1848 / 181 p. 3 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

968 Abonnements⸗Vorstellung. Faust, dramatisches Gedicht von Göthe, in 6 Abth. (Herr Hendrichs: Faust.) Anfang 6 Uhr.

Freitag, 3. Nov. Im Opernhause. 122 ste Abonnements⸗ Vorstellung: Die Zauberflöte, Oper in 2 Abth., Musik von Mozart. Anfang halb 7 Uhr.

Zu dieser Vorstellung bleiben die bereits verkauften, mit Dien⸗ stag bezeichneten Opernhaus⸗Billets gültig; auch werden die dazu noch zu verkaufenden Billets ebenfalls mit Dienstag bezeichnet sein.

Die Abonnenten im ghniglichen Schauspielhause werden ersucht, ür den Monat November den Abonnementsbetrag auf 21 Vorstellun⸗ gen einzuzahlen.

Erster Theil. Athalia, 4 88 8 2) Chor aus Oedip, v 3) der zweiundvierzigste Psalm. 8

Zweiter Theil. ge zum Pr

die erste Walpurgisnacht, Gedicht von Goethe. ————’N’N—x

8 25v A. haben die Königl. Sängennnen Fraulein Tuczeg, 2 8 * n ᷓ— räulein Auguste Löwe und die Königl. Sänger Herren Man⸗ ius, , 8 gxei- Fftrr, Fraufe und Zschiesche gefallizs bemnommen. zunehmen, daß der Aufstand kein allgemeiner war, vielleicht auch, Anfang 6 ½ Uhr. Billets zu numerirten Sitzplätzen a 1 Rthlr. und daß die Regierungspartei, im Bewußtsein ihrer Haltlosigkeit im Volke, zum Balkon a 20 Sgr., so wie Textbücher a 2 ½ Sgr., sind beim Hauswart die Vorfälle im oberen Lande selbst übertrieben habe. (s. Bern.) der Sing⸗Akademie, Herrn Rietz, zu haben. 8 Genf, 23. Okt. (Z. Z.) Zu den Wahlen in den National⸗ Die Direction des Friedrich⸗Stiftes. Rath fanden sich am 22sten d. 7441 Wähler ein. Kandidaten der Kon⸗ servativen waren die Herren Generale Dufour, Cramer und Mont⸗ falcon; die Radikalen portirten die Herren Alméöras, Girard und Galeer. Die Ersteren siegten. Herr Dufour hatte 4145, Cramer 3675 und Montsalcon 3517 Stimmen. Der Kandidat der Radikalen, der am meisten Stimmen hatte, Herr Alméras, brachte es auf 3513 Stimmen. Auf die Kunde dieses Resultates eilte ein Theil der Stadt zu den Waffen. Man schrie über Verrath und Betrug. Bei den Wahlen waren 48 Stimmzettel mehr abgegeben worden, als man ausgetheilt hatte. Dies genügte dem Büreau, die Wahlen zu kassi⸗ ren. Der Staats⸗Rath hat einen neuen Wahltag auf Sonnabend, den 28sten d., angesetzt.

Spanien. Madrid, begab ein anständig gekleideter

N'* arteien wird mit jedem Tage gereizter Sefe am 14ten eine von zahlreichem 1) Ouvertüre zu Far e leitete Deputation dem Präfekten eine Adresse, worin darauf * 8 ward, der Großherzog möge Montanelli zum Minister und nicht Leute, die so denken und handeln, wie die Re⸗ daktoren des sich fälschlich „Patria“ nennenden ES8 Patria dagegen erklärt (18): Es kämen ihr von veschiedenen Theilen Toscana's eine Menge Briefe zu, des Inhalts: „Der C roß⸗ herzog hat uns die Freiheit gegeben und ist ihr treuester Wächter. Die Agitatoren, welche die Regierungen verleumden und sich mit Vorschlägen unmöglicher oder unzeitiger Reformen breitmachen, handeln entweder in gutem Glauben, und dann sind sie dumm, oder sie han⸗ deln böswillig, und sind die Zerstörer der Freiheit. Ihrer sind wenig, aber sie schaden, weil die Guten sich träge verhalten. Es ist Zeit, ihnen Einhalt zu thun, und es wird ihnen Einhalt gethan werden.“

——

2 gilt als „Thron und Reich“, sentimentalisch nachtwandeln geht und Liebesscenen aufführt! welch ein General, der beim Anblick seiner Ge⸗ liebten das Diktiren des Schlachtbefehls überhört! welch ein Prinz, der in der ersten Aufregung des Sieges und mitten im Jammer, den der ver⸗ meintliche Tod des Kurfürsten hervorruft, nur von seiner Liebe spricht! und, schamlos genug, der Kurfürstin, die ihrem kaum wiedererhaltenen Gemahl voll und Freude entgegeneilt, gleichfalls seine Herzensangelegenheit als das Wichtigste aufdrängt!

Bei diesem Mangel an Selbstbeherrschung in konsequent, daß er sich auch in kräftigen nicht bändigen kann, daß er vor dem rechten Zeitpunkt in die Schlacht einbricht. Als er nun für die Ue⸗ bertretung des ihm gegebenen Befehls gefangen gesetzt wird, bricht er in leere Drohungen aus; dagegen, als das Gericht ihn zum Tode verurtheilt, tröstet er sich, das Urtheil werde doch nicht vollstreckt werden, es wäre zu gefühllos vom Kurfürsten, und über dem Gesetz stände noch das Herz. Der Kurfürst bleibt aber der Meinung, daß das Herz sich dem Gesetz unterzu⸗ ordnen hat; und nun ist er wieder außer allen Schranken der Fassung; da jammert er um sein Leben

wie’n krankes Mädchen, will Ruhm, Ehre, Leben darum geben, und erst, als selbst seine Geliebte ihm ihre Verachtung darüber bezeigt, kommt er wieder zu sich, wagt es, dem Tode ins Gesicht zu sehen und gewinnt endlich etwas gerechtere Ansprüche auf den Namen eines Helden, als sie der bloße Rausch der Schlachtwuth 1ag. * durch Trommeln und Kanonen versetzt zu werden ein billiger uhm ist.

Ob die Poesie einen solchen Charakter, wie er von Kleist mit vollen⸗ deter Meisterschaft bis ins kleinste Detail gezeichnet ist, sich zum Gegen⸗ stande wählen soll, darüber wollen wir hier nicht rechten; aber wir können es nicht geeignet finden, einer Zeit, die vor Allem die Unterordnung unter das Gesetz, der echten Männlichkeit und der sittlichen Stärke bedarf, Helden vorzuführen, die statt durch freie That, im Traum und] durch Willkür ihre Preise erringen.

Der Prinz von & wird abwechselnd von Herrn Hendrichs und Herrn Wagner gegeben. Beide sind der Aufgabe ihrer Rollen nicht gewachsen. Sie verstehen es nicht, die schroffen Gegensätze, in denen der Charakter sich bewegt, durch die Darstellung in ein harmonisches Ganze zu verschmelzen. Herr Hendrichs trägt die Farben sogar so stalk auf, daß er die Härten noch mehrt, und was bei sanf⸗ ten Uebergängen wenigstens natürlich wahr würde, wird bei ihm durch Uebertreibung völlig unnatürlich. Als besonders übertrieben führen wir

““ Deutschland. Sachsen. Leipzig. Oeffentliche Speise⸗Anstalt. Vorst 4 die Erhöhung der Eingangszölle.

Anhalt⸗Deßau. Deßau. Landtags⸗Verhandlungen.

3 Ausland.

Schweiz. Bern. Ort für die italienischen Vermittelungs⸗Verhandlun⸗ gen. Wirren in Freiburg. Basel. Gerücht von neuem Aufstand in der Lombardei. Vivis. Truppen⸗Bewegungen nach der freibur⸗ ger Gränze. Genf. Unruhen bei den Wahlen.

Spanien. Madrid. Vermischtes.

8 Wissenschaft und Kunst. Königliches Dpernhaus. (Norma.) Königliches Schauspielhaus. (Prinz Friedrich von Homburg.) Königsstädtisches Theater. (Lucia di Lam-

mermoor.) . Markt⸗Berichte.

——--

Königosstädtisches Theater. Mittwoch, 1. Nov. (ZItalienische Opern⸗Vorstellung.) Zum erstenmale wiederholt in dieser Saison: Lucia di Lammermoor. Oper in 32. . Musi Donizetti. 30. Oktober Mittags waren an der asiatischen Cholera ae nak Unruhen. Vaudeville⸗Posse in als erkre angemeldet 2330 Personen, Zugang von gestern bis 3 Akten, von Friedrich Adami. (Mit neuen Couplets.) Musik beute Mittag 2. Zusammen 2338. Davon sind gestorben 1501, theils neu komponirt, theils nach bekannten Melodieen arrangirt von genesen 666, in ärztlicher Behandlung 171. Summa 2338. W. Meyer. Und: Konzert der Geschwister Neruda. Berlin, 31. Oktober 1848. Eger 8 Königliches Polizei⸗

.“

Meteorologische Beobachtungen. zarten Gefühlen ist es nur

Nachmittags 2 Uhr.

Nach einmaliger Beobachtung.

Abends 10 Uhr.

1848. 30 Okt.

Morgens

Bis 6 Uhr.

27 90 Quellwärme 7,88 R.

334,74“ Par. 334,86“Par. 334,560Pear. 7,00 R.

5,69* R. + 13,09 n. + 8,0 ° R. Flusswärme + 4,79 n. + 7,0° n. 8b 6,3° . Bodenwärme 83 pct. 61 pCt. 87 pet Ausdünstung beiter. beiter halbheiter. Niederschlag 8 8 W. W. w. Wüuͤrmewechsel + 13,2 w. 4,40 334,72 Par... + 8,9° K.. 6,00 +† n. 80 vct. W.

Luftdruck Luftwärme Thaupunkt Dunstsöättigung. Wetter

Präsidium. Aufführung. am Sterbetage vonßelir Men⸗

Aufführung nachstehender Compositio⸗

1 Seh . AA ; Sonnabend, den 4. November c., Königliche Schauspiele. delssohn⸗Bartholdy, findet die Mittwoch, 1. Nov. Im Schauspielhause. 182ste Abonnements⸗ nen des Verewigten in der Sing⸗Akademie, zum Besten des Frie⸗ Vorstellung: Hamlet, Prinz von Dänemark, Trauerspiel in 5 Abth., drich⸗Stiftes, unter Leitung des Königl. Kapellmeisters Herrn Tau⸗ von Shakespeare. Nach Schlegel's Uebersetzung. Anfang 6 Uhr. bert und gefälliger Mitwirkung von Mitgliedern der Sing⸗Akademie und 2. Noov. Im Opernhause. 183ste Schauspielhaus⸗ der Königl. Kapelle, statt:

Donnerstag, 2. Kerse vom 31. 00 ber.

Eisenbahn-Actlen.

22

22. Okt. Gestern Abend um 9 Uhr Mann sich in den Königlichen Palast, stieg eine der zu der Wohnung der Königin führenden Treppen hin⸗ auf und begann an die Thür zu klopfen. Die auf den Lärm herbei⸗ eilende Wache verhaftete ihn; man gewahrte aber bald aus seinen verwirrten Aeußerungen, daß der Unglückliche an Geisteszerrüttung litt. Alsbald erkannte man in ihm den schätzbaren Cortes⸗Deputir⸗ ten für Saragossa, D. Mariano Montanes. Auf der Polizei⸗Di⸗ rection ließ man seinen Geisteszustand durch Aerzte untersuchen. (Heraldo.)

Am 19ten versammelte sich in

Wolkenzug... Tagesmittel:

Uichtamtlicher Theil. Deutschland.

8 v

Sachsen. Leipzig, 28. Okt. (D. A. Z.) In der Sitzung der Stadtverordneten am 25. Oktober wurden 3000 Thaler zur Errichtung einer öffentlichen Speise⸗Anstalt, welche die Portion Essen, Gemüse 1h. zu 1 wird, bewilligt. Auch trat das Kol⸗

gi⸗ er vom Stadtrath an die deutsche National⸗Versa

gerichteten Vorstellung gegen Erhöhung 889 Eingangszölle sgeaee ang bere gegen den Antrag von Eisenstuck, Mammen und Günther, bei.

Anhalt⸗Deßau. Deßau Okt. (Magd. Ztg.) In

Kerline!?“

Wechseld-Course. 1 .

Valencia ein Kriegsgericht, um über drei der Theilnahme an einer Verschwörung beschuldigte Offi⸗ ziere der Besatzung abzuurtheilen. (Espana.)

In den Provinzen Toledo und Caceres (Estremadura) ist eine neue karlistische Bande aufgetreten, welche aus Leuten besteht, die als alte Guerilleros von den Einwohnern sehr gefürchtet und schwer zu vertilgen sein werden. (Clamor.)

Die Besaͤtzung von Guadalajara ist vorgestern mit Kavallerie und Artillerie ausgerückt, um 500 Karlisten zu verfolgen, die in der

——

Stamm-Actien.

eu,u..

Brief. Geld.

14358 142 ½ 150 150 ½ 6 24 ½ 6

Prioriläts-Actien. 72 apilal.

142

149 ¾ 24 ½

90½

PP1ö1ö .250 PFl.

300 Mk.

40. . 300 Mk. London 8 1 Tat.

300 PFr.

150 Pl.

Kurz

2 Mt. Kurr

2 Mt. 3 Mt. 2 Mt. 2 Mt.

Amsterdam-- Kapital.

Der RKeinertrag wird nach, erfolgter Bekanntm. in der dazu beztimmten Rubrik ausgefültt. Die mit 3 ½ pCt. bez. Actieu sind v. Flaat zer.

Tages-Cours.

Zinsfuss.

werden durch

Saämmitliche Prioritäts-Aclien . pCt. amortis.

jährliche Verloosuns ³ 100

do.

Rechnung. Rein-Ertrag 18242.

Hamburg-.

Börsen-Zinzs-

1,411,800 4 5,000,000 4 ½

Berl.-Anbalt.... do. Hamburg

8 w;;

Berl. Anhalt Lit. A B. do. Hamburg

81 ½ 2 81 bz. 63 R

88 ½ G.

77 bz.

—*

Wien in 20 8,000,000

150 PFl. 100 Thlr.

Augsburg ... L““ .

99 99 ½¼2

Breslau 100 Thlr. 100 Pl. 100 SsRbl.

Leipzig in Courant im 14 Thlr. Fusz.. Frankfurt a. M südd.. ‧cc.c.. Patershurch .. . . .. . . . . . .. . . . ...

I nländische Fonds, ELsandbrief-, K. ommunal- Papiere und Geld-Course.

3 wochen 106 ½ 105

2f. Brief. Geld. Gem. Zf. Brief. Geld. Gem. St. Schuld-Sch. 3 ½ 74 ½ 74 ¼ Kur-u.Nm.Ptab. 3 89 ½ 89 Seeh. Präm. sch. 92 Schlesisehe do. 3 ½ 89 x⅔ V 8

K. n. Nm. do. Lt. B. gav. do. 88

Berl. Stadt-Obl. 3 ¾⅔ Pr. Bk-Anth.-Sch. Westpr. Pfandbr. 3 ½ Grossh. Pesen 20. 4 7 do. do. 3 Ostpr. Pfandbr.

81 ½

Priedrichsd'or. And. Goldm. à 5th.

Disconuto.

Ausländische Fonds.

Pomm. do.

Russ Hamb. Cert 5 doe. beiHHopes. 4.S. 5 do. Part. 500 Fl. do. do. 1. Aul. do. do. 300 Fl. do. Stiegl. 2- 5 4 84 Feuer-Cas.

Poln. ueue Pfdbr.

8

do. do. 5. A. 4 do. Staats-Pr. Anl. ꝗß— Jo: v. Rthsch. Lst. 5 100 ¾ Holl. 2 ½ % Int. 2 do. Pola. SchatzO. 4 66 Kurh. Pr. 0. 40 th. do. do. Cert. L. A. 5 77 ½⅔ 76 1 Sardin. do. 36 Fr. do. do. L. B. 200 FIl. 13 ½ s Bad. do. 35 Fl.

Pol a. Pfdbr. a. C. 4 90 ½

100

do. Stettin-Starg.. do. Potsd.-Magd... Magd.-Halberstadt .. do. Leipziger. Halle-Thüringer. Cöln-Minden.. I“ Boönn CöSIin u“ Düsseld. Elberfeld .. Steele -Vohwinkel... Niederschl. Märkisch. do: Zweigbahn Oberschl. Lit. A.... do. Lit 5B. Cosel-Oderberg Breslau-Freiburg ... Krakau-Oberschl.... Berg.-MärkV.. Stargard-Posen. Brieg-Neisse

Quittungs -Bogen. Berl. Anhalt. Lit. B. Magdeb.-Wittenb.... Aachen-Mastricht ... Thür. Verbind.-Bahn

Ausl. Quittungsbog. Ludw.-Bexbach 24 Fl. FPBesther. .. . 26 11.

Friedr. Wilh.-Nordb.

3,500,000 V

4,824,000 4,000,000 1,700,000 2,300,000 9,000,000 2,967,500 4,500,000 1,051,200 1,400,000 1,300,000 9,950,000 1,500,000 2,253, 100 2,400,000 1,200,000 1,700,000 1,500,000 4,000,000 5,000,000 1,100,000

2,500,000 4,500,000 2,750,000 5,600,900

8,525,000 18,900,000 8,000,000

22önne

8=

——

2 2

2

90

F091

102 c.

bz.

51 B

74 ½⅞ 6. 52 ½ B. 29 5c. 68 ¾1 b⸗

89 bz. 89 bz 42 ¼ 6. 57 G. 6 ½ B.

418¾ 2 8

bz

Schluss-Course von Cöln-Minden 74 ¼

2,367,200 4 3,132,800 5 87 B 1,788,000 4 4,000,000]4½ 3,674,500 42* 1,217,000 3 ½ 2,497,250 1,250,000 4 1,000,000 4,175,000 3,500,000 2,300,000 252,000 248,000 5 1,276,600 4 250,000 5 325,000 5 400,000] 4

do. Potsd.-Magd... do. do. 1 do. Stettiner. Magdeb.-Leipziger.. Halle-Thüringer... Cöln-Minden... Rhein. v. Staat gar.. do. 1. Prioritaàt... do. Stamm-Prior.. Düsseldorf-Elberfeld. Niederschl. Märkisch. do. III. Seric. Zweigbahn do. do. Oberschlesische Cosel-Oderberg Steele-Vohwinkel... Breslau-Freiburg.

81 ¼ B. 89 G.

93 ½ 6B ¼ 6.

1

Ausl. Stamm-Act.

Dresden-Görlitz.. Leipzig-Dresden Chemnitz -Risa Sächsisch-Bayerische Kiel-Altona Sp. Amsterd.-Rotterd. Fl. Mecklenburger Thlr.

Börsen-

Zinsen

Reinert. 184

6,000,000 4,500,000 4,000,000 6,000,000 2,050,000 6,500,000 4,300,000

von Preussischen Bank-Antheilen 86 ½¾ b⸗

Die Börse war heute matt gestimmt, nnd die Course der

meisten Actien sind gewichen.

Fersin Inhaster Wurden 1 pCt. billiger als gestern begeben.

Auswärtige Börsen. Breslau, 30. Okt. Holl. und Kaiserl. Dukaten 96 ¼ Br. Friedrichod'or 113 ½ Gld. Louisd'or 112 ½ Gld. Poln. Papiergeld 94 94 bez. Oesterr. Banknoten 935 8 bez. Staats⸗Schuldscheine 73 bez. u. Gld. Seehandlungs⸗Prämien⸗Scheine a 50 Rthlr. 91 ½¾˖ Br. Pos. Pfandbriefe 4proz. 95 ½ Br., do. 3 ½ proz. 77 ⁄2 bez., Ende 38 Gld. Schles. Pfandbr. 3 ½ proz. 89 ¾ Gld., do. Lit. B. 4 proz. 91 ¼ u. * bez., do. 3 ½Qproz. 81¼ Br.

Polnische Pfandbriefe alte 4 proz. 90 ½ Gld., do. neue

Flüssigkeit des baaren Geldes blieb die nächste Veranlassung zu der Die wiener Ereignisse scheinen da die Papierbesitzer nur an

Besserung unserer Fon

ds⸗Course.

auch außer Wirkung gekommen zu sein,

einer friedlichen oder gütlichen Ausgleichung gl. kamen Kapitalisten zum Vorschein, welche in Oe Posten anlegen ließen. Eben so verhält es sich mit süddeutschen Obligationen, ayerischen und badischen stattfanden. ssische, blieben zu

große und kleine

Umsätze in württemberg. b die Anleheusloose, besonders badische und kurhe

höheren Preisen gesucht.

4proz. 909 bez. u. Br., do. Partial⸗Loose a 300 Fl. 934 Gld., do. a 500 Fl. 66 ¼½ Gld., do. Bank⸗Certifik. a 200 Fl. 13¾ Gld. Russ.⸗poln. Schatz⸗Oblig. a 4 % 65 Gld.

Actien. Oberschles. Litt. A. 89 ¼ Gld., do. Litt. B. 89 ¼ Gld. Breslau⸗Schw.⸗Freib. 86 Br. Niederschl.⸗Märk. 68 ½ Br., do. Prior. 94 Gld., do. Ser. III. 89 bez. u. Gld. Ost⸗Rhein. (Köln⸗Mind.) 74 ½ Gld. Neisse⸗Brieg 38 ½ Gld. Krakau⸗Oberschles. 42 bez. Fr. Wilhelms⸗Nordbahn 41 ½ u. ¾ bez.

Wechsel⸗Course. Amsterdam 2 M. 143 Gld. Hamburg a vista 150 ¼ Gld. do. 2 M. 150 ½⅛ Gld. London 1 L. St. 3 M. 6. 24 Gld. Berlin a vista 99 ¾ Gld. do. 2 M. 99 ¼ Gld. Leipzig, 30. Okt. L. Dr. Part. Oblig. 97 Br. B. A. 148 Br. L. Dr. EC. A. 97 ¼ 8 9670. 5 75 Gld. do. Schles. 73 ½ Br. it ⸗Ri

Leipz. Gld. Sächs. Bayer. Themmitz⸗ 25 6 aun⸗ Zittau 23 Br. Magdeb.⸗Leipz. 163 ½ 88 r. Preuß. B. A. 86 Gld. 1 3 5 Frankfurt a. M., 29. Okt. (In der Effekten⸗Sozietät. Das Frfcaff in Fonds⸗ und Fitenbahn⸗Negen . deutend, und die Course blieben daher größtentheils auf ihrem gestri⸗ gen Stand. In 2 ½ % Metall. und Friedrich⸗Wilhelms Nordbahn fanden mehrere Umsätze statt, und nur letztere blieben etwas flauer; nach wiener Actien und poln. 500 Fl. Loose etwas mehr Frage F. schlossen fester als gestern. Die wiener Post vom 25sten ist ausge⸗ blieben. 5 % Met. 67 ¼. 67. L. 44 ⁄⅛. Br., do. 35 Fl. L. 25. stadt 50 Fl. L. 59 ½ Br., Sard. 25 ½. Poln. 300 Fl. L. 92 G., do. 500 Fl. L. 67 ½. 67 ¼. Friedrichs⸗ Wilh. Nordb. 41 ½. 41 ½. Bexbach 68 ½. 67 ⅞. Köln⸗Minden 75 ½. 75. Frankfurt a. M., 28. Okt. (Wochenbericht.) Der Papier⸗ markt war im Laufe dieser Woche wieder ziemlich belebt, und die Tendenz der meisten Fonds und Actien hatte sich zum Steigen ge⸗ neigt. Der fest Stand der auswärtigen Börsen und zugleich die

Bank⸗Actien 1120. 1109. Baden 50 Fl. 25 v½. Hessen 25 ½. 25 ¼. Darm⸗ 25. Span. 3proz. 17 ½. 17 ¼.

Nach preußischen und hannoverschen

Nachfrage aber keine Abgeber zu finden.

Von Eisenbahn⸗Actien gi Mehreres um, und aus Mangel

lähmt. In spanischer einige kleine Posten zu

Briefe sind wenig am willig anzubringen.

5proz. auf 68. 45. Tresorbo 13 8½. Nord. 353 ⁄. London, 27. 3 proz. 84 ½. 3 proz. 98 ½. Bras. 72 ½.

ebenfalls steigend.

Amsterdam, bei einigen Geschäften Geschäft. Port.

Mex. angenehmer.

68 46. 4proz. 76 ¼½. Anutwerpen, zö. 4 ½ proz. 73 ⅛. Madrid, 21. der Börse).

1

Paris, 28. Okt. Anleihe fiel auf 68.55 und die 5p r. Verlust.

Engl. Fonds verfolgten i 8 Fends waren Mex. am meisten gesucht.

Holl. Integr. 44 ¼, . Port. neue 22 ¼, Oest. Met. 5proz. 63 ½. Die Börse

3

% Schuld

stationäiren Coursen.

Platze.

22

227

ns mit

Okt.

Span. 22

22—

Mex. 20 ½¾. . hre steigende Bewegung.

28. Okt.

in

London, sehr wenig vecbessert.

1— 46 · 7. HNr

Okt.

—₰

auben, denn fast täglich sterreichischen Effekten

worin viele Auch

Papieren war auch viele

ug nur in Nordbahn⸗ und Berbacher

an Verkäufern blieb der Handel ge⸗

beschränkte sich das Geschäft auf

haben sich, ungea 5b Russ. und österr. f

mit Ausnahme von Wien und Mailand, Diskonto ist fortwährend zu 1

Zproz. Cons. p. C. 85 ½. Int. 44 ½¾.

Int. gut preishaltend.

Bank 1502 ½.

4 proz. 68 ½.

n Von fremde Eisenbahn⸗Actien bliebe

Die fremden Wechsel, blieben gesucht, langsichtige 1 Aeußerst schwach. Bproz. schließen 44. 40. roz. alte hielt sich mit Mühe Span.

a. Z. 85 ½. E. R.

n n

Holl. Fends waren heute wiederum In Span. kein

chtet der höheren Notirungen von

2 proz. 39 %, *, ³. 3proz. 18 ½ er 5proz. 9 ¾ Papier (9 ½ a

3 ½ Geld). Ferdinands⸗Bank 40 Papie

902 23

Zproz. neue 4proz. 3

50 9-

522 16 .

ast unverändert.

Aproz. ostind. ⁄. Russen alte 96 ½.

2 ½proz. 33, ¼. Mexik. 18 ½.

1 2 r.

88

fest. Belg. 5proz. 78 ½, Span. Ard. 6 ½. Br. Waare (a Geld nach Geld). Passive 3 ¾ Papier

Markt⸗Berichte. Berliner Getraidebericht vom 31. Okt Am heutigen Markt waren die Preise wie folgt: Weizen nach Qualität 58—62 Rthlr. Roggen loco 28—30 Rthlr. 82 pfd. p. Okt., Okt./ Nov., Nov. / Dez. 28 Rthlr. p. Frühjahr 31 Rthlr. Br., 30 ¼ G. Gerste, große, loco 25 26 Rthlr. kleine 24 25 Rthlr. Hafer loco nach Qualität 17—418 Rthlr. p. Frühjahr 48 pfd. 18 a 17 Rthlr. p. Herbst 17 a 16 ½ Rthlr. Erbsen, Kochwaare 36—10 Rthlr. 8 Futterwaare 34— 36 Rthlr. Rüböl loco 11 ½ Rthlr. Br. u. bez., zuletzt Okt./Nov. 11 ½ a 115 a Rthlr. Nov. /Dez. dito. Dez./ Jan. 11 ¼ a 11 Rthlr. Jan. Febr. 11 ½ a 11 212 Rthlr. Febr. /März dito. März/April April / Mai ddito. Leinöl loco 9 ½ Rthlr., Lieferung Spiritus loco ohne Faß 15 ½ a 15 Geld. 1 p. Herbst⸗Termine 15 ¼ Rthlr. Br., 15 G p. Frühjahr 17 ¼ Rthlr. Br., 17 G.

11 erlassen.

9⁴ bez., mit Faß 15 ¼ Br.,

Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 30. Oktober. Zu Lande: Roggen 1 Rthlr. 10 Sgr. 8 Pf., auch 1 Rthlr. 6 Sgr. 3 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 3 Sgr. 9 Pf., guch 1 Rthlr.

3 Sgr. 2 Pf.; kleine Gerste 28 Sgr. 9 Pf.; Hafer 25 Sgr., auch

21 Sgr. 11 Pf.; 6 8

Zu Wasser: Weizen 2 Rthlr. 18 Sgrzh. Pf., auch e“ 15 Roggen 1 Rthlr. 10 Sgr., aue hlr. 6 Sgr. 3 Pf.; 15 Sgr. 2 Roggen 2 23 Sgr. 9 Pf auch 21 Sgr.

große Gerste 1 Rthlr. 5 Sgr.; 3 Pf. 8 5 Sonnabend, den 28. Oktober. Das Schod Stroh 6 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf., au Centner Heu 22 Sgr. 6 Pf., auch 15 Sgr.

.“ 28 ““

Hofbuchdruckerei.

er Deckerschen

11“

Druck und Verlag d.

e“X“

geschrieben, daß die

der heutigen Sitzung des Sonderlandtags wur Ministeri die Beistimmung des Landtags zu der ue“ abzugebenden Erklärung, bezüglich des vom cöthenschen Land c e . faßten Beschlusses, daß Anhalt⸗Cöthen untheilbar sein und Re⸗ gierung dieses Landestheils immer dem Senior allein zustehen solle nachgesucht und nach wenigen Bemerkungen diese zustimmende Erklä⸗ rung des hiesigen Ministeriums einstimmig gebilligt. Auf eine Inter⸗ pellation der Abgeordneten Imme und Fiedler versprach das Mi⸗ nisterium in einer folgenden Sitzung zu antworten. Hierauf kam wieder die schon in der letzten Sitzung so lebhaft debattirte Spar⸗ kassen⸗Angelegenheit an die Reihe, mit deren Besprechung abermals der ganze Vormittag hinging. Nach einer Pause von 1 ½ 3 Uhr gelangte man endlich Nachmittags zur Abstimmung, bei welcher das vom Abgeordneten Nulandt gestellte Amendement: „die jetzige Verwaltung der Sparkasse aufzuheben und deren selbst⸗ ständige Verwaltung dem Staate zu übertragen“ angenom⸗ men wurde. Die Bedingungen, welche dabei inne gehalten werden sollten, wurden einzeln festgesetzt. Das Ministerium erklärte, vorläufig diesem Beschlusse noch nicht seine volle geben zu können; es werde die möglichen Folgen, welche diese Anordnungen haben könnten, erst von Sachverständigen sorgfältig prüfen lassen, ehe es die Verantwortlichkeit der geforderten Maßregeln übernehmen könne. Nachdem hierauf ein Antrag des Abgeordneten Prüschenck, wegen der Landesbrandkasse, als vor den künftigen ordentlichen Landtag ge⸗ hörig bezeichnet und vom Antragsteller zurückgezogen worden, war die Tagesordnung erschöpft. Es wuͤrden aber noch einige Sätze des Ver⸗ fassungs⸗Entwurfs, welche vom Sonder⸗Landtage noch nicht erledigt waren, angenommen, namentlich der die Unveräußerlichkeit des Staats⸗ gebiets und die Aufhebung des Kompetenz⸗Gesetzes betreffende Pas⸗ sus, so daß nun nur noch §. 11 des Verfassungs⸗Entwurfs der Er⸗ ledigung entgegensieht. Auch diesen so schnell wie möglich anzuneh⸗ men rieth Minister Habicht driagend an, um dann sofort die Sanc⸗ tion der Verfassungs⸗Urkunde eintreten lassen zu können. Es wur⸗ den die nöthigen Vorkehrungen getroffen, um sich über den Inhalt des §. 11 noch morgen einigen zu können.

Musland.

Bern, 24. Okt. (Frkf. J.) Aus Mailand wird g Vermittler in der italienischen Angelegenheit Genf zum Vermittelungsorte bestimmt haben. Alle Vorbereitungen in Mai⸗ land von österreichischer Seite sollen indeß auf die Wiedereröffnung des Krieges hindeuten.

Bern, 25. Okt. (Z. Z.) Ein Brief aus Freiburg bestätigt die aus Vivis mitgetheilten Nachrichten, enthält jedoch mehr Ein⸗ zelnheiten. Der Streit mit dem Bischof und falsche Gerüchte über Mißhandlungen, die ihm widerfahren sein sollten, veranlaßten den Ausbruch, der zuerst in der Gegend von Rue und Romont, dem Geburtslande des Bischofs, stattfand. Der Oberamtmann von Vivis hatte sogleich die Truppen seines Bezirks aufgeboten, auf daß sie auf den ersten Befehl der Regierung marschiren konnten. Der ge⸗ fangen genommene freiburgische Oberamtmann von Chatel St. Denis war indessen wieder frei, und die Aufständischen hatten sich zerstreut. Die Stadt Freiburg ist ruhig und sämmtliche Mannschaft theils im Dienst, theils aufs Piket gestellt. So lautet ein direkter Bericht aus Freiburg vom 24sten d. Abends.

Basel, 26. Okt. (Basel. Ztg.) Gestern Abend, den 25sten d. M., war in Luzern das Gerücht der Aufstand in 81. Lombardei sei aufs neue ausgebrochen. Diese Nachricht wird bestä⸗ tigt durch einen Brief aus Zürich, laut welchem das Postamt Chur ersucht, keine Poststücke nach Mailand abzusenden, indem sie einstwei⸗ len in Chur liegen bleiben, da der italienische Krieg wenigstens im Distrikt Chiavenna aufs neue losgebrochen sei. Wir würden des Ge⸗ rüchts aus Luzern nicht erwähnen, wenn uns nicht zugleich diese letz⸗ tere Nachricht zugekommen wäre; doch wäre es möglich daß die B. wegungen im Veltlin bloße Guerillas⸗Versuche wären. 9

Vivis, Kanton Waadt, 24. Okt. (Bas. wird Generalmarsch geschlagen, alle unsere .b gt 42 Ften die Gränze des Kantons Freiburg, wo eine Revolution ausgebroch 8 sein soll. Eben zieht eine von Chillon kommende Batterie vorhec Der Präfekt von Chatel St. Denis ist diesen Morgen 4 Uhr ge⸗ fangen genommen und in das dortige Schloß gebracht worden, zwei Kanonen sollen den Insurgenten in die Hände gefallen sein. Sonst hat man keine Nachrichten, vermuthet aber, der Ausbruch sei allge⸗ mein und seit länger verabredet; die Regierung ist von der 30gn Mehrheit verabscheut. Wir geben diese Nachricht, wie sie uns zu⸗

Schweiz.

fommt, die Bestätigung ist zu gewärtigen. Da jedoch die berner eld

Blätte .“ östen noch nichts davon so ist wenigstens an⸗

Nähe von Molina erschienen sind. 3proz. 18 ½ G. 5proz. 9 G

Wissenschaft und Kunst.

Königliches Opernhaus.

Fräulein Sophie Cruvelli; Norma. Fräulein Kellberg: Adalgisa.

(Den 29. Oktober.)

Die Vorstellung der ‚Norma“ am Sonntag erregte dadurch ein be⸗ sonderes Interesse, daß zwei neue Sängerinnen darin vorgeführt wurden. Fräulein Sophie Cruvelli, vom italienischen Theater der Königin zu London, eine geborene Deutsche, eröffnete ihren hier zu gebenden Gastrol⸗ lenkreis als Norma, Fräulein Kellberg, aus Beblin (wenn wir nicht irren), machte ihren ersten theatralischen Versuch als Adalgisa. Was vorerst Fräulein Cruvelli und ihre Mittel betrifft, so ist die Sängerin im Besitz einer äußerst umfangreichen und biegsamen Stimme, die auch viel Wohlklingendes hat, so lange der Ton nicht Ausdruck der Leidenschaft wird. In letzterem Falle bekommt er jedoch, besonders in den höheren Stimmregionen, leicht ein etwas scharfes, spitziges Kolorit, in Folge dessen das Ohr des Hörers nicht immer wohlthuend berührt wird. Den Gesang angehend, so offenbarte Fräulein Cruvelli bei Durchführung ihrer Partie die Vorzüge wie die Mängel italie⸗ nischer Schule. Sie glänzt vorzugsweise durch leine bedeutende Koloraturfertigkeit, womit sich ein feuriger und leidenschaftlicher Vor⸗ trag verbindet. Dagegen sind ihr auch fast alle jene Gesangsmanieren eigen, wodurch sich das moderne italienische Kunsttreiben, das stets nur nach äu⸗ ßeren musikalischen Effekten hascht, auszeichnet. Durch Anwendung dieser leidigen Gesangsmanieren, wozu wir vor Allem das beständige Beben des Tons, das übermäßige Forciren der Höhe, das Kokettiren mit der Tiefe, die unnatürlichen (fast unhörbaren) Pianissimos, das unmotivirte Heraus⸗ stoßen einzelner Töne, überhaupt die Art und Weise der Nüancirung des Vortrags ohne Vermittelung u. s. w. u. s. w. zählen überschreitet die Sän⸗ gerin das Gebiet des Schönen, dem natürlichen Gefühle des gebildeten deutschen Hörers gegenüber, fast in jedem Augenblicke und in hohem Grade, wenngleich wir zugestehen, daß die heutige Leistung des Gastes, davon abgesehen und eben nur aus italienischem Gesichtspunkte betrach⸗ tet, sowohl im Gesange, wie hinsichtlich des Spiels, Vortreffliches bot und viel Anerkennung beanspruchen darf. Das Publikum schien die Leistung auch nach diesem Maßstabe zu beurtheilen und wurde durch die glänzende Virtuosität der Sängerin, so wie durch ihre lebendige und feurige Dar⸗ stellungsweise, um so mehr zu oftmaligem Beifallsspenden veranlaßt, als Fräul. Cruvelli mit so bestechenden Gaben auch die einer äußerst anzie⸗ henden Persönlichkeit verbindet. Mehr als die Partie der Norma dürfte übrigens die der Donna Anna im „Don Juan“, womit Fräul. Cru⸗ velli zunächst debütiren will, geeignet sein, unser Urtheil über die Sängerin noch naher zu begründen, hier, wo es echte musikalische Bildung auf rein künstlerischem Boden zur Entfaltung zu bringen gilt, während es dort, nur eine gewisse äußere Geltung zu gewinnen, schon hinreicht, die Sängerkraft möoglichst zu entfalten und einzelne dramatische Effektmomente geschickt her⸗ vorzuheben. Es bleibt uns noch übrig, der Leistung des Fräul. Kell⸗ berg zu gedenken, die als Adalgisa ebenfalls Anerkennung von Seiten des Publikums ärndtete. Die junge Debütantin hat sich bereits eine ehren⸗ werthe Ausbildung ihrer Stimme, die wohl eigentlich von Natur eine Mezzo⸗Sopran⸗Stimme ist und erst durch Kunst zum hohen Sopran binaufgeschraubt wurde, angelegen sein lassen. Namentlich darf die gleich⸗ mäßige Ausbildung der Register gerühmtwerden, eben so die Elastizitat, mit welcher sie die Passagen singt, und der natürliche Ausdruck, dessen sie sich befleißigt. Ueberhaupt zeugte die ganze Leistung von beachtungswerthem Talent. Für eine Sängerin, welche die Bühne zum erstenmale betritt, be⸗ wegte sie sich sogar in der Darstellung ziemlich frei, so daß Fräul. Kellberg mit der Zeit eine schätzenswerthe Künstlerin zu werden verspricht.

Die Besetzung der übrigen Partieen giebt keinen Anlaß zur Besprechung, da sie die frühere war. Herr Pfister sang den Sever, 1 Bötticher den Orovist. Die Aufführung der Oper im Allgemeinen ließ besonders hinsichtlich übertrieben schneller Tempi zu wünschen

No rma.

Königliches Schauspielhaus.

Prinz Friedrich von Homburg, Schauspiel von H. von Kleist.

jebt dieses Stück hier mit einer gewissen Vorliebe; und wir die in dem kriegerischen Geist und In anderen Beziehungen indessen die Gegenwart kaum noch Sinn

Man verkennen nicht die patriotische Anregung, den stolzen Erinnerungen desselben liegt. gehört es einem Zeitgeschmack an, für den haben möchte.

Es gilt als das beste Werk des Dichters, und es ist es ohne Frage, wenn das Werk, welches die Eigenthümlichkeit seines Verfassers am treffend⸗ sten darstellt, sein Meisterstück heißen soll. Es bewegt sich ganz in jener Mischung von thatenlustiger Kraft und schwächlicher Sentimentalität, welche den Charakter Kleist's ausmacht und ihn in jenen Gegensatz excentrischer 2- brachte, aus dem er zuletzt keinen anderen Aueweg wußte, als den Selbstmord. Welch ein Held, d t, die seinem Herrn n velf-II den Retins

die Parolescene und die Scene an, in der er die Kurfürstin um ihre Ver⸗ vendagh für sein Leben bittet. In der letzteren Scene geht er beinahe zur Raseei über. Viel zu matt dagegen ist die Liebeserklärung an Na⸗ talie. Herr Hendrichs zeigt dabei, wie er alle Rollen vom Standpunkte eines trivialen Liebhabers aus auffaßt. Der Prinz von Homburg ist, wenn auch weibisch, doch nicht süßlich. Er macht die Liebeserklärung eben in der Aufregung der Schlacht, erhitzt, feurig, fassungslos! Herr Hendrichs tritt ruhig auf, und wird schmachtend! So ist die Mäßigung gerade an der einzigen Stelle, wo er sie anbringen wollte, nicht am Platze! Wenn es auch Herrn Wagner nicht gelingt, ein künstlerisches Ganze aus der Darstellung des Prinzen zu schaffen, so liegt es bei ihm nicht an der un⸗ verständigen Uebertreibung des Einzelnen, sondern an seiner Unfähigkeit, durch ein freies Spiel die einzelnen Momente der Rolle zu vereinen. Herr Wagner ist von der Natur viel weniger begünstigt als Herr Hendrichs. Er muß mit seinem Organ ringen, um den Ausdruck zu gewinnen, den er ihm geben will; seine Natur 1 starr, und nur, wo die Rolle ihm eine Thatigkeit zumuthet, werden seine Bewegungen gelänfig und sein Spiel warm. So kommt es, daß seiner Darfzellüng des Prinzen, wenn sie auch im Einzelnen nicht falsch ist, doch die verschmelzende Abrun⸗ dung sehlt. In den Scenen mit Natalien, wo er ihr seine Liebe erklärt, und wo sie ihm den Rettungsbrief bringt, ist er zu kalt; in der letzteren gelang es ihm namentlich nicht, die verschiedenen Affekte durch Uebergänge zu vermitteln. Dagegen ist er in der Scene mit der Kurfürstin Herrn Hen⸗ drichs weit überlegen; er hält sich in den Schranken des Schönen und setzt nicht wie jener in Keuchen und Athemlosigkeit den Affekt. Eben so ge⸗ lingt ihm die Parolescene viel besser. Nicht durch plötzliches Auffahren zeigt er, wie Herr Hendrichs, seine Zerstreutheit; er verharrt vielmehr in einer sanften Träumerei, die aus der Weichheit des Charakters des Prinzen sich hinlänglich motivirt.

Herr Hoppé spielt den Großen Kurfürsten. Wer kennt nicht diese im⸗ ponirende Gestalt, jeder Zoll ein König! Welcher Berliner, namentlich der alle Tage Gelegenheit hat, ihn auf der langen Brücke zu sehen, würde nicht den Mann von Erz in ihm erwarten! Herr Hoppé dagegen spielt einen Intriguanten! Wir wissen recht wohl, daß die Würde nicht im Schreien und hohlem Pathos besteht aber im Gesichterschneiden auch nicht! Herr Hoppé zeige eine sehr pikante Mimik, die aber dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg am allerwenigsten zusagen würde. Der sprach nicht in feinen Spitzen, zu deren Ausdruck die 18 nicht ausreicht und zierliche Bewegung des Kopfes und Winken der Augen zu Hülfe ge⸗ nommen werden muß! Der hatte nicht eine angenommene Würde, die er fallen ließ, wenn er allein war, und durch Aufwerfen des Kopfes und der Lippen wieder aufnahm, wenn Andere dazu kamen. Die Würde lag bei ihm im Bewußtsein seiner Kraft, und seine Großherzigkeit war nicht ein Raffinement seines Verstandes, sondern ein natürlicher Ausfluß seines Her⸗ zens. Wir können Herrn Hoppé nur zurufen, was die Königin Gertrud ihm neulich zurief, als er den Polonius vorstellte. Weniger Kunst, mehr Inhalt; das heißt hier, mehr Einfalt! 4

Die Krone des Spiels gebührt unzweifelhaft Herrn Döring. Die Mischung von Ehrfurcht und Dreistigkeit, von tollkühnem Jugendfeuer und Starrköpfigkeit des Alters in der Scene, wo der alte Kottwitz den Kurfür⸗ sten um das Leben des Prinzen bittet, war ein wahres Meisterstück. Bis⸗ weilen giebt auch Herr Rott den Kottwitz, und, wie denn überhaupt der⸗ gleichen Charaktere seine besten wir möchten sagen, seine einzigen guten Rollen sind, nicht ohne Glück und Erfolg. Er spielt freilich nicht mit der Feinheit, die wir an Herrn Döring gewohnt sind, und von den zarten Nüancen, die dieser in sein Spiel legt, ist bei ihm nicht die Rede; aber er giebt einen guten, alten, derben Offizier ohne Ueberladung in Einfalt und Einfachheit! Gleich in der ersten Scene, wo Kottwitz auftritt, legt ihm Kleist einige etwas sentimentale Worte in den Mund, des Inhalts, daß der eben aufgehende Tag eigentlich zu schön zum blutigen Schlachtwerk und zu

olderen Dingen I sei. Beide Darsteller vermieden die Klippe, die in diesen mit dem Charakter des Kottwitz wenig harmonirenden Aeußerun⸗ gen liegt, indem sie schnell darüber hinfahren; was aber charakteristisch für den Unterschied Beider ist, Herr Döring nimmt sie gutmüthig⸗frivol, Herr Rott einfältig⸗religiös. Die übrigen Männerrollen sind eben nicht vorzüglich besetzt. Herr Grua spielt den Grafen Hohenzollern sehr mittelmäßig, obwohl ihn seine große theatralische Routine vor gröberen Geschmacklosigkeiten bewahrt. Höchst eigenthümlich ist die Auffassung des alten Dörflingers. Herr Franz scheint seine Studien an dem Martergesicht gemacht zu haben, mit dem der un⸗ glückliche Karl I. auf dem bekannten Bilde von Delaroche die rohen Spãße shemer puritanischen Wachtmannschaft hinnimmt; wenigstens entsinnen wir uns nicht, sonst irgendwo in der Welt dieses entsetzliche, betrübt⸗melancho⸗ lische Emporziehen der Augenbrauen nach dem Nasenwinkel geschen zu ha⸗ ben, das Herr Franz mit bewunderungswürdiger Muskelkraft den ganzen Abend lang durchführt. Das Aergste aber ist der Bericht des Herrn von Lavallade über die Rettung des Kurfürsten durch Froben’'s Aufopferung⸗ Beim Mittheilen der Bitte des Stallmeisters an seinen Herrn fällt er zum Agememnen Erstaunen in eine so lächerliche Gemüthlichkeit, daß die ganze rzählung zur Fratze wird. ün⸗ dahabane —2 Spiel ist, wenn es auch manche Frinheinpane ee. schen übrig läßt, angenehm nnd die Rolle gut auftzesasn, zwei bis drei linger aber stellt durch die geringe Abwechselung ze⸗ Lod des Kur- Schmerzgeberden, mit denen sie ãmmtliche Ereged Froben’s wie die Ge⸗ fürsten, wie Homburg's Liebeserklärung, 1 , 2 fahr des Prinzen gleichmäßig begleitet, die che ehrer auf eine harte Pro