igs von Bayern Majestät ihm verliehenen Ritter⸗Kreuzes des Besdienf⸗ Ordens der Bayerschen Krone, so wie dem Direktor der Warschau⸗ Wiener Eisenbahn, preußischen Baurath Rosenbaum zu Warschau, zur Anlegung des von des Großherzogs von Sachsen Königliche Hoheit ihm verliehenen Ritter⸗Kreuzes zweiter Klasse des Haus⸗ Ordens vom Weißen Falken zu ertheilen.
NRichtamtlich hF
Preußen. Berlin, 19. März. Se. Königliche Hoheit der Prinz⸗Regent nahmen heute die Vorträge des Fiht, Pitniftce des Wirklichen Geheimen Raths Illaire, des Wirklichen Ge⸗ heimen Nathe Costenoble und des Geheimen Ober⸗Justiz⸗Raths Friedberg, so wie die Meldungen des General⸗ Majors Hindersin und mehrerer anderer Offtziere entgegen.
— Im Herrenhause ist die Kommission zur Berathung des Gesetzentwurfes über die Abschätzung der Lehne in Alt⸗, Vor⸗ und Hinterpommern den 15. März zusammengetreten. Dieselbe besteht aus den Herren: Uhden (Vorsitzender), von Frankenberg⸗Ludwigs⸗ dorf (Stellvertreter des Vorsitzenden), Burscher (Schriftführer) von Massow (Stellvertreter des Schriftführers), Freiherr von Maltzahn, Dr. von Zander, Herzog von Ratibor, Graf von Schwerin Frhr. von Sanden⸗Tussainen, Dr. Homeyer, von Below, Frhr. von Sobeck, hen Ploet, von Kleist⸗Retzow, von der Osten.
— In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses weürden die Kosten für die oftafiatische Expebition bewilligt und Feesan Antrag von Vincke und Genossen, gegen den Antrag der Kom⸗ vLEö. Se, P-2-e vor erfolgter Genehmigung 8 heutigen Antrag des Staatsministeriums“ nachtraͤglich 288 Pechgrish 8 8., g taatsministeriums“ nachträglich essen. Kassel, 17. März. In der gestrigen Sitzun 8 ; 8 . 87
der Ersten Kammer berichtete Freiherr von Svelaheim Fe Ausschuß über die Vermehrung des Offiziercorps der Artillerie um vier Lieutenants mit dem Antrag auf Annahme der Proposi⸗ 1 auf den ordentlichen Etat, welches genehmigt wurde. Auf Bericht des Herrn von Keudell bewilligte ferner die Kammer den beanstandeten Betrag von 346 Thlr. zur Bestreitung der Visitations⸗ .“ der Feeae ee (Kass. Z.)
Frankfurt a. M., 17. Mär .In der heutigen Bundestags⸗ sitzung hat Preußen im Voraus sein voea der forhe ssschenwlngelesca⸗ heit abgegeben. Preußen fordert zunächst die Prüͤfung, dann die Wiederherstellung der Verfassung vom Jahre 1831. Die Ma⸗
joritt des kurhessischen Ausschusses stellte den Antrag: die Peti⸗ tion der kurhessischen Zweiten Kammer ad acta zu legen, weil dieselbe incompetent sei. Die Minorität des Ausschusses hat sich diesem Antrage nicht angeschlossen. 8 era ö 1 März. Die von der Kon⸗ ats⸗Kommission beantragte unterthäni e. 111 “ kerhehagf ee .“ v. Königliche Hoheit haben gnädigst geruht, die unter Juni 5 I. mit. dem heiligen Stuhle abgeschlossene en e; Pen agen) den Staͤnden zur Kenntnißnahme vorlegen und mit allerhöchst⸗ (eab Fe Pchched hans 889 5 Dezember v. J. die päpstliche Bulle 0. r v. J.), mit welcher der getroffenen Verabret 3 folg: dte Fnnenesnaßs das Hauptstück der haehh. entban 92 * sollte, 28 velche die Convention genau und vollständig Fe eehn zur allgemeinen Kenntniß bringen zu lassen. eeee me l.- F. Lee- ochwichtige Vertragswerk, welches den gestör⸗ beftibeme he vnasse s lschsftchen Kurie zu Freiburg wieder herzustellen Menht 8 1 in der Nichtung einer Prüfung unterziehen zu müssen 2 Pt. asselbe nach unserer Verfassung, um verbindliche Kraft bn 8e nicht die Zustimmung der Stände erfordere und ob daher sichle Paassohush v.Kesha hes heereapah genüge. Nach reif⸗ G 8 1 amste Zweite K. b eber⸗
8 das ischen Kirchengewalt im Staate ni Fese a nenber und daß diese Ordnung durch “; .“ — “ Sie kann daher, obwohl sie den lebhaften F⸗ Freiben 8 3 11 der Kirchengewalt nach dem Grundsatze 2b elbstständigkeit der katholischen Kirche bestimmt 88h. “ dies sich mit dem Staatswohl berträgt, werk für die Paeec ees üar din Zastmmung eigeschlasen⸗ vertrage. als rechtsverbindlich abgeschlossen erkennen 1““ §. 67 der Verfassungs⸗Urkunde an Ew K5. aa bet gn di Seitd b⸗
Bitte: Ew. Königliche Hoheit wolle nence ö6u“ landesherrliche Verordnung bom 5. P. gnnach eae 221 esrs 58 9 en. Vereinbarung 10 20 er e u.“ nicht in Wirksamkeit rS; 8 18 8 .se Wien, 17. Mäaͤrz. Ueber die am 15. d. M.
führiüce Fetzffunbene Ruhestörung sind der „Wien. Ztg.“ aus⸗ furse Patstelkach ,8. Rn enen⸗ vge 8. 8.Te
S-.r. .Bl.) durch nachfolgende Mitthei⸗ ungen zu vervollständigen. Schon seit naec 18 hag
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15. März eine politische Demonstration im größeren Maßstabe 18
Erinnerung an die am 15. Mäͤrz 1848 zu Pesth erfo
tionaire Bewegung in der Art ecdlchtihun, c68 selqe Wiafs einen eeeins durch die Stadt unternehmen, sodann in einer Kirche einem Gottesdienst beiwohnen, darauf die Honvedgräber auf den Friedhöfen in Ofen besuchen und zuletzt nach den Friedhöfen von Pesth ziehen würden. Mehrere in der Waizner⸗ gasse wohnende Kaufleute hatten außerdem anonyme gleichlautende Briefe erhalten, in welchen sie aufgefordert wurden, am besagten Tage ihre Verkaufsladen zu sperren und an den bezeichneten Kund⸗ gebungen Theil zu nehmen. Durch diese Andeutungen sah sich die Sicherheitsbehörde veranlaßt, ihre Vorkehrungen zur Ver⸗ hinderung von Ruhestörungen zu treffen; insbesondere wur⸗ den am 15. d. M. die Eingänge der Kirchen mit Po⸗ lizei-Wachposten besetzt und auf den Friedhöfen Wachposten aufgestellt. Gegen 9 Uhr Morgens erschien eine beträchtliche An⸗ zahl Studenten, fast sämmtlich in ungarischer Tracht, vor der Stadtpfarrkirche in Pesth, um in dieselbe einzutreten. Von hier durch die Wache zuruückgewiesen, zogen sie, 400 bis 500 an der Zahl, zur Franziskanerkirche und nachdem ihnen auch hier der Ein⸗ kritt verwehrt worden war, weiter zur Kirche der Reformirten auf dem Heuplatze, in welche sie sich von rückwärts den Ein⸗ trit zu verschaffen wußten. Nach Verrichtung eines kurzen Gebetes und Absingung einer Strophe von Vörösmarty's „Szozat“, („An’'s Vaterland schließe Dich fest an!“ zc. ꝛc.) in der Kirche bewegten sie sich gegen den Friedhof nächst der Franzensstadt. Daselbst wurden sie durch den hier aufgestellten Polizeibeamten zum Auseinandergehen aufgefordert. Sie weigerten sich aber, Folge zu leisten und verhöhnten die Beamten, was zur Verhaftung von drei Studenten den Anlaß gab, worauf die übrigen sich entfernten und in mehrere Gruppen getheilt die Richtung gegen den Friedhofnaͤchst der Kerepefer Linie einschlugen, in dessen Rähe sie sich wieder vereinigten. Bei diefem Friedhofe angelangt, wurden fie aber⸗ mals von den daselbst aufgestellten Polizeibeamten zum Ausein⸗ 1“ Hfens Folge zu leisten, insultirten sie
amten, Polizeiwach⸗Offiziere und Polizeisoldaten,
zu Arretirungen geschritten düphr. Aies snrecteis . wenh “ die anderen Studenten aufforderte, ihn zu be⸗ reien, unternahmen diese einen Angriff auf die Polizei⸗ wache, zuerst mit Steinwürfen, dann im förmlichen Hand⸗ pemenge, wodurch die Wache sich endlich genöthigt sah, von dem Bajonnete und dem Kolben Gebrauch zu machen und selbst einige Schüsse abzufeuern, in Folge dessen einige Verwundungen vor⸗
einer der Fest⸗
Pesth das Gerücht in Umlauf, daß die Studirenden für den
kamen und die Exzedenten die Flucht ergriffer ei diese 2 tritte wurden neun Studenten ac Haft 8.. B. eesen. 1n Verwundeten, die man bis jetzt kennt, ist der eine durch einen Schuß im Knie, ein anderer durch einen Vajonnetstich im rechten Arm verwundet, der dritte erlitt durch einen Kolbenschlag eine Contusion an der rechten Schulter. Es sollen jedoch unter den Entflohenen noch mehrere leicht Verwundete sich befinden. Die Bevölkerung von Pesth hat sich nicht nur an den Demonstrationen der “ ten nicht im Entferntesten betheiligt, sondern findet deren Treiben im Publikum im Gegentheil die entschiedenste Mißbilligung. Gegen die Verhafteten ist die Untersuchung eingeleitet. In der Stadt herrscht 1“ Ruhe und Ordnung. 8 — 18. März. Ueber die unruhigen Auftritte P v.m 15ten d. Mts. können wir, heißt es Weseh Zeitung“, zur Ergänzung unserer bisherigen Berichte noch nachtragen, daß die Studenten, nachdem sie durch die Polizeiwache von den Friedhöfen zurückgewiesen und zerstreut worden waren später, um 2 Uhr Nachmittags, in zwei Kaffeehäufern in beträcht⸗ licher Anzahl sich wieder versammelten. Von hier aus unter⸗ nahmen sie gegen 5 Uhr einen Umzug durch die Stadt und er⸗ schienen gegen 7 Uhr vor dem Ungarischen Theater, in der Absicht, das Publikum vom Besuche desselben abzuhalten, zu welchem Zwecke man auch ausstreute, es werde eine Vorstellung nicht statkfinden. Nebst den Studenten sammelte sich, meist durch Neugierde herbeigezogen, vor dem Schauspielhaufe ein gemischtes
Publikum an, dessen Haufe dergestalt anwuchs, daß zur Räumung
des Platzes berittene Polizeiwache entsendet werden mu
wurde mit Pfeifen und wirrem Geschrei empfangen; 2 Tumult drohte durch die einbrechende Dunkelheit und das Zuströmen von von welchem nunmehr, nachdem die meisten Stu denten inzwischen in ein Kaffeehaus sich zurückgezogen hatten der Lärm hauptsächlich ausging, eine bedenklichere Wen dung zu nehmen. Um dieses zu verhindern und der Unordnung ein rasches Ende zu machen, sah die Sicherheitsbehörde sich genö thigt, Militair⸗Assistenz in Anspruch zu nehmen, worauf eine Di vision Infanterie den Platz in kürzester Zeit säuberte. Zugleich wurde das Kaffeehaus zum „Zrinyi“ und das benachbarte Gast⸗ haus, wo die Studenten versammelt waren, durch Gendarmen ge⸗ räumt und beide Lokalitäten geschlossen. Nach Beendigung der Vorstellung im Theater, das an diesem Abend nur sehr spärlich
besucht war, verlief sich nach und nach das V b und bald trat volle Ruhe 28 u“]
In der gestrigen Sitzung
Hauses der Gemeinen bezuͤglich des Handelsvertrages mit des Vertrages a bisher duͤrftigen H an kein Handelsvertrag eine Bürgschaf
88 nicht so leicht um einer Kleinigkeit willen gebrochen werden könne. der Antragsteller dann auf die einzelnen Vertragsbestimmungen eingeht,
reicher Konkurrenz mit dem Auslande eroͤffnet werde. M 1 Sesehetg so nf beklagte freie Kohlenausfuhr betrifft, so ist er überzeugt, daß eine Erschwerung dieser Ausfuhr ur Eroͤffnung neuer Kohlengruben in anderen Ländern führen würde. po. englische Ausfuhr uͤberhaut erhalten werde, müfse natürlich auch der
englischen Rhederei und Frachtschifffahrt einen mächtigen Antrieb geben.
ö11.“ “ B Großbritannien und Irland. London, 16. März. des DOberhauses beantragte (wie bereits tele⸗ mitgetheikt wurde) Lord Taunton (bor seiner Erhebung zur Pairie Mr. Fabouchere genannt), daß sich das Haus der Adresse des 1 “ 8 n moͤge. einstimmig babe das Unterhaus sich zu Gunsten 8 — 1A die gewerbtreibenden und Handelsklassen Koͤnigreichs hätten ihn mit Freuden begrüßt. Dem andelsverkehr zwischen England und Frankreich ver⸗ spreche der Vertrag einen außerordentlichen Aufschwung „ und wenn t für ewigen Frieden sei, so
bewirke das Band gemeinsamer materieller Interessen, doch daß b Fsen ndem
zeigt er, daß dem englischen Fabrikanten das weiteste üig -. e
er Sporn, den die
In politischer und sozialer Beziehung sei der Vertrag eben so vielver⸗
sprechend wie in kommerzieller; er biete allen Nationen Vortheile, und werde
insofern auch als Friedensanker wirken. Lord Grey will dem Vertrage bnslsnͤgencg da Pienfehen, allein eben so wenig kann er für die Adreß⸗ Motion stimmen. Er rekapitalirt alle Einwendungen, die er selbst und seine Gefinnungsgenossen bei verschiedenen Gelegenheiten gegen den Vertragsschluß erhoben haben. Der Vertrag habe die Regierung zu einem gewagten finanziellen Experiment verleitet, denn ohne das abenteuerliche Budget, das im Angesicht eines Oefizit von 9 Millionen eine Einnahme von fast 4 Millionen opferte, wäre der Vertrag eine Unmoglichkeit gewesen. Die Nachwehen werde man Anno 1 861 spüren, wo die Anstalten zur besseren Landesvertheidigung, und die Aus⸗ gaben für den chinesischen Krieg ein Defizit von 10 Millionen geschaffen haben werden, welches nur durch eine kolossale Erhöhung der Einkommen⸗ steuer zu decken sein werde. Während die materiellen Vortheile des Ver⸗ trages großentheils Frankreich zu Gute kommen würden, rufe er doch bei der Masse des proteetionistisch gesinnten Volkes in Frankreich die Vor⸗ stellung hervor, daß die französische Industrie der englischen Allianz geopfert worden sei. Vor allem aber beklagt er den Zusammen⸗ hang, der in den Augen der Welt zwischen dem Vertrage und der Annexion Savoyens zu bestehen scheine. England haͤtte vom Kaifer einen Verzicht auf sein Projekt verlangen müssen, bevor das kom⸗ merzielle Aktenstück unterzeichnet wurde. Durch die Zeit seines Abschlusses erscheine der Vertrag wie eine stillschweigende Sanction der Annexirung Savohens, wie eine Bestechung Englands, wie ein Flecken auf seiner Ehre. Er wasche seine Häͤnde in Unschuld und wünsche, daß auch das Haus die Verantwortlichkeit für den Vertragsschluß der Regierung allein uͤberlasse. Lord Wodehouse (Unter⸗Staatssecretair des Auswärtigen) bemerkt zur Entgegnung, daß Sir Robert Peels Budget von 1842 und 1845 eben so weitgreifend waren, wie das diesjährige; der Vorwurf der Abenteuerlichkeit stehe daher einem Jünger Sir Robert. Peels schlecht an. Und nur den kommerziellen Maßstah dürfe man an den Vertrag legen, da von einem Zusammenhang zwischen demselben und der Savoyischen Angelegenheit nicht im Entferntesten die Rede sei. Lord Malmesbury bemerkt, er selbst habe vor sieben Jahren Unterhandlun⸗ gen behufs eines Handelsvertrages mit Frankreich angeknüpft, aber nicht zu Ende geführt, weil die französische Regierung sich nicht zu billigen Zugeständnissen verstehen wollte. Er glaube, sie habe dies auch jeßt nicht gethan, das beißt, die franzoͤfische Negierung mache nicht dem Lande, sondern der Baumwollenpartei Zugestaͤndnisse, und stützte dadurch mittelbar Lord Palmerston. In Wirkichkeit sei der Vertrag nicht zwischen den beiden Nationen, sondern zwischen dem Kaiser Napoleon und Lord Palmerston geschlossen. Daoß diese Ansicht auch vom franzoͤfischen Volk getheilt werde, gehe aus einem Artikel im „Journal des Dehats vom 10. März nur zu deutlich hervor. Ganz im (üben Sinne wie Lord Grey, ur viel strenger beurtheilt er die Haltung Englands der Savoyen ⸗An⸗ exion gegenüber, und aufrichtig beklagt er, daß der Kasser der Franzosen dem Friedensprogramm, mit welchem er den Thron bestieg, untreu gewor- den sei und die verhängnißvolle Bahn des ersten Napoleon betreten habe. Lord Overstone bezweifelt die Zweckdienlichkeit solcher Handelsverträge vom nationalökonomischen Gesichtspunkt. Jedes Land sollte dem Gebot der eigenen Interessen folgen, und ohne politische Nebenrucksicht an der fortschreitenden Ver⸗ besserung seines Tarifs arbeiten. Nicht aus Eifersucht auf fremde Staaten mißbillige er den 11. Artikel, sondern weil ein Ausfuhrzoll auf Stein⸗ ohlen unter Umständen der Einnahme sehr zu Statten kommen könnte, und weil Kohle ein Artikel sei, der sich nicht fabriziren lasse, wohl aber 8 In Frankreich wie in Engiand würden Tausende, mit Recht von der Ueberlistung ihres Vaterlandes sprechen, und dies koͤnne nur böses Blut erzeugen. Nachdem er Mr. Cobden’s Wirksamkeit als Unterhändler einer scharfen Kritik unterzogen und den Grundsatz auf⸗ gestellt hat, daß die Prinzipien des Freihandels sich mit einem ollsystem wohl vexeinbaren ließen, bedauert er, dem Adreßantrag sein Votum nicht geben zu koͤnnen. Der Herzog von Argyll ver⸗ theidigt den Vertrag vom finanziellen Standhunkt und erinnert unter Anderem, daß ein Kohlen⸗Ausfuhrzoll schon einmal dagewesen sei und dem Kohlenhandel wesentlichen Eintrag gethan hhabe. Er glaubt, daß, wenn Frankreich durch eine Ausdehnung seiner Fabrikthätigkeit mehr Kohlen brauche und mit diesem Bedarf auf England angewiesen bleibe, auch hierin eine neue Friedensbürgschaft zu erblicken waͤre. Lord Derby begreift nicht recht, wozu man das Haus auffordere, eine Adresse zu vo⸗ tiren. Wenn die einzelnen Bestimmungen des Budgets genehmigt seien, so verstehe sich die Annahme des Vertrages von selbst. Nur zur Durch⸗ führung des 11. Artikels werde eine Parlamentsakte erforderlich sein. Er muß den Vertrag, das heißt vielmehr seinenEinfluß auf das Budget noch ungünstiger als
Lord Grehy beurtheilen. Das Heftzit sei größer, als Fü es ü
der Schatzkanzler die Einnahmen zu hoch und die Ausgaben zu gering angeschla gen habe. Er ist im Jahre 1861 auf ein Deftzit nicht von 10, sondern von 11 Millionen gefaßt. Sir Robert Peel habe i. J. 1842 anders gehandelt als Mr. Gladstone:; durch Zollermäßigungen habe er ehofft, den Ertrag indirekter Steuern zu vermehren; durch Zollabschaffung chneide man sich die Einnahmequelle ganz ab. Die Tendenz einer solchen Finanzpo litik sei, die indirekte Bestenerung mit der Zeit ganz abzuschaffen und eine schwere Einkommensteuer felbst in Friedenszeiten permanent zu machen. Abgesehen von dem Mangel an Gegenseiti keit im Ver⸗ trage, so daß z. B. franzöfische Seide zollfrei in England eingehen solle, werhrend englische Seide in Frankreich 30 pCt. zahlen werbde, enthalte der Vertvag keine Bestimmung, welche die franzöfische Regierung verhindern könnte, den Zoll auf englische Waaren, der jetzt unter 30 pCt. sei, der Symmetrie halber auf 30 zu erhöhen. So nachläffig und eilig wurbe die Unterhanblung betrieben. Indem er sich darauf zur politischen Seite des Vertrages wendet, bemerkt er, daß Europa ihn sicherlich als einen England zur Beschwichtigung hingeworfenen Knochen betrachten werde. Es sei ftraͤflich von der Regierung Englands, wenn sie den bloßen Schein, die Annexion gut zu heißen, auf sich lade. Die Folgen der Annexion selbst würden sehr verhängnißvoll sein. Troß der materiellen Unbedeu tendheit des annexirten Gebietes werde der Schritt die⸗ selbe Bedeutung haben, wie wenn ein dreimal größeres Land verschlumgen worden wäre. Europa werde darin das Signal erkennen, daß Napoleon III. seiner bis jetzt gemäßigten Politik Lebewohl gesagt und den Rücken gekehrt hat. Alles Vertrauen werde schwinden und jeder Staat werde sich gezwungen sehen, seine Rüstungen und Kriegs⸗Ausgaben zu verdoppeln, ganz Europa werde in den nächsten Jahren dis an die Zähne bewaffnet sein. Wenn Lord Grey auf einer Abstimmung bestehe, so werde er (Derby) mit ihm gegen die Adreß⸗ Motion stimmen. Der Lord⸗Kanzler erachtet keine besondere Parla⸗ ments⸗Akte für noͤthig, um dem 11. Artikel Gültigkeit zu verschaffen. Lord Shelmsford ist anderer Meinung. Der Herzog von Neweastle ersucht Has Haus, zu bedenken, daß die Vertragsunterhandlung begonnen habe, bevor die savoysche Frage sich erhoben hatte. Im übrigen Theil seiner Iede beschränkt er sich darauf, die kommerzielle Vortheilhaftigkeit des Vertrages nachzuweisen. Das Haus schreitet darauf zur Abstimmung und nimmt die Adreßmotion mit 68 gegen 38 an.
Inn der Sitzung des Unterhauses beantragte der Attorney⸗ Gener al, daß das Haus ihm die Bewilligung ertheile, eine Bill zur Verschmrelzung und Verbesserung der Gesetze über Bankerott und Insol⸗ venz einzubringen. Nachdem er seine Maßregel erläutert, entspinnt sich eine längere Erörterung. Die meisten der Sprechenden machen dem At⸗ torney⸗General Komplimente über die Trefflichkeit seines Entwurfs. Die erste Lesung wird genehmigt; dre zweite soll in 14 Tagen stattfinden. Das Haus geht dann ins Comité über die Zollakte und genehmigt die 15te Finanz⸗Resolution, wodurch die Hopfensteuer vom 1. Januar 1861 an auf 20 Sh. per Centner, und vom 1. Januar 1862 an auf 15 Sh. per Ctr. reduzirt wird. Ein Amendement von Dodson auf gänzliche Aufhebung der Hopfensteuer von anno 1862 an wird mit 138 gegen 104 Stimmen verwovfen. Auch die 19. Resolution (Schiffszölle betreffend) geht durch das Comit.
— 17. März, Die Ruͤckkunft des Hofes nach der Haupt⸗ stadt wird kommenden Dienstag oder Mittwoch stattfinden. — Lord Elgin's Vorschläge, Betreffs China's, sollen von der franzöͤfi⸗ schen Regierung genehmigt worden sein, und seiner Abreise⸗ nach dem Ssten scheint Nichts mehr im Wege zu stehen. —
Gleichzeitig mit der Thouvenelschen allernenesten Depesche ist, wie es heißt, vorgestern ein eigenhändiges Schreiben Kaisers Napol eons an die Königin hier eingetroffen. 1
Wice⸗Admiral William Fanshawe Martin wird, wie es heißt, an die Stelle des Vice⸗Admirals Arthur Fanshawe, das Komm ando der Mittelmeerflotte übernehmen und Capitain G. Sey⸗ mour. den Oberbefehl über das Linienschiff erhalten, auf welchem der Prinz von Wales die Reise nach Canada und den Vereinigten
Staaten machen soll. 8 Das erste indische Telegramm, direkt durch den Telegraphen des Nothen Meeres nach Aegypten befördert, ist gestern hier bei Lloydes eingetroffen. Es war aus Kalkutta vom 10. d., brauchte 1b somit 6 Tage, und meldet, daß das Schiff „Redgauntlet“ in Kal⸗ kutta ein Raub der Flammen geworden sei. In der gestrigen Sitzung, des Oberhauses richtete Lord Ellen⸗ boro Ugh an den ersten Lord der Admiralität eine Frage bezüglich der über die Lage von Neapel verbreiteten Gerüchte. So übertrieben diese 1 Gerüchte sein möͤchten, so koͤnnte doch der jetzige Stand der Dinge in Neapel nicht dauern. Unter Anderem höre man, daß eine ansehnliche Zahl britischer Kriegsschiffe im Meerbusen von Neapel liege. Ob die Offiziere dieser Schiste besondere Weisungen erhalten häͤtten für 89 Fall, daß sie von Indihiduen um Schutz angerufen wuͤrden? 88 Herzog von Somerset erwiedert, die Zustände Reapels seien ohne Zweifel jammervoll. Die britischen Kriegsschiffe befänden sich sür Schutz britischer Unterthanen und britischen Eigenthums in 88 neapo litanischen Gewaͤssern, und die Offiziere hätten keine ö haltungsmaßregeln. Auf britischen Schiffen gelte von jeher ien ege nicht Kriminalverbrechern, aber Personen, die wegen politischer ö“ verfolgt werden und die Flucht ergreifen, Schutz un gewähren. kor Ellenborough ist befriedigt, wenn er den edlen Herzog recht verstan⸗ den hat, daß die britischen Offiziere sich auf Erfüllung öbe Pflichten der Menschlichkeit zu beschränken haben. Lord Redes 1 „8 möchte wissen, ob ein britisches Schiff dazu da sei, Loch 5 räther zu schirmen? England wuürde einem fremden Vücg 85 schiff keine solche Regel zu Gunsten englischer Hochnerr Ff hinge Hen lassen. Jedenfalls sollte dieselbe Regel starken wie
schwa chen Staaten gegenüͤber, in den Faäfen Frankreichs so gut wie