31. März d. J. folgender: in Berlin zur Post gegeben:
außerhalb 12,231 Post⸗Anweisungen, im Ganzen auf 170,701 Thlr. 18 Sgr. 6 Pf., für Einwohner in Berlin 2176 Post⸗Anweisungen, im Ganzen auf 17,663 Thlr. 21 Sgr. 2 Pf.; nach Berlin ge⸗ richtet von außerhalb: 42,960 Post⸗ Anweisungen, im Ganzen auf 709,362 Thlr. 20 Sgr. 5 Pf.
Danzig, 31. März. Der Schiffbau⸗Ingenieur Hildebrandt, von seinem Kommando beim Bau des Widderschiffs »Cheops⸗ aus
Bordeaux abberufen, ist heute, nach Mittheilung der »Westpr. Ztg.«,
bier eingetroffen. — Die Korvette »Hertha⸗ wird, nach der bald zu⸗ rückzulegenden Probefahrt, zur Verstärkung der Flotte nach Kiel gehen, während die beiden Korvetten⸗»Augusta« und⸗Victoria⸗ zum Umbau ibrer Hecks resp. Einrichtung derselben zur Geschützaufnahme nach Danzig kommen werden.
— Der Rath von Stralsund hat den Direktor des Gymnasiums zu Anklam, Dr. Bormann, zum Direktor des Gymnasiums an Stelle des in Ruhestand tretenden Direktors Dr. Nizze gewählt.
Aachen, 30. März. Die Festlichkeiten zur 50jährigen Jubi⸗ läumsfeier unsres 28. Regiments, berichtet die »Aach. Ztg.«, wurden beute Mittag durch das Einrücken des 2. (Jülicher) Bataillons ein⸗ geleitet. Dasselbe traf gegen 12 Uhr hier ein, von einem großen Theil unsres Offiziercorps, theils beritten, theils zu Fuß, der Mili⸗ tair⸗Kapelle und einer großen Volksmenge vor Kölnthor empfangen. Nachdem die Bataillons⸗Fahne am Hause des Obersten und Regi⸗ ments⸗Commandeurs, Herrn von Gerstein⸗ Hohenstein, abgegeben, zogen die militairischen Gäste mit klingendem Spiel über Hochstraße und Kapuzinergraben zur Kaserne, welche im reichsten Flaggen⸗ und Guirlandenschmuck prangt. Ebenso sind die öffentlichen Gebäude und einzelne Privathäuser beflaggt. Heute Abend findet in Nuellens⸗ Hotel der Empfang der Ehrengäste, so namentlich des Fürsten von Hohenzollern⸗Sigmaringen Koͤnigliche Hoheit Statt; später (8 ½ Uhr) Zapfenstreich und Fackelzug.
Schleswig⸗Holstein. Man schreibt der »N. A. Z.- aus Kiel, den 30. März: »Gestern Abend wurde von dem in der dä⸗ nischen Straße vor der Wohnung des Commandeurs des Pommer⸗ schen 61. Infanterie⸗Regiments stehenden Posten auf einen jungen Menschen, der denselben in groͤblicher Weise, durch Anspeien des mit preußischen Farben versehenen Schilderhauses, insultirt haben soll und sich dann durch die Flucht der Arretirung entzog, ge⸗
schossen. Größeres Unglück ist glücklicher Weise verhütet, da weder der Fliehende noch Einer der anderweitig auf der Straße Ge⸗ henden von der Kugel getroffen wurde. Von demselben Posten sind gestern Abend noch mehrfache Arretirungen wegen Insultirung dessel⸗ ben vorgenommen. Die Polizeibehörde hat sofort eine energische Untersuchung angeordnet und seben die Arrestanten einer strengen Bestrafung entgegen. Leider muß ich berichten, daß seit dem 22. März, dem Geburtstag des Königs, und der Demonstration am 24. März, zwischen den unteren Volksklassen unserer Bevölkerung und der hie⸗ sigen preußischen Garnison eine sehr gereizte Stimmung herrscht.⸗
8⸗Verordnungsblatt⸗ enthält folgende Bekanntmachun⸗ gen der schleswig⸗holsteinischen Landesregierung:
»Im Anschlusse an die bereits für das Herzogthum Holstein erlassene Anordnung vom 3. Februar v. J, wonach die Polizei⸗Behörden uüͤber außer⸗ ordentliche, auf die öffentliche Ruhe und Sicherheit bezügliche Vorgänge un⸗ verweilt zu berichten haben, wird hierdurch sämmtlichen Polizei⸗Behörden der Herzogthümer Schleswig⸗Holstein aufgegeben, über Vorgaͤnge der be⸗ zeichneten Art sofort an die Landesregierung zu berichten und diese Berichte in duplo einzusenden. Schloß Gottorff, den 21. März 1865. —
„Von Seiten der Telegraphen⸗ Verwaltung ist mehrfach bei der Lan⸗ desregierung darüber Beschwerde geführt worden, daß die Telegraphen⸗An⸗ lagen, insbesondere die Isolatoren, muthwillig durch Steinwürfe ꝛc. beschä⸗ digt würden; neuerdings find namentlich solche Beschädigungen an der Linie von Kiel nach Burg auf Fehmarn vorgekommen. In dieser Anleitung wird sämmtlichen Polizei⸗Bebörden, insbesondere denjenigen der Districte, durch welche die letztgenannte Telegraphenlinie geht, aufgegeben, durch die Polizei⸗ und Ortsoffizialen kräftigst auf Vermeidung solchen Unfugs hin⸗ wirken zu lassen und gegen ergriffene Thäter nach der Vorschrift der bezüg⸗ lichen Anordnungen mit Strenge einzuschreiten. Schloß Gottorff, den 23. März 1864⸗ 2Für das mit dem 1. f. Mts. beginnende neue Finanzjahr sind Pen⸗ ionen und dauernde Unterstützungen, welche aus der Staatskasse abgehalten werden, nicht mehr auf Grund stehender Ordres oder allgemeiner Autori⸗ sationen auszuzablen. Indem die beikommenden Behörden hiervon zur Rachachtung in Kenntmiß gesetzt werden, wird binzugefügt, daß demnächst für sämmtliche Pensionen und Unterstützungen spezielle Zahlungs⸗Anwei⸗ sungen werden ertheilt werden. Schloß Gottorff, den 24. März 1865.⸗
Die Direction des Flensburger Handelsvereins macht in Betreff der Faggenfrage durch die biesige Zeitung Folgendes bekannt:
Auf eine von 55 hiesigen Rhedern und Schiffsführern unterschriebene Bittschrift an die bohe oberste Civilbehörde für die Herzogthümer Schleswig⸗ Holstein und Lauenburg wurde der mit Heberreichung derselben beauftragten Deyntation von dem Herrn Freiherrn von Zedlitz folgende mündliche Ant⸗ wort ertheilt:
e Interimsflagge ohne Zweifel ehestens n erden, und berselben die gleichen Rechte i, Welche vie schlesmwig⸗holsteinschen Schiffe unter der dänischen Flagge frücber im Mulante genossen / da jedoch möglicherweise bie enbgüͤltige Orbnung vpieser Sache nichtt vor Wiedereröfsnung der Schifffahrt geschehe, staͤnde den
ltmischen Hanbessschiffen die Benuzung der bsterreichischen oder
schen Abgeordneten zusammengesetzten) zeigt eine Gesammtausgabe von 212,438 Thlr. und damit eine Er⸗ höhung von 18,073 Thlr. gegen den Etat
legenbeiten (Zoll, Post, Geschwornengerichte,
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preußischen Flagge offen, und falls von der letzteren Gebrauch gemacht werden würde, wäre bis zur Ernennung eines preußischen Konsuls in Flens⸗ burg der General⸗Konsul in Hamburg angewiesen, die zur Führung der Flagge nöthigen Dokumente auszufertigen, und zwar ohne Kosten außer einer sehr geringen Konsulats⸗Abgabe.⸗ Hannover, 29. März. man der »Hamb. Börs. H.⸗, enthält eine Bekan ntma
—
der Schiffe der Herzogthümer Schleswig⸗Holstein hannoverscherseits 8 Weiteres die zwischen Hannover und Dänemark abgeschlossenen Schifffahrtsverträge maßgebend sein. Unter räg 1 morgen zusammen⸗
tretende Ständeversammlung gelangen lassen wird, befindet sich auch ein auf die Aufhebung der beiden hannoverschen Landeslotterieen bezüg⸗ licher. Die kürzlich stattgehabte Versammlung von Delegirten der Vor- schußvereine hat der Regierung zu einer Aeußerung Anlaß gegeben. Die seit Jahren wiederholte Bitte um Ertheilung von Corporationsrechten
anerkannt ist.
mnerkann Für die Behandlung V Königreich sollen
. dieser Schiffe im hiesigen bis auf
den Anträgen, welche die Regierung an die
licher.
wird abgelehnt, weil Verhandlungen über die gesetzliche Regelung der Rechtsverhältnisse der Vorschußvereine obschweben. Es werden dann
Vereinstagen und größeren Versammlungen
V der hannoverschen Vorschußvereine an Deutschland abzielende Schritte, wie solche in der sammlung beschlossen worden sind, die Regierung
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den, eine Auflösu ng dieser Vereine in Erwägung zu ziehen. — als Syndikus der Residenz beeidigt und ein⸗
Albrecht wurde heute geführt. V 8 30. März. Beide Kammern, »Magd. Ztg.⸗-, wurden heute ersffnet; in G von Schlepegrell, in der zweiten Graf Bennigsen. Es wur⸗ den Vorlagen angekündigt über die Fortdauer des Zollvereins, V über die Besteuerung des inländischen Branntweins, so wie über die Steuervergütung für ausgeführten Branntwein und über die Uebergangsabgabe von zollvereinsländischem Branntwein; über den Vertrag Hannovers mit Schaumburg⸗Lippe wegen Beitritts des V letzteren zu den Zollvereinsverträgen vom 11. Juli und 12. Oktober 1864; über die Erneuerung der Uebereinkünfte zwischen Hannover und Braunschweig vom 20. Dezember 1853 über die Zoll⸗ und Steuerverwaltung in verschiedenen braunschweigischen Gebietstheilen und über die in den Kommunionbesitzungen zu erhebenden indirekten Ab⸗ gaben; über die Erhöhung der Salzsteuer und die Ermäßigung der Personensteuer für die drei untersten Klassen; über den Geldverkehr mittelst Postanweisungen; über Vermehrung der Güterwagen. Die Fortdauer des Zollvereins betreffend, trägt die Regierung dar⸗ auf an, daß die Ständeversammlung, so weit nöthig ist, ihre Zu⸗ stimmung zu den abgeschlossenen Verträgen so bald als möglich aus⸗ sprechen und die Regierung in den Stand setzen wolle, den neuen Zollvereinstarif, eventuell mit den für 1866 vereinbarten Sätzen und den auf der gegenwärtig in Berlin tagenden Konferenz etwa noch zu vereinbarenden Berichtigungen und Veränderungen durch ein vor dem 5. Mai d. J. zu publizirendes Gesetz vom 1. Juli 1865 an in Wirksamkeit zu setzen. 2 Sachsen. Gotha, 30. März. wie er gestern dem gemeinschaftlichen
schreibt
Der gemeinschaftliche Etat, aus koburgischen und gothai— Landtage vorgelegt worden,
bung pro 1861 — 65, welche theilweise durch die Vergrößerung der Matrikularbeiträge in deut⸗ schen Angelegenheiten bedingt ist. Die Einnahmen sind in dem Etat nicht aufgeführt, da die früheren gemeinschaftlichen Landtage dies als der Verfassung zuwider erklärten. Um das für unser Land bestehende, wohl ziemlich einzig dastehende Verhältniß zu verstehen, ist die Er⸗ läuterung nöthig, daß für beide Landestheile nur bestimmte Ange⸗ — (So Militair ꝛc.) als ge⸗ meinschaftliche im Staatsgrundgesetz bezeichnet sind, über welche der gemeinschaftliche Landtag zu berathen hat. Ein Versuch der Staats⸗ regierung, diesem unerquicklichen Zustand durch eine Realunion beider Landestheile ein Ende zu machen, scheiterte bekanntlich an dem Widerstande des koburger Sonderlandtages. (Weim. Ztg.) Frankfurt a. M., 30. März. Die dieswöchentliche Sitzung der Bundesversammlun g fällt heute aus. Dem Vernehmen nach, meldet die »K. Ztg.“«, wird die Bundesversammlung vor dem 6. April keine Sitzung halten. 1 Württemberg. Stuttgart, 30. März. Durch die vielen eingekommenen Nachexigenzen und verschiedene andere Geschäfte der Kommissionen ist eine Vertagung der Kammer bis Mitte Mai
nötbig geworden, damit die Kommissionen Zeit haben, ihre Geschäfte
zu fördern. Während dieser Zeit wird auch die Regierung mit dem neuen Eisenbahngesetz fertig werden und dasselbe bei dem ständischen Ausschuß einbringen können. — In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer entwickelte der Abgeordnete Rödinger seine Motion auf Schutz gegen die Gefahren des Papiergeldes, an welche er das Peti⸗ tum knüpft: »Die Königliche Regierung zu bitten, beim deutschen
Die heutige Gesetzsammlung, schreibt
spesse eee-2s ne Beke ung des Finanzministeriums, der zufolge die interimistische Landesflagge
die Vereine darauf aufmerksam gemacht, daß die Veranstaltung von Vereinste 1 kein geeignetes Mittel sei, die Interessen der Vereine zu fördern, und daß auf den Anschluß einen Centralverein für ganz Delegirten⸗Ver⸗ g veranlassen wür⸗
man der der ersten präsidirte
oder durch Unterhandlung mit ihren Bundesgenossen ohne v
9 auf eine gesetzliche Regelung der Papiergeldausgabe hinzu⸗
829 6. † ünchen, 30. März. In der heutigen Sitzung der Kam⸗ der Abgeordneten, welche der Vorsitzende 4s Praͤßden: mit Nachruf an den höchstseligen König eröffnete, wurden von Staatsminister der Finanzen die Rechnungsnachweisungen der c 1861 — 1862 und 1862 — 1863 und dann der Gesetzentwurf Abkürzung der Finanzperioden vorgelegt. Durch letzteren die Zukunft Ljährige Finanzperioden eingeführt ö“ Von Kriegsminister ward ein Gesetz⸗Entwurf, die weiteren Bedürf⸗ der Armee in den e letzten Jahren der laufenden Finanz⸗ betreffend, vorgelegt. Heeerelieh gWgen, 31. März. Das Abgeordnetenhaus in den heute fortgesetzten Budgetverhandlungen zu dem Posten ngarischen Hofkanzlei. Abgeordneter Falleisetd hesehetgigte altung der Opposition gegen die letzte Rede des Staats ⸗Mi⸗ s von Schmerling und warf dem Ministerium Thaten⸗ eit und constitutionelle Halbheit vor. Eine strenge Cen⸗ ation sei unausführbar; die indirekten Abgaben sollten teichszwecken verwendet, die direkten und die Gebah⸗ mit denselben den einzelnen Ländern überlassen werden. er spricht sodann für baldige Einberufung des ungarischen dtages und fordert die Regierung auf, ihr Ungarn gegenüber beanspruchtes Recht, so wie den von ihr festgehaltenen im⸗ ven Ton, aufzugeben. Die Opposition werde mus derienigfn iUngarns die Hand reichen, welche sich mit ihr zu gleichen Prin⸗ bekenne, und zwar nur auf Grund der Idee der Reichseinheit. *Finanzminister von Plener wies die Vorwürfe des Abgeord⸗ in Kaiserfeld zurück. Der Staatsminister von Schmerling riff gleichfalls das Wort, um die Regierung gegen den Vorwurf Lässigkeit zu vertheidigen, indem er dabei auf seine eigene Ver⸗ genheit hinwies. Ihm persönlich hätte es mehr zugesagt, in ungarischen Frage rasch vorzugehen, er habe indessen die Ueber⸗ zung gewonnen, daß gewisse Fragen nicht rasch lösbar seien. Minister erinnerte an die Schwierigkeiten, welche im Jahre die damals angestrebte Vereinbarung der ungarischen Gesetze der deutschen Reichsverfassung geboten hätten. Auch Regierung würde sich mit der altkonservativen Partei Un⸗ as niemals einlassen; sie erkenne in dieser ihren erbittertsten Feind, in Minen bis in dieses Haus hineinreichten. Der Behauptung Abgeordneten Kaiserfeld, daß ein Theil der Bewohner Ungarns Kaiser nur als den faktischen Herrscher des Landes z der Minister widersprechen. Der Kaiser erkenne sich auch jetzt den rechtmäßigen König Ungarns und werde als solcher von
loyalen Ungarn anerkannt. .“ Das Budget wurde nach dem Antrage des Ausschusses unter
ung von Virements angenommen. . ras einem Wiener Lelegramm der Frankfurter „Postzeitung⸗ 31. März hätte die Unterzeichnung des Märzvertrages am d. nicht stattgefunden, weil nur die Unterschrift Oldenburgs segangen sei. Nach demselben Telegramm beanstanden einzelne ierungen, zuzustimmen, ohne die Kammern gefragt zu haben. tweilen ist die Unterzeichnung bis nächsten Montag vertagt wor⸗ Nächste Woche wird der Märzvertrag im Reichsrath zur Ver⸗ dlung kommen.
Großbritannien und Irland. London, 30. März. der gestrigen Unterhaus⸗Sitzung beantragte Sir F. Heygate
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dessen, und das Ende des Zerwürfnisses scheint wieder in weite Ferne geschoben zu sein. Die Fabrikanten werden nun Leute aus andern 8 Distrikten nach Nord⸗Staffordshire heranzuziehen suchen. Die Dele⸗ girten der Londoner Gewerkvereine haben unterdessen eine neue Ver⸗ sammlung abgehalten und das Verhalten der Arbeiter von Nord⸗ 3 Staffordshire gebilligt und ihnen ihre Hülfe zugesagt.
Frankreich. Paris, 29. März. Die „»France⸗ bringt zwei neue Amendements zu den §§. 4 und 5 des Adreß⸗Entwurfs. Dieselben wollen die Garantie der Unabhängigkeit des Papstes und seiner weltlichen Souverainetät ausgesprochen haben.
— 30. März. Die allgemeine Diskussion über die Antworts⸗ Adresse wurde gestern im gesetzgebenden Körper geschlossen. In der heutigen Sitzung wuͤrde die Debatte der einzelnen Paragraphen der Adresse begonnen. Zu §. 1 sind Amendements über die Entwicke⸗ lung der politischen Freiheit von den Abgeordneten, die sich bei G Marie versammeln, gestellt; auch Mitglieder der Majorität haben ein Amendement auf Abschaffung des jetzigen Verwarnungssystems und Stellung der Presse unter die zuständigen Gerichte eingebracht.
Spanien. Madrid, 30. März. General Rivero ist zum 1 Kriegsminister ernannt worden. Am Sonnabend werden im Senat die Debatten über die Finanz⸗Vorlagen beginnen. 8
Türkei. Von Beyrut, 10. März, wird über Marseille, den 30. März, gemeldet, daß Daud Pascha die Bischöfe und 200 angesehene Leute vom Libanon versammelt hatte, um ihnen einen Befehl des Großveziers vorzuweisen, wonach türkische Truppen ins Gebirge rücken und jeden Widerstand, den namentlich Karam würde leisten wollen, brechen sollten. Die Truppen sind vorgerückt, aber zu einem Zusammenstoße ist es nicht gekommen, da die Einwohner der Dörfer sich zurückzogen.
Bukarest, 26. März. Die Kammer, die eigentlich schon am 18. d. M. hätte geschlossen werden sollen, hat ihre Session um 8 Tage verlängern müssen, da noch ein Gesetzentwurf über die Organisation und Disziplin des Richterstandes zu erledigen war. Um den Verheerungen, welche die Ueberschwemmung neuerdings wieder angerichtet, in Zukunft vorzubeugen, sollen nun endlich die erforderlichen Wasserbauten zur Ausführung kommen, und zwar unter Leitung des Ingenieurs der Donau⸗Kommission, Hartley, den die Regierung berberufen hat.
Nach der neuen in Belgrad so eben veröffentlichten Gerichts⸗ Organisation erhält das Fürstenthum Serbien 18 erstinstanzliche Gerichte, ein Handelsgericht, ein Appellationsgericht und endlich einen 15 Mitglieder zählenden Cassationsgerichtshof.
Rußland und Polen. Von der polnischen Grenze, 30. März, wird der »Osts. Ztg.« berichtet: Ueber die in voriger Woche in Warschau stattgehabte Verhaftung von Emissären kann ich Ihnen heute nähere Mittheilung machen. Im Ganzen waren 13 Emigranten im Laufe von 14 Tagen nach einander auf französische und englische Pässe und unter fremden Namen in Warschau ein· getroffen. Ihre Abreise von Paris, ihre angenommenen und wirk⸗ lichen Namen so wie der Zweck ihrer Sendung waren den War⸗ schauer Behörden von der russischen Gesandtschaft in Paris tele⸗ graphisch vorher signalisirt worden. Der Zweck ihrer vom so⸗ genannten Repräsentativ⸗Comité bewirkten Sendung soll ge⸗ wesen sein, für die Zeit der Militair⸗ Aushebung einen Putsch in Warschau vorzubereiten und denselben des größeren Eclats wegen mit einem Attentat auf die Spitzen der russischen Behörden zu be⸗
2. Lesung der Sheep Protection (Ireland) Bill. Es giebt in Irland eine Million Hunde, die der Mehrzahl nach herren und nahrungslos erschweifen, in den Zustand der Wildheit zurücksinken, Menschen an⸗ und Schafe und Schweine fressen. Zur Abstellung dieses Uebel⸗ zes schlägt die Bill vor, herrenlose Hunde in die Acht zu erklären, so er Constabler sie todtschießen soll; Hunde, die einen Herrn besitzen, 6 registrirt werden und eine Kopfsteuer von einer halben jährlich zahlen. (In England und Schottland besteht schon Hundesteuer, und zwar ist sie höher, als die für Irland tragte.) Sir R. Peel empfiehlt einige Aenderungen im Entwurf. Scully ist gegen die ganze Bill, aber die 2. Lesung wird genehmigt. Sir F. Kelly beantragt die 2. Lesung der Chemists and Druggists (Chemists und Druggists sind halb Apotheker, halb Händler mit ten Waaren. Außerdem verordnen sie selbst Hausmittel, die nicht er in diese Kategorie gehören.) Die Bill schlägt vor, die Erlaubniß zur ibung dieses Geschäfts von einer pharmaceutischen Prüfung abhängig jachen. Sir J. Shelley beantragt die 2. Lesung einer von ihm ein⸗ ten ähnlichen, aber weit weniger strengen Bill. Nach einiger Debatte hält Grey es für wünschenswerth, beide Gesetzentwürfe zum 2. Mal zu nd einem Sonderausschuß zu uͤberweisen, damit er aus ihnen einen i vermittelnden Entwurf zusammensetze. e angenommen. 1 Die Zusammenkunft der Arbeiter von Nordstaffordshire ihrer Arbeitgeber, welche gestern in Gegenwart des Earl von sield in Stoke stattgefunden hat, scheint ohne Resultat geblie⸗ zu sein. Die Fabrikanten bestanden auf ihrer Forderung als unumgänglichen Bedingung, daß die Arbeiter zu den herab⸗ Löhnen die Arbeit aufnehmen sollten, während die streitigen
e dem Schiedsgerichte vorlägen. Die Arbeiter weigerten sich
Dieser Vorschlag wird vom Nutzen verwendet zu haben.
ginnen. Die Warschauer Polizei erhielt den Auftrag, der Einlogi⸗ rung der Emissaire keine Hindernisse in den Weg zu legen, sie aber stets im Auge zu behalten und alle ihre Schritte genau zu über⸗ wachen. Den größten Eifer bei dieser Ueberwachung bewies der Polizei⸗Kommissar Rydzewski. Nachdem er die drei thätigsten Emissaire mehrere Tage hindurch beobachtet und Beweise für ihr Vorhaben ge⸗ sammelt hatte, schritt er zu ihrer Verhaftung. Derjüngere llatowski wurde
in einem Bäckerladen, der ältere in einem Viktualienkeller in der Kurfürstenstraße, Zdzislaw Janczewski in der Krauseschen chemischen Fabrik verhaftet. Zugleich mit ihnen wurden etwa 50 Personen, darunter 30 Arbeiter aus der Krauseschen Fabrik und mehrere Frauen, zur Haft gebracht. Janczewski und der jüngere Ulatowski nahmen gleich nach ihrer Verhaftung Gift zu sich, das sie in einem Fläschchen bei
ssich führten; es wurde ihnen aber sofort ein Gegenmittel beigebracht,
das die Wirkung des Giftes paralpsirte, so daß beide sich am Leben und in der Besserung befinden. Janczewski fungirte während des Aufstan⸗ des in Deutschland, und namentlich in Schlesten als Waffen⸗Agent und ist beschuldigt, 500,000 poln. Fl. unterschlagen und zu seinem Der General⸗Polizeimeister Trepoff, der seine Reise nach Petersburg bereits angetreten hatte, wurde von der erfolgten Verhaftung der drei Emissaire sofort telegraphisch be⸗ nachrichtigt. Die übrigen 10 Emissaire sind noch nicht ergriffen. Sie halten sich in Warschau versteckt oder haben sich in die Provinz zerstreut. 8
8 8 8 168 V Dänemark. Kopenhagen, 31. März. Der König hat, nach »Wolffs⸗ telegr. Büreau, die Demission der Minister Bluhme,