bBis zu einigen Punkten zufrtieden, 1) — 84 b. — 2— zwei verschledene Antworten gehen dern, daß er aus haben wir auch das Recht, ihn aufzufordern, daß b schant ise. so jehe. Mit demselben Rechte kann auch der Reichstag dem — Armer aus dem Lande weisen. Er hat das Recht, *½ ungewen es nicht. Deswegen soll in der Zuschrift gesagt werden, 29 r* will, so lange der Ban hier sei. 2) Mochte ich die 2 Worte ausgelassen haben: bis Ew. Excellenz entwaff aet sein verben Pillersdorf trägt an, eine Kommission zu ernennen, die erst 2— — begutachten soll. Man soll das Anerbieten beider Gene⸗ — — die Zufuor von Lebenemitteln nach Wien und dage⸗ der Armee ihre Bedürfnisse zu holen gestatten. Uebrigens könnte — der erste Schritt der Ausgleichung hervorgehen. Gold⸗ mark: Ich bin gegen die Meinung der Abgeordneten Potozti und lllersdorf. Ich mache keinen Unterschied zwischen Auersperg und Früacic, die Zuschrift ist von Beiden unterzeichnet. Ich erkläre mich gegen jede Kommmssston. Der Gegenstand ist berathen worden in der permanenten Kommission. Wir haben Alles gut erwogen, wir nehmen ihre Anerbietungen an, wir haben ihnen. Lebensmittel zukommen lassen. Eine solche Armee hatte es nicht nothwendig, so werige Garden zu entwaffnen. Wien ist auf 14 Tage schon jetzt verproviantirt, die übrigen Seiten der Zusuhr sind noch frei. Der Kampf zwischen Ungarn und Kroaten gingr uns nichts an, wäre es nicht jetzt auf österreichischen Boden. Ich beantrage also, gleich die Zuschrift abzuschicken. Smreker: Ich bin gegen den Antrag Pil⸗ jersvorf's, denn unsere Kommission hat eine solche Einsicht in die Angelegenheiten, die keine erst zu berufende haben kann. Das Ge⸗ schick wird entscheiden, wir dürfen nicht die Hand dazu bieten, das Grab der Freiheit zu graben. Fedorowitsch: Zwei feindliche Heere liegen vor Wien. Nur zu unserer Ehre wird die Geschichte und unsere Kommittenten unsere Handlungsweise bis jetzt er⸗ zählen können. Es hat geheißen, daß die Kroaten blos deewegen aus österreichischen Kassen bezahlt wurden, weil die Ungarn ihnen die Zahlung versagten, also sind sie nicht österreichisch. Im Jahre 1830 mußte eine in Oesterreich ein⸗ gerückte fremde Armee die Waffen niederlegen, dies bätte mit den Rroaten geschehen müssen, aber sie sagte noch, der Douner der Ka⸗ nonen diktire ihr die Marschroute, und doch war der Donner der Ka⸗ nonen nicht hinter ihr, sondern vor ihr in Wien am 6. Oktober. Wir haben den Ban aufgefordert, sich zurückzuziehen in Gottes Namen, wohin er will. Wir hatten einen Kaiser und eine Exekutivg walt, der Kaiser ist weg, und das Ministerium ist nicht da, wir aber sind trotzbdem geblieben inmitten der Gefahr. (Stürmischer Bei⸗ fall.) Ich frage alio, thun wir unsere Pflicht? Die Ge⸗ schichte muß mit einem Ja antworten. Wir haben vor ein paar Stunden eine Adresse an den Kaiser geschickt. Ein Feder⸗ zug von ihm würde Alles gut gemacht haben, aber Sie wis⸗ sen, wie man unsere Deputation empfangen hat. Wir sollen eine Constitution ausarbeiten und tagen hier, um zu sagen, der Ban solle sich zurückziehen. Möge er allein es verantworten, wenn das Blut fließen wird. Ich trage an, den Antrag der Kommission anzu⸗ nehmen. (Stürmischer Beifall.) Potozki: Ich habe nicht ge⸗ meint, die Ungarn seien zurückzuweisen aus Oesterreich, sondern blos, wir sollen nicht sagen, daß wir das Recht nicht dazu haben, sonst haben wir auch das Recht nicht, den Ban zurückzuweisen. Schu⸗ selka nimmt Goldmark's stylistische Verbesserung an, nämlich, daß man feierlichst gegen die Feindseligkeiten des Ban protestirt. „Was zweitens besondere Zuschriften an die Generale betrifft, so ists nicht öthig, denn Beide sind auf einer Zuschrift unterschrieben, und in der That sind sie auch vereinigt. Was Ungarn betrifft, sagen wir icht, daß wir nicht das Recht haben, sie zurückzuweisen, sondern, daß wir s nicht können. Die herben Worte sind die der ungarischen Adresse und los deshalb angeführt, daß der Ban einsehe, daß wir nicht Schuld an dem Einfalle Ungarns sind.“ Goldmark's Antrag: daß die Pro⸗ estation des Reichstages nicht eventuell, sondern faktisch geschehe, wird vom Referenten und dem Hause angenommen, der zweite An⸗ trag, daß die Zuschrift an Auersperg zu richten sei, wird von selbem zurückgenommen. Potozki's Anträge: Zwei Zuschriften an die Ge⸗ jerale zu schicken, die stylistischen Verbesserungen bezüglich des Rechts es Reichstags und die Auslassung der herben Worte werden ver⸗ worfen. Nun kömmt der Kommissions⸗Antrag: die Absendung der verlesenen Zuschrift. Wird angenommen. Umlauft trägt an, diese Zuschrift drucken und publiziren zu lassen. Angenommen. Präsi⸗ dent: Wenn Sie den verhandelten Gegenstand ins Auge fassen, be⸗ Sie die Anfrage Löhner's wegen Beschlußfähigkeit des Reichs⸗ ags, wenn Sie die Aufforderung zu einer Versammlang in Brünn ins Auge fassen, so muß Jeder pünktlich hier sein, muß Alles gesetzlich geschehen, damit kein Protest gegen unsere Be⸗ schlüsse eingelegt werden könne. Wir haben mit Schmerz die Ent⸗ fernung mehrerer Abgeordneten gesehen. Ich glaube, sie werden bald zurückkommen, wenn sie erfahren, daß wir nicht terrorisirt werden. Ins⸗ besondere haben sich Viele der abwesend grwesenen Abgeordneten schon wieder eingefunden auf die Kunde der hier vorgefallenen Er⸗ ignisse. Schuselka: Die Generale wollen die Auslieferung des Generals Reecsey. Wir glauben, er ist sicherer im Konvikt unter dem renschutze der akademischen Legion, als bei einer Eskortirung. Er esindet sich wohl and hat an seine Familie geschrieben. Ein Ab⸗ geordneter will für die Ingenieur⸗Akademie den Schutz des Rrichstages. Winkowski: „Alle Institute sind unter den Schutz des Reichstages und des Volkes gestellt, das genügt. Es hat die wiener Bevölterung geschmerzt, Institute unter den Reichstage⸗Schutz u stellen. Der beste Schutz ist das wiener Volk selbst.“ Morgen um 10 Uhr die nächste Sitzung. Schluß der Sitzung um 5 Uhr.
Wien, 44. Okt. Das J. d. Oest. Lloyd sagt in seinem heutigen Blatte über den Zustand der Stadt: „Mit steigender Sehnsucht und wach⸗ sender Unruhe wird die Ankunft der ungarischen Armee erwartet, und Jeder fragt den Anderen um die Ursache, weshalb sie noch nicht erschienen sei. Denn sobald sie nur sichtbar wird und der Kampf mit den Kroaten begonnen hot, wird die ganze bewaffnete Macht der Stadt
und der Vorstädte (gegen 80 — 100,000 Mann) augenblicklich gleich⸗
falls zum Kampfe schreiten. Die Spannung der Gemüther ist des⸗ halb eine ganz unbeschreibliche. An den Linien, z. B. an der maria⸗
hilfer Linie, nach Schönbrunn hinaus, stehen die Vorposten der Kroa⸗ ten und der städtischen Macht hier und dort nur 20 — 30 Schritte von einander entfernt, sich grimmig beobachtend und jeden Moment zum Feuern bereit. Jellachich bat sich mit seinem linken glügel au die
Höhen des wiener Waldes gelehnt und in dieser Richtung sich bis
St. Veit hinaus ausgedehnt; die Dörfer Hietzung, Baumgarten, Lainz
Speising, Pensing sind von ihm besetzt und die dortige Nationalgarde entwaffnet worden. Auch nach Fünfhaus und Sechshaus sandte er
die Entwaffnung der Garde verlangend; aber die Fünfhauser gaben
ihm zur Antwort: „er möge kommen und sie holen.“ Der gestrige
Angriff, welchen die Kroaten auf die Marxer⸗Lsnie und die Vor⸗
stadt Erdberg machten, wurde von 4000 dort stehenden bewaffneten
Arbeitern zurückgeschlagen; es fielen bei dieser Gelegenheit meh⸗
rere Kroaten; auf Seiten der Stadt hatte man zwei schwer Ver⸗
wundete. Die Truppen unter Auersperg halten sich noch neutral; wogegen man dem General Matauschek erlaubte, mit einigen hundert Mann unbewaffneter Soldaten durch die Favoriten⸗Linie ins Bel⸗
. 22]¹
vedere zu züchen, die beim pfötzlichen Tp⸗ Füdh Militair⸗ 87 ten abzuholen; bewoffnete Fe .bseassener ten die Transporte. Inwiefern sich General Auersperg bes . Kampfe zwischen den Ungarn neutral verhalten wird, wenn bie Stadt, wie vorherzusehen, sich nicht neutral hält, ist aus der vagen Antwort, welche er der ungarischen Deputation gab, nicht ganz klar. Auch Auereperg verfällt bei allen seinen Erklä⸗ rungen in jene diplomatische Halbheit, welche ihm alle Thüren offen lassen soll, aber bei dem jeegen veränderten Charakter und Gange aller Ereignisse unfehlbar nur zu seinem Verderben ausschlägt. Sollen wir über die ganze Bewegung von Iellachich und Anersperg ein Urtheil aussprechen und ihr Ziel zu errathen suchen, so scheint es uns, als wollen Beide sich des Donau⸗Ueberganges, der Eine unterhalb und der Andere oberhalb der Stadt versichern, um im Falle eines unglücklich ausgehenden Kampfes sich über die Donau zu ziehen und mit den Truppen im Marchfeld und später mit dem Herre des Win⸗ dischgrät sich zu vereinigen. Es darf uns deshalb nicht wundern, wenn Jellachich heute oder morgen sich bis Klogerneuburg ausdehnt und Auersperg den Uebergang über die Denau vorbereitet. Denn es scheint, als sei es Plan, ein großes Armeecorps entweder im Marchfelee oder bei Brünn zusammenzuziehen und dann die Opera⸗ tion gegen Wien mit vereinten Kräften zu beginnen. Radetzky's Rück⸗ zug von Mailand und seine siegrriche Rückkehr dahin mag hier als einladendes Vorbild erscheinen. Waͤhrend solches außerhalb der Stadt vor⸗ geht und zu erwarten steht, werden im Innern die Rüstungen zur Vertheidigung und zum Augriff mit verstärktem Eifer betrieben. Außer den gestern genannten Frcicorps der Polen, welche schon ihre Posten eingenommen haben, der Italiener und der zahlreichen Steyerer, so wie des Freicorps unter Führung von Sternau, haben sich heute wiederum zwei neue gebildet: das eine unter Kommando des Dr. Frank, dessen Einsehreibe⸗Bürcau im Hause des demokratischen Cen⸗ tral⸗Vereims sich befindet, und das zweite unter dem Hauptmann des Juristencorps Herrn Wuchtler. Ein Artilleriecorps endlich, aus aus⸗ gedienten Artilleristen, formirt sich auf der Universität. Die Ge⸗ meinde hat die Besoldung der Truppen mit 20 resp. 25 Kr. C.⸗M, pro Tag und höheren Sold für die Chargen, so wie die Bewaffnung, Munitionirung und Verpflegung, übernommen. Man sieht, daß Alles mit Ernst und Energie betrieben wird. Auch hat man in Voraus⸗ sicht eines vielleicht sehr blutigen Kampfes außer dem gestern er⸗ wähnten Spital im Lichtensteinschen Palais, ein zweites in den Räumen der alten Post — des Mauthgebäudes — provesortsch ein⸗ gerichtet.“
Der Aus chuß der Studenten hat nachstehende Adresse an den Reichstag gerichtet:
„Hoher Reichstag! 1
Der furchtbare Zyustand einer fieberhaften Aufrrgung und Spannung der Gemüther, die gänzliche Stockung des Verkehrs, des Handels und der Gewerbe, die von Stunde zu Stunde durch allseitigen Zuzug von Truppen steigende Gefahr, macht es zu unserer Pflicht, ein ernstes entschiedenes Wort in diesem ernsten Augenblicke zu sprechen, und dieses Wort an jene Ver⸗ sammlung zu richten, welche uns als der legale Ausdruck des Willens der souverainen Völker Oesterreichs erscheint. Wir zweifeln nicht, daß diese hohe Versammlung von der Dringlichkeit des Augenblickes und der Unabweis⸗ lichkeit eines entscheidenden Schrittes eben so innig überzeugt sei, als wir, und wir hoffen daher um so zuversichtlicher, daß sie zum Wohle der Stadt, zum Heile des Landes und zur Wahrung uünseres höchsten Gutes, der Freiheit, mit Entschie⸗ denheit handeln werde, als ein läugeres Zögern nicht nur den Wohlstand Wiens stören, sondern auch diese Versammlung, den lebendigen Ausdruck der Volks⸗Souverainität, selbst gefährden würde. Ein mächtiges Heer steht feindlich vor den Thoren der Stadt, entwaffnet widerrechtlich die auf lega⸗ lem Wege gebildete Garde der Umgebung, nimmt von des Kaisers Schloß die deutsche Fahne, die des Kaisers eigene Hand zuerst ausgesteckt, und be⸗ drückt durch Requisition von Lebensmiiteln und zahllose Belästigungen das Land; eine Garnison, die an schuldlosen Opfern einer blinden Rache uner⸗ hoͤrte Gräuel geübt, vezeinigt sich mit ihnen und bedroht die Stadt, die sie schützen sollte. Zahlreiche Deputationen, Aufsorderungen und Versöhnungs⸗ Anträge wurden uur mit glatten Worten beantwortet. Auf der anderen Seite ein bewaffnetes todesmulhiges Volk, mit Allem versehen, um den Kampf zu beginnen, zitternd vor Begierde, loszuschlagen, und das befreundete Heer der Magyaren und der Landsturm in zahlloser Menge in Anzug. Dabei der Umstand, daß die Gegner immer und immer neuen Zuzug erhalten. Alles dies nöthigt uns die offene Erklärung ab, daß jetzt und zwar bald, oder nie etwas geschehen müsse, und zwar ein⸗ zig vom Reichstag, dem die volle Macht, ja die heilige Verpflichtung ob⸗ liegt, das Vaterland zu retten und die Revolution, deren Frucht er selbst ist, zur vollen und unbedingten Anerkennung zu bringen. 2 1 unheilvolle Tag erscheinen, wo das bedeutende Wort eines Mitgliedes dieser Versammlung zur schrecklichen Wahrheit werden und die an den Pforten des Hauses pochende Geschichte ungthört darüber zur Tagesordnung über⸗ gehen wird. Noch steht der Reichstag als der gewaltige Damm zwischen Despotie und Anarchie, noch ist die gesetzliche Gewalt geachtet, noch die Gewaltherrschaft zurückgewiesen; in jedem Augenblickder Säumniß spült die nagende Woge der Er⸗ eignisse einen Grundstein jenes Baues um den anderen hinweg, und wehe uns, wehe der Freiheit, wehe unserem deutschen Vaterlande, wenn das ganze Gebände erschüttert zusammenbricht und Secilla oder Charybdis seine Trümmer ver⸗ schlingt. Noch könnt ihr helfen, Männer des Volksvertrauens, noch könnt ihr sprechen das Wort der Zeit, ehe es ungehört von ihrem Sturmesbrau⸗ sen verhallt, — sprecht es, sprecht es schnell, weiset den Feind des Vater⸗ landes hinweg, bietet die euch dargereichte helfende Hand, brecht die letzte Burg der Tyrannei, das Heer, durch dessen alsbaldige Verwandlung in die Eine untheilbare Volkswehr, durch offene legale Anerkennung der Berechti⸗ gung des Uebertritts zum Volke, durch entschiedene volle Unterordnung unter das dem Reichstag verantwortliche Ministerium. Wir bauen auf Euich und boffen, Ihr werdet handeln Euer und Eurer Stellung würdig. Videant Cousules ne respublica detrimentum capiat..
Der Ausschuß der Studenten.“
Der auf der Universität in Verwahrung besindliche ungarische Erminister⸗Präsident Baron Reesey hat im Studenten⸗Aueschusse fol⸗ gende Ecklacung abgegeben: vC“ 1
„Am 3. Oktober wurde ich in den Ministerrath in die Staakskanzlei bernfen, wo sie außer dem Finanzminister Kraus versammelt waren, nach⸗ dem ich zwei Tage früher die Stelle des Esterhazy zurückgewiesen hatte, weil es der Bathhany nicht kontrasigniren wollte, so wie auch die Stelle des Kriegsministers. Als ich am 3. Oklober eingeladen wurde, in der Staatskanzlei im Ministerrath zu erscheinen, wurde mir, bekannt gemacht, daß Se. Majestät mich zum Minister⸗Präsidenten von Ungarn ernennen, wozu Se. Majestät berechtigt sind, bis der Baron Vay beaustragt ist, ein Ministerium zusammen zu setzen, damit die Geschäfte nicht in Stockung gerathen. Ich erklär.e in dem Augenblicke, daß ich mich auf keinen Fall fur länger zu diesem Geschäfte werde verwenden lassen. Gleich wie ich das Unangenehme dieses Manifestes erfuhr, habe ich um meine Ent⸗ hebung gebeten. Ich mußte aber unterschreiben, weil ich die Stelle ange⸗ nommen hatte. Ich erklärte, daß ich mit der Unterschrift meine Exilisirung aus meinem Vaterlande un erschreibe.é Indessen wenn man so lange Mi⸗ litair ist, ist man das Gehorchen gewöhnt. Nach der Kontrasignirung des Manifestes schickte ich einen eigenen Boten zu Sr. Maäjestät, um meine Demission einzureichen. Ich erhielt die gnädige Antwort, von meinem Po⸗ sten enthoben zu sein, aber noch so lange die Geschäfte fortzuführen, bis der Baron Vay zurückgekehrt sei. Ich wiederhole, von Jugend auf an Subordinalion gewöhnt, glaubte ich, Sr. Majestät dieses nicht ver⸗ weigern zu dürfen. Sobald ich aber die mißbilligenden Aeuße⸗ rungen über das Manisest vernahm, habe ich nicht nur sogleich um meine Demission gebeten, so auch gebeten, Se. Majestät geruhe, das Manifest zu widerrufen. — Uebrigens ertläre ich, daß ich mit keiner Partei vom Hofe einverstanden bin. Ich bin in keiner Verbindung mit dem Erzherzog Franz Karl und der Erzherzogin Sophie gewesen und ihnen nicht vorgestellt wor⸗ den bei dieser Gelegenheit. — Ich bin mit dem Staatsrathe nicht in Be⸗ rührung gekommen. — Ich habe das Konzept, worin ich um die Zurück⸗
Möge nie der⸗
nahme des Manifestes bat, dem Parlament in Pesth zugesandt. — Ich habe zufällig erfahren, daß Jellachich in der Nähe von Wien sei, habe ihn also blos aus Neigung besucht, weil ich ihn schon seit dem Jahre 1827 sehr gut kenne. Ich war nur 10 Minuten bei ihm, in dem Hause der Rit⸗ ter. Recsey.“
Gratz, 10. Okt. (Wien. Ztg.) Die Versommlung des er⸗ Peneeonstetutionellen Vereines gestaltete sich gestern zu J Art ev vertreten rie nluct, es waren dabei alle politischen Ecsseüaaos zur Uebereud Iedermann gestattet, zu sprechen. Man kam hierbe sich alle Verrineg daß es für die gute Sache besser wäre, Die Idee, kae., würden, um mit Intensität zu wirken. in Berathung genom ten⸗ fand vielen Anklang und wird zunächst Adresse an den Reichstag erden. Man kam vorerst überein, eine mirsion aus den Herren Engeresvegken, zu welchem Ende eine Kom⸗
en Derren Engerth, Franz Kalchberg u. m. A. eiwählt wurde, die dieser Aufgabe schon heute echecn. h p. 8 . 8
„Hoher konstituirender
„Die ernsten, von wahrer Liebe für Fr eichstag; — beseelten
5 ö. eiheit und N d Worte, welche der konstütuirende Reichstag an die S aterlaned eche ge⸗ richtet, haben in unseren Herzen einen erschütterten Nachhall Sa 8 1 .
bnu“.“
„Vertrauungsvoll blickt Stepermark auf die würdige Haltung, welche der konstituirende Reichetag in den gegenwärtigen Momenten der Gefahr be⸗
währ b
und mit welcher er auf gesetzlicher Bahs und im Bewußtsein des
erhabensten Berufs vorwärts schreitet, das Gluck und die Kraft der Völter
Oesterreichs in einer freien Versassung zu begründen.
„Die constitutionelle Monarchie auf demokratischer Grundlage, gleiche Freiheit und gleiches Necht, das ist das Panier, um welches wir uns be⸗
geistert schaaren. und Sitte heilig halten, verachtend Anarchie wie Deepotismus.
Im Gefühle seiner Macht wird ein freies Volk Gesetz
„Darum Ihr Männer des österreichischen Volkes, erwarten wir mit unerschütterlichem Vertrauen von Eurer Hochherzigkeit und Eurer Pflicht⸗
treue, daß Ihr unerschrocken ausharret in der Erfullung Euerer hohen Sen⸗
dung, was auch die Zukunft bringen möge; — Oesterreichs Völker stehen hinter Ench; ihr Geschick ruht in Euren Händen, — Ihr seid die Träger der Freiheit, des Rechtes und der Gesittung! — Möge Oesterreichs Schutz⸗ geist über Eurem großen Werke wachen, dem festen Bande zwischen Oester⸗
reichs freien Völkern und ihrem geliebten constitutionell n Kaiser!“
Diese Adresse war heute an mehreren Orten aufgelegt, fand zahlreiche
Unterschriften und wurde bereits nach Wien abgesendet.
Auch auf das
flache Land wurden zahlreiche Exemplare dieser Ausprache entsendet, damit
man sich allerwärts in der Steyermark dafür interessire und an der Sache
betheikige. Binnen fünf Tagen sollen dann die in der Provinz gesammelten
Unterschriften an unser Parlament abgehen gemacht werden.
Gratz, 12. Okt. Vormittags wurde durch Lösung
(J. d. Oest. Lloyd.)
Gestern um 11 Uhr der Schloßberg⸗Kanonen und Glok⸗
kengeläute das Signal zur Aufbietung des Landsturmes gegeben, um
den Wienern zu Hülfe zu eilen. 1 Uhr Mittags.
worden. Die Allarmschüsse brahten zwar Alles ia Bewegung, die
Die Ruhe ist noch keinen Augenblick gestört
Straßen und Plytze wurden lebhafter als sonst, es bildeten sich hier
und dort Gruppen,
einzelne Kanfläden wurden geschlossen, und die
Leute rannten, da sich Viele nicht gleich zu fassen wußten, bunt durch
einander; allein es
ist bisber keine Unordnung vorgefallen und bei
dem Umstande, daß man Niemanden, der Waffen haben und nach
Wien gehen will, ein Hinderniß in den Weg legt, auch weiter keine
zu besorgen. 6 Uhr Abends.
Die Organisirung des Landsturmes, dessen Auf⸗
bietung Nachmittags wieder abgesagt worden war, wird aufs neue
betrieben. Von allen⸗Compagnieen der Nationalgarde sind Emissaire zu den Linien entsendet, welche den dort anlangenden Landleuten be⸗ deuten, daß sie sich werden
nach Wicn abzugehen. Es wurde jedoch auch den Abgehenden be⸗ deutet, sich mit Reisegeld und der nöthigen Beschuhung zu versehen, weil wahrscheinlich eine Strecke des Weges zu Fuß zurückgelegt wer⸗ den müsse und der Reichstag bis jetzt eine solche Hülfe nicht be⸗ stimmt verlangte. Auch der demokratische Verein⸗ ruft mitteist eines
Plakates das Volk zu den Waffen und hat Legaten nach allen Thei⸗ um für die Bildung des Landstur⸗
jen des flachen Landes entsendet, mes zu wirken.
7 Uhr Abends. abgefahren: vier Waggons zusammen 200 Individuen (meistens Gesellen,
Bisher sind von hier nach Wien als Sukkurs
aus Garden und Freiwilligen bestehend. Morgen werden die weite⸗
ren Transporte folgen. Abends 11 Uhr.
Ruhe.
Hier ist nachstehende
Gratz, 12. Okt. (Allg. Oest. Ztg.) Kundmachung erschienen:
„Unter den dermaligen Umständen ist eine Unterbrechung des regelmäßi⸗ gen Verkehrs mit dem verfassunggebenden Reichstage und Ministerium leicht möglich. In Berücksichtigung dieses Umstandes und um der Bevölkerung Stevermarks die beruhigende Ueberzeugung zu verschaffen, daß ich stets offen zu handeln gesonnen bin, habe ich nicht zweckmäßiger vorgehen zu können geglaubt, als daß ich mich entschloß, mich mit solgenden Männern zu um⸗ geben, welche mir von der öffentlichen Stimme, als eines besonderen Ver⸗ trauens sich erfreuend, bezeichnet wurden: (Folgen die Namen.)
„Im Vereine mit diesen Vertrauensmännern werde ich über die vor⸗ fallenden Angelegenheiten beschließen. men und sich bei diesfälliger Besprechung am 111en d. M. Nachmittags unter meinem Vorsitze als provisorisches Comité zur Aufrechthaltung der Nuhe, Ordnung und Sicherheit und zur Wahrung der Volksrechte kon⸗ stituirt. Ich behalte mir übrigens vor, eine dies alls etwa als wünschens⸗ werth sich herausstellende Erweiterung vorzunehmen. Dieses Comité ha sich sogleich und in so lange permanent erklärt, bis nach dem Verlaufe der Ereignisse eine Unterbrechung des Verkehrs mit dem Reichstage und Mini⸗ sterium in Wien nicht mehr zu befürchten ist, wo sodann seine Wirksamkeit von selbst beendet ist. 18s
Gratz, den 12. Oktober 1848. Wickenburg.“
Olmütz, 13. Okt. Truppenmärsche gegen Wen. Von allen Seiten strömen Truppenmassen ge gen Wien. tingent gestellt; auch aus Gallizien, zumal
marschirte das Militair bereits ab.
am Lendplatze sammeln soen, um bewaffnet zu und heute Abends oder Morgen früh mittelst Extratrain
um 4 ½ Uhr Nachmittags mit einem Separat⸗Train in Arbei⸗ ter und auch mehrere Garden), dann um 6 Uhr mit dem gewöhn⸗
lichen Abend⸗Train in zwei Waggons bei 150 IJndividuen, gleichfalls 1— 8 J hf
Es herrscht in allen Streaaßen die größte
Sie haben die Berafung angenom⸗
Böhmen hat sein Kon-⸗ aus dem Krakauschen,
Die Eisenbahn⸗Beamten verweigern jede Beförderung des Mili⸗
tairs, als der Anordnung des Reichstages zuwiderlaufend. Sie ge⸗ ben nur der Gewalt nach, und lassen sich dann ein Certifikat aus⸗ stellen, daß sie gezwungen worden sind. Da eine hohe Militairperson die Ausstellung eines solchen Certifikates nicht verantworten zu können glaubte, mußte das Regiment Khevenhüller von Olmütz aus seine Märsche zu Fuß fortsetzen. 1
G. u Haßal wird, sicheren Nachrichten zufolge, erst am 14ten in Olmütz anlangen, wo laut einer kreisamtlichen Kund⸗
machung das Hoflager für eine Zeit aufgeschlagen werden soll. Die
Nacht⸗Stationen bis zum Nachmittags ist Minister Wessenberg in Olmütz an⸗ gelangt.
Fürst Windischgrätz hat folgende Proclamation erlassen:
Eintreffen sind Znaim, Heeloviz und
8I1 Fnisse in Wien beweisen leider ei . öswil⸗ „Die letzten Ereignis sen leider einen Zustand böswil⸗
8
lig hervorgebrachter Austegung, welcher alle Orbnung stört, den Gesetzen Trotz bietet und es wesehc macht, Verfassung und A angemessen auszuarbeiten und das Eigenthum zu sichern. Dieser Zustand erfordert im Interesse eines seden Staatsbürgers eine baldige Beendigung, die nur durch kräftige Maßregeln herbeigeführt werden kann. Die zu diesem Zwecke getroffenen militairischen Vorkehrungen sollen daher — die, von Sr. Majestät unserem Aergnävigsten Kaiser verliehenen Rechte schmä⸗ lern oder rückgängig machen, sondern im Gegentheil jeden Einzelnen im Genusse derselben und den Staat vor Anarchie schützen. Ich fordere da⸗ her alle rechtlich Denkenden auf, jedes hier so unbegründete Mißtrauen zu beseitigen und durch rubiges Verhalten die zur Förderung des allgemeinen Wohles unumgänglich nöthigen Maßregeln nicht zu stören.
Olmütz, am 11. Oftober 1848. 8 Im Auftrage Sr. Durchlaucht des
kommandirenden benmn egeceggg Böhmen: 8 Sustenau, 1 vaich von W Feldmarschall⸗Lieutenant General⸗Major.“ und Festungs⸗Kommandant.
Prag, 13. Okt. (D. A. Z.) Hier sind folgende Bekanntma⸗ chungen von Fürst Windischgrätz und dem flüchtigen Reichstagsprä⸗ sidenten Strobach erlassen worden:
I. An die Bewohner Böhmens! Anarchie und deren gräuliche Fol⸗ gen, die sich leider in Wien auf empörende Weise entwickelt haben und alle Grundvesten einer geregelten Verfassung zu untergraben drohen, legen mir die Pflicht auf, mit einem Theile der mir unterstehenden braven Truppen zum Schutze der geheiligten Person des Monarchen und zur Wahrung der Einheit der constitutionellen Monarchie mich von hier zu entfernen. Der nun schon seit geraumer Zeit hier bestehende geregelte friedliche Zustand und die lovalen Aeußerungen der Bewohner dieser Hauptstadt gewähren mir die beruhigende Ueberzeugung, daß die so bedauerlichen Juni⸗Ereignisse hauptsächlich durch fremden Einfluß herbeigeführt wurden. Ich oerlasse baher die Stadt und das Land mit dem festen Vertrauen, daß Ruhe und Ordnung nicht mehr gestört werde; die Ehre und Wohlfahrt der Nation hängt wahrlich davon ab, daß dieses mein Vertrauen nicht getäuscht werde. brag, . 11. Oktober 1848. Fürst Windischgrätz, kommandirender
eneral.,
II. Die Herren Reichstags⸗Deputirten, welche durch die letzten Ereig⸗ nisse genöthigt sind, Wien zu verlassen, werden eingeladen, sich heute um 6 Uhr Abends im Lokale der Bürger⸗Ressource zu einer wichtigen Berathung einzufinden. Zugleich wird bekannt gegeben, daß der Drang der Ereignisse es nöthig macht, sich täglich um 6 Uhr Abends in dem erwähnten Lolale zu versammeln, daß demnach alle im Verlaufe dieser Tage hier ankommen⸗ den Herrn Reichstags⸗Abgeordneten ihre Kollegen in Berathung versammelt antreffen werden. Prag, am 12. Okt. 1848. Dr. Anton Strobach, im eigenen und im Namen dreißig anderer Reichstags⸗Mitglieder.
Brü⸗ un, 12. Okt. (D. A. Z.) Der Kaiser wird heute Vor⸗ mittag in Seelowitz erwartet. Eine Deputation, bestehend aus 3 Kommunal⸗Ausschuß⸗, 3 Repräsentations⸗Mitgliedern und 6 Garden, werden sich nach Seelowitz begeben, um ihm die Aufwartung zu machen und ihm zu danken, daß er Mähren ausersehen hat, um von da aus die constitutionelle Freiheit zum dauernden Gemeingute für alle seine Völker begründen zu können. Der Kaiser erließ folgende Proeclamation: 1
Au die Völker meiner deutsch⸗erbländischen Provinzen! Gleichzeitig mit meiner Abreise von Schönbrunn habe ich ein Manifest zur Kontrasignatur und Veröffentlichung nach Wien geschickt, in welchem ich meine höchste Ent⸗ rüstung und Betrübniß über die traurigen und grauenvollen Ereignisse aus⸗ sprach, welche durch die kecken Uebergriffe einer jede Freiheit erdrückenden, zwar kleinen, aber ungemein thätigen Partei neuerlich dort stattfanden, un⸗ geachtet ich mich entschlossen hatte, ohze andere Garantieen als die Liebe der Einwohner dahin zurückzukehren. Zugleich habe ich in selbem den vor⸗ zugsweisen Zweck meiner Reise erklärt; nämlich einen für den Augenblick geeigneteren Standpunkt in der Monarchie zu gewinnen, von welchem aus ich die constitutionelle Freiheit zu einem wirklichen und dauernden Gemein⸗ gute, für Alle gleich wohlthätig wirkend, begründen könne, ohne die Vor⸗ theile, welche bereits meine Sanction erhalten haben, irgend zu schmälern. Da durch die dortigen Wirren dieses Manisest vielleicht nicht an seine Bestimmung kam und somit auch nicht zur allgemeinen Kenntniß gelangen könnte, wollte ich dies denen Provinzen, und insbesondere denen Gegenden, welche ich durchziehe, zur Beruhigung bekannt geben. Herzogenburg, den 8. Oktober 1848. Ferdinand. 8 8
E“
Anhalt⸗Bernburg. Bernburg, 13. Okt. (Magdb. Ztg.) AMuch Bernburg hat seit heute einen Landtag, der sich für permanent erkeärt, die exekutive Gewalt an sich genommen und einen Landtags⸗Ausschuß niedergesetzt hat. Foͤtgende heute bier mittelst einer Extra⸗Beilage zum Regierun gs⸗Blatt veröffentlichte Be⸗ kanntmachungen geben näheren Aufschluß über dirse Krisis:
Mitbürger! Das Staats⸗Ministerium ist seit der Berufung des jetzi⸗ gen Landtages die Ursache gewesen, daß derselbe nicht im Stande war, seiner Pflicht ganz zu genügen. Nach wiederholtem Kampfe erilärt sich der Landtag durch einen Beschluß mit 17 zu 5 berechtigt, über die berathenen Gegenstände zu beschließen, und dies geschah namentlich, um langjährigen Beschwerden des Volkes endlich abzuhelfen. Umsonst! Das Ministerium handelte nicht allein in ein paar Fällen den Beschlüssen geradezu entgegen, sondern es verweigerte noch gestern eine Erklärung über diese Kompetenz, undßerklärte heute, es habe darüber den Willen unseres geliebten Herzogs noch nicht eingeholt, könne also ohne denselben die Kompetenz nicht anerkennen. Da zeigte sich eine völlige Entrüstung der hiesigen Bürger; der Landtag trug auf Sitzung ohne die Minister an, und es wurden die hier beigefüg⸗ ten Beschlüsse gefaßt. Mitbürger! Ihr seht daraus, daß Se. Hoheit der Herzog um Enrfernung einiger, dem Lande Unheil bringender Personen ge⸗ beten worden, daß im Augenblicke der Landtag das gesetzliche Organ ist, welches die Verwaltung in die Hand genommen hat, aus Treue für unse⸗ ren Herzog, aus Reigung zu gesetzlicher Ordnung. Mitbürger! Werft einen scharfen prüfenden Blick auf Alles, was bis jetzt von uns aus ge⸗ schah, um zu finden, daß wir uns bestrebten, den Eewartungen zu entsprechen, die Ihr durch Eure Wahl in uns gesetzt habt! Vertraut uns noch eine kurze Zeit, und Ihr werdet sehen, daß uns Euer Wohl wahrhaft am Herzen liegt. Verlangt nicht, daß wir darüber viel Worte machen, leset, prüfet — und Ihr werdet wahr finden, was wir Euch sagen. Aber deshalb vertraut uns nicht blos, sondern unterstützt uns auch! Unterstützt uns, damit es nicht einzelnen Bösewichtern gelinge, durch böswillige Gerüchte Euch irre zu führen. Vertraut und unterstützt uns, das⸗ jenige zu Ende zu bringen, was uns selbst wie Euch am Herzen liegt, und was schon fertig wäre, ohne jene unselige Behinderung durch das Ministe⸗ rium. Aber gerade diese Unterbrechung des gewohnlichen Ganges der Dinge berechtigt uns zu der Bitte, Alles zu vermeiden, was entfernt die DOidnung stören könnte, Alles zu thun, um dieselbe zu erhalten. Und namentlich in die Bürgerwehren setzen wir das feste Vertrauen, sie werden nöthigenfalls nichts unversucht lassen, in gleichem Sinne zu wirken. An die Behörden ist verfügt worden, bis auf Weiteres keinen Ministerial⸗Befehlen Folge zu lei⸗ sten. Gott erhalte den Herog.
Bernburg, den 13. Oktober 1848.
Hagemann. Gloß. A. F. Brumme. Heimbürger. A. Oelze. F. Voigt. Niedhardt. Reinicke. Schulze. v Amelang. Sobbe. Ed. Große. Timpe. Müller. Funke. Kunze. Pfannschmidt. Blei. Fleischmann.
Wir beantragen, der Landtag wolle beschließen: 1) Daß daß Ministe⸗ rium das Vertrauen des Volkes gänzlich verloren habe und in seiner jetzigen Zusammensetzung nicht ferner bestehen könne, also umzugestalten sei; 2) daß ein Theil der jetzigen Hofumgebungen Ihre Hoheiten den Herzog und die Herzogin vom Volke trenne und gegen dessen Wünsche stimme, Se. Hoheit
also um entsprechende Aenderung zu bitten sei; 3) daß der Landtag selbst
den Herzog um Bestätigung des Kompetenzbeschlusses und demnächstige
Sanction der Verfassung, so wie um sofortige Ausführung der Anträge 1
und 2 und Anerkennung der heute ausgesprochenen Permanenz des Land⸗ tages bitte; 4) daß sofort eine Deputation aus der Mitte des Landtages 82 mrr e.“
832 0—
abgehe, Sr. Hoheit das Obige ehrerbietigst vorzutragen und um i⸗ dug zu bitten. Bernburg, 13. Oktober 1870 - ;9 von Mey. Große. Barnbeck. Pfannschmidt. Kuntze. Voigt. Amelang. 5.-SJvee Müller. v. Gloß. Brumme. Zeising. Beschlüsse des Landtags am 13. Oktober 1848.
1) Der Landtag erklärt sich bis zur Beseitigung der zwischen dem Mi⸗ nisterium und Landtage entstandenen Zerwürfnisse und bis zur Sanction der Verfassung für permanent. 2) Beschluß über Verpflichtung des Bür⸗ gerwehr⸗Obersten und der Bürgerwehr⸗Offiziere und Vollziehung desselben in nachfolgender Form: Ich, der Endesunterzeichnete, Bürgerwehr⸗Oberst von Kemnitz, erkläre und verpflichte mich bierdurch ausdrücklich und bündigst, daß ich a) Verfügungen des dermaligen Staats⸗Ministeriums und anderer Be⸗ hörden nicht Folge leisten, auch sonstigen Requisitionen nicht eher genügen werde, bevor der Landtag re p. der Ausschuß desselben dieselben genehmigt; b) nach Kräften bemüht sein werde, die Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten; c) während der jetigen Krisis und bis uf Weiteres den Landtag resp. dessen Ausschuß als das einzige gesetzliche Organ des Volkes in mei⸗ ner Stellung als Büurger⸗Oberst und in allen meinen Beziehungen zur Bür⸗ gerwehr anerkennen und Alles aufbieten werde, um denselben zu schützen gegen jeglichen Angriff, von welcher Seite er auch kommt.
Bernburg, den 13. Oktober 1848. G. v. Kemnitz.
(Folgt sodann eine zustimmende Exrklärung der Bürgerwehr⸗Offiziere.)
3) Desgleichen über die Verpflichtung des Commandeurs des hiesigen Militairs, Majors von Trützschler, wie folgt: Ich, der Endesunterschriebene, Major von Trützschler, erkläre und verpflichte mich hierdurch ausdrücklich, bis zir Beendigung der gegenwärtigen Krisis keinerlei Requisitionen von irgend welcher Behörde Folge zu leisten, welche nicht seitens des Landtags resp. dessen Ausschusses, als dem gegenwärtig einzigen gesetzlichen Organe des Volks, genehmigt worden ist, namentlich aber nichts gegen den Landtag oder dessen Beschlüsse zu unternehmen.
Bernburg, den 13. Oktober 1848.
von Trützschler, Major und Commandeur.
4) Beschluß, daß die Personen der Landtags⸗Abgeordneten nunverletzlich seien, und daß bei einem etwaigen Attentate gegen einen oder den anderen derselben die Minister in Anklagestand zu versetzen seien und man sich ihrer Personen bemächtigen müsse. 5) Beschluß, daß sowohl an Herzogl. Landes⸗ Regierung, als auch an Herzogl. Kammer von Seiten des Landtages die Weisung erlassen werde, daß beide Behörden, bis ein neues Ministerium
ebildet worden, nur vom Landtage oder dessen Ausschusse, nicht aber vom
üeherigen Staats⸗Ministerium Ordre entgegenzunehmen und auszuführen, desgleichen die betreffenden Unter⸗Behörden zur Nachachtung dieses Be⸗ schlusses mit der Androhung in Kenntniß zu setzen haben, daß dessen Nicht⸗ befolgung gerichtliche Untersuchung zur Folge haben werde; daß bis zu sol⸗ chem Zeitpunkte von den Verordnungen, die der Herzog allein unterschreibt, dasjenige gilt, was in einem constitutionellen Staate gesetzlich ist. 0) Be⸗ schluß, daß durch eine Estafette unsere Umstände ꝛc. sofort an Se. Kaiser⸗ liche Hoheit den Reichsverweser und an die National⸗Versammlung wahrheitsge⸗ mäß berichtet werden, um dem etwaigen Beschlusse vorzubeugen, durch fremde Bajonette zu interveniren, und daß der Reichstags⸗Abgeordnete Zachariä gleichzeitig von den Vorgängen in Kenntniß zu setzen. 7) Beschluß: Daß das Staats⸗Ministerium kuͤnftig nur aus 2 Mitgliedern bestehe. 8) Be⸗ schluß: Eine Deputation, bestehend aus den Abgeordneten Landtags⸗Prä⸗ sidenten Hempel, Schriftführer von Mey, von Krosigk und Zeising, an Se. Hoheit den Herzog um Genehmigung der Beschlüsse ad 1, 2 und 3 zu sen⸗ den. 9) Beschluß über die Ernennung eines einstweiligen Landtags⸗Aus⸗ schusse?, bestehend aus den Abgeordneten Vice⸗Präsidenten Hagemann, von Gloß, B ne und Heimbürger.
—-————
Anusland
Oesterreich. Pesth, 8. Okt. (J. d. Oestr. Lloyd.) Kossuth hat an die Festungs⸗Kommandanten und das Militair in Ungarn nachstehenden Erlaß gerichtet:
„Nachdem durch Gottes Gnade und das siegreiche Vordringen unserer tapferen Truppen die heilige Sache des Vaterlandes so weit sichergestellt ist, daß das ganze Armee⸗Corps des Rebellen Jellachich, bei Stuhlweißenburg bereits tüchtig geschlagen, gegen Wien entflohen, die aus 10,000 Mann bestehende Räuberhorde Roth's aber mit allen Anführern und Offizieren zu Landesgefangenen gemacht worden ist, und binnen kurzer Zeit die ganze Macht des Feindes entweder vollständig vernichtet oder die schmählich ent⸗ flohenen Haufen gänzlich aus dem Lande gedrängt sein werden, so wird im Namen des Königs und des Vaterlandes in Gemäßheit des Reichstags⸗ Beschlusses hiermit unter strenger Verantwortung allen Festungs⸗Komman⸗ danten und sämmtlichem Militair in den Festungen von Ungarn, Sieben⸗- bürgen, Slavonien und Croatien aufgetragen, daß sie: 9
1) binnen 7 Tagen, nach Bekanntmachung dieses Befehls, im Köz⸗ löny die dreifarbige Fahne Ungarns unerläßlich ausstecken und, sowohl dies, als
2) ihre Treue gegen Ungarn und die verbundenen Länder, und ihren bereitwilligen Gehorsam gegen die Befehle der Landesvertheidigungs⸗Kom⸗ mission unerläßlich kundgeben.
„Im entgegengesetzien Falle aber wird Jeder, der diese beiden Pflich⸗ ten unterläßt, als Landesvertäther betrachtet, als solcher außer dem Gesetze stehend erklärt, und kann von Jedermann festgenommen und erschossen werden.
„Zugleich wird unwiderruflich erklärt, daß in dem Falle, als Jemand auch nur zögern sollte, den beiden oben bemerkten Pflichten zu gehorchen, sobald durch die Tapferkeit unserer Heere der Sieg der vaterländischen Sache gesichert und das Land von den Rebellenhaufen gesäubert ist — alle Ungehorsamen in den Festungen als Landesverräther ohne Gnade streng bestraft werden.
„Welcher Befehl zur Danachachtung und Bekanntmachung in der Festung allen Festungs⸗Kommandanten zuzusenden angeordnet wird.
Gegeben Ofen⸗Pesth, 8. Oktober 1848.
Im Namen des Königs und des Vaterlandes — in Gemäßheit des Beschlusses der Vertreter der Nation, die Landes⸗Kommission.
.“ Ludwig Kossuth, Präses.“
Die Generale Roth und Philippowich nebst anderen 57 Offizie⸗ ren wurden hier als Kriegsgefangene eingebracht. Das übrige Truppen⸗ Corps des General Roth, 7450 Mann stark, wurde, nachdem es den Eid geleistet, nie wieder gegen Ungarn zu kämpfen, entwaffnet und unter Eskorte bis an die kroatische Gränze nach Hause geschickt. Auch die früher gemachten Gefangenen sollen nach Beendigung des Krieges entlassen werden. Unsere Haupt⸗Armee unter Anführung des Feldmarschall⸗Lieutenant Moga verfolgt jetzt den Jellachich und wird auf Verlangen der wiener Aula auch bis Wien gehen. — Nachschrift. Nach eben eingelaufenen Briefen aus Szegedin hat die dortige National⸗Garde sich der szegediner Festung bemächtigt. Die aufständischen Raitzen in Carlowitz und bei St. Thomas haben ihre Unterwerfung angeboten.
Pesth, 10. Okt. (Bresl. Ztg.) Graf Albert Nugent ist bei Groß⸗-Canischa von den Unsrigen total geschlagen worden. Mit den Trümmern seines Truppencorps hat er sich in das Legrader Gebirge geflüchtet.
In der eben geschlossenen Sitzung der Nationalversammlung wur⸗ den solgende Dekrete beschlossen: 1) Alles ungarische Militair, wel⸗ ches außer den Grenzen des Landes sich befindet, wird somit ins Va⸗ terland zurückgerufen. 2) Der Erzherzog Stephan, welcher als Kö⸗ nigl. Statthalter und Palatin „treuloserweise“ das im Sinne der Gesetze ihm als dem Obercapitain des Landes zugewiesene Kom⸗ mando über die ungarische Armee verlassen und sich aus dem Lande selbst entfernt hat, wird als seiner Würden entsetzt er⸗ llärt. Die Verhandlung über das weitere Verfahren gegen ihn wird verschoben. 3) Jeder Ungar ist verpflichtet, mit Gut und Blut das Vaterland zu vertheidigen, und es wird daher auch Jenen, welche in den österreichischen Provinzen weilen, befohlen, binnen 14
Tagen heimzukehren. Hi 1b e auß 1 ei gen h zukehren. Hinsichtlich derer, welche außerhalb Oesterreich
— —C—C—C—
—2 wird die Zeitbestimmung der Rückkehr dem „Anoschuß“ fber⸗ assen. 91 „Unsere Regierung hat dieser Tage die italienischen Gefangenan in der Festung Szegedin in Freiheit setzen lassen. Dieselben, mei Carbonari, werden morgen unter dem Jubel des Volkes hier eintreffen. Der österreichische Konsul in Belgrad, Meyerhofer, ist mit 4000 Ser⸗ biern zu den aufständischen Raitzen gestoßen.
Pesth, 11. Okt. (N. O. Z.) Das Scharfschützen⸗Corps der Repräsentanten ist heute Mittags unter Päaꝛmaͤndy's Anführung mit einer Abtheilung Wilhelm⸗Husaren in zwei Dampfböten von Pesth abgefahren, um mit der Verstärkung, die ste unterweges aufnehmen, zu der Operatons⸗Armee gegen Jellachich zu stoßen und nach Um⸗ ständen auch den Wienern zu Hülfe zu eilen. Das Repräsentanten⸗ haus wird demnach, dem gestrigen Reichsbeschlusse zufolge, durch einige Tage keine Sitzungen halten.
Preßburg, 12. Okt. (A. O. Z.) Die hier zurückgebliebene Mannschaft vom Regiment Ceccopiere hat auf die ungarische Con⸗ stitution geschworen und sich zur Landwehr eintheilen lassen. 1 Bagage dieses Regiments, welche bei dem eiligen Ausmarsch zurück⸗ bleiben mußte, steht unter der Bewachung der National⸗Garde.
Anstatt des verschwundenen National⸗Garden⸗Kommandanten, Graf Kasimir Esterhazy, ist Herr von Merey vom Ministerium ernannt und bereits hier angekommen.
Frankreich. National⸗Versammlung. Sitzung vom 11. Oktober. Anfang 1 Uhr. Präsident Marrast. An der Tages⸗ ordnung ist die Bekanntmachung der 15 Mitglieder, die so eben als Mitglieder der Kommission erwählt wurden, welche mit Cavaignat über Aufhebung des Belagerungszustandes konferiren sollen; ferner mehrere örtliche Gesetz⸗Vorschläge, und endlich die Fortsetzung der Verfassunge⸗Debatte. Ceyras nimmt gleich nach der Protokoll⸗Vor⸗ lesung das Wort. Er habe, sagt er, zu Gunsten der Armen auf dem platten Lande einen Antrag gestellt, doch sei derselbe bisher noch nicht diskutirt worden. Da nun der Winter vor der Thür, so dringe er auf Beschleunigung, denn das Elend sei fürchterlich. Marrast Vom Minister des Innern seien vorgestern wieder 9 Millionen Fr. für Paris und seine Umgegend verlangt worden. Dieser Kredit werde wahrscheinlich schon am Montag diskutirt. Ceyras' Vorschlag könne ja gleichzeitig berathen werden. (Ja! Ja!) In diesem Augen⸗ blicke treten die neuen Minister in den Saal und setzen sich auf die Ministerbänke, die hinter den vorgeschobenen Bänken des Verfassungs⸗ Ausschusses sich jetzt rechts und links von der Tribüne befinden. Die Versammlung fährt indessen in Berathung örtlicher Maßregeln fort. Die Städte Calais, Chartres und andere erhalten die Erlaubniß, sich außerordentlich zu besteuern, um ihr Proletariat bei Bauten und sonst zu beschäftigen. Baraguay d'Hilliers berichtet über die Wahl in Avignon. Gent wird als Volksvertreter proklamirt. Goudchaux, Finanz⸗Minister, dringt demnächst auf Bezahlung der halbjährlichen Quote der griechischen Schuld, was schon hätte am 1. Sept. geschehen sollen; zweitens müßten die Fahnen endlich bezahlt werden, welche auf Bestellung der provisorischen Regierung von einzelnen Fabrikhäu⸗ sern für die Land⸗ und See⸗Armee geliefert worden wären. Diese Häuser brauchten ihr Geld. Die Zahlung des Semesters der grie⸗ chischen Schuld wird ohne Weiteres genehmigt; die Faynen⸗Rechnung ruft aber einen kleinen Streit hervor. Der Berichterstatter sindet die Rechnung der lyoner Fabriken viel zu theuer; sie beläuft sich auf 6,800,000 Fr.; die vorige Regierungthätte die Fahnen viel billiger geliefert. (Lärm.) Die Dorfgemeinden würden sich bedanken, so kostspielige Fahnen anzu- nehmen. Goudchaurx vertheidigt die Rechnung, und die Versamm⸗ 8 lung macht dem Streite dadurch ein Ende, daß sie einen Antrag Gayot's annahm, der also lautet: „Alle Gemeinden der franzö⸗ sischen Republik müssen die von der provisorischen Regierung bestell⸗ len Fahnen annehmen. Doch erhalten sie selbige unentgeltlich, wenn sie es verlanoen.“ Nach Beilegung dieses . talis das Wort, um Cavaignac zu interpelliren: „Bürger“, sagt er, „eine außerordentliche Beilage zum Moniteur hat Ihnen eine Ministerial⸗Aenderung angezeigt, obgleich der Conseils-Präsident gestern Nachmittag jede Regierungs⸗Krists dem Mitgliede Thomas gegenüber verneinte. Drei neue Minister sind angestellt. Das Volk ig jetzt der Souverain, und das Volk sind wir. Wir haben also die Regierung modifizirt. (Murren zur Rechten.) Es ist daher nöthig, daß wir wissen, warum man das Personal der Regierung geändert habe; dies ist um so nöthiger, als zwei der neuen Minister schon unter Ludwig Philipp Minister waren. (Lärm.) Soll das politische System gewechselt werden? Oder sind die Herren Dufaure und Vi⸗ vien echte Republikaner geworden? Das Innere scheint geändert; das A ußere läßt man beim Alten; ich hätte lieber das Gegentheil hesshsn. Dieser Wechsel beunruhigt die Patrioten und verdient Auf⸗ lärung.“ (Ja, ja. Nein, Nein!) Cavaignac: der Interpellant zeiht mich des Widerspruchs. Ich antworte ihm, daß gestern noch nichts entschieden war. Das im Juni konstituirte Ministerium hat vor drei Tagen in Masse abgedankt; bis heute Vormittag war noch nichts Best:mmtes abgeschlossen. Bezüglich der Gründe, warum sich de alten Mi ister zurückgezogen, so werden diese wohl selbst antworten. Was die Richtschnur des neuen Kabinets betrifft, so wird dasselbe nächsten Montag ein vollständiges Programm über Gegenwart und Zukunft vorlegen; die Versammlung wird dann zu entscheiden haben, ob sie ihm ihr Vertrauen schenken könne. Was mich betrifft, so wünsche ich mir Glück zu dieser Aenderung. Das Kabinet verlangt Montag volle Unterstützung, keine blos accidentelle, sonst würde es das Staatsruder niederlegen. (Bewegung.) Portalis: „Also auf Montag!“ Die Versammlung kehrt zur Verfassungsdebatte zurück. Artikel 72, von dem Geschäfts⸗Charakter des Staatsraths handelnd, wird angenommen. Marrast: „Bei Gelegenheit der Verathung des Artikels 30 behielt sich die Versammlung das Votum über das Recht offen, das dem Präsidenten der Republik zustehen solle, die National⸗Versammlung aus eigener Machtvollkommenheit zusammen⸗ zurufen. Die Verfassungs⸗Kommission hat ihr Gutachten bejahend abgegeben. Ich schlage vor, jetzt diesen Zusatz zu erledigen.“ Der Zusatz zu Artikel 30: „Der Präsident der Republik hat auch das Recht, die National⸗Versammlung zusammenzuberufen”“, wird ange⸗ nommen. Marrast: Die Versammlung wünscht ferner, das siebente Kapitel (Actikel 73, 74, 75, 76 und 77), von der inneren Ver⸗ waltung handelnd, erst nach dem achten Kapitel zu berathen. Wir gehen daher zu Kapitel VIII., Artikel 78, von der richterli⸗ chen Gewalt, über. Artikel 78: „Die Rechtspflege geschieht unentgeltlich u. s. w.“, wird angenommen. Artikel 79: „Die Jury richtet auch fernerhin über alle Kriminalfälle.“ Méaulle trägt darauf an, die Worte anzuhängen: „und auch über die zucht⸗ polizeilichen Vergehen.’ Es wird entgegnet, daß jährlich über 170,000 Zuchtpolizei⸗Prozesse verhandelt würden; dies würde also die Bürger⸗Jury im Verkehr stören. Méaulle's Antrag wird mit 421 gegen 301 Stimmen verworfen. Artikel 80, 81, 82 und 83. letztere beide mit geringer Aenderung verschmolzen, werden e men. Die Berathung wird geschlossen, um mit Artitel Dienstag wieder zu beginnen. Die Versammlung gebt um 8
6 Uhr aus einander. Paris, 14. Okt. Der Moniteur, 24 ene . 8 man heute früh allgemein gespannt war, da Anzeige d
6
Streits erhält Por-⸗