1848 / 143 p. 2 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

ertlichkei ind von Großherzoglich hessischen und anderen Mili⸗ 8.vS Lund bfe Konstablerwache sind von kurhessischen Truppen besetzt. Alle Thore der Stadt haben theils österreichische und preußische, theils Großherzoglich bessische, baerische und frankfurter Linienmilitairbesatzung. Die Mainbrücke wird von preußischer Infanterie und Artillerie bewacht. In den Mainbrück⸗ mühlen und im deutschen Hause befinden sich Oesterreicher ꝛc. Vor dem Affenthor Sachsenhausens auf dem großen Rundplatze einerseits bayerische Jäger, andererseits Großherzoglich hessische Gre⸗ nadiere. Die bessischen Chevauxlegers und die württembergischen Lan⸗ zenreiter durchziehen in starken Streifwachten die Umgebung der Stadt. Die am 18ten zuerst hier angekommenen österreichischen und preußischen Truppen sind bei den Bürgern und Einwohnern Frankfurts einquartirt. Zwischen den Letzten und dem Militair sind die freundschaftlichsten Gesinnungen obwaltend, und bis zu diesem Augenblick ist weder von der einen noch von der anderen Seite irgend eine Klage oder Beschwerde vorgekommen. Seitdem alle Thore wieder geöffnet sind und die Verbindung zwischen dem Innern der Stadt und ihrer Umgegend in allen Richtungen wieder hergestellt worden, ist wie auf einen Zauberschag das rege Leben des Handels und des Meßverkehrs aufs neue erwacht und macht sich mit verdoppeltem Eifer geltend. Es herrscht durch⸗ gehend eine solche Ordnung, eine so beruhigende Geseßlichkeit, wie man sie vor den Ereignissen des 18. September kaum noch kannte. Die Aufwiegler und Unruhestifter der jüngsten Vergangenheit, die an den drei verhängnißvollen Tagen des 16ten, 17ten und 18ten d. M. eine so verderbliche Rolle gespielt, sind verschwunden, ihre Klubs stehen leer, ihre Achselträger verleugnen die gestürzten Gebieter. Alle die von diesen letzteren und ihren Anhängern verbreiteten Nach⸗ richten von zahllosen Schwärmen herbeieilender Demokraten ꝛc. aus allen benachbarten Orten, auf 20 Stunden in die Runde und weiterhin, haben sich als Mährchen erwiesen. Von Mannheim, Mainz, Offen⸗ bach, Hanau ꝛc. ꝛc. sind weder gestern noch heute bewaffnete Repu⸗ blikaner⸗Legionen herbeigeeilt, um die hier befindlichen Reichs⸗Trup⸗ pen zu vernichten, die National⸗Versammlung zu sprengen und mit der rothen Republik einen „Konvent“ zu gründen. Die angedrohten Raub⸗, Mord⸗ und Brandscenen sind zur Ehre Deutschlands unterblieben; wenigstens glaubt man, daß die im Gartenfelde bei Mainz niederge⸗ brannte Scheune, die geplünderten Waffenladen, die Ermordung des Generals Auerswald und des Fürsten Lichnowsky nicht in die be⸗ zeichnete Kategorie gehören. So eben vernehmen wir, daß mor⸗ gen Vormittag um 9 Uhr die in dem hiesigen Barrikadenkampf ge⸗ fallenen Militairpersonen beerdigt werden. Der Trauerzug wird vom Roßmarkt an Die Zahl der gebliebenen bürgerlichen Per⸗ sonen wird auf 48 angegeben; die der RNilitairpersonen soll nicht so beträchtlich sein. Von den hier weilenden Truppen soll ein Theil in die benachbarten Orte verlegt werden. Aus den bisher ge⸗ pflogenen amtlichen Erhebungen läßt sich vorläufig Nachfolgendes über die stattgehabte Ermordung des Generals von Auerswald und des Fürsten Lichnowsky mittheilen, welches als Berichtigung der in dem gestrigen Frankfurter Journal enthaltenen Angaben dienen mag. Nachdem Beide auf einem Spazierritte in der Gärtnerei vor den Verfolgungen einer großen Anzahl Bewaffneter, von deren Seite mehrere Schüsse erfolglos auf sie abgefeuert worden waren, in den an die bornheimer Haide gränzenden Garten des Kunstgärtner Schmidt sich zu retten gesucht und in der dortigen Gartenbehausung (General von Auerswald in einer Bodenkammer, Fürst Lichnowsky in dem Keller) sich versteckt gehabt, drangen jene Bewaffnete in den Garten ein, wo ein Theil zuvörderst die beiden Pferde der Versteck⸗ ten fortführte, die Uebrigen aber die Schmidtsche Behausung auf das genaueste durchsuchten. Nach etwa einer Viertelstunde gelang es ihnen, zuerst den General von Auerswald und eine kleine Viertel⸗ stunde nachher auch den Fürsten Lichnowsky in ihren Verstecken auf⸗ zufinden. General von Auerswald wurde unter fortwährenden Miß⸗ handlungen durch Schlagen mit Knitteln und Stößen mit Gewehr⸗ kolben aus der Schmidtschen Behausung nach der hinteren Ausgangs⸗ thüre des Schmidtschen Gartens geschleppt, dort durch einen Kolbenstoß auf die Brust in den neben dem Garten hinziehenden Graben geworfen und nun durch einen Flintenschuß getödtet. Fürst Lichnowsky wurde gleich nach seinem Auffinden auf dem nämlichen Wege aus dem Schmidt⸗ schen Garton gebracht, jedoch noch eine Strecke von etwa 350 Schrit⸗ ten in der Richtung nach Bornheim in der Pappel⸗Allee fortgeführt und alsdann durch mehrere Flintenschüsse zu Boden gestreckt. An einen Kampf oder auch nur irgend eine Vertheidigung von Seiten des Fürsten Lichnowsky und des Generals von Auerswald war unter den angegebenen Umständen nicht zu denken, und zwar, was den Ge⸗ neral von Auerswald betrifft, um so weniger, als diesem schon vor seiner Ankungft in dem Schmidtschen Garten durch einen Steinwurf der eine Arm gelähmt worden war.

Frankfurt a. M., 21. Sept. Die Todten des 18. Septem⸗ ber wurden heute feierlich beerdigt. Der Trauerzug setzte sich um 9 Uhr Vormittags, vom Roßmarkt hinweg, in Bewegung, und zwar durch die große Eschenheimer⸗Gasse und das Eschenheimer⸗Thor auf dem nächsten Wege zu dem eine kleine halbe Stunde entfernten städtischen Friedhofe. Den Zug eröffnete eine Abtheilung des zweiten württembergischen Lanzenreiter⸗Regiments, an die bayerische, preußische, österreichische und Großherzogl. hessische Infanterie nebst preußischer Artillerie sich anschloß. Unmittelbar vor dem aus acht Säregn bestehenden Leichenkondukt, in welchem die Särge des Generals von Auerswald und des Fürsten Lichnowsky sich befanden, schritt das Musik⸗Corps des preuß. 35. Regiments. Hinter den Bahren folgten der Stab sämmtlicher hier weilenden Reichs⸗Truppen und die Mit⸗ glieder der National⸗Versammlung. Das österreichische Musik⸗Corps und eine zweite Abtheilung württembergischer Lanzenreiter schloß den

Zug. Auf dem Friedhofe hielten unter Anderen auch die Abgeord⸗ neten der National⸗Versammlung von Ketteler aus Westfalen und Jordan aus Berlin Reden. Nach einer dreimaligen Gewehr⸗ und Geschützsalve der vor dem Begräbnißplatz aufgestellten Truppen wur⸗ den sodann die Särge versenkt. Die Leiche des Fürsten Lichnowsky ist vorlänfig in die Familiengruft des Herrn v. Bethmann gebracht worden, um später nach Schlesten abgeführt zu werden. Preußen. Berlin, 23. Sept. Nach dem heutigen Mi⸗ litair⸗Wochenblatte ist der Major Bogun von Wangen⸗ heim, Vorsteher der Ingenieur⸗Abtheilung, zum Vorsteher, der Hauptmann Geppert aggr. der 5ten Artillerie⸗Brigade, der 2 remier⸗ Lieutenant Häring von der 1sten Ingenieur⸗Inspection, 92 unter Aggregirung bei der Inspection, zu Räthen der Marine⸗Abtheilung des Kriegs⸗Ministeriums, der General⸗Major und Chef des 24sten Infanterie⸗Regiments, Großherzog von Mecklenburg⸗Schwe⸗ rin, Königl. Hoheit, zum General⸗Lieutenant, der Oberst und Flügel⸗ Adjutant, von Hahn, mit Belassung in seinem Verhältniß als Bri⸗ gadier der Garde⸗Artillerie⸗Brigade, zum General⸗Major, der Oberst Fidler, Commandeur der 13ten Landwehr⸗Brigade zum General⸗ Major, der Hauptmann Kayser vom 13ten Infanterie⸗Regiment zum Major und Commandeur des Zten Bataillons 13ten Landwehr⸗ Regiments ernannt worden. Ferner ist dem Hauptmann von Didron vom 8ten Infanterie⸗Regiment als Major, dem Major Papin vom

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13ten Infanterie⸗Regiment als Oberst⸗Lieutenant mit der Regiments⸗ Uniform mit den vorschriftsmäßigen Abzeichen für Verabschiedete und Penston, dem Major Herwarth von Bittenfeld, Commandeur des 3ten Bataillons 12 en Landwehr⸗Regiments, als Oberst⸗Lieutenant mit der Uniform des 6ten Infanterie⸗Regiments mit den vorschrifts⸗ mäßigen Abzeichen für Verabschiedete und Pension der Abschied be⸗ willigt worden.

Berlin, 23. Sept. Aus dem Ministerium der geistlichen An⸗ gelegenheiten ist folgende Verfügung an das Königliche Provinzial⸗ Schul⸗Kollegium in Posen ergangen und den übrigen Königlichen Provinzial⸗Schul⸗Kollegien zur Nachachtung mitgetheilt worden:

Nach dem Berichte des Königlichen Provinzial⸗Schul⸗Kollegiums vom 3ten d. M. (Nr. 1668) hat dasselbe die in neuester Zeit mehr⸗ fach vorgekommenen Anträge jüdischer Schulamts⸗Aspiranten um Auf⸗ nahme in die nach ihrer jetzigen Einrichtung spezifisch konfessionellen Schullehrer⸗Seminare zu Posen und Bromberg, so wie um Theil⸗ nahme an der den Zöglingen der Anstalten gewährten freien Woh⸗ nung und Stipendien⸗Unterstützung, zwar abgelehnt, dagegen den Bittstellern die unentgeltliche Theilnahme an dem Seminar⸗Unter⸗ richt gewährt.

So lange die Seminarien in ihrer jetzigen Einrichtung als kon⸗ fessionell verschiedene und den Religions⸗Unterricht, so wie das kon⸗ fessionell kirchliche Leben, zur Grundlage der Erziehung machende An⸗ stalten fortbestehen, kann ich mich mit dem von dem Königlichen Provinzial⸗Schul⸗Kollegium eingehaltenen Verfahren nur einverstan⸗ den erklären. Bis in Folge der bereits eingeleiteten Reorganisation des Volksschulwesens entweder für jüdische Schulamts⸗Präparanden eigene Seminarien eingerichtet oder die bereits vorhandenen so ge⸗ staltet worden sind, daß in dieselben, ohne Gefährdung des Zwecks nach beiden Seiten hin, auch jüdische Schulamts⸗Präparanden ihre vollständige Ausbildung für das Schulamt erhalten können, wolle daͤ⸗ her das Königliche Provinzial⸗Schul⸗Kollegium, so weit es der Raum und die Lehrkräfte der Seminarien gestatten, jüdischen Aspi⸗ ranten nicht nur die Benutzung des Seminar⸗Unterrichts gestatten, sondern erforderlichen Falls denselben auch durch Gewährung von Unterstützungen die Erreichung ihres Zweckes erleichtern oder die Verleihung solcher Unterstützungen bei mir beantragen.

Berlin, den 19. September 1848.

Für den Minister der geistlichen, Unterrichts⸗ und nal⸗

Angelegenheiten. 1“ ““ Im Allerhöchsten Auftrage. von Labhenberg.

Oesterreich. Reichstags⸗Sitzung vom 19. Sept. (Wien. Ztg.) Es wird die Beglaubigung vorgelesen, welche die ungarische National⸗Versammlung der Deputation an den österreichischen Reichstag mitgegeben.

Der Präsident weist darauf hin, daß nach der Geschästsordnung die Zulassung einer Deputation unzulässig sei. Sierakowski nägt dar⸗ auf an, in diesem Falle eine Ausnahme zu machen. Borrosch begründet diesen Antrag. „Die nach Osten sehende Hälfte des Doppel⸗Aars“, sagt er, „pocht an die Pforten des Hauses, wo die andere Hälfte tagt, doch die Freiheit nicht wahren könnte, wenn sie ihre Blicke nicht auf das Gesammt⸗ vaterland richten könnte. Man wendet uns die Geschäftsordnung ein; allein der Weltgeist pocht an die Pforten; die Geschäftsordnung soll eine Tyran⸗ nin für die freien Völker sein, welche die Metternichsche Geschäftsordnung brachen? Sollen wir eine internationale Deputation da einbegreifen, die Gesandtschaft eines Reichstages an den anderen? Ist der Reichstag nicht autonom? Können wir berathen, wenn rings der fürchterlichste Bürgerkrieg tobt? Jeder von uns hat sein Augenmerk auf Ungarn gerichtet. Niemand kann über meine Gesinnung in Zweifel sein; ich vertheidige nicht die Fehler der Ungarn. Wollen wir unser Verfassungswerk zu Ende zu bringen hoffen, wenn uns die Kriegsfurie umrast? Sollen wir nicht unser Friedenswerk dahin ausdehnen, wenigstens die Wünsche der uns verbrüderten Nationen zu empfangen? Seien wir überzeugt, diese Annahme ist der erste Schritt zur Vereinigung beider Nationen. Ich beschwöre Sie, geben Sie nur der Herzensstimme Gehör, stimmen Sie unbekümmert um eine parlamentarische Niederlage, sie wird gewiß keine moralische sein.’“ (Bravo.) Fedoro⸗ vitsch beantragt Niedersetzung einer Kommission, welche die ungarische De⸗ putation empfangen solle. „Bis jetzt“, sagt er, „intervenirten die Kabinette, jetzt die Völker. Unser Staat wird von verheerenden Kriegen erschüttert; wissen wir, wo er still steht? Es erscheint eine Deputation eines Volkes an Volks⸗ vertreter; daß sie hier zu empfangen sei, glaube ich nicht, weil es gegen das Gesetz ist, das wir ja wahren sollen; deshalb schlage ich den Mittelweg einer Kom⸗ mission ein.“ Brestl: Bei Abfassung jenes Paragraphen der Geschäfts⸗ Ordnung dachten wir an Deputationen von Kommunen u. s. w. Allein die gegenwärtige Gesandtschaft ist etwas ganz anderes, ist eine Botschaft von uns Gleichen. Auch ist ja die Geschäfts⸗Ordnung kein Gesetz, nur die allgemeine Regel, von der wir in den betreffenden Fällen eine Ausnahme machen können. Wir sind die Zulassung der ungarischen Deputation uns selbst schuldig, auch handelt es sich um unser eigenes Wohl, denn Ungarns Wohl ist das unsere. Bei einer Deputation einer auswärtigen Macht müßte freilich die Exekutivgewalt eintreten; allein anders ist es hier, wo der Kaiser Oesterreichs zugleich König Ungarns ist, wo die innigste Verbin⸗ dung Ungarns mit uns herrscht. Brauner: In formeller Beziehung stützt sich diese Sache auf die Geschäfts⸗Ordnung; diese ist so lange zu erhalten, als sie ein Mittel bietet, sich mit allen an den Reichstag gestellten Anträ⸗ gen bekannt zu machen. Wir wissen noch nichts vom Auftrage der Depu⸗ tation, sie möge also nach der Geschäfts⸗Ordnung sich an den Präsidenten wenden. Da aber ziemlich klar ist, daß dieselbe Aufgabe die Deputation herführte, weshalb eine frühere Deputation zum Könige von Ungarn kam, so können wir nicht die Deputation annehmen, ohne einen großen Theil Ungarns, der in ihr nicht vertreten ist, zu verletzen; die Slaven, Wallachen, Däutschen, haben an der Deputation keinen Antheil, und die Deputation annehmen, hieße sich für den einen streitenden Theil erklären. (Bravo.) Borrosch: Wir würden dadurch keinem anderen Theile Ungarns zu nahe treten; wir empfangen nicht die Magyaren, denn auch einer Deputation Slowaken u. s. w. würde ich eben so das Wort reden. Der Genius der Vorsehung sendet die Deputation. Nie wünsche ich den Reichstag als Exe⸗ kutivgewalt: aber wohl sollen wir der Pflicht der Vermittelung nachkommen. Rieger: Wir können die Geschäfts⸗Ordnung abändern; aber ist es unser würdig, das eben Beschlossene umzustürzen? Welchen Zweck kann es haben, die Deputation vorzulassen? Können wir diplomatische Geschäfte abschließen? Ungarn ist kein Theil des Gesammtvaterlandes mehr, es hat sich losgerissen, selbstständig hingestellt; Ungarn ist seit den Märztagen ein eigener Staat, hat sein eigenes Ministerium des Auswärtigen. Warum kamen die Ge⸗ sandten her? Um zu erklären, daß sie das zerrissene Bruderband neu schlie⸗ ßen wollen, daß sie die anderen Nationen Ungarns nicht mehr erdrücken wollen? daß sie einen Theil der Staatsschuld übernehmen wollen? Nein! Und kämen sie selbst deshalb, so ist der Reichstag kein diplomatischer Kör⸗ per. Das ist Aufgabe des Ministeriums, und wenn wir glauben, dies ver⸗ trete uns schlecht, so stürzen wir es. Es ist eine Deputation eines fremden Staates, und diesem gegenüber hat blos das Ministerium uns zu vertre⸗ ten. Der Weltgeist rief in Ungarn den Kampf hervor, der Weltgeist, der nicht länger die Unterdrückung der Nation dulden wollte. Palazky: Er müsse dagegen protestiren, daß in der ungarischen Deputation der Gegen⸗ stand der Freiheit erscheine; dadurch werde die entgegengesetzte Partei als un⸗ frei, als ungesittet, als inhuman bezeichnet; dagegen müsse er protestiren. Brestl bedauert, daß eine reine Frage der Artigkeit in einer Nationalitä⸗ tenfrage gemacht wurde. „Ungarn“, sagt er, „steht noch in Verbindung mit uns, und eben, weil wir eine konstituirende Versammlung sind, ist es un⸗ sere Pflicht, sich mit den Verhältnissen Ungarns zu Fetaser. weil selbe auf unsere Constitution einwirken werden. Auch ist die ungarische Deputation nicht so schlechthin die einer einzelner Nation, denn beim ungarischen Reichs⸗ tag sind außer Croatien und Slavonien alle ungarischen Läneriheile ver⸗ treten, und der Ausspruch der Majorität muß uns der des Ganzen sein.

Die Ungarn sollen alle anderen Nationalitäten unterdrückt haben; von den Wallachen und Slaven kann ich das nicht sagen, allein von den Deutschen muß ich das leugnen; sie sind nicht so gedrückt, wie geäußert ward, sie lehnten sich b2 nicht gegen die Ungarn auf, wie Weißkirchen’s Beispiel lehrt. Noch muß bemerkt werden, daß gegen eine Deputation aus Croatien eben so wenig einzuwenden wäre. Trojan weiß nicht, welches die Absicht der Deputation sei; allein er halte es für eine Annäherung, die er nicht zurückweisen wolle. „Man beruft sich auf die Autonomie der Ver⸗ ammlung“, sagt er, „allein eben aus dieser Autonomie ging die Geschäfts⸗ Ordnung hervor, um die Würde und Unbefangenheit der Kammer zu wah⸗ ren; das Gefährlichste ist, den augenblicklichen Aufwallungen nachzugeben. Wir sind Vertreter des einen Theils; daß die Vertreter des anderen Theils nicht auch hier sitzen, ist nicht unsere Schuld. Auch wir Böhmen hätten auf inen konstituirenden Reichstag Anspruch gehabt und sitzen doch hier. Hier soll nicht das Gefühl, nur Ueberlegung entscheiden. Wie wurden die frennd⸗ schaftlichen Versicherungen der Magyaren erfüllt? Man sprach von Freiheit, Humanität ꝛc.; aber gerade in der letzten Zeit könnten wir auf gar manche Schandthaten, Brände u. s. w. der Magyaren hinweisen. Deshalb können wir nicht Partei nehmen gegen jene, die das Joch abschüttelten. Das Ge⸗ fühl würde vielleicht gerade für diese sprechen. Das Beste ist, das Resultat der Verhandlungen abzuwarten, die unser verantwortliches Ministerium mit dem ungarischen anknüpfte.“ Goldmark: Meines Vorredners Rede war mehr für, als gegen die Sache. Formelle Seite ist die Geschäfts⸗Ordnung, materielle ist der Bürgerkrieg in Ungarn. An welche davon wollen wir uns halten? Die Entscheidung wird nicht schwer sein, wenn nicht blos der kalte Verstand (und sibirische Kälte weht mich an), sondern auch das Herz mit⸗ spricht; und das Herz braucht nicht mit dem Verstande davonzulaufen. Man spricht gegen Ausnahmen von der Geschäfts⸗Ordnung und beantragtselbst Ausnahmen. Keiner sagte noch, Ungarn gehöre nicht zur österreichischen Monarchie; ge⸗ hört es aber dazu, so ist es unsere Pflicht, die Ungarn zu hören. Daß wir in Pleno darüber berathen, ist damit noch nicht ausgesprochen, aber hören müssen wir sie. Die kroatische Deputation ward nicht zurückgewiesen, denn sie wandte sich nicht an den Reichstag. Hätte sie dies gethan, so wäre er eben so wenig gegen die Zulassung. Wollen Sie der Freiheit eine Gasse öffnen, so öffnen sie der Deputation die Thür. (Bravo.) Klaudi: Wir sind, als denselben Zweck anstrebend, eine Gesellschaft und brauchen als solche ein Gesetz, und das ist die Geschäfts⸗Ordnung. An Gesetzen zu rütteln, ist immer gefährlich. Halten wir also fest an einmal gegebenen Gesetzen. Wir sind Vertreter von Völkern und mußten Deputationen von solchen erwarten. Man muß das Wort in der Bedeutung gebrauchen, in der es dasteht. Und da müssen wir auch eine Deputation eines fremden Volkes darunter verstehen, fremd, weil es sich uns entfremdete. Und spre⸗ chen wir von Gleichberechtigung ist das Gleichberechtigung, wenn ein Drittel der Bevölkerung die anderen zwei Drittel unterjochen will? Und glauben wir, daß aus anderer Ursache dies Drittel hier anpocht, als weil es in Noth ist? Aber noch ein anderer Grund ist da. Ich sehe nur im Föderativ⸗System für Oesterreich Heil; da können wir auch Anderen das nicht verwehren; und wenn die Süd⸗Slaven das auch wollen und lieber mit uns sich föderiren wollen, so können wir es nur billigen. Und wenn

nicht einmal Deputationen der hier vertretenen Völker vorgelassen werden,

wie können wir fremde Völker vorlassen? (Bravo. Zischen.) Löhner will so leidenschaftslos als möglich sprechen; zu tief fühle er das Gewicht die⸗ ses Augenblicke. „Die Zukunft“, sagt er, „steht an der Schwelle dieses Hauses. Die Schwelle soll zwei Völker trennen, die sich die Hand reichen wollen? Es handelt sich nicht um Parteilichkeit, es handelt sich, den Bo⸗ den zu sichern, auf dem die Nationen bauen sollen. Wir sind ein konsti⸗ tuirender, nicht blos ein constitutionsgebender Reichstag. Hier handelt es sich darum, was die Vergangenheit auf uns übertrug, was von den alten Verpflichtungen wir übernehmen werden. Wir müssen eine neue Welt schaf⸗ fen, müssen die Verhältnisse der Völker so fest stellen, daß die Völker selbst frei stehen. Und da werden wir auch die äußeren Verhältnisse erwägen müs⸗ sen. Doch Ungarn ist kein Ausland; wir hören von Gesammt⸗Monarchie; und jetzt hören wir, daß diese Gesammt⸗Monarchie aus einem Inlande und Auslande besteht. Wie kömmt es, daß in Croatien Kaiserlich⸗König⸗ liche Feldherren kämpfen? Haben sie Urlaub, daß sie im Auslande kämpfen? Werden sie aus der kroatischen oder vielleicht aus der österreichischen Kasse bezahlt? Erhalten wir, lassen wir nicht zwei Nationalitäten sich zerstören. Ich erkenne die Klagen der Kroaten an, aber fragen wir, was zu thun ist, nicht was zu thun war. Die Geschichte kennt keine Restitutio in mtegrum; sie kennt blos den Präklusiv⸗Termin; wer ihn versäumt, über den bricht sie den Stab.“ Havelka: Wir konstituiren hier die Verhältnisse unserer Völker, für andere haben wir kein Mandat. Man spricht vom Weltgeiste, vom Genius der Freiheit! Wo ist Freiheit? Wo Gesetzlichkeit ist; und wo ist Gesetzlichkeit? Wo die Majorität herrscht; und in Ungarn herrscht eine kleine Minorität. Haben die Kroaten Recht, so haben auch die Serben, Romanen und die Slowaken Recht. Müssen wir, um mit dem Weltgeiste zu kor

respondiren, den illegalen Boden betreten? Wir haben Minister, mögen sich diese Absendlinge an diese wenden. (Bravo.) ¹ Lo ist diese Frage eine der wichtigsten; es ist der Ansang einer Völker⸗Politik gegenuͤber der alten Kabinets⸗Politik. Es ist eine große historische That⸗ sache, daß wir jetzt die Kluft, die zwei Völker trennt, zu vereinen suchen, und träten wir dem mit der Geschäfts⸗Ordnung entgegen, so würden wir zur Karrikatur. Aber nicht der Freiheit wegen sollen wir die Magyaren empfangen; ihre Inhumanität rief den Bürgerkrieg hervor und bedroht nun die wahre demokratische Freiheit. Allein dessenungeachtet stimme ich für Empfang der Deputation, um die äußere Politik aus dem Dunkel der Ka⸗

binette vor die Völker zu ziehen; um uns zu überzeugen, ob nicht der kroatische Nationalzorn benutzt wird von anderen Gewalten, um die Frei⸗ heit zu bedrohen. Ich setze voraus, daß wir Alle Gleichberechtigung aller Nationen in Ungarn fordern, allein versäumen wir nicht die Gelegenheit, einmal einen authentischen Bericht zu hören. Fordern wir die Deputation vor, daß sie einen ausführlichen Bericht erstatte. Doliak verwahrt sich, daß man aus der Kammer ein diplomatisches Kabinet mache. Die Magya⸗ ren haben sich de facto selbstständig gemacht, sind insofern Ausland; und es ist neu, daß eine Reichs I.v gaeee. einer anderen eine Deputation! zuschicke. Die jetzige Deputation will nur König und Ministerium schwächen, überflüssig machen. Mögen sie sich an die uns verantwortlichen Minister wenden. Wir werden den Bürgerkrieg nicht beenden können, wenn weit⸗ läufige Unterhandlungen es nicht vermochten.“ Zimmer: Es schmerzt ihn, zu sehen, wie man schon so sehr das alte Spstem vergaß, die Völker durch Haß zu trennen. Vergessen wir allen Nationalitäͤtenhaß. Neu⸗ wall: Was ist Ungarn, ist es das durch die pragmatische Sanction unauflösbar mit Oesterreich verbundene? Seit dem April ist es nicht mehr dies Ungarn. Sind es die Ungarn, die dem Weltgeiste folgten? Was hat das aristokratische Ungarn gethan, um seine Hinneigung zur Freiheit zu zei⸗ en? Hat es die Gleichberechtigung der Nationen anerkannt? Kommen sie als Beförderer des gemeinsamen Wohles? Sie zeigten sich stets als Feinde desselben. Nach Frankfurt konnten sie vor Monaten einen Abgeord⸗ neten schicken, nach Wien kommen sie jetzt erst, ihre Freundschaft zu bezeu⸗

gen. Wollen sie aber sich uns anschließen, so mögen sie diese Gesinnungen offen in einer Adresse aussprechen, und wir werden darüber berathen. Die Sympathiegefühle können wir nach Straßenplakaten beurtheilen. (Bravo.)

(Schluß folgt.)

Triest, 17. Septbr. (Allg. Oest. Ztg.) Obwohl unsere Flotte zunächst die Bestimmung nach Pola hatte und wirklich dahin abgegangen ist, so wurde doch zu gleicher Zeit eine Blokade Vene⸗ digs in der Art veranstaltet, daß unsere Dampfer in jenen Gewässern kreuzten und die nach der Lagunenstadt segelnden Schiffe zurückwiesen. Im Laufe des heutigen Tages erwarten wir die offizielle Erklärung der Blokade Venedigs. Gestern wurden die franzoösischen und engli⸗ schen Kommandanten beim Militair⸗Kommandanten FMe. Gyulai zur Tasel gezogen, und bei dieser Gelegenheit ist auch die Verständigung über das Vorhaben der österreichischen Regierung, Venedig gegenüber, erfolgt. Abends war die erste Opern⸗Vorstellung im Teatro ßrande, welcher die französischen und englischen Befehlshaber in Gesellschaft des Vice⸗Admirals Martini, des Gouverneurs und des Grafen Gyu⸗ lai in der Hofloge beiwohnten. Wir finden hierin die Realifirung der Aeußerung unserer Regierung, daß man Karl Albert gegenüber: die Waffenstillstands⸗Bedingungen einhalten werde, Venedig aber stets als österreichische Stadt betrachte. Es steht dies Ereigniß ferner im Einklange mit jener Note, welche der Hof von St. Petersburg nach⸗

Schuselka: Es ist

der Democratie pacifique an das Kabinet von St. James geleitet, in welcher Note Oesterreich als der alleinige rechtmäßige Besitzer der Lombardei erklärt und die Erwatung ausgedrückt wird, daß eine Vermittelung, wenn sie schon Platz greifen soll, nicht den Zweck haben könne, Oesterreich seiner Besitzungen zu berauben, und daß die Unterhandlungen vielmehr dahin zielen werden, dieser Macht, wenn nicht ganz, doch großentheils, jenes Terrain zu erhalten, welches ihr bis nun in Italien angehörte. Wie die Sachen in Venedig ste⸗ hen, läßt sich aus dem entnehmen, was wir heute erfahren haben. Man hat dort Tizian's zweites Meisterwerk, die Assunta, um 40,000 Fl. an einen Engländer verkauft. Wenn dies Bild, das schon einmal ein Lord mit Goldstücken als Kaufschilling belegen wollte, nun um den verhältnißmäßig geringen obgenannten Betrag so zu sagen verschachert wird, so können wir wohl deutlich genug die Verlegenheit der Vene⸗ tianer hierin erblicken, wir können aber auch hierin die offenbarste Manifestation lesen, daß dort alles Mögliche zum Widerstnde aufge boten wird. Ueberdies sind in Venedig 2500 Papalini, freilich nur Freischärler, unter Durando angekommen. Der Kriegsdampfer „Vul⸗ cano,“ welcher dort kreuzte, hat mit einer Batterie, welcher er zu nahe kam und die auf ihn Feuer gab, mehrere Schüsse gewechselt. Der Dampfer wurde, obwohl undedeutend, beschädigt, doch soll es einige Todte gegeben haben. Offiziell hat man aber diesfalls nichts veröffentlicht. Nachschrift. Unsere Flotte hat die Richtung nach Pola verlassen und ist nach Venedig gegangen, um mit den dort kreu⸗ zenden Dampfern die Blokade zu erneuern und die K. Hafenämter und Sanitäts⸗Deputationen wurden beauftragt, keine Pässe mehr nach Venedig zu verabfolgen.

Bayern. Nürnberg, 16. Sept. (N. K.) Die Krllegien des Magistrats und der Gemeinde⸗Bevollmächtigten haben die sofor⸗ tige Ervffnung ihrer Sitzungen für das Publikum beschlossen.

Aus dem in diesen

Hannover. Hannover, 20. Sept.

Tagen veröffentlichten Gesetze, das Schatz⸗Kollegium betreffend, theilt

die Hannov. Ztg. Folgendes als den wesentlichen Inhalt mit: „Ernst August zꝛc. Zur Ausführung der Vorschriften im §. 100 des Gesetzes vom 5. September d. J., betreffend verschiedene Aenderungen des Landes-Verfassungs⸗Gesetzes, erlassen Wir hierdurch, mit Zustimmung der getreuen Allgemeinen Stände des Königreichs, das folgende Gesetz:

§. 1. Das in Gemäßheit Unseres Patents vom 24. Dezember 1810 errichtete Schatz⸗Kollegium wird von dem Tage aufgehoben, an welchem die, nach den Bestimmungen des erwähnten Gesetzes vom 5. September d. J. zu bildende General⸗Kasse in Wirksamkeit tritt. Jener Tag wird demnächst von Unserem Finanz⸗Ministerium bekannt gemacht werden.

§. 2. Dagegen soll von demselben Zeitpunkte an eine neue Behörde unter dem Namen Schatz⸗Kollegium ins Leben treten, welche aus dem Prä⸗ sidenten der obersten Steuer⸗Verwaltung als Vorsitzendem, aus zwei von den allgemeinen Ständen des Königreichs zu erwählenden Mitgliedern und aus den beiden General⸗Secretairen der Allgemeinen Stände⸗Versammlung zusammengesetzt ist.

§. 3. Das Schatz⸗Kollegium steht unter Aufsicht und oberer Leitung Unseres Finanz⸗Ministeriums in dem Verhältnisse einer Ober⸗Behörde. 11 Jede Kammer der Allgemeinen Stände⸗Versammlung hat durch

absolute Stimmenmehrheit ein Mitglied des Schatz⸗Kollegiums auf dessen Lebenszeit zu wählen. Dee Wahl ist nicht auf Mitglieder der Stände⸗ Versammlung beschränkt. Der Gewählte ist als solcher Mitglied der Kam⸗ mer, welche ihn erwählt hat.

§. 5. Die gewählten Mitglieder des Schatz⸗Kollegiums müssen in Hannover wohnen. Sie dürfen weder einen andern Dienst, mit Ausnahme landschaftlicher Stellen, bekleiden, noch wegen eines früher bekleideten Dienstes eine widerrufliche Zahlung aus einer Königlichen Kasse oder aus der General⸗Kasse beziehen, noch auch ein Geschäft betreiben, durch welches ihre dienstliche Stellung, Unabhängigkeit oder Thätigkeit leiden kann. Sie erhalten jeder einen Gehalt von 2000 Thlr. aus der General⸗Kasse.

§. 9. Der Geschäftskreis des Schatz⸗Kollegiums umfaßt nach den folgenden Vorschriften: 1) Die Prüfung der Rechnungen der General⸗Kasse und der dazu gehörigen Neben⸗Kassen; 2) Die Ueberwachung des Ganges des Staatshaushaltes, und 3) eine Theilnahme an der Verwaltung des Staatsschuldenwesens. Außerdem sollen die beiden gewählten Mitglieder 1) bei der Verwaltung der Steuern dadurch mitzuwirken haben, daß sie als stimmführende Mitglieder in die oberste Steuerverwaltungs⸗Behörde ein⸗ treten; so wie 5) in Gemeinschaft mit den General⸗Secretairen diejenigen Befugnisse auszuüben haben, welche durch den §. 181 des Landesverfas⸗ sungs⸗Gesetzes dem in Gemäßheit des Patents vom 24. Dezember 1840 errichteten Schatz⸗Kollegium beigelegt sind.

Hannover, den 12, September 1848. Ernst August. Lehzen.“

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v1A“

Oesterreich. Ungarn. Sitzung des Repräsentanten⸗ hauses vom 16. Sept., 10 Uhr Vormittags. (Pesth. Ztg.) Iräͤnyi macht eine Motion rücksichtlich der Vertheidigung der Stadt Pesth, wobei er hervorhebt, daß die National⸗Garden aufgefordert werden sollen, offen zu erllären, wer von ihnen die Waffen treu und

energisch zur Vertheidigung der Stadt führen wolle. Hierauf kömmt das neue Rekrutirungsgesetz zur Sprache, und endlich liest Kossuth seinen Gesetzvorschlag wegen Entschädigung der Grundherren. Am Schlusse der bung, zeigt Präsident Päzmändy an, daß der Courier mit der Königlichen Antwort von Wien bereits angelangt sei, und diese in der nachmittägigen Sitzung bekannt gemacht werden sollte. Sitzung vom 16. Sept. Abends 6 Uhr. Minister⸗Präsident Gr. Batthyäny erklärt unter gespannter Aufmerksamkeit des Hauses, daß, da weder seinen Bedingungen von oben entsprochen worden, noch er das Vertrauen des Hauses besitze, er aufgehört habe, Mi⸗ nister zu sein. Es wird nun das Königliche Reskript verlesen, worin Se. Majestät sich über die Beschlüsse vom 11. September ungehalten äußert, die Schlichtung der kroatischen Angelegenheiten dem wener Reichstage übertraägt und die Liste der Minister⸗Kollegen verlangt, ehe eine bestimmte Aeußerung erfolgen könne. Nyäͤri, Madaraͤß und Kossuth fordern Gr. Batthyany im Namen des Vaterlandes auf, seine Stelle wieder einzunehmen, und da auch das Haus in Masse ihm sein Vertrauen erklärt, so giebt er endlich unter rauschendem Beifalle dem Wunsche der Versammlung nach, unter der Bedingung, daß man seine Politik, Jellachich jeden Schritt Boden streitig zu machen und Pesth bis aufs Aeußerste zu vertheidigen, billige. Man nimmt diese Bedingungen an. In der morgigen Sitzung, welche um 10 Uhr Vormittags statt⸗ findet, wird Gr. Batthyany das neu konstituirte Ministerium bekannt machen. Oberhaus. Sitzung vom 16. Sept. Diese Sitzung befaßte sich lediglich mit Ernennung von 4 Mitgliedern zu der an den wiener Rrichstag abzusendenden Deputation. Es wurden durch Stimmzettel gewahlt: Sigmund Perényi, Em. Andrässy, Nif. Jösika, Nik. Wesselényi.

„Sitzung des Repräsentantenhauses vom 17. September. (Preßb. Ztg.) Es ist halb 12, die Sitzung hat noch nicht be⸗ gonnen. In der Vorhalle spricht Jemand. Alles dringt hinaus. Es ist ein Fiskal aus Keßthely, der die Nachricht bringt, daß in dem Heere, das Adam Teleky anführt, die Stimmung gut ist. Die Of⸗ fiziere haben ihm (Teleky) bereits erklärt, er müsse sie gegen Jella⸗ chich anführen. Jellachich's Tuuppen sind geringfügig. Die, welche Gr. Kanischa besetzt, sind der Zahl nach 6000, worunter nur 2 Ba⸗ taillone regulaires Militair. Die Mitglieder des Hauses kehren fro⸗ hen Muthes in den Saal zurück. Die Conversation ist laut. Der Palatin ist schon gestern ins Lager. Auch die Kommissäre der Na⸗

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tional⸗Versammlung sind schon dahin abgereist, ausgenommen Perczel, der hier ein Freicorps bilbet und morgen oder übermorgen dahin ab⸗ geht. Minister⸗ Präsident Batthya nͤy kommt in den Saal. Er zeigt an, daß er die Minister schon kandidirt, aber die Portefeuilles unter diesen noch nicht vertheilt. Die Namen der zu erwartenden Minister sind: Coloman Ghyczy, Moritz Szentkirälvi, Graf Alexan⸗ der Erdödy, Nikolaus Vay, Eötvös, Méßaros, Dionys Kemény. Sie werden kalt aufgenommen. Die Gallerieen schwiegen. Ma⸗ daräß interpellirt den Minister⸗Präsidenten, weshalb er nur 7 Namen verlesen, da doch 8 Portefeuilles srien. Der Minister⸗Präsi⸗ dent antwortet, er habe den achten noch nicht bestimmt.

Krakau, 18. Sept. Seit einiger Zeit zirkuliren hier Ge⸗ rüchte über bevorstehende Unruhen. Der Gouverneur Zaleski hat sich daher veranlaßt gesehen, nachstehende Bekanntmachung zu erlassen: „Die über eine Störung der öffentlichen Ruhe ausgebreiteten Gerüchte veranlassen mich zu der Erklärung, daß bei der gegenwärtig allgemein herrschenden Liebe zur Ordnung und dem Eifer der hiesigen Einwohner für die Erhaltung der Ruhe und Sicherheit sene Gerüchte nur ganz ungegründet sein können. Zur größeren Beruhigung der Bürger aher muß ich veröffentlichen, daß, da die Civilbehörden keine Kennt⸗ niß von drohenden Unruhen haben, auch die Furcht wegen Anwen⸗ dung außerordentlicher Mittel oder des Einschreitens der Armee gegen die hiesigen Einwohner ganz grundlos ist.“

National⸗Versammlung. Sitzung vom 19. Sept. Tagesordnung: Präsidentenwahl und Diskussion des La⸗ momncièreschen Auswanderungsplans nach Algerien. Vicepräsident Malleville eröffnet mit dem Schlage 12 Uhr die Sitzung und läßt sogleich zur Präsidentenwahl schreiten. Zahl der Stimmenden 670. Absolute Mehrheit 3365. Marrast erhält 527, Dufaure 51, Bac 50 und Lacrosse 17 Stimmen. Marrast wird sonach wiederholt zum Präsidenten ausgerufen. Die Versammlung geht dann zur Berathung des Kredits von 50 Millionen Franken für Anlage von Auswanderungskolonieen in Algerien über. Poujonlat unterstützt den ministeriellen Entwurf. Er lobt den Kriegsminister wegen seines Ei⸗ fers in dieser Angelegenheit. Algerien werde für die Arbeiter ein neues Paradies werden. Nur solle der Minister blos moralische Ar⸗ beiter überschiffen und eine scharfe Sonderung unter den Schafen und Böcken treffen. Didier bekämpft den Entwurf. Der Staat habe kein Geld, die Arbeiter würden sich bald auf ihre nackte Arme be⸗ schränkt sehen. Lamoric ère habe den Plan in den Mappen seiner Vorgänger gefunden. Derselbe sei so mangelhast wie alle früheren, werde deshalb eben so fruchtlos ausfallen als sic. Kaum daß noch einige Dörfer von allen früheren kostspieligen Versuchen übrig blieben. Das einzige Mittel, wodurch der Plan gelingen könne, sei die freie Association aller Arbeiter unter einander und die Erwerbung des Grundbesitzes durch Arbeit; das aber habe der Minister aus dem Plane gestrichen. Er bekämpfe ihn deshalb. Lamoricidre recht⸗ fertigt seinen Plan und widerlegt den Vorredner. Allerdings besäße das Mutterland noch viele unbebaute Stellen; allein deren mbar⸗ machung er ordere großen Kapitalauswand. Da aber heutzutage das Kapital auf sofortige Rentirung sehe, so sei es ganz klar, daß man einen ergiebigen Boden, wie der algiriesche den Vorzug gebe. Bru⸗ net bekämpft den Entwurf. Man wolle die Uebervölkerung nach Algerien schicken und sie dort niederlassen, werde man sich aber in den Erwartungen nicht täuschen? werde der Entwurf seinen Zweck erfüllen? Der Redner zweifelt. Er hält die 50 Millionen für zum Fenster hinausgeworfen. Bugeaud, Bedeau und Lamoricière hätten Pläne vorgelegt, die einander schnurstracks entgegen liefen. Die Sache sei nicht genügend geprüft und sehr zu überlegen. Mon⸗ treuil will die Rednerbühne besteigen. Man ruft aber Schluß! Schluß! Die allgemeine Diskussion ist geschlossen. Etienne beantragt einen Zusatz, der für dieses Jahr nur 5 Mil⸗ lionen bewilligt. Deslongrais unterstützt, Lamoricidère Üund Dufaure im Namen des Auosschusses bekämpfen ihn. Die Versammlung schreitet zur Berathung der einzelnen Artikel. Der erste Artikel wird angenommen, eben so der zweite. Artikel 3 erleidet eine unwes ntliche Aenderung. Artikel 4 handelt vom Eigenthume⸗ Verhältniß und von dem Recht, sich zu assoziiren. de Rancé (aus Algier) versichert der Versammlung, daß sie den Segen von ganz Algerien für diesen Paragraphen verdiene, so wie überhaupt für den ganzen Colonisationsplan. Buchez trägt darauf an, das Princip der Association ausdrücklich anzuerkennen. Lamoricidre wider⸗ setzt sich der ausdrücklichen Anerkennung oder Verpflichtung. Das Associationsrecht soll durchaus fakultativ für die Einwanderer bleiben. Die Regierung widersetze sich der Assoeiation nicht. Die Einwohner blieben darin völlig frei. Die Versammlung trat dieser Ansicht bei. Actikel 4 geht durch. Die Diskussion der übrigen Artikel, 5—13, bietet wenig Erhebliches. Die Artikel werden fast wörtlich angenom⸗ men. Ein Ater Artikel wollte eine Inspections⸗Kommission für 1849 einsetzen, die sich vom Zustande der Kolonieen im Interesse der Aus⸗ wanderer im nächsten Jahre an Ort und Stelle überzeuge. Nach einigen Erörterungen zwischen Dufaure und Lamoricidre ließ man den Artikel fallen. Das ganze Gesetz ist angenommen. Se⸗ nard, Minister des Innern, legt einen Gesetzentwurf über die Na⸗ tionalbelohnungen für die Februarkämpfer vor. Die Sitzung wird um 6 ½ Uhr geschlossen.

Frankreich.

Sitzung vom 20. Sept. Marrast cröffnet die Sitzung um 12 ½¾ Uhr. An der Tagesordnung ist die Verfassungs⸗Debatte.

Gouin, Präsident des Finanz⸗Ausschusses, beantragt, sich vor Beginn der Tagesordnung mit der Beratbung eines Defrets zu be⸗ schäftigen, das dem See⸗Minister 14 Mill. Fr. vom Budget für 1849 für die Kolonieen (Entschädigung der ruinirten Eigenthümer der Zucker⸗Pflanzungen) bewilligt. Das Dekret wird ohne echeblichen Widerspruch angenommen.

Ein Mitglied stellte den Antrag, gewisse Civil⸗Verbrecher nicht dem Schaffot, sondern der Deportation zuzuweisen. Ueber diesen Antrag wird das Ausschuß⸗Gutachten auf den Tisch gelegt.

Verninhac, See⸗Minister, verlangt einen neuen Kredit von 1,500,000 Fr. für 1848. Wird an den Ausschuß verwiesen.

Jetzt geht die Versammlung zur Verfassungs⸗Debatte über. Montalembert hatte bekanntlich zu Artikel 8 den Antrag gestellt, die Worte: „und sich zu unterrichten“, einzuschalten. Er anttzipirte auf diese Weise die Diskussion über die Unterrichts⸗Freiheit, die eigentlich erst später stattfinden sollte. Der Graf bestieg heute wiederholt die Rednerbühne, um seine Rede zu vollenden. Er wies den Verfall des Katholizismus, unter dem Frankreich vierzehn Jahrhunderte so glück⸗ lich gewesen sei, wiederholt nach und klagte über den Sturz des Glaubens seit den Einflüssen der Philosophie, namentlich der Vol taireschen und Cousinschen. Duvergier de Hauranne habe neulich gesagt, das Eigenthum werde untergehen, wenn man es nicht be⸗ schütze, das möge sein, aber die katholische Religion werde nicht unter⸗ gehen. Stimme: Weder das eine, noch die andere! Montalem⸗ bert: Ja, aber beide müssen sich durch die Moral stützen. Man wirft dem Christenthum vor, daß es wohl für's Volk, aber nicht für die gebildete Welt tauge. Wollen Sie wissen, wer diesen Satz zuerst ausstellte? Voltaire! Derselbe Mann, der da sagte, ein gebildeter Mann werde nie wie sein Waschweib denken. Für die erschütterte Gesellschaft ist Religion die einzige Rettung, und religiöser Glaube kann nur errungen wer⸗

den, wenn der Unterricht frei gegeben wird.“ Vaulabelle, Un terrichts⸗Minister, kömmt der angegriffenen Universttät zu Hülfe. Er weist statistisch nach, daß der Unterricht in Frankreich seit 1789 bedeutend zugenommen habe. Die Geistlichkeit könne sich nicht be⸗ klagen, sie lehre ja noch unumschränkt in 21 Gymnasten. Er be⸗ kämpft den Antrag. Roux⸗Lavergne unterstützt denselben. Es müsse jedem Vater freistehen, wo und bei wem er sfein Kind unterrichten lassen wolle. Er will eben so wenig eine Staats⸗Philosophie, als eine Staats⸗Religion dulden. Gebe es eine Philosophie, die das Schicksal der Menschheit löse? Nein. (Gelächter.) Jules Simon bekämpft den Antrag. Er ver⸗ theidigt die liI ioersitaät gegen die indirekten Angriffe des Grafen Montglembert, der sie eine philosophische Giftmischerei schelte, die dem Volke sin t geistlicher Nahrung Gift gebe. „Die Gesellschaft ist krank“, sagte der Redner, „aber sind wir denn Schuld? Bestehen nicht neben den Lehrstühlen auch Kanzeln? Waren die Ellektiker nicht fast alle Schüler der Jesuiten? (Beifall.) Ich meinerseits gehöre zur rationalistischen Schule, die dem Volk weder Ge⸗ nuß verspricht, noch ihm Verachtung gegen die Obrigkeit pre⸗ digt.“ (Lücheln.) Montalembert habe seinen Antrag nnr gestellt, um im gegenwärtigen, bewegten Augenblick das Volk aufzuwie⸗ geln. Die Gesstlichkeit gegen die Universität zu hetzen. (Oh oh! Ja, ja.) „Ich will“, schließt der Redner, „Unterrichts⸗Freiheit, aber keine zügellose, illnsorische!“ v. Falloux dankt dem Vorredner sarkastisch für die versöhnende Sprache, mit der er den Antrag bekämaft habe, und behält sich die weitere Unterstützung desselben für die große Debatte des Artikel 19 über die Unterrichts⸗ Freiheit vor. Es sei falsch, daß man alle Freiheit immer nur von 1789 datire. Von Karl dem Großen bis Luther und 1789 sei vieles Großartige vollbracht worden. Dupin (der Aeltere) bekämpft den Antrag, und derselbe wird verworfen. Artikel 8 garantirt jedem Bürger das Recht, seine Gedanken frei zu manifestiren. Die beiden ersten Paragraphen desselben wurden an⸗ genommen. Der dritte Paragraph, welcher lautet: „Die Presse darf in keinem Falle der Censur unterworfen werden“, giebt zu lebhafter Debatte und mehreren Abstimmungen Veranlassung. Morhery schlägt den Zusatz vor: „und auch keiner Caution.“ Woirhaye bekämpft ihn. Er wird verworfen. Charamaule trägt darauf an, die Worte anzuhängen: „noch irgend einer Präventiv⸗Maßregel.“ Wird bekämpft und endlich mit 483 gegen 285 Stimmen verworfen. Felix Pyat stellt den Antrag: „Die Censur darf niemals wie⸗ der hergestellt werden.“” Auch diese Fassung wird verworfen. Pierre Leroux stellt den Zusatz: „Das Druckrecht darf keinem Monopol mehr unterworfen werden.“ Vivien bekämpft ihn im Namen des Verfassungs⸗Ausschusses. Es wird zur geheimen Ab⸗ lugelung geschritten. Die Urnen wurden aufgestellt. Die Mitglieder schreiten über die Tribüne und werfen in die rechte oder linke Urne eine schwarze oder weiße Kugel. Als sich der Antragsteller Pierre Leronx den Urnen nähert, täuscht er sich in der Fa be und wirft eine schwarze Kugel in die Urne statt der weißen. Er stimmt somit ge⸗ gen seinen eigenen Antrag. (Allgemeines Gelächter.) Er bemerkt dies und klopft sich, die Treppe herabsteigend, mit der flachen Hand vor die Stirn. (Wiederholtes Gelächter.) Auch dieser Antrag wird mit 478 gegen 143 Stimmen verworfen. Artikel 8 ist somit in sei⸗ ner ursprünglichen Fassung angenommen. Die Sitzung wird um 6 Uhr geschlossen.

Paris, 20. Sept. Folgendes sind die bis jetzt bekannten Ziffern des pariser Wahlakts: Louie Bonaparte 82,708 Stimmen; Achille Fould, Ex⸗Deputirter, 63,559; Raspail 61,848; Cabet 60,360; Thoré 60,287; Roger du Nord 43,922; Delessert 36,609; Edmond Adam 35,022; Bugeaud 34,988; Emil von Girardin 18,401. Es fehlten heute Morgen noch zwei Bezirke des 12ten Arrondissements, so wie die Bannmeile Charenton, Vincennes und Neuilly. So eben, Nachmittags 6 Uhr, werden, wie man hört, Louis Bonaparte, Fould und Raspail vom Stadthause herab als Volksver⸗ treter proklamirt. Napoleon Bonaparte, Vetter Louis Bona⸗ parte's richtete diesen Morgen einen Brief an alle Jour⸗ nale, worin er die Nachricht von der angeblichen Ankunft des Letzte⸗ ren in Boulogne für unwahr erklärt; sein Vetter habe London noch nicht verlassen. In der Rue Croix des Petits Champs und der Passage Choiseul verhaftete die Polizei gestern Abend mehrere Aus⸗ rufer, die ein Blatt mit Details über die „Landung des Prinzen in Boulognae“ feilboten. Louis Bonaparte hat übrigens nicht nur in Paris, sondern auch in mehreren Departements (Yonne, Orne, Mo⸗ selle, Charente und anderen) eine bedeutende Stimmenzahl erhalten. Im Norddepartement haben der Oberst Negrier, ein Bruder des ge⸗ fallenen Generals, und Louis Bonaparte die meisten Stimmen. Emil von Girardin ist durchgefallen.

Admiral Baudin, der den Oberbefehl über die französische Flotte im Mittelmeer führt, hat der Regierung die Entfernung der sardinischen Flotte von Venedig und die Annäherung der österreichischen gemeldet, und an⸗ gefragt, wie er sich zu verhalten habe. Der Telegraph überbringt iim angeblich die Antwort, daß er sich jedem Angriff zu widersetzen 86 den die österreichische Flotte etwa gegen Venedig unternehmen

unte.

Mim sah mit großer Spannung der Ankunft der Post aus Marseille vom 15ten entgegen, weil man nähere Details über das Schicksal Messina's erwartete. Die Post ist eingetroffen und bringt die Gewißheit, daß Messina nicht eingeäschert ist, daß vielmehr das englisch⸗französische Geschwader dem Bombardement Einhalt that und nur einige Stellen der Stadt stark litten; doch soll der Schaden an Eigenthum und der Verlust an Menschenleben sehr bedeutend sein.

Senard bleibt Minister; er hat sich, wie verlautet, mit der Rue de Poitiers wegen der Mission nach den Departements wieder aus⸗ gesöhnt.

Basel oder Genf werden als die Städte bezeichnet, in denen die dipiomatischen Konferenzen rücksichtlich der italienischen Frage ge⸗ halten werden sollen. Sca.

Die Polizei nahm gestern in allen Buchläden eine Broschüre: „Säbelhiebe“ von Barbet in Beschlag.

Groͤßbritanien und Irland. London, 19. Sept. Ihre Majestät die Königin und Se. Königl. Hoheit Prinz Albrecht besuchten am 14. September, in Begleitung ihrer Familie, eine große Festversammlung der Hochländer zu Invercauld, in der Nähe des Schlosses Braemar, wohnten den Spielen der Hochländer, Wettren⸗

ren, Tanzen, Hammerschleudern bei und kehrten Abends wieder nach

Balmoral zurück. Die Gegend um Schloß Braemar ist der Schau-⸗ platz der Jagd im Waverley, wo die Fahne der Empörung 1745 aufgepflanzt wurde. 2

Die Times enthält einen leitenden Artikel über die jetzigen Verhältnisse in Ungarn, worin sie einen Vermittelungsweg zwischen den Parteien als das Vortheilhafteste für alle vorschlägt: „Als die März⸗Revolution in Wien ausbrach“, schreibt das Blatt, „war Un⸗ garn bereits in einer poltischen Krise von sehr ernster I Se Der ungarische Reichstag war bereits berufen, vnne nche Meinung gung, welche schon einige Jahre lang durch die öff⸗

Ffer beförder den war, hatte bereits der Magyaren mit großem Eifer befördert S Hehaß mil bem

1 1 f der ei⸗ inen Punkt erreicht, auf welchem entwe u. 1 Laene in Wien sön ein Sieg über die veralteten Ansprüche bieser