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blickte, welche in Vereinigung mit den Spitzen der Königlichen und
städtischen Behörden, den Vertretern des Provinzial⸗Landtages und
der Kreise, des Domkapitels, so wie der katholischen und evangeli⸗
schen Geistlichkeit ꝛc. die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften hier erwartet batten.
Nachdem Ihre Majestäten, gefolgt von Sr. Königlichen Hoheit dem Kronprinzen; geruht hatten Sich die Mitglieder der verschiedenen Behörden und politischen Körperschaften durch den Re⸗ gierungs⸗Präsidenten Kühlwetter vorstellen zu lassen und an einzelne Anwesende huldvolle Worte zu richten, bestiegen Allerhöchstdieselben die für Sie bereit gehaltenen Wagen und hielten feierlichen Einzug in die Stadt.
Unter dem Geläute aller Glocken und dem Donner der Ge⸗ schütze fuhren die Königlichen Gäste, begleitet von einer unabsehbaren jubelnden Menschenmenge, durch die bunt beflaggten, reich geschmück⸗ ten Straßen zum Regierungs⸗Präsidial⸗Gebäude, allwo Se. Majestät e König eine Gesellschaft von 56 Personen zum Diner befohlen
atten.
Während die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften noch bei Tische saßen, begann man in der Stadt, die eintretende Dunkelheit zu einer herrlichen Illumination zu benutzen. Von den öffentlichen Gebäuden anhebend, unter denen insbesondere das Regierungs⸗Prä⸗ sidial⸗Gebäude, das Rathhaus, der Dom und der Elisenbrunnen sich durch prächtige Lichteffekte und reizende Arrangements hervorthaten, bis herab zu den bescheidensten Behausungen entlegener Stadtviertel bekundete sich ein reger Eifer und eine allgemeine Betheiligung 8 dieser Ovation. Wie mit einem Lichtmeer überfluthet lag die
Stadt.
Das hohe Königspaar durchfuhr in Gesellschaft Sr. König⸗ ichen Hoheit des Kronprinzen und der anderen hohen Herrschaften gegen 9 Uhr noch einmal die leuchtende Stadt und erwies in spä⸗ terer Stunde dem hiesigen Gesangverein Concordia noch die Huld, ine Serenade von demselben entgegenzunehmen. Die Sänger
abei die Ehre, wiederholt von den Allerhöchsten Herrschaften n anerkennendster Weise belobt zu werden. Ihre Majestäten der König und die Königin geruhten, im Präsidial⸗Gebäude zu übernachten, Se. Königliche Hoheit der Kron⸗ prinz war beim Grafen von Nellessem abgestiegen. Für Ihre König⸗ lichen Hoheiten die Prinzen Karl und Albrecht, Höchstwelche noch er⸗ wartet wurden, war im Hotel Nuellens das Absteigequartier besorgt.
Am Morgen des 15. Mai verkündete Glockengeläute in allen Kir⸗ chen der Stadt den Beginn der Huldigungsfeier und der hieran sich knüpfenden Festlichkeiten.
Um 8 Uhr nahmen Seine Majestät der König in Be⸗ gleitung Ihrer Königlichen Hoheiten des Kronprinzen, der inzwischen noch eingetroffenen Prinzen Karl und Albrecht, des Fürsten und des Prinzen von Hohenzollern und eines glänzenden Generalstabes auf der Hochstraße die Parade der hier stehenden Bataillone des 28. Rheinischen Infanterie⸗Regiments ab, worauf Allerhöchstdieselben in Gemeinschaft mit Ihrer Majestät der Königin und Ihren Königlichen Hoheiten dem Gottesdienste in der evangelischen Kirche beizuwohnen geruhten. Hierauf begaben Sich die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften in Fhre Absteigequartiere zurück, um sich zu der Huldigungsfeier vorzu⸗
ereiten.
Zu dem Akte vor dem Rathhause hatte man in 86e nach dem Markt gekehrten Vorderfront,
ber der
stangen festlich ausgeziert. Im Hintergrunde dieser Tribüne, gerade vor der Mittelpforte des Haupteinganges zum Rathhause, befand sich auf einer mäßigen, den freien Ueberblick des weiten ehrwürdigen Marktplatzes begünstigenden Erhöhung, unter einem mittelst goldener Krone gehaltenen Baldachin von rothem Sammt der Königliche Thron, in dessen Nähe die höchsten Staats⸗Beamten und Hof⸗ chargen Aufstellung genommen hatten. An diese reihten sich rechts und links vom Throne die Königlichen Behörden und städtischen Corporationen, während der Raum gerade vor dem Throne die Landtags⸗ und Kreisdeputirten, der Stadtrath von Aachen und die sonstigen Festgenossen ausfüllten. In der Hälfte der ur Tribüne hinaufführenden breiten Haupttreppe waren zu beiden Seeiten kleinere Estraden pereine und das städtische Musik⸗ Corps placirt waren. Unten auf dem Marktplatze endlich hatten sich dem Rathhause gegenüber zwischen wei alldort errichteten Ehrenpforten in halbrundem Kreise die Ehren⸗ wache, das Offizier⸗Corps der Feuerwehr, die Karlsschützen und ein berittenes Musik⸗Corps aufgestellt. Der übrige Theil des Marktes war von einer unzählbaren Menschenmenge erfüllt und gewährte mit seinem alten, mit Laubguirlanden umkränzten Kaiserbrunnen und den rings umgebenden festlich geschmückten Häusern einen über⸗ aus buntbewegten, festlich frohen Eindruck. Um 11 Uhr verkündete das Schmettern der Fanfare das Nahen der Königlichen Wagen. Während die Kapelle des 2. Rheinischen Infanterie⸗Regiments Nr. 28 den Krönungsmarsch spielte, wurden an der Kaisertreppe zur
des Kronprinzen und der übrigen Prinzen
der ganzen
unmittelbar steinernen Freitreppe eine 140 Fuß lange, 20 Fuß breite Tribüne errichtet und mit farbigen Draperieen, Laubwerk und Fahnen⸗
angebracht, auf welchen rechts die Gesang⸗
Königlichen Gymnasium waren die Schüler auf dem Hofe des
Throne geleitet.
Festes für die Rheinprovinz,
den genommen. diese Segnungen wähnte der jüngsten Heldenthaten den Schlachten bei Waterloo und Leipzig würdig könnten,
reich Preußen, berichtet die »Patr. Ztg.⸗, leitete
.“
Seite des Rathhauses die Allerhöchsten Herrschaften durch den Ober⸗ Präsidenten der Rheinprovinz, den Marschall des letzten Provinzial⸗ Landtages und die Bürgermeister der Stadt empfangen und unter Vortritt des anwesenden Kammerberrn durch das Rathhaus zum Beim Erscheinen der Allerhöchsten Herrschaften auf dem Throne führten die verschiedenen Männergesangvereine der Stadt in Verbindung mit dem städtischen Orchester eine Cantate aus. Nach derselben trat der Landtags⸗Marschall vor den Thron
V und hielt Namens des rheinischen Provinzial⸗Landtages eine An⸗ V sprache an Ihre Majestäten.
Redner begann mit der erhabenen Bedeutung des heutigen
die nunmehr 50 Jahre mit der Krone Preußen vereinigt sei. Zurückblickend auf die Zustände dieser Pro⸗ vinz vor uns in dem ersten Huldigungsjahre 1815, gab derselbe so⸗ dann eine kurze Entwickelungsgeschichte der staatlichen und sozialen Verhältnisse wäbrend der heute rückwärts liegenden Zeitperiode, und
berührte dabei den Aufschwung, den nicht allein Künste und Wissen⸗
schaften, sondern auch der Handel und die Industrie in diesen Lan. Redner verwies die Provinz mit ihrem Danke fuür
an das tapfere Königshaus der Hohenzollern, er⸗ bei Alsen und Duppe!, die sich zur Seite stellen und schloß mit einem Hoch auf Se. Majestät den König Wilhelm und Ihre Majestät die Königin Augusta.
Se. Majestät der König dankte dem Redner ungefähr mit fol⸗ genden, mit Bewegung gesprochenen Worten:
Es ist ein erhebendes Gefühl, der Vorsehung Dank bringen zu können für die glückliche Vergangenheit, welche seit einem hal⸗ ben Jahrhundert für die Rheinlande bestanden hat. Die Ver⸗ einigung dieser Provinz mit Preußen hat große Vortheile nach allen Richtungen gebracht. Der Dank dafür gebührt Meinen Königlichen Vorgängern, Ich aber danke der Provinz für Alles, was sie bei dem heutigen Feste ausgesprochen und dargebracht hat. Meine Königliche Aufgabe wird es sein, die glücklichen Zustände der Rheinlande zu fördern, und Ich hege das Vertrauen, dapß dieses uns in verfassungsmäßigem Zusammenwirken gelingen wird. Eott schütze Preußen!
Nach Verlesung und Allerhöchster Vollziehung einer über diesen feierlichen Akt aufgenommenen Urkunde, an die sich die Ueberreichung vieler Loyalitäts⸗Adressen aus allen Theilen der Rheinprovinz an⸗ reihte, wurde unter dem Glockengeläute sämmtlicher Kirchen der Stadt und unter Abfeuerung von 101 Kanonenschüssen, von der Kapelle des obengenannten Regiments ein Triumphmarsch ausgeführt, gegen dessen Ende Ihre Majestäten zu den Wa⸗ gen zurückgeleitet wurden. Die Königlichen Gäste geruhten hierauf unter Leitung des Regierungs⸗Präsidenten Kühlwetter und Polizei⸗ Präsidenten Hirsch Allerhöchstsich zum Münsterplatz zu verfügen. Am Münster wurden Ihre Majestäten durch den Vorstand des Carls⸗ vereins bewillkommt und zum Hauptportal des Münsters geleitet, wo durch den zeitigen Erzbisthums⸗Verweser, Hrn. Dr. Baudri; Namens des Episkopats, des Aachener Kollegiat⸗Stifts⸗Kapitels und
der gesammten katholischen Geistlichkeit die Begrüßung der Aller⸗
höchsten Gäste erfolgte, nach welcher der Ambrosianische Lobgesang: te deum laudamus, angestimmt wurde.
Die dann erfolgende Legung des Grundsteins für die polytech⸗ nische Schule wurde, telegraphischen Mittheilungen zufolge, durch ein heftiges Gewitter verzögert und endete erst nach 2 Uhr. Auf die W1 des Bauraths Cremer erwiederte Se. Majestät der König:
»Ich wünsche, daß dieses Werk der Stadt Aachen und der Rheinprovinz zum Ruhme und Gedeihen gereichen möge.⸗ Danzig, 15. Mai. S. M. Corvette „Nymphe⸗, be⸗
richtet das »Danz. Dampfb.⸗, ist gestern früh in See gegangen, um
das Kaiserlich russische Leichengeschwader in Sicht zu nehmen. Sr. Königliche Hoheit der Prinz Admiral nahm heute Vormittag eine Parade des Seebataillons auf dem kleinen Exercierplatz ab. — Se⸗
Maj. Corvette „Gazelle⸗ ist heute von der Rhede eingekommen.
15. Mai. 50 jährigen
Jubiläums der Wiedervereinigung unserer Provinz mit dem König⸗ ich schon des Morgens früh um 6 Uhr eine Morgenmusik ein. Am Standbilde Friedrichs
des Großen auf dem Friedrichsplatze, das mit Laubgewinden un
Bromberg, Die Feier des
Kränzen geziert war, spielte die Kapelle zunächst einen Choral, dann
die preußische Nationalhymne ⸗Heil Dir im Siegerkranz« und zum Schlusse: »Was ist des Deutschen Vaterland⸗. Alle königlichen und
städtischen sowie viele Privatgebäude waren mit zahlreichen Fahnen
geziert. In allen Schulen fanden Schulfeierlichkeiten statt. Im
selben
versammelt, wo Direktor Deinhardt in einer längeren Rede au
die Bedeutung des heutigen Festtages hinwies. Er verglich die früͤhe⸗
ren traurigen Zustände unseres Landes unter polnischer Herrschaft
mit den gegenwärtigen unter Preußens Herrschaft, und schloß seinen
Vortrag mnit einem dreifachen Hoch auf Seine Majestät den Köni⸗
Wilhelm, worin alle Schüler und Lehrer freudig einstimmten. Nach der Festrede erfolgte der Gesang des Preußenliedes. Nachmittags
8
tags durch Schulaktus. Elberfeld
schlusses der Rheinprovinz an Preußen, schreibt
g von der Danziger Chaussee nach dem Patzer’schen und am Abende eine glänzende Illumination des riedrichs des Großen statt
Stand ʒ att. 4. Mai. Das frühere Gymnasium, berichtet
Trzemeszno; 1 man der „Bromb. . jährlich, aus Stiftungsfonds nur 2718 Thlr. trafen Freistellen, davon 12 für Söhne von Edelleuten, 30 fuüͤr künf⸗
iige Geistliche bestimmt waren. Die geringe Einnahme von 2718 Thlr. ceeichte f unterhalts bei Weitem nicht aus, so daß der Staat etwa 1000 Thlr. jährlich zuschoß. 5 mt Hülf 1 weniger unzureichende Schüler⸗Stipendien gewährt werden. Da
ür so viele Freistellen bei den gestiegenen Preisen des Lebens⸗
Auch mit dieser Hülfe konnten nur
indeß Wohnung und Kost verhältnißmäßig hier billiger sind, als in Posen und Bromberg so zogen diese Stipendien doch viele Schüler ärme⸗- rer Eltern hierher, während die Söhne wohlhabenderer Familien die An-
stalt vermieden. Seit Bestehen der Anstalt war auf derselben ein Ton vor⸗
herrschend, welcher nicht allein durchaus unpreußisch, sondern auch eines
höheren wissenschaftlichen Lehrinstituts wenig würdig war. Die An⸗ stalt war, wie bald nach ihrer Gründung sich zeigte, und die Erfah⸗ rungen während ihres Bestehens bewiesen haben, ein durchaus ver⸗ fehltes Unternehmen. Die Aufhebung war längst beschlossen und wurde nur von Jahr zu Jahr hinausgeschoben, weil an das Be⸗ stehen des Instituts mancherlei Privatinteressen sich knüpften, welche man schonen wollte. 4 Schäden, au denen das Gymnasium krankte, von dar, daß die Aufhebung endlich verwirklicht wurde. Cöln, 15. Mai. Die heutige Jubiläumsfeier, berichten die „Cöln. Blätter⸗, wurde gestern, am Vorabende, durch die Glocken aller Kirchthürme der Stadt feierlich eingeläutet.
neuem so offen
abgefeuert, und vom Rathhause, dem Domthurme und mehreren
anderen Kirchthürmen herab durch die verschiedenen Militair⸗Musik⸗
chöre der Garnison ein Choral und dann die National⸗Hymne ge⸗ blasen. Um 10 Uhr celebrirte im Dome der
Weihbischof Dr. Baudri sich bereits gestern nach Aachen begeben hat,
wo er heute die kirchlichen Functionen vollzieht. Nach beendigtem Hochamte 1 dem sämmtliche katholische Stadtpfarrer beiwohnten, Auch in der protestantischen Kirche
im Dome, wurde das Tedeum abgesungen. und in der Synagoge fand ein Dankgottesdienst statt. Die Ele⸗ mentar⸗ und Freischüler wurden groͤßtentheils in den Schullokalen bewirthet, die Waisenmädchen des Vincentinerinnen⸗Klosters machten in Begleitung der Lehrerinnen einen Ausflug mi nach Lengerich. Die verschiedenen Gymnasien, die Real⸗ Provinzial⸗ Gewerbeschule begingen die Feier während des Vormit⸗
Gedenkfeier des An⸗ die »Elbf. Ztg.“, wurde in unserer Stadt nicht durch äußere Festlichkeiten begangen, wohl aber segneten alle Bewohner den Tag, an welchem die ver⸗ bündeten Truppen dem Fremden unser Gebiet abrangen, an dem wir Bürger des deutschen Staates geworden sind, der sich unter den deut⸗
15. Mai. Die 50 jährige
hatte. Die Glocken aller Kirchen läuteten die Jubelfeier ein, die Böller
donnerten von den Höhen, von den Thürmen, den öffentlichen königlichen und städtischen Gebäuden und aus manchen Privathäusern flatterten I den evangelischen Gotteshäusern ihren kirchlichen “ Heag V ds 8 m gtge shre tagfgeaß if die großartige Errungen chaft, in der katholischen Kirche fan ein die Frau Kronprinzessin von Brasi ien und d hl, nileces cgüsgan 8 Graf von Eu — Prinz Ludwig von Orleans — sind, von
kommend, Freitag
die Fahnen im Sonnenschein, in nahmen die Herren Prediger in
solennes Hochamt mit Te Deum statt, dem auch die Schuljugend anwohnte, und auch in allen höheren Lehranstalten und in sämmt⸗ lichen Elementarschulen sowohl als in verschiedenen Vereinen und Gesellschaften (die Gesellschaft Parlament versammelte ihre Mitglieder zu einem musikalisch⸗geselligen Vergnügen) ward der Tag der Wieder⸗ vereinigung mit Deutschland und Preußen gefeiert. Schleswig⸗Holstein. Das „Verordnungsblatt für Schles⸗ wig⸗Holstein und Lauenburg⸗ (24. Stück) bringt folgende Bekannt⸗
machung: 1 Hagg⸗ der obersten Civilbehörde ist unter dem 30. v. M. die Bestim⸗
mung getroffen, daß die Advokaten, welche bisher zur Praxis nur in
gewesen sind, fernerhin zur Praxis auch in dem anderen Herzogthum, und
daß insbesondere auch die — . Holstein zer Praxis bei dem Appellationsgericht für das Herzogthum
thum zur Praxis bei den holsteinischen Oberdicasterien zuzulassen sind, daß
jedoch die eben genannten Advokaten,
Gerichts⸗Ordnung für das schleswig⸗holstein⸗lauenburgische Ober⸗Appellations⸗
ggericht zu Kiel, um die Ertheilung einer desfallsigen Erlaubniß nachzusuchen
haben. Ferner ist es von der Landesregierung genehmigt worden, daß die⸗
jenigen Notare, welche seither zur Praxis nur in dem Herzogthum Schles⸗
wig oder nur in dem Herzogthum Holstein befugt gewesen sind, künftig auch n dem anderen Herzogthum Notariatsgeschäfte treiben mögen.« 8
Bekanntmachung, betre end Quartiervergütungssätze Patr. Ztg.⸗, bezog aus Staatsfonds 12,436 Thlr. 1 4. f gütungssät Die Stiftungen be⸗-
mehr oder
Die Vorgänge des Jahres 1863 legten die
die am 8. Mai begonnene
Um 7 Uhr heute in der Frühe wurden vom Rheinufer zu Deutz 101 Kanonenschüsse
Herr Dompropst die Frau Großfürstin Konstantin von Rußland Dr. München das Hochamt, indem der Herr Erzbisthums⸗Verweser g — Herzoglichen Schlosse abgestiegen.
mit der Eisenbahn 1b 1 und die Betrage wie bei der Werrabahn zu betheiligen; die Geneigtheit dafür auszusprechen, unter ähnlichen Bedingungen wie bei der Werrabahn eine nach dem Verhältniß
leistende Zinsgarantie, wenn nöthig, zu gewähren, schließlich die Her⸗
aus Ersparungsrücksichten, unterbleiben haben.
dem Herzogthum Schleswig oder nur in dem Herzogthum Holstein befugt in den Stationen, wo sie sich dislozirt befinden, vorgenommen
werden.
Ober⸗ und Landgerichts⸗Advokaten im Herzogthum Schles-
wig, sowie die Appellationsgerichts⸗Advokaten in dem letztgedachten Herzog-
wenn sie bei dem holstein⸗lauenburgi⸗ V
schen Ober⸗A ellationsgericht zu Kiel zu practisiren wünschen, nach Maßgabe des §. 84 ve Berordnung vom 15. Mai 1834, betreffend eine provisorische der Genehmizung
güter, meldet man der
11““
8 ün ——— 1“ Dasselbe Blatt enthält ferner eine provisorische Verordnung für die Herzogthümer Schleswig⸗Holstein, betreffend die Aufhe⸗ bung des Einfuhrzolles für unbereitete Häute und eine für die Be⸗ satzungstruppen in den Sommermonaten.
Kiel, 15. Mai, berichtet das „Wolffsche Büreau⸗: Prinz Adalbert von Preußen wird hier mit Sr. Majestät Corvetten „Gazelle⸗ und „Nymphe⸗ erwartet. Die österreichische Corvekte „Erzherzog Friedrich⸗ bleibt bis auf Weiteres hier.
Die Ankäufe am jenseitigen Hafenufer für die Norddeutsche Schiffsbaugesellschaft, schreibt man dem »Alt. Merk.“ aus Kiel, sind in diesen Tagen völlig beendet. Es ist im Ganzen ein Areal von etwa 4200. Quadrat⸗Ruthen erworben und außerdem hat die Stadt Kiel Erlaubniß ertheilt, in dem ihr gehörigen Hafen etwa 2900 Quadrat⸗Ruthen auszudeichen. Im Durchschnitt sollen die Erwerbungen zu verhältnißmäßig billigen Preisen, von 7— 15 Thlr. preuß. pr. Quadrat⸗Ruthe geschehen sein. Die Actienzeichnung wird hier am Montag beginnen und nur 5 Tage dauern. Zuerst wer⸗ den für 1¼ Mill. Thlr., à Actie zu 20 Thlr., ausgegeben werden. Man nimmt an, daß auch hier im Lande, und namentlich in Kiel, eine verhältnißmäßig zahlreiche Betheiligung an der Actienzeichnung stattfinden wird, da man das Unternehmen als ein zukunftreiches anzusehen hat. Welchen Einfluß dasselbe auf die künftige Entwicke⸗ lung Kiels haben wird, läßt sich noch gar nicht ermessen.
Braunschweig, 14. Mai. Mit der heutigen Sitzung wurde außerordentliche Zusammenkunft unserer Ständeversammlung geschlossen und der Antrag für den Wiederaufbau des Herzoglichen Residenzschlosses mit allen gegen zwei Stimmen angenommen. Se. Hoheit wird nächsten Montag die gewöhnliche Sommerreise über Berlin nach Sibyllenort antreten, um in Hietzing bei Wien und später in Venedig zu verweilen. Altenburg, 14. Mai. Ihre Kaiserliche Hoheit ist heute bier eingetroffen und im
Sachsen. Abend mit ihren Kindern von Hannover
Meiningen, 12. Mai. In Folge der eingegangenen Petitionen hat der landschaftliche Finanzausschuß dem Landtage vorgeschlagen, die Herzogliche Staatsregierung zur Beförderung der Eisenbahn⸗ Unternehmung der Linie Gera⸗Saalfeld schon jetzt thatsächlich
zu unterstützen, deshalb der Regierung im Voraus einen Kredit dafür
in Aussicht zu stellen, um sich an dem Baukapital der Linie Saal⸗ feld⸗Gera durch Actienzeichnung von einem verhältnißmäßig ähnlichen
der Baustrecke und des Baukapitals zu den Weiterbau⸗ dahin zu
bei den über
zogliche Staatsregierung zu ersuchen ben d Verhandlungen
von Saalfeld aus eingeleitet werdenden
V streben, daß ein direkter oder indirekter Anschluß an Sonneberg und
somit an die Werrabahn erzielt werde. (L. Ztg.) 1 1“ — 14. Mai. Der Landtag hat die Anträge des Ausschusses
schen am deutschesten gezeigt, der die Fahne des Vaterlandes aus dem bezüglich der Saal⸗Orla⸗Bahn in seiner jüngsten Sitzung ein⸗
Staub gezogen und sie im besten Blute seiner Söhne rein gewaschen stimmig genehmigt.
Ueber die Reproposition einzelner Etatsposten wurden die Anträge des Ausschusses mit einer geringen Modification genehmigt. Die Gehaltszulage des Bundestagsgesandten wurde unter Voraussetzung der Zustimmung der übrigen berheiligten Staaten ebenfalls genehmigt.
Bayern. München, 14. Mai. Ihre Kaiserliche Hoheit
hier eingetroffen und im „Bayerischen Hof⸗ ab-
gestiegen. Es besichtigten die hohen Herrschaften die hauptsächlichsten
Sehenswürdigkeiten und Kunstsammlungen unserer Stadt und setzten
dann Nachmittags über Augsburg die Reise nach England fort. Hesterreich. Wien, 13. Mai. Großfürst Michael von
Rußland reiste heute 5 Uhr Abends mit Familie und Gefolge mit⸗ telst Westbahn nach Darmstadt ab.
Das Kriegsministerium hat angeordnet, daß im heurigen Jahre, alle größeren Waffenübungen zu Diese Uebungen werden von Truppen nur
Am schwarzen Brette der U niversität ist heute folgende von Dekan Dr. Arndts erlassene Kundmachung erschienen: „Um der Erneuerung lärmender Auftritte vorzubeugen, werden die jenigen Herren Studirenden, welche sich bei der Wahl zu Iäefa deegen Comité (für die Universitätsfeier) betheiligen wollen, eingeladen, üo Wäb . zettel, einzeln oder gemeinschaftlich, unter versiegeltem Couvert mit der . schrift »Wahlzettel« einzureichen, und wird der Wahltermin, vorbehaltlich des Konsistoriums, bis Mittwoch den 17. d. M. ver⸗ längert.« 1 3 8b Die Fusion der Consortien zum Ankauf der St aats⸗ „Bohe, ist vollzogen, das Offert ist bereits Langrand⸗Dumonceau hat ein Separat⸗
1 eingereicht. Herr