1848 / 220 p. 3 (Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

8 wurde ohne Zeugen zugelassen. Spaur schützte die Nothwendigkeit einer Unterredung mit Sr. Heiligkeit wegen Ertheilung eines Hei⸗ rathsdispenses für die Vermäblung einer bayerischen Prinzessin 88 dem Grafen Trapani vor und gelangte so bis in das Kabinet de Papstes. Die Thüren standen offen, und die Wachen br sehen, was im Arbeitszimmer des Papstes Lesers. a b.ne. erschien Harcourt, dessen Zulassung weniger Schwierig eit unterworfen wurde. Offenbar der Urheber des Fluchtversuches oder wenigstens in das Geheimniß eingeweiht, stellte er sich in die Thür, und während Spauer an eblich noch mit dem Papst arbeitete, fädelte Harcourt mit den Schildwachen ein Gespräch ein. Die Unterhandlungen dauern ihm jedoch zu lange, man tritt endlich in das Kabinet und findet das⸗ selbe leer. Spaur und der Papst waren durch eine Seitenthür ver⸗ schwunden. Ueber Terracina eilten Spaur und Pius, der, nur in eine schwarze Soutane gekleidet, als Kaplan des bayrischen Gesand⸗ ten galt und alle Wachtposten getäuscht hatte, der neapolitanischen Gränze zu. Vor Gaeta anzekommen, forderte der Offizier des Thor⸗ postens die Pässe der Reisenden. Spaur übergab ihm den seinigen; der Kaplan hatte jedoch krinen. Spaur neigte sich gegen den Offi⸗ zier und raunte ihm einige Worte ins Ohr, worauf der Ofsizier auf die Kniee sank und die Füße des Papstes küßte. Hierdurch erfuhren alle Anwesenden, daß jener Kaplan des bayrischen Gesandten Nie⸗ mand anders als Pius IX. selbst sei. Die Flucht geschah so eilig und so vorsichtig, daß der Papst keine anderen Kleider mit sich führte. Der Hof von Nrapel hat es ihm jedoch an nichts fehlen lassen. Als Aufenthaltsort für den Papst und seine Kardinäle nennt man den Königlichen Landsitz Caserta, eine Stunde von Neapel entfernt, in⸗ dem man das Kloster Monte Cassino zu einsam und unsicher fand. Auch nennt man Malta, ferner Spanien und zuletzt Frankreich.

An unsere Mitbürger.

8 Mit großer Freude und Genugthuung haben wir aus den zahl⸗ reichen zustimmenden Erklärungen, die uns aus der Nähe und Ferne

1 11““ 11“ zugegangen sind, den Anklang wahrgenommen, den unsere Ansprache

vom 21. November d. J. in unserem Vaterlande gefunden hat. Wir sagen unseren innigen Dank allen den biederen Männern, welche uns durch ihre Zuschriften die stärkende Gewißheit gegeben haben, daß wir ihnen durch jenen Ausdruck unserer Ueberzeugung in gleichen Ge⸗ fühlen und 122 begegnet sind. Die entgegengesetzten Stim⸗ men, welche sich uns in öffentlichen Blättern, in Adressen und in einem Pamphlete kundgegeben, haben uns nicht überraschen und um so weniger beirren können, als ihre Angriffe hauptsächlich gegen uns selbst, nicht abe gegen die Sache, welche wir vertreten, gerichtet waren. Di Art dieser Angriffe befestigt uns nicht minder als jene beistimmenden Erklärungen in der Urberzeugung, daß wir der Wahr⸗ heit das Wort geredet und unsere Stimme für die Sicherung der wahren Freiheit erhoben haben, welche in der Gerechtigkeit und Sittlichkeit, in der Ordnung und Gesittung, in der Hei⸗ ligbvaltung des Gesetzes und in der Liebe wurzelt. Durch diese höheren Mächte ist der preußische Staat auferbaut worden. Durch sie, nicht durch seine physische Macht, die nur ein Produkt seiner In⸗ telligenz war, ist Preußen als ein edles und geachtetes Glied in die europäische Staatenfamilie eingetreten. Nur durch sie hat es sich vor einem Menschenalter von seinem Falle glänzender als je erhoben. Durch sie wird es sich auch jetzt erheben. Deutlicher als jemals wird jetzt, wie der Abweg, so der rechte Weg erkannt, der fortan zu ent⸗ schlossener That einzuschlagen ist, der Weg der Besonnenheit, der Ver⸗ nunft und des Friedens, der Weg patriotischer Hingebung, allgemeiner Gerechtigkeit und aufrichtigen Wohlwollens gegen alle unsere Brüder ohne irgend einen Unterschied. Auf diese Ueberzeugung, die jetzt die Nation durchdrinat, bauen wir unsere Hoffnung auf eine glückliche Lösung der Aufgabe unserer Zeit, auf eine große Zukunft unseres Vaterlandes. Berlin, den 8. Dezember 1848. . 1b Der Magistrat.

8

Meteorologische Zeobachtungen.

Abends V

1848. 8. Dez.

Nach einmaliger Beobachtung.

Morgens 6 Uhr.

Nachmittags

2 Uhr. 10 Uhr.

336,22 Par. 337,010Par. 339,00 %Par. Auellwärme 7,70 R. + 8,3° n. + 9,5° n. +† 10,2*9 n. Plusswärme 4,9 R. 6,3⁰° n. + 6,5°9 B. 6,2“°) R. Bodenwärme

Dunstsättigung. 84 pCt. 79 pCt. 72 pCt. Ausdünstung

Wetter trüb trüh trüb Niederschlag 0,041“"Rh.

e““ * S. S. Wärmeweechsel + 10,2

Wolkenzug.... S. V 8,0°

338,41 pvar. + 9,30 n. 6,3o0 n. 78 pct. s

Konigliche Schauspiele.

Sonntag, 10. Dez. Im Opernhause. 141ste Abonnements⸗ Vorstellung: Catharina Cornaro, große Oper in 4 Abtheil., Mustk von Fr. Lachner. Ballets von P. Taglioni.

Im Schauspielhause. 2 lste Abonnements⸗Vorstellung: Tar⸗ tüffe, Lustspiel in 5 Abth., nach Molière. Hierauf: Der Verstor⸗ bene, Posse in 1 Akt, von Tenelli.

Montag, 11. Dez. Im Schauspielhause. 202te Aboms⸗ ments⸗Vorstellung: Don Carlos, Infant von Spanien, Trauer⸗ spiel in 5 Abth., von Schiller.

Dienstag, 12. Dez. Im Opernhause. 142ste Abonnements⸗ Vorstellung: Die Zauberflöte, Oper in 2 Abth., Musik von Mozart.

Luftdruck Luftwärme.. Thaupunkt.

Tagesmüittel:

FK’hnigestädtisches Theater. Sonntag, 10. Dez. Die Töchter Lucifer's. Großes phan⸗ stisches Zauberspiel mit Gesang in 5 Abtheil. (12 Tableaux), von W. Friedrich. Musik komponirt und arrangirt von Ed. Stiegmann. (Decorationen und Kostüme neu. Die Maschinerieen Theatermeister Herrn Brandt.) 86 Montag, 11. Dez. Die Töchter Lucifer's. Dienstag, 12. Dez. Die Töchter Lucifer's.

FPertiner KHörse vom

Hezember.

Wechse I-Cozsrse.

Brief. Geld.

1438 143 150 ½ 150 ½ 25 ⅔1 6 81 ½2 91½

Amsterdamnu .. 1““ .2560 b mars⸗ 40. qqqq1u11m

. 300 na. Kurz 2 Mie.

Hamburg . 686 . 300 Mx.

1 Lst. 300 Fr. 150 Pl. 150 PFl. 100 Tbl. Leipzig in Courant im 14 Thlr. Fuss.. 10 GThlr. 1

südd. W. .. .... 100 vl.

100 snbi [3 Wochen 05 ¼ 104 ½⅔

Ffandbries-, Kommunal-Papiere und Geld-Coznrnse.

159 ¼ 3 80

a

3 Mt. 6 2 Me. 2 Mt. 9¹⅔ 2 Mt. 101 ½

2 . % 99 8 Tage 99 ½ 2 Mt. - 99 71

London

Wien m 20 .... Augsburg

Prankfurt a. M

Detersburg

Inlãndische Fonds,

Zf. Brief. Geld. Gem. Preusfs. Freiw. Anl 5 100 ½ 100 St. Schuld-Sch. 3 ½ 79 ½ V

Sech. Präm. Sch.

7. Brief. Geld. Gem. [Sechlesisehe do. 3 ½ [do. Et. B. gar. do. 3 ½

K. u. Nm. Schuldv. ? - Berl. Stadt-Obl. 2⁵ pr. Ek-Anth.-Sch,

Kur- u. Km. da.

Westpr. Pfandbr. 3 ½ 84 ½

Grossb. Posen do. 4 do. do. 3 ½ 82 ½

Ostpr. Pfandbzv. 8 ¾

And. Geldm. à 5tb. Disconto.

Auslkändische Fonds.

Russ- Hamb. Cert 5 Poln., neue Pfdbr.

5 do. Part 500 Fl.

4 do. do. 300 FI.

Hamb. Feuer-Cas.*

do. Staats-Pr. Anl. Holl. 2 ½ Int.

Kurh. Pr. O. 40 th.

Sardin. do. 36 Fr.

M. Pad. do. 35 Fl.

do. beiliope3. 4..

69 1. Anl.

do. Stiesl. 2.4-A. Ä4 r— do. do. 5. A. 4 85 ½

do. v. Ethsch. Lst. 5 1

do. Poln. Schatz0. 4 69

do. de. Cert. L. A. 5 bz. u

10. d0. L. B. 200Fl. 3 ¾ 6

2 Mt. 56 22

tvol a. Pfdbr. a.C. 4

Eisecenbahn-Actich.

5

Stamm-Actien. V Kapilal.

Der Reinertrag wird nach erfotgter Bekanntm. in der dazu bestimmten Rubrib ausgefüillt. Die mit 3 pCi. bez. Actien sind v. Staat gar.

Tages-Cburs.

Börsen-Zinzs- Rechnung. Rein-Ertrag 1842.

Prioritäts-Actien. Kapilal.

Zinsfuss.

Sürmuntliche Prioritäts-Actien werden durch jährliche Verloosung 2 100 pCt. amortis.

Berl. Anhalt Lit. A B. do. Hamburg do. Stettin-Starg.. do. Potsd.-Magd... Magd.-Halberstadt .. do. Leipziger. Halle-Thüringer... Cöln-Minden do. Aachen Bonn-Cöln... Düsseld. Elberfeld-.. Stecle-Vohwinkel... Niederschl. Märkisch. do. Zweigbahn Oberschl. Lit. A. do. Lit. B. .2. Cosel-Oderberg.... Breslau-Freiburg ... Krakau-Oberschl.... e““ Stargard-Posen-. Brieg-Neisse Quitlungs- Hogen. 5 Berl. Anhalt. Lit. B. 2,500,000 4 90 Magdeb.-Wittenb. 1,500,000 4 60 Aachen-Mastricht 2,750,000 4 30 Thür. Verbind.-Bahn 5,600,900 20 Ausl. Quittungsbog. Pesther 26 Fl. Friedr. Wilh.-Nordb. V

3,500,000

4 87 bz. u B. 8,000,000 4 4

65 ½ B 90 ½ bz u B 61 B 113 bz. u B

öE

4,824,000

4,000,000

1,700,000 4 2,300,000 9,000,000

12,967,500

4,500,000

1,051,200 1,400,000 1,300,000 9,950,000 1,500,060 2,253,100 2,400,000 1,200,000 1,700,000 4 1,500,000 4,000,000 4 5,000,000 4 1,100,000 4 .

S1 . 51 bz. 82 B. 54 ½ bz.

Feemmmn

112Se, 1SI=118—

p ¹

18,000,000

4 90 8,000,000 4

V 90 42 ¼

Schluss-Course von Cöln-Minden 82 h

87 B. 93 bz 84 bz. 100 ba. a. n.

Berl.-Anhalt 1,411,800 do. Hamburg 6,000,000 4 ½ do. Potsd.-Magd. 2,367,200 do. do. .. 3,132,800 do. Stettiner 800,000

Magdeb.-Leipziger .. 11,788.090

Halle-Thüringer 4,000,000

Cöln-Minden 3,674,500

Rhein. v. Staat gar. 1,217,000

do. 1 Pmoritit. 2 487,250 do. Stamm-Prior.. 1,250,000 Düsseldorf-Elberfeld. 1,000,000 Niederschl. Märkisch. 4, 175,000 do. do. 3,500,000

do. III. Serie. 2,300,000

do. Zweigbahn 252,000

do. do. 248,000 5

Oberschlesische 1,276,600 4

Cosel-Oderberg 250,000 5

Steele-Vohwinkel. 325,000 5

Breslau-Freiburg..

H2 2 00;S 8 2952⸗g AFöE

400,000 4

1847.

Ausl. Stamm-Ac:.

Dresden-Görlitz 6,000,000 Leipzig-Dresden 4,500,000 Ludw.-Bexbach 24 Fl. [8,525,000 Sächsisch-Bayerische 6,000,000 Kiel-Altona Sp. 2,050,000 Amsterd.-Rotterd. Fl. 6,500,000 Mecklenburger Thlr. 4,300,000

Zinsen.

Börsen- Reinert.

91 B.

36 ½ B.

von P reussischen Bank-Antheilen 94 ½¼ 94 bz. u. B.

Die Börse war heute wenig animirt, Ordres mangelte, und schlossen niedriger, als gestern.

und es wurden im Ganzen wenig Geschaàfte gemacht.

Die Course schienen anfangs besser gehen zu wollen, drückten sich jedoch bald, da es an Kaufs-

AUuswärtige Börsen. 1 Breslau, 7. Dez. Holl. und Kaiserl. Dukaten 96 ¾ Br. Friedrichsd'or 113 5 Gld. Louisd'or 112 ½ Br. Poln. Papiergeld 93 ¾ Gld. Oesterreichische Banknoten 91 ½ bez. u. Gld. Staats⸗ Schuldscheine 80 bez. u. Gld. Seehandlungs⸗Prämien⸗Scheine a 50 Rthlr. 92 ½ Gld. Posener Pfandbriefe 4 proz. 96 Gld., do. 3 ½proz. 82 ½ 81 bez. u. Br. Schles. Pfandbriefe 3 ½ proz. 91 Br., do. Lit. B. 4 proz. 92 ½ Br., do. 3 ½proz, 83 Gld. Polnische Pfandbriefe alte 4proz. 91 ½ Gld., do. neue 4proz. 91 ¾ Gld., do. Partial⸗Loose a 300 Fl. 96 ½ Gld., do. a 500 Fl. 72 Gld. Russ.⸗poln. Schatz⸗Obligationen a 4 pCt. 72 Br. Actien. Oberschles. Litt. A. 94 ½¼ Gld., do. Litt. B. 94 ½ Breslau⸗Schweidn.⸗Freib. 88 G. d. Niederschl.⸗Märk. 75 Br., do. Prior. 96 ¾ Gld., do. Ser. III. 91 ½ Gld. Ost⸗Rhein. (Köln⸗Mind.) 82 Gld. Neisse⸗Brieg 42 Br. Krakau⸗Ober⸗ schles. 43 bez. u. Br. Friedrich⸗Wilhelms⸗Nordbahn 43 ½ ½ bezahlt. P 7 u Die Post ist ausgeblieben. Leipzig, 8. Dez. L. Dr. Part. ia. 97 ½ G. Leipz. L. A. 140 Ch. Leipz. Dr. C. 1. 96 G2 HBaa Hrer h Br., do. Schles. 77 Br. Chemnitz⸗Riesa 25 ½ G Löbau⸗Zittau 20 Br. Magdeb.⸗Leipz. 170. Br. Verl. Ans. A. 88 Br.] do, 87 ½ Br. Altona⸗Kiel 90 ¾ Br., 90 G. Deß B. 4. 95 G. Preuß. B. A. 95 Br., 94 ¼ G. 8 Frankfurt a. M., 7. Dez. In den Fonds und Eisen⸗ bahn⸗Actien ging an heutiger Börse Mehreres um. EEu““ kurhess. Loose, 5proz. bayer. und 3 ½proz. württembergische Obliga⸗ tionen, holländische und alle österreichische Gattungen, so wie bex⸗ bacher, Nordbahn und Köln⸗Mindener Actien, waren begehrt, und deren Cousrse erfuhren eine Besserung. Alle Uebrigen gut preishal⸗ tend, zum Theil etwas fester. 5proz. Met. 71 ⅞. 71.

Bank⸗Actien 1190. 1185. Baden 50 Sard. 24 ½. 24 ½t½. Darmst. 50 Fl. L. 60 ½. 59 ., do. 25 Fl. L. 20 ½ G. Span. 3 proz. 18 ½. 18 %. Poln. 300 Fl. L. 98 Gld., do. 500 Fl. L. 71 ½. 70 ½. Friedrich Wilh. Nordbahn 41¼. 41 ½⅛. Bexbach 65 ½. 65 ½. Köln⸗Minden 80. 79 ⅛.

Hamburg, 7. Dez. 3 ½proz. p. C. 78 ½ G. E. R. 99 Br.,

98 ¾ G. Dän. 66 ¼ Br., 66 G. Ardoins 8 Br., 8 ½ G., Zproz. 17 ½˖ Br., 17 ¼ G. Hamburg⸗Berl. 67 ½ Br., 66 G. Bergedorf 66 Br. Altona⸗Kiel 91 G. Mecklenburg 37 ½ Br., 37 ¼ G. Fontds beliebt, doch wenig im Preise verändert; Essenbahn⸗ Actien und besonders Köln⸗Mind. bedeutend höher und begehrt. 88 Paris, 6. Dez. Der gestrige Aufschwung war von keiner Dauer. Fonds und Actien sind heute wieder namhaft gefallen.

3 proz. 44. 5 proz. 68.5. Anleihe 68. Bank 1450. Spa⸗ nische 3proz. 23 ½. Nord 347 ½. London, 6. Dez. Die Post ist ausgeblieben. Amisterdam, 6. Dez. Bei geringem Geschäst waren holl. Fonds etwas angenehmer. In Ard. war der Handel ziemlich leb⸗ haft, doch konnten sie sich nicht auf ihren gestrigen Preisen behaup⸗ ten; in den übrigen span. Fonds wenig Umgang. Port. etwas wil⸗ liger. Russ. und öster. unverändert. Peru neuerdings zu viel hö⸗

heren Preisen sehr lebhaft gefragt. Heoll. Integr. 46 126, Zproz. neue 55 ⅞, 4proz. ostind. 71 ⁄, 72. Span. Ard. 9 ½. Gr. Piecen 9 ⁄%, 16. Coupons 6 ½, . Port. 4Aproz. 24 ½. Russ. alte 98 ½. Stiegl. 78. Oest. Met. 5proz. 66, 2 ½proz. 34 ⅞. Bras. 76 ½. Peru 24 ½¼, 23 ½, k. b Letzte Course vom 5ten: Int. 46 15, 57. Ard. große Piecen 9 ⅜%, ½. Antwerpen, 5. Dez. 4 ½proz. 72. 2 ½proz. 39 ½, 7. Madrid, 30. Nov. 3 proz. 19 ½.

Wenig Geschäft. Belg. 5proz. 78.

5proz. 9 ⅛.

——

Markt⸗Berichte.

Berliner Getraidebericht vom 9. Dezember.

Am heutigen Markt waren die Preise wie folgt: Weizen nach Qualität 46—51 Rthlr.

Roggen loco 25—27 Rthlr.

»„ p. Frühjahr 82 pfd. 28 ¾ Rthlr. Br., 28 ½

Gerste, große, loco 21—23 Rthlr.

kleine 18—20 Rthlr.

Hafer loco nach Qualität 15—16 ½ Rthlr.

—» p. Frühjahr 48 pfd. 15 Rthlr. „Kochwaare 28— 32 Rthlr.

Futterwaare 26—28 Rthlr.

Span. 5proz. 9 ¼, %, 3 proz. 18 . Passive 3 ¾⅞.

Rüböl loco 12 ½ Rthlr. Br. u. bezahlt. p. diesen Monat dito. p. Dez. / Jan. 12 ½ Rthlr. Br., Jan. /Febr. 12 1% Rthlr. Br. u. bez., 12 ½ a 12 ⁄¾2 G. Febr. / Mäͤrz 12 Rthlr. Br., 12 ⁄24 bez. März /April 12 ½ Rthlr. Br., 12 ½ G. April /Mai 12 ¼ Rthlr. Br., 12 ½ G. Leinöl leco 9 ½ Rthlr., Lieferung 9 ½. Mohnöl 17 ½ Rthlr., Lief. 17. Hanfol 45 Rthlr., Lief. 18 ½. Palmöl 13 ½ Rthlr., Lief. 13 ½3. Südsee⸗Thran 10 ¼ Rthlr., Lief. 9 ½. Spiritus oco ohne Faß 14 ¾ Rthlr. bez. u. G. vp. Dez. 15 Rthlr. Br., 14 ¼ GS. Jan./Febr. 15 ¼ Rthlr. Br., 15 G. p. Frühjahr 16 Rthlr. bez. u. G.

2 bez. u. G.

469

22 . . 2 6g r

Königsberg, 6. Dez. Zufuhr war gering. . bis 68 Sgr. pr. Scheffel, Roggen 26 bis 30 Sgr., gr. Gerste 4 bis 26 Sgr., kl. Gerste 20 bis 23 Sgr., Hafer 14 bis 16 Sgr.,

graue Erbsen 30 bis 38 Sgr., weiße Erbsen 28 bis 36 Sgr., Kar⸗

toffeln 12 bis 16 Sgr., das Schock Stroh 80 Sgr. Breslau, 8. Dez. ißer 42

gelber 40, 45, 50 Sgr. Roggen 26, 29, 31 ½ Sgr. Gerste 19, 21, 23 Sgr. Hafer 14, 15 ½, 17 Sgr. Rapps 86, 88 Sgr. Kleesaat fest, Preise unverändert. 8 8' Preise 7e Gld., pr. nächste Woche

begeben. 85 8 Rüböl 12 ¾¼ gefordert, 122 Geld. Ink 500 Ctr. loco a 3 begeben.

Weizen

Auch heute blieb der Markt unverändert, die Zufuhren bleiben

aber unbedeutend.

sind vom

Weizen 45

50 C. a 6 ¼

8 *

EVEE“ Beil

age zum preußischen Staats-Anzeiger. 8

—V—

—V—

2 halt

Deutschland.

Prenßen. Berlin. Adkessen. Bundes⸗Angelegenheiten. Frankfurt a.

Verhandlungen der verfasunggebenden Reichs⸗Versammlung. v“

Uichtamtlicher Theil. Demntschland.

Preußen. Berlin.

Es sind uns ferner folgende Adressen zugegangen:

SOfffene Petition preußischer Urwähler an Se. Majestät den König.

Auch wir beklagen tief den Konflikt, in den eine Mehrzahl un⸗ serer Vertreter mit einem von Ew. Königl. Majestät ernannten Mi⸗ nisterium gerathen ist.

Aluch wir besinden uns in banger Besorgniß, es könne dieser Konflikt zu einem Zwiespalt führen zwischen unserem theuren Könige

und Ew. Majestät getreuem Volke. Ew. Königl. Majestät Proclamation vom 11ten d. M. ist aber nicht vergebens an das preußische Volk gerichtet worden. Wir hal⸗ ten dafür, daß das gesammte Volk den Sinn des an dasselbe ergau⸗ genen Aufrufs und die Wichtigkeit und Nothwendigkeit desselben be⸗ greift und die Abhülfe der Landesnoth und Gefahr ernstlich will. Ueberzeugt von dem aufrichtigen Willen unseres Königs für un⸗ ser Aller und des Landes Wohl, nehmen wir das uns wiederholte

Versprechen einer freisinnigen Constitution entgegen; glauben indessen,

Ew. Majestät zugleich einen unzweideutigen Beweis unseres Vertrau⸗

ens zu geben, wenn wir in aller Ehrfurcht die nachfolgende Bitte

aussprechen. Wir versprechen uns von der Gewährung derselben die Lösung

Ursprung nach unserer Ueberzeugung eben so die verschiedenen, seit

dem März ernannten Ministerien, wie die Versammlung unserer Ver⸗

treter verschuldet haben:

Lw. Königl. Majestät wolle zur schnellen Beendigung des erwähnten Konflikts, mit billiger Berücksichtigung der von unseren Vertretern ausgesprochenen Wünsche und als eine thatsächliche Bestätigung der vielfachen Verheißungen, so⸗ fort dem Lande eine Constitution verleihen, solche publizi⸗ ren und den danach einzuberufenden gesetzgebenden Körper⸗ schaften die Beseitigung etwaniger Mängel im Wege ge⸗ setzmäßiger Reform übertragen.

Berlin, im November 1848. (602 Unterschriften.) harlottenhurg, den 4. Dezember 1848. (320 Unterschriften.) Majestät!

Mitt steigender Sehnsacht harrt das ganze Land auf die Vollen⸗

dung des vor länger als sechs Monaten begonnenen Verfassungs⸗

werkes; immer unerträglicher, immer gefahrdrohender wird die Un⸗ gewißheit unserer öffentlichen Zustände. In solcher Lage beklagen wir es tief, seit dem 27ͤsten v. M. und ganz besonders durch die

Vorgänge des 1sten d. M. als Augen⸗ und Ohrenzeugen zu der

Ueberzeugung gedrängt zu sein, daß, bei der inneren Zerrissenheit der

gegenwärtigen National⸗Versommlung, auch die so weise Maßregel

ihrer Verlegung in unsere Stadt zu keinem erwünschten Ziele führen werde. Unser Vertrauen, unsere Hoffnung richtet sich daher allein anf den Thron Ew. Majestät; und im unerschütterten Glauben an die wiederholten Königlichen Zusagen sprechen wir die unterthänigste

Bitte aus:

es wolle Ew. Majestät geruhen, eine Verfassung vorläufig nach Maßgabe dessen Allerhöchst zu verleihen, was, den stattgefundenen Abtheilungs⸗Berathungen und sonstigen Kondgebungen der öffentlichen Meinung zufolge, als Wunsch der übe genden Mehrheit der Völker anzuerkennen sein

Der patriotische Verein.

Brandenburg, den 2. Dezember 1848.

Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster König! Allergnädigster König und Herr!

Ew. Königlichen Majestät huldvolle Proclamation vom 11ten d. M. an das preußische Volk haben wir unterschriebene Rustikal⸗ Grundbesitzer des breslauer Landkreises mit großer Freude begrüßt, da wir nun endlich unsere Arsicht von dem gegenwärtigen maßlosen Zustande auszusprechen, wozu wir uns so lange gedrungen sühlten, Gelegenheit erhalten. Vorweg versichern wir wahrhaft und treu, der Allerhöchsten Proelamation, ihrem ganzen Inhalte nach, fest zu ver⸗ trauen, und demnächst bitten Ew. Königliche Majestät wir, auch uns huldvoll zu vertrauen, daß wir in der gegenwärtigen Zeit, die uns Allen nicht lieb war, die alten Preußen geblieben sind, und die Liebe zu Ew. Majestät bewahrt haben und ganz sicher bewahren werden.

Nun erklären wir frei, da die Zermürfnisse der Krone mit der sträflichen Partei den Höhepunkt erreicht hat,

„bis hierher und nicht weiter!“

Die Berückungen des Landmannes durch die bekannten Vorks⸗ wühler haben bei uns zwar keinen Anklang gefunden, und Ruhe und Ordnung im breslauer Kreise wurde, trotz der großen Nähe des Heerdes der Krawalle, Breslaus, erhalten. b 1 Die jüngsten Wagnisse der Umsturzpartei, wir meinen die faden Versuche der Steuerverweigerung, die Entfernung des gegenwärtigen Ministeriums, die Zurücknahme der Allerhöchsten Ordre wegen Ver⸗ legung der National⸗Versammlung nach Brandenburg ꝛc., sie alle diese gesetzwidrigen Versuche werden von uns nach Gebühr gewür⸗ digt; wir meinen hiermit, daß wir nach wie vor unsere Steuern zahlen wollen, daß wir glücklich sind, nach so einem langen und trau⸗ rigen Interimistikum und Hinhalten jeder gesetzlich ernsten Maßregel nun ein Ministerium zu haben, dem wir mit voller Zuversicht ver⸗ trauen, daß wir ferner es freudig begrüßen, wenn es der National⸗ Versammlung in ihrem neuen Sitzungs⸗Lokale in Brandenburg von

sträflichen Einflüssen jeglicher Art weniger, vielleicht gar nicht terro⸗ risirt, eher und bald gelingen wird, die so sehr von uns gewünschte Vereinbarung, nach den bisher störenden Hunderten, zur Sache gar nicht gehörenden Interpellationen, Petitionen ꝛc. zu bewirken.

Unsere Liebe, unser Gehorsam, unsere Treue gegen Ew. Maje⸗ stät und das gesammte Königliche Haus, diese unsere Charakterzüge, sie sollen und werden uns erleuchtenz um die Ruhe und Ordnung, die Erfüllung Ew. Majestät Verheißungen abzuwarten, und Keiner, auch nicht Einer von uns, wird der Zuversicht der Erfüllung untreu werden.

Ew. Majestät wünschen wir zur Vollendung des Werkes Kraft von Oben und rufen aus voller Seele: Gott erhalte unseren viel⸗ geliebten König und Sein ganzes Königliches Haus, und lasse Ihm die Freude Seiner Unterthanen erleben und noch lange genießen, die Seine Schöpfungen für das Land schon rvorgerufen haben und noch hervorrufen werden. 1

Breslau, den 23. November 1848.

111n“ Ortschaften. 1. Albrechtsdorff.... 111X“X“; Altscheiinit Barottwitz... Bogenau u Boguslawizz. Brocke Cammelwitz Carowanc.. Domslau Dürrjentsch..... Gabitz Gallowitz Graebschen Grüneiche. Grünhübel 9 Grunau Herdain 11“ Herrmannsdorff, Kommende... Herrmannsdorff⸗Strachwitz... Höfchen, Maria Huben Jäschkowitz ... 4. Janowitz .. 25. Klettendorff 2989 L“ 2 56qs E Lamsfeld Le)mgruben Leäienk Masselwitz, Große... Masselwitz, Klei-. Mochbern, Groß⸗... Mochbern, Klein⸗ ... Morgenau.. 6“* Masblib. Neudorff, Kommende...... Oldern, Groß.. Oldern, Klei.. Oltaschin Opperau Oswiz Pasterwitz Pilsnitz 47. Pleischwitz.. 48. Rbsenthgl... ... 50. Saegewitz, Klein⸗, Glaeser... ee6* 52. Schoenborn 53. Schottwitz 54. Schwoitsch 86, (Ciö. 66. Strachwih.. L“ 9 58. Tschansch, Gro 6 69. Tschansch, Klein. 15 690. Iic 6 61.. 9 62. Weigwitz.. 1 66 11“ 6dodhh,,,,,,..,,,,.11 66 w au1ñ 111q“

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Majestät! 8

Zu den getreuen Preußen, an welche der Königliche Erlaß vom 11ten d. M. gerichtet ist, gehören wir, die Einwohner der Städte Soest und Werl und des ganzen Kreises Soest.

Wie wir die Unmännlichkeit der National⸗Versammlung uner⸗ klärlich finden, welche schon seit Nonaten von einer Rotte zusammen⸗ gelaufener Tagediebe sich hat einschüchtern und von ihrem hohen Be⸗ rufe der freien Berathung abwendig machen lassen so haben endlich Ew. Majestät einer vielfach mißbrauchten Langmuth ein Ziel gesetzt und mit der Vertagung und Verlegung der National⸗Ver⸗ sammlung den Schritt gethan, dem die Bessergesinnten des ganzen Landes nur ihren ungetheiltesten Beifall zollen konnten.

Die Freiheit des Volkes halten wir durch die ergangene Ent⸗ scheidung nicht für gefährdet dafür bürgt uns Ew. Majestät Königswort und die Gewißheit, daß nur selbst freie Männer den Staatebau auf den Felsen der höchsten sittlichen Freiheit zu gründen vermögen.

Ew. Majestät Beschluß ist kühn und männlich gefaßt, füge es Gott, daß keine Macht der Erde ein Ablassen von demselben zu erzwingen im Stande sei.

Soest, den 13. November 1848.

Der Verfassungs⸗Verein. Der constitutionelle Verein. Werl, den 14. November 1848. Der constitutionelle Verein. 1 Folgen die Unterschriften. Vorstehender Adresse ts tat hers 1 (Folgen 541 Unterschriften von Einwohnern der Land⸗ gemeinde des Kreises Soest)

Majestät! 8

Freudig begrüßen wir die von Ew. Majestät unterm 11. d. M.

an alle Preußen erlassene Proclamation, weil durch sie die bangen Befürchtungen vor gänzlicher Auflösung aller Zucht und Ordnung ge⸗ hoben, die Hoffnung, das Gesetz werde wieder Ansehen und Geltung

erlangen, neu belebt und der Glaube, Ew. Majestät werden dem theuren Vaterlande die im März erlangten constitutionellen Freiheiten unverkümmert erhalten, zur festen Zuversicht geworden ist. Möchte Gott der Herzenskündiger Ew. Majestät ausdauernde Kraft und Weis⸗

heit verleihen, das begonnene hehre Werk der Einführung einer freien

Staatsverfassung zur allseitig heiß ersehnten Vollendung zu bringen, möchten bei dieser schwierigen Arbeit nur solche Männer rathend und helfend Ew. Majestät zur Seite stehen, denen sowohl für unser an⸗ gestammtes Regentenhaus, als wie für das in seiner Grundfeste tief er⸗

schütterte Vaterland, ein warmes redliches Herz gleich uns im Busen

unaufhörlich schlägt.

CTschechnitz, Kreis Breslau, den 27. November 1848. (64 Unterschriften.)

Allerdurchlauchtigster,

Großmächtigster König und Herr!

„Ew. Königliche Majestät wollen die Versicherung der unerschüt

terlichsten Treue des Veteranen⸗Vereins hirschberger Kreises huld⸗

reichst aufnehmen. 8

Keein Mitglied desselben hält sich durch sein Ausscheiden aus dem

stehenden Heere seines beim Eintritt in dasselbe geleisteten Eides für

entbunden; vielmehr sind Alle fest entschlossen, ihre treueste Ergeben⸗

heit für ihren hocherhabenen, geliebten Monarchen mit ihrem letzten Blutstropfen zu besiegeln.

Wir ersterben in tiefster Ehrfurcht

Ew. Königlichen Majestä

—— 8

ugehorsamste. 1. Dezember 1848. (Colgen die Unterschriften.) 8

Lieber König und Landesvater!

Wie schon einmal, so nahen wir uns jetzt wieder Ew. Majestät von Gottes Gnaden mit der usterthänigsten Bitte, das Ministerium Brandenburg nicht entlassen zu wollen. Der aufrührerische Theil der National⸗Versammlung hat zwar gesagt, es sei nicht volksthümlich, und sich darum seiner Ernennung widersetzen wollen, ja, die Demo⸗ kraten und Republikaner im Lande schreien es ihm nach, und warum? warum nicht volksthümlich? Das hat Keiner gesagt; sonst richtet man den Menschen nach seinen Thaten, Gott nur nach den Gesinnun⸗ gen, aber hier haben die Abgeordneten dies Ministerium verdammt, ehe es noch etwas gethan hat. Wir müssen dies für höchst unge⸗ recht erklären und im Gegentheil bekennen, daß dies Ministerium sich um das Land wohl verdient gemacht hat, weil es zum erstenmal dem frechen Treiben der Demokraten entgegengetreten ist und das Land der Anarchie und Gesetzlosigkeit entrissen hat, so daß die Besseren im Lande wieder einmal frei aufzuathmen wagen. Volkethümlich ist nicht das, was die Demokraten, sondern was das bessergesinnte Volk, die Gottesfürchtigen, wollen, und die lieben und ehren ihren König nach dem Worte Gottes, ja, die sehen es als ein Zeichen eines hohen Muthes an, daß das Ministerium Brandenburg, ungeachtet aller schändlichen Verleumdungen und Schmähungen, dennoch auf seinem Posten und seinem Könige treu geblieben ist. Die Abgeordneten, welche die Steuer⸗Verweigerung beschlossen, dadurch das Vaterland aufgeregt und ihm so viele Kosten gemacht haben, haben sich dadurch selbst untüchtig gemacht, noch ferner an der Berathung der Ver⸗ fassung Theil zu nehmen, und müßten als Hochverräther in Anklage versetzt werden. Möge daher Ew. Majestät auf dem betretenen Wege der Festigkeit und Entschiedenheit fortfahren; der liebe Gott, der den Gerechten nicht untergehen läßt, wird Ew. Majestät Schirm und Schild, Hülf' und Heil sein, wie stets darum bitten und beten werden

allergetreueste Unterthanen. Der Bauern⸗Verein „mit Gott 1 für König und Vaterland.“ Der Vorstand (im Namen von 220 Mitgliedern.) Beiersdorf bei Landsberg a. d. W., den 5. Dezember 1848.

Allergnädigster König!

Das Land sehnt sich nach Ruhe, Ordnung und nach der wah⸗ ren Freiheit. Diese werden wir erlangen, sobald uns die von Ew. Königlichen Majestät verheißene Verfassung zu Theil wird.

Wir dürfen von einer Versammlung, deren Mehrzahl sich bis zu dem ungesetzlichen und heillosen Schritt der Steuer⸗Verweigerung verirrt hat, eine Vereinbarung der Verfassung nicht mehr hoffen.

Wir wenden uns daher mit der ehrfurchtsvollen und inständigen Bitte an Ew. Königl. Majestät, in Berücksichtigung des Wohls des Volkes und der Noth des Landes Allerhöchstselbst eine den Verhei⸗ ßungen Ew. Königlichen Majestät entsprechende Verfassung zu geben.

Zossen, den 3. Dezember 1848. 3 Einstimmig beschlossen in einer Versammlung von Wahlmännern und

Urwählern des teltower Kreises. (Folgen 70 Unterschriften.)

Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster König! Allergnädigster König und Heir! Königliche Majestät! . ö“ . Eingedenk der gebührenden, allgemeinen Christenpflicht, den Kö⸗ nig zu ehren; eingedenk des Beispiels Jesu und seiner Apostel, welche die weltlichen Machthaber als Gottes Stellvertreter auf Erden an⸗ erkannten; eingedenk der vielen in der heiligen Schrift enthaltenen Mahnungen: treu zu sein dem Könige und die gebührenden Leistun⸗ gen zu entrichten; eingedenk endlich unseres Eides der Treue und Anhänglichkeit, den wir bei unserer seelsorglichen Amtsanstellung in allen weltlichen Beziehungen ohne Vorbehalt der Krone geleistet ha⸗ ben, erklären wir hiermit feierlich: 8 1 „wie wir nach wie vor uns im Gewissen gebunden halten, auch fernerhin Ew. Königlichen Majestät unserem Allergnä⸗ digsten Könige die schuldige Treue, Ehrfurcht und Anhäng⸗ lichkeit zu zollen, alle Steuern und sonstigen Abgaben be⸗ reitwillig zu entrichten, als dem von Gott gesetzten Könige unverbrüchlichen Gehorsam zu bewahren und in ven Weise mit dem schuldigsten Eifer unsere ꝛespektiven e chianen zu gleichen Gesinnungen, belehrend durch wus⸗ Beispiel, anzuhalten und sie als Unterthanen . 8 für die Krone gegen alle versüͤhrerischen 88 ützen.“ 8 . .E unserer innigsten Ueberzeugung 272 5 Sr9, rung geruhen Ew. Königlichen Majestät in e nültung 8- 16e8 unsere heißesten Wünsche und Gebete für Erh⸗ 1 8