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ini Bevollmächtigte Theil nahmen, richtete der twige agnee an den Vertreter des Bundesrathes folgende
EEZ11 4 ienhauses t eine für das Dienstpersonal des Kontagienhe Mit einer neuen Satcevnteils b der hiesigen Landesbibliothek war im laufenden Jahre der An⸗
„533. 87,126. 87,581. 87,9
1 deutsche, preußische und städtische Fahnen. 92/796. 93,299 und 93,690. 1 8.
Die Fei wurde mit dem Gesange des Liedes: »Ich haber nenn dch
Berlin, den 24. Oktober 1871. 8 Königlich Preußische General⸗Lotterie⸗Dir
“ 111“ Nichtamtliches. 6— Preußen. Berlin, 24. Oktober. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute um 11 Uhr im Beisein des Prinzen August von Württemberg und des Kommandanten militärische Meldungen entgegen und arbeiteten dann mit dem Militär⸗Kabinet. Um 41 Uhr empfingen Allerhöchstdieselben inen kurzen “ des Haus⸗Ministers Freiherrn von Schlei⸗ nitz und begaben Sich hierauf mit dem 1 Uhr⸗Zuge nach Se. Majestät der Kaiser verweilten einige Stunden
Potsdam. auf dem Babelsberg und speisten um 4 Uhr bei Ihrer Majestät der Königin⸗Wittwe in Sanssouci. Die Rückkehr nach Ber⸗ lin soll mit dem 6 Uhr⸗Zuge stattfinden.
— Ihre Majestät die Kaiserin⸗Königin haben an den Deutschen Vereinstag in Nürnberg folgendes Schreiben erlassen:
Mit warmer Theilnahme und aufrichtiger Freude begrüße Ich den ersten Vereinstag der gesammten Deutschen Pflegevereine und der ihnen verwandten Deutschen Frauenvereine, zuversichtlich eine gedeih⸗ liche Fortentwickelung jener Vereinsthätigkeit erwartend, die sich in einer großen und ernsten Zeit glänzend bewährte.
Diese Thätigkeit war nicht nur eine tröͤstliche Seite des opferreichen Krieges, sie war zugleich ein festes Band, das, alle Stände und Bekenntnisse umfassend, die Humanität als organisirte Macht in dieser Weise zum ersten Mal in unser nationales Leben einführte. Hier ist ihr eine bleibenbe Stätte gesichert, hier wird sie an die Erfahrungen des Krieges die Aufgaben des Friedens knuüpfen, um jenen Sinn, der Schweres trägt und Großes schafft, fortzupflan⸗ zen als Erbtheil der Zukunft. Allerdings giebt es Fälle, in denen das Helfen recht eigentlich Bedürfniß des Einzelnen ist, dagegen gewährt das Bewußtsein, vereint auf die Dauer und umfassend helfen zu können, wo geholfen werden muß, stets eine Bürgschaft den Erwartungen gegenüber, welche das Vaterland an uns zu stellen berechtigt ist.
Wäre eine vollständige Uebersicht zu schaffen über die Leistun⸗ gen der Humanität im vorigen Jahre, so würde sie neben der Spende des Reichen die Gabe des Armen als nicht minder werthvoll ver⸗ zeichnen, die Sorge für Freund und Feind, die aufopfernde Pflege und Hingebung unter allen Formen und Gestalten, die frei⸗ gebige Betheiligung der Deutschen in den fernsten Welttheilen uns wieder vergegenwärtigen. Aber die Erinnerung des Erlebten, die sich im rothen Kreuz als Symbol der Humanität verkörpert, sie ist für uns Alle genügend, um den Eifer für die gute Sache warm zu er⸗ halten, und es ist zunächst die Aufgabe dieses Vereinstages, auf der Selbständigkeit der Einzelvereine die Einheitlichkeit des Gesammt⸗ verbandes stützend, praktische Vorschläge zu einer erweiterten und nie rastenden Friedensthätigkeit hervorzurufen.
Solches bezweckt diese Versammlung deutscher Männer und Frauen, in deren Mitte Ich gern erschienen wäre, um mit ihnen das Nöthige zu berathen. Aber auch abwesend begleite Ich mit Meinen treuen Segenswünschen den wichtigen Vereinstag in der alten deut⸗ schen Reichsstadt. v11“
Baden, den 21. Oktober 18777.
Deutsche Kaiserin und Koͤnigin von Preußen.
— Gestern Nachmittag um 2 Uhr wurde der Grundstein zur Zwölf⸗Apostel⸗Kirche in der Kurfürstenstraße gelegt. Se. Majestät der Kaiser und König, welcher das Patro⸗ nat der Kirche übernommen haben, wohnten der ganzen Feier, die nahezu 2 Stunden währte, stehend bei und führten eigen⸗ händig die ersten drei Hammerschläge aus. Außerdem waren Se. Königliche Hoheit der Prinz Adalbert, der Minister der geistlichen ꝛc. Angelegenheiten von Mühler, der Staats⸗ Minister a. D. von Westphalen, mehrere Generale und zahl⸗ reiche Geistliche anwesend, u. a. der Konsistorial⸗Prä⸗ sident Hegel, die General⸗ Superintendenten Brückner, Büchsel und Hoffmann, die Ober⸗Konsistorial⸗Räthe Kundler und Wichern. In dem zukünftigen inneren Raum der neuen Kirche, die bereits genau durch die Umfassungsmauern kenntlich ist, war zum Zwecke der Feier ein Podium errichtet, im Hintergrunde, da, wo später der Altar Platz finden wird, befand sich eine Estrade fuͤr die Ehrengäste, den Hintergrund selbst bildeten grünende Blattgewächse, in deren Mitte die geschmackvolle Skizze der neuen Kirche sichtbar
Grund gefunden« eröffnet, worauf Prediger Welmer, d 1 sorger der Gemeinde, die Weihrede hielt. 9h ch dem Gefasee⸗ „Bei diesem Grunde will ich bleiben« erfolgte die Verlesung der Stiftungsurkunde und sodann deren Unterzeichnung Seiten Sr. Majestät des Kaisers und Königs und der übrigen Ehren⸗ gäste, worauf die kupferne Kiste, in welche die üblichen Doku— mente (Programm, Zeitungen, Münzen ec.) gelegt waren, ver⸗ löthet wurde. Se. Majestät der Kaiser vollzogen darauf den eigentlichen Akt der Grundsteinlegung, indem Allerhöchstdieselben den ersten Stein legten. Der Prediger Welmer sprach sodann
ein Gebet und ertheilte den Anwesenden den Se en. Die Fei wurde mit dem Gesange: »Nun danket alle Goßt⸗ beschio sle
— Im weiteren Verlauf der gestrigen, siebenten Sitzu des Reichstages fuhr das Haus in der ersten Verng, über den Gesetzentwurf, betreffend die Bildung einen Reichskriegsfonds, fort. Der Abg. Miquél sprach den Wunsch aus, daß etwa die Hälfte des Schatzes in zinstragen⸗ den ausländischen Papieren angelegt werde und empfahl zur eingehenderen Prüfung dieses Vorschlags die Ueberweisung der Vorlage an die Budgetkommission. Das Haus trat diesem Antrage bei und beschäftigte sich demnächst mit dem Gesetzentwurf wegen Zurückzahlung der auf Grund des Gesetzes vom 21. Juli 1870 aufgenommenen fünfprozentigen Kriegs⸗ anleihe. Der Abg. Richter richtete an den Vertreter des Bundesrathes eine Reihe das Detail der Vorlage und die Ver⸗ wendung der Kriegskontribution betreffender Fragen, die durch den Staats⸗Minister Delbrück in eingehender Weise beantwortet wurden. (S. Reichstags⸗Angelegenheiten.)
Von der Ueberweisung der Vorlage an eine Kommission nahm das Haus Abstand und trat hierauf in die zweite Berathung des Gesetzentwufs, betreffend die Kontrole des Reichshaushalts⸗Etats pro 1871.
b Hierzu beantragte der Abg. von Benda folgende Reso⸗ ution:
Den Herrn Reichskanzler aufzufordern, dafür Sorge zu tragen, daß dem Reichstage in der nächsten Session der Entwurf eines Ge⸗ setzes über den Rechnungshof für das Deutsche Reich — unabhängig von dem Ergebniß der Gesetzgebung über die Ober⸗Rechnungskammer im preußischen Staate — zur verfassungsmäßigen Beschlußnahme
unterbreitet werde. . Hagen folgenden Zusatzparagraphen
Ferner hatte Abg. zur Vorlage beantragt:
a) Der Rechnungshof hat bei der ihm obliegenden Rechnungs⸗ Reviston nicht blos die Kapitel und Titel des durch das Bundes⸗ Gesetzblatt publizirten Bundeshaushalts⸗Etats, sondern auch die ein⸗ zelnen, demselben zu Grunde liegenden, von dem Bundesrathe und
dem Reichstage genehmigten Positionen der Spezial⸗Etats als maß⸗ gebende Normen für die Bundesverwaltung anzusehen und alle etwaigen Mehrausgaben gegen diese einzelnen Positionen als nach⸗ träglich zu genehmigende Etatsüberschreitungen zu erachten.
b) Die Bemerkungen des Rechnungshofes, welche derselbe zu der allgemeinen, dem Bundesrathe und Reichstage zur Entlastung vor⸗ zulegenden Rechnung aufzußtellen hat, müssen sämmtliche ad a. ge⸗ dachten Mehrausgaben ohne Ausnahme, soweit solche nicht bereits von der Bunndesregierung selbst zur Kenntniß des Reichstages ge⸗ bracht sind, enthalten. 8
Dieselben haben sich ebenso auf alle Abweichungen der verwal⸗ tenden Behörden in der Verwendung der Bundesgelder zu erstrecken, welche mit den Bestimmungen der Gesetze, insbesondere der erwähn⸗ ten Haupt⸗ und Spczialetats, in Widerspruch stehen.
In der hieran sich knüpfenden Debatte griff der Abg.
Richter die Kontrole des Staatshaushalts in Preußen an. Der Staats⸗Minister Camphausen wies diese Angriffe als nicht zur Sache gehörig zurück und erklärte sich bereit, auf die⸗ selben im preußischen Abgeordnetenhause zu antworten. Der Staats⸗Minister Delbrück empfahl die Ablehnung des Hagen⸗ schen Antrages; derselbe beschränke sich auf Abänderung einzelner Punkte in den Instruktionen des Rechnungs⸗ hofes. Wenn man einmal ändern wolle, so müsse man die gesammte Instruktion umgestalten. Der Be⸗ schluß des Norddeutschen Reichstages, durch welchen der Ab⸗ geordnete Hagen seinen Antrag motivire, sei von der Reichs⸗ regierung dem Rechnungshofe vorgelegt worden. Der Abg. Freiherr v. Hoverbeck glaubte diesen Worten des Vorredners entnehmen zu dürfen, daß er die Form, in dem die Etatsüber⸗ schreitungen dem Hause bisher vorgelegt sind, als inkorrekt Mbetletene „wurde jedoch vom Staats⸗Minister Delbrück be⸗ richtigt. Ein von dem Abg. Lasker gestellter Antrag, auf Zurück⸗ weisung der Vorlage in die Kommission, wurde abgelehnt, und der Entwurf mit der Resolution des Abg. v. Benda angenommen.
In der heutigen, achten Sitzung, des Reichstages, an welcher am Tische des Bundesrathes der Reichskanzler Fürst
war Rings um den Bau flatterten auf hohen Masten
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Bismarck, die Staats⸗Minister Graf Roon, Delbrück und
sewartti seien
gleichen in zweiter Berath
Leipziger, in Vertretung des Ober⸗Präsidenten, und durch
ion: 4 IWilerh htg nn den Herrn Reichskanzler folgende Fragen: 1) Wie
8 8 deutschen eserve befinden sich gegenwaͤrtig im deutsch
vpl Penngschaftgn. der ne 2) Tnerg welche besonderen Verhältnisse Heee Zurückbehaltung von Reservisten bei den immobilen Kavallerie⸗ 8 imentern zu einem vierten Dienstjahre gerechtfertigt? 3) In wel⸗ 8 Umfange wird für die Dauer der Okkupation franzoͤsischer Ge⸗ cherg heile beabsichtigt, Reserven bei der Fahne zu behalten, beziehungs⸗ weise in welcher Weise sollen die daraus für die Dienstpflichtigen er⸗
sgeglichen werden? wachsenden Iefepevollinachtigte Staats⸗Minister Graf Roon beant⸗
jese Interpellation in längerer Ausführung dahin, daß man naas de Funiichste Erleichterung habe eintreten lassen, daß von den ursprünglich bei der Fahne zurückbehaltenen 31,000 Re⸗ servisten zwei Drittheile bereits entlassen seien, daß auf aus⸗ drücklichen Befehl Sr. Majestät des Kaisers jede Reklamation im einzelnen Falle volle Berücksichtigung finde, und daß die oberste Militärverwaltung eifrig bemüht sei, die Inconvenien⸗ en, die das bürgerliche und Berufsleben durch die Ansprüche des Dienstes zuweilen erleide, auszugleichen; nur daß die Aus⸗ gleichung nicht immer ohne Beeinträchtigung des Einzelnen und seines Interesses möglich sei. Schon im Frieden finde ein Ausfall von 4—5 Prozent an jedem Jahrgange statt: wie erst die vr afen Krüeg wie wieri ei daher e Her Waffe ahtgkeit sübes Bataillons. Ein besonderer Umstand trete noch bei der Kavallerie ein, die nicht nur den Mann, sondern auch das Pferd ausbilden müsse. Wenn die Verwaltung nun den ausgebildeten Mann noch einige Zeit bet seiner Escadron behalte und ihm dafür die jährlichen Uebungen und drei Jahre seiner Verpflichtung zum Landwehrdienst erlasse, so bewege sie ch durchaus innerhalb ihrer gesetzlichen Befugnisse.
Eine weitere Diskussion knüpfte sich an diese Beantwortung
der Interpellation nicht. 2 8 6 Pes 9— darauf folgenden Prüfung der früher bereits be⸗ anstandeten Wahl des Abg. von Loë (7. Düsseldorfer Wahl⸗ kreis) wurde dieselbe fast einstimmig für ungültig erklärt. Hierauf wurde das Postgeses und das Post⸗Targesetz in erster und zweiter Berathung fast ohne Debatte genehmigt; des⸗ ung das Gesetz, betr. die Zurück⸗ zahlung der Kriegsanleihe. Schluß der Sitzung 1 ½ Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen die Interpellationen der Abgg. Völck und Schulze, betr. die Presse und die Unterstützung der Reservisten; die dritte Lesung der bisher berathenen Finanzgesetze und 1. und 2. Lesung der Kon⸗
vention mit Frankreich.
— Bei dem am 17. d. Mts. auf dem Bahnhofe Oberhausen der Eolne hrbegener Eisenbahn erfolgten Auflaufen eines Cöln⸗ Mindener Personenzugs auf einen Kohlenzug ist nach ärztlicher Feststellung eine Frau schwer, eine andere nebst zwei Zug⸗ beamten leicht verwundet worden. Außerdem haben etwa zehn Personen leichte Beschädigungen davon getragen. Dagegen sind Tödtungen, wie mehrere Blätter in Folge irriger Nachrichten behauptet haben, glücklicher Weise nicht vorgekommen.
nnover, 23. Oktober. Die Deputation für das Heiarhadageh. in der Provinz Hannover trat am 20. d. M. in den für sie bestimmten Geschaͤftsräumen der hiesigen König⸗ lichen Landdrostei zu einer Sitzung zusammen; in derselben wurden die Mitglieder der Deputation durch den Landdrost
den Präsidenten des Königlichen Ober-⸗Gerichts, Lueder, in ihr v rüfäefüben und den bestehenden Bestimmungen gemäß “ 20. Oktober. In der heutigen zweiten Sitzung des ständischen Verwaltungsausschusses wurde in die Kommission zur Auseinandersetzung der Verhältnisse der Orts⸗ Armenkassen der Kreise Fulda, Hünfeld und Schlüchtern der Bürgermeister Möller zu Hofbieber, und ferner zwei Mitglieder für die General⸗Brandkassen⸗Kommission bis zum Zusammen⸗ tritt des nächsten Kommunal⸗Landtags gewählt. Dieselben be⸗ dürfen der Bestätigung des Ministers des Innern; nach der⸗ selben wird die Verkündigung des Königlichen Beschlusses über die neue Einrichtung der Brandkassen⸗Verwaltung erfol⸗ gen. Die baldige Vollendung des zu Hersfeld auf Kosten der Kreisstände unter Zuschuß aus kommunalständischen Mitteln neu errichteten Landkrankenhauses gab Veranlassung zu vorläufiger Besprechung der zu treffenden Verwaltungseinrichtungen und der Bestellung eines leitenden Arztes. Das bei dem Land⸗ Krankenhause in Bettenhausen neu errichtete Krankenhaus für ansteckende Krankheiten kann dem Gebrauch übergeben werden. Einige besonders durch Vermehrung der Krankenräume im Laufe des Baues nothwendig gewordenen Bauverlags⸗Ueber⸗
Reskriptes zu unterhandeln.
bei⸗ ng gemacht worden. Zur Fortsetzung der betreffenden Arbei⸗ ““ dem Ausschuß für das Jahr 1872 ein Verlag von 300 Thalern zur Verfügung gestelt.
derer Verwaltungsangelegenheiten r Abhörung und Abschließung der Rechnung des Landeshospital
Haina vom Jahre 1869, bes
Nach Erledigung unter welchen auch die
chloß man, die November⸗Sitzun
ausfallen zu lasen.
Aus dem Wolff'schen Telegraphen⸗Büreau. 88. Wien, Dienstag, 24. Oktober. Angesichts mehrerer im —
alizischen Landtage eingebrachten Petitionen zu Gunsten des galböflchenn Aufenthaltes polnischer Emigranten in Galizien soll dem »Wanderer« zufolge die russische Regierung die Wei⸗ sung ertheilt 82 daß polnische Flüchtlinge, welche nich
wer kompromittirt . schraerchfr 8⸗ der Kaiserlichen Statthalterei in Warschau des halb melden, nach Rußland zurückkehren dürfen.
sind und die sich bei einer russischen Ge⸗
Wien, Dienstag, 24. Oktober. Graf Clam⸗Martinitz und
Rieger sind heute hier eingetrofften, um mit Graf Hohenwart
bezüglich des die böhmische Adresse beantwortenden Kaiserlichen 3
Manchester, Montag, 23. Oktober. Die hiesige Handels kammer S. ane einstimmi eine Resolution angenommen, wodurch die im prolekeiontgrischen Sinne vorgeschlagenen Aenderungen des englisch⸗französischen Handelsvertrages ver⸗
rfen werden. Mavris „Montag 23. Oktober. Kortessitzung. Auf eine abermalige Interpellation Hevia's erwiederte der Minister des Innern, Candau, die Regierung werde gegen die Internatio⸗ nale schonungslos vorgehen. Wegen der in der gestrigen Ar⸗ beiterversammlung stattgehabten aufrührerischen Reden würd
eine strafgerichtliche Verfolgung eintreten.
8 Reichstags⸗Angelegenheiten.
Berlin, 24. Oktober. In der gestrigen Sitzung des Reichs tags nahm in der Diskussion über den Gesetzentwurf, betreffend die Bildung eines Reichs⸗Kriegsschatzes, der Bundesbevollmäch⸗ tigte, Königlich preußischer Finanz⸗Minister Camphausen 8 nach dem Abgeordneten Greil das Wort: 1 Meine Herren! So weit der Herr Vorredner Gründe für sein künftige Abstimmung aus der staatsrechtlichen Stellung Bayerns her geleitet hat, werde ich nicht unternehmen, ihm zu antworten; ich werde das dem Herrn bayerischen Minister überlassen, der mir bereits an⸗ gekündigt hat, daß er auf diesen Punkt näher eingehen wird. Wenn aber der Herr Vorredner in der Bildung des Staatsschatzes eine B unruhigung erblickt, wenn er die Befürchtung ausgesprochen hat, daß 8 diese Bildung eines Reichskriegsschatzes ihren Grund nur in der He sorgniß finden koͤnne, daß wir schon bald wieder vor einem neuen 85 großen Kriege ständen, so muß ich diese Auffassung unbedingt bestreiten; in meinen Augen hat die Bildung eines Reichs⸗Kriegs⸗ 1 schatzes eine friebliche Bedeutung, freilich nur in dem Sinne daß, 88 je staͤrker Deutschland in der Lage ist, eine ihm zugefügte Unbilde 19 18 fort abwehren zu können, je kraͤftiger seine Armee gerüstet ist , je rascher ihm die Mittel zu Gebote stehen, diese Armee auf den Kampf⸗ 8 platz zu führen, desto mehr wird es in Europa gefürchtet sein, und da wir den Krieg nicht wollen, so werden wir, glaube ich, dadurch u“ den Frieden uns noch mehr sichern, als dies sonst der Fall sein würde. Ueber die wirthschaftliche Bedeutung eines Staatsschatzes, meine Herren, wird schon seit langen Jahren ein Kampf geführt, und es wird schwer möglich sein, für irgend eine Auffassung eine endgültige unanfechtbare Entscheidung hinzustellen. Ich möͤchte aber glauben, daß die Argumente, die gegen einen Kriegsschatz erhoben werden von 1 dem Standpunkte der Unwirthschaftlichkeit aus, vielleicht niemals kräftiger widerlegt worden fünde durch die Erfahrungen, die Preußen ahren gema at. ü9 1c,g iha Vöern at 5 Recht hervorgeboben, wie einmüthi die Nation zur Regierung stand, wie die Volksvertretung und wie man in allen Kreisen der Bevölkerung einmüthig der Regierung die Unterstützung zu Theil werden ließ. Ich stimme ihm darin 192 fommen bei, aber, meine Herren, trotzdem hat es für Preußen eine nicht geringen Vorsprung gewährt, daß es am Abend des 15. Jul im Besitz der Mittel war, um vom 16. Juli ab durch alle Lande de Befehl ergehen und sofort vollstrecken zu lassen, mit der Rüstung der Armee vorzugehen. 1 . rinnert, mit welcher Sorge man die Tage zählte, wo vollständig ausgerüstet dem Feinde würde entgegen⸗ treten können, der wird begreifen, daß wir von diesen Tagen au nicht einen einzigen einzubüßen wunschen, wenn es darauf ankomm plötzlich die Armee ins Feld schicken zu müssen. Nun, meine Herren, hat es vielleicht für den Einen oder Andern etwas Auffallendes, daß wir mit dem Vorschlage wegen Bildung eines Reichskriegsschatzes schon jetzt hervortreten; das hat aber den einfachen Zusammenhang: Wir wünschen gleich beim Beginn das
schreitungen wurden vom Verwaltungsausschuß genehmigt,
Finanzwesen des Reiches in eine feste Ordnung zu bringen, wir
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