Die Abstimmung ergab dann folgendes Resultat:
vW 1“ 16“ öö“
Baden. Bruchsal, „Karlsr.
wird mitgetheilt, daß Oskar Becker, der wegen beendigten 2. versuchs, der mit höchstens 20 Jahren Zuchthaus bestraft wird, vor das mittelrheinische Schwurgericht gestellt werden soll, gegen das bezügliche Verweisungserkenntniß der Anklagekammer den Re⸗ kurs an Großherzogliches Oberhofgericht ausgeführt und verlangt hat, daß er auf Grund des §. 595 des Strafgesetzbuches wegen Hochverraths angeklagt und vor die Geschwornen gestellt werde. Die bezügliche Stelle dieses Paragraphen lautet: „Wer mittelst Angriffs auf ein Mitglied des deutschen Bundes — — die Auf⸗ ösung des Bundes oder die Losreißung eines Theils desselben, oder eine Abänderung der Bundesverfassung zu bewirken unter⸗ nimmt, wird von der nämlichen Strafe getroffen, wie wenn er asselbe Verbrechen gegen das Großherzogthum selbst verübt hätte.“
Und diese Strafe ist Todesstrafe (§. 586).
Bayern. München, 30. August. Die Kammer der Ab⸗ geordneten hat gestern in einer Vormittagssitzung, dann in einer Abendsitzung von 5 bis 8 ½ Uhr die Debatte über die Gewerbfrage fortgesetzt und beendet. Am Schluß der langen Debatte sprach noch der Staatsminister Freiherr von Schrenk, der sich im Wesent⸗ ichen in demselben Sinne, wie bereits in dem Ausschusse, aussprach. CMitrag — Vorlage eines auf dem Grundsatze der Gewerbefreiheit beruhenden Gesetzentwurfes — wurde mit 69 gegen 61 Stimmen verworfen; der II. Antrag, bezüglich der Realrechte, fiel hierdurch hinweg; der III. Antrag, Vollzug des Gesetzes von 1825 betref⸗ fend, wurde mit großer Majorität angenommen. (N. M. Z.)
HOesterreich. Agram, 31. August. In der hiesigen Ko⸗ mitats⸗Kongregation wurde vorgestern eine Repräsentation an den Landtag beschlossen, um daß derselbe bezüglich des Quantums der vom Lande jährlich zu zahlenden direkten und indirekten Steuern jeder Art und deren Verwaltung und hinsichtlich der Rekruten⸗ stellung mit Sr. Majestät in Verhandlung treten und ein solches Uebereinkommen zu Stande zu bringen trachte, welches einerseits den größeren Bedürfnissen der königlichen und kaiserlichen Würde entsprechen und anderseits dem Lande eine vollständige, vom frem⸗ den Einflusse unabhängige, nur dem Landtage verantwortliche und Sr. Majestät unmittelbar untergeordnete Selbstverwaltung sichern werde. Die Repräsentation soll den übrigen Komitaten zur Unter⸗ stützung mitgetheilt werden.
Schweiz. Bern, 29. August. Für den Bau der Ost⸗
vestbahn ist heute vom Großen Rathe der Regierung eine An⸗ leihe von 12 Millionen Franken mit 113 gegen 22 Stimmen be⸗ willigt worden. Dieselbe wird sofort zur K rrenz ausgeschri ben werden. b — 31. August. Die französische Regierung hat beim Bundes⸗ rath wegen des an der Grenze bei Genf vorgefallenen Skandals reklamirt, eine Satisfaction für die Grenzverletzung und eine Ent⸗ chädigung für die bei dem Vorfalle verhafteten und verwundeten Franzosen verlangt.
Großbritannien und Irland. London, 30. August. Ihre Majestät die Königin wurde gestern Abend wieder in Dublin erwartet. Der Hafen von Kingstown war gestern den ganzen Tag mit Kähnen und Segelbooten bedeckt, welche Neugierige zur Vacht „Victoria and Albert“ brachten. Leute aller Stände benutzen die Gelegenheit, sich die komfortabelste Dampf⸗VPacht der Welt mit Muße anzusehen. Auf den ausdrücklichen Wunsch der Königin wird in ihrer Abwesenheit jede achtbare Person an Bord gelassen. Einer Korrespondenz aus Killarney entlehnen wir folgende Einzelnheiten: Die Königin verbrachte den 27. August mit einem
5 über die unteren, mittleren und oberen Seen. Lord Castlerosse hatte für diese Fahrt eigens zwei große und prachtvolle Barken bauen lassen. Die Königliche Barke nahm ungefähr zwölf Personen auf. Die Bootleute harrten mit hochgeschwungenen Ru⸗ dern und die Passagiere standen aufrecht mit entblößten Häuptern, bis die Königin im Schatten der alten Schloßruine in ihre Barke stieg. Dieselbe fuhr pfeilschnell davon und fast eben so schnell folgte ihr die zweite Staatsbarke, in der das Königliche Gefolge saß. Ehe die Königin am Abend von Lord und Lady Castlerosse Abschied nahm, pflanzte sie auf dem Rasenplatz vor dem Landfitze ihres Gastfreundes eine Wellingtonia Gigantea. Sie fuhr dann nach Muckroß⸗Haus, daß ungefähr 1 englische Meile von den be⸗ rühmten Ruinen der Muckroß⸗Abtei liegt. Es ist der Landsitz Mr. Herberts, eines der größten Grundbesitzer. der Gegend, und hat eine ungemein malerische Lage. Hier nahm die Königliche Familie ihr Diner ein.
Ihre Majestät die Königin kam heute früh in Holyhead an, wo sie übernachten wird. 1
Dem „Globe“ zufolge ist Viscount Monck Sir Edm. Walker Head'’s neur von Canada bestimmt.
zum Nachfolger auf dem Posten als General⸗Gouver⸗ 11“ “
v“ 8 8 11“ “ In Northumberland und Durham, dem Norden Englands war die Witterung so günstig, daß man die Ernte einem boh Monat fruüͤher, als im vorigen Jahre, heimzubringen hofft. c.
— 31. August. Ihre Majestät die Königin reiste am 29. 8 um ½1 Uhr Mittags von Muckroß nach der Eisenbahn⸗Station ab. Nach einem kurzen Aufenthalt in Mallow kam der Koͤnigliche Bahnzug gegen 6 Uhr in Dublin an; er hatte die 186 englische Meilen lange Strecke von Killarneh in 5 Stunden 3 Minuten zurückgelegt.
Die Königin kam heute Morgens gegen 8 Uhr in Perth an und reiste nach Norden weiter. Morgen wird sie in Balmoral erwartet.
Nach der „Army and Navy Gazette“ hat die Regierung be— schlossen, die Besatzung von Canada durch 3 Infanterie⸗Re⸗ gimenter zu verstärken, die wahrscheinlich Mitte September per „Great Eastern“ abgehen werden. — Der „Globe“ glaubt die Nach— richt bestätigen zu dürfen, und fügt bei, daß die Verstärkung durch die Zeitverhältnisse geboten, aber nicht bedeutend sei, indem der Effektivstand der Besatzung nur um etwa 3000 Mann größer sein werde, als in gewöhnlichen Zeiten.
Corfu, 25. August. Das jonische Parlament wurde aber⸗
mals bis 11. Dezember vertagt.
Frankreich. Paris, 30. August. Durch Kaiserliches Dekret ist der Handels- ꝛc. Minister ermächtigt worden, den Brücken⸗ zoll in Bordeaux auf der Kaiserlichen Straße Nr. 10 abzulösen. Die Stadt Bordeaux hat sich erboten, für diesen Zweck 1,250,000 Frs. beizusteuern; ebenso bewilligt der Generalrath des Gironde— Departements 500,000 Frs, die Orleans⸗Eisenbahn⸗ Gesellschaft 75,000 Frs. und die Gemeinden bei Bordeaux 175,585 Frs.
Ein Kaiserliches Dekret vom 25. d. gestattet zeitweilig die zoll⸗ freie Einfuhr fremden, zum Vermahlen bestimmten Weizens nach den Bestimmungen des Gesetzes vom 5. Juli 1836. Am vorigen Sonntag hat die Kaiserin den Grundstein zu einem Asyl gelegt, welches in Eaux Bonnes, der heiligen Eugenie geweiht und für die von den Aerzten in jenes Bad geschickten Soldaten und Armen bestimmt, erbaut werden wird. — 31. August. Bei der Eröffnung des Generalrathes im Finisterre-Departement hat der Admiral Desfossés als Ehren— Präsident eine Rede gehalten, welche nicht nur sehr günstig für die weltliche Herrschaft des Papstes, sondern auch sehr ungünstig für die englische Allianz ausgefallen ist.
Durch Kaiserliches Dekret vom 25sten d. sind die Bestimmun⸗ gen des Dekrets vom 13. Februar d. J. auf Gewebe in Stücken von reiner oder mit Baumwolle, Seide oder Haar vermischter Wolle ausgedehnt. Der „Moniteur“ veröffentlicht mehrere Dekrete in Betreff der Austiefung des Fahrwassers und Hafens von Bou⸗ logne, der Verbesserung des Hafens von Bordeaux (wofür 4 Millio⸗ nen bewilligt sind) und der Rhone⸗-Deiche bei Beaucaire.
— 1. September. Wie der heutige „Moniteur“ meldet, sind zu Gesandten: Lavalette für Rom, Moustier für Konstantinopel und Grammont für Wien ernannt.
Italien. General Goyon hatte bis zum 27. August, wie unter diesem Datum gemeldet wird, Rom nicht verlassen; er wohnte mit dem Marquis de Cadore dem Feste des heiligen Ludwig bei. Der Papst hatte, wie gewöhnlich, der franzöfischen Kirche einen Be— such gemacht und sich lange mit den Franzosen unterhalten.
Die „Opinione“ meldet, daß General Solaroli sich von Stock— holm nach Kopenhagen begeben werde, um dem Könige von Däne⸗ mark das Halsband des Annunciaten⸗Ordens zu überreichen. Am 31. August Morgens ist Benedetti zu Turin vom Könige Vickor Emanuel feierlich empfangen worden. Minghetti hat in der That seine Entlassung nachgesucht, angeblich, weil er sich mit der Mehrzahl seiner Kollegen nicht über das Wie und Wann der Aufhebung der Statthalterei Neapel einigen könne. Der fran⸗ zösische „Moniteur“ mächt heute in seinem Bulletin folgende Be⸗ merkung: „Man erinnert sich der Schwierigkeiten, welche in der turiner Deputirten⸗Kammer die vom Minister des Innern, Herrn Minghetti, vorgelegten Entwürfe zur Umgestaltung der Provinzial⸗ Verwaltung gefunden haben. Diese Entwürfe, über welche keine Parlaments⸗Entscheidung erfolgt ist, sind von dem Minister dem Staatsrathe zur Prüfung vorgelegt worden.“
Das englische Geschwader in der Bai von Naapel ist keines⸗ wegs wieder in See gegangen, sondern lag am 27. August, als das letzte Marseiller Postboot abging, noch ruhig vor Castellamare und vor Neapel; es waren sogar noch zwei Schiffe hinzugekommen, und wie brieflich gemeldet wird, dürfte die Zahl bald auf 17 ge⸗ bracht sein.
Der Gemeinderath von Neapel hat für das Garibaldi⸗Fest am 7. September 3000 Dukaten ausgesetzt und den Baumeistern Rispoli und Catalano die Anordnung übertragen. An die Armen soll an jenem Tage für 7000 Dukaten Brot und Mehl vertheilt werden. Der Professor Zuppetta ist nach Caprera gereist, um Garibaldi zu bitten, daß er doch ja nach Neapel kommen möge.
1X“ “““ “ Eine Deputation, welche Fahrt auf dem Dampf⸗ schiffe gewährt hat, ist von Neapel nach Caprera abgegangen, um Garibaldi zur Wiederkehr seines größten Ehrentages die Glück⸗ wünsche des Volkes von Neapel zu überbringen. 8
Griechenland. Athen, 24. August. gestern geschlosseu.
Türkei. Konstantinopel, 24. August. Der Divisions⸗ General Mustapha Pascha ist zum Muschir des anatolischen Armee⸗ Corps ernannt worden. Der bulgarische unirte Patriarch wurde von Odessa nach Kiew geschickt.
Belgrad, 30. August. Sämmtliche Gesetzvorlagen sammt den die Erbfolge⸗Ordnung betreffenden Zusätzen wurden sanctionirt. Sonntag findet der Schluß der Skuptschina und ein Festdiner beim Fürsten für 300 Personen statt. Mittwoch tritt der Fürst seine Rundreise I“
Dänemark. Kopenhagen, 30. August. Heute hielt der König eine Geheime Staatsraths⸗Sitzung auf Skodsborg.
In voriger Nacht starb hier der Hof⸗Kapellmeister Franz Joseph Gläser. Im Jahre 1798 in Böhmen geboren, war er zuerst in Wien, dann in Berlin, zuletzt hier angestellt. Die be— kannteste unter den von ihm komponirten Opern ist: „des Adlers
Horst“.
Amerika. New⸗Vork, 17. August. Der Springfielder Korrespondent des St. Louis „Demokrat“ liefert einen detaillirten Bericht uͤber die Schlacht am Wilson's Creek. Alle Hauptsachen sind indeß bereits bekannt. Das feindliche Lager erstreckte sich ungefähr 3 Meilen am Wilson's Creek entlang, und war auf jeder Seite von einer Anhöhe begrenzt, auf welcher der größere Theil des Kampfes ausgefochten wurde. Es geht aus die⸗ sem Berichte nicht hervor, daß die Rebellen eine beträcht⸗ liche Strecke zurückgedrängt wurden; ihre Angriffe wurden aber alle abgeschlagen und sie verbrannten viel Lager⸗Equipage und Bagage, um sie nicht unseren Truppen in die Hände fallen zu lassen. Der Feind hatte 21 Geschütze und viel Kavallerie. General Sigel griff die Rebellen von Süd⸗ osten an, sobald er Lyon's Feuer hörte, und trieb sie eine halbe Meile zurück. Dabei setzte er sich in der That in Besitz ihres Lagers, welches sich westlich bis an die Fayetteviller Straße aus⸗ dehnte. Plötzlich aber eröffnete ein feindliches Regiment, welches er sich bis auf einige Schritte hatte nahe kommen lassen, in der Meinung, es sei das erste Jowa⸗Regiment, ein furchtbares Feuer
auf ihn, wodurch die Reihen der Bundestruppen gesprengt wurden.
Das Regiment Salomon konnte nicht wieder gesammelt werden. Sigel verlor deshalb 5 von seinen Geschützen, das sechste ließ Capitain Flagg durch seine Gefangenen wegführen. Unsere Trup— pen erbeuketen gegen 400 Pferde. Unser Verlust beträgt ungefähr 200 Todte und 600 bis 700 Verwundete.
Auch in West-Virginien, das man dem Bunde schon sehr leichten Kaufs gesichert zu haben glaubte, ist ein neuer Kampf zu erwarten. Die Rebellen haben hinter der westlichen Apalachenkette, zu Staunton und Lewisburg, ein beträchtliches Corps unter dem Befehl eines sehr tüchtigen Generals (Lee) organisirt, das im Be⸗ griffe steht, über den Cheat River in Nordwest⸗Virginien vorzu⸗ dringen. Der bei Beverly stehende General Rosenkranz wird nicht viel mehr als 5000 Mann Bundestruppen bei sich haben. Kann er sich damit nicht behaupten, so wird auch das Kanawha⸗Thal un⸗ haltbar und die Aussicht auf eine direkte Communication der Bundestruppen mit dem loyalen östlichen Tennessee, das schon seit Monaten vergebens den Bund um Hulfe anruft, wird in weite Ferne gerückt.
Berichte aus Cairo melden, daß General Pillow seine Ab⸗ sicht, Birds Point und Cairo anzugreifen, aufgegeben habe und sr 8 Rückzuge auf Memphis längs des Mississippi begrif⸗ en sei.
Der Rest der New-Vorker Feuer-Brigade ist gestern nach New⸗Vork zurückgekehrt; er besteht nur noch aus 380 Mann. Gleich gestern Abend hielt diese Truppe ein Meeting, um über ihre Beschwerden zu berathen; die Zuaven klagen darüber, sowohl von der Regierung wie von ihren Offizieren schlecht behandelt worden
zu sein.
Das Reutersche Bureau bringt Nachrichten aus New⸗Vork vom 22. August. Das Gerücht, daß die Truppen des Südens über den Potomae gegangen seien, ist falsch. Sie hatten aller⸗ dings Anstalten dazu getroffen und wollten in Maryland ein⸗ rücken; allein der Fluß war durch starke Regengüsse so ange⸗ schwollen, daß sie ihr Vorhaben aufgaben. Die Unionsregierun hat eine Proclamation erlassen, welche allen Freiwilligen und selb einem Theile der noch nicht kompleten von der Regierung ange⸗ nommenen Regimenter befiehlt, sich mit oder ohne Waffen und Uniform nach Washington zu begeben. Die Freiwilligen eilen rasch nach Washington. Es sind dort neue Insubordinationsfälle vorgekommen. In Missouri herrscht Aufregung, weil die Truppen
1 8 . 1“ 1“ des Südens dort vorrücken. Sie haben Südwesten des Staates inne.
— Das am 14. August von St. Thomas abgegangene Post⸗Dampfschiff „Shannon“ bringt keine Nachrichten von poli⸗ tischer Bedeutung aus Westindien. Die Legislatur von Jamaica ist zum September vertagt worden. Die Feier des Jahrestages der Sklaven- Emancipation ging friedlich und ruhig vor sich. In Jamaica hat man mit dem Baumwollenbau Versuche gemacht und die Sache mit Eifer aufgefaßt. “
Lima, 29. Juli. Die seit dem letzten Steamer vom Süden eingelaufenen Berichte sind von durchaus keiner Bedeutung für das Ausland und beschränken sich auf Vermuthungen über einen bal⸗ digen Regierungswechsel in Bolivia, wahrscheinlich zu Gunsten von Belzu, doch kann die Sache noch eine Zeitlang anstehen, bis sie zur Ausführung kommen dürfte. — Hier in Lima sind die Wahlen für den zweiten Vice⸗Präsidenten ziemlich ruhig vorüͤbergegangen da ein paar Verwuͤndungen und ein paar Todte in diesem Land kaum als eine Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung an gesehen werden können. Die Regierungspartei hat für ihren Kan didaten, den General Pezet, vollkommen gesiegt, weil die Oppo sition sich der Abstimmung gänzlich enthalten hat. Die gestrig Feier der Unabhängigkeit ist ebenfalls ohne Störung der Ruhe und ohne allen Enthusiasmus vorübergegangen; die Behörde hatte alle ihre Militairkraft entfaltet und bei dem großen Feuerwerke an 27 sten Abends 20 Kanonen aufgefahren.
Aus Mexiko bringt die „Times“ wieder einmal eine lange Aufzählung von Gewaltthaten, die sich die mexikanischen Behörden gegen dort lebende englische Unterthanen zu Schulden kommer lassen. Unlängst hat der General oder Bandenführer Marques den Grubenbezirk von Pachuca und Real del Monte heimgesucht und, obgleich ihm kein Widerstand geleistet wurde, jedes Haus ge plündert. Ueber 200 englische Familien erlitten dabei große Ver luste. Am 17. Juli hat der Kongreß auf den Vorschlag der Re⸗ gierung mit der Majorität von 112 gegen 4 Stimmen ein Dekret angenommen, welches auf die Dauer von 2 Jahren alle Zahlungen suspendirt. Der Korrespondent bemerkt, es sei die höchste Zeit daß die englische Regierung ein scharfes Wort mit den Mexikanern rede; die Langmuth Englands werde in Mex ko sehr falsch ausge⸗ legt; man halte sie für scheu vor der Eifersucht Frankreichs und der Empfindlichkeit der Vereinigten Staaten. In der That haben die Vertreter Englands und Frankreichs den diplomatischen Verkehr mit der mexikanischen Regierung abgebrochen
11
bereits viele Städte im
Telegraphische Depeschen. l((Aus dem Wolff'schen Telegraphen⸗Büreau). 1 Ragusa, Montag 2. September. Omer Pascha hat den kürkischen Behörden die Anzeige gemacht, daß mit dem 1. d. di militairischen Operationen gegen die Aufständischen beginnen werden Omer Pascha verspricht gegen dieselben jede mögliche Rücksicht zu nehmen.
Beriizer Getreidebörse vom 2 September.
Weizen loco 60 — 81 Thlr., 81 — 82pfd. bunt. poln. Bahn. . “
Roggen loco 49 ½ a 52 Thlr. gefordert, schwimmend neuer 81 bis 82pfd. 368 Thlr. bez., September u. Septem-ber-Oktober 49 ½ — 4 49 Thlr. bez, Br. u. G., Oktober-November 49 — ½ — 49 Thlr. bez. u. Br, 48 ¾ G., November-Dezember 49 — — 48 ¾ Thlr. bez., Br. u. G., Früh- jahr 1862 49 — ¼ — 48 ¾˖ Thlr. bez.
Gerste, grosse u. kleine, 36 — 44 Thlr. nach Qual. 8
Hafer leoco 20 — 25 Thlr. nach Qual., September u. September- Oktober 23 ⅜˖ Thlr. bez. u. Br., 23 ¼ G., Oktober-Novemb. 23 ¾ — ⅓ Thlr. bez. u. Br., November -Dezbr. 23 ¾ Thlr. bez. u. Br, Frühjahr 1862 24 ½ — ½ Thlr. bez. u. Br.
Rüböl loco 12 ¼ Thlr. Br., September u. September-Oktober 12 bis ⁄12 Thlr. bez. u. G., 12 ½1 Br., Oktober-November 12 ½ — ½ Thlr. bez. u. G, 12 ½ Br., November-Dezember 12 ¾ — Thlr. bez., Br. u. G., Dezem- ber-Januar 12 ¾8 Thlr. Br., 12 ½ G., Januar -Februar 125½2 Thlr. berz., April-Mai 12 ⁄¶ Thlr. bez. u. G., 12 ⅔ Br.
Leinöl loco u. Lieferung 11 ½ Thlr.
Spiritus loco ohne Fass 20 ½4 — 21 Thlr. bez., September 20 ½ — 208
Thlr. ab
Thlr. bez., September-Oktoeber. I 2058 Thlr. bez., Br. u. G., 0kto-
ber-November 19 %4 — X¼ — ½ Thlr. bez.,, Br. u. G., November-Dezem- ber, Dezember - Januar u. Januar- Februar 19 ½ — ½ — 59½ Thlr. berx. u. G., 19 ½ Br., April- Mai 19 ½ — 19 ⅛ — 8 Thlr. bez. u. G., 19 Br. Roggen erfreute sich neuerdings fester Stimmung und ging höͤber, schliesst aber angetragen und matt. Gekündigt 12,000 Ctr. — Rüböl setzte flau ein, befestigte sich dann und holte brssere Preise. Gekünd. 100 Ctr. — Spiritus zog zuerst an und hatte belebten Handel, schlesst
aber ruhig. Gek. 50,000 Quart.