1871 / 41 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 19 Jun 1871 18:00:01 GMT) scan diff

betreffend die 17. Verloosung der fünfproze 8 Staats⸗Anleihe vom Jahre 1859.

In der heute in Gegenwart eines Notars öffentlich be⸗ wirkten Verloosung von Schuldverschreibungen der fünfprozenti⸗ gen preußischen Staats⸗Anleihe vom Jahre 1859 sind die in der Anlage (a) verzeichneten Nummern gezogen worden. Dieselben werden den Besitzern mit dem Bemerken gekün⸗ digt, daß die in den ausgeloosten Nummern verschriebenen Ka⸗ pitalbeträge vom 2. Januar 1872 ab täglich, mit Ausschluß der Sonn⸗ und Festtage und der zu den Kassenrevisionen nöthigen Zeit, von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags bei der Staatsschulden⸗Tilgungskasse hierselbst, Oranienstraße Nr. 94, gegen Quittung und Rückgabe der Schuldverschreibungen mit den dazu gehörigen, erst nach dem 2. Januar 1872 fälligen Zinscoupons Serie IV. Nr. 2 bis 8 nebst Talons baar in Empfang zu nehmen sind.

Die Einlösung der Schuldverschreibungen kann auch bei den Königlichen Regierungs⸗Hauptkassen, sowie bei der Kreiskasse in Frankfurt a. M. und den Bezirks⸗Hauptkassen in Hannover, Osnabrück und Lüneburg bewirkt werden. Zu diesem Zwecke sind die Schuldverschreibungen nebst Coupons und Talons einer dieser Kassen einzureichen, welche sie der Staatsschulden⸗ Tilgungskasse zur Prüfung vorzulegen und nach erfolgter Fest⸗ stellung die Auszahlung zu besorgen hat.

Der Geldbetrag der etwa fehlenden, unentgeltlich mit ab⸗ zuliefernden Zinscoupons wird von dem zu zahlenden Kapitale zurückbehalten.

Formulare zu den Quittungen werden von den gedachten Kassen unentgeltlich verabreicht.

1 Die Staatsschulden⸗Tilgungskasse kann sich in einen Schriftwechsel mit den Inhabern der Schuld⸗ verschreibungen über die Zahlungsleistung nicht einlassen.

Zugleich werden die Inhaber der in der Anlage bezeichneten,

nicht mehr verzinslichen Schuldverschreibungen der vor⸗

bezeichneten Anleihe, welche in den früheren Verloosungen (mit

Ausschluß der am 10. Dezember v. Is. stattgehabten) gezogen ber bis jetzt noch nicht realisirt sind, an die Erhebung ihrer apitalien erinnert.

In Betreff der am 10. Dezember v. Js. ausgeloosten und zum 1. Juli d. J. gekündigten Schuldverschreibungen wird auf das an dem ersteren Tage bekannt gemachte Verzeichniß

Bezug genommen, welches bei den Regierungs⸗Hauptkassen, den Kreis⸗, den Steuer⸗ und den Forstkassen, den Kämmerei⸗ und anderen größeren Kommunal⸗Kassen, sowie auf den Bureau der Landraͤthe und Magistrate zur Einsicht offen lieet.. Berlin, den 10. Juni 1871. 8 1 Haupt⸗Verwaltung der Staatsschulden. von Wedell. Löwe. Meinecke. Eck Liegt der heutigen Nummer dieses Blattes bei.

Preußische Bank.

Wochen⸗Uebersicht

der Preußischen Bank vom 15. Juni 187

1— ) Geprägtes Geld und Barren CThlr. 115,491,000 G Kassenanweisungen, Privatbanknoten

und Darlehnskassenschine 4,287,000

h1218“ 82,532,000

18,050,000

5) Staatspapiere, diskontirte Schatz⸗Anwei

sungen, verschiedene Forderungen und

iva. üüEEIUTITIVILUVIUVILIVIÜUITBEIEVITUIITTITITIIgVIIITEEUEIUIUIUII

Passiva.

6) Banknoten im Umlauff .

14,020,000

.Thlr. 55

186,733,000

8) Guthaben der Staatskassen, Institute und Privatpersonen mit Einschluß des 8 eböee

Berlin, den 19. Juni 1871. . Königlich Preußisches Haupt⸗Bank⸗Direktorium. on Dechend. Boese. Rotth. Gallenkamp. Herrmann. Koch. von Koenen.

Wirruche deehse Der General⸗Direktor der direkten Steuern,

Kissingen. 1

W11““

KMRititchtamtliches. EEE E Preußen. Berlin, 19. Juni. Se. Maäjestät der

Kaiser und König empfingen heute Morgens 9 Uhr das

Offizier⸗Corps des zu den Einzugsfeierlichkeiten hierher kom⸗ mandirt gewesenen Bataillons des Königs⸗Grenadier⸗Regiments (Nr. 7) und nahmen hierauf die Meldungen des Prinzen Hein⸗ rich von Hessen und des Prinzen Hugo von Schwarzburg⸗ Sondershausen entgegen. 4* Gegen 12 Uhr verabschiedete sich Se. Königliche Hoheit der Kronprinz von Sachsen bei Sr. Majestät dem Kaiser und Könige, welcher hierauf mehrere Audienzen ertheilte; u. A. dem Kammerherrn Grafen Gröben, dem serbischen Kriegs⸗Minister und dem Direktor des Bundeskanzler⸗Amts, Eck. Um 5 Uhr werden Se. Majestät der Kaiser und König in dem Exerzierhause des 2. Garde⸗Regiments z. F. die Armee⸗ Deputation nochmals besichtigen. Diner wird um 46 Uhr

stattfinden.

Ihre Majestät die Kaiserin⸗Königin empfing vorgestern Besuche der hier anwesenden Fürstlichen Gäste. Gestern wohnte Allerhöchstdieselbe dem Gottesdienst mit Sr. Majestät dem Kaiser in der Garnisonkirche bei und besuchte Ihre Majestät die verwittwete Königin in Charlottenburg.

Das Familien⸗Diner fand im Schlosse bei Sr. Königlichen Hoheit dem Kronprinzen von Sachsen statt. Abends war im Königlichen Palais ein Concert, an welchem sich das König⸗ liche Orchester, unter Leitung des Ober⸗Kapellmeisters Taubert, mit dem Künstlerpaar Joachim und den Sängern Niemann, Betz, Salomon und Fräulein Lehmann betheiligte. Sämmt⸗ liche hier anwesenden hohen Gäste waren geladen.

Heute findet ein Familien⸗Diner im Königlichen Palais statt. Ihre Majestät die Kaiserin⸗Königin reist heute Abend nach Baden zurück, um die unterbrochene Kur wieder zu beginnen.

Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin wohnten gestern mit den Prinzen und Prinzessinnen des Kaiser⸗ lichen und Königlichen Hauses, so wie den hier anwesenden Fürstlichen Gästen evangelischer Konfession dem Gottesdienst in der Garnisonkirche bei, wo der Garnisonpfarrer Frommel über 2. Buch Mosis Kap. 15 Vers 1—3 die Festpredigt hielt. Die am Kaiserlichen Hofe zum Besuch verweilenden Fürstlichen Gäste katholischer Konfession nahmen an dem Festgottesdienst in der St. Hedwigskirche Theil. Bei Absingung des Tedeums nach dem Gottesdienst wurden im Lustgarten 101 Kanonen⸗ schüsse abgefeuert.

Zur Vervollständigung der in Nr. 37 d. Bl. gegebenen Beschreibung über die Festlichkeiten am 16. d. M. lassen wir

heute noch folgende Notizen folgen. Die bereits in aller Kürze und nur auszugsweise erwähn⸗

ten Worte, welche Se. Majestät der Kaiser und König auf das von Fräulein Christiane Bläser an Allerhöchst⸗ dieselben gerichtete Gedicht erwiedert hat, lauten:

»Es ist zu liebenswürdig von Ihnen, meine Damen, Mir einen so schönen Empfang zu bereiten, doch es sind noch viele andere, die diesen Dank so recht eigentlich verdienen. Im Namen derselben danke Ich Ihnen auf's Herzlichste.⸗

Im Lustgarten richteten Se. Majestät nach der Ent⸗ hüllung des Denkmals, welche genau um 4 Uhr stattfand, an die Deputationen, welche das Denkmal König Friedrich Wil⸗ helm III. umstanden, folgende Worte:

Was wir in tiefstem Frieden ersonnen und vollendet, was wir hofften im tiefsten Frieden enthüllen zu können, dieses Standbild/ ist nun auch zum Denkmal des Schlusses eines der glor⸗ reichsten, wenn auch blutigsten Kriege der Neuzeit geworden⸗ Wenn der König uns sehen kann, so würde Er mit Seinem Volke und Seinem Heere zufrieden sein. Moͤge der Friede, den wir mit so vielen Opfern erfochten, auch ein dauernder werden. An uns Allen ist es, die Hand anzulegen, daß es also geschehe. Das walte Gott!

Den Rittern des Eisernen Kreuzes aus den Feldzügen der Jahre 1813 1815, unter denen sich der Feldmarschall Graf von Wrangel, der General⸗Feldmarschall von Steinmetz, der General der Infanterie Vogel von Falckenstein, die Präsidenten von Franckenberg und von Götz befanden, sagte der Kaiser:

Es wird Ihnen eine wehmüthige, aber doch sehr hohe Freude sein, daß Sie diesen Augenblick und in dieser Umgebung mit Mir durchleben, da Sie ja Alle das Eiserne Kreuz von dem hochseligen Könige, Meinem unvergeßlichen Vater, erhalten haben. Niemand von uns hätte es wohl geglaubt, daß dieses Kreuz jemals wieder aufleben würde und zwar zu einem fast gleichen Zwecke wie damals.

Geheime Ober⸗Finanz⸗Rath Schuhmann, nach

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Nicht Mich möge das Mir zugerufene Wort preisen, aber allerdings

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Königgrätzer⸗Straße nicht nur fortwährend der lebhaftesten

1 nischen Dampfer, zurückbegeben.

hause

hymne von der Kapelle intonirt wurde, erhob sich das Publik von den Plätzen. 5 „erhob sich das Publikum

Truppen in die festlich geschmückte Stadt hat heute unter

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wir in aller Demuth stolz darauf sein, daß die Vorsehung uns zum zweiten Male ausersehen und uns die Kraft verliehen hat, in einem 8 gerechten Kriege ihren Willen durchzuführen!

Sr. Majestät dem Kaiser wurde an den verschi

Stellen der Siegesstraße auf die mannigfachste vörscelcdensten gemeine Freude kundgethan, nicht nur durch Hurrahruf und Tücherschwenken, sondern namentlich auch durch reiche Blumen⸗ spenden, Zuwerfen von Kränzen u. s. w.; auf dem Potsdamer Platz befahlen Se. Majestät, eine Anzahl von Kränzen, welche stets sorglich von Schutzleuten aufgehoben wurden, auf die Rohre der um die Victoria gruppirten erbeuteten Geschütze niederzulegen. Sicht⸗ lich erfreut waren Se. Majestät, als beim Vorbeireiten Aller⸗ höchstderselben an dem Hause Königgrätzer⸗Straße 15 die allge⸗ meinen Zeichen der Freude dadurch eine Abwechselung erfuhren daß junge Mädchen zwölf schwarz⸗weiße Tauben aus den Par⸗ terrefenstern des Hauses dem Kaiser entgegenflattern ließen.

Als Ihre Majestät die Kaiserin und Königi

mit den anderen Fürstlichen Damen Fempelhefer Feld⸗ zurückkehrend, den Pariser Platz passirten, stimmte das dort aufgestellte Musikchor die Volkshymne an und das zahl⸗ reiche Publikum, welches dicht gedrängt die Tribüne, die sämmtlichen Fenster der umliegenden Gebäude, ja selbst die Dächer derselben sowie die Plattform des Brandenburger Thors besetzt hielt, begrüßte die Fürstlichen Damen mit be⸗ geisterten Hochs und mit wehenden Tüchern. Als das kombinirte Bataillon der deutschen Armee vor Sr. Majestät auf dem Platz vor dem Zeughause defilirte, riefen Se. Majestät den Träger der zerschossenen Fahne aus dem Zuge und wiesen denselben an Ihre Majestät die Kaiserin und Königin. Bei dem Vorbei⸗ marsch des 1. Garde⸗Regiments z. F., des aus dem gesammten Deutschen Heere kombinirten Bataillons, des 4. Garde⸗Grenadier⸗ Regiments Königin und des Sanitäts⸗Corps erhoben sich Ihre Majestät und Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Kronprinzessin im Wagen und nahmen erst wieder Platz, nachdem diese Truppen vorüber waren.

Die Truppen erfreuten sich auf ihrem Marsche in der

Zurufe des zahlreichen Publikums welches Spalier bildete

1j c Bu und alle Fenster und die Tribünen erfüllte, sondern erhielten von demselben auch, so viel und so gut es anging, Erfrischungen aller Art. So oft der Zug auf kurze Zeit Halt machte, wurde den Truppen aus den Hausern Wein, Bier und cin Imbiß ver⸗

u] marschirten, wurden ihnen . ränze un umen, sondern a ier ge⸗ wickelte Eßwaaren zugeworfen. u „Das reiche Kontingent auswärtiger Besucher, welches Ber⸗ lin in diesen Tagen besuchte, hat selbst durch von jenseits des Oceans hier eingetroffene Deputationen von Deutschen in Amerika Vermehrung erhalten; dieselben scheuten den Weg über das Meer nicht, um der Einzugsfeier in der Kaiserstadt beizuwohnen, und werden sich alsbald von Stettin aus auf dem amerika⸗ der sie hierhergebracht, in ihre zweite Heimath

Gestern Abend wurde im Königlichen Opern⸗ die Festvorstellung, welche am 17. d. M. vor dem Kaiserlichen und Königlichen Hofe und geladenen Gästen stattgefunden hatte, öffentlich wiederholt. Bei der ge⸗ hobenen Stimmung, in welche die vorangegangenen Festtage das Publikum versetzt hatten, fanden die patriotischen Anregungen der Darstellung den allerlebhaftesten Anklang in dem dichtge⸗ füllten Hause, so daß sich die Vorstellung zu einer wahrhaft patriotischen Feier gestaltete. Als nach dem Prolog die Volks⸗

Der Bundesrath und die Ausschüsse desselben für Handel und Verkehr und für Rechnungswesen hielten heute Sitzungen ab. 8 b

Danzig, 17. Juni. ester S19 Die Korvette »Ariadne⸗ wird voraussichtlich Ende nächster Woche auf der hiesigen König⸗ lichen Werft vom Stapel gelassen werden, da das Ablaufsgerüst seiner Vollendung entgegengeht. S. M. Korvette »Nymphe⸗« befindet sich noch in der artilleristischen Ausrüstung und wird in nächster Woche seeklar sein. Von Swinemünde wird ge⸗ meldet, daß der Aviso »Pr. Adler⸗ am 14. d. M. daselbst ein⸗ getroffen ist, und die ruhige See und das schöne Wetter die Ueberführung des schwimmenden Docks begünstigen. Magdeburg, 18. Juni. Der feierliche Einzug der

Geläute aller Glocken und Betheiligung einer zahllosen jubelnden Volksmenge stattgefunden. An der Ehrenpforte richtete der Ober⸗Bürgermeister eine Ansprache an den General

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Ems, 18. Juni (W. T. B.) Die Königin v ü 3 , zuni. .B. on b1, ve. die Prinzessin Wilhelm von Baden sind 855 Fum⸗ v mittelst Extrazug über Frankfurt abgereist. Könt Frn München, 16. Juni. Auf Einladung der 8 8- 8 preußischen Staatsregierung hat sich der Staats⸗Rath . 8 er im Auftrage des Königs nach Frankfurt a. M. be⸗ 8 x88 an den daselbst stattfindenden Verhandlungen zum Krllzugs. Das Königliche Kriegs⸗Min acht bekannt, daß unter den gegenwärti 8e definitigen Friedeng⸗ 1 8. Januar d. J. in Betreff der Verehe⸗ der Resexvisten ꝛc. erlassene Kreegsa nsene de. 8— ießung außer Wirksamkeit getreten sei, daß demnach gleich die Angehörigen der Reserve, so⸗ Dienstpräsenz entlassen und in die Kontrole der Landwehr⸗Bezirksbebörden getreten sei üglich ter eelne bebor! ein werden, bezüglich vnse lichung militärischerseits fortan keiner Beschrankung Ein Telegramm aus Aschaffenburg meldet d räsidente erfränki 8s ee d gacne unterfränkischen Appellationsgerichts, Georg Hessen. Darmstadt, 16. Juni. Darm Entschließung des Großherzogs üs. 8 1. Sig 8 nisonen der Großherzoglichen Truppen in nachstehender Weise bestimmt worden. Der Divisionsstab, die Brigadestäbe, die Großh. Feldartillerie nebst Train ꝛc., das 2. Infanterie⸗Regi⸗ ment, die Kavallerie und sämmtliche Landwedr⸗Bezirks⸗Kom⸗ mandos bleiben ungeändert an denselben Orten wie seither Das 1. Infanterie⸗Regiment und das 1. Jäger⸗Bataillon kom- men nach Darmstadt. Der Regimentsstab des 3. Infanterie⸗- Regiments nach Darmstadt, das 1. Bataillon nach Offenbach das 2. nach Worms. Das 4. Infanterie⸗Regiment wie das 2. Jäger-⸗Bataillon rücken als Garnison in Mainz ein.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 17 uni. bge⸗

ordnetenhause wurde heut die Bodget debnne na hgc⸗ Der Handels⸗Minister erklärte, er habe gegen die Resolution

betreffs der Abhülfe der Uebelstände auf der Lemberg⸗Czerno⸗ witzer Bahn nichts einzuwenden, da die bezüglichen Erhebungen bereits eingeleitet worden seien. Sämmtliche Posten des Voranschlages wurden zu Ende berathen und das Finanz-

Cost 8. auf so⸗ leich Vor⸗ AnBvrntnernnsnneenen, err TITnmten kas auf sogleiche Vornahme der dritten Lesung w gelehnt. Nachste Sitzung am Dienstag. u

Pesth, 17. Juni. Die verhafteten fünf Agitatoren Scheu, Kutill, Lüdt, Schäffner und Boschan sind wegen Aufhetzung der Arbeiter und Aufreizung gegen den Bestand der Monarchie, sowie gegen die besitzende Klasse heute auf Befehl des Stadt⸗ hauptmannes über die Grenze geschafft worden unter Straf⸗ androhung bei eventueller Wiederkerr.

Schweiz. Bern, 15. Juni. Der Bundesrath geneh⸗ migte gestern die Traktandenliste für die am 3. Juli G Snen ordentlichen Sommer⸗Session zusammentretende Bundesver⸗ sammlung. Dieselbe zählt 98 Nummern. Darunter sind die wichtigsten die Geschäftsberichte des Bundesrathes und des Bundesgerichtes nebst Staatsrechnung von 1870, die Frage der Feststellung des Zeitpunktes für Behandlung der Bun⸗ desverfassungs⸗Revision, der dritte Bericht des Bundes⸗ rathes über die Wahrung der schweizerischen Neutralität während des Krieges zwischen Deutschland und Frankreich vom 8. Dezember bis zum Friedensschluß, die Botschaften über die polizeilichen Maßregeln gegen Viehseuchen, über die Abänderung des Bundesgesetzes, betreffend den Bau und Be⸗ trieb von Eisenbahnen, die eidgenössische Volkszählung vom 1. Dezember 1870, die Bewilligung eines Bundesbeitrages für Schutzbauten an Flüssen und Bächen im Hochgebirge und Auf⸗ forstungen, die Verlängerung der Frist für Beibringung der 85 Millionen Subvention für die Gotthardbahn, den Bau der Eisenbahn Willisau⸗Wahlen, der Brünigbahn u. s. w. Belgien. Brüssel, 18. Juni. (W. T. B.) Der nig und die Königin haben dem Papste eigenhändige Glückwunsch⸗ schreiben zu dessen 25jährigem Jubiläum übersendet.

„— 19. Juni. Die gestern Abend zur Nachfeier des päpst⸗ lichen Jubiläums stattgehabte Illumination gab zu verschiede⸗ nen Manifestationen Anlaß, indem in mehreren Häusern, welche illuminirt hatten, von der Volksmenge die Fensterschei⸗ ben eingeschlagen wurden. Von den Behörden waren die um⸗ fassendsten Maßregeln zur Aufrechthaltung der Ordnung ge⸗ troffen. Zum Schutz der kirchlichen Gebäude waren zahlreiche Mannschaften der Gensd'armerie und Polizei aufgeboten. Mehrere Verhaftungen sind vorgenommen. Erheblichere Ruhe⸗

von Schwarzhoff, welche derselbe beantwortete. Abends fand glänzende Illumination statt.

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störungen scheinen, soweit ersichtlich, bis jetzt nicht vor ö zu sein. .“ 8* 186 1“ jetz 1“ 8 gek