1848 / 218 p. 3 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

1 die Compe in phantastisches Ton Rioline und Cello, vor. Sowohl die Composition: ein phantastisches Ton⸗ . Walpurgisnacht“ betitelt, als die Ausführung derselben er⸗ uten sich, erstere durch eigenthümliche Erfindung, letztere durch Sicherheit

und Abrundung, der lebhaftesten Theilnahme. Die genannten Künstler leg⸗

1 2 2 2 2 2 2 re Vorträge aufs neue rühmliches Zeugniß für ihre übrigens all 8 Seensnr Fe schicklichkeit ab und verdienen insofern besondere Anerkennung, als sie überhaupt schon durch ihre Betheiligung an den gewiß sehr zeitgemäßen Bestrebungen des Tonkünstler⸗Vereins einen Grad von zischer Gesinnung und eine Vorurtheilslosigkeit dokumentiren, wodurch

vehn nicht viele Mitglieder der Königlichen Kapelle auszeichnen.

Die zweite Zimmermannsche Quartett⸗Soiree (am Mon⸗ tag) führte uns außer älteren Quartetten von Havydn und Beethov en auch eine neue Sonate für Pianoforte und Violoncell von Steifen sand vor, ein Werk, das jedech, obwohl es im Einzelnen Gelungenes zu Tage förderte, im Ganzen keinen besonders günstigen Eindruck Pervorzurufen ver⸗ Jenes unstete Wesen, das sich schon in der Vortragsweise Steifensand zum Nachtheile der übrigen glänzenden Eigen⸗ schaften seines Spiels bemerklich zu machen pflegt, tritt auch aus der Com⸗ position dieser Sonate entgegen. Diese Unstetigkeit offenbart sich sowohl in der Anlage, als in dem Inhalte des Werkes, dessen Ideengang sich sel— ten naturgemäß gestaltet, im Gegentheil, meist eine Ungebundenheit zur Schau trägt, die in gewissem Sinne zwar eigenthümlich, aber keinesweges

wohlthuend und erwärmend wirkt. Der gelungendste Satz ist jedenfalls das Scherzo, und in diesem wie⸗

mochte. des Herrn

1280

der das Trio, insofern Letzteres einen melodisch ansprechenden Gedanken ausnahmsweise mit anerkennungswerther Konsequenz entfaltet und das Ganze überhaupt in einer wohlgefällig abgerundeten Form auftritt. Auch die Be⸗ handlung des Cello erscheint hier bei weitem angemessener und wirksamer als in den übrigen Sätzen, in welchen ihm meist eine ziemlich undankbare Rolle zuertheilt wurde. Was die Ausführung betrifft, so bot das noten⸗ reiche Werk dem Komponisten vortreffliche Gelegenheit, sich als Spieler von seiner Glanzseite zu zeigen, obwohl er die Geschicklichkeit seines Mitspielers, Herrn Lotze, durch seinen fast allzufertigen, hastvollen Vortrag nicht selten auf eine harte Probe setzte. Erweckte dies Werk übrigens wenig, Sympa⸗ thie unter den Hörern, sh wurden die beiden obenerwähnten Streich⸗Quar⸗ tette von Haydn (C-dur) und Beethoven (E-moll) dafür mit desto größerer Theilnahme aufgenommen. Inhalt und Ausführung vereinigten sich bei diesen Werken, um in der funstverständigen Versammlung einen tieffesselnden Eindruck zu hinterlassen.

Königliche Schauspiele.

Freitag, 8. Dez. Im Opernhause. 140ste Abonnements⸗ Vorstellung: Thea, oder: Die Blumenfee, Ballet in 3 Bildern, von Paul Taglioni. Musik von Pugny. Vorher: Wallenstein's Lager, Schauspiel in 1 Akt, von Schiller. Und: Eigensinn, Lustspiel in 1 Akt, von R. Benedigx.

Sonnabend, 9. Dez. Im Schauspielhause. 200ste Abonne⸗

ments⸗Vorstellung: (Neu einstudirt): Die Royalisten, Schauspiel in 4 Abtheil., von E. Raupach. ööe—

S BBEE116ö6“

Königsstädtisches Theater. Frreitag, 8. Dez. Die Töchter Lucifer's. Großes phan⸗ stisches Zauberspiel mit Gesang in 5 Abtheil. (12 Tableaux), von W. Friedrich. Musik komponirt und arrangirt von Ed. Stiegmann. (Decorationen und Kostüme neu. Die Maschinerieen sind vom Theatermeister Herrn Brandt.)

Meteorologische Beobachtungen.

1848. 6. Dez.

Nach eimnmaliger Beobachtung.

Abends 10 Uhr. V

Morgens Nachmittags 6 Uhr. 2 Uhr.

Luftdruck Luftwüärme. Thaupunkt.

331,69 Par. 331,780 Par. 331,22 Par. Auellwärme 7,9n. + 2,00⁰ n. + 5,9 R. + 5,4 ° . Flusswärme 2,4°9 . 1,4°9 R. + 2,9° h. 4,1° n.

Dunstsättigung. 90 pct. 77 pcCt. 89 pcet.

Wetter .. halbheiter heiter Regen

WamdV . 80. 1 1 2*G

Wolkenzug...

Tagesmittel:

Bodenwärme Ausdünstung Niederschlag 0,616Rh. Wuärmewechsel + 6,9 0,89*

42 °0% . 2,80 R. 85 pct. S.

331,560 Par...

Kerliner FRörse

p om 7.

Dezember.

Wechsel-Ceurse.

Geld.

Amsterdaua,u 11 Kurz t do. 2 Rec. v“ 2 ¾

2 me. 150 ½ 159 3 . 6 25 ½ 6 25 ¾ 2 nü. 811, 804½

2 Mt. 91 ½ 91

2 Mmt. 101 ½

2n. 99 ¾ 99¾ 8 Tage 99* 2 Mt. 99 ¼⁄2 2 Mt. 56 22

Brief.

..300 mk. 1 Lst. 300 Fr. 150 PFl.

. 150 Fl. 100 Thlr.

1001Thlr.

100 Fl. 100 SRbl

Inlündische Fonds, Pfandbries-, Kommunat Papiere und Geldd- Course.

Wien m 20 &.. Augsburg .

Breslau. . Leipzig in Courant im 14 Thlr. Fuss.. 9

Prankfurt a. M sücdd. 3W.

F'etersburg

Gem. Zf. Urief. Geld. Gem. Pomm. Pfdbr. 3 9¹½⅔ Kur- u. Nm. de. 3 ½

Schlesische do. do. ELt. B. gar. do. . Pr. Bk-Anth.-Sch)

Zf. Brief. Geld.

Preufs. Freiw. Anl 5 100 ½ 31. Schuld-Sch. 3 Seech. Präm. Sch. K. u. Nm. Schuldv. 3 ½ DBerl. Stadt-Obl. 3 Westpr. Pfandbr. 3 ½ Grossh. Posen do. 4

do. d0. 3 ½ Ostpr. Pfandbz.

88H

81 ¼ à 81

EE 92

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Fnedrichsd'or. And. Geldm. àöth.

Disconto.

Ausländische Fonds.

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Russ-Hamb. Cert- de.beillopes. 4.8. 8 do. do. 1. Anl. do. Stegl. 2. 4. A.]- do, do. 5. 7 S. do. v. Rthsch. Lst. do. Polu. SchatzO0. do. do. Cert. L. A. do. do. L. B. 200 FPl. dol a. Pfdbr. a. C. 4

Poln. neue Pfdbr. 4 do. Part. 500 Fl. 4 do. do. 300 FI. Hamb. Feuer-Cas.]- 2 do. Staats-Pr. Anl. 8 1HMoll. 2 ½ Int. Kurh. Pr. 0. 40 th.

’8 72 Sardin. do. 36 Fr. [N. Bad. do. 35 FI.

91¼ *

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15

15 ½ 14 ¾

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Eisenbahn-Actien.

———

Stamm-Actien. Kapital.

Der Reinertrag wird nach erfolater Bekanntm. in der dazu bestimmten Rubrik ausgefüllt.

Tages-Ceurs.

Börsen-Zins- Rechnung.

Rein-Ertrag 18427.

Prioritäts-Actien. Kapital.

Sümmtliche Prioritits-Actien werden durch jührliche Verloosung a 100 pCt. amortis.

Zinsfuss.

Die mit 36 pCi. ber. Actien zind v. Staat gar.

90 bz. u. B 92 a 91 bz. 64½ 62 b⸗ 113 ½ B 84 ½ a 82 ½ bz. 55 6

3,500,000 8,000,009 4,824,000 4,000,000 1,700,000 2,300,000 9,000,000 12,967,500 4,500,000 1,051,200 1,400,000 1,300,000 9,950,000 1,500,000 2,253,100 2,400,000 1,200,000 1,700,000 1,500,000 4,000,000 5,000,000 1,100,000

Berl. Anhalt Lit. A B. do. Hamburg do. Stettin-Starg.. do. Potsd.-Magd... Magd.-Halberstadt 8. do. Leipziger Halle-Thüringer. Cöln-Minden. EAe Bonn-Cöln. 6 Düsseld. Elberfeld .. Steele-Vohwinkel.. Niederschl. Märkisch. do. Zweigbahn Oberschl. Lit. X.... do. II Cosel-Oderberg Breslau- veeeni Krakau-Oberschl.... Berg.-Märk. .. Stargard- Posen Brieg-Neisse Quittungs-Bogen. Berl. Anhalt. Lit. B. Magdeb.-Wittenb.... Aachen-Mastricht ... Thür. Verbind.-Bahn

Ausl. Quittungsbog.

Pesther 26 FI Friedr. Wilh.-Nordb.

—2 S:. bo —8 0

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92 8—

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2 02 —V:SE

43 G. 57 ½ G. 58 B. 74 a 73 b⸗.

1

2,500,000 4,500,000 2,750,000 5,600,900

89 ½ bz. u. B

E

18,000,000 8,000,000

——

44 a 43 ½ bz.

Schluss-Course von Cöln-Minden 82 ½ 6.

Berl.-Anhalt do. Hamburg... do. Potsd.-Magd... do. do. 8. do. Stettiner.. Magdeb.-Leipziger.. Halle-Thüringer... Cöln-Minden... Rhein. v. Staat gar.. do. 41. Priorituat. do. Stamm-Prior.. Düsseldorf-Elberfeld. Niederschl. Märkisch. do. do. do. III. Serie. do. Zweigbahn do. do. Oberschlesische Cosel-Oderberg.. Steele-Vohwinkel... Breslau-Freiburg..

1,411,800 5,000,000 2,367,200 3,132,800

800,000 1,788,000 4,000,000 3,674,500 1,217,000 2,497,250 1,250,000 1,000,000 4,175,000 3,500,000 2,300,000

252,000

248,000 1,276,600

250,000

325,000

400,000

,SnneESnEennnenn

Ausl. Stamm-Act.

Dresden-Görlitz.. Leipzig-Dresden

Ludw.-Bexbach 24 Fl. Sächsisch-Bayerische Kiel-Altona 8h. Amsterd.-Rotterd. Fl. Mecklenburger Thlr.

Börsen- Zinsen

. 6,000,000 4,500,000 8,525,000 6,000,000 2,050,000 6,500,000 4,300,000

—qqq=EgSE:

von Preussischen Bank-Antheilen 96 94 ¼ b⸗z. u. G.

Durch ansehnliche Avance Verkäufe erfuhren die Course

der melsten

Fisenbahn Effekten im Laufe der heutigen Börse einen ziemlich bedeutenden Rückgang nicht flau, es zeigte sich besonders am Schlufs mehr Festigkeit und zunehmende Regsamkeit im Geschäft.

Im Allgemeinen war die Tendenz

Ailuswärtige Börsen. 2 Breslau, 6. Dez. Holl. und Kaiserl. Dukaten 96 ¼ Br. Friebrichsd'or 113 Gld. Louisd'or 1122 Br. Poln. Papiergeld 93 12 bez. Oesterreichische Banknoten 92 ¼ Br. Staats⸗Schuldsche ne 79 ¼ bez. u. Gld. Seehandlungs⸗Prämien⸗Scheine a 50 Rthlr. 92 ¼ Br. Posener Pfandbriefe 4 proz. 96 Br., do. 3 ½proz. 79 ¾⅞ u. Br. u. Gld. Schles. Pfandbriefe 3 ½ proz. 90 bez. u. Gld., do. Lit. H. 4proz. 92 u. ¾ bez. u. Br., do. 3 ½ proz. 82 ¼ Gld. Preuß. Bank⸗Anth. Sch. 91 ½ Gld. 1b Polnische Pfandbriefe alte 4 proz. 91 ¾ Gld., do. neue 4proz. 91 Gld., do. Partial⸗Loose a 300 Fl. 96 ¾ Gld., do. a 500 Fl. 70 Gld. Russ.⸗poln. Schatz⸗Obligationen a 4 pCt. 68 ¾ Gld. Actien. Oberschles. Litt. A. 93 ¾ bez., do. F6. bez. Breslau⸗Schweidn.⸗Freib. 87 ¾ Gld. Niederschl.⸗Märk.

III. 91 ¾ Gld. Ost⸗ Sächs. Schles. (Dres⸗

71 ½ Gld., do. Prior. 96 ½ Gld., do. Ser. Neisse⸗Brieg 41 ¼ Br. Krakau⸗Oberschles.

Rhein. (Köln⸗Mind.) 79 bez. u. Gld. den⸗Görlitz) 73 Gld. Friedrich⸗Wilhelms⸗Nordbahn 41 u. bez.

42 ½ etw. bez. u. Br. pSön Leipzig, 6. Dez. L. Dr. Part. Oblig. 97 ¼ G. Leipz. B. A. 140 G. Leipz. Dr. E. A. 97 ¾ G. Sächs. Bayer. 78. G., do. Schles. 74 ½ G. Chemnitz⸗Riesa 25 ¼ G. Löbau⸗Zittau 20 Br. Magdeb.⸗Leipz. 163 ½ G. Berl. Anh. A. 85 ¼ G., do. B. 85 G. Altona⸗Kiel 90 Br., 89 G. Deß. B. A. 93 ¾ G. Preuß. B. A. 92 ¼ G.

1 Frankfurt a. M., 5. Dez. Der Umsatz an heutiger Börse beschränkte sich nur auf einige Fonds und Eisenbahn, die je⸗ doch im Ganzen von keinem großen Belang waren. Frankfurter Obligationen und Köln⸗Mindener Actien waren zu besseren Coursen mehr in Nachfrage. 4⸗ und 2proz. Metall., kurhess. Loose, Inte⸗ grale, F. W. Nordbahn⸗ und Bexbacher Actien blieben etwas flauer. Alle übrigen Gattungen ohne Beweguug. Nach der Börse etwas angenehmer. V1“

5proz. Met. 69 ½. 69¾. ank⸗Actien 117⸗ 0 . 245. 2 50: 8 2 2 Sard. 24. 24 ½. Darmst. 50 Fl. L. 59 ¾. 59 ½., do. 25 Fl 2 20⁷ G. Span. Zproz. 18 ⅛. 18 ½. Poln. 300 Fl. L. 95 G., do. 300 zu. L. 8 69 ⅛. F. W. Nordbahn 40 ½. 40 ⁄. Bexbach 63 ½. 63 ⅛. Köln⸗Minden 78 ½. 78 ½. Hamburg, 5. Dez. 3 ½proz. 77 ¾ Br., 98 Br., 98 ½ G. Dän. 66 Br., 66 G. Ardoins 8 ¼ Br., 8 G., 3proz. 17 ¾ Br., 17¾ G. Hamburg⸗Berl. 65 Br., 64 ½ G. Bergedorf 65 Br. Altona⸗Kiel 89 ½ Br., 89 ¼ G. 25 Br. R.⸗Neum. 88 Br. Mecklenburg 36 Br., 35 ½ G. Paris 188 ½. Petersburg 33 ½. London 13. 9. 35.60. Frankfurt 89. Wien 165. Breslau 152 ½. 11.3 ½. Fonds und Actien angenehm und ziemlicher Umsatz.

—,5771

77 G. C. R.

1 Gb 1 1 1

Gl.⸗Elmhorn

Amsterdam Louisd'or

Paris, 4. Dez. 3proz. 43. 75. ö5proz. 67. Anleihe 66. 90. Bank 1415. Nordbahn 345.

Amsterdam, 4. Dez. Der holl. Fonds ⸗Markt war heute in Folge einiger Verkaufs⸗Aufträge, die in Int. und 4proz. ausge⸗ ungünstig gestimmt. Von fremden Fonds ist nichts Besonderes zu bemerken; alle Gattungen wurden zu vorigen Schluß⸗ Coursen verhandelt. Oest. Met. 5 proz. 66 ½, P. 28 proz. 35 ⅛⅜S, 35. Mex. 19 ½. Peru 22 ½¼˖, 3. 8 Holl. Integr. 46 9%, ½, Zproz. neue 55 ½, 55 ⅛⁄. 4proz. ostind. 1 ⅛, v. 32 proz. Synd. 72 ¼. Span. Ard. 9 ⅛. Gr. Piecen 9 ¼. Coupons er, h. Pori. 4proz. 24⁄, 1. Russ. alte 99. Stiegl. 78, 772. Wechsel. Paris 56 ¾ G. Wien 31 ¾ G. Frankf. 98 ¾ G. V London 2 M. 11.95 G., k. S. 12 G. Hamburg 34 G.

führt wurden, im Allgemeinen

Petersb. 181 Br. Antwerpen, 3. Dez. (Sonntag.) Wenig oder kein Geschäft im Kaffeehause Belg. 2 ½ proz. 39 ¼, ½. Span. 5proz. G.

8

8 en——

Markt⸗Berichte. WVerlinen Getraidebericht vom 7. Dezember. Am heutigen Markt waren die Preise wie folgt: Weizen nach Qualität 47—51 Rthlr. Roggen loco 25 —27 Rthlr. p. Dez. 25 Rthlr. Br. p. Frühjahr 82 pfd. 28 Rthlr. bez. u. Br. Gerste, große, loco 22 24 Rthlr. kleine 18— 20 Rthlr. Haser loco nach Qualität 15—16 Rthlr p. Frühjahr 48 pfd. 15 Rthlr. B Rüböl loco 12 ½ Rthlr. Br. u. bez.

1 p. diesen Monat dito.

. Dez. / Jan. dito. Bb 12 Rthlr. Br., 12 ½ Febr. /März dito.

März /April 12 ¼ Rthlr. Br., 12 ½ G. April /Mai dito. Spiritus loco ohne Faß 14¾ a * Rthlr. bez. p. Dez. 15 Rthlr. Br., 14 ¾ G. 2 Jan. 15 ½ Rthlr. Br., 15 G. p. Frühjahr 16 ½ Rthlr. Br., 16 G.

Köönigsberg, 4. Dez. Zufuhr war gering. bis 68 Sgr. pr. Scheffel,

G.

toffeln 12 bis 16 Sgr.

Danzig, 1. Dez. An der Bahn wird gezahlt: zen 50 72 Sgr., Roggen 25 Gerste 18 32 Sgr., Hafer 13 16 Sgr. pr. Scheffel. 12 Rthlr. pr. 120 Qrt. 80 % Tr.

8

Weizen 45 Roggen 26 bis 30 Sgr., gr. Gerste 24 bis 26 Sgr., kl. Gerste 20 bis 23 Sgr., Hafer 14 bis 16 Sgr., graue Erbsen 33 bis 38 Sgr., weiße Erbsen 28 bis 36 Sgr., Kar⸗

für Wei⸗ 33 Sgr., Erbsen 28—36 Sgr., Spiritus

Stettin, 6. Dez. Getraide ohne Leben; Weizen 47 a 49 Rt., Roggen in loco 26 a 26 ½ Rt. bez., pr. Frühjahr 28 ½ Rt. bez. u. Br., 28 Rt. Gld. Gerste, pomm. 24 a 25 ½ Rt., Oderbruch 23 ½ Rt. bez. Hafer loco 15 Rt. bez., pr. Frühjahr 17 Rt. gef⸗ 16 Rt. geb.

Heutiger Landmarkt:

Weizen. Roggen. Gerste. 48 a 51 24 3.27 24 2 25

Heu: 15 a 17 ½¼ Sgr. pr. Ctr.

Stroh: 4 Rt. a 4 Rt. 5 Sgr. pr. Schock.

Kartoffeln: 10 a 12 Sgr. pr. Schffl.

Rüböl auf die letzten berliner Berichte auch ferner angenehm, loco 11 ½ a ½ Rt. bez., auf 11 1⁄2 ,a ³ Rt. gehalten; spätere Ter⸗ mine 11 ¼ Rt., was für März /April bez. ist. Palmöl 13 Rt. Braun berger Thran 19 ½ Rt. bez.

Spiritus aus erster Hand zur Stelle 24 ½ %, aus Hand ohne Faß 24 ¼ % bezahlt und dazu angetragen; mit 24 ½ % anzunehmen; pr. Frühjahr 21 ¾ % a 21 ¾ P bezahlt.

Pernauer Leinsamen loco und auf Breslau schwimmend 8 ½ Rt. bezahlt; rigaer 6 ¾ a 6 Rt. bezahlt.

Kasansche Pottasche 8 ½ Rt. bezahlt; Perlasche

Rt.

Java⸗Reis 8 1⁄ Rt. bezahlt.

Breslau, 6. Dez. Weizen, gelber 39, 44, 50 Sgr.

Roggen 26, 29, 32 Sgr.

Gerste 19, 21, 23 Sgr.

Hafer 14, 15 ¼, 17 Sgr.

Rapps 87 Sgr.

Kleesaat mehr gesucht.

Spiritus 6 ½⅛ Geld., 6 ½

Rüböl 12 ¼ Geld. 5

Die Zufuhren von Getraide blieben klein, daher sich Preise be⸗ qaupten.

Erbsen.

Hafer. 28 a 34 Rthlr.

14 a 16

zweiter Fässern

pr. März /April

weißer 42, 46, 52 Sgr.

gefordert.

——

Eisenbahn⸗Verkehr 8 Breslau⸗Schweidnitz⸗Freiburger Eisenbahn. Auf der Breslau⸗ Schweidnitz⸗Freiburger Eisenbahn wurden im Monat November cr. 10,974 Personen befördert. Die Einnahme

betrug: ““ 1) an Personengeld .... 4,786 Rthlr. 3 Sgr. 1 Pf. EEEEEEETEö11

2) für Vieh⸗, Equipagen⸗! b Transport (97,595 Ctr. 86 Pfd.) Summa 17,730 Rthlr. 23 Sgr. 5 Pf.

vertrauen wir ferner,

Vertagung zu.

Deutsch

Preußten. Berlin. Adressen.

—,’egnnnöge

Uichtamtlicher T!

Demntschland.

Preußen. Berlin. Eo sind uns Adressen

zugegangen:

Ew. Königliche Majestät haben an Ihr Volk den Ruf ergehen lassen, sich in dem gegenwär tigen unheil vollen Zwiespalt des Diesem

ferner folgende

G Vaterlandes auszusprechen. landesväterlichen Rufe gehorsam und eingedenk der Pflicht jedes Bürgers, in den Zeiten großer Gefahr des Staates durch Wort und That für die gute Sache zu stehen, fühlt sich der unterzeichnete Se⸗ nat gedrungen, seine Gesinnung vor Ew. Majestät ehrfurchtsvoll an en Tag zu legen, damit nicht unbekannt bleibe, welcher Geist dis öchste Bildungs Anstalt einer Ihnen jeder Zeit treu ergebenen Peo⸗ inz, und die eine große Anzahl von Jünglingen aus den katholischen Gauen Preußens und des übrigen Deutschlands in sich vereinigt, beseele.

Mit so vielen getreuen Stimmen, welche aus der Mitte des Volkes in diesen Tagen zum Throne gelangt sind, erkennen auch wir

s als eine Nothwendigkeit an, daß Ew. Mazjestät Regierung jüngst⸗ hin die Zügel fester angezogen, wenn anders die durch Königliches Wort zugesicherten Freiheiten dem preußischen Volke wirklich zu Theil vwerden sollten eine Nothwendigkeit, hervorgerufen durch die alles Maß überschreitenden anarchischen Bestrebungen und beruhend in der Pflicht, derjenigen Partei endlich entschieden entgegenzutreten, welche, jatt mit der Krone die Verfassung zu vereinbaren, darauf auszugehen schien, die Rechte der Krone allmälig zu beseitigen und einer Volks⸗ macht ohne die Krone die Herrschaft zu verschaffen. In ungeschwäch

tem Glauben an Ew. Majestät durch Ihre Regierung und Ihr ge⸗ sammtes Leben bewährte Reinheit und Aufrichtigkeit der Gesinnung en daß Ew. Majestät durch die jüngsten entschie⸗ denen Schrette nur Gesetz und Ordnung haben wiederherstellen wollen, ohne welche keine gedeihliche Freiheit bestehen kann, um dadurch Ihr Volk um so friedlicher und rascher dem Genusse einer Verfassung ent⸗ gegenzuführen, unter deren Schirme die wahren Rechte des Volkes ich kräftigen und das Wohl aller Klassen segensreich entwickeln kann. Wir hegen endlich die Ueberzeugung, daß nur auf dem Wege einer besonnenen, krästigen Haltung des Einzelnen die Versöhnung und Beruhigung der Gemüther wieder herbeigeführt werden kaun, welche das Heil des Vaterlandes erheischt.

Dies ist der Geist, der uns in diesen sturmbewegten Tagen er⸗ füllt; ihn festzuhalten, ihn in dem uns zunächst angewiesenen Wir⸗ kungskreise zu fördern, und, wo es geschehen kann, mit den Waffen des Friedens zu verbreiten, erachten wir für unsere heiligste Pflicht, fest überzeugt, daß nur dieses auch Ew. Majestät allzeit auf das wahre Wohl Ihres Volkes gerichteter Sinn bezwecke und wünsche.

Mit diesen Gesinnungen unverbrüchlicher Treue und Ergebenheit verharren wir Ew. Königlichen Majestät

allergehorsamste Rektor und Senat der König⸗ lichen Akademie.

Münster, den 27. November 1848.

Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster König! Allergnädigster König und Herr!

In einer Zeit, wie die jepige, darf Niemand lange mit seiner Ansicht von innerer Politik zurückhaltrn.

Darum erlauben auch wir uns:

Ew. Königlichen Majestät Throne uns zu nahen und unsere

Gesinnungen laut auszusprechen, nachdem die Voraussetzung,

daß es kräftigere Stimmen gebe, uns die unseren bisher bescheidentlich hat unterdrücken lassen.

Wenn ein Theil der preußischen National⸗ Versammlung der von Ew. Königlichen Majestät erfolgten Verlegung ihres Sitzes und der dadurch noͤthwendig gewordenen kurzen Vertagung sich entgegenstellt, wenn derselbe wider Ew. Königlichen Majestät Willen in Berlin fort⸗ zutagen versucht und, in Bezug auf Gesetzgebung und Staats⸗Ver⸗ waltung volle Souverainetät in Anspruch nehmend, den Bürgertrieg im Lande zu erregen, alle Bande des Gesetzes zu lösen trachtet, wie dies, zu unserem großen Schmerze, wirklich geschieht, so erkennen wir darin ein Unternehmen, welches wir als das schwerste Ver⸗ brechen verabscheuen.

Es verletzt die Gefühle der Pietät, welche gegen Ew. Königliche Majestät und das ehrwürdige Regentenhaus uns beseelen, aus wel⸗ chem Allerhöchstdieselben hervorgegangen sind. Aber nicht blos ein dunkles Gefühl ist es, was uns leitet. Wir haben den Streit-Ge⸗ genstand, dessen jene Mitglieder der National Versammlung sich be⸗ mächtigen, um ungesetzliche Ziele zu erstreben, nach allen Richtungen hin mit der Kälte des Verstandes erwogen.

Immer sind wir zu der Ueberzeugung gelangt, daß jene Verle⸗ gung und Vertagung nicht blos durch wider Erwarten eingetretene besondere Umstände entschuldigt werde, sondern in sich selbst wohl begründet und ein unbestreitbarer Ausfluß der Königlichen Rechte sei.

Die Wahl Seiner Vertreter muß dem Herrscher eben so zuste en, wie die Wahl der seinigen dem Volke. 8

Die Deputirten des letzteren haben Mittel genug: eruannten Ministern, welche ihren Beruf nicht gehörig auffassen, das Regieren unmöglich zu machen und sie zum Rücktritte zu nöthigen.

Die Volks⸗Repräsentanten sind hiernach im Besitze des Rechts: von einem ungreigneten Ministerium an den Herrscher zu appelliren und auf die Bestellung anderer Vertreter der Krone hinzuwirfen.

Wer darf nun dieser das gegenüberstehende Recht, namentlich die Befugniß, streitig machen: von den Deputirten des Volks an das letztere zu appelliren!

Wer dies thut, der erklärt sich gegen jede constitutionell⸗monar⸗

(hische Regierung, der will einen Freistaat, allenfalls mit einem Prä

sidenten an der Spitze, also, im preußischen Stagte, Revolution. Dazu sind die gewählten Volks ⸗Vertreter nicht berufen. Hat aber der constitutionelle Monarch das Recht, die zusammengetretene Na⸗ tional⸗Versammlung aufzulösen, was natürlich nicht auf unbestimmte oder lange Zeit geschehen darf, dann steht Ihm das Mehrere schließt ja das Mindere in sich unfehlbar auch das Recht der Der Ort, an welchem die National⸗Versammlung

ihre Sitzungen halten soll, ist aber, insofern dieserhalb nicht schon eine gesetzliche Bestimmung vorwaltet, unbedenklich dem Er⸗ messen des Monarchen, als des Inhabers der Regierungs⸗Gewalt, anheimgegeben. Diesem Rechte steht sogar eine auf renselben Ge⸗ geustand gerichtete Pflicht zur Seite.

Sie ist um so gebieterischer, je weniger der Zweck der Vereini⸗ gung auf anderem Wege sich erreichen läßt.

Dies Alles gilt nun, wie wir uns für überzeugt achten, nicht nur in Bezug auf ordentliche, sondern auch mit Hinsicht auf außer⸗ ordentliche National⸗Versammlungen, also auch bei der zur Verein⸗ barung über die Vrrfassung zusammenberufenen.

Wäre dem anders, dann würde der Zweck, die Vereinbarung, in Frage gestellt. 3

Es hinge ja nur von der Versammlung ab: ob sie ihn durch fortwährenden Widerspruch unerreichbar machen wolle? Die Minister können dies nicht in gleicher Sie werden darch ihre Ver auntwortlichkeit gegen das Volk in die im Allgemeinen bereits bezeich neten oder im Wesen der constitutionellen Verfassung liegenden Grän⸗ zen gebannt, während die Vertreten des letzteren weder dem Monar⸗ chen noch ihren Wählern gegenüber eine Verantwortlichkeit an⸗ erkennen.

Darum ist die Appellation an das Volk ein Recht des Herr⸗ schers, ohne welches Er in keiner Bezichung gedacht werden kann. ie Gleichstellung bedingt, die bei jeder Vereinbarung

9 445 Wise.

Es wud durch di als vorhanden gedacht werden muß.

Ist doch die Nationa!-Versammlung eben so wenig souverain als die Minister.

Nur König und Volk stehen einander gegenüber.

Geruhrn darum Ew. Körigliche Majestät unseren tiefgefühlten Dank für alle die von Allerhöchstdenenselben befohlenen Maßregeln Allergnädigst aufzunehmen, welche in und nach erfolgter Verl gung und Vertagung der preußischen National⸗Versammlung dem Gesetze und der Ordnung neue Bahnen gebrochen haben, so wie für die Er⸗ nennung des Ministeriums Brandenburg, wodurch diese Anordnungen möglich wurden. Jetzt galt es, kräftig einzuschreiten, und dazu war dieses Ministerium vorzugsweise geciguct.

Findet dasselbe auch vielleicht binnen kurzem sich zum Rücktritte

veranlaßt, um jede, wenn schon ungegründete Besorgniß einer die constitutionelle Freiheit bedrohenden Absicht zu ersticken und so auf allgemeine Beruhigung hinzuwirken, so wird ihm doch ein chreuvolles Zeugniß der Geschichte gesichert sein. Wir aber wollen niemals zurückbleiben, wo es gilt: als Preu⸗ ßen und Deutsche Liebe zum theuren Vaterlande, so wie treue Er⸗ gebenheit für Ew. Majestät, als unseren constitutionellen König, und Allerhöchstdero ruhmgekröntes Haus zu bethätigen.

Die wir in tiefster Devotion ersterben werden als

Ew. Königlichen Majestät alleruntertbänigst treu gehorsamste. Hirschberg, am 24. November 1848.

(Folgen die Unterschriften.)

Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster König! Allergnädigster König und Herr!

Die Bürgerwehr Winningens, treu in Anhänglichkrit und Liebe zu Ew. Königlichen Majestät, fühlt sich gedrungen, in dieser ver⸗ hängnißschweren Zeit ihre unverbrüchliche Ergebenbeit dadurch zu be⸗ thätigen, daß sie den von Ew. Königlichen Majestät Regierung er⸗ griffenen Maßregeln vollkommen beistimmt, wodurch den Umsturzpla⸗ nen feindlich gesinnter Volksvertreter begegnet worden ist.

Jener Männer heiligste Pflicht forderte, im Verein der Kronc, des Vaterlandes Freiheit und Wohlfahrt zu gründen und dauernd zu befestigen, nicht aber, wie durch den feigen Beschluß der Steuer⸗ Verweigerung geschehen, die Fackel des Aufruhrs und der Zwietracht ünter friedliebende Bürger zu werfen.

Durch dieses schlauberechnete Trriben haben jene Volkosvertreter, als erklärte Feinde jeder Gesetz ichkeit, sich die Mißbilligung und Ver⸗ achtung aller Gutgesinnten zugezogen, die nichts sehnlicher wünschen können, als Ew. Königlichen Majestät Regterung wolle allem anar⸗ chischen Streben stets aufs kräftigste entgegentreten, damit die gro ßen Interessen des Vaterlandes: wahre Freiheit, dauernder Friede und Wohlfahrt wirklich erstrebt werden können.

Allen aufrichtigen Freunden des Vaterlandes und gesetzlicher Frei⸗ heit, die zugleich die treuen Auhänger Ew. Majestät sind, schließt sich die unterzeichnete Bürgerwehr aus vollem, warmem Herzen un⸗ bedingt an, und bittet Gott, daß Ew. Königliche Majestät aus die ser schwierigen Zeit zum Hrile des Staates siegreich möge hervor⸗ gehen.

Winningen an der Mosel, den 26. November 1848.

(Folgen 109 Unterschriften.)

Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster,

Alllergnädigster König und Herr!.

Dank Goit, dem König aller Könige, daß er durch seine Gnade Sr. Majestät die Wahl des Staats⸗Mnisteriums von Branden⸗ burg treffen ließ; Dank unserem vielgeliebten Könige von Gottes Gnaden; Dank dem Hohen Staats⸗Minzisterium von Brandenburg; Dank dem wackeren General Herrn von Wrangel für das streng ge. setzliche Einschreiten gegen das gesetzlose Treiben eines großen Theils unserer National⸗-Versammlung zu Berlin, dessen jesuitisches Bestre⸗ ben es ist, zur Befriedigung ihrer Eitelkeit, ihres Stolzes, auch wohl der Habgier, einen anarchischen Zustand zu befördern und zu erhal⸗ ten. Jeder brave Landbewohner hält solche Tugenden an einem Volksvertreter für überflüssig, sich aber, wenn er solcher Tugenden Meister wäre, für unwürdig, Mitglied der Hohen National⸗Versamm⸗ lung zu sein, ja sogar für unwürdig, eine der geringsten Beamten stellen zu bekleiden. Ja, er erkennt es schon in seiner schlichten Ein falt für Hochverrath gegen die Krone und gegen das Volk, wenn er Handlungen unternimmt, zu denken, die stricte gegen die gesetzlichen ausdrücklichen Bestimmungen der Krone laufen, und wodurch Auf⸗ ruhr, Mord, und endlich der Rum des Vaterlandes herbeigeführt wird. Wir bitten daher Ew. Majestät, unseren geliebten, durch Got⸗ tes Gnade König von Preußen; wir bitten Ein Königliches hohes Staats⸗Ministerium von Brandenburg; wir bitten den Herrn Gene ral von Wrangel, den mit vollem Rechte betretenen gesetzlichen Weg zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung in unserem Vaterlande kein Haarbreit zu verlassen, und gegen jeden Hochverräther und Auf⸗ ruhrstifter die gauze Strenge des Gesetzes in Anwendung bringen zu lassen. Genehmigen Ew. Majestät, genehmigen das hohe Staato⸗ Ministerium von Brandenburg, genehmigen Se. Excellenz der Herr General von Wrangel die Versicherung, daß wir und, wir sind es fest überzeugt, mit uns auch noch viele Tausende braver Preußen, für unseren König zu leben und zu sterben verstehen. Noch bitten wir Gott, daß er unserem lieben Vaterlande seinen Segen wiederge ben möge.

Oranienburg, den 18. November 1848.

(Folgen 245 Unterschriften.)

Großmächtigster,

Allergnädigster König und Herr! Dias köstliche Geschenk, welches uns Ew. Majestät mit der Ver⸗ leihung der constitutionellen Verfassung gewährten, hat uns mit dem innigsten, aufrichtigsten Dank erfüllt. Mit den freudigsten Erwar⸗ tungen und mit den reinsten Segenswünschen für unser und des ge⸗ sanmten Vaterlandes Heil sahen wir der Zeit entgegen, wo die zur Vereinbarung der Krone und des Volks in Berlin zusammenberufenen Abgevrdn ten das nach dem Willen Ew. Majestät zum Gedeihen des Vaterlandes ang ordnete große Werk beginnen und vollenden sollten. Lrider haben wir uns in unseren Hoffnungen getäuscht. Ein großer Theil der National⸗Versammlung hat den landesväterlichen Absichten Ew. Majestät entgegen gewirkt und von Anfang an etwas ganz An⸗ deres gewollt, den Umsturz der constitutionellen Monarchie. 8 Unter solchen Zuständen, wir bekennen es mit dem tiefsten Schmerz, ist das Vaterland in Noth und Gefahr gekommen. Nur eines noch erhaͤlt uns aufrecht, das Vertrauen auf unseren König und Herrn. Noch haben Ew. Majestät die von Gottes Gnaden verliehene unbestrittene Macht und das Recht, allem und jedem ge⸗ 8 setzwidrigen Treiben ein Ende zu machen und durch Sicherstellung eines gesetzlichen Zustandes das Wohl des Vaterlandes, wie die Rechte der Krone, zu schützen und zu befestigen. Und dieser Macht und diesem Rechte, daß wir mit Millionen unserer preußischen Mit⸗ brüder anerkennen und mit Gottes Hülfe vertheidigen werden, ver⸗ trauen wir, weil wir des Glaubens sind, Recht muß doch Recht bleiben.

Indem wir daher die in der Proclamation vom 11ten d. M. wiederholten Zusicherungen, on denen wir übrigens nie gezweifelt haben, freudig begrüßen, bitten wir Ew. Majestät angelegentlich und ehrfurchtsvoll, auf dem betretenen Wege zur Rettung unseres theuren Vaterlandes und zur Wiederherstellung der Ordnung und der Ruhe und des davon abhängigen allgemeinen Vertrauens und Verkehrs im Vertrauen auf Gottes und aller rechtlich Gesinnten Beistand entschie⸗ den zu beharren.

Im Uebrigen seien Ew. Majestät freudig und getrost. Wir Pommern, und der wahre Pommer kann nicht treulos sci, verlassen Sie nicht. Tren und sest, wie bisher, halten wir auch ferner an unserem Könige in guten und bösen Tagen. Und wenn auch das Recht einige Zeit unterliegen sollte, es wird nur um so herr⸗ licher und siegender sein Haupt wieder erheben. Das hoffen und düeaeh beten wir zu Gott. Er stärke, er schütze und segne Ew Majestät.

In tiefster Ehrfurcht ersterben wir Ew. W“ S Getreue und Gehorsamste. (Folgen 56 Unterschriften.) vllin, den 23. November 1848. .

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auf der Jus⸗e

Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster König und Herr!

Die gefährliche Lage, worin das theure Vaterland durch das seit geraumer Zeit in der Residenzstadt Berlin herrschende anarchische Treiben gerathen ist, erfordert dringend ein kräftiges Einschreiten, um dasselbe vor dem drohenden Verfall zu wahren und zu schützen. Diese Nothwendigkeit in vollem Umfang anerkennend, halten es die unterzeichneten Einwohner und Bauern der Insel Wollin für eine heilige Pflicht, der Ew. Majestät abgenöthigten Maßregel, die zur Vereinbarung der Verfassung berufene Versammlung nach Branden⸗ burg zu verlegen, ihre ungetheilte Zustimmung hiermit feierlichst kund zu geben, indem sie diese als den einzigen Rettungs⸗Anker betrachten, das schwankende Staatsschiff vor den sich aufthürmenden Wogen des verderblichsten Aufruhrs zu sichern. Wir sehen in dieser durch den eingerissenen gesetzlosen Zustand gebotenen Maßregel keine Verletzung constitutioneller Rechte, noch eine Beeinträchtigung der dem Volke verheißenen Freiheit. Wir erkennen vielmehr darin nach unserem schlichten Verstaude Ew. Majestät obliegende Pflicht, dem Gesetze Achtuͤng und dem Lande die langersehnte Ruhe wieder zu verschaffen. In dieser Maßregel finden wir das geeignetste Mittel, die das Glück und die Wohlfahrt des Landes untergrabende Anarchie zu ver⸗ nichten und die gelockerte Ordnung zu befestigen, in der die wahre Freiheit wurzeln muß, wenn das Vaterland ihre Früchte genießen soll. Daß diese Freibeit uns unverkümmert erhalten, bleibt, dafü

bürgt uns das Wort Ew. Majestät, auf das wir in guten wie in bösen Tagen unerschütterlich vertrauen.

Ew. Majestät treugehorsamste Unterthanen und Bauerr der Insel Wollin. (Folgen 21 Unterschriften der Einwohner und Deputirter von 5 Ortschasten.)

’’ Lebbin,

Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster König! Allergnädigster König und Herr! Ew. Majestät nahen in dieser schweren Trübsalszeit auch wir, um die Versicherung der ungefärbtesten Liebe und der wahrhaftigsten Treue gegen Ew. Majestäͤt auszusprechen, da wir wissen, daß dies gerade jetzt unsere Pflicht und für das Herz Ew. Majestät eine Erquickung ist.

Nach dem, was seit vielen Monaten in Berlin und von dieser Stadt aus geschehen ist, um auf die Berathungen und Beschlüsse der National-Versammlung durch Drohungen und Thätlichkeiten einzu⸗ wirken und die Gemüther im Lande fort und fort in Unruhe und Unsicherheit zu halten, und nach der Langmuth, womit Ew. Majestät geduldig gewartet haben, ob sich die Umsturzpartei nicht besinnen möchte, und nach der bekannten Liebe, die Ew. Majestät stets gegen das preußenvock in der That und Wahrheit bewiesen haben, danach müssenz wir den Beschluß Ew. Maäjestät, den Sitz der Na⸗ tional-Versammlung nach Brandenburg zu verlegen, vollkommen bil⸗ ligen, und lönnen daein weder ein Abweichen vom constitutionellen Prinzip erblicken, noch überhaupt davon ein Unheil für das Land fürchten, da die Proclamation Ew. Majestät die sichere Bürgschaft dafuür ist.

Gott aber erleuchte und stärke Ew. Majestät auf Ihrem Throne, lasse aber auch Ihre Güte sich mit der Treue des Landes begegnen! Dazu helfe Der, der ja dem Preußenvolke so oft schon ein Retter gewesen ist.

Ew. Majestät treugehorsamste Unterthanen. Der Orts⸗Vorstand Namens der Gemeinde. Hackeborn, im Magdeburgischen, den

20. November 1841S.

Die traurigen Vorgänge, welche sich ein k 1— völkerung von Rathenow beim Auemarsche der hiesigen e Dienstag, den 14. November, hat zu Schulden kommen assen, uns im Innersten auf das schmerzlichste ergriffen. 8

kleiner Theil der Be⸗