1848 / 134 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

ihren gekrönten König unterstützt werden.

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Die Pfarrer und Kirchenvorstehe K. Bestätigung von Seiten G es hierzu der Bestätigung . 2 331 Stimmen bei namentlicher Abstimmung abgelehnt. Schluß der Situng um 3* Uhr. b Frankfurt a. M., 12. Sept. 102 Uhr. (Frankf. 2 Nach einer von dem Abgeordu. Stedtmann in der heutigen.⸗ östen Sitzung gemachten Mittheilung sind in den vereinkgten Ausschüssen 12 Stimmen für Verwerfung, 10 für Annahme des Waffenstillstan⸗ des. Die Berichte der Majorität und Minorität sind noch nicht er⸗ stattet. Ein Antrag von Blum, Kolb, Brunk, Schoder, daß die National⸗Versammlung durch eine Deputation von 15 Mitglie⸗ dern den Reichsverweser um Beschleunigurg der Minister⸗Krisis er⸗ suchen möge, wird mit 219 gegen 208 nicht zur sofortigen Begrün⸗ dung als dringend zugelassen. Schlöffel und Konsorten beantragen, da das Verfahren Preußens in der Waffenstillstandssache ein Atten- tat auf die Ehre Deutschlands sei, die Mittheilung der vorliegenden Aktenstücke an die Mitglieder der preußischen National⸗Versammlung.

Auch dieser Antrag wurde nicht für dringend erklärt.

Preußen. Berlin, 14. Sept. Die in den öffentlichen Blät⸗ tern enthaltenen unwahren Mittheilungen über die in Potsdam am 12ten Abends stattgehabten Vorgänge, geben Veranlassung zur nach⸗ solgenden Darstellung des Sachverhalts, welcher die aus offiziellen Quellen eingezogenen Erkundigungen zum Grunde liegen.

Einige Arretirungen, welche mit dem angeblichen Verbreiten einer Dank⸗Adresse an die National⸗Versammlung in durchaus keiner Be⸗ ziehung gestanden haben, sind von Aufwieglern benutzt worden, um mit Hülfe von Branntwein und Straßenjungen eine nicht beträchtliche Zahl von Soldaten zur Theilnahme an einem Straßenunfug zu ver⸗ jeiten, bei welchem von Hause aus von Befreiung der Arrestan⸗ ten die Rede gewesen ist. Nachdem der Unfug um etwa Uhr in den abgelegenen Straßen stattgefunden hatte, wälzte sich die Menge, jetzt aber ohne Theilnahme der Soldaten, gegen das Militair⸗Arresthaus, zu dessen Schutz die nöthigen Maßregeln ergriffen waren. Da hier mit Steinen geworfen wuͤrde und die Bür⸗ gerwehr anfangs nicht zahlreich genug versammelt war, so wurden durch Entsendung etlicher Züge Infanterie und einer Schwadron der Garde du Corps, welche im Schritt und mit eingestecktem Gewehr vorrückte, im Verein mit den inzwischen zusammengekommenen Bürgerwehr⸗Mann⸗ schaften, die Massen zerstreut, doch stieß man nirgends auf irgend erheb⸗ lichen Widerstand, und auch die Paar Barrikaden, deren Errichtung versucht worden war, wurden ohne Weiteres sortgeräumt. Einzelne Garde du Corps wurden gröblich insultirt, dadurch ist geschehen, daß etliche Leute das Gewehr aufgenommen haben, um sich ihrer Haut zu wehren; bedeutende Verwundungen haben aber weder auf der einen noch der anderen Seite stattgehabt. Nach 11 Uhr Nachts trat Ruhe ein.

Oesterreich. Wien, 13. Sept. (Oest. Ztg.) Die De⸗

putation des ungarischen Reichstages, welche (wie bereits erwähnt) am 9ten d. Mts. von Sr. Majestät dem Kaiser in Schönbrunn empfangen wurde, hielt nachstehende Rede: „Im Namen des mit Siebenbürgen verschmolzenen Ungarns erscheinen wir vor Ew. Majestät, die im Gefühle ihrer seit Jahrhunderten unerschüt⸗ terlichen Treue gegen das erlauchte regierende Haus mit Recht es verlan⸗ gen, daß sie in der unverletzten Erhaltung der Rechte des Reiches durch

„Ferdinand war der erste aus dem regierenden Hause Ew. Majestät, dem Ungarn, und Leopold, dem Siebenbürgen frriwillig die heilige Reichs⸗ krone auf das Haupt setzte.

„Ungarn ist nicht eine durch Waffen gewonnene Provinz, aber ein solches freies Land, dessen constitutionelle Freiheit, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit Ew. Majestät durch Ihren Krönungs⸗ECid feststellten und besie fene Gesetze, die Ew. Majestät vom 11. April d. J. mit Aller⸗

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höchster Königlicher Gutheißung sanctionirten, wurden längst gehegte Wünsche der Nation erfüllt. Und diese Nation stand dadurch beruhigt mit alter Treue und durch die Freiheit verstärkter doppelter Kraft bereit in der Mitte von Gefahren, die von mehreren Seiten drohten, den Thron Ew. Majestät zu erhalten. üSes FErt

„Jetzt ist in mehreren Theilen des Landes ein Aufstand, dessen Führer fortwährend es offen aussprechen, daß sie im Interesse des regierenden Hau⸗ ses und im Namen Ew. Majestät den Ausstand erregten und sich empörten gegen die der ungarischen Nation durch Ew. Majestät abermals gesetzlich gesicherte Freiheit und Selbstständigkeit. 8 8 .

„Ein Theil des ungarischen Heeres blutete im Interesse der österrei⸗ chischen Monarchie in Italien und ärndtet auf dem Schlachtfelde Triumph⸗ Lorbeeren, während dessen ein anderer aufgewiegelt wurde, der gesetzlichen Regierung des Landes den Gehorsam aufzukünden.

„Die bewegende Kraft des Aufstandes, der in den unteren Gegenden Ungarns die friedlichen Dörfer in Asche legt, unschuldige Frauen und Kin⸗ der auf eine mehr als barbarische Weise niedergemetzelt, so wie jenes Auf standes, welcher Ungarn von Croatien aus mit feindlichem Einbruche be⸗

droht, ja Fiume, den ungarischen Hafen und die slavonischen Komitate ohne allen Grund schon okkupirte, kann keine andere sein, als das reactionaire Bestreben, welches es sich zum Ziele machte, die gesetzliche Scbstständigkeit Ungarns und die Freiheit des Volkes zu vernichten und vie durch die Ah⸗ nen Ew. Majestät und durch Ew. Majestät selbst in Folge des Krönungs⸗ eides sanctionirten Gesetze zu zerreißen. ü 8

„Auf die Aufforderung Ew. Majestät trat die ungarische Gesetzgebung zur Vertheidigung des Vaterlandes schon vor vier Monaten zusammen; jetzt wünscht sie, daß Ew. Majestät die Legislation in ihrer großen Aufgabe mit dem ganzen Gewichte Ihres Königl. Ansehens in jenem Bestreben unter⸗ stützen, das, auf Erhaltung des Vaterlandes gerichtet, identisch ist mit der unverletzten Erhaltung des Königl. Thrones Ew. Majestät. 1

„In Folge dessen bitten Wir Ew. Majestät im Namen des ungarischen Volks um Folgendes:

1) Ew. Majestät mögen zu befehlen geruhen, daß alle gegenwärtig nicht vor dem Feinde stehenden ungarischen Regimenter alsobald nach Un⸗ garn einrücken und nach dem Besehle des ungarischen Ministeriums ihre Pflicht der Landesvertheidigung tapfer und treu erfüllen.

2) Ew. Majestät mögen unter Androhung des Entziehens der aller⸗ höchsten Gnade unter gesetzlicher Strafe befehlen, daß die Armee, die in Ungarn ist, gegen die Aufständischen, wessen Name und Fahne sie auch usurpiren, der Pflicht der Vertheidigung des Vaterlandes und Aufrechthal⸗ tung des ungarischen Gesetzes pünktlich nachkommen.

3) Es ist die bestimmte Absicht der ungarischen Nation, die zwischen der ungarischen und croatischen Nation obschwebende Nationalitäts⸗ und Administrations⸗Frage noch auf diesem Landtage auf der Basis der Gleich⸗ heit, Brüderlichkeit und Freiheit und gemeinsamen Constitutionalität zu lö⸗ sen und auszugleichen. Croatien steht jetzt unter Militair⸗Despotismus, und seine Bürger sind dadurch verhindert, ihre gesetzlichen Wünsche der ungari⸗ schen Gesetzgebung zu unterbreiten; Ew. Majestät mögen daher verfügen, daß die croatische Nation, von diesem Despotismus erlöst, frei sich aäußern könne, Fiume aber, das treulos besetzt, und die slavonischen Komitate augen⸗ blicklich zurückgegeben werden.

4) Die Kngarische Nation zweifelt nicht, daß Ew. Majestät die Be⸗ strebungen der Reactionaire, die nur den eigenen Vortheil sich zum Ziele setzen, nicht nur entfernen, sondern die zu Strasenden auch strafen werde.

5) Es verlangt ferner die ungarische Nation, Ew. Majestät mögen die durch den ungarischen Reichstag unterbreiteten Gesetze mit Königlicher Gut⸗ heißung sanctioniren und in die Mitte des Volkes nach Buda⸗Pesth hinab⸗ gehen, und das Wirken der Legislation und der constitutionellen Regierung mit Königlicher Gegenwart in Allerhöchster Person unterstützen und leiten.

„Ew. Majestät! Die Augenblicke der ungarischen Nation sind gegen⸗ wärtig so wichtig, daß das treue Volk die Gefahr einer Verzögerung mehr als je befürchten muß. 8 8 8

„Mit Unterthanen⸗Treue bitten wir daher Ew. Majestät, unsere Wünsche erfüllen, insbesondere aber ohne Verzug nach Ungarn kommen zu wollen, um so mehr, je sicherer es ist, daß ohne die Erfüllung dieser unse⸗ rer Bitte das Vertrauen erschüttert wird, daß das in der Anwendung ge⸗ setzlicher Mittel gelähmte Ministerium den inneren Frieden und die Ord⸗ nung nicht aufrecht erhalten könne. 1] 3

„Von dem raschen Entschlusse Ew. Majestät hängt die Verhütung dieser unberechenbaren Gefahren ab. 15

„Mögen Ew. Masestät dadurch, daß Sie das Gewicht Ihrer Königl. Gewalt in die Wagschale legen, zur Rettung des Vaterlandes beitragen; die ungarische Nation wird den Thron Ew. Majestät mit unerschütterlicher Treue stützen.“

Auf diese Adresse der ungarischen Stände antwortete Se. Majestät:

„Es fällt Meinem Herzen schwer, dem von der Reichs⸗Deputation aus⸗ gedrückten Nationalwunsche in Betreff Meiner Hinabreise wegen Meines ge⸗ schwächten Gesundheits⸗Zustandes nicht entsprechen zu können. 2

„Die Gesetz⸗Vorschläge werde Ich prüfen, und wenn auch in Betreff derselben irgend ein Anstand obwalten sollte, so möge es Niemand auf eine solche Weise auslegen, als ob Ich die schon bestehenden Gesetze beseitigen und verletzen wollte. 3 1

„Ich wiederhole, daß es Mein fester Wille ist, die Gesetze, Integrität und Nechte des Reiches Meiner ungarischen Krone Meinem Koöͤniglichen Eide gemäß aufrecht zu erhalten. rrim 8 Wens Fehn. durch Sie erwähnten Punkte anbelangt, so sind die⸗ selben theils schon dem Wunsche der Nacion gemäß erledigt, theils werde Ich Meinen Entschluß im Wege des Ministeriums in kurzmöglichster Frist kundgeben.“

Triest, 9. Sept. (Oest. Lloyd.) Heute früh brachte ein sardinisches Dampfboot abermals die Meldung, daß Albini mit den eingeschifften Truppen im Laufe des Tages Venedig verlassen werde. Diesmal scheint derselbe Wort gehalten zu haben, da ein so eben, Nachmittags um 3 Uhr, eingelaufenes Schiff die Nachricht sbringt, daß die sardinische Abtheilung des Geschwaders nicht mehr in den dortigen Gewässern sichtbar sei.

Sachsen⸗Meiningen. Meiningen, 8. Sept. (D. A. Z.) Unser Ministerium Werthern⸗Brandis hat den Abschied eingereicht und erhalten. Speßhardt ist zum Minister ernannt; die übrigen Mitglieder des Ministeriums sind noch nicht bekannt. Der fö-ng amtmann der Verwaltungsämter Meiningen und Wasuugen, Bibra, ist suspendirt, die neuliche Auslegung des Gemeindegesetzes zurückge⸗ nommen.

Lübeck. Lübeck, 12. Sept. (H. C.) Mit 10 gegen 12 Stimmen hat der Bürger⸗Ausschuß in seiner gestrigen Sitzung, frotz der Anempfehlung des allgemeinen Wahlrechts von Seiten des Senats, die Aufrechthaltung des bisherigen Wahlprinzips nach Stän⸗ den empfohlen.

Schleswig⸗Holstein. Kiel, 12. Sept. (H. C.) In der hentigen Sitzung der Landes⸗Versammlung machte der Präsident die Mittheilung, daß ihm am Sonnabend Abend, eine Stunde nach dem Schlusse der Sitzung, folgendes Schreiben Sr. Durchl. des Prinzen Friedrich, fommandirenden Generals der schleswig⸗ holsteini⸗ schen Truppen, zugegangen sei: i ch „An ö. bo⸗ dessece beammlung der Herzogthümer Schleswig⸗Hol⸗ stein. Es hat der Herr Kommissarius Bremer am Tage der Wieder⸗Eröff⸗ nung der Landes⸗Versammlung sich dahin geäußert, daß nach bestätigtem Wafe nstilstand der Königl preußische General von Bonin das Kommaundo der schleswig holsteinischen Truppen übernehmen würde, und hat demnächst noch hinzugefügt, daß es dann nicht zweifelhaft sei, wie die Armee ln we⸗ nigen Monaten in einem Zustande sein würde, der allen gerechten Erwar⸗ tungen entspräche. Als Mitglied der provisorischen Regierung und nament⸗ lich als dasjenige Mitglied, welches die Militair⸗Angelegenheiten zu verwal⸗ ten hatte, mußte ich von einem solchen Schritt unterrichtet sein; dies ist aber mit keiner Sylbe der Fall gewesen. Der Zusatz, „„daß die Armee alsdann den gerechten Erwartungen entsprechen würde““, enthält den Vorwurf gegen mich, daß ich meinem Amite nicht entsprochen, nicht genügt habe. Die hohe Landes⸗Versammlung hat diese Mittheilung des Herrn Kommissarius gern entgegengenommen; ich kann mich also aller Verpflichtungen gegen das Land dadurch entbunden füͤhlen und habe nicht

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angestanden, beim Ober⸗Befehlshaber, General der Kavallerie von Wrangel, die Erlaubniß zur Abgabe meines Kommando’'s nachzusuchen. Diese ist mir gewährt. Ich babe demnächst der provisorischen Regierung meine Entlas⸗ sung als kommandirender General eingereicht und werde den Befehl über die Armee dem General von Bonin übergeben. Unter den Verhältnissen, welche die Verheimlichung solcher wichtiger, auch mich selbst betreffender Angelegenheiten zwischen mir und der provisorischen Regierung hervorrufen mußten, ist es aber auch meine Pslicht sowohl, als auch mein Wunsch, nicht länger Mitglied derselben zu bleiben. Ich habe ihr dies angezeigt und lege die mir aondert aute Stimme in der provisorischen Regierung deshalb hiermittelst vor der hohen Landes⸗Versammlung nieder.“ ꝙNachdem inzwischen das Regierungsmitglied Herr Bremer sich in der Versammlung eingefunden und der Präsident ihn von jenem Schreiben 99 Kenntniß gesetzt hatte, bemerkte derselbe, daß ein ähnliches Schreiben ei der provisorischen Regierung von Sr. Durchlaucht dem Prinzen z Sa. gen sei. In Betreff des Schlusses des Schreibens müsse er sich Be⸗ merkungen erlauben. Zuvörderst sei es klar, daß der Prinz Frlebrich 89 Aeußerung nicht richtig aufgefaßt, und die Ansicht des Prinzen au einem Irrthum beruhe. Richtig sei, daß er gesagt, daß General Bonin das Kommando der schleswig⸗holsteinischen Truppen übernehmen 7 Dieser Schritt habe dem Prinzen nicht verheimlicht werden dürfen. Pras. selbe sei vor länger als einem Vierteljahre geschehen und durch den . denten der provisorischen Regierung, Herrn Beseler, eingeleitet. * Lg Schreiben vom 20. August habe der Peinz eine abweichende b. nsich „95 äußert. Es habe am 23. August eine gemeinschaftliche Bespre kung, sact gefunden. Dieser habe der Prinz beigewohnt, und sei besch ossen, den General⸗Major von Bonin für unsere Armee zu gewin⸗ nen. Derselbe sei durch den Prinzen eingeladen, Einleitungen zu treffen. Es habe eine Unterredung im rothen Kruge am 28. August statt⸗ gehabt, in deren Folge ein Schreiben unterm 29. August 8 der provisori⸗ schen Regierung eingegangen, des Inhalts, daß General Bonin füheg⸗ ge⸗ wissen Bedingungen als Chef eintreten, wolle. Er habe an 8 Ministerium in Preußen deshalb schreiben wollen, wogegen die provisoris he Regierung sich an die preußische Regierung habe wenden sollen. Am 3. Sep⸗ tember sei General Bonin von Berlin zurückgekehrt und habe der proviso⸗ rischen Regierung eröffnet, daß die preußische Regierung im Eintlans mit der Central⸗Gewalt eingewilligt habe. Am 4. September habe er, Mitslied der Regierung, die Landes⸗Versammlung davon in Kenntniß gesett. Es werde ihm in dem Schreiben des Prinzen eine Aeußerung in den Mnf gelegt, die er nicht gethan habe. Er wisse genau, welcher Worte er sich bedient. Ob eine Zeitung sich so ausgedrückt, sei möglich. Allein Ber ssbe gesagt, daß General von Bonin erkllärt habe, daß die schleswig holsteinische Armee in einigen Monaten in dem Zustande sein werde, daß sie allen Er⸗ wartungen entspreche. Der Justizrath Klenze, Dr. Heiberg und viele andere Abgeordnete bestätigten, daß das Mitglied der vrosisorischen Regierung sich am 4. September so ausgedrückt habe. Die Worte 88 Herrn Bremer lauteten nach einer Aufzeichnung wörtlich; „Was die mili⸗ tairischen Verhältnisse betrifft, so freut es mich, Ihnen mittheilen zu Keden, daß General von Bonin das Kommando unserer Truppen übernehmen wir z und erklärt hat, die schleswig⸗holsteinische Armee würde nach wenigen Mo⸗ naten in dem Zustande sein, daß sie allen gerechten Erwartungen entspre⸗ chen werde. Noch ist zu bemerken, daß die Reichsgewalt sich noch nicht aus⸗ esprochen hat.“ 89 8 1ög machte sodann noch die üune daß General Wran⸗ gel in einer gestrigen Zuschrift in Aussicht geste lt habe, daß die schleswig⸗ volsteinischen Truppen nicht getrennt und die Gesetze der provisorischen Re⸗ gierung, einige Erlasse vielleicht, von Seiten der neuen Regierung nicht aufgehoben werden würden. In der heutigen Landes⸗Versammlung kam zuerst der Antrag des Ab⸗ geordneten Theodor Olshausen vor: dem Prinzen von Augustenburg auf dessen Schreiben vom 9ten d. zu erwiedern, vaß die schleswig⸗holsteinische

Landes⸗Versammlung, unter dankbarer Anerkennung der Verdienste, welche der Prinz sich um das Land erworben habe, den Austritt desselben aus der⸗ provisorischen Regierung genehmige. Die Dringlichkeit wurde abgelehnt, da nur 52 Stimmen, also nicht die erforderlichen zwei Drittel dafür waren. Die Erwählung eines Comitées (Th. Olshausen, von Liliencron, Preusser) wurde beschlossen.

Hesch * der Antrag des Abgeordneten Klenze berathen, welcher darauf hinausgeht, daß die Versammlung eine Städte⸗Ordnung, Landge⸗ meinde⸗Ordnung, Kreis⸗Ordung, Strafgesetzbuch, Strafprozeßgesetz, Civil⸗ prozeßgesetz, Ober⸗Appellationsgerichts⸗Ordnung, Phpsikat⸗Ordnung, Revision der Steuer⸗Gesetzgebung u. s. w. in Berathung nehme. Dieser Antrag wurde in dem Sinne, daß ein zu erwählendes Comité sich nicht mit sofortiger Ausarbeitung, sondern nur mit Erörterung der Prioritäts⸗Frage zu beschäftigen habe, da alle diese Gesetze in wechsel⸗ seitigem Zusammenhange ständen, besonders von den Abgeordneten Th. Olshausen und Rathgen von Pinneberg unterstützt. Mit großer Mehrheit wurde die Erwählung eines Comités beschlossen. Gewählt wurden Rathgen, Klenze, Th. Olshausen, Lüders, Momsen. Seege

Am Schlusse motivirte Kamphövener seinen Antrag auf Erlassung einer Städte⸗Ordnung. Dieselbe wurde mehrseitig, namentlich von den altonaer Abgeordneten, unterstützt. Hierauf entspann sich über die Frage in Bezug auf die Aufgabe, welche dem zu erwählenden Comité zu stellen sei, eine längere Debatte. Karl Lorentzen schnitt dieselbe endlich durch einen Antrag auf Dringlichkeit ab. Die Dringlichkeit wurde angenommen und zur Wahl eines Comiles geschritten. 125 5 vur

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Ausland.

Oesterreich. Agram, 7. Sevpt. (Oest. Ztg.) Die hiesige Zeitung enthält nachstehenden, von keinem Minister un⸗ terzeichneten Kaiserlichen

Mein lieber Freiherr von Jelachich! b

Die unzweifelhaften Beweise von Treue und Anhänglichkeit 88 9 Dpnastie und die Interessen der Gesammtmonarchie, die Eie 898 b. nennung zum Ban von Croatien wiederholt an den Tag 8828 4 . gleichwie die Vereitwilligkeit, mit welcher Launh. gegenseitigen Verständigung mit Meinem ungarischen veenigeniug er afleng Anordnungen Folge zu leisten bestrebten, gaben Mir 88 4 deisrr gasge, dlen es nie in Ihrer Absicht gelegen sein konnte, sich Meinen 1.e.8ge2 n Befe N. hochverrätherisch zu widersetzen, oder auf eine Lösung jenes Persgupes diuxußbe ken, welche die Nebenländer Ungarns seit Jahrhunderten an Meine ungarische Krone knüpft, und welcher auch sortan zur festeren Begründung und Förderung der gemeinsamen Wohlfahrt derselben dienen soll. Es gereicht daher es väterlichen Herzen zur besonderen Beruhigung, daß ich es von jenem 5 spruche abkommen lassen kann, den Ich in Meinem Maniffeste 898 0. Juni l. J. wegen einer gegen Sie einzuleitenden Untersuchung uns. Iger vorläufigen Enthebung von der Banalwürde und allen nigias fihes 18 dienstungen, auf den Grund von Unterstellungen, zu fällen veram .L die in Ihrer thatsächlich erprobten treuen Ergebenheit die vollste 85 gung finden. Indem Ich in dieser Beziehung das Entsprechende an . nen Herrn Vetter, den Erzherzog Palatin⸗ von Ungarn erlasse, erwarte 3 auch ferner von Ihrem Pflichtgefühle und Ihrer loyalen Denkungsweise, daß Sie in der Stellung, zu welcher Sie Mein Vertrauen erhoben hat, stets nur für das Wohl der Gesammt⸗Monarchie, für die Aufrechthaltung der Integrität der Krone Ungarns und für die ersprießliche Entwickelung der Verhältnisse der ungarischen Nebenländer wirken werden. 9

Schönbrunn, den 4. September 1848. Ferdinand.”

Mailand, 4. Sept. (Oest. Ztg.) Die Militair⸗Regierung der Stadt Mailand hat nachstehende Kundmachung erlassen:

„Es ist zur Kenntniß der hiesigen Militair⸗Regierung gelangt, daß einige Tollköpfe (temerarii) den Versuch gemacht haben, durch cvmh. tiges Verbieten des Tabackrauchens auf öͤffentlicher Straße, in den Kaffee⸗ oder Wirthshäusern Unordnungen hervorzurufen. Obgleich der Unterzeich⸗ nete überzeugt ist, daß dergleichen Versuche von dem guten Sinne weitem größten Theiles dieser Bevölkerung höchst mißbilligt w rden, so fuͤhlt sich die Militair⸗Regierung nichtsdestoweniger verpflichtet, um jeder 88 ieder⸗ holung von dergleichen unangenehmen Vorfällen zuvorzukommen, in ve rung zu bringen, daß Jeder, der auf der That solcher eigenmächtiger 8 bote oder Verbote gegen die persönliche Freiheit in vom Gesetze erlau 75. Dingen, als Störer der oöffentlichen Ordnung betrachtet und als solcher aller Strenge der bestehenden Militairgesetze unterworfen sein soll.

Mai 3, September 1848. 8 G

1 Der Feldmarschall⸗Lieutenant Graf F. Wimpfen

Militair⸗Gouverneur der Stadt Mailand.“

jr zreich. National⸗Versammlung. Sitzung vom 4. 12 Uhr. Präsident Marrast. An der Tages⸗ ordnung ist der Antrag Crespel de la Touche's gegen die Maßregeln Cavaignac's hinsichtlich der Presse. Der Antragsteller erhält das Wort. „Mein Antrag“, sagt er, „hat zum Zweck, die regelmäßige Action der Gerichts-Behörden an die Stelle der unregelmäßigen Gewalt des Ministeriums zu setzen. Der Gesetzgebungs⸗Ausschuß hat eshes An⸗ trag etwas geändert. Doch vernichtet diese Aenderung die Natur desselben nicht, und ich schließe mich daher ihm an, so wie allen Zu⸗ sätzen, die ihn verbessern und vervollständigen könnten. Isa mbert bekämpft den Antrag. Seiner Ansicht nach sei die Garantiev der Ge⸗ richte rein illusorisch, die ääb Touche an die Stelle des status quo setzen wolle. Er ziehe den jetzigen innor⸗ malen Zustand dem trügerischen Gerichteschutze vor, so prekär auch dieser Zustand sei; übrigens lasse das letzte Straßen⸗Bülletin des Polizei⸗Präsidenten durchblicken, daß der Belagerungestand un⸗ möglich mehr lange dauern könne. Labordere unterstützt den An⸗ trag. Er beabsichtige zwar eine Preßgesetzgebung von großer Härte, doch dünke ihm auch das strengste Gesetz immer noch besser als die reine Wallkür. Er will diese zweite September⸗Gesetzgebung als eine blitische Nothwendigkeit ertragen. kn 18 er 8 Richter dn- viel schärferes Recht einrãume als die Septembergesetze. Ein Journal könne sosort unterdrückt werden. Bei den heutigen Eigenthumsverhältnissen sei dies ein unerhörter An⸗ griff auf das Preßeigenthum. Lieber will er e.eacss e anfeg ertragen. „Ich will lieber, „ruft er aus, „mit dem Chef der Regierung als mit einem Gerichts⸗Prokurator zu thun haben. (Gelächter.) Uebri⸗ gens werden diese Ausnahmezustände den gefährlichsten Schlag ihren Ur⸗ hebern selbst versetzen. Man denke nur an die Restauration und die Juli⸗Monarchie.’“ Victor Hugo vertheidigt den Entwurf und rei⸗ nigt sich von dem Verdachte, als driuge nur die sogenannte reactio⸗ naire Presse auf dessen Annahme. Die Freunde der Ordnung seien die wahren Freunde der Freiheit; in den Straßen die Anarchie be⸗ kämpfen oder sich der Willkür der höchsten Staatsgewalt entgegen⸗ setzen, heiße der Freiheit gleiche Dienste erweisen. ö habe er geglaubt, daß Cavaignac die votirten Preßgesetze 88 Heite 11 werde, ohne sie versucht zu haben. Das sei ein Staa sstreich. (Lärm.) in S rei 8 1 Nein, nein!) Das allgemeine Ja wohl, ein Staatsstreich. (Ja, ja; Nein, dat) Chateoabeaned Stimmrecht ohne die Preßfreiheit sei ein Trugbi 8. Ö 8 1g größter Ruhm habe in seiner Vertheidigung der E;. ven- den, die man den Franzosen nagh deenicseregee Gebrauche ni den werde.“ Altaroch 1t wüeder sch n Betreff der Zeitungspresse hält. Störe der Senas rungsstand das freie Wort, so hebe man den Belagerungsstan , auf, aber votire keine solche neuen Gesetze, welche die Zeitungen erwürgen müßten. Senard, Minister des Innern, bekämpft den Fe Er wolle den Gerichten ein Recht übertragen, das die brvr2u.2 8n sammlung ausschließlich dem Chef der Regierung zugestanden. Die

andle unter den Augen der Versammlung; ihre Maß⸗ dietieronßzn für das Heil der Republik nöthig gewesen; es habe die

Uebereinstimmung zwischen ihr und der Regierung dabei obge⸗ xöJ; Läge Willkür vor, längst wären die herbsten Interpellationen

St. Gaudens bekämpft den

bekämpft den Entwurf, den er für

an die Minister gerichtet worden. Die ganze Vergangenheit der Männer, welche die Regierung bilden, bürge für jeden Ueber⸗ riff gegen die eigentliche Preßfreiheit. (Ah! Ah!) „Nehmet Euch in Acht“, schließt der Minister, „das Recht über die agespresse der richterlichen Gewalt zu übertragen, die Euch eine Rechenschaft ihrer Handlungen schuldet, wie wir. Daß der Be⸗ lagerungsstand fortdauern müsse, hat die Versammlung vor kaum acht Tagen selbst bestimmt.“ Charamaule, Berichterstatter des Gesetzgebungs⸗Ausschusses, der den Antrag günstig begutachtet hatte, vertheidigt den Entwurf. Boudet, von der Minderheit des Aus⸗ schusses, die den Antrag verworfen, bekämpft denselben und sagt, er ziehe die Willkür momentan einem Dekret vor, das der Zeitungspresse den Todesstoß geben müsse. Favre sieht in dem Vorschlage gerade die Rettung der Presse. Er nehme der Vollziehungsgewalt das Recht der Suspension der Journale und übergebe es den zuständigen Ge⸗ ichten. Es sei Zeit, aus dem willkürlichen in den gesetzlichen Zustand urückzukehren. (Zum Schluß! Zum Schluß!) Die Versammlung verwirft den Antrag des Gesetzgehungs-Ausschusses mit 515 gegen 238 Stimmen. Dasselbe Schicksal theilt der Latouchesche Antrag. Die Versammlung entschied mit 457 gegen 267 Stimmen durch ge⸗ heimes Skrutinium, indem sie die sogenannte vorläufige Frage gegen die ursprüngliche Latouchesche Fassung des Antrages annahm, daß sie das Cavaignaecsche Provisorium gegen die Zeitungs⸗Presse bei⸗ behalte. Große Aufregung im Saale. Pascal⸗Duprat sucht einen Urlaub nach, um eine Mission nach Wien zu erfüllen. Wird ewilligt. Die Versammlung nimmt die Verfassungs⸗Berathung ieder auf. Sie war am Donnerstage bis zum Artikel 8 der Einleitung gelangt. Dieser Artikel lautet: „Die Repu⸗ blik soll den Bürger in seiner Person, Religion, Eigenthum und Arbeit beschützen und Jeden in den Stand setzen, sich den allen Men⸗ schen nöthigen Unterricht zu erwerben; sie ist allen bedürftigen Bür⸗ gern Beistand schuldig, sei es, indem sie ihnen Arbeit verschafft ꝛc.“ Mathieu will das Recht auf Arbeit vor Allem garantirt wis⸗ sen. Dieses Recht sei der Weg zum Wohlstande des Vol⸗ kes. Warum sei das bewußte Dekret der provisorischen Re⸗ gierung vom Volke mit so großem Enthusiasmus aufgenom⸗ men worden? Weil es das Ende seines Elendes darin habe herannahen sehen. Ja wohl, das Elend, die Bedürfnisse des Ma⸗ gens, die Frage des Essens und Trinkens sei der Grund der Revo lutionen und Kriege oeller Völker gewesen. (Stimmen von der Rech⸗ ten: Und der trojanische Krieg?) Die ökonomischen Verhältnisse eines Volkes zeigten sich selbst in dynastischen Fragen. Der Redner wirft den bisherigen französischen Regierungen vor, daß sie viel zu sehr die Industrie auf Kosten des Ackerbaues begünstigt hätten. Dadurch sei ein Mißverhältniß in der Bevölkerungsart entstanden, dessen Früchte man jetzt bitter finde. Er dringt auf größeren Schutz der Agrikultur und sofortige Bebauung der wüsten Länderrien, dann werde sich das Mißverhältniß zwischen Arbeit und Kapital ändern. Diese Rede schloß die Sitzung der Versammlung, de sich um 6 Uhr trennte.

14. Sept. Das heutige Journal des Débat „Nach Korrespondenzen, welche gestern aus Süd⸗JItalien eingegangen, hätten die neapolitanischen Streitkräfte eine Landung bei Messina bewerkstelligt, wären aber dann von den Sizilianern wie⸗ der zurückgeworfen worden. Eine Bombe des neapolitanischen Ge⸗ schwaders hätte ein englisches Fahrzeug getroffen und einen Mann getödtet. Die sicilianische Regierung soll auf einem englischen Schiffe einen Abgesandten abgeschickt haben, um die Hülfe der britischen Streitkräfte anzurufen.“ Im Semaphore von Marseille vom 8. September liest man hierüber Folgendes: „Das Dampfschiff „Pore⸗ Epic“ ist gestern in Marseille eingelaufen. Es verließ Neapel am 5. September Nachmittags 2 Uhr und bringt Depeschen vom Admiral Sir William Parker an seine Regierung, welche dem englischen Konsul übergeben wurden, der sie in höchster Eil nach London spedirte. Das englische Schiff, das von einer neapolitanischen Bombe vor Messina getroffen wurde, heißt „Gladiator.“ Dem Anscheine nach behauptete die französisch⸗ englische Flotte, die sich in der Meerenge aufgestellt hatte, während des Kampfes vor Messina die steengste Neu⸗ tralität. Die Citadelle von Messina soll in die Hände der König⸗ lichen Schweizer gefallen sein.“

Nach der Assemblüe nationale verlangt das wiener Kabi⸗ net, außer seinen Ansprüchen, eine gewisse Oberlehnsherrlichkeit über die italienischen Provinzen zu bewahren, deren Freimachung Franf⸗ reich fordert, sehr bedeutende Geldentschädigungen, in welche Frank⸗ reich angeblich auch einwilligen wird, wenn sie blos eine billige Be⸗ theiligung der italienischen Staaten bei Uebernahme der österreichischen Staatsschuld bezwecken. Oesterreich soll ferner begehrt und Frankreich

offiziöser Weise an den Unterhandlungen Theil nehme.

urtheilt.

sammlung in Bezug auf den Waffenstillstand mit Dänemark. der Kolonie einige Stämme sich empört hätten.

Im Uebrigen ist die Kolonie ruhig.

Georg, Southwark, feierlich in sein Amt eingesetzt.

Hafen lagen, nach ihren Bestimmungsorten abgesegelt sind.

Tage später erfolgte die strenge Bestrafung von die Rädelsführer des Unfuges waren.

blin erwartet.

sten Angeklagten kaum zu zweifeln ist.

eingeschifft.

freulich.

Das Journal Proudhon's le Peuple und das die Gazette de France ersetzende Journal le Peuple Frangaio sind vorge⸗ stern wegen Erscheinens ohne Cautionsstellung bestraft worden; 8 wohl der Geschäftsführer als der Drucker jedes der beiden Journale wurden zu einmonatlichem Gefängnisse und 200 Fr. Geldstrafe ver⸗

Jerome Bonaparte zeigt verschiedenen Journalen schriftlich an, daß sein Neffe Louis Bonaparte als Kandidat bei den bevorstehenden Wahlen auftreten werde. Es heißt übrigens, daß man noch vor den Wahlen seitens der National⸗Versammlung eine Kundgebung gegen den möglichen Erfolg Louis Bonaparte's veranlassen und die Frage wegen seiner Nationalität anregen werde, da es gewiß sei, daß der⸗ selbe durch seinen Eintritt in schweizerische Dienste seine Eigenschaft als Franzose eingebüßt habe und bisher in dieselbe nicht wieder ein⸗

Das Jvurnal des Débats erklärt sich in einem lestenden Artikel gegen den Sistirungs⸗Beschluß der deutschen National⸗Ver⸗

Eine Post aus Algier vom 4. September meldet, daß im Westen Der interimistische Gouverneur hat Truppen dorthin geschickt, die sie züchtigen sollen.

Großbritanien und Irland. London, 9. Sept. Der vom Pabste zum apostolischen Vikar des londoner Bezirks ernannte Dr. Walsh wurde gestern in der neuen katholischen Kirche zu St.

Aus Falmouth wird gemeldet, daß am 6ten Abends und am 7ten früh in Folge des Waffenstillstands zwischen Dänemark und Deutschland vierzig preußische und deutsche Schiffe, die seit lange im

Zu Edinburg kam es vor einigen Abenden zwischen Soldaten des 2lsten schottischen Füstlier⸗Regiments und der Polizeimannschaft, welche jene an Fortsetzung eines Straßenunfuges verhindern wollte, zum Haͤndgemenge. Anfangs wurden die an Zahl viel geringeren Konstabler tüchtig geprügelt; sie erhielten aber bald Verstärkung, nahmen drei ihrer Gegner, so wie zwei Arbeiter, die den Soldaten beigestanden hatten, gefangen und brachten sie nach dem Polizeige bäude. Eine Masse Soldaten rotteten sich vor demselben zusammen und machten Miene, ihre Kameraden zu befreien, was jedoch durch sofortiges Einschreiten der Offiziere verhindert wurde. Schon zwei 7 Soldaten, welche

Aus Dublin wird unterm SNten d. berichtet, daß Lord Nussell Tages darauf nach Schottland abreisen wollte. Während seines du⸗ bliner Aufenthalts hat er weder Adressen, noch Petitionen angenom⸗ men, und über den Zweck seiner irländischen Reise ist man noch so ungewiß, wie zuvor. Lord Lansdowne wurde nächster Tage in Du⸗ Auch seinem Aufenthalte unterstellt man politische Zwecke, obgleich er sich öfters in Irlind aufhält, wo er bedeutende Güter besitzt. Die Kron⸗Anwälte sollen gegen Smith O'Brien und Genossen, mit Ausnahme Meagher's, gegen den wenig Belasten⸗ des ermittelt wurde, so viele und so überzeugende Anklagebeweise und Zeugnisse zusammengebracht haben, daß an Verurtheilung der mei⸗

Zu Ashton haben mehrere neue Verhaftungen von Chartisten stattgefunden. Dr. Reinolds, einer der Führer der Chartisten zu Li⸗ verpool, ist der Festnehmung entgangen und hat sich nach Amerika

Die Aerndteberichte lauten, in Folge der guten Witterung wäh⸗ rend der letzten 10 Tage, aus allen Theilen des Landes recht er⸗

eingewilligt haben, daß Rußland, wenn es auch den zwei vermittelu⸗ den Mächten sich nicht förmlich anschließe, doch wenigstens in blos

Obgleich die Einfuhr von lebendem Schlachtvieh in den letzten

Jahren sie belief sich im Jahre 1845 auf 34,380, im Jahre 1840 auf

143,523, im Jahre 1847 auf 216,456 Stück, und wird in diesem Jahre

sich als noch weit beträchtlicher herausstellen sehr bedeutend zuge⸗ nommen hat, so sind die Fleischpreise fast dieselben geblieben, und

Sachkundige behaupten, daß nur dann an ein Herunterzehen der Preise zu denken sei, wenn die Schlachtvieh⸗Einfuhr auf das Doppelte Da es dieser erhöh⸗ ten Einfuhr jedenfalls nicht an Absatz fehlen wird, so hat sich jetzt 1— dahter eine „Lendoner Schlachtvieh⸗ und Lebensmittel⸗Einfuhr⸗Ge⸗ i sellschaft“ gebildet, die viele Männer vom Fache zählt und haupt⸗

oder Dreifache ihres jetzigen Betrages steige.

sächlich die Viehmärkte des Landes zu versorgen bezweckt.

4 I.

Belgien. Brüssel, 12. Sept. Der Moniteur meldet heute: „Der General Flo ist vorgestern in Begleitung zweier Adjutan ten und mit seiner Famtilie und Dienerschaft in Brüssel angekommen. Er begiebt sich nach St. Petersburg, wo er als Repräsentant der französischen Republik vor Ende dieses Monats eintreffen soll. Der General ist sofort nach Deutschland weiter gereist.“ 8

Vorgestern ist auch Herr Sainte⸗Beuve in Lüttich angelangt, um seine dortige Professur anzutreten.

Schweiz. Bern, 7. Sept. Die Tagsatzungs⸗Kommission⸗ hat heute und gestern Sitzung gehalten, um die nöthigen Maßregeln zur D clarztion der Annahme der Bundes⸗Verfassung durch die Kan⸗ tone und dar Schweizervolk vorzubereiten.

Luzern, 8. Sept. (Eidg. Ztg.) Gestern starb hier Alt⸗ Schuneiß Jos. Karl Amrhyu, der bekannte luzernerische Stgatsmann aus früherer Periode. Amrhyn nimmt mit sich ins Grab die Hoch⸗ achtun, Aller, die ihn näher kannten und den Dank jedes freisinnigen Schweizers.

Uri. Der Regierungs⸗Rath hat auf die erhaltene Anzeige, daß dem Cintritt der italienischen Flüchtlinge in Frankreich kein Hin⸗ derniß mehr entgegenstehe, die Gränzwächter auf dem St. Gotthard eutlaßen und die Beschränkungen aufgehoben.

Moldau und Wallachei. Jassy, 3. Sept. (Oest. Ztg.) Die Lage der Fürstenthümer wird ernstlicher. Großbritanien hat sich entschlossen, die Pforte gegenüber von Rußland in den Un⸗ terhandlungen über die Moldau und Wallachei zu unterstützen. Der englische Konsul zu Bucharest hat der Regierung seine Glückwünsche dargebracht, daß die Pforte die von den Romanen verlangten Refor⸗ men anerkannt habe. Die türkischen Truppen sammeln sich. Man darf die Macht auf 300,000 Mann Türken und Aegypter schätzen, welche unter Ibrahim Pascha Rußland die Spitze bieten können. Als letzte Friedens⸗Maßregel war ein Adjutant Soliman Pascha's an General Duhamel mit der Aufforderung abgegangen, die Moldau zu räumen, da die Ordnung wieder hergestellt und es nöthig sei, die durch die Umstände gebotenen Veränderungen in der Moldau auf den⸗ selben Fuß, wie in der Wallachei vorzunehmen. Auf die Antwort des russischen Generals, daß er nur auf Befehle des Gesandten in Konstantinopel handeln dürfe, ist Soliman Pascha sogleich dahin ab⸗ gereist.

Bis 13ten Mittags sind an der asiatischen Cholera als erkrankt angemeldet 1093 Personen, Zugang bis 14ten Mittags 77. Zu⸗ sammen 1170. Davon sind gestorben 694, genesen 137, in ärztlicher Behandlung 339. Zusammen 1170 Personen. Berlin, den 14. September 1848. Königliches Polizei⸗Präsidiuummu.

Königliche Schauspiele.

Freitag, 15. Sept. Im Opernhause. 100ste Abonnements⸗ Vorstellung: So machen es Alle! Opera bufsa in 2 Aufzügen, von A. W. Mozart. Nach Cosi fan tutte neu bearbeitet von L. Schnei⸗ der. Anfang halb 7 Uhr.

Zu dieser Vorstellung werden Billets zu folgenden Preisen verkauft

„Ein Billet im Parquet, zur Tribüne und in den Logen des zweiten Ranges 20 Sgr.; ein Billet in den Logen des ersten Ran⸗ ges und im ersten Balkon daselbst 1 Rthlr.; ein Billet im Parterre in den Logen und im Balkon des drikten Ranges 15 Sgr.; eir Billet im Amphitheater 7 ½ Sgr.

Sonnabend, 16. Sept. Im Schauspielhause. 15lste Abonne⸗ ments⸗Vorstellung: Der Pfarrherr, Original⸗Schauspiel in 5 Akten, von Ch. Birch⸗Pfeiffer. Anfang halb 7 Uhr.

Sonntag, 17. Sept. Im Opernhause. 101ste Avonnemento⸗ Vorstellung: Thea, oder: Die Blumenfee, Ballet in 3 Bildern, von P. Taglioni. Musik von Pugny. Vorher: Die Ochsen⸗ Menuett, Singspiel in 1 Akt, von G. von Hoffmann, nach einer wahren Anekdote. Musik nach Haydu’'s Compositionen, arrangi vom Kapellmeister von Seyfriedt. Anfang halb 7 Uhr. .

Ein Billet im Parquet, zur Tribüne und in den Logen des zweiten

Ranges 1 Rthlr. u. s. w.

Königsstädtisches Theater. 1n2 Freitag, 15. Sept. Einmal Hunderttausend Thaler. Posse

mit Gesang in 3 Akten, von D. Kalisch. Musik vom Königl. Musik⸗ Direktor Gährich.

Sonnabend, 16. Sept. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) II Barbiere di Siviglia. (Der Barbier von Sevilla.) Komische Oper n 2 Akten. Musik von Rossini.

Preise der Plätze: Ein Platz in den Logen und im Balkon des

ersten Ranges 1 Rthlr. u. s. w.

neorn HKörse vom 14. September.

EElechsel-C ourse.

Brief. leld. d0. r...11““ 142 ½ 142 ¼ Bit. 150 ½ 150 ½1 hit. 6 23i 6 23 ½ Mt. 20 7% Mt. M11. 101 ö! 995,2 99 ¾1 3 Tage 8 99 ½ Mt. 99 ½⁄2 Praubkfurt a. M südd. W 400 F. 2 Mt.

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Leipzig in Coowcant ins 14 Thlr. Fuss.. 196

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Petersburg ....

Imldindische Fonds, F'fandéries-, Hommeanal- Papiere und ¹ Welch- Courgse.

zi. neief. g- Ztf. Hrief. deld. Gem.

51 10 T 2 2 St. Schuld-Soh. 73 ½ 73 Kur-u. Nm. Pfdbr. 3 ½ 89 ¼ 89 1 Seech. Prüm. Sch. Schlemsche do. 3 ½ 1 mn K. u. Hm. Schuldv. 3 78 2 do. Lt. B. gar. do. 13 89 Berl. Stadt-Obl. 3 Pr. Bk-Anth.-Sch. —83 ½ Westpr. Pfaudhr. 3 * 5 8 .“ Groszh. Poses 89. 4 95 ½ E

22 5 8 2 2 1

do. 40. 3 8 Friedrichsd'or. 13 ½2 392 62o

Ostpr. Pfandbr. 3 ½ And. Goldm. à 5tb. 13 1 5 Disconto. 8 3 ½

Pomm. do. 3 2

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Polu. neue Pfdbr. II1I 8 do. Part 5090 Fl. 4 6888 88 813 8 do. 300 2. . 8 nz

2 amb. Feuer-Cas. vsdn: do. Staats-Pr. Anl. npas

Russ Hamb. Cert do. beillope 4.8. do. do. 1. Aul. do. Stiegl. 2. 4. A.

do. do. 5. A. do. v. Rthsch. Lst. do. Poln. SchatzO. do. do. Certz. L.A. 40. do. L. B. 200 Fl.

2ꝙꝑ

65 Kurh. Pr. 0. 40 th. 155 j Sordin. do. 36 Fr. 5 8 2 N. Bad. do. 35 Fl. 18E

Die mit 3 ½ pöCt. bez. Actien sind v. Staat gar.

Mlagd.-Halberstadt .. Halle-Thüringer Cöln-Minden. . ......

Düsseld. Elberfeld . .

99 ½ ½ Holl. 2 ½ % Int. 1er9

Pol a. Pfdbr. a.C. 91 ½ 2 4 84

Eisenbahn- Actien.

ag.

Börsen-Zins- Rechnung.

Slamm-Actien. V Kapilal.

Der Reinertrag wird nach erfolgter Bekanntm. in der dazu bestimmten Rubri ausesüüllt.

Rein-Ertr 18427.

Tages-Cours

Prioritäts-Actien. Kapital. I

Sümmtliche Prioritits-Actien werden durch jährliche Verloosung 100 pCi. amortis.

Berl. Anhalt Lit. A B. 3,500,000 do. Hamburg 8,000,000 do. Stettin-Starg.. 4824,000 do. Potsd.-Magd... 4,000,000 1,700,000 2,300,000 9,000,000 12,967,500 4,500,000 1,051,200

86 B.

65 B.

88 bz. u. B 52 ½ B. 52 G6 102 ½ B.

8—

8

do. Leipziger

do. Aachen . . .. Bonn-Cöln

Berl.-Anhalt...

1,411,900 do. Hambur 5,000,000 do. Potsd.-Magd. . 2,367,200 do. do. 3,132,800

Magdeb.-Leipziger .. 1,788,000

[Halle-Thüringer 4,000,000

Cöln- Minden 83,674,500

Rbhein. v. Staat gar. . 1,492,800

do. 1. Prioritaàt. 2,487,250 do. Stamm-Prior. 1,250,000

28*

809—,7

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1,400,000 1,300,000 9,950,000 1,500,000 2,253,100 2,400,000 1,200,000 1,700,000 1,500,000 4,000,000

Steele- Vohwinkel.. . Niederschl. Märkisch. do. Zweigbahn Oberschl. Lit. K. .. do. 161,8582 Cosel-Oderberg .... Breslau-Freiburg ... Krakau-Oberschl.... VEIIE1116 Stargard-Posen. 5,000,000 Brieg-Neisse 1,100,000 Quittungs -Hogen. * . Berl. Anhalt. Lit. B. 5 G G Magdeb.-Wittenb. ... „S27 990 Aachen-Mastricht ... 2,750,000 Thür. Verbind.-Bahn 5,600,900

Ausl. Quittungsbog. Ludw.-Bexbach 24 Fl. 8,525,000 4

Pesther 26 Fl. 18,000,000 4 Friedr. Wilh.-Nordb.

—⸗-

—V———=Eögg

65 n. 65 G.

+—

8,000,000 4 90 41 ½¼ ½ z à bz

Schluss-Course von Cöln-Minden 75 G.

Feerrn [Chemnitz-Risa Sächsisch-Bayerische [6,000,000

Hh Ar t bZ18 nv z⸗ Mecklenburger Thlr. 4,300,000 en iinse 71 Te

a. G. 1 81

Düsseldorf-Elberfeld. 1,000,000 Niederschl. Märkisch. 4,175,000 do. 3,500,000

III. Serie. 2,300,000

Zweigbahn 252,000

do. do. 248,000 Oberschlesische 1,276,600 Cosel-Oderberg. 250,000 Steele-Vohwinkel. .. 325,000 Breslau-Freiburg. 400,000

dmr esi hen 88. 8 4 „.

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Ausl. Stamm-Act.

Dresden-Görlitz 6,000,000 Leipzig-Dresden 4,500,000 4,000,000

Börsen-

[Zinsen.

Kiel -Altona * 2,050,000 Amsterd.-Rotterd. Fl. 6,500,000

V

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vantv. Ae t9. ar: .gmaesr, bdrn ete

2 8à—

von Preussischen Bank-Antheilen 832 ½ bz. Idin.

Die Börse war heute matt und geschaäftslos, und

die Course sind wiederum gewichen. Am Schsufs trat eine bessere Stimmung cin, und einzeine Actsen-Gattungen wurden etwas besser bezahlt.