och ihre Annahme oder Nichtannahme des Waffenstillstandes auf -2 . 852 hin bauen will, finde ich die Veranlassung, Sie zu ersuchen, bei der Regierung, bei welcher Sie akkreditirt sind, bestimmt zu erklären, daß von solchen Modificationen durch⸗ aus keine Rede gewesen ist, weder als Vorschlag von der einen Seite, noch als Einwilligung dieser Seite. Es würde zu nicht wünschenswerthen Verwickelungen führen, falls oben be⸗ nannte Versammlung, von unrichtigen Premissen geleitet, einen Mittelweg einschlagen sollte zwischen Annahme und Verweigerung. Der dänischen Regierung liegt es daher ob, jede Idee, daß sie zu solcher Unklarheit oder Zweideutigkeit Veranlassung gegeben hätte, zu entfernen. Was man von hier aus glaubt berechtigt zu sein, fordern zu dürfen, ist, daß diejenigen Autoritäten, welche sich selbst die Rechte beilegen, den gültig abgeschlossenen Waffenstillstand ihren späteren Bestimmungen zu unterwerfen, zu einem klaren Resultate kommen mögen, entweder den Waffenstillstand anzunehmen, um ihn mit der⸗ selben Gewissenhaftigkeit zu erfüllen, wie es von Seiten Dänemarks geschehen ist, oder ihn zu verwerfen. Der Waffenstillstand ist ein Versöhnungsakt mit den Herzogthümern. Sein Zweck ist, zu versu⸗ chen, die Differenzen auszugleichen, welche zwischen der Bevölkerung dieser Länder und der hiesigen entstanden sind. Dies Gute kann aber nicht erreicht werden, so lange die Partei in den Herzogthümern, welche die Fortsetzung des Krieges wünscht, Hoffnung hat, durch Un⸗ terstützung der National⸗Versammlung ihre Pläne zu erreichen. Darin findet die dänische Regierung einen Grund mehr, dazu beizutragen, auch von Seiten Deutschlands eine unzweideutige Abmachung zu er⸗ wirken. Sie werden möglichst schnell der Regierung, bei der Sie beglaubigt sind, eine Mittheilung in diesem Sinne machen.
Die Berlingsche Zeitung will, daß, falls Preußen nicht mit Dänemark in den Herzogthümern die übrig gebliebenen Bedingungen der Convention erfüllen will, die dänische Armee Schleswig ohne Aufenthalt besetzen und die holsteinischen Häfen und den Kanal aufs strengste blokiren müsse.
Zugleich meldet die amtliche Dep. Tidning, daß, da von den für die Administration der Herzogthümer gewählten Männern nur Graf Moltke angenommen habe, der König am 10. September an ihrer Stelle den Amtmann Johannsen und den Bischof von Alsen und Arröe, Hansen, für Schleswig ernannt habe, der Regierungs⸗ Kommission beizutreten, und Fädrelandet sagt, daß Karl Moltke nicht aufgegeben sei, und macht Deutschland verantwortlich für jede Abweichung, und sei es auch nur ein Haar breit, von den einmal geschlossenen Bestimmungen.
Schweiz. Tagsatzung. Sitzung vom 18. Septbr. (Bas. 3 tg.) Der österreichische Gesandte von Kaisersfeld theilte in der veutigen Tagsatzungssitzung in einem verbindlichen Schreiben den In⸗
halt einer Depesche des Kaiserlichen Ministeriums mit, ehrenhafte Benehmen der schweizerischen Eidgenossenschaft in Bezug auf die Handhabung der Neutralität in den italienischen Angelegen⸗ heiten rühmend anerkennt; sie werde treu im Gedächtniß von Oester⸗ reich aufbewahrt werden. rung von Tessin, welches während der Sitzung eingegangen ist, ver⸗ lesen, worin sie eine neue erhaltene Note des Feldmarschalls Radetzky vom 15. Sept. anzeigt, welcher seine Reclamationen bekannter Na⸗ tur über feindliche Umtriebe, über die Presse (den Republicano) ꝛc. wiederholt und ernstlich mit Unterbrechung allen Verkehrs, selbst der Post, droht, so daß kein Tessiner ohne Paßvisum der österreichischen Gesandtschaft mehr den lombardischen Boden betreten dürse, und selbst die in der Lombardei ansässigen Schweizer ausgewiesen wür⸗ den, was circa 2000 Tessiner treffen würde. Ein Schreiben des Ge⸗ neralkonsuls vom 16. September in Mailand bestätigt, daß diese Maßregeln wirklich beabsichtigt würden. bekannte Gesuch von Schwyz, um Einstellung und Niederschlagung des auf Einladung der Tagsatzung vom 4. Februar J. J. in Luzern an⸗
unter tüchtiger Levitenlesung gegen diese Landesverräther, welche noch
764
welches das
Eo wird noch ein Schreiben der Regie⸗
Schließlich kommt noch das
gehobenen Landesverraths⸗Prozesses, was aber ziemlich entrüstet und
jetzt dasselbe thun würden, zurückgewiesen wird, und selbst der Präsi⸗ dent mit erhöhter Stimme erklärt, daß er, obschon ohne Instruction, dennoch wisse, was er zu thun habe, da er den angesponnenen Lan⸗ desverrath aus den Sonderbunds⸗Akten kenne, was einige Bravos aus der Versammlung selbst veranlaßt. Auch Zürich will zuerst den Sachverhalt durch die Untersuchung ausgemittelt wissen, dann sei es Sache der neuen Bundesbehörden. Mit 17 ½ Stimmen wird beschlos⸗ sen, nicht einzutreten, und nur Uri und Unterwalden unterstützen das Gesuch von Schwyz.
Bern, 20. Sept. (Frkf. J.) Die gestern in der Tagsatzung verlesene neue Note des Feldmarschalls Radetzky, deren drohende Maßregeln bereits theilweise an der Gränze ausgeführt worden sind, und welche heute der österreichische Gesandte nun auch offiziell dem Vororte mittheilt, wird einer Kommission von 5 Mitgliedern, wovon der Bundes⸗Präsident ebenfalls Präsident ist, und in welche von dem⸗ selben die Herren Bürgermeister Zehnder, Landammann Munzinger, Staatsrath Briatte und Landammann Siegfried bezeichnet worden, zur Begutachtung überwiesen, um darüber bis Donnerstag Be⸗ richt zu erstatten. Genf will sogleich 20,000 Mann aufstellen, das Ministerium in Wien anfragen, ob es mit den Maßregeln des Feld⸗ marschalls einverstanden sei, und wenn, so will es diese Sache als Casus belli für die Schweiz ansehen. Laut Nachrichten aus Mai⸗ land hat der Marschall allen nicht ansässigen Tessinern, deren es über tausend geben soll, die Weisung gegeben, binnen 48 Stunden das lombardische Gebiet zu verlassen. Eine von dem schweizerischen Kon⸗
ö—
Berlin, 24. Sept. Die Börse hatte abermals eine schwere Epoche zu überstehen und vermochte selbst nach Beendigung der Krisis in Frankfurt a. M., wie unserer Minister⸗Krisis, sich nur sehr schwer wieder etwas zu befestigen. Wir beklagen die neue Erschütterung des Vertrauens nicht so der Börse wegen, als wegen der voraussicht⸗ lichen Stockung im allgemeinen Handels⸗Verkehr, im Gewerbe und in der Industrie, die bereits an Thätigkeit zugenommen hatte und einer ferneren günstigen Entwickelung entgegen zu gehen schien. Die eingehen⸗ den Meßberichte beweisen am besten, wie leicht die Fabriken sich wie⸗ der heben können, wenn nur irgend die dazu nöthige Ruhe und Si⸗ cherheit in die allgemeinen Verhältnisse zurückkehrt; aber eben so sicher ist es auch, daß bei der Fortdauer der inneren Zerwürfnisse die lau⸗ sam angebahnte Thätigkeit wieder gelähmt wird, Handel und Wandel ins Stocken gerathen, Mißtrauen erweckt wird und somit der eben be⸗ gonnene Bau gewaltsam wieder eingerissen werden kann und plötzlich zusammenstürzt. Wir dürfen und wollen uns so trüben Aussichten indeß um so weniger hingeben, als die Ereignisse in Frankfurt a. M. uns aufs neue bewiesen haben, wie wenig selbst in den gefährlichsten Augenblicken die Anarchie im Stande ist, den Sieg davonzutra⸗ gen; daß selbst der Meßverkehr auf jenem Platz nicht unterbrochen, sondern sogar bei günstigen Resultaten ruhig beschlossen worden ist, und daß die Course an der Börse daselbst gestiegen sind. Dies sind unsere Argumente für die Hoffnung einer nächsten besseren Zeit, sie sind nicht und können leider auch nicht fest begründet sein — denn während wir sie aussprechen, können schon wieder neue Störungen eintreten — aber es wird sichs Jeder selbst sagen, daß sie vorläufig wenigstens für die Basis einer baldigen Wiederherstellung des Ver⸗
meistens gewichen und haben sich im Allgemeinen auch nur wenig heben Brief, 86 ¾i % bezahlt. 75 a 74 ⅛ bez. Oberschl. L. A. u. B. 87 ½ % bez. und Geld. Krakau⸗ Oberschl. 42 ℳ bez. en die
Actien beschränkte der Umsatz sich auf kleine Posten, nur in Köln⸗ Minden wurde bei schwankenden Coursen bis 73 ½ und bis zur obi⸗ gen Notiz Manches gehandelt. Friedrich⸗Wilhelms⸗Nordbahn variir⸗ ten fast an jedem Tag um ½ bis 1 %, sie fielen von 42 ⅞ bis 40 ¼1 %, stiegen bis 42 ½ %, wichen wieder bis 40 ¾ und schließen heute 41 ½ G.
ebenfalls durch die allgemein rückgängige Bewegung gewichen, ohne daß Kauflust dadurch angeregt worden wäre.
trauens werden gelten können.
Kerlinen EFörse.
Was unsere Börse anbetrifft, so ist das Geschäft augenblicklich zu unbedeutend, als daß die erheblichsten Nachrichten einen wesent⸗ lichen Eindruck auf den Coursstand unserer Effekten ausüben sollten, man fann wohl behaupten, daß außer in einigen Eisenbahn⸗Gattun⸗ gen und in Bank⸗Antheilen seit einiger Zeit fast gar keine Specula⸗ tionen unternommen sind. Zu den Eisenbahn⸗Gattungen, worin täglich Spiel⸗Umsatz stattfindet, gehören eigentlich nur Fr.⸗Wilh.⸗ Nordbahn, deren Stand auch den Barometer für die täglichen Be⸗ wegungen der Börsen⸗Course abgiebt, während in anderen Actien nur Verkehr durch Kauf⸗ oder Verkaufordres hervorgerufen wird. Von beträchtlichen Schwankungen konnte unter diesen Umständen auch in der abgelaufenen Woche nicht die Rede sein, die Course sind
Berlin⸗Anhalter Litt. A. blieben a 84 ½ % B. 83 Geld. Berlin⸗Stettiner a 87 % offerirt, Magdeburg⸗Potsdamer 50 a 50 ¼ % bezahlt. Köln⸗Minden
können. Litt.
Niederschl. Märk. 68 Br., 67 ½ % zu machen;
Stargard⸗Posen 65 ¼ Geld. In allen diesen
0%
Prioritäts⸗Eisenbahn⸗Actien blieben matt und sind
Preußische Staatsschuldscheine schwankten sichtlich unter
sul Herrn Reymond begehrte Audienz soll demselben abgeschlagen worden sein. 3
Bis gestern Mittag sind an der asiatischen Cholera als erkrankt angemeldet 1601 Personen, Zugang von gestern bis heute Mittag 29. Zusammen 1630. Davon snd gestorben 953, genesen 274, in ärztlicher Behandlung 403. ,
Berlin, den 24. September 1848.
Königliches Polizei⸗Präsidium.
Meteorologische Beobachtungen.
Abends 10 Uhr.
Nach einmaliger Beobachtung.
1848. 23. Sept.
Nachmittags 2 Uhr.
Morgens 6 Uhr.
1
337,220 „Par. 336,31⁄Per. 336,23Par. asenwürme 7,9°* R. + 8,2° n. + 11,3° n. +† 7,4 ° h. Fluasswärwe 8,20° K. + 6,1 ° n. + 3,s“9 kR. +† 5,3° . Bodenwörme
Dunstsättigung. 84 pct. 53 pct. 81 pct.
Ibbö beiter. heiter. halbbeiter.
Ee1.“ 80. S0. 80.
Wolkenzug.... — 80 — Tagesmittel: 336,75“ Par. + 7,0“ R. + 5,1° n.
Luftdruck Luftwärme
Thaupunkt Ausdänstung
Niederschlag 0
Warmewechsel +† 11,4“° 5,5°
. 73 pCt. so.
Königliche Schauspiele.
Montag, 25. Sept. Im Schauspielhause. 157ͤte Abonne⸗ ments⸗Vorstellung: Tiphonia, Tragödie in 5 Akten, von C. Zweng⸗ sahn. Anfang halb 7 Uhr.
Dienstag, 26. Sept. Im Opernhause. 105te Abonnements⸗ Vorstellung: Martha, oder: Der Markt zu Richmond, romantisch-⸗ komische Oper in 4 Abth. (theilweise nach einem Plan von St. Georges), von W. Friedrich. Musik von Fr. von Flotow. An⸗ fang halb 7 Uhr. 8
v1““
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Königsstädtisches Theater. Montag, 25. Sept. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) 3 Barbiere di Siviglia. (Der Barbier von Sevilla.) Komische Oper in 2 Akten. Musitk von Rossini. b 8 Dienstag, 26. Sept. Zum erstenmale: Der Ball zu Ellerbrunn, Lustspiel in 3 Akten, von C. Blum. . Hierauf: Zum erstenmale: Bummler und Guste, Vaudeville⸗Scherz in 1 Akt, von R. Hahn. Musik von Stiegmann.
“·“ 1 “ dem jedesmaligen Einfluß unserer inneren Zustände; so fielen sie gestern wegen der Unsicherheit der Verhandlungen in der National⸗Versammlung bis 72 ½ % und bleiben dazu stark offerirt, heute aber konnte man wieder willig 73 % machen. Die übrigen preußischen und Kommunal⸗ Effekten hielten sich je nach Bedürfniß gefragt oder angeboten. Preußische Bank⸗Antheile gestern a 82 ½ % verkauft, sind heute bis 84 ½ % bezahlt; die Ernennung des Herrn Hansemann zum Chef der preußischen Bank machte einen guten Eindruck und befördete das Steigen der Bank⸗Antheile, unterstützt durch einige Kaufordres.
Auch auf ausländische Fonds machten die Ereignisse einen nach⸗ theiligen Eindruck, die Nachfrage lies nach, und einige Ver käͤufe reich⸗ ten hin, die Notirungen herabzudrücken. So sind 5 % Schatz 892 66 ½ a 64 ¼ % gewichen, aber wieder bis 65 ℳ% bezahlt; engl. 5 7% Russ. 100 ½1 a 100 %. bez. u. Br. poln. Pfandbr. 91 ¾ a 89 ½ u. 90 bez. u. Gld. 500 Fl. Obl. San 65 ¼ u. ¾ bez. u. Gld. In den an⸗ deren Gattungen geringer Umsatz.
Ueber 86 Wechselgeschäst 8 Laufe der heute beendeten Woche, haben wir nichts von Interesse mitzutheilen. Die Umsätze waren ohne alle Bedeutung und die Course der meisten Valuten ohne wesentliche Schwankungen. Auch auf diesen soliden Ceeee unserer Börse scheinen die gegenwärtigen Zeitverhältnisse e einzuwirken, und wir müssen mit Bedauern bemerken, daß wir die gewohnte Geschäftslust bei unseren thätigsten Häusern seit f Zeit vermissen. Hoffen wir, daß dieser apathische Zuͤstand recht ba vorübergehen und einer regsamen Lebendigkeit Platz machen möge.
Die heutigen Notirungen waren, wie folgt: Amsterdam kurz 143 ¼, 2 vnl 142½, Hamb. kurz 150 ½ %, 2 Mt. 150, Lond. 6 Rthlr. 23 ⅔ Sgr. Paris 81, Wien 91, Frank. 56 Rthlr. 22 Sgr. und Petersb. 106 ¾˖ %.
Auswärtige Börsen. Wien, 22. Sept. Met. 5proz. 79 ½ — ½. 4proz. 63 - 64. Zproz. 48 — 49. 2½⅛ proz. 42 — ½. Anl. 34: 130—131, 39: 88 89. Nordbahn 104 ½ — 105. Gloggn. 94 — 96. Mail. 68— 70. Livorno 65 ½, ½. Pesth 63 — 64. Budw. 69. B. A. 1090— 1095. K. K Gold 113. Holl. Gold 113 ½. Wechsel: Amsterdam 151 Br., 150 ¾ G. Augsb. 107 ½¾ Br., 107 G. Frankfurt 108 Br., 107 ¾ G. Hamburg 159 ½ Br., 159 G. London 10.59 Br., 3 48 eeo⸗ 9 8 eipzi 23. Sept. L. Dr. Part. Oblig. 97 Br. Leipz. B. 8 188 g.⸗ L. Sr⸗ E. A. 92 Br. Sächs. Bayer. 74 Br. Schles. 74 Br. Chemn.⸗Riesa 24 ½ Br. Löbau⸗Zittau 23 ½ Br. Magd.⸗Leipz. 164 Br. Berl. Anh. A. 85 ½ Br., do. B. 84 ¾ Br. Altona⸗Kiel 88 Br., 87 G. Deß. B. A. 92 ¾½ Br. Preußisch. B. A. 84 ¾ Br., 83 ½ G.
Frankfurt a. M., 22 Sept. Das Geschäft beschränkte sich an heutiger Börse nur auf einige Fonds und Eisenbahn⸗Actien, worin mehrere Umsätze stattfanden. Württembergische, 3 ¾ proz. baye⸗ rische, badische und russische Obligationen und badische Loose, so wie Friedr.⸗Wilh.⸗Nordbahn und Bexbacher Actien waren zu etwas bes⸗ seren Coursen gefragter. Dagegen blieben österreichische Actien und 5proz. Metalliques etwas mehr angeboten. Alle übrigen Gattungen preishaltend. Nach der Börse etwas matter. Die pariser und wie⸗ ner Post war bis am Schluß der Börse nicht eingetroffen.
Met. 74 ¼. 74 ½. Bank⸗Actien 1215. 1208. Darmstadt 50 Fl. 2. 62 ¼ Br. do. 25 Fl. 20 ⅔ G. Baden 50 Fl. 45 ½. 45 ½. do. 35 Fl.
25⁄. 25 ⅞. Kurhess. 25 ½. 25 ½. Sardin. 25 ¾. 24 ⅛. 3 proz. Span. 19.18 ½. Poln. 300 Fl. L. 93 G. do. 500 Fl. 67 ½. 67 ¾. Köln⸗ Minden 76 ¾ Br. Bexbach 68 ½. 67 ½⅛. Friedrich⸗Wilh. Nordbahn 43 ½. 43 ⅛½. Hamburg, E. R. 96 ½ Br.
22. Sept. Dän. 56 Br., 65 ½ G.
5 „Kiel 862 8* 88Be⸗ Fiemnacarg 34 Br. u. Geld.
Wechsel. Paris 189. Petersburg 33 ½. da London 13.6 ½. Frankfurt 89 ½. Wien 162. Vö“ ge 8, Fönde und Actien war etwas Umsaz. 111““
Paris, 21. Sept. der Börse.
3 ½ proz. p. C. 76 ¾ Br., 76 ½ G. Ard. 7 ¾ Br., 3proz.
7 7 G. amburg⸗Berlin 64 ½ Br., 64 G. Bergedorf 171. Sr. 17,. ,. dr. 86 G. Gl. Emsh. 25 Br. R.
Amsterdam 35.75. Louis⸗
Große Niedergeschlagenheit berrschte an Gerüchte, wie Cavaignac wolle abdanken, die Aussicht
auf neue Kämpfe und Ledru⸗Rollin werde ins Ministerium zurücktre⸗ ten, drückten unsere Fonds nieder. 3 % 43 ½, 5 % Anleihe 68 ½, 5 % 67 ½, Bank 1620, Nordb. 372 ½¾.
London, 20. Sept. Cons. um 4 Uhr 86 ¼ a ¼.
Amsterdam, 21. Sept. Die Börse war unbedeutend. Von holl. Fonds waren Int. etwas angenehmer; die übrigen bei gerin⸗ gem Geschäft unverändert. — Von fremden Fonds waren nur portug. gefragter, die bei sehr lebhaftem Handel neuerdings 2 9 seit gestern gestiegen sind. Oest. Met. 5proz. 69 ½. 2⁄proz. 36 ⅛, 7.
Holl. Int. 44 ½, 7¼6. 3proz. neue 52 ½, ¼, . 4proz. oöstind. 68, , p. Span. Ard. 8 ½, gr. Piecen 8 .. Coup. 6 ½, . Port. neue 22 ½, ½¼. 4proz. 23 %, ½. Russ. alte 98 ½, ½.
Wechsel. Paris 556 G. Wien 32 ½ G. Frankfurt 98 ½ G. London 2 M. 11.87 ¼ G., k. S. 11.95 G. Hamburg 34 % G. Petersburg 182 Gld.
Antwerpen, 20. Sept. Die Börse, anfangs sehr fest, blieb durch ungünstige Berichte flauer. 5proz. 77 ¼, 77, 76 ¾. 4½proz. 71 ½, 71, 70 ½. 2 pproz. 38 ½, ½, , 1. Span. Ard. 8.
Madrid, 15. Sept. Zproz. 19 ½, v. 5proz. 10 ¼, ½. Zfr.
8 Markt⸗Berichte. Königsberg, 21. Sept. Die Zufuhr war gering. Wei⸗ zen 65 bis 80 Sgr. pr. Schffl., Roggen 33 bis 36 Sgr., gr. Gerste 30 bis 33 Sgr., kl. Gerste 25 bis 28 Sgr., Hafer 15 bis 20 Sgr., graue Erbsen 40 bis 55 Sgr., weiße Erbsen 36 bis 50 Sgr., Kartoffeln 12 bis 13 ½ Sgr. 1 Kn138 Breslan, 23. Sept. Weizen, weißer 56, 61 bis 66 Sgr., gelber 53, 58 bis 63 Sgr. 1 16““ Roggen 29, 32 bis 36 Sgr. Gerste 26, 27 ½ bis 29 Sgr. Hafer 16, 17 bis 18 Sgr. Napps 74, 77 bis 80 Sgr. Winter⸗Rips 75 Sgr. Spiritus 8 ¼ Rthlr. bez. u. Br. Ritlfüböl unverändert. 8h ee Zink ohne Handel. A“ Der Markt war heute wesentlich flauer, daher Preise neuerdings
28 Sgr. 11 Pf., auch 1 Rthlr. 3 Sgr. 4 Pf.; Gerste 26 Par. 8 Pf., 8- Rehlr 1 Sgr. 1 Pf.; Hafer 15 Sgr. 7 Pf., auch 17 Sgr. 9 Pf.; Buchweizen 25 Sgr. 8 Pf., auch 1 Rthlr. 1 Sgr. 1 Pf.; Erbsen 1 Rthlr. 1 Sgr. 1 Pf., auch 1 Rthlr. 5 Sgr. 7 Pf.; Kartoffeln 8 Sgr., auch 9 Sgr. — Pf.; der Ctr. Heu zu 110 Pfd. 20 auch 24 Sgr.; Stroh, das Schock 4 Rthlr., auch 4 Rthlr. 15 Sgr.; Butter, das Faß zu 8 Pfund 1 Rthlr. 20 Sgr., auch 1 Rthlr. 25 Sgr. 1b
Spiritus pro Tonne von 120 Quart zu 80 % Tr. 16 Rthlr. bis 16 ¼ Rthlr.
Köln, 20. Sept. (2 ¾ Waare, W u Ss W., Rthlr. W., 6 ⅔ Rthlr. 8
Roggen ve 8 deel gg., Nov. 4 ¼ Rthlr. W.,
4 ½ Rthlr. W., 4712 Rthlr. Gld. Gerste, hiesige 38 Rthlr. W., oberländische 48½ Rthlr. W. „ Hafer 2 Rthlr. W., pr. Nov. 2 ¼ Rthlr. W., pr. März 2¼
Rthlr. W.
Rübkuchen 2000 Pfd. 30 Rthlr. Gld.
Rüböl (Mia⸗ 30 Rthlr. W., pr. Okt. 29 ¼ Rthlr. W., pr. Mai 30 Rthlr. W., geläutert 31 ¼ Rthlr. W.
Leinöl pr. 260 Pfd. 26 Rthlr. G.
Aachen, 19. Sept. Weizen 2 Rthlr. 20 Sgr. Roggen 1 Rthlr. 20 Sgr. Gerste 1 Rthlr. 10 Sgr. Hafer 25 Sgr.
Hamburg, 22. Sept. Getraide blieb fest und hatte einen zuten Assah Weizen in loco 127/133 pfd. zuletzt mit 144 a ps Rthlr. Cour. pr. Last bez. Ab holst. L stküste 13013 pfd. 2 6 Rthlr. Bco. verkauft und angeboten. Roggen loco 120/1 51 mit 70 bis 75 Rthlr. Cour., ab v EE“
r S 105 pfd. 2 . al.
Rthlr. bez. — Gerste, Saale⸗ 105 pfd evch. Bea⸗
— stkü warzer 76 /77 pfd. mit — Hafer ab Westküste schwarzer lsl. Beb. bez. — Rappsaamen,
stküste 83 /84 pfd. G 1G N. ab Westküste 110 a 111 Rthlr. Beo., ab Ost⸗ küste 105 Rthlr. Beo.
Scheffel.) Weizen direlt 6 ⅔ Rthlr 6 ⅞ Rthlr. Geld., pr. März 6 ¾
pr. März
Mit der heutigen Nummer des Staats⸗Anzei⸗ gers wird Bogen 183 der Verhandlungen zur Ver⸗
niedriger notirt werden mußten.
Posen, 22. Sept. (Der Schfl. zu 16 Metzen preuß.) hees og
sen 2 Rthlr. 2 Sgr. 3 Pf., auch 2 Rthlr. 11 Sgr. 1 Pf.;
einbarung der Preuß. Verfassung ausgegeben.
Drusnck und Verlag der Deckerschen Geheimen Ober⸗Ho ckerei.
Beilage
Beilage zum Preußischen Staats-Anzeiger.
September
8* Montag den 25.
— —
Oesterreich. Reichstag: Beschluß hinsichtlich der Deputation der unga⸗ rischen National⸗Versammlung an den österreichischen Reichstag. Hannover. Hannover. Armee⸗Befehl.
4 Ausland. Oesterreich. Pesth. Staatsschrift über das Band zwischen Ungarn und den übrigen österreichischen Ländereien.
Ergebnisse der englischen Postreform.
8 Eisenbahn Verkehr. 8
Deutschland.
DOesterreich. Reichstags⸗Sitzung vom 19. Sept. (Wien. Ztg.) (Schluß.)
Viol and: Ein zweifacher Zweck wäre durch Empfang der Deputation er⸗ reichbar; erstens, um zu zeigen, daß wir die Volks⸗Sounverainetät anerken⸗ nen, und zweitens, um einmal sichere Berichte zu erhalten. Rings umgiebt uns Dunkel, die Kamarilla umgiebt den Kaiser, hier wenigstens wollen wir klar sehen. Auch fordert die Höflichkeit den Empfang der Deputation, denn in den Märztagen ward die wiener Deputation im Reichstage Ungarns freudig empfangen. Wir stehen noch auf dem Boden der Revolution, und so lange der Geist, der uns hersandte, nicht zum Siege gelangt ist, wird keine Re verden. Helfert: Es ist mir unbegreiflich, wie man von einem Gesam Merlande vom ungarischen Standpunkte aus reden kann, so lange der ungarische Reichstag vom wiener nichts weiß. Dann ktopft nicht die Hälfte des österreichischen Doppel⸗Aars an unsere Thür, nur eine Partei in dieser Hälfte; eine Deputation dieser Partei dürfen wir nicht annehmen, sonst erklären wir uns für sie. Will man um jeden Preis einen außer⸗ ordentlichen Zustand der Dinge haben, will man die Gränzen der Gewal⸗ ten verwischen, will man einen National⸗Konvent aus dieser konstituirenden Versammlung machen? Wir haben Oesterreichs Wohl in der Hand, aber Oesterreichs Völker erwarten das Heil darin, daß wir eine Constitution ge⸗ ben. Und empfängt man hier denn Gäste? Beweisen die Magyaren einst in der That, daß sie Oesterreich als Gesammtvaterland ansehen, dann will ich der Erste ihnen die Thür öffnen, aber nur, daß sie hier als Gleichbe⸗ rechtigte mit uns tagen. Er stellt dann den Antrag: „In Erwägung, daß der Reichstag ein konstituirender sei, sich mit den hier nicht vertretenen Län⸗ dern nicht zu befassen habe ꝛc., beschließe der Reichstag, die Deputation nicht zu empfangen.“ Pillersdorf: Der Gegenstand ist sehr zart, und der Beschluß, sei er welcher immer, möge nie verletzend sein. Ich halte Un⸗ garn für einen Theil der Monarchie, aber Mittelpunkt der Vereinigung ist nur der Monarch. Was müßte die erste Frage an die Deputation sein? Ob sie ihre Anträge dem Monarchen vorgelegt? Und hätte sie es auch, was könnten wir dann thun? Und müßten wir dann nicht auch anderen Nationen dies Recht zugestehen 2 Und ist denn entschieden, daß der unga⸗ rische Reichstag berechtigt ist, eine Deputation an den hiesigen zu senden? (Bravo.) Goldmark: Ob die Ungarn Fremde seien, weil 12,000 Ungarn für das Gesammtvaterland kämpfen. Dylevsli: Es haben die Ungarn genügend bewiesen, daß sie sich trennen wollen von Oesterreich; es kann der König von Ungarn eine Empörung im Innern zu stillen haben, dann geht es uns nichts an, eben so wenig, wenn der König Ungarns mit dem Croatiens streitet, das ist etwas uns ganz Fremdes. Die Zulassung der Deputation ist auch unzulässig, denn die Besprechung mit ihr lieferte kein Resultat. Eine Kommission hält er für unnütz, weil das Ministerium da⸗ für da ist; schenken wir dem Ministerium kein Vertrauen, so muß ein neues
usammentreten. Wir können ja vom Ministerium Vorlegung aller Staats⸗ schristen in Bezug auf Ungarn fordern und diese mit dem etwaigen Me⸗ Warum sollen wir zu einem außeror⸗ Pollatschek
Deputation
Uichtamtlicher Theil.
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morandum der Ungarn vergleichen. — dentlichen Mittel schreiten, so lange ein ordentliches da ist. macht wieder die alten Gründe für Zulassung der geltend; daß man bei Abfassung des betreffenden Paragraphen der Geschäfts⸗Ordnung nicht auf solche Deputationen gedacht habe, daß die bloße Empfangsnahme keine Parteilichkeit sei und das bloße Anhoren derselben kein Eingreifen in die Rechte der Exekutivge⸗ walt; daß jetzt die Völker frei seien. Jonak: Die Deputation zu empfan⸗ geu, halte er nicht für praktisch; durch Gefühle sich hinreißen lassen, das sei nicht die Art, die Völker zu lenken. In Ungarn sei keine demokratische Freiheit, sei nur Knechtung durch die Aristokratie. „Wie haben die Ungarn den Standpunkt der Humanität uns gegenüber benützt? Sie haben ein Ministerium kreirt und bei ihrem Herrn ein Ministerium des Auswärtigen unterhalten; und ist das nicht Ausland? Und wie ist man nicht im Reichs⸗ tage Ungarns vorgegangen? Wie hat man die Aula heruntergemacht? Es gehört die ganze Gemüthlichkeit der Wiener dazu, das zu vergessen. Und hat Ungarn einen Theil der Staatsschuld übernommen, die doch auch für seinen Vortheil kontrahirt wurde? Und ist es ihre Gemüthlichkeit, die große Ausfuhrzölle auf Rohstoffe und große Einfuhrzölle auf unsere Industriewaa⸗ ren setzte? Und hat Ungarn seinen Nationen die Freiheit gegeben? Nein! Schön ist verzeihen, allein unwürdig eines Volksvertreters ist Situgtionen herbeizuführen, wodurch wir wieder hinters Licht geführt werden könnten. Wir wollen uns vereinigen, verständigen, allein nicht eine Demonstration machen. Das Volk der Ungarn hat seine Zeit versäumt, es hat es ver⸗ säumt, zu uns zu kommen, als es Zeit war. Sollen wir jetzt Jellachich's Armee sistiren? Aber warum ward Jellachich provozirt? Man sagt, in der kroatischen Armee dienen Kaiserlich Königliche Generale? Aber dienen sie nicht auch in der ungarischen Armee? Nicht der Magyare kann für diese Gräuel, nur eine irregeleitete Armee. Wir wollen versöhnend entgegenkom⸗ men, aber benutzen wir dazu die vorhandenen Organe, und diese mögen uns Rechenschaft geben. Potozki: Indem er gegen Annahme der De⸗ putation und gegen eine Kommission ist, ist er nicht gegen die Ungarn. Soll die Kammer einen Beschluß fassen, so muß sie es in Ruhe, und das wird nach Annahme der ungarischen Deputation nicht der Fall sein. Brau⸗ chen wir erst einer Aufreizung? Die Ausführung des Beschlusses bleibt doch dem Ministerium überlassen. Und wissen wir, daß dies nichts Anderes ein kann, als der Ausdruck der Kammer, warum überlassen wir ihm nicht die Verhandlung? Wir wollen den Bürgerkrieg in Ungarn beendigt, aber geschieht dies durch Annahme der Deputation? Wäre nicht besser, die⸗ sen Wunsch auszusprechen und dessen Ausführung dem Ministerium zu über⸗ lassen? Er trägt darauf an, die Kammer möge den Wunsch aussprechen, das Ministerium möge den Bürgerkrieg möglichst schnell zu beenden suchen. (Bravo.) Minister⸗-Präsident Wessenberg: Der Wunsch des Ministe⸗ riums war immer, die Bande zwischen Ungarn und Oesterreich enger zu ziehen. Es bot sich dem Ministerium Ungarns ohne Erfolg zur Ver⸗ mitielung an; Grundlage war die Gleichstellung der Nationalitäten. Es überreichte diesfalls eine Staatsschrift, die ohne Erfolg blieb und die es vorzulegen bereit ist. Justiz⸗Minister Bach: Vielleicht die wichtigste Frage Oesteneichs ist heute Gegenstand der Debatte geworden. Auch das Mini⸗ sterium erkannte die Wichtigkeit dieser Fragen. Bereits wenige Tage nach den Ereignissendes März und April erkannte das damalige Ministerium die Nothwen⸗ digkeit, die Nomente festzustellen, wodurch Ungarn und Oesterreich zusammenhän⸗ gen. Leider blieben die Aufforderungen zur Verständigung mit dem ungarischen Ministerium ohne Erfolg. Dem jetzigen Ministerium wurden vonm ungarischen zwei Notenübeneicht: 1) Ob es die pragmatische Sanction als Fundamentalgesetz der gegenseitigen Beziehungen beider Länder anerkenne, was bejahtward; und 2)
ob es vermöge der pragmatischen Sanction in die Zerwürfnisse mit Croa⸗ tien sich einmischen werde, worauf erwiedert ward, das wiener Ministerium halte sich nicht ermächtigt, entscheidend aufzutreten, doch wolle es gern ver⸗ mittelnd eintreten. Diese Eröffnung blieb ohne Antwort, und das Mini⸗ sterinm that einen neuen Schritt auf die Gefahr hin, aufdringlich zu erschei⸗ nen, und erließ an das ungarische Ministerium eine Denkschrift. Diese Aufsorderung blieb leider ohne Erfolg, und wir sind nicht in der Lage, ein⸗ schreiten zu können. Das österreichische Ministerium hat zwei Zwecke: die kroatischen Zerwürfnisse beizulegen und die gegenseitigen Beziehungen fest⸗ zustellen. Das frühere Ministerium Ungarns hat sich aufgelöst und ein neues bildet sich. Von der gegenwärtigen Deputation kann das Ministe⸗ rium keine Lösung dieser Frage hoffen, denn sie bietet kein Substrat der Verhandlung. Die heutige Debatte ist wichtig, weil sie zeigt, von welchem Gesichtspunkte aus die hiesigen Vertreter das Verhältniß zu Ungarn auf⸗ faßten. Bis zum war Ungarn das einzige constitutionelle Land Oesterreichs, . stehen wir auf demselben Beden. Es ist wahr, daß die Völker jetzt handeln, aber da müssen die Völker auch brüderlich sich annähern. Eben so hat das Ministerium gegenüber Ungarn immer Gleich⸗ berechtigung aller Nationen als Prinzip aufgestellt, und so lange das nicht anerkannt ist, können wir nicht mit der Regierung Ungarns verhandeln. Das Ministerium erkennt seine volle Verantwortlichkeit an und unterwirft sich den Beschlüssen des Reichstags. Den Vorwurf, als erkenne es über sich noch ein anderes Kabinet, muß das Ministerium zurückweisen. Jetzt hat die Gesamtheit nur ein Ministerium des Hauses und des Auswärtigen, und letzteres selbst ward von Ungarn desavouirt. (Bravo!) Löhner: Es freue ihn, daß die so lange versprochene Staatsschrift endlich heraustrat; er hofft auch Druck⸗ legung dieser Denkschrist, da er bei aller Aufmerksamkeit nicht alle Punkte beantwortet fand. Einige Punkte dieser Staatsschrift widersprechen ganz den Prinzipien der Freiheit, wie er sie auffaßt. Er bedauert, daß nicht die Geschichte dieser mit den einzelnen Provinzen geschlossenen pragmatischen Sanctionen in der Denkschrift enthalten ist. Richter stellt den Antrag, wegen dieser Mittheilung des Ministeriums über die Frage der ungarischen Deputation zur Tagesordnung überzugehen, zieht ihn aber wieder zurück. Wiesnitzki: Was sell die Deputation? Wir können doch nicht gleich entscheiden. Und wollten wir selbst, hingerissen vom Gefühle, berathen, so mögen uns die 50,000 Kommittenten hinter uns davon abhalten. Und zu was eine Kommission? Ueber was soll diese verhandeln? Es bleibt nichts übrig, als die Ungarn aufzufordern, ihre Wünsche in einer Adresse nieder⸗ zulegen, die wir schnell berathen. Klaudi: Ungarn ist den sogenannten deutschen Provinzen gegenüber Ausland, in dessen Angelegenheiten wir uns nicht zu mischen haben. Lassen wir die magparische Deputation vor, so nehmen wir Partei für sie. Und werden die Völkerstämme, welche eben die Freiheit den Magparen errangen, reactiongir sein? Gewiß nicht. Man er⸗ kannte die Forderungen der Kroaten im Rechte gegründet; müssen sie diese durch Blut erkaufen, so lasse man sie selbe erkämpfen. Sollen wir den Magyaren ihr Privilegium, die Majorität zu erdrücken, fortggönnen? Man spricht von Reaction der Slaven, kann aber dies nicht von jener Partei ausgesprengt sein, welche fürchtet, durch den Sieg der Slaven in der Ma⸗ jorität aufzugehen? Und ist nicht den Magyaren gegeben, den Bürgerkrieg gleich aufhören zu lassen? Dürfen sie nicht blos der Majorität ihre Rechte, die Gleichberechtigung wiedergeben, aber nicht auf dem Papiere, sondern durch Insti⸗ tutionen. Noch ist zu erwähnen, daß nirgends um Kredttive der Deputation die pazifizirende Vermittelung des österreichischen Reichstages angesprochen und die Annahme der Vorschläge desselben verbürgt wird. Stellt den Antrag; die Verhandlung über Sie akowski's Antrag sei zu verkagen, und an den Präsidenten das Ansuchen zu stellen, seines Rechtes, der Vertretung des Hauses nach außen, sich zu bedienen und der Deputation jene Papiere ab⸗ zufordern, wodurch sie unter Festhaltung des Prinzips der Gleichberechti⸗ gung der Nationen bevollmächtigt werde, die Intervention des österreichi⸗ schen Reichstages anzunehmen. Bis darüber berichtet wird, sei die Ver⸗ handlung über diesen Gegenstand abzubrechen. Lasser unterstützt den An⸗ trag, die ungarische Deputation möge eingeladen werden, schriftlich ihre Mittheilungen zu machen, wie es die frankfurter Natlonal⸗Versammlung einem solchen Falle gegenüber machte. Rieger:
Wie unheilvoll es sei, diese konstituirende Reichs⸗Versammlung mit allem Möglichen zu beauftragen, ist schon nachgewiesen. Zu was haben wir denn Ministerien, Gesandte, Armeen. Die Vorlassung der Deputa⸗ ion wäre zwecklos; soll sie sich etwa sehen und ihre Bärte bewun⸗ dern lassen (Zischen); wir haben etwas Anderes zu thun. Soll sie ihre Freundschafts⸗Versicherungen abgeben? doch das hieße, die schöne Zeit des Zopfthums erneuern. Das kann auch in anderer Weise geschehen; übri⸗ gens halte ich nicht viel von platonischer Liebe in der Politik. Und in eine Debatte können wir nicht eingehen, denn wir müßten alle Parteien hören, müßten die Kroaten und Serben vorfordern, und eben so die Nordslaven und die Deutschen in der Zips, die man aber nicht wird kommen lassen, denn man stellte ihnen für den Fall, als sie wieder in Wien Hülfe suchen sollten, Galgen als Wegweiser auf. Ich leugne, daß in der ungarischen National⸗Versammlung die Slovaken, die Zipser vertreten sind, denn diese können nicht magyarisch, was erst seit kurzem Reichstagssprache ist! Auch die Deutschen in Ungarn sind gedrückt, ich kenne dies. Und in Schemnitz? Wie wurden dort die deutschen Akademiker behandelt? Man sagt, daß man Abwesende nicht beschuldigen solle? Und doch nannte man die Serben Räuberhorden und beschuldigte die Kroaten und Jellachich der Reaction. Als die Magyaren sich losrissen von Oesterreich, damals flossen sie von Bruderliebe über. Man nannte die pragmatische Sanction ein vergilbtes Pergament, und doch ist sie ein Vertrag der Völker, beieinander auszuhar⸗ ren und die Dynastie stets anzuerkennen. Ohne die pragmatische Sanction könnte jede Provinz ihre eigene Dynastie wählen. Man sagt, Jellachich hätte die Freiheit in Croatien sich erringen können; wahrscheinlich, bis die Magyaren sich gekräftigt hatten? Daß Jellachich seine Mittel benutzt, ist kein Zeichen der Reaction. Was ist Zweck der Deputation? Man will uns schmeicheln, man will Kaiser und Regierung desavouiren. Doch wir werden nicht so unklug sein, werden nichts zwischen uns und unseren Kai⸗ ser kommen lassen. Wir sollen vermitteln! Das wäre jetzt ungerecht; wir dürfen den Arm nicht niederdrücken, der sich erhob, um die Fessel zu brechen. Ingram: Die Magyaren warteten gar nicht die Sanction des Rekruti⸗ rungs⸗ und Finanzgesetzes ab, die National⸗Versammlung Ungarns wich also in der letzten gen öfters vom Rechsboden ab, und auch das dürfte zu berücksichtigen sein. Ist für Lasser's Antrag. Brauner: Es scheine ihm nicht, als wenn der Weltgeist an die Thüre des Hauses klopfe, nur als wenn ein Antragsteller anklopfe. Um uns der Bruderliebe zu versichern, war keine eigene Deputation noth; liegt aber eine Ursache zu Grunde, viel⸗ leicht höchst willkommene Vorschläge, so ist der Weg durch das Präsidium oder durch eine Petition offen. Eine Ausnahme wäre nicht rathsam, denn wir sollen besonnen handeln; die Magyaren sollen dies selbst nicht wollen um nicht in den Verdacht zu kommen, als wollten sie uns überrumpeln. Ist für Helfert und Lasser's Antrag. Neumann: Der Deutsche als sol⸗ cher ist in Ungarn sehr gedrückt; denn in Schule und Verwaltung herrscht eine fremde Sprache. Der Name Ungar hat eine politische Bedeutung, man darf nicht das magyarische Element mit dem ungarischen identifiziren. Der Spruch Moriamur pro rege nostro ward nicht blos von Magyaren aus⸗ gesprochen. Es kämpfen 12,000 Magyaren für Oesterreichs Ehre in Ita⸗ lien; allein Kossuth selbst gestand, daß auch 30,000 Kroaten dort kämpften. Der Abgeordnete von Saatz scheint in dem österreichischen Staats⸗-Verbande nur ein Spiel des Zufalls zu erblicken; ich sehe darin eine Nothwendigkeit weil sonst die einzelnen Theile sich aufreiben oder fremden Völkern unter⸗ than würden. Die Politik der freien Völker besteht darin, daß das Interesse der Völker, nicht der Familien, berücksichtigt wird; allein den Wechselver⸗ kehr der Völker müssen die Reg ierungen besorgen. Die pragmatische Sanction ist die Grundbedingung des Verbandes Oesterreichs und ist wohl zu unter⸗ scheiden von den vergilbten Pergamenten, die der März zerriß. Die Ma⸗ 5 aber begehren ein Privilegium, die Herrschaft der Rede. Endlich etreffend Jellachich, welches sind die Inzichten, daß er ein Verräther an 829 Freiheit sey? Es ist sonderbar, derselbe Mensch, der an der Spitze ei⸗ 89 k190- für die Freiheit in die Schranken tritt, soll ein Verräther sein!
as Volk soll ihn erheben, weil er ein Reactionair ist; das klingt fast
lächerlich! Ist Jellachich ein Verräther an der Freiheit, so wird er auch als
Opfer derselben fallen. Die Freiheit, die über Anarchie siegte, wird auch Jellachich
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nicht fürchten. Die Parteifehde in Ungarn wird, muß enden, aber das Mittel dazu liegt nicht in unseren, liegt in den Händen der Magyaren, es heißt Ge⸗ rechtigkeit. Sierakowski begründet nun seinen Antrag, denn die Zu⸗ lassung der ungarischen Deputation verhindere vielleicht Bürgerkrieg, es handle sich um das Wohl der Monarchie. Klaudi nimmt seinen Antrag zurück, eben so Wiesnizti. Es wird nun über Helfert's Antrag mit Namensaufruf abgestimmt. Mit Ja stimmen 186, mit Nein 108, des Stimmens enthielten sich: 1, also der Antrag mit 78 Stimmen angenom⸗ men, somit die ungarische Depntation nicht vorgelassen. Hierauf zieht Neu⸗ 81“ zurück und der Lasser's wird durch Aufstehen an⸗ nen.
Hannover. Hannover, 21. Sept. Die Hannoversche Zeitung enthält folgende „General⸗Ordre an die Armee“:
Hannover, den 19. September. Die Truppen Meiner Armee, welche Ich seit dem Monat April d. J. zum Kampfe für die deutsche Sache nach Schleswig⸗Holstein beordert hatte, sind jetzt nach abge⸗ schlossenem Waffenstillstande zurückgekehrt.
Es haben sich Meine Truppen durch ihren militairischen Geist, durch Tapferkeit an den Tagen des Gefechts, durch ordnungsmäßiges Betragen, so wie durch Ausdauer in Mühseligkeiten und Beschwerden, Meine vollkommenste Zufriedenheit erworben.
Mit Vergnügen bezeuge Ich dem biederen Führer jener Truppen, Meinem General der Infanterie Halkett, Meinen aufrichtigsten Dank für die rühmliche Weise, in welcher er das ihm anvertraute Kom⸗ mando geführt hat. .
Ebenfalls gebe Ich den übrigen Generalen, welche ein Kom⸗ mando im Felde gehabt haben, Meine volle Zufriedenheit mit ihrem ehrenwerthen Verhalten zu erkennen.
Ich danke sämmtlichen Commandeuren und allen übrigen Vor⸗ gesetzten, den Offizieren und Unteroffizieren, für die vielfältigen Beweise des Diensteifers und des Muthes, womit sie ihren Unter⸗ gebenen vorangegangen sind; Ich danke allen Soldaten für die Hin⸗ gebung und Folgsamkeit, mit denen sie dem Beispiele ihrer Vorge⸗ setzten nachgekommen sind.
Ich zweifle nicht, daß die heimgekehrten Truppen auch in den gewöhnlichen Dienstverhältnissen, in welche sie nun zurücktreten, allen Pflichten getreu und willig genügen werden; Ich erwarte und bin überzengt, daß alle Abtheilungen Meiner Armee, wenn diese dem⸗ nächst einmal wieder zum Waffendienste berufen wird, denselben guten Geist und dieselbe Disziplin wie bislang beweisen werden, sie werden nie vergessen, daß sie Hannoveraner sind, und werden eingedenk sein, daß die hannoverschen Truppen sich stets durch Treue und Tapfer⸗ keit ausgezeichnet haben.
Ausland.
Oesterreich. Pesth, 17. Sept. Die Landtags⸗Akten bringen die Staatsschrift des österreichischen Ministeriums über das zwischen Ungarn und den übrigen Ländern Oesterreichs bestehende Band der Einigungim deutschen Original⸗Texte. Dieselbe lautet:
„Seit Jahrhunderten sind die Schicksale der ungarischen Reiche mit den dem Erzhause Oesterreich angehörigen Ländern in der innigsten Verbin⸗ dung gestanden; das Band, welches die verschiedenen Kronen an dasselbe Fürstenhaus knüpfte, noch mehr das innere Leben der die Donau anwoh⸗ nenden Völker kettete dieselben so innig zusammen, daß es schwer zu ent⸗ scheiden ist, welchem der verbrüderten Völker in einem einzelnen bestimmten Felde der staatlichen oder gesellschaftlichen Entwickelung der Vorzug des Führers oder das Lob einer übertreffenden Nachahmung zukomme. Das Kriegswesen, der Bergbau, die Beschiffung der Donau und die Niederlas⸗ sung der Gewerbe in den an der Donau gelegenen Städten, dann Maß, Gewicht und Handlungsgebräuche haben sich wechselseitig verähnlicht, und während der österreichisch⸗deutsche Gewerbsfleiß zu seinen Richtpunkten den Vedarf der Ungarländer nahm, gab der Magbare seinem reichen Boden jene Bestimmung, wie sie ihm bei dem österreichischen Begehr nach Schlachtvieh, Wollprodukten, Taback und anderen Natur⸗Erzeugnissen als die gewinnbrin⸗ gendste erschien. ,
„Nach den Siegen Eugen's ward mit der Befreiung und staatlichen Einrichtung des südlichen Ungarns es für den letzten männlichen Sprossen aus dem Hause Habsburg das wichtigste Unternehmen, die von der Natur und dem Genius der Völker ausgesprochene Verbindung auf eine möglichst feste staatsrechtliche Grundlage zu stellen. Der ungarische Reichstag, die Adhäsions⸗Urkunde der siebenbürgier Stände vom 30. März 1722, auf dem Landtage des Jahres 1744 inartikulirt, gleichwie alle Landttage der österreichisch⸗deutschen Provinzen, namentlich die österreichischen alten Stamm⸗ lande Böhmen und Tyrol, haben mittelst der pragmatischen Sanction nicht nur der Gefahr eines Erbfolgekrieges vorgebeugt, sondern auch die Länder⸗ Verbindung (üindivisibiliter ac inseparabiliter) so fest begründet, daß man seit mehr als einem Jahrhunderte immer nur von Einer Monarchie, Einer Regenten⸗Familie und Einem Herrn sprechen konnte, und daß blos trübe historische Erinnerungen an die unglückliche Vorzeit übrig waren, wo noch in Konstantinopel oder Versailles in kurzen Perioden Unterhändler ungari⸗ scher Malkontenten erschienen waren. Daß Ungarn unter dieser Ver⸗ einigung bedeutend geblüht und seine Nationalität, so wie seine Munizipal⸗ und politische Freiheit bewahrt habe, beweist die stufenweise Um⸗ gestaltung, welche in der Regierung dieses Reiches seit den letzten drei De⸗ zennien eintrat. Wenn früher die politische Freiheit nicht in dem Maße zur Geltung kam, als die Wünsche und Ansichten der Gegenwart es for⸗ dern, so muß den vielen Kriegen und der Verheerung, in welcher sich die von den Osmanen erst spät befreiten Landestheile befanden, gebührende Rechnung getragen werden. . .
„Die vorzüglichsten Bestimmungen der pragmatischen Sanction über den Verband der verschiedenen Staaten der Monarchie unter sich sind in den Stellen der einzelnen Landtags -Beschlüsse und Gesetze enthalten von welchen das beigelegte Blatt eine Zusammenstellung enthaͤlt.
„Der Ausdruck der pragmatischen Sanction war immer für so deutlich und vollständig betrachtet worden, daß sich hierüber niemals ein Zweifel er⸗ gab. Die Einheit in der obersten Staatsleitung, in der Leitung des Ge⸗ sammt⸗Finanzwesens, in der Verwaltung und Führung des Heeres waren der Ausfluß des obersten Staatsgrundgesetzes der Untrennbarkeit der Mo⸗ narchie. Ungarn war gegen außen von Oesterreich nie abgesondert, nie für trennbar gehalten und nie als abgesondert vertreten. Mit dem Namen Oesterreich war nie das Erzherzogthum allein, sondern auch Ungarn damit vereint, in dem Kreise der europäischen Großmächte geltend gemacht, die gesetzlichen Beweisstellen hierfür 1723 Art. 101, 1741 Art. 11, 1790 Art. 10, 11 und 17, 1792 Art. 8 und 9 bekräftigen dasjenige, was in den Jahrbüchern der Geschichte enthalten ist. Alle äußeren Kriege wurden ver⸗ eint geführt. Traf Ungarn ein Mißgeschick, sogleich ward demselben von der obersten Staatsbehörde und den übrigen Provinzen Hülfe geleistet, wi dies noch die pesther Ueberschwemmung in Erinnerung bringen wird. War im Lande ein Aufstand, so eilte unverweilt Beistand aus den übrigen Provinzen herbei, und die Ordnung wurde schnell hergestellt. Mit dem Blute der deutschen und slavischen Völfer wurde Ungarn dem Feinde der Christenheit entrissen, und die Hinopferung der westlichen Theile der Monarchie konnte allein das östlich gelegene Ungarn vor dem gewaltigen 3 Dränger Napoleon retten. Heldenmüthig und in der vollsten 5 dem 288 der deutschen und slavischen Völker Oesterreichs Famnbee, en Ungar, und die Geschichte unterscheidet bei den gemein schaftlisn⸗ Deutsch nicht den Antheil, welchen die Treue berm Tapferkeit des Ung
Slavi ämpfers hatte. in Folge der Kriegsereignisse, dann für die Gesamm