1848 / 131 p. 1 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

erkläre. Die Gemeinden, die augenommen, repräsentiren nämlich die Mehrheit der Bevölkerung. =

Von gestern bis heute Mittag sind an der asiatischen Cholera als erkrankt angemeldet: 59 Personen. Berlin, den 10. September 1848. 1] Königliches Polizei⸗Präsidium.

Königliche Schauspiele. 88

Montag, 11. Sept. Im Schauspielhause. 148ste Abonnements⸗ Vorstellung. Zum erstenmale wiederholt: Der Pfarrherr, Origi⸗ nal⸗Schauspiel in 5 Akten, von Ch. Birch⸗Pfeiffer. Anfang halb 7 Uhr.

8 12. Sept. Im Opernhause. 99ste Abonnements- Vorstellung: Alessandro Stradella, romantische Oper in 3 Abtheil., Musik von Friedrich von Flotow. Tanz von Hoguet. (Herr Acker⸗ mann: Alessandro Stradella, als theatralischer Versuch.) Anfang halb

Mittwoch, 13. Sept. Im Schauspielhause. feld. Hierauf: von Kotzebue. Königsstädtisches Theater. Montag, 11. Sept. (ZItalienische Opern⸗Vorstellung.) Zum erstenmale wiederholt in dieser Saison: II Barbiere di Siviglia. 995 Barbier von Sevilla.) Komische Oper in 2 Akten. Musik von ossini. (Sgr. Rinaldini, erster Baritonist vom Theater zu Rom: Figaro, als zweites Debüt.)

Im zweiten Akt wird Sgra. Fodor eine französische Romanze mit Fortepiano⸗ Begleitung und zum Schluß der Oper ein Rondo aus der Oper: „Cenerentola,“ von Rossini, singen.

„Dienstag, 12. Sept. Einmal Hunderttausend Thaler. Posse mit Gesang in 3 Akten, von D. Kalisch. Musik vom Königl. Musik⸗ Direktor Gährich. (Dlle. Mehr: Wilhelmine.)

Der Verschwiegene wider Willen, Lustspiel in 1 Akt

149ste Abonne⸗ ments⸗Vorstellung. Großjährig, Lustspiel in 2 Abtb., von Bauern⸗

Mittwoch, 13. Sept. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Zum erstenmale in dieser Saison: Lucrezia Borgia. Oper in 3 Akten. Musik von Donizetti.

(Sgra. Fodor: Lucrezia.)

Meteorologische Beobachtungen.

Abends V

1848. 8. Sept.

Nach einmaliger Beobachtung-.

Morgens 6 Uhr.

Nachmittags

2 Uhr. 10 Ubr.

Luftdruck 337,490Par- 336,560POar. 335, 43“Par. Quellwärme 259 R. Luftwürme + 11,7°, n. + 20,69 k. + 15,2° R. Flusswärme 14,1° R. Thaupunkt + 10,1° n. + 10,4° R. + 10,6 ° n. Bodenwärme Dunstsäüttigung. 88 pCt. 46 pct. 69 pct. Ausdünstung halbbeiter. bezogen. halbbeiter. Niederschlag

L6“ sW. SW. Wrrmeweechsel + 21,0“ Wolkenzug. .. Sw. 1 12,6*

Tageamittel: 336,49⁄% Par.. + 15,8 ° n. +† 10¼ n. 68 pct. sw.

7 Uhr.

Berlin, 9. Sept. Die bekannten Ereignisse in unserer Na⸗ tional⸗Versammlung, verbunden mit den Nachrichten aus Frankfurt a. M., die beunruhigenden Mittheilungen aus Wien, so wie endlich die Un⸗ sicherheit des Ausganges der italienischen Vermittelungs⸗Angelegen⸗ beit in Paris, wirkten höchst ungünstig auf den Stand unserer Ei⸗ senbahn⸗Actien und Fonds und veranlaßten nicht nur einen sehr bedeutenden, sondern darum auch einen so empfindlichen Rück⸗ gang der Course, weil kurz zuvor der Abschluß des Waffenstillstan⸗ des mit Dänemark mehrseitige Speculations⸗Ankäufe veranlaßt hatte. So schwere Gewitterwolken sich auch am politischen Horizont zusam⸗ mengezogen, so schien sich derselbe doch heute schon wieder lichten zu wollen, und sollen wir nach dem Barometerstand der Schluß⸗ Börse urtheilen, so dürfte der Sturm diesmal nicht zum Ausbruch kommen, sondern nur vorübergehend das kaum erwachte Vertrauen wohl erschüttert, aber keinesweges vernichtet haben. Die günstigeren Nachrichten von Frankfurt a. M. wirkten bereits belebend auf das Geschäft, die Course stiegen und würden und ohne Zweifel auch einen größeren Aufschwung erfahren haben, wenn die Gestaltung unserer eigenen Lage schon über alle Combinationen hinausgegangen wäre. So aber schwankt das Vertrauen unter dem Einfluß unendlich vieler Gerüchte, die meistentheils nach den verschiedenen Interessen im Um⸗

85 92 0 1 Ferlinen HKörse. lauf gesetzt werden. Die Börse wird sich wohl daran gewöhnen müs⸗ sen, die Ministerien wechseln zu sehen, ohne daraus sofort eine be⸗ denkliche Krisis zu befürchten, und in der That schien auch heute eine größere Ruhe eingetreten zu sein.

Die Course der Eisenbahnen erlitten einen sehr beträchtlichen Rückgang, und zwar Berlin⸗Anhalter Litt. A. von 89 bis 86 %, Litt. B. von 86 ¼ a 83 %. Berlin⸗Stettiner von 89 ½ a 86 %. Pots⸗ dam⸗Magdeb. von 57 ½ a 50 %, blieben aber heute 51 ¼4 %. Magdeb. Halberstädter von 104 bis 101 %. Rheinische von 56 a 51 ½ %, blie⸗ ben 52 ½ Gld. Halle⸗Thüringer von 54 ½¼ a 50 ℳ. Niederschl. von 71 ¾ bis 66 ½, blieben 67 ¾ Gld. Köln⸗Minden von 76 ½ 2 73 .ͤ, blieben 74 ½ % bez. Oberschles. von 92 ¼ a 87 %, blieben 88 Gld. Stargard⸗Posen von 68 ½ a 65 %, blieben 65 ½ % Gld. Friedrich⸗ Wilhelms⸗Nordbahn, worin viel gemacht wurde, sielen von 45 ½ bis 39 ½ %, schlossen aber heute 40 ¼ % bez. u. Gld. In den meisten übrigen Actien⸗Gattungen war der Umsatz unerheblich, und deren Course blieben nominell.

In Prioritäts⸗Actien herrschte ebenfalls große Flauheit, indeß war der Rückgang der Course nicht so beträchtlich; am meisten fielen Berlin⸗Hamburger von 91 ¼ a 90 % und Köln⸗Minden von 92 bis

89 ¼ %, alle übrigen Gattungen sind c. 1 % gewichen, und der Ver⸗ kauf war sehr schwierig.

Preuß. Staats⸗Schuldscheine, die bereits bis 75 % gestiegen waren, wichen bis 71 ¾ %, behaupteten sich aber dann sehr fest und schließen 72 % Gld. Preuß. Bank⸗Antheile sind sehr bedeutend ge⸗ wichen, wodurch das Geschäft darin, wegen mancher Blanco⸗Deckun⸗ gen, lebhaft war. Der Cours ging von 88 bis 81 , % zurück, blieb aber heute 83 % Gld.

Auf ausländische Fonds war der Eindruck nicht so mächtig, in⸗ deß folgten solche ebenfalls der allgemeinen Bewegung und wichen durchschnittlich 2 %. Stieglitz von 82 ¼ bis 81 %. Engl. 5 % Russ. von 101 % bis 99 %. Poln. Schatz von 66 ½ bis 64 ½ %. Litt. A. von 76 ½ bis 74 %. Poln. 590 Fl. Loose von 67 ½ bis 65 ½ ℳ. Poln. Pfandbriefe behaupteten sich und blieben a 90 ¾ % gesucht.

In Wechseln war das Geschäft besser als vor acht Tagen, und in London besonders fand zur höheren Notiz lebhafter Umsatz statt. Wien, seit der letzten Steigerung beträchzlich gewichen, blieb auch heute stark offerirt. Amsterdam in beiden Sichten begehrt, und Ab⸗ geber fehlten heute ganz; eben so rar bleibt St. Petersburg. Frank⸗ furt a. M. zeigt sich häufiger, fehlt aber an Nehmern.

Auswärtige Börsen.

Breslau, 9. Sept. Holl. und Kaiserl. Dukaten 96 ¼ Br. Friedrichsd'or 1135⁄2 Br. Louisd'or 112 ¼ Gld. Poln. Papiergeld 95 Gld. Oesterreichische Banknoten 92 ½ Br. Staats⸗Schuldscheine 3 ½ proz. 73 Br. Seehandlungs⸗Prämien⸗Scheine a 50 Rthlr. 88 Br.

Schles. Pfandbr. 3 ½ nproz. 90 Br. do. Lit. B. 4 proz. 92 ½ Br. do. zproz. 81 ¼ Br.

Poln. Pfandbriefe neue 4proz. 90 Br. do. Partial⸗Loose a 300

Fl. 92 Gld. do. a 500 Fl. 68 Br. do. Bank⸗Certifik. a 200 Fl. 12 ½ Gld. Russ. poln. Schatz⸗Oblationen 4proz. 65 Br.

Actien. Oberschles. Litt. A. 3 ½ proz. 87 Br. do. Litt. B.

3 ½ proz. 87 Br. Breslau⸗Schweidnitz⸗Freiburg 4 proz. 85 Br.

Niederschl.⸗Märk. 3 ½proz. 67 ½ Br. do. Prior. 5proz. 94 Gld. do.

Ser. III. 5proz. 89 Br. Neisse⸗Brieg 4proz. 40 Br. Krakau⸗

Oberschl. 4 proz. 39 bez. Friedrich⸗Wilhelms⸗Nordbahn 4 proz. 39 ¼

bez. und Br. Wechsel⸗Course. Amsterdam 2 M. 142½ Gld. Haäamburg a vista 151 Gld. do. 2 M. 150 ¼ Gld. 1 London 1 L. St. 3 M. 6. 22 Gld. Berlin a vista 100 ¼ Br. do. 2 M. 99 ½ Gld. Wien, 8. Sept. (Feiertag.) Met. 5proz. 80 ¼ a 77— ¼, 77½ Nordb. 104 ¼ a 103 ½ 103 ½. Livorno 78 a 76 ¼,

1 7174, 2⸗

P11“

Leipzig, 9. Sept. L. Dr. Part. Oblig. 97 Br. Leipz. B. A. 148 Br. L. Dr. E. A. 93 Br. Sächs. Bayer. 74 Br. hles. 74 ½ Br. Chemn.⸗Riesa 25 Br. Löbau⸗Zittan 23 ½⅞ Br. Magd.⸗Leipz. 168 ¾ Br. Berl. Anh. A. 86 ¾ Br., 85 ¾ Gld. do. B. 83 ½ Gld. Altona⸗Kiel 89 Br., 88 Gld. Deß. B. A. 91 Br. Preuß. B. A. 84 Br., 83 Ged.

Frankfurt a. M., 8. Sept. Die Börse war heute wie⸗ derum sehr willig. Für alle Fonds und Eisenbahn⸗Actiengattungen zeigte sich Kauflust, und deren Course gingen bei ansehnlichem Umsatz höher als gestern. Nach der Börse flauer. Die pariser Post vom, 6ten war bis am Schluß der Börse nicht eingetroffen.

Met. 73 ½. 73 ½. Bank⸗Actien 1190. 1180. Darmst. 50 Fl. 62 ½. 62 ¼, do. 25 Fl. L. 20 ¼ Br. Baden 50 Fl. 46. 45 ½. do. 35 l. 25 ½. 25 ½. Kurhess. 25 ½. 24 ⁄. Sardin. 25. 24 ½. 3 proz. Span. 181. 18. Poln. 300 Fl. L. 92 ½. 92. do. 500) Fl. 67. 66 ½. Köln⸗ Minden 67. 66 ½. Berbach 66 ½. Friedr. Wilh. Nordbahn 42 ½. 42 ½. Hamburg, 8. Sept. 3 ½ proz. p. C. 74 Br., 74 ½ G. C. R.

94 ½ Br. Dän. 66 ½ Br. Ard. 7 ½ Br. Zproz. 17 ½ Br., 17 Gld. Hamburg⸗Berlin 64 ½ Br. Bergedorf 66 Br. Altona⸗Kiel 85

Br., 84 ½ Gld. Gl. Elmsh. 25 Br. R. Neum. 88 Br. Meck⸗ lenburg 33 Br.

Wechsel. Paris 189 ½¼. Amsterdam 35.90. Frankfurt 89 ½. Louisd'or 11. 3 ½.

8 und Eisenbahn⸗Actien schlossen bei niedrigeren Prei⸗ sen flau.

Paris, 7. Sept. Es fand heute an der Börse fast gar kein Geschäft statt. 3Zproz. Rente 44. 5 proz. 70.25 mit abgeschnittenen Coupons. Anleihe von 1848 7225. Nordbahn 377 ½.

London, 6. Sept. Cons. p. C. u. a. Z. 85 ½. 3 ½l proz. 87. 3proz. Span. 23 ¼. Int. 44 ½. 4proz. 71.

Der engl. Fondsmarkt blieb sehr flau und die Preise derselben stationair, in fremden Fonds war nur wenig Geschäft. Eisenbahn⸗ Actien zu allgemein niedrigeren Preisen etwas flau.

Amsterdam, 7. Sept. Anfangs schien der Fondsmarkt seine rückgängige Bewegung zu verfolgen, besonders waren österr. sehr flau, doch erholten sie sich später, und war der Umsatz in 2 ½ proz. Met. sehr lebhaft. Von holl. Fonds waren Integrale bei einigem Umsatz angenehmer. Span. unverändert. Portug. gut preishaltend. Oest. Met. 5proz, 68, 1L. 2 ½ proz. 35, 35 ½, 36 14, *.

Holl. Int. 44 ¼, ½. Zproz. neue 52 %. 4proz. ostind. 68 ¾ Span. Ardoins 8 ¼. Gr. Piecen 8. Portug. neue 20 ½. Russ. alte 97 ½, ½, t. 4proz. 76.

Wechsel. Paris 56 G. Wien 32 ½ Br. London 2 M. 11.85 G., k. S. 11. 92 ½ G. Petersburg 182 G.

Antwerpen, 6. Sept. Bei geringem Börse allgemein flau. Belg. 5proz. 76 ½, 4 ½proz. , KNan. Arbd. 9 Br.

Madrid, 1. Sept. 7 TW

London 13. 6 ¼. Breslau 153 ¼.

Petersburg 32 ½. Wien 161.

82 87 82 lproz. 22 .

Frankfurt 98 ½ G. Hamburg 35 9% G.

Geschäft war die 70 ¼, 2 ½proz. 38 ½, 10¼ G. Coupons

3 proz. 19 ½. 5proz.

Markt⸗Berichte.

Königsberg, 7. Sept. Zufuhr war mittelmäßig. Weizen 68 bis 79 Sgr. pr. Schfl., Roggen 30 bis 38 Sgr., große Gerste 30 bis 33 Sgr., kl. Gerste 28 bis 30 Sgr., Hafer 17 bis 22 Sgr., graue Erbsen 48 bis 60 Sgr., weiße Erbsen 45 bis 55 Sgr., Kar⸗ toffeln 13 ½ Sgr., der Ctr. Heu 13 bis 18 Sgr., das Schock Stroh ’80 Sgr.

Breslau, 9. Sept. gelber 55, 59 bis 63 Sgr.

Roggen 29, 32 ½¼ bis 35 ½ Sgr.

Gerste 25, 27 bis 29 Sgr.

Hafer 17, 18 bis 19 Sgr.

Weizen, weißer 57, 61 bis 65 Sgr.,

Rapps 72, 74 bis 76 Sgr.

Winter⸗Ripps 70 bis 71.

Sommer⸗Ripps 62 bis 63.

1000 Ctr. Rappkuchen pr. Sept. /Okt. a 32 Sgr. begeben.

Spiritus 9 Rthlr. G.

Rüböl unverändert.

Zink ohne Handel.

Die Stimmung an unserem Markte war heute flauer als gestern daher Preise neuerdings weichen mußten.

Posen, 6. Sept. Weizen 2 Rthlr. 2 Sgr. 3 Pf., auch 2 Rtihlr. 11 Sgr. 1 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 1 Sgr. 1 Pf., auch 1 Rthlr. 4 Sgr. 5 Pf.; Gerste 26 Sgr. 8 Pf., auch 1 Rthlr. 1 Sgr. 1 Pf.; Hafer 15 Sgr. 7 Pf., auch 17 Sgr. 9 Pf.; Buch⸗ weizen 26 Sgr. 8 Pf., auch 1 Rthlr. 1 Sgr. 1 Pf.; Kartoffeln 8 Sgr., auch 8 Sgr. 11 Pf.; der Ctr. Heu zu 110 Pfd. 20 auch 24 Sgr.; Stroh, das Schock 4 Rthlr., auch 4 Rthlr. 15 Sgr.; Butter, das Faß zu 8 Pfund 1 Rthlr. 15 Sgr., auch 1 Rthlr. 20 Sgr.

London, 6. Sept. Die Zufuhren von fremdem Weizen wa⸗ ren seit vorgestern bedeutend, von anderem Getraide mäßig. Weizen hält volle Montagspreise, aber das Geschäft war beschränkt.

Amsterdam, 6. Sept. Weizen zu den erniedrigten Prei⸗ sen abgegeben; 129 pfd. bunt. poln. 312 Fl., 126 pfd. dito 300 Fl. Roggen ebenfalls niedriger abgegeben; 124 pfd. neuer seeländ. Fl., 125 pfd. gelder 160 Fl.

Gerste niedriger abgegeben; 106 pfd. nassaud. 145 Fl. Buchweizen flau und neuer zu 30 Fl. niedriger im Preise abgegeben; 121 pfd. nykerker 200 Fl., jähr. auch zu 25 30 Fl. nie⸗ driger verkauft, doch ohne Kauflust.

Kohlsamen, verkauft: norder. 49 L., ut echt. 49 L., fries. 44 ¼ L., alt. holst. 53 L.; in der Versteigerumng: groning 268 Fl., auf 9 Faß im Sept. 56 ½ L., April 59 L.

Leinsamen wie früher, 110⸗, 111 pfd. finnländ. 235 Fl.

Rüböl gleich wie früher, auf Lieferung nicht williger. Leinöl war sehr angenehm. Rüböl pro 6 Wochen 34 ¼1 Fl., effekt. 33 ¾ Fl., Okt. 33 ½ a Fl., Nov. 34 à 33 ½ Fl., Dez. 34 8 34 Fl., Mat 31 , a Fl. Leinöl pr. 6 Woch. 28 ½ Fl., effekt. 27 ½ Fl.

Hanföl pr. 6 Woch. 36 ½ Fl., effekt. 35 ½ Fl.

160

Mit der heutigen Nummer des Staats⸗Anzei⸗ gers werden Bogen 163 und 164 der Verhandlungen zur Vereinbarung der Preuß. Verfassung ausgegeben. Druck und Verlag der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.

[477 b]

Bekanntmachungen.

[599] S. t 11 I unten näher bezeichnete Handlungsdiener Frie⸗ drich Wilhelm Karl Schröder von hier ist des

benen, zuletzt in

wiederholten widerrechtlichen Verkaufs fremden Eigen⸗ thums dringend verdächtig und hat sich von hier ent⸗ fernt, ohne daß sein gegenwärtiger Aufenthalt zu ermit teln gewesen ist. 1

Es werden alle Civil⸗ und Militair⸗Behörden des In⸗ und Auslandes dienstergebenst ersucht, auf den⸗ selben zu vigiliren, ihn im Betretungsfalle festzunehmen und mit allen bei ihm sich vorfindenden Gegenständen und Geldern mittelst Transports an die hiesige Gefäng⸗ niß⸗Expedition abzuliefern. 8

Es wird die ungesäumte Erstattung der dadurch ent⸗ standenen baaren Auslagen und den verehrlichen Behörden des Auslandes eine gleiche Rechtswillfährigkeit versichert.

Berlin, den 8. September 1818. Der Staats⸗Anwalt beim Königlichen Kriminalgericht.

Signalement des ꝛc. Schröder.

Derselbe ist 24 Jahr alt, evangelischer Religion, in Berlin geboren, 5 Fuß 6 Zoll groß, hat schwarzbraune glatte Haare, graue Augen, schwarzbraune Augenbrauen, rundes Kinn, ovale Gesichtsbildung, blasse Gesichtsfarbe, mittelmäßige Nase, kleinen Mund, schwachen braunen Kinnbart, vollstänbige Zähne, ist von großer Gestalt, spricht die deutsche , s. und hat keine besonderen

ennzeichen.

Die Bekleidung kann nicht angegeben werden.

d1. S.)

1409]

Gerichtliche Vorladung.

Behufs Regulirung der wahrscheinlich überschuldeten Nachlassenschaft des im Oktober 1846 zu Berlin verstor⸗ Stralsund wohnhaft gewesenen Ritt⸗ meisters a. D. von Angern werden alle diesenigen, welche aus irgend einem Rechtsgrunde, in specie als Erben 3) oder Gläubiger Ansprüche und Forderungen an dieselbe haben und geltend machen wollen, zu deren Anmeldung 4) und Beglaubigung in einem der solgenden Termine: 5) am 26. August, 9. oder 23. September d. J., 6) Vormittags 10 Uhr, vor dem Königlichen Hofgerichte, 7) bei Vermeidung der am 9. Oktober c. zu erkennen⸗ den Präklusion, hiermit aufgefordert.

Datum Greifswald, den 24. Juli 1848. 8

Königl. Hofgericht von Pommern und Rügen.

ö1113““ Fümsgen des Kaufmanns Abraham Mar⸗ hier i ige 8 ⸗Pro⸗ zeß eroßnet heutigen Tage der Konkurs⸗Pro Der Termin zur Anmeldung⸗ b, üche di Konkursmasse steht am 4. O üb . Weüne s um 9 Uhr, vor dem Herrn Ob -Landesgerichts⸗Assessor Meitzen im Parteienzimmer des hiesigen Gerichts an „Wer sich in diesem Termine nicht meldet, wird mit seinen Ansprüchen an die Masse ausgeschlossen und ihm deshalb gegen die übrigen Gläubiger ein ewiges Still⸗ schweigen auferlegt. 8. Inowraclaw, am 26. Mai 1848. Königl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.

mögen des 1) Kaufmanns Herrn Carl Voigt,

wig Jentzsch,

Theodor Schnepper Genannten (gez.) Quistorp.

zum Liquidations⸗Termine bestimmt.

anderen dieser Gemeinschuldner

gen und zu bescheinigen,

sacsegchee

1981 Edi ktal⸗Vorladung. Das Stadtgericht zu Dresden hat in den zum Ver⸗

2) Kaufmanns Herrn Carl Adolph Hesse, Destillateurs Herrn Carl Friedrich Ehregott Lud⸗

Schneidermeisters Herrn Carl Gustav Reinhard, Tischlermeisters Herrn Johann August Kunze, Viltualienhandlers Herrn Carl Leberecht Dietel, und zu dem Nachlaß des Ingenieurs Herrn Ferdinand

eröffneten Kreditwesen rücksichtlich der unter 1. 2.

den 10. Oktober 1848, rücksichtlich der unter 4. 5. 6. und 7. Genannten den 12. Oktober 1848

Es werden daher bekannte und unbekannte Gläubi⸗ ger, wie überhaupt Alle, die an den einen oder den 1 und an die Nachlaß⸗ masse aus irgend einem Rechtsgrunde Ansprüche haben, vorgeladen, zu obigen Terminen persönlich und, wo es erforderlich, mit Vormündern oder durch Anwälte, diese g8 1 mit genügenden, was Ausländer betrifft, mit gerichtlich b ecteeemsh wird am 15. September von der Weser vollzogenen Vollmachten versehen, auch insbesondere zu Vergleichs⸗Abschluß ermächtigt sein müssen, hier im Stadtgericht sich anzumelden, ihre Ansprüche anzuzei⸗ » mit den Konkurs⸗Vertretern über deren Richtigkeit, auch unter sich u verfahren, innerhalb 6 Wochen zu chließen, hinsichtlich der Ausbleibenden

den 29. November 1848

die Eröffnung eines Ausschließung⸗Bescheides, hierauf aber in einem noch besonders anzusetzenden Verhöre gütliche Verhandlung, auch Abschluß eines Vergleichs oder, falls dieser nicht zu bewirken, den 24. Januar 1849 die Ertheilung eines Designations⸗Bescheides oder die Akten⸗Versendung zum Verspruch zu erwarten. Noch werden die Vorgeladenen erinnert, daß die Außenblei⸗ benden, wie Alle, die ihre Forderungen nicht gehörig liquidiren, für ausgeschlossen vom Kreditwesen, die aber, welche entweder gar nicht oder nicht bestimmt sich er⸗ klären, ob sie auf ihnen geschehene Vorschläge eingeh. oder nicht, für einwilligend werden geachtet werden. Dresden, den 12. Mai 1848. 1 So. Burckhardt.

Dampsschifffahrt

zwischen Bremen und New⸗York. AMe.. Das amerikanische Post⸗Dampfschiff „Hermann“, Capitain Crabtree,

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[487 b]

neEeennnach New⸗NYork abgehen. Passagepreis nach New⸗York in 1. Kajüte 195 L. d'or⸗Thlr., 100 »Sonthampton 1. » 25

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8

Das Abonnement beträgt:

2 Athlr. für ½ Jahr. 4 Athlr. „¼ Jahr. 8 Athlr. ⸗1 Jahr. in allen Theilen der Monarchte ohne preis⸗Erhöhung.

Bei einzelnen Uummern wird

der Bogen mit 2 Sgr. berechnet.

Alle pPost⸗Anstalten des In⸗ und Auslandes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition des Preuß. Staats⸗

Anzeigers:

Behren⸗Straße KNr. 57.

J11 ] Bundes⸗Angelegenheiten. Frankfurt a. M. Verhandlungen der versassunggebenden Reichs⸗Versammlung. Schreiben des Gesandten der Vereinigten Staaten an den Reichs⸗Minister Heckscher. Berich⸗ tigung. Preußen. Berlin. Erklärung Sr. Majestät des Königs auf einen Bericht des Staats⸗Ministeriums. Oesterreich. Triest. Das sardinische Geschwader. Hessen⸗Homburg. Homburg. Landgraf Gustav †. Sachsen⸗Weimar. Weimar. Ernennung. Anhalt Deßau. Deßau. Landtags⸗Verhandlungen. Schleswig⸗Holstein. Kiel. Verhandlungen der Landes⸗Versammlung. 8 88 Auslaund. Oesterreich. Szegedin. Sieg über die Insurgenten.

Frankreich. Paris. Depesche der Regierung von Chili. Staats⸗ raths⸗Geschäfte. Caussidieère und Huber in London. Vermischtes. Großbritanien und Irland. London. Nachrichten aus den Ver⸗

einigten Staaten und Westindien. Die Nordpol⸗Expedition. Rußland und Polen. St. Petersburg. Abberufung des würt⸗ tembergischen Gesandten. Nachrichten vom kaukasischen Kriegsschau⸗ platz. Die Cholera in St. Petersburg und Warschau. Spanien. Madrid. Die Karlisten in Catalonien; aus Sevilla Handels⸗ und Börsen⸗Nachrichten.

—yz ebbe

Uichtamtlicher Theil. BHSHeutschland.

Bundes-Angelegenheiten.

.

Frankfurt a. M., 9. Sept. (O. P. A. Z.) 74ste Sitzung

der verfassunggebenden Reichs⸗Versammlung am 8. Sept. (Schluß.) Es wird zur Tages⸗Ordnung geschritten. Fort⸗ setzung der Berathung über §. 14 des Verfassungs⸗Entwurfs. Die⸗ ser Paragraph lautet: „Neue Religions⸗Gesellschaften dürfen sich bil⸗ den; einer Anerkennung ihres Bekenntnisses durch den Staat bedarf es nicht.“ Löwe von Kalbe: Die Vermischung von Staat und Kirche ist der rothe Faden, welcher durch die Geschichte sich gezogen. Durch diese Vermischung haben wir in Deutschland viel gelitten, mehr aber noch dadurch, daß zu jeder großen Entwickelung religiöse Elemente hinzutraten. Die Uebergriffe der Kirche in das Gebiet des Staates liegen hinter uns; auch der religiöse Fanatismus ist begra⸗ ben. Wie in dem Gange unserer Verhandlungen, so wird sich dies auch bei dem Volke zeigen. Der Redner erörtert den Standpunkt, von welchem der Verfassungs⸗Ausschuß in dieser Frage ausgegangen. Der Ausschuß habe sich bemüht, jeden Eingriff in die kirchlichen Verhältnisse zu meiden, allein er habe nicht alle nothwendigen Kon⸗ sequenzen gezogen. Das Wort „unabhängig“ sei mannigfach, viel⸗- leicht auch mitunter in den Amendements mißverstanden worden. So lange die Kirche den Schutz des Gesetzes genirße, müsse sie aunch dem Staate unterworfen bleiben. Die Aufgabe der Versammlung sei es, die Kirche wesentlich selbstständig zu erhalten, keinen staatlichen Einfluß auf ihre inneren Angelegenheiten, keine Ueberwachung des Verhältnisses der Glieder zu ihren Oberen auszuüben. 1- aber müsse sich auch die Kirche vom Staate absondern, dessen Pflicht in der Uebernahme der Schule liege. Kunth von Bunzlan entwickelt einen eigenen Verbesserungs⸗Antrag zum zweiten Minoritäts⸗Gutach⸗ ten. Dieser Antrag lautet: Die verschiedenen Religions⸗Gesellschaf⸗ ten besorgen ihre inneren Angelegeuheiten selbstständig; auch in die Anordnung des Kultus hat sich der Staͤat nicht zu mischen. Dem Staate bleibt jedoch das Recht, darüber zu wachen, daß in keiner deligions⸗Gesellschaft die Sittlichkeit gefährdet werde, daß keinem In⸗ dividuum seine ihm garantirte Glaubens⸗ und Gewissensfreiheit, von wem es auch immer versucht werden möge, auf irgend eine Weise ver⸗ kümmert werde; daß keine Religionsgesellschaft einer anderen bei Aus⸗ übung ihres Religionsbekenntnisses störend oder feindselig in den Weg trete; daß das Kirchenvermögen auf zweckmãßige Weise verwaltet und verwendet werde; daß sich nicht kirchliche Vereine bilden, die es sich zum Zwecke setzen, den höchsten Staatszwecken entgegen zu arbeiten, und daß in allen diesen Fällen nach einem darüber zu erlassenden Ge⸗ setze entschieden werde. von Salzwedell. aus Gumbinnen spricht sich für religiöse Freiheit aus. Die Franzosen seien die Vorkämpfer der politischen Freiheit gewesen, die Deutschen seien die Vorkämpfer der -religiösen. Der Reduer weist einen Angriff Gfrörer’s, welcher die Maitressenwirthschaft als eine Folge des Protestantismus be⸗ zeichnet habe, durch die Behauptung zurück, daß dieses Unwesen nir⸗ gends größer gewesen sei, als am Hofe Frankreichs. Der Redner schließt sich dem ersten Minoritätsgutachten von Lassaulr s und Genossen unter der Bedingung an, daß die Worte „unbhängig von der Staats⸗ gewalt“ wegfallen. (Vielfacher Ruf nach Schluß der Debatte.) v. Bally

————

aus Beuthen bedauert, daß die ganze Sophisterei der Encyklopadisten des vergangenen Jahrhunderts in der Versammlung als Geschichte vor⸗ metragen worden sei, um die katholische Kirche mit Schmähungen zu uverhäufen. Man berufe sich so eifrig auf die Volksstimme, vergesse über, daß das Landvolk, die Mehrzahl der lterung, volle reli⸗ giöse Freiheit wolle; 11,042 Petitionen mit 2 3,00 Unterschriften lagen vor, in welchen die Unabhängigkeit der Rirche vom Staate nach allen ihren Koͤnsequenzen gefordert werde. Diese Bittschriften seien mehrfach verdächtigt worden. Für alle vermoöge der Reduer freilich nicht zu bürgen. (Unterbrechung.) „Die Rede ist das Ei⸗ genthum des Redners bis zu Ende. Für die Lauterkeit der Unter⸗ schriften, die ich niedergelegt habe, bürge ich und begreife nicht, wie man in einer Versammlung, die den Volkswillen zu vertreten hat, auf so schreiende Verdächtigungen des Volkes sich einlassen und ver⸗ gessen kann, daß Deutschlands Ehre und Treue eine Beengung der religiösen Freiheit nimmer gestattet. Lassen Sie dieses unbeachtet, so werfen Sie eine Brandfackel in das Volk. Hüten Sie sich, die religiö⸗ sen Parteien auf den Kampfplatz der politischen Factionen zu rufen. Es ist über den vorliegenden Paragraphen namentliche Abstimmung verlangt worden; es wird sich bei dieser Gelegenheit zeigen, wer

8 Bevo

denn eigentlich die Finsterlinge im Hause sind. (Unruhe.) Ich und meine Freunde verlangen volle Freihrit, weil jeder Schritt zur Frei⸗ heit ein Schritt zur Einheit ist.“ Die Berathung über §. 14 wird als geschlossen erklärt. Beseler als Berichterstatter ergreift das Wort, um der Versammlung die von dem Auosschusse beantragte Fas⸗ sung des §. 14 wiederholt anzuempfehlen. Nachdem von Las⸗ saulrx der Versammlung zugerufen, daß ihre Entscheidung in Betreff dieses Paragraphen über dir Zuͤkunft Deutsch⸗ lands entscheide, und von Beckerath und von Salzwe⸗ dell namentliche Abstimmung über ihre Anträge verlangt ha⸗ ben, werden eine Reihe von Verbesserungs⸗Anträgen verlesen und in dieser Beziehung die Unterstützungsfrage an die Versammtung gerich⸗ tet. Simson von Königsberg theilt Namens des Büreaus das Ergebniß der Untersuchung mit, welche in Betreff der Verzögrrung des Druckes der auf die schleswig⸗holsteinische Frage bezüglichen Ak⸗ tenstücke unverweilt vorgenommen worden war. Sim son, welcher sich mit den Abgeordneten Haßler und Wurm zu diesem Zwecke in die Krebssche Druckerei begeben hatte, erklärt, daß heute Abend 5 Uhr der Druck sämmtlicher Aktenstücke, 29 Bogen einnehmend, voll⸗ endet sein werde. Noch am vergangenen Dienstag habe sich Herr Max von Gagern nach geendigter Sitzung in der Paulskirche in die Druckerei begeben und bis nach Mitternacht an der Korrektur gear⸗ beitet. Die Verzögerung des Druckes habe in der Nothwendig⸗ keit gelegen, das Manuskript während des Druckes zum Drucke vorbereiten zu müssen, wodurch eine nur allmälige Vertheilung der Aktenstücke möglich gewesen sei. Schneer aus Breslau beantragt, daß die Abstimmung über §. 14 erst dann vorgenommen werden möge, nachdem von den Fragen in ihrer ge⸗ gebenen Fassung gedruckte Vorlage gemacht worden sei. Der Red⸗ ner gründet seinen Antrag auf den Umstand, daß durch dieses Ver⸗ fahren eine Verwickelung der Fragestellung beseitigt und eine leichtere Orientirung ermöglicht werde. Der Antrag wird angenommen. Der Präsident verliest eine Interpellat on Blum's und Genossen. Die⸗ selbe ist an den Abgeordneten Dahlmann gerichtet und besteht in der Anfrage: wie weit die Bildung eines neuen Reichs⸗Ministeriums ge⸗ diehen sei. Die Unterzeichner bitten den Präsidenten, dem Abgeord⸗ neten Dahlmann diese Interpellation ohne Verzug zuzustellen; er⸗ scheine ihnen die Antwort ungenügend, so sei die Begründung des Antrags noch vor dem Schlusse der Sitzung vorbehalten. Rüder von Oldenburg behauptet, daß ein Mitglied der Versammlung als solches nicht interpellirt werden kannz die National⸗Versamm⸗ lung möge deshalb die Breantwortung dieser Interpellation durch den Abgeordneten Dahlmann nicht zulassen. Dahlmann: „Es liegt in der Natur der Sache, der an mich gestellten Anfrage durch, eine Antwort zu entsprechen. Ich erkläre darum, daß zur Bil⸗ dung eines neuen Reichs⸗Ministeriums Verhandlungen angeknüpft sind, und daß es zu deren Verfolgung an Eifer nicht fehlt. Ju diesem Augenblicke ist es zu li em Abschlusse noch nicht gekommen. Ich bezweifle jedoch, ob ein weiteres Eingehen der National⸗Versammlung auf das Gelingen der obschwebenden Com⸗ binationen förderlich sein kann, sondern glaube vielmehr, daß ein solches Verfahren eher zur Hervorrufung des Gegentheils geeig⸗ net ist.“ Blum: „Die Schilderungen des Herrn von Rap⸗ pard haben gezeigt, wohin es in Schleswig-Holstein gekommen ist und welche ernste Stimmung unter den verbündeten Trup⸗ pen herrscht. Der Beschluß vom 5. September ist geeignet, gefahr⸗ vollen Klippen vorzubeugen. Seine Ausführung darf darum keinen Verzug erleiden. Die Prüfung der Aktenstücke durch die Kommission erfordert lange Zeit; ich beantrage daher, die National⸗Versammlung wolle beschließen, in einer morgigen außerordentlichen Sitzung die Absendung einer Deputation an den Reichsverweser zu berathen, um denselben sofort zur Beendigung der schwebenden Ministerkrisis auf⸗ zufordern.“ Der Antrag wird nicht für dringlich erkannt. Schoder nimmt seinen Antrag auf eine morgen Nachmittag abzuhaltende Siz⸗ zung zurück. In Ansehung, daß der Geschäftsorduung gemäß erst nach erfolgter Abstimmung über §. 14 zur Verhandlung über §. 15 geschritten werden kann, erklärt der Präsident die heutige Tagesord⸗ nung für erschöpft. Die Sitzung wird gegen 1 Uhr Nachmittags geschlossen.

Frankfurt a. M., 8. Sept. (O. P. A. Z.) Vor wenig Tagen traf der am preußischen Hofe beglaubigte Gesandte der Ver⸗ einigten Staaten, Donelson, hier ein und richtete am 5ten dieses Monats, Vormittags, das in deutscher Uebersetzung hier folgende Schreiben an den Reichs⸗Minister der auswärtigen Angelegen⸗ heiten: 1

„Mein Herr! Kürzlich hatte ich die Chre, Sie zu benachrichti⸗ gen, daß ich vom Präsidenten der Vereinigten Staaten ermächtigt worden sei, mich nach Frankfurt a. M. zu verfügen und als diplo⸗ matischer Repräsentant der Vereinigten Staaten die dort errichtete Regierung anzuerkennen. Ich bitte nun, mich in dieser Eigenschaft Ihnen vorstellen zu dürfen. Mit der tiefsten Theilnahme hat der Prä⸗ sident die Anstrengungen gesehen, mit welchen das deutsche Volk und die deutschen Regierungen die Begründung einer wirksamen Bundes⸗ gewalt erstrebt haben; mit dem reinsten Vergnügen blickt derselbe der Vollendung dieses großen Werkes entgegen, welches auf Grund⸗ sätzen beruht, die, ohne der Souveränetät der Einzelstaaten unnöthi⸗ gen Abbruch zu thun, Freiheit und Wohlfahrt dem Volke sichern wer⸗ den. Auf dem Wege der Einigung hat das amerikanische Volk seine jetzige Stellung in der Reihe der Nationen sich errungen; auf dem⸗ selben Wege hat es mit Aufrechthaltung der öffentlichen Ordnung und der Rechte eines Jeden den Genuß der Freiheit zu verbinden ge⸗ wußt. Deshalb widmen die Vereinigten Staaten Allem, was zu dem Gedeihen einer Verfassung führen kann, die Deutschland die glei⸗ chen Segnungen zu bringen bestimmt ist, die lebhafteste Theil⸗ nahme. Von diesem Geiste beseelt, hat der Präsident der Vereinigten Staaten, sobald ihm Kunde von der Einsetzung der jetzigen Central⸗Regierung für Deutschland geworden war, be⸗ schlossen, dieselbe anzuerkennen und ihr den Ausdruck der aufrichtigen Wünsche zu übermitteln, welche das amerikanische Volk für das Ge⸗

lingen ihrer edlen und vaterländischen Bestrebungen hegt. Ich habe dieser, den mir ertheilten Austrägen entsprechenden Mittheilung nur noch beizufügen, daß es mir zum größten Vergnügen gereichen wird, nach Kräften zur Förderung des Verkehrs zwischen zwei Völkern bei⸗ zutragen, deren Interessen, Wünsche und Hoffnungen in so vielen Beziehungen dieselben sind. 1“ Mit vorzüglichster Hochachtung verharrend c. 8 6““ (gez.) A. Donelson,

außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter

Minister der Vereinigten Staaten am Königlich preußischen Hofe. 8

Frankfurt a. M., den 5. September 1848.“

Das Reichs⸗Justizministerium hatte den Appellationsgerichts⸗ Rath Broicher von Köln, Verfasser eines Kommentars zum rheini⸗ schen Handels⸗Gesetzbuch, hierher berufen, um in Gemeinschaft mit dem Unter⸗Staats⸗Secretair Widenmann den Entwurf eines allge⸗ meinen Handels⸗Gesretzbuchs für Deutschland auszuarbeiten. Auch noch andere Kräfte sollten zu dieser bedeutenden Schöpfung, welche einem lange und tief gefühlten Bedürfniß für Deutschland abzuhelfen bestimmt war, zugezogen werden. Herr Broicher war bereits hier. Inzwischen ist durch den Rücktritt des gesammten Reichs⸗Ministerium wegen der schleswig-holsteinschen Waffenstillstands⸗Angelegenheit die Sache auf sich beruhen geblieben.

Die O. P. A. Z. enthält in ihrem heutigen Blatte Folgendes „Wir werden veranlaßt, Nachstehendes zu veröffentlichen: In der Sitzung der deutschen National⸗Bersammlung am 5. September hat in seinem Vortrage über die mit Dänemark abgeschlossene Waffen⸗ stillstands⸗-Convention der Berichterstatter der vereinigten Ausschüsse, Herr Prof. Dahlmann, nach einer angeblichen Aeußerung des Reichs⸗ Ministers des Auswärtigen, Herrn Heckscher, der hohen Versammlung referirt, der preußische Bevollmächtigte, Staats⸗Minister Camphausen, „habe ein erstes Schreiben später zurückgenommen und durch ein anderes ersetzt.“ Diese Acußerung kann nur aus einem Mißverständnisse hervorgegangen sein. Von zwei Schreiben, welche der Bevollmächtigte am 2. und 3. September an den Reichs⸗ Minister gerichtet hat, ist nur das zweite öffentlich verlesen worden; es schließt sich an das erste an und verweist darauf. Beide beruhen in den Akten des Reichsministeriums.“

Preußen. Berlin, 11. Sept. In der heutigen Sitzung der National⸗Versammlung hat der Minister⸗Präsident von Auers⸗ wald bei dem Beginn der Sitzung folgende Erklärung abgegeben:

Das Ministerium hat in Verfolg der Verhandlungen dieser Versammlung vom 7ten d. M. keinen Augeublick gezögert, bei des Königs Majestät seine Entlassung nachzusuchen und dieselbe dem⸗ nächst, wie folgt, begründet: 1 1

Ew. Königlichen Majestät haben wir bereits die ehr⸗

eeg, erbietige Bitte um Entbindung von den uns anvertrauten Aemtern vorgetragen. Indem wir dieses Gesuch hierdurch ehrfurchtsvoll wiederholen, erlauben wir uns, zur Begrün⸗ dung desselben Folgendes anzuführen:

Unserer Ansicht nach muß das von uns vertretene und in der Sitzung der National⸗Versammlung vom 7ten d. M. vertheidigte Prinzip: 8

daß derselben die Festsetzung von Verwaltungs⸗Maßre⸗

geln nicht zustehe, 8 8

aufrecht erhalten werden, weil ohne dasselbe die constitutio⸗ nelle Monarchie nicht bestehen kann. Wir glauben aber, aus dem in jener Sitzung gefaßten Beschlusse der National⸗ Versammlung einen Mangel an Vertrauen zu unseren Per⸗ sonen folgern zu müssen, welcher es uns in hohem Grade schwierig machen würde, jenes Prinzip aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grunde bitten wir Ew. Königl. M.

stät ehrfurchtsvoll, uns die nachgesuchte Di sung Allergnädigst ertheilen zu wollen.

Berlin, 9. September 1848.

Die Staats⸗Ministe von Auerswald. Hansemann. Milde. Märcker. Kühlwetter.

Frhr. von

(gez.) Gierke. 8

Schreckenstein.

des Königs Mazestät. Es haben des Königs Majestät darauf erklärt: 8 „Ich bin mit der in Ihrem Berichte vom 9ten d. M. ausgesprochenen Ansicht einverstanden, daß ohne Aufrecht⸗ erhaltung des darin aufgestellten Prinzips die constitutionelle Monarchie nicht bestehen kann. Gleichwohl werde Ich Ihnen aus dem von Ihnen angeführten Grunde die nachgesuchte Dienst⸗Entlassung ertheilen. Bis zur Bildung eines neuen Ministeriums haben Sie Ihre Geschäfte fortzuführen. Sanssouci, den 10. September 1848.

(gez.) Friedrich Wilhelm. 8 (contras.) von Auerswald. An sämmtliche Mitglieder des Staats⸗Ministeriums.

Ich habe Ihnen ferner mitzutheilen, daß der Abgeordnete in der deutschen National⸗Versammlung, Herr von Beckeratb, zu Sr. Majestät berufen worden; hiernächst ersuche ich die hohe Versamm⸗ lung, Ihre Sitzungen auf eine angemessene Zeit aussetzen zu wollen.

Oesterreich. Triest, 6. Sept. (Oest. Lloy d.) Heute Nachmit⸗ tag um 2 Uhr ging hier das Kriegs⸗Dampfschiff „Maria Dorotea“ vor An⸗ ker, welches den vom Feldmarschall⸗Lieutenant Baron Welden an ben sar⸗ dinischen Contreadmiral gesandten Courier, Rittmeister von Matpaßewosly, in der Nähe des Hafens von Cortellano aufgenommen und an0 8

ördert hat. Dieser Offizier bringt dem Feldmarschall⸗Lieutena 84 l en c 8 esische, 11 Kriegsschiffe Grafen Gyulai die Nachricht, daß das viedenecsce, Forts zählende Geschwader, sammt den 8 S— 1 Ieö 3 satzung befindlichen Trup n des General’

—“¹

1.“