1871 / 89 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 12 Aug 1871 18:00:01 GMT) scan diff

1

und in den vier Eckfeldern, des Fahnentuüchs abwechsefnd preußischen Adler und die Kaiserliche Krone enthalten S. 8

Wilhelm. Fürst von Bismar

Coblenz, den 3. August 1871.

en ö“

Das 34. Stück des Reichs⸗Gesetzblatts, welches heute aus⸗ gegeben wird, enthält unter

Nr. 679 das Gesetz, betreffend die Bestellung des Bundes⸗ Oberhandelsgerichts zum obersten Gerichtshofe für Elsaß und Lothringen. Vom 14. Juni 1871; unter

Nr. 680 die Verordnung, betreffend die Aenderung einiger in der Verordnung vom 29. Juni 1869 (Bundes⸗Gesetzblatt S. 285) über die Kautionen der Postbeamten enthaltenen Be⸗

stimmungen. Vom 14. Juti 1871/ unter

petreffend die Bezeichnung der Behörden und Beamten des

Deutschen Reichs, pens und der Kaiserlichen Standarte unter

8

Nr. 681 den Allerhöchsten Erlaß vom 3. August 1871, sowie die Feststellung des Kaiserlichen Wap⸗

Nr. 682. Se. Majfestät der Kaiser und König haben im

Namen des Deutschen Reichs, auf Vorschlag des Bundesraths,

zu Räthen des durch das Bundesgesetz vom 12. Juni 1869

(GBundesgesetzblatt S. 201) begründeten obersten Gerichtshofes für

Handelssachen in Leipzig zu ernennen geruht: (S. Nr. 74 des Deutschen Reichs⸗ ꝛc. Anzeigers); unter

Nr. 683. Se. Majestät der Kaiser und König haben im

Namen des Deutschen Reichs, auf Vorschlag des Bundesraths,

zu Mitgliedern des durch das Gesetz über den Unterstützungs⸗ wohnsitz vom 6. Juni 1870 (Bundesgesetzblatt S. 360) begrün⸗ deten Bundesamts für das Heimathswesen in Berlin zu er⸗ geruht: (S. Nr. 76 des Deutschen Reichs⸗ ꝛc. Anzeigers); nter

Nr. 684. Se. Majestät der Kaiser und König haben im Namen des Deutschen Reichs zum General⸗Konsul, zu Konsuln und Vize⸗Konsuln des Deutschen Reichs su ernennen geruht: (S. Nr. 65 des Deutschen Reichs⸗ ꝛc. Anzeigers); unter

Nr. 685. Se. Majestät. der Kaiser und König haben im Namen des Deutschen Reichs den General⸗Konsul des Nord⸗ deutschen Bundes, Charles Tulin de la Tunisie, zu Tunis zum General⸗Konsul des Deutschen Reichs in Tunis zu er⸗ nennen geruht; unter

Nr. 686. Dem bisherigen General⸗Konsul der Argentini⸗

18 schen Republik für den Norddeutschen Bund, Heinrich Cam⸗

mann zu Altona, ist das Exequatur als General⸗Konsul der Argentinischen Republik für das Deutsche Reich, Namens des letzteren ertheilt worden; und unter

Nr. 687. Dem Herrn Alfred V. Dockery zu Stettin

ist Namens des Deutschen Reichs das Exequatur als Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika daselbst ertheilt worden.

Berlin, den 12. August 1871. Zeitungs⸗Co ““

oir

Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Den Pfarrer Dr. Altmann in Adelnau zum Super⸗

intendenten der Dlöces Schildberg, Regierungsbezirk Posen,

den Stunden von 12—2 Uhr, findet die allgemeine

liehenen Bücher statt. Bücher aus der Königlichen Universitäts Bibliothek in Händen

den Pfarrer Schober in Tirschtiegel zum Superintendenten der Diöces Karge, Regierungsbezirk Posen, den Pfarrer Sudau in Gr. Kotten zum Superintendenten der Diöces Filehne, Re⸗ Bromberg, den Pfarrer Grützmacher in

chneidemuhl zum Superintendenten der Diöces Chodziesen,

Regierungsbezirk Bromberg und den Ober⸗Prediger Klette in Posen zum Superintendenten der Diöces Posen I., zu ernennen.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten.

In der Woche vom 21. bis inkl. 25. August c., in en 2 Uhrn Zurück⸗ lieferung aller aus der Königlichen Universitäts⸗Bibliothek ent⸗ Es werden daber alle Diejenigen, welche

haben, hierdurch aufgefordert, solche während der angegebenen

Zeit gegen die darüber ausgestellten Empfangsscheine zurück⸗

zuliefern.

6. Oktober geschlossen.

Die Bibliothek bleibt vom 28. August bis inkl. den

ck. 2

Königliche Uni

versitäts⸗Bibliothek.

g

nach England.

8ö1. Bikanntmächuüng. Mit Bezug auf die Bestimmungen im 8 9 der Bekannt⸗ machung vom 19. Juni d. J. (RNeichs⸗Gesetzblatt S. 255), wo⸗ nach Inhaber von ausländischen Inhaberpapieren mit Prämien, welche aus entschuldbaren Gründen nit durch dgs Reichsgesetz vom 8. Juni d. J. (Reichs⸗Gesetzblatt S. 210) auf den 15. Juli d. J. festgesetzte Abstempelungsfrist versäumt haben, mit Genehmigung der obersten Landes⸗Finanzbehörde des Staates, in welchem sie ihren Wohnsitz haben, nachträg⸗ lich zur Abstempelung ihrer Papiere zugelassen werden können, wird das betheiligte Publikum zur Vermeidung von Rück⸗ fragen noch besonders darauf vngifiksäm. gemacht, daß den diesfälligen Anträgen ein Verzeichniß der abzustempelnden Papiere beizulegen ist, welches die Bezeichnung der Anleihe vollständig enthalten muß, zu welcher ste gehören, den Jahr⸗ gang derselben, den Nominalwerth der einzelnen Appoints und die Anzahl und den Gesammt⸗Nominalwerth der Schuldver⸗ schreibungen jeder Gattung. Dagegen sind diesen Anträgen die Papiere selbst, deren nachträgliche Abstempelung gewünscht wird, nicht beizufügen.

Außerdem haben die Antragsteller die Ursachen darzulegen und nöͤthigenfalls bescheinigen zu lassen, welche die Einhaltung der gesetzlichen Abstempelungsfrist verhindert haben, und bei denjenigen Papieren, welche in dem der gedachten Bekannt⸗ machung beigefügten Verzeichnisse sub B. nicht aufgeführt sind, den Nachweis zu führen, daß dieselben ausländische In⸗ haberpapiere mit Prämien und vor dem 1. Mai 1871 aus⸗

6* Im Auftrage: Elwanger.

Angekommen: Der Kammerherr und General⸗Intendant der Königlichen Schauspiele von Hülsen von Gr. Bartens⸗ leben auf der Durchreise nach Heringsdorf.

Sae Nah Nichtamtlicees. Deutsches Neich.

Preußen. Berlin, 12. August. Se. Majestät der

Kaiser und König sind gestern Rachmittag 1 Uhr 10 Minu⸗ ten in Wels angekommen, woselbst Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich bereits zwei Stunden zuvor ein⸗ getroffen und von den dortigen Behörden und einer zahlreichen Menschenmenge empfangen worden war. Letzterer erwartete in preußischer Generalsuniform am Perron des Bahnhofes Se. Majestät den Deutschen Kaiser, welcher bei Ankunft des Zuges sogleich den Waggon verließ und dem Kaiser von Hesterreich entgegeneilte. Beide Monarchen küßten sich. Sodann wurden Sr. Majestät dem Deutschen Kaiser, welcher die Uniform eines österreichischen Obersten trug, der Statthalter von Ober⸗HOesterreich, die Generalitaͤt, der Be⸗ zirks⸗Hauptmann und der Bürgermeister von Wels vorgestellt. Nach einem Aufenthalte von acht Minuten erfolgte die Weiter⸗ reise, zu welcher beide Majestäten in demselben Coupé Platz genom⸗ men hatten. Unter dem Jubel eines zahlreichen Publikums trafen der Deutsche Kaiser und der Kaiser von Oesterreich um 4 Uhr 15 Minuten in Ebensee ein. An der Landungsbrücke hatten sich die Behörden zum Empfang eingefunden; der Landungs⸗ platz und der Platz an der Post waren festlich beflaggt und dekorirt. Das am See aufgestellte Musikcorps spielte beim Herannahen des Kaiserlichen Schiffes die preußische National⸗ hymne. Ihre Majestäten verließen das Schiff, bestiegen den Wagen und fuhren sofort nach Ischl, woselbst Allerhöchstdie⸗ selben um 5 Uhr 30 Minuten Nachmittags eintrafen und direkt in das Hotel Bauer fuhren. Empfangen wurden beide Majestäten von dem Herzoge von Mecklenburg, dem Prinzen von Holstein, dem Fürsten von Waldeck, den Ge⸗ meindevertretern und einem zahlreichen Publikum. Unmittel⸗ bar nach der Ankunft erschien der Oberhofmeister Fürst von Hohenlohe im Hotel Bauer, um Se. Majestät den Deutschen Kaiser zur Hoftafel einzuladen. Nach Beendigung derselben wurde in der Bergvilla vor dem Hotel Bauer) wohin Se.

Majestät der Deutsche Kaiser Sich gegen 8 ½ Uhr Abends 8

zurückbegeben hatten, ein prachtvolles Feuerwerk abgebrannt.

Ihre Kaiserliche Hoheit die Großfürstin Maria

Nicolajewna ist in Begleitung Höchstihres Sohnes, des Prinzen Georg von Leuchtenberg heute früh hierselbst von St. Petersburg zu zweitägigem Aufenthalte eingetroffen und im Kaiserlich russischen Gesandtschaftshotel abgestiegen. Morgen Abend v Ihre Kaiserlich heiten ü rüssel

Generalsynode von 1871

M. Gl or »Nymphe«, ihrer Reise nach Ostasten am 7. d. Mts. bei Cowes (Insel Wight) eingetroffen ist, hat eine Fahrt von Kiel dorthin aus⸗ schließlich unter Segel zurückgelegt. Der Gesundheitszustand an Bord ist durchaus befriedigend.

Kiel, 11. August. S. M. Aviso »Pr. Adler⸗ ist gestern Abend 10 Uhr, das Kanonenboot »Cyclop⸗« heute morgen gegen 7 Uhr in den hiesigen Hafen zurückgekehrt. Am 14. d. M. wird eine Inspektion der »Vineta« durch den Kapitän z. S. Hassenstein stattfinden.

Geestemünde, 8. August. Die letzten Marinetruppen haben am Sonntag den hiesigen Ort verlassen, um nach Wil⸗ helmshaven zu Krhen. Die Marine ist damit gänzlich von hier nach dort und Kiel verlegt.

St. Johann⸗Saarbrücken, 7. August. Gestern Vor⸗ mittag fand die Grundsteinlegung zu einem den Gefallenen des Riederrheinischen Füsilier⸗Regiments Nr. 39 zu errichtenden Denkmal auf demjenigen Punkte der Spicherer Höhen statt, wo dieses Regiment besonders 1 gestritten hat. Nachdem sich die Sänger und viele Bürger St. Johanns auf dem hiesigen Marktplatze versammelt, begaben sich dieselben um

halb 9 Uhr nach der erwähnten Stelle, zu welcher darauf eine

Deputation des Regiments, den Obersten von Eskens an ihrer Spitze, sämmtliche Offiziere des Rheinischen Ulanen⸗Regiments Nr. 7, sowie mehrere andere Offiziere und eine Deputation des damals hier mit eingreifenden Braunschweigischen Husaren⸗ Regiments kamen. Auch das Trompeter⸗Corps des Ulanen⸗ Regiments war zugegen.

Württemberg. Stuttgart, 11. August. Der König hat unterm 13. Juli d. J. die Großfürsten Sergius und Paul von Rußland unter die Großkreuze des Ordens der württembergischen Krone aufgenommen.

Friedrichshafen, 9. August. Der König hat sich heute in Begleitung des ersten Adjutanten General⸗Lieu⸗ tenants Freiherrn von Spitzemberg, des Kabinets⸗Chefs Geh. Rath Freiherrn von Egloffstein, des Hofjägermeisters Grafen von Ugkull und des dienstthuenden Adjutanten von Fränzinger nach Ulm begeben, um die dortige schwäbische In⸗ dustrie⸗Ausstellung zu besichtigen.

Baden. Karlsruhe, 10. August. Der Großherzog ist heute früh von Schloß Mainau hier eingetroffen und hat im Laufe des Vormittags die Vorträge der Mitglieder des Staats⸗Ministeriums entgegen genommen, sowie die Generale von Werder und von Beyer empfangen. Im Verlaufe des Nachmittags nahm der Großherzog auch den Vortrag des Staatsraths Nüßlin entgegen.

Die Großherzogin gedachte gestern, den 9. d. Mts,, von

St. Moritz abzureisen und das erste Nachtquartier in Zernetz

zu nehmen. Am 10. sollte die Reise bis Davos fortgesetzt werden und am 11. die Ankunft auf Schloß Mainau erfolgen. Die Großherzogin ist von dem Erfolg der Kur in St. Moritz sehr befriedigt.

Der Erbgroßherzog wird sofort seine Ferien antreten und noch am Abend nach Schloß Mainau abreisen.

Nach Eröffnung der Sitzung der General⸗Synode theilte der Präsident mit, daß ein Antrag ihm übergeben wor⸗ den sei, dabin gehend, es möge die Kirchenbehörde ersucht wer⸗ den, zum Gedächtniß des im September dieses Jahres statt⸗ findenden fünfzigjährigen Bestehens der Vereinigung der evan⸗ gelischen Kirche Badens (Union) eine kirchliche Feier anzuordnen. Der Antrag soll in einer der nächsten Sitzungen verhandelt werden. Die Tagesordnung führte zum Bericht über die Vorlage der Ober⸗ Kirchenbehörde, die allgemeinen kirchlichen Ausgaben und deren Deckungsmittel be⸗ treffend. Die Vorlage zerfällt in vier Abtheilungen; das Budget für die General⸗Synode von 1867; das für die Rechnungsperiode von 1867 1871, das Budget für die und das für die Periode 1871 —1876. Sämmtliche Posten wurden genehmigt. Die Kosten für die Generalsynode von 1867 betrugen 11,707 Fl. 52 Kr.; für die Synode von 1871 sind 13,300 Fl. bewilligt und für den Auf⸗ wand der Räthe und Bureaumitglieder des Ober⸗Kirchenraths sammt Geschäftsgebühren, Diäten und Reisekosten die jährliche Summe von 48,300 Fl., wobei der Wunsch des Ober⸗Kirchen⸗ raths, für den Fall, daß eine Aufbesserung der Besoldungs⸗ verhältnisse der Staatsdiener erfolgen sollte, auch seinerseits die der Beamten seines Bureaus aufzubessern, gutgeheißen wurde.

Oldenburg. Oldenburg, 11. August. Der Großher⸗ zogliche Hof, der in der Regel alljährlich im Spätsommer seine Residenz nach Eutin im oldenburgischen Fürstenthum Lübeck zu verlegen pflegt, ist im gegenwärtigen Jahre schon gestern dahin übergesiedelt. Man rechnet auf eine Abwesenheit von hier bis gegen Ende Oktober, während welcher Zeit abwechselnd einer der Minister dem Großherzoge zur Seite steht. Die Königin vo Griechenland welche seit einiger Zeit zum

8

Snhe am hiesigen Hofe verweilt, wird sich mit nach Eutin egeben.

Anhalt. Dessau, 11. August. Der amtliche Theil des »Anhalt. Staats⸗Anz.⸗ veröffentlicht die Instruktion, be⸗ treffend die Ausführung der in den §§. 38 und 39 des Strafgesetz⸗ buchs für den Norddeutschen Bund enthaltenen Vorschriften über die Stellung unter Polizeiaufsicht. EI1“

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 11. August. Die beutige »„Wiener Zeitung⸗ veröffentlicht in ihrem amtlichen Theile ein Gesetz vom 19. Juli 1871 in Betreff der Bedingungen und Zugeständnisse für die Aktiengesellschaft der südnorddeutschen Verbindungsbahn zum Behufe der Fortsetzung ihrer Hauptlinie von Reichenberg über Friedland bis zur Landesgrenze bei Seidenberg, dann einer Flügelbahn von Eisen⸗ brod nach Tannwald; ferner ein Geset, durch welches ein Kredit von 6 Millionen Gulden für die im Jahre 1873 in Wien stattfindende Weltausstellung bewilligt wird, und weitere Gesetze in Betreff der Regelung der polizeilichen Abschaffung und des Schubwesens, betreffend das Uebereinkommen zwischen den K. K. österreichischen und dem Königlich ungarischen Fi⸗ nanz⸗Ministerium in Betreff der Theilung der Steuer von Unternehmungen, welche ihren Geschäftsbetrieb auf beide Staats⸗ gebiete ausdehnen u. s. w.

Die amtliche »Wiener Zeitung« wird morgen ein Patent des Kaisers vom 11. d. veröffentlichen, durch welches die Land⸗ tage sämmtlicher im Reichsrathe vertretener König⸗ reiche und Länder auf den 14. September einberufen wer⸗ den. Dieselbe wird ferner ein Patent des Kaisers vom 10. d. veröffentlichen, durch welches das Abgeordnetenhaus des Reichs⸗ rathes, sowie die Landtage von Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnthen, Mähren, Schlesten und Tirol aufgelöst werden.

Die »Wiener Abendpost« veröffentlicht einen Artikel über die Zusammenkunft des Kaisers von Oesterreich mit dem Deutschen Kaiser, in welchem sie sagt: »Wir enthalten uns der Betrachtung über die politische Bedeutung einer Begegnung beider nicht allein durch die Bande der Blutsverwandtschaft, sondern auch durch die Gesin⸗ nungen aufrichtiger Freundschaft so eng verbundenen Souveräne. Aber es ist uns vielleicht gestattet, auszusprechen und warm zu betonen, daß das Zusammentreffen der Mon⸗ archen als äußeres Zeichen dieser Freundschaft, als neues Pfand dieser glücklichen Beziehungen hohen Werth behauptet auch für die Völker beider Reiche, welche ein gemeinsames Interesse für die Erhaltung des Friedens, ein gemeinsames Bedürfniß nach Einigkeit und Verständigung mit einander verbindet.« Der Artikel giebt schließlich dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß in den politischen Beziehungen zwischen Oesterreich⸗Ungarn, und dem Deutschen Reiche und Preußen sich die persönlichen Bezie⸗ hungen der Souveräne, welche sich heute zu freundschaftlichem Gruße die Hand reichen, wiederspiegeln möchten immerdar, und daß durch dieses Verhältniß zur Frucht reifen möge, was in verheißungsvollen Keimen schon jetzt vorhanden sei, nämlich der dauernde und gesicherte Friede Europas, die ungetrübte Entwickelung beider Reiche, ihre wahre geistige und staatliche Wohlfahrt. ¹ 1

Pesth, 9. August. Das ungarische »Amtsblatt⸗ enthält folgendes Allerhöchste Handschreiben: 6 Lieber Freiherr von Wenckhheim! In Anerkennung treuer und ausgezeichneter dem Staate sowohl als Meinem Hause geleisteten Dienste erhebe Ich Meinen gemeinsamen Finanz⸗Minister Melchior Lonyay von Nagy⸗Lonya und Bäfäros⸗Namény nebst seinen gesetz⸗ lichen Nachkommen in den ungarischen Grafenstand mit Nachsicht der

Taxen. 8— Wovon Ich Sie behufs weiterer Veranlassung hiermit verständige.

Wien, den 3. August 1871. „Franz 82 m. p. 8 Béla Freiherr v. Wenckheim m. P.

Großbritannien und Irland. London, 10. August. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kron- prinz des Deutschen Reichs und von Preußen ist pestern, begleitet vom ““ Ihrer Majestät der

nüeen Obersten du Plat, von London nach Osborne zurück⸗ gekehrt. 8

Der Prinz von Wales hat gestern die Hauptstadt verlassen, um sich zu seiner Gemahlin nach Kissingen zu be⸗- geben. Vor seiner Abreise stattete er, begleitet von seinem Bruder, dem Herzog von Edinburgh, dem Großfürsten Kon⸗ stantin von Ruüßland in Claridge’'s Hotel einen Besuch ab.

Der Großfürst Konstantin von Rußland kehrte am Dienstag von seinem Ausfluge in die Provinzen nach London zurück. Am Abend fand ihm zu Ehren beim russi⸗

schen Botschafter, Baron Brunnow, ein Bankett mit einem darauf folgenden Empfange statt, bei

welchem der Premier⸗ Minister Gladstone, Lord Granville, der Marine⸗Minister