarztes Friedrich Preuß, angeblich aus Bromberg, Großherzogthum Posen, gebürtig, ein Erb⸗ recht zu haben vermeinen, hiermit aufgefordert, diesen ihren Erbanspruch binnen einem Jahre sechs Wochen und drei Tagen, vom unten angesetzten Tage, mündlich oder schriftlich bei diesem Gerichte so gewiß anzubrin⸗ gen und gehörig auszuweisen, als widrigens nach Ab⸗ lauf dieser Frist mit den sich ausweisenden Erben das Abhandlungs⸗Geschäft gepflogen und denselben das Ver⸗ lassenschafts⸗Vermögen eingeantwortet werden würde.
Justizgericht der Herrschaft Kossatz zu Mautern 3. Februar 1848. “““
[582] Gerichtliche Bekanntmachungen.
Im Verfolg beantragter Todeserklärung des im Jahre 1810 als Soldat im 8ten westfälischen Linien⸗Regi⸗ mente nach Rußland mitmarschirten, seitdem aber ver⸗ schollenen (vulgo Johann) Carl Friedrich Holzkamp, geboren zu Willershausen den 2. Januar 1789, wird der ebengenannte ꝛc. Holzkamp hierdurch aufgefordert, binnen Jahresfrist, und spätestens in dem auf
den 31. August künftigen Jahres 1849 auf hiesiger Amtsstube angesetzten Termine sich zu mel⸗ den, unter der ausdrücklichen Warnung, daß er widri⸗ genfalls für todt erklärt und sein Vermögen dessen be⸗ kannten nächsten Erben oder Nachfolgern ausgeantwor⸗ tet werden solle.
Zuͤgleich werden alle diejenigen, welche von dem Le⸗ ben des Verschollenen Nachricht besitzen, zu deren Mit⸗ theilung an das hiesige Amt aufgefordert. 1
Decretum Westerhof, am 29. August 1848.
Königlich Hannoversches Amt. G. Wienecke. C. Mühlenbruch.
Das landwirthschaftliche Insti⸗
1sss] tut in Jena betreffend.
Die Vorlesungen des nächsten Winter⸗Halbjahres wer⸗ den am 30. Oktober beginnen. Nähere Nachricht von der gegenwärtigen Einrichtung dieser Anstalt findet man in der Schrift: „Nachricht von dem landwirth⸗ schaftlichen Institute zu Jena“ u. s. f. Jena, Friedrich Frommann. 1848. 2 Sgr. — Wer die⸗ ses Institut besuchen will, hat sich einige Zeit vor dem Anfange der Vorlesungen bei dem unterzeichne n Di⸗ rektor zu melden.
Jena, im August 1848. Friedrich Schulze.
Das Abonnement beträgt: 2 Athlr. für ¾ Jahr. 4 Athlr. ⸗ Jahr. 8 Athlr. ⸗ 1 Jahr. in allen Theilen der Monarchte ohne preis⸗Erhöhung. Bei einzelnen Rummern wird der Bogen mit 2 ¾1 Sgr. berechnet.
ischer
1686
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en Lan nsheih
Alle Post⸗Anstalten des In⸗ und
Auslandes nehmen Bestellung auf 1“ dieses Blatt an, für Berlin die Evpedition des Preuß. Staats⸗ E1“] Anzeigeros: Behren⸗Straße Nr. 57.
“
Inhait.
Amtlicher Theil.
Deutschla
- n d.
Bundes⸗Angelegenheiten. Frankfurt a. M verfassunggebenden Reichs⸗Versammlung. 88
Berlin. Der Waffenstillstand mit Dänemark. — 1““ des Ministers des Innern. — Fiume 2 4 an den Gouverneur. — Die kroarischen Commissaire.
, . 1 — e kroätischen Commissaire. Sssen. Nünchen. General⸗Patent wegen Ausschreibung des Haupt⸗
Karlsr uhe. Nachträge zur Amnestie.
L . 727 Oldenburg. Eröffnung des Landtages.
Frankfurt. Frankfurt a. M. Verhandlungen des Verfassungs⸗Aus⸗
schusses. Ausland. S. National ⸗Versammlung. Bittschriftenbericht. — Kre itforderung für Fahnen und Schärpen. — Finanzielle Berichtigun⸗ — Fernere Beibehaltung des Belagerungszustandes. — Paris. Die öö“ bei der deutschen Centralgewalt. — Die Beziehungen zu 8 üsand. — Unterhandlungen zwischen Oesterreich und Sardinien. — hes en Spaniens. — Die Suspensionsdrohung gegen den Consti⸗ ütiennel. — Die Unruhen in Montpellier. — Vermischtes. — Stand der italienischen Angelegenheiten. — Verstärkung der Alpen⸗Armee. — Rußland und Frankreich. — Amendements zum Verfassungs⸗Entwurf. — Depeschen aus Montpellier. — Vermischtes. ... und London. Parlaments⸗Verhand⸗ lungen. — Die Times über die Parlaments⸗ si — 2 1 „2s den Vereinigten Staaten. 81 elgien. Brüssel. Ernennung von Provinzial⸗G gien. Brüsse ⸗Gouverneuren. — Prämien für die Eisenbahn⸗Beamten. — Berichticung in Bezug 1 das antwerpener Verdikt. — Louis Bonaparte. — Protestation ehemaliger französischer Minister. 3 galien. Rom. Die Vermittelung des Papstes in Sicilien. — Der
Verhandlungen der
spanische Gesandte. — Livorno. Die Erzesse. — Zustand Bologna's.
— Das sardinische Ministerium. Pandels⸗ und Börsen⸗Nachrichten.
Beilage.
Amtlich er Theil.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:
8 Dem Küster der katholis⸗ Pfarrki Ess 1 holischen Pfarrkirche zu en, G. H. ⸗ EE“ so wie den Land⸗ und 1““ C denas 8a
D. Möller und Lablak in Danzig, das Allgemeine Ehrenzeichen;
Lüsst dem Geheimen Regierungs⸗Rath und luremburgischen
Zoll⸗Direktor, Freiherr von Reibnitz zu Luxemburg, und dem In⸗ validen⸗Sohne Johann Ludwig Ritter zu Landsberg a. d. W. die Rettungs⸗Medaille am Bande zu vecleihen; und
Die Beförderung des Land-Dechanten, Pfarrer Michels zu
Merzig, zum Ehren⸗Domherrn bei der Kathedralkirche zu Trier lan⸗ desherrlich zu genehmigen. Dem Oberlehrer an dem Gymnasium zu Trzemeszne, Regierungs⸗ Bezirks Bromberg, Dr. Friedrich Schneider, ist das Prädikat „Professor“ verliehen worden.
Monats⸗Uebersicht der preußischen Bank, gemäß §. 99 der Bank⸗Ordnung vom 5. Oktober 1846. Akti da. 1) Geprägtes Geld und Barren 12,546,500 Rthlr. 2) Kasen Anweisungen und Darlehns⸗Kassen⸗ scheine 3) Wechsel⸗Bestände 4) Lombard⸗Bestände 1 5) Staats⸗Papiere, verschiedene Forderungen und Aktiva
2,911,000 11,433,200 13,307,600
12,791,700
15,074,000 Rthlr. 19,646,300 »
6) Banknoten im Umlauf..... 1““]
7) Depositen⸗Kapitalien....
8) Darlehn des Staats in Kassen⸗Anweisungen
(nach Rückzahlung von 4,900,000 Rthlr., efr. §. 29 der Bank⸗Ordnung vom 5. Oktober 1846)
9) Guthaben der Staatskassen, Institute und Privat⸗Personen, mit Einschluß des Giro⸗ Verkehrs
Berlin, den 31. August 1848. Königl. preuß. Haupt⸗Bank⸗Direktorium. gez.) von Lamprecht. Witt. Reichenbach. Schmidt. Woywod.
1,100,000 5,081,100
Meyen.
Dem Mühlenmeister Moritz Hiller zu Langensalza ist unter dem 31. August 1848 ein Patent 1 da eine Getraide⸗Reinigungs Maschine in der durch Zeich⸗ nung und Beschreibung nachgewiesenen Zusammensetzung, ohne Jemand in der Änwendung bekannter Theile zu be⸗ schränken, auf fünf Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.
Dem Buchdrucker H. W. Martini aus Wesel ist unter dem 31. August 1848 ein Patent 9 auf eine Buchdrucker⸗Presse in der durch eine Zeichnung und Beschreibung nachgewiesenen Zusammensetzung auf fünf Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und sür den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden. 8
Dem Kommissions⸗Rath und. Inspektor der Königlich sächsischen Porzellan⸗Manufaktur zu Meißen, Herrn Heinrich Gottlieb Kühn zu Meißen, ist unter dem 31. August 1848 ein Patent
auf eine durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesene,
für neu und eigenthümlich erachtete Anfertigung und An⸗
wendungsart von Feuerlösch⸗Patronen, auf fönf Jahre, von jenem Tage angerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden. 8
Dem Kaufmann Salomon Lisser zu Berlin ist unter dem 30. August 1848 ein Patent auf die Anfertigung einer neuen Art Corsets nach den da⸗ von vorgelegten Probe⸗Exemplaren b auf fünf Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.
Dem Kaufmann W. Elliot zu Berlin ist unter dem 31. Au⸗ gust 1848 ein Einführungs⸗Patent auf eine durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesene Zusammensetzung eines Pferdegöpels, auf fünf Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.
Dem Feldmesser Krieg zu Berlin ist unter dem 30. August 1848 ein Patent auf Anfertigung sogenannter Zündlichter, insoweit dieselbe als neu und eigenthümlich erachtet worden, auf fünf Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Umfang des preußischen Staats ertheilt worden.
Angekommen: Der General⸗Intendant der Königlichen Schauspiele, von Küstner, von Kissingen.
Nichtamtlicher Theil. Deutschland.
Bundes-Angelegenheiten.
Frankfurt a. M., —. II Sitzung der verfassunggebenden Reichs⸗Versammlung am 1. September. (Schluß.) von Schmerling nimmt sofort Veranlassung, über seine frühere Führung der auswärtigen Angele⸗ genheiten sich zu verbreiten, wo es noch nicht möglich gewesen, einen förmlichen diplomatischen Verkehr nach außen einzuleiten. Er über⸗ lasse es seinen Kollegen, zu sagen, ob die Lösung der limburgischen Frage für die kurze Zeit, seitdem das Reichsministerium vervollstän⸗ digt, mit Lässigkeit betrieben worden sei. Reichsminister Heckscher: Die Kritik ist leicht — die Kunst schwer; am meisten aber bezüglich nationaler Verhältnisse. Ich trete mit reinem Gewissen vor Sie hin. In der kurzen Zeit von 14 Tagen seit der Konstituirung des Mini⸗ steriums waren unter gegebenen Verhältnissen größere Leistungen nicht denkbar. In Betreff des Gesandtschaftspostens für den Haag berufe ich mich auf das Zeugniß von Abgeordneten, welche wissen, mit wel⸗ chem Eifer ich die Acquisition tüchtiger Personen zu diesem Zwecke betrie⸗ ben habe. Es ist gesagt worden, wir sollten als Staatsmänner handeln. Es ist Ihnen nicht unbekannt, daß die schleswig⸗ holsteinische Ange⸗ legenheit centnerschwer auf dem Kabinette lag, und nun sollte das Ministerium eine gleiche Frage mit Voreiligkeit behandeln? Die meisten Mächte Europa's sind in ersterer Beziehung auf Seiten unse⸗ rer Gegner. Es sind Aeußerungen verbreitet, welche eine Abgeneigt⸗ heit der Mächte gegen uns durchblicken lassen. Darum keine Vor⸗ eiligkeit. Kann auch das Ministerium, wie gesagt worden, auf eine feste Majorität nicht rechnen, so ist unsere Pflicht um so dringlicher, mit Vertrauen zu handeln. (Beifall.) Gottschalk aus Baden glaubt, daß dos Ministerium in dieser Frage seinen Tod suche. Ihm sei die Vermuthung gekommen, daß es die Zukunft fürchte. Vogt erinnert, daß unter von Schmerling's Führung der auswärtigen Angelegenheiten nicht einmal eine Nottsfication über die Existenz der National⸗Versammlung an die auswärtigen Mächte abgegangen sei. Diese Lauheit werde in der schleswig⸗ schen Frage noch greller hervortreten, es werde sich zeigen, daß die Centralgewalt durch die Schuld des Ministeriums gar keine Rolle in dieser Sache gespielt habe. Auch um den Beschluß der National⸗Versammlung vom 9. Juli habe es sich wenig bekümmert. Wernher will nicht den Weg des Abgeordneten von Gießen gehen und will, daß durch eine feste Entschei⸗ dung der Aufenthalt und der Sitz der limburgischen Abgeordneten in der National-Versammlung legal begründet werde. Venedey: Der Eindruck der Worte von Heckscher's ist der, daß alle europäischen Großmächte uns hintergehen, und daß wir uns deshalb ängstigen müßten. Mit Deutschland will Niemand Krieg; auch wir wollen ihn nicht. Eben deshalb aber müssen wir mit Entschiedenheit handeln, und wir müssen es, steht auch die ganze Welt gegen uns. (Vielfacher Ruf nach Schluß der Debatte.) Haßler will nicht, daß durch den Schußruf die Sache übers Knie abgebrochen werde. Seine Mei⸗ nung sei, daß, wenn auch seither nicht mehr von dem Ministerium geleistet worden, doch Besseres hätte geschehen können. Es wende sich an kranke Personen, um die Gesandtschafteposten zu besetzen, statt an gesunde. von Bardeleben beantragt, die in Rede stehenren Akten auf den Tisch des Büreau's niederzulegen. Stedmann für motivirte Tages⸗Ordnung. Simon von Trier: Es sei dem M ni⸗ ster schon lange aufgegeben worden, Gesandte nach den Niederlanden zu schicken, mit welchem Lande es noch manches Blümchen zu pflücken gebe. Mangel an Einheit habe verhindert, entschieden aufzu⸗ treten. Findet man keinen Gesandten, so sei dies ein Beweis, daß kein Vertrauen vorhanden. „Daß die Kritik leicht, die Kunst schwer
ist, ist wahr; aber die Kunst sind die Minister, und wir sind die Kri⸗ tik.“ Wesendonck ist für Tages⸗Ordnung. Reichsminister von Beckerath weist Gottschalk's Behauptung zurück. „Derjenige
verdient nicht ein Minister Deutschlands zu sein, der darum abtritt, weil er sein Vaterland in Gefahr sieht, und der dadurch zum Verrä⸗ her wird.“ Der Präsident verliest mehrere hierauf bezügliche An⸗ träge von Mammen und Schneer, worauf Heckscher den In⸗ balt der limburgischen Aktenstücke näher angiebt. Es erfolgt die Ab⸗ stimmung, wonach Stedmann's Antrag auf motivirte Tagesordnung angenommen wird. Nachdem Reichsminister von Schmerling eine Interpellation wegen Errichtung eines Marine⸗Departements dadurch beantwortet hatte, daß das Ministerium von der Nothwendigkeit, ein Marine⸗Departement zu schaffen, sich überzeugt habe und tüch⸗ tige Leute zu diesem Zweck zu finden gedenke, wird die Berathung über den Bericht des Ausschusses für Geschäfts⸗Ordnung, die für die Zuhörer bestimmten Räume auf der Gallerie betreffend, vorgenommen. Der Antrag des Ausschusses lautet: „Die Na⸗ tional⸗Versammlung möge beschließen, daß die auf der Gallerie be⸗ findlichen Räume dem Publikum zwar wieder geöffnet werden, das Büreau aber die erforderliche Einrichtung treffe, daß nur eine be⸗ schränktere Zahl von Zuhörern zugelassen werde und die Ordnung überall gehandhabt werden könne.“ Nachdem der Berichterstatter L. Schwarzenberg hierüber das Wort ergriffen, begründet Dietsch aufs neue seinen Antrag, die Oeffentlichkeit der Sitzungen in dem seither ausgedehnten Maße auch für die Zukunft zu erhalten und die für die Zuhörer bestimmten Räume der Paulskirche in keiner Weise einzuschränken oder zu anderen Zwecken zu verwenden. „Schließen Sie Ihre Sitzungen nicht dem Volke, sonst könnte es leicht kommen, daß das Volk sie Ihnen verschließt.“ Der Präsident verwahrt sich ge⸗ gen die von Dietsch in dieser Sache ihm zur Last gelegte Eigen⸗ mächtigkeit. Die fragliche Maßregel sei von dem Büreau getroffen worden. Auch habe er die Publizität nicht beschränken, sondern die Handhabung der Ordnung dem Vorsitzenden nach Bedürfniß möglich machen wollen. (Beifall.) von Zenetti spricht für den Antrag des Ausschusses, dessen Mitglied er ist. In einem detaillirten Vortrage stimmt Schlöffel für den Vordersatz des Aueschusses. von Lich⸗ nowsky stellt den Antrag: „Die National⸗Versammlung wolle di von dem Büreau getroffenen Maßregeln gut heißen und demselben die Verwendung der leer gewordenen Räume mit Berücksichtigung des Winters übertragen.“ Der Redner wird in der Begründung seines Antrags durch Zischen und Pfeifen von der Gallerie unterbrochen. Präsident fragt, ob die Schuldigen bezeichnet werden köunten, und droht bei wiederholter Störung mit Räumung der Gallerie. Nach⸗ dem Wiesner, Biedermann und R. Blum über diesen Gegen⸗ stand theils gesprochen, theils neue Anträge gestellt, wird der Antrag
Lichnowsky's unter namentlicher Abstimmung angenommen. Die Sitzung wird um 3 ½ Uhr Nachmittags geschlossen.
4 — 1““ Preußen. Berlin, 5. Sept. Der gestern in unserem amtlichen Theile veröffentlichte Waffenstillstand wird mit Befriedigung von al⸗ len denen aufgenommen werden, welche mit besonnener Beurtheilung die ganze politische Lage Europa's überschauen und die Wichtigkeit der besonderen Interessen des ganzen Nord⸗Deutschlands zu würdigen wissen. 8 Durch denselben wird einem Kriegs⸗Zustande ein Ende gemacht, für welchen das ganze Land bisher große und schwere Opfer gebracht. Die Regierung hat sich nicht gescheut, diese Opfer von dem Lande zu verlangen, und das Land hat sie ohne Murren gebracht, obwohl keine b selbstsüchtigen Zwecke, keine Aussicht auf eigenen Vortheil oder Machtvergrößerung irgend einer Art dabei vorwalten konnte. Nie⸗ mals hat ein Land aus uneigennützigeren Motiven Krieg geführt, als Preußen in diesem Falle. Die Opfer wurden für Deutschland gebracht; es galt eine Sache, die Deutschland zu der seinigen ge⸗ macht, ein Recht, das Deutschland anerkannt hatte. — Je williger das Land diese Opfer gebracht hatte, um so mehr war es Pflicht der Regierung, ihnen so bald als möglich ein Ziel zu setzen. Wo dieselben nicht mehr mit dem erreichbaren Zweck im Verhältniß standen, wo der wesentliche Zweck erreicht war, hatte die Regierung nicht das Recht, weitere Opfer zu fordern. Sie hat darum den Waffenstillstand abgeschlossen, sobald sie ihn auf Bedingungen gründen konnte, welche den ursprünglichen Zweah des Krieges erfüll⸗ ten, die Rechte der Herzogthümer wahrten und in denselben einen Zustand einführten, der dem deutschen Element wirksamen und förder⸗ lichen Schutz gewährte. Dies ist durch die Bedingungen des Waffenstillstandes erreicht. Der König von Dänemark nimmt alle seit dem 17. März d. J. für die Herzogthümer erlassenen Regierungs⸗Akte zurück; damit ist rer Versuch der Incorporation Schleswigs in Dänemark und seine Trennung von Holstein beseitigt. Die beiden Herzogthümer sind und bleiben während des Waffenstillstandes auch faktisch unter einer Kollektiv⸗Regierung, die der Landesherr der Herzogthümer und Preußen im Namen des deutschen Bundes gemeinsam ernennen, als ein politisches Ganzes verbunden. Die Einrichtung dieser neuen Regie⸗ rung bot um so weniger einen Anstoß, als die bisherige provisorische Regierung schon früyer mit rühmlichem Patriotismus erklärt hatte, wie sie zu des Vaterlandes Bestem kein Opfer scheue, auch dem Rücktritt aus ihrem Amte kein Hinderniß in den Weg legen zu wol⸗ len. In den Herzogthümern bleiben 2000 Mann Bundestruppen, welche der wirksamste Schutz der deutschen Nationalität in Schles⸗ wig sein werden, während im Herzogthum Holstein die Landestrup⸗ pen in ihrem vollen Effektivbestand sich unter tüchtiger Leitung zu einem kräftigen Bestandtheil des deutschen Heeres heranbilden können. Wenngleich die Billigkeit es forderte, daß mit den Regierungs⸗Akten des anerkannten Landesherrn auch die gegentheiligen Erlasse der pro⸗ visorischen Regierung augenblicklich formell außer Geltung traten so wird doch der innere Rechtszustand des Landes ohne Störung auf der gegenwärtigen Grundlage fortbestehen, indem die neue Regierung gleich bei ihrem Amtsantritt durch eine umfassende Fee. 8 8 riejenigen Gesetze wieder 8 Kraft treins lassen wird, welche von ir⸗ 1 Bedeutung für das Lan . 85 u“ g Dies sr die ng ütcchen Grundzüge dessen, was für die Her⸗
zogthümer in den Bedingungen des Waffenstillstands erreicht ist.