1860 / 187 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

haben Se. Majestät doch so häufig Beweise von Theilnahme ge⸗ eben, daß man bei der so schweren Krankheit mit dem Befinden des Allerhöchsten Herrn zufrieden sein muß. Im Speziellen gab die Veranlassung zu den Aeußerungen der Theilnahme die An⸗ wesenheit Ihrer Mahe gaäͤten der Kaiserin Mutter von Rußland, des Königs und der Königin von Batͤern und Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin Mutter von Mecklenburg⸗Schwerin, zu denen Se. Majestaͤt fuhren, um die erhaltenen Besuche zu er⸗ widern.

Auch im Uebrigen war der König lebhafter und theilnehmen⸗ der als bisher, erfreute sich, wie in der ganzen letzten Zeit eines gesunden Schlafes und Appetits und blieb, Gottlob, von den Ein⸗ flüssen der wechselnden, oft ungefunden, Witterung bis jetzt un⸗

berührt.

Bayern. München, 7. August. Ihre Majestät die Kö⸗ nigin ist heute Morgen um 8 ½ Uhr im desten Wohlsein wieder hier eingetroffen.

Schweiz. Bern, 7. August. Die Entlassung der bisheri⸗

en eidgenössischen Besatzungstruppen von Genf erfolgt morgen. Das Schreiben, in welchem der Bundesrath den Genfer Staats⸗ rath hiervon Kenntniß giebt, spricht der gesammten Bevölkerung den wärmsten Dank fuͤr den wahrhaft eidgenössischen Empfang und die Gastfreundschaft aus, welche den eidgenössischen Truppen dort zu Theil geworden sind.

Der Prinz und die Prinzessin von Joinville und der General Nunziante sind aus Neapel hier eingetroffen. (F. P. Z.) 1

Großbritannien und Irland. London, 7. August. Die Königliche Familie, die gestern Abend nach Edinburg abgereist war, wo sie, wie der „Telegraph“ meldet, heute Morgens wohl⸗ behalten angekommen ist, wurde vom Kriegsminister Sidney Her⸗ bert, als Vertreter des Kabinets, begleitet. Vor der Abreise er⸗ theilte die Königin mehrere Audienzen.

Für die Revue, die Ihre Majestät heute Nachmittag in der Hauptstadt Schottlands abhält, haben sich 20,315 Freiwillige an⸗ gemeldet. Die Stadt hat Tribünen für ungefähr 6000 Personen, errichten lassen. Sie war gestern Morgens schon so voll, daß in keinem Hause mehr Unterkommen zu finden war, und man glaubkt,

daß, wenn das Wetter günstig bleibt, wohl an 200,000 Menschen

dem militairischen Schauspiele beiwohnen werden, was vermöge des aufsteigenden Terrains der Stadt und des Parkes immerhin mög⸗ lich ist.

Der Schweizer Gesandte, Hr. de la Rive, ist auf Urlaub

nächsten Tage eine Urlaubsreise nach

kommend, in Portsmouth. angelangt.

Der griechische Gesandte, Hr. Tricoupi, tritt im Laufe ber Deutschland an.

Die Koonprinzessin von Württemberg ist gestern, von Ostende Von dort begab sie sich nach sie vom russischen Gesandten,

Ryde, auf der Insel Wight, wo

Baron Brunnow, empfangen wurde.

In der gestrigen Oberhaus⸗Sitzung fragt Earl von Shaftes⸗ bury ob es eine ausgemachte Sache sei, daß die nach Syrien zu sendenden Truppen daselbst bloß zu dem Zwecke verwandt werden sollten, Ruhe und Frieden im Lande aufrecht zu erhalten oder wieder herzustellen, ud daß die Behör⸗ den weder unmittelbar noch mittelbar sich in die Verwaltung der bürgerlichen und religiösen Angelegenbeiten der unter der Herrschaft der Pforte stehenden Mohamedaner und Christen einzumischen hätten. Er würde, bemerkt er, iese Frage nicht gestellt haben, wenn er nicht starken Argwohn gegen die Anschläge des Kaisers der Franzosen und die Besorgniß hegte, daß man bamit umgehe, die von Lord Stratford de Redeliffe angebahnte und ver⸗ fochtene Politik in irgend einer Weise umzustoßen. Der Unter⸗Staats⸗ Secretair des Auswärtigen, Lord Wodehouse, erklärt, die Expedition bezwecke blos die Wiederherstellung des Friedens in Syrien, und es sei nicht die geringste Absicht vorhanden, sich in die religiösen oder bürger⸗

des Landes einzumischen. 3 i der gestrigen Unterhaus⸗Sitzung, welche üͤber die Zollgesetz⸗ gebung beräth, beantragt Gladston 8 dn⸗ auf 84 Persäedire e hecss⸗ liche Resolution.é Er hat die Frage in zwei Theile getheilt, und die zuerft zur Sprache kommende Resolution bezieht sich nur auf die Papiereinfuhr aus Frankreich. Den Wortlaut des Antrags zu geben, unterlassen wir und bemerken nur im Allgemeinen, daß vom 16. August an die Zollsätze für aus Frankreich und Algerien eingeführtes Papier modifizirt, resp. ermäßigt werden. Die Resolution umfaßt zwölf verschiedene Ru⸗ briken von Papierwaaren. Der Schatzkanzler bemerkt, die Frage welche das Comité in Erwägung zu ziehen habe, sei gering 3 fügig, insofern sie die Staatseinkünfte beeinflusse, und auch in dem Preise der betreffenden Waare werde sie keine große Revolution bewirken. drohenden Ruin

shenn, 8 Pazierfabrltanten über den ihnen

, „so feien ihre düsteren Schilderungen und Befürchtunge über⸗ Wenn aber das, was sie sagten, wirklich 8 wäre, 9r b⸗ den Beweis liefern, daß sie ungebührliche Vortheile auf Kosten 2*5 hätten. Auch handle es sich um eingegangene v üchkeiten in Bezug auf welche England seine Ehre bverpfändet 5 Ja1ose 9 erbindlichkeiten gingen aus einem mit einer fremden Macht 289 enen Vertra h r und würden zudem ein Prüfstein für die

einung des Hauses über die Freihandels⸗Politik sein. Papierfabrication erforderli terial sei in England wohlfeiler em Lande Europa's, und nehme

und zugaͤnglicher, als u. England schicke gegenwärtig mehr Papier

in bedeutendem Maße Amerika, als Frankreich. Es sei aber das Prinzip der

Notiz von fremder Gesetzgebung zu nehmen, sondern nach gemeingültigen gerechten Gesetzen zu handelm, und in Gemäßheit dieser Regel dürfe man die Verleger wohlfeiler Schriften nicht zwingen, ihr Papier in einem durch Schutzzölle protegirten Markte zu einem künstlich erhöhten Preise zu kaufen. Puller beantragt folgendes Amendement: Frage einer später vorzunehmenden Ermäßigung der Zölle au und Papier vorgreifen zu wollen, hält der Ausschuß es nicht für rathsam, gegenwäͤrtig in eine solche Ermäßigung zu willigen.“ Sir H. Cairus, Abgeordneter für Belfast und Solicitor ⸗General unter dem Ministerium Derby, spricht gegen die Regierungs⸗Resolution und meint, man könne recht gut, ehe man einen Entschluß fasse, bis zur naͤchsten Session warten. Bis dahin werde die französische Regierung vielleicht irgend einen Schritt in Bezug auf das Lumpenausfuhr⸗Verbot gethan haben. Der Attorney⸗General bemerkt, abgesehen von den unzweifelhaften vertragsmäßigen Verbind⸗ lichkeiten, habe das Haus schon aus Rücksicht auf Konsumenten und andere Fabrikanten die Obliegenheit, durch Annahme der Resolution einem ver⸗ werflichen Monopol ein Ende zu machen. Henley spricht für das Amen⸗ dement. Lord J. Russell sagt, das Haupt⸗Argument gegen die Resolution

britischen Gesetzgebung, keine

und für sich und im Allgemeinen möge ganz schön und gut sein, aber auf den und jenen besonderen Fall sei er nicht anwendbar. Er ersucht das Haus, der Welt nicht das schmähliche Schauspiel zu bieten, wie England den Ver⸗ such mache, sich seinen Verbindlichkeiten zu entziehen. Disraeli findet es sehr sonderbar, daß man am 6. August einem abgehetzten, ermüdeten Parla⸗ fafhte zumuthe, einen Beschluß über einen bestimmten Industriezweig zu⸗ assen, Durch den Handels⸗Vertrag mit Frankreich sei das Haus keineswegs ge⸗ bunden, denn dieser Vertrag sei durchaus nicht als ein bereits vollstän⸗ dig abgeschlossener Handel zu betrachten. Lord Palmerston bemerkt, es handle sich darum, ob man die Bedingungen eines mit einer fremden Macht abgeschlossenen Vertrages erfüllen und die bon allen Parteien im Hause angenommenen Grundsätze des freien Handels befolgen wolle. Das Haus habe einstimmig eine den Vertrag gutheißende Adresse votirt, und jetzt muthe man demselben Hause zu, die Ausführung einer der durch diesen Vertrag übernommenen Ver⸗ pflichtungen zu umgehen. Bei der Abstimmung wird das Amendement Puller's mit 266 gegen 233 Stimmen verworfen, worauf die Annahme der Regierungs⸗Resolution erfolgt. Der Schatzkanzler beantragt so⸗ dann die zweite Nesolution, welche sich von der ersten nur dadurch unter⸗ scheidet, daß sie sich nicht speziell auf Frankreich und Algerien, sondern auch auf alle anderen Länder beziebt. Puller stellt dasselbe Amende⸗ ment, wie vorhin. Es wird verworfen, und die Annahme der Regie⸗ rungs⸗Resolution erfolgt. 8. August. Im Unterhause ward gestern die Bill, welche die Verschmelzung des bisherigen be onderen indischen Heeres mit dem allgemeinen britischen Heere bezweckt, zum dritten Mal verlesen, Die zu Edinhuxah üher die Treiwilligen abge ene Nebue ist glänzend ausgefallen. Es waregrehbeliggnpocbalten Nevne an 200,000 Zuschauer anwesend. Kh 8 Frankreich. Paris, 7. August. Der Unterrichts⸗ und Kultus „Minister hat gestern an alle Erzbischöfe und Bischöfe so wie an die Präsidenten der protestantischen und israelitischen Kon⸗ sistorien ein Cirkular gerichtet, welches die Feier des 15. August als des Kaiser⸗Festtages betrifft. Es heißt darin: „Den patrio⸗ tischen Intentionen des Kaisers gehorchend, werden wir an diesem durch die Kirche der Schutzheiligen Frankreichs geweihten Tage die wichtigen Interessen nicht vergessen, an welche die Ehre Frank⸗ reichs und die glorreichen Ueberlieferungen unserer Geschichle ge⸗ bunden sind. Im Geiste unseren zur Vertheidigung der christlichen Civilisation in Waffen nach zwei Enden des Orienks ausgezogenen Soldaten folgend, werden wir der Vorsehung, bei dieser Feier des 15. August, den herkömmlichen Dank darbringen.“ u 8 Aus Lhon wird gemeldet, daß Marschall Castellane einen Trupp von 80 Mann Freiwilliger die Revue hat passiren lassen Dieselben führten eine Fahne mit der Inschrift: Les volontaires du 1 er chasseurs partant pour la Syrie.“ 8 Das Geseh, welches die Sümpfe und unkultivirten Ländereien welche das Eigenthum von Gemeinden sind, netzbar zu machen ver⸗ fügt, ist heute publizirt. Ein Kaiserliches Dekret befiehlt die Trocken⸗ legung und landwirthschaftliche Verwerthung des großen Salzsees von Oran und des Garabassees (Dayaum el Relaz) in Algerien Ein anderes Dekret gestattet die Einfuhr der Wolle in Massen durch alle Zollstätten des Reiches. G nach Feomn... ereits auf dem Wege

Italien. Turin, 6. August. Auf der Rbede von Neapel sind einige sardinische Kriegsschiffe angekommen. Die „Soeietz nationale“ hat ihr Werbe⸗Bürea: geschlossen. Der General⸗ In⸗ tendant von Parma bedeutete dem dortigen Comité, die Regieruͤng werde sich weiteren Freischaarenzuzügen widersetzen; doch gingen in selber Nacht 200 Freischärler ab; andere 700. follen folgen. Es heißt, der diesjährige Herbsturlaub der Beamten des Kriegsministe⸗ riums sei auf 12 Tage beschränkt worden. Masfimo d'Azeglio ist am 4. d. M. in Florenz eingetreffen. t

Graf Litta, der Ueberbringer des Schreibens von Victor Emanuel an Garihaldi, ist am 3ten wieber hier eingetroffen.

Garibaldi hat sich nicht beirren lassen, wie die „Nationalitées“

der Regierung bestehe in der abgedroschenen Bemerkung, der e an

und daß man einen großen parlamentarischen Kampf hervorrufe.

gekündigt.

ten „S. Michele“ und „Costituzione“ müssen,

vollzogen ist, in Seebereitschaft gebracht werden.

„Duca di Genova“

tküchtig sein.

Die in Genua erscheinende mazzinistische „Unita Italiana“

voom 3. d. wurde confiscirt und die Redaction Petrulla traf in Genua ein mit einer

und Wien.

gekehrt. mit militairischem Freimuth den ganzen Hergang des Kampfes ge⸗

hat seine Stelle niedergelegt.

Marine eingeführt.

ausdrücklich und nicht ohne Verdruß melden. In Catanta sind wieder 500 militairisch organifirte und ausgerüstete Griechen an⸗ Am 31. Juli gingen 1000 Freiwillige von Genua direkt nach Milazzo.

Farini ist am 3ten d. von Genua zurückgekehrt. Ueber die Reise desselben gehen verschiedene Gerüchte. Nach einer Korrespon⸗ denz des „Patriota“ soll sich die Reise auf eine Expedition gegen den Kirchenstaat bezogen haben, die von den toskanischen Comités organisfirt werde, welche letztere auch in Genua Verzweigungen haben. Im Arsenale von Genua wird sehr eifrig an der Aus⸗ rüstung beinahe des ganzen Geschwaders gearbeitet. Die Fregat⸗ sobald die Aushebung Die Fregatte wird jedoch kaum vor Februar 1861 see⸗

ac verhaftet. Fürst Mission nach Turin, Paris

Neapel, 5. August. Am 26. Juli sind die Koͤniglichen ruppen, welche mit Garibaldi kämpften, aus Milazzo zurück⸗ Oberst Bosco begab sich zu dem Könige, und nachdem er

schildert hatte, bat er um seine Entlassung. Auch General Colonna

Aufs Thätigste werden Verbesserungen im Heere und in der Der Kommandant Capecelaco ist zum Di⸗ Das Pribvatsekretariat

rektor im Marine⸗Ministerium ernannt. die Posten der

des Königs ist abgeschafft. Der König hat

Nationalgarde besucht. 1 Rom, 4. August. Die Einwohner von Monte Parzio bei

Frascati, aufgeregt durch eine anonyme Proclamation, begannen eine Besitzung des Fürsten Berghese zu theilen. Gendarmen stellten die Ordnung wieder her.

Dem „Ami de la Réligion“ schreibt man u. A. aus Rom: „Seit der Uebernahme des Oberbefehls durch General Lamoricière sind bedeutende Aenderungen in dem Personal, Material und Be⸗ stande der Armee eingetreten. Das von ihm geschaffene Bataillen Tirailleure, das man das franco⸗belgische nennt, nimmt stets an Mannschaft zu. Jeder Mann desselben erhält 11 Bejocchi täg⸗ lichen Sold; 6 davon gehen für den Unterhalt u. s. w. ab, 5 behält der Soldat. Ein leichtes Kavallerie⸗Corps ist unter ähn⸗ lichen Bedingungen errichtet worden.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 2. August. Se. Majestäat der Kontg von Portugul Hut. Eem⸗ Farstern Grüf-hn⸗ koff, Minister des Auswärtigen, das Großkreuz des Thurm⸗ und Schwert⸗Ordens verliehen. Der General⸗Adjutant Katenin, Ge⸗ neral⸗Gouverneur von Orenburg und Ssamara ist in Orenburg m 5. Juli gestorben. 1 .

3 88 oder Oktober erwartet man hier die Ankunft des Herrn Pereire zum endlichen Abschluß der neuen Konzessionen,

e der n Gesellschaft der Rusfischen Eisenbahnen bewilligt nelchg Et Pes ) f 8 Fese 1“ ffis Lise 19

88 3 Amerika.

Nac

b Berichten aus Vera Cruz vom 7. Juli ist ein Haufen von Freibeutern aus Guatemala in den Staat Chiapa eingefallen und hatte dort gesengt und geplündert. Dem neuen spanischen Gesandten war es gelungen, eine Anzahl ange⸗ sehener Personen zu einer Petition an Juarez zu bewegen, in welcher sie ihn auffordern, in Friedens⸗ oder wenigstens Waffen⸗ stillstands⸗Unterhandlungen einzutreten. Eine Conducta von 1,260,000 Pfd. war in Montery aufgehoben worden. Der Auf⸗ stand in Coabuila verliert Terrain. Im Norden von Mexiko macht sich der Wunsch nach einer Intervention des Auslandes geltend. 3

Asien. Bombay, 7. Juli. Das Einkommensteuer⸗Gesetz wird demnächst ins Leben treten können. Schon am 26sten v. M. waren im gesetzgebenden Rathe in Kalkutta alle Haupt⸗ und die wesentlichsten Nebenpunkte der Einkommensteuer⸗Bill definitiv fest⸗ gestellt worden, und es handelte sich nur noch um einzelne Anord⸗ nungen in Betreff der Erhebungsart der Steuer. 1

Ein gewisser Kadschi Sing, einer der Häͤuptlinge der Bhils, welcher nach dem Aufstande amnestirt worden ist, hat sich empört und nach Plünderung einer Karavane und Verbrennung mehrerer Dörfer mit andern Häuptlingen im Bund festgesetzt, wo er wäh⸗ rend der Regenzeit nicht beunruhigt werden kann. Es sind Trup⸗ pen aufgeboten, um die Grenze zu schützen; eine Expedition gegen diese Bhils wird erst im Februar ins Werk gesetzt werden können.

Firuz Schah, einer der Prinzen von Delhi, der bis zuletzt im Verein mit Tantia Topih einen Rebellenhaufen führte, ist glücklich nach Kandahar entkommen und von dort im Maͤrz nach Persien abgegangen, von wo aus er Mekka besuchen will. (H. B. H.)

Singapore, 14. Juni. Die letzten hier eingetroffenen Berichte lassen kaum mehr einen Zweifel aufkommen, daß

Kaiser von China sich zu einem berzweifelten Widerstande anschickt Unsere Truppen sind alle nach dem Norden beordert. Das bri⸗ tische Kommissariat allein hat Schiffe von zusammen über 80,000 Tonnen gechartert, und die Geldnachfrage ist so groß, daß in Folge der vielen auf England abgegebenen Wechsel der Cours in die Höhe gegangen ist. Die 850,000 Pfd. vom Parlament votirten Kriegsauslagen werden erschöpft sein, bevor es zum Schlagen kommt. Der Kaiser soll ganz in den Händen der Kriegspartei sein⸗

Paris, Mittwoch, 8. August. (Wolff's Tel. Bur.)

hier eingegangenen Nachrichten aus Neapel ist die Di Bosco nach Calabrien gesandt worden.

Turin, Mittwoch, 8. August. (Wolff's Tel. Bur.) heutige „Opinione“ sagt: Das Gerücht, Geueral Lamoricière habe der neapolitanischen Regierung einen Plan zur Vertheidigung des Festlandes übergeben, habe Beunruhigung erweckt. Man wollte ogar wissen, Neapel und Rom habe ein Schutzbündnitz abgeschlossen. Die „Opinione“ meint, Piemont würde in diesem Falle vielleicht gezwungen sein, seine passive Politik aufzugeben weil es nicht dulden könnte, daß die unter Lamoricière stehenden fremden Truppen in Neapel interveniren.

Mailand, Mittwoch, 8. August. (Wolff's Tel. Bur.) Die „Perseveranza“ meldet, daß, nach über Genua eingegangenen Nach⸗ richten, die piemontesische Constitution durch Dekret des Diktators ““ 1 1184

Statistische Mittheilungen.

Se

Dem „Journal des chemins de fer“ zufolge, betrug die Länge sämmtlicher französischer Eisenbahnen am 1. Juli d. J. 16,539 Kilometer, von denen 9217 im Betrieb sind; 5563 sind im Bau begriffen, 1647 eventuell konzessionirt. Die Anlagekosten sämmtlicher Bahnen werden auf 5781 Millionen berechnet, von denen bis zum 31. Dezember 1859 bereits 3589 Millionen ausgegeben waren, 2191 ¾ Millionen blieben noch zu verausgaben. Von letzterer Summe sind aber auf der Ostbahnstrecke und auf der von Lyon nach dem Mittelmeer bereits 200 Millionen aus⸗ gegeben; für 300 Millionen Obligationen hat die Bank von Frankreich übernommen, so daß der Kredit nur noch 1,691,500,000 Fr. aufzubringen

hat. 38012 J 3 88 übrigen 17,59 denkt man in sechs Jahren zu vollenden.

Bucharest, 22. Juli. Es existiren jetzt in der Walachei 2129 Dorfschulen mit 54,000 Schülern ahre 1858 gab es deren 1011

serreg *.8

(im Jah mit 23,000 Schülern und 1859 1381 Schulen mit 35,000 Schülern), 41 Stadtschulen mit 6000 Schülern (im Jahre 1852 gab es deren 22

mit 2600 Schülern, 1854 24 mit 3600 und 1859 34 Schulen mit 4500

Schülern), 3 Gymnasien in Bucharest, davon eins Sklassig, die beiden

andern 4klassig, 1 Gymnasium in Crajova, 4 andere werden in den be⸗ veutenderen Städten im kommenden Jahre eröffnet. Außerdem besteht

eine vollständige juristische Fakultät mit neun Kathedern nach dem Muster

der pariser Rechtsschule eingerichtet, eine philosophische mit vorläufig vier Lehrstühlen u. s. w. An allen diesen Anstalten studiren gegenwärtig

66,000 Schüler bei einer Bevölkerung von 2 ½ Mill. (Im Jahre 1852

studirten blos 8100, im Jahre 1854 gar blos 5000; aber schon 1858

zählte man 32,000 Schüler und 1859 46,000.) (K. Z.)

1 . vom 9 August. Weizen 10c⸗ 76 87 Thlr, pr. 2100 pfd. Roggen loco 50 ½ 53 ½ Thlr. pr. 2000 pfd. hez., August 49 ½ 50 ½ Thlr. bez., Br. u G., August-September 49 49 ¾ Thle. bez., Br. u. G., September-Oktober 48 ½ 49 ½8 Thlr. bez. u. Br., 49 ½¼ G, Oktober- November 47 48 Thlr. bez. u. G., 49 Br., November- Dezember 47 ½ 48 Thlr. bez., Frühjahr 46 ½ 47 Thlr. bez. .“ 1—

Gerste, grosse und kleine 8 43 Thlr. pr. 1Z ““ Hafer loco 6 *8 Thlr., Lieferung pr- August 26 Thlr, Sep- tember Oktober 24 ¾ Thlr. Br., Oktober-November 24 ½ ¾ Thlr. bez., Frübjahr 24 ½ ½ Thlr. bez. 1 Erbsen, Kochwazre und Fatterwasre 49 54 Thlr. 15 HRüböl loco 12 ½ Thlr. Br., August u. August September 12 ½ Thlr.

12 ⁄12 G., Sepiember-Oktober 12 ⁄2 ½ Thlr. bez. u. Br., 12 2 üh Oktober -November 12 ½ 72 Phlr. hez. u. Br., 12 ¾˖ G.. November- De- zember 12 ¾ ½ Thlr. bez. u. Br., 12 ⁄¾% G6, Dezember-Januar 12 Thlr. bez., April- Mai 8 89 e11XMXM“X“ ““

Leinöl loco u. Lief. 10 ½ r. ö““

Spiritus loco ohne Fass 18¼ 18 ¾ Thlr. bez., August und August- September 17 ¾ 18 Thlr. bez., Br. u. G., September-COktober 1 Thlr. bez. u. G., 18 % Br., Oktober-November 17— % Thlr. bez., 17 x Br., 17 G., November-Dezember u. Dezember-Januar 1616 ¾ % Thlr. bez. u. G., 17Br. April-Mai 17 ½ ½ Thlr. bez., Br. u. G. 1

Weiden höher gehalten. Ro loco sowohl als auch Termine verkehrten in sehr animirter Stimmung und Preise erfuhren bei sehr

der Krieg einen großen Maßstab annehmen wird, und daß der

lebhaftem Umsatz eine bedeutende Erhähung. Rüböl gefragt und