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Herbste 1869 eingestellten Jahrganges immerhin in Bezug auf die Behandlung und Pflege der Pferde das ihrige bereits gelernt hatten, so konnten sie an den Train abgegeben werden, und die Kavallerie vervollständigte sich aus ihren Reserven auf die Kriegsstärke. Nach dem Kriege sind die Leute des Jahrganges 1869 selbstverständlich zur vollen Ableistung ihrer Dienstverpflichtung zu den betreffenden Kavallerie⸗Regimentern zuruck überwiesen worden, um dort ihre kavalleristische Ausbildung zu vollenden. Während des Krieges vom Jahre 1870 sind ferner sehr wenig Rekruten bei der Kavallerie ein⸗ gestellt worden, fast nur die sogenannten Kriegsfreiwilligen; es fehlten also bei der Kavallerie fast zwei volle die sonst in gewöhnlichen normalen Verhältnissen nach dem Grade ihrer Dienstzeit ihre kavalleristische Ausbildung würden vollendet haben. Die nothwendige Ausbildung der Pferde — auch die Augmentationspferde, auf die der Herr Vorredner hindeutete, bedürfen sehr häusig noch der reitermäßigen Aus⸗ bildung — die Nothwendigkeit der Ausbildung der führt nun von selbst darauf, daß man die Remontereiter, wie man die älteren gut reitenden Kavalleristen, die zur Ausbildung der Pferde geeignet sind, nennt, zurückbehalten, um auf diere Weise die Schlagfertigkeit des Regiments in kürzester Zeit wiederherzustellen. Es ist nicht genau richtig, daß diesen Leuten ein viertes Dienstjahr formell auferlegt worden ist, sondern sie sind zurückbehalten worden so lange, als das Bedürfniß dauert; ich will aber nicht verhehlen, daß bei einzelnen Kavallerie⸗Regimentern dies Bedürfniß die Verpflichtung bis in die Mitte des nächsten Sommers ausdehnen wird.
Meine Herren, ich bitte Sie der Ueberzeugung zu sein, daß die Reichsregierung, in specie die Militärverwaltung, es sich angelegen sein läßt, die Interessen der Armee mit denen des bürgerlichen Berufs nach Möglichkeit auszugleichen; jede Beeinträchtigung eines Einzelnen zu vermeiden ist um des Ganzen willen unmöglich. Ich mache nur darauf aufmerksam, welch' eine Verschiedenheit nothwendigerweise eintreten muß, wenn die im Kriege fehlenden Truppen Verluste und zwar in verschiedenem Maße erleiden. Wenn wir an die nor⸗ malen Verhältnisse denken, so werden z B. per Bataillon alljährlich 200 Rekruten eingestellt — ungefähr gegen 200 — und ebenso viel alljährlich zur Reserve entlassen. Wenn keine Vrränderungen einträten, so hätten wir also ziemlich gleiche Schichten aus allen Jahrgängen, und wäre es für die Militärverwaltung natürlich außerordentlich bequem, lediglich an den verschiedenen Registern zu ziehen, um die Leute unter die Fahne zu berufen, welche durch die Nothwendigkreit dazu bestimmt werden müssen. Allein die Sachen liegen anders. Die Erfahrung hat uns gelehrt, daß wir bei jedem Jahrgange auf einen Ausfall von 4 bis 5 Prozent im Frieden zu rechnen haben; nun bitte ich Sie, zu überlegen, wie groß die Verschiedenheit werden mußte nach einem so blutigen Kriege. Die Kugeln suchen sich nicht die Jahrgänge aus, um gleichmäßig aus dem einen so viel zu nehmen, wie aus dem andern. Auf diese Weise giebt es Bataillone, in denen einzelne Jahrgänge fast vernichtet sind. Wenn es so liegt, meine Herren, so ist es sehr begreiflich, daß die Gleichheit, die das Gesetz ver⸗ langt und mit Recht verlangt, die Gerechtigkeit, der die Verwaltung auch in dieser Beziehung nach Kräften nachstrebt, nicht in jedem einzelnen Falle so viel zu leisten vermag, als theoretisch ver⸗ langt werden koͤnnte. — Der Herr Interpellant hat noch von den einjährig Freiwilligen gesprochen. Die einjährig Freiwilligen befinden sich natürlich im ersten Dienstjahre, im ersten Jahre ihrer siebenjährigen Verpflichtung und können demgemäß aguch nur behan⸗ delt werden, wie das Gesetz es vorschreibt. Im Uebrigen aber ist be⸗ reits von Sr. Majestät dem Kaiser angeordnet worden, daß diejeni⸗ gen, deren bürgerliche Verhältnisse durch die Fortdauer der militäri⸗ chen ersichtlich Schiffbruch leiden würden, auf die Reklamation der etreffenden Behörden nach Moͤglichkeit berücksichtigt werden sollen. — s Herr Interpellant hat dann endlich noch von dem zweifelhaften
echte der Verwaltung zur Abkürzung der Militärverpflichtung ge⸗ sprochen. Er hat das gethan wohl aus dem Anlaß der Erwähnung des Engagements von vorjährigen Freiwilligen auf die Verheißung hin, daß damit ihre Uebungs⸗ und ihre Militärverpflichtung abgekürzt werden solle. Ich muß eine solche Prozedur ausdrücklich als eine im Interesse des öffentlichen Wohls liegende Maßregel vertheidigen. Ich bin der unvorgreiflichen Ansicht, daß das Gesetz die Militärverwal⸗ tung in demselben Maße dazu berechtigt, als die Militärverwaltung unter der, wie ich glaube, allgemeinen Zustimmung des Hauses dazu berechtigt erachtet werden dürfte, einzelne Leute, deren Un⸗ abkömmlichkeit durch die Behörden dargethan ist, vor Erfüllung ihrer dreijährigen Dienstverpflichtung bei der Fahne nach Hause zu entlassen, wie dies in liberaler Weise jeder Zeit geschieht, sobald die Nothwendigkeit dazu dargethan ist. Wenn aber der Buchstabe des Gesetzes gelten sollte, so würde die Militärverwaltung nicht ein⸗ mal in der Lage sein, irgend einen Mann oder eine ganze Kategorie auf einen Tag oder auf Monate, vor Vollendung der dreijährigen Dienstpflicht bei der Fahne, zu beurlauben. Bis jetzt ist diese Voll⸗ macht, die sich die Reichsregierung, dem, Buchstaben des Gesetzes nicht zuwider, beigelegt hat, aber noch niemals angefochten worden, ebenso wenig wie die Berücksichtigung der Reklamationen. 8 1b
— Das »Amtsblatt der deutschen Reichs⸗Postverwal⸗ tung« Nr. 45 enthält: eine General⸗Verfügung vom 20. Oktober: — Reduktion der Postanweisungen aus Dänemark nach Deutschland.
— Rübezahl. Das Septemberheft der »Schlesischen Provinzial⸗ blätter⸗ hat folgenden Inhalt: Volksthümliches und Mund⸗ artliches. 1) Volksthümliche Sprache und Redensarten, zumeist aus dem Riesengebirge. Von Karl Haupt. 2) Die Mundarten der Dörfer an der Oder oberhalb Breslau und Ohlau. Von Lehrer Julius
Jahrgänge,
Pferde
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Rücker. 3) Bablafrasser ꝛc. Von Pfarrer Jüttner.
polnischer Ortsname. Von Seminarlehrer Rostalski. kensteiner Wörtersammlung. Von Alfilas. 6) Bemerkungen zu letzten Heften des Rübezahl. Von Dr. Beyersdorf. — August Prenzel Nekrolog. Von Rektor Dr. Th. Bach. — Die schlesische Bienenzucht in früheren Jahrhunderten. Von Dr. Matzner. — Befinden sich die landwirthschaftlichen Versuchsstationen zweckmäßiger auf dem Lande oder in den Städten? Nach dem Referate des Professor Dr. Krocker
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4) Ein deutsch. 5) Zur Fs.
— Die Lehrmeister und die Sonntagschulen. Von Hauptlehrer a. D.
G. Stütze. — Eine Reise ins Polnische. In das Riesengebirze. 5) Johannisbad. (Mit 2 Abbildungen.) — Der Todstein hei Würgsdorf. Sage. Von Ewald Hensel. — Zwei oder drei Linden an Blüchers Grabe und anderes Bezügliche — Ein von Vogt und Geschworenen in Gr.⸗Strehlitz 1704 gefälltes Todes⸗ urtheil. Mitgetheilt von Dr. Matzner. — Obstbäume als Wald.⸗ bäume in Schlesien. Von Demselben. — Gedenkblatt für Schlesien und die Lausitz, Monatregister schlesischer Gelehrten und Schriftsteller Oktober. Von Hugo Knoblauch. — Fragen, Antworten, Anregungen, Mittheilungen, Nachträge, Berichtigungen. (v. Goethe. Franzoͤsische Räubereien. Alterthümer⸗Konservator. Ein bübsches Portal in Breslau. Das Pflasteraufreißen in Breslau. Semmelwoche. Noch einmal Kutschke.) — Literatur, Wissenschaft und Kunst. Gustav Fischer »Die Preisrichter und Preisräaͤthsel des Rübezahl ꝛc.« Kaul⸗ bach und Makart. A. Krätzig »Erignerungen aus dem Leben eines ehemaligen Freiwilligen ꝛc.« Eine Milchzeitung. Theaterbrief. J. F. Schneiders Spezialkarte von Schlesien und der Grafschaft Glatz. Schles. literar. Anzeiger. Monatschronik, August 1871. — Nekrolog für 1870 (Schluß und Nachträge). — Vereinschronik: Versammlung der schlesischen Bota⸗ niker auf Ulbrichshöhe 1871. — Jahreschronik: Amtsjubiläum des Grafen Burghauß. — Allgemeine Masviehausstellung 1871.
Von Dr. Lagmann. —
8 Vereinsthätigkeit.
Nürnberg, 23. Oktober. Die heutige erste Versammlung des Deutschen Vereinstages der Vereine zur Pflege Verwun⸗ deter, zu welcher Delegirte aus allen Gegenden Deutschlands, darunter auch eine Anzahl Damen, eingetroffen waren, wurde im Namen der Staatsregierung durch den Regierungs⸗Präsidenten veon Mittelfranken, Dr. von Feder, eröffnet. Der Redner gedachte u. A. der großen Verdienste, welche sich die Hülfsvereine durch ihre Leistungen auf dem Gebiete der Humanität erworben und wies darauf hin, daß, wenn auch Deutschland in Frieden mit seinen Nachbarn leben wolle, den⸗ noch die Fürsorge für etwaige känftige Eventnalitäten volle Anerken⸗ nung verdiene. Der I. Bürgermeister Herr von Stromer begrüßte sodann die Anwesenden im Namen der Stadt mit einigen herzlichen Worten, worauf der Wirkl. Geheime Rath von Sydow, der Vorstand des Central⸗ Komites in Berlin, für die Bewillkommnung durch die beiden Vorredner dankte und die Versammlung bat, durch Erheben von den Sitzen dem mittelfränkischen Kreisausschusse und dessen Vorstand für die Will⸗ fährigkeit, mit der den Anordnungen des Centralkomites, bezüglich der Vorbereitunzen für den Vereinstag nachgekommen worden, die Anerkennung auszudrücken. Durch Akklamation wurde hierauf zum ersten Vorsitzenden der Wirkl. Geheime Rath von Sydow von Berlin, zum ersten Vize⸗Präsidenten der Graf von Castell, der Vorstand des bayerischen Landeshülfsvereines zu München, zum zweiten Vize⸗ Präsidenten der Pfarrer Dr. von Hahn von Stuttgart gewählt. Zu Schriftführern wurden ernanat: Regierungs⸗Rath von Criegern aus Dresden und Archiv⸗Rath Dr. von Weech aus Karlsruhe, zu stellvertretenden Schriftführern: Hofmarschall von Cramm aus Gera und Bezirksgerichts⸗Arzt Dr. Reuter aus Nürnberg.
Der Wirkli. Geheime KRath v. Sydew verlas ein an die Ver⸗ sammlung gerichtetes Schreiben Ihrer Majestät der Deutschen Kaiserin und beantragte unter Zustimmung der Anwesenden, Aller⸗ höchstderselben den ehrfurchtsvollsten Gruß der Versammlung auf tele⸗ graphischem Wege zu übersenden. Es wurde darauf zum ersten Ge⸗ genstand der Tagesordnung übergegangen: »Austausch der Erfahrun⸗ gen über die Leistung der deutschen Vereine zur Pflege im Felde ver⸗ wundeter und erkrankter Krieger während des letzten Krieges auf dem Kriegsschauplatze und im Inlande, namentlich in Bezug auf die Pfle⸗ gerinnen und das männliche Hülfspersonal, die Sanitätszuͤge, die Ver⸗ einslazarethe und die Vereinsdepoté«, über welches der Hofrath Prof. Dr.
jur. v. Held von Würzburg, als Referent das Wort nahm, nach längerer
Rede schließlich konstatirte, daß die Deutschen nicht nur auf dem Feld⸗ der Waffen, sondern auch auf dem der Humanität die Palme errun⸗ gen hätten, und der ganzen deutschen Nation, den Regierungen u. s. w. für ihre Verdienste um die Hülfsvereine warmen Dank und volle An⸗ erkennung zollte. Die Vrsammlung erhob sich von den Sitzen.
AKeieiunst und Wissenschft. Das von Prof. Dr. v. Holtzendorff in Berlin herausgege⸗ bene Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Rechts⸗
pflege des Deutschen Reichs (Leipzig, Duncker und Humblot)
beabsichtigt weder eine Sammlung urkundlichen Materials oder der Gesetzestexte, noch auch Veroͤffentlichung gelegentlicher, auf Staats⸗ wobl und Politik bezüglicher Denkschriften und Abhandlungen, son⸗ dern soll eine kritisch prüfende, übersichtliche, den großen Perioden der Reichsgesetzgebung entsprechende Berichterstattung über alle im Zeit⸗ raum eines Jahres eintretenden wichtigeren Ereignisse und Vorgänge auf dem Gebtet der Vexrfassungsgebung, Legislative, Verwaltung und Rechtspflege des Deutschen Reichs liefern. Die erste Hälfte des ersten
ahrgangs, die so eben erschienen ist, enthält: I. Die Verfassung des
eutschen Reichs vom 16. April nebst den sie ergänzenden Ver⸗ trägen, erläutert durch Prof. Dr. Thudichum (d. i. eine geschichtliche
und staatsrechtliche Einleitung über die Verträge zwischen dem Nord⸗
deutsche ürttemberg über die Begründung eines deutschen vchci anerrdem deg, Deutschen Reichs⸗; neue Redaktion der Reichsverfassung,
u. s. w. auf die 16. April die Verträze mit
b5 Lothringen mit dem Deutschen
ordnung für
hüchegags Abgeordneten; V. Regesten des Deutschen Reichstags für
den
Reichstags, von
1871, von Prof. Dr. Bluntschli. — Die 2,
Dr. A. Wagner; Marine und Seewesen, von Dr. Romberg; die Ver⸗
August. — Beiblatt: Schlesische Chronik.
bpunden werden.
Volkes enthalten. Zugleich wird eine Sammlung von Autographen
ist der früh und auf hochgelegenen Aeckern gesäete entschieden besser
Das Friedenshalbjahr 1870 (Rundschau). Bibliographie. Nachtrag
bis 38 a. (30. Juni bis 18. September 1871) ausgegeben worden.
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n Bunde, den Großherz. Baden und Hessen, und den Koͤnig⸗
ferner über die die Ausdehnung von Gesetzen endlich das Ges. vom
Staaten süddeutschen Staaten, Deutschen Reichs,
tr. die Verfassung des be Hessen, Je b— Wäragesne 1 betr. die Verelnigung von Elsa 8desea Reich); II. die Geschäfts⸗ Reichs; III. Bevoll⸗ Wahlkreise und die
1871,
den Reichstag des Deutschen zum Bundesrathe; IV. die
8 He xe ic 1 ier. rechtliche Betrachtungen über den franzoscc Zäntsc Ih. Setgtcche für
en des Reichs (Post, Telegraphen, Eisenbahnen), vom Geh. as He⸗ Fischer; e e des Deutschen Reichs, vom Abg. Oberst⸗Lieut. Blanckenburg; die Rechtspflege des deutschen Bundes⸗ Ober⸗Handelsgerichts, von Prof. Dr. Nissen; die sstatistischen Publika⸗ tionen zur Kenntniß der deutschen Reichsverhältnisse, vom Reg. Rath Dr. Meitzen; die Verwaltungseinrichtungen von Elsaß und Lothrin⸗ gen, von Assessor Lehfeldt; das Deutsche Reich und die Kirche, von Prof. Dr. Friedberg; Reichsrechtliches aus deutschen Landzagsverhand⸗ lungen; Literaturbericht uüͤber die reichsrechtlichen Publikationen.
— Der Vorstand des Brünner Zweigvereins der deut⸗ chen Schillerstiftung (Dr. L. Goldhann) 1 einen Aufruf zur Gründung einer Schiller⸗Bibliother⸗ in Brünn. Nach demselben soll eine deutsche National⸗Bibliothek für Mähren gegrün⸗ det werden. Sie soll den Namen Schiller's tragen. Die er Schiller⸗Bibliothek soll diejenige Geistesgebiete umfassen, welche Schiller angebaut hat: Poesie, Philosophie, Geschichte. Mit der Schiller⸗ Bibliothek soll eine Sammlung erläuternder Bildwerke, vom künst⸗ lerisch vollendeten Gemälde bis herab zum schlichten Holzschnitt, ver⸗ Diese Sammlung soll die Illustrationen zu den Darstellungen aus ihrem Leben
Di hr ails Werken der Hichter Eihre Portratts, Geschichte des deutschen
und ihren Schöpfungen,, so wie zu der
oßer Deutscher angelegt werden. Diese Sammlungen sollen später Orken Ausgestedlt werden. Der Vorstand bittet, der Brünner Schiller⸗Bibliothek einschlägige Bücher und Bilder zu widmen.
Landwirthschaft. 6 — Im Regierungsbvezirk Münster hat z die Witterung im August auf die Feldfrüchte noch sehr merklich eingewirft, und die Ernte hat unter besonders aünstigen Verhaltnissen eingebracht werden können, indessen liefert der Weizen, der stark ausgewintert war, in Körnern und Stroh doch kaum eine halbe Mittelernte. Vom Roggen
ausgefallen als der spät und auf niedrig belegenen Grundstücken ge⸗ saete. Die Summerfeüchte sind durchweg ergiebig gerathen, nament⸗ lich Buchweizen und Hafer, auch Gerste, Feldbohnen und Wicken. Hülsen⸗ und Gartenfrüchte liefern einen recht befriedigenden Ertrag. Die Spätkartoffeln ergeben eine kaum mittelmäßige Ernte, auf schwe⸗ rerem Boden oft nicht die Ausfaat; doch ist die Qualität gut. Sommer⸗ spörgel ist reichlich gewachsen, auch der Hanf ziemlich gut gerathen. Der Klee und der zweite Grasschnitt sind gut ausgefallen, auch die Weiden bieten reiche Nahrung. Obst ist gänzlich mißrathen. Die Winterbestellung ist durch anhaltendes Regenwetter verzögert worden.
ewerbe und Handel. . ff Zeitschri⸗ für Kapital und Rente (begründet von A. Moser, fortgesetzt von Freih. v. EEEö1ue Buchhandlung) enthält im 3. Hefte des 7. Bandes: inanzielle Mo⸗ natschronik des Jahres 1870 (Mai bis Dezember), vom Herausgeber.
zur finanziellen Monatschronik. Sachregister. Miscelle. Von dem Neuen EEEEEI6“ aller europäischen Börsen⸗ papiere, Ziehungslisten⸗ und Finanz⸗Wochenschrift, welche in Stutt⸗ gart erscheint und gleichzeitig eine Beilage der Zeitschrift fuͤr Kapital und Rente bildet, sind mit dem. Hefte der letzteren die Nummern 26
S pothekenbericht der Preußischen Bodenkredit⸗ Aktsen behee (Jachmann). Im dritten Quartal d. Js. ist der Umsatz in Hypoiheken ein überaus lebhafter gewesen. Das reichlich ange⸗ botene Kapital wurde zwar vielfach zur Gründung neuer Unterneh⸗ mungen benutzt, es hat sich aber dennoch mehr als seit vielen Jahren der dypothekarischen Anlage geneigt gezeigt. Abschlüsse wurden er⸗ leichterr durch die Bereitwilligkeit der Grundbesitzer, für erste Stellen 5 rCt. Zinsen und darüber zu bewilligen Namentlich wurde ein höherer Zinsfuß als 5 pCt. auch für erste Stelle gern gewährt, wenn dadurch die Unkundbarkeit der Hypothek und ihre Amortisation durch eine Quote der Zinsen erreicht werden konnte. — Obwohl die ge⸗ sammte Nachfrage nach Kapital in Folge des starken Angebots von Kapitalten für hypothekarische Anlage als befriedigt angesehen werden kann, ist dennoch der Zinssuß unter 5 pCt. nicht heruntergegangen. Nur Kreditansprüche, welche auf unzureichenden Sicherheiten basirten,
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wachsenden Baulust dienen sollen. Diese findet weder im 1g 8 der Theuerung des Kapitals, sondern lediglich in der rung der Materialienpreise eine Schranke. Das ländliche Kredit⸗ bedürfniß ist durch die allgemein günstige Ernte erheblich eingeschränkt. Der Zinsfuß stellt sich auf 5 bis 6 pCt. für erste, auf 6 pCt. und darüber für zweite und entferntere Stellen. . 1 — Die soeben ausgegebene Nr. 9 der »Zeitschrift für Ge⸗ werbe, Handel und Volkswirthschaft, Organ des Oberschle⸗ sischen Berg⸗ und Hüttenmännischen Vereins« (Redacteur Dr. Adolf Frantz) bringt folgende Artikel, als: Der Zauber⸗Teppich — die Güterbewegung auf den Eisenbahnen. Von Ad. Frantz. — Kohlen⸗ Fragen und Klagen. (Kritik der angeblichen Kohlen heuerung, Mittel zur Ermäßigung der Kohlenpreise). — Vom Kohlen⸗ und Metall⸗ markt. — Zur Bank⸗ und Garnifonfrage des Kr. Beuthen. — Das deutsch⸗französische Abkommen bezüglich Elsaß⸗Lothringens. — Ver⸗ unglückungen beim Bergbaa. — Berg⸗, Hütten⸗ und Salinenproduk⸗ tion Preußens im 111“ “ und Berg⸗ bau⸗Hülfskasse. — Oberschles. Knappschaftsverein u. a. m. . . 19. Oktober. Die Deklaration über die falschen Fabrikstempel vom 29. Juni (I1. Juli), durch welche der zwischen England und Rußland am 31. Dezember 1858 (12. 1859) abgeschlossene Handels⸗ und Schiffahrtstraktat ergänzt wird, set fest, daß der Verkauf oder der Absatz von Waaren, die mit falschen russischen oder englischen Fabrikstempeln versehen sind, als Betrug an⸗ gesehen, den Gesetzen des Landes gemäß bestraft werden und dem Ge⸗ schäͤdigten noch das Recht der Enischädigungsllage verbleiben soll. 1 Verkehrs⸗Anstalten. 8 Berlin. Die hiesige Verbindungsbahn ist von vornherein für den Personenverkehr mit ins Auge gefaßt worden. Bei der In⸗ be triebsetzung kam es aber zunächst darauf an, die alte Verbindungs⸗ bahn und die mit ihr verbundenen Uebelstände so schnell als möglich zu beseitigen, und wurden deshalb in erster Reihe Vorkehrungen ge⸗- troffen, um zuvörderst die Eröffnung des Güterverkebrs zu ermöglichen, welche denn auch bereits am 17. Juli c erfolgte. Die Eisenbahnverwaltung hat bei der Anlegung der Bahn durchaus nicht außer Acht gelassen, daß dieselbe der Arbeiterbevölkerung Berlins die Mözlichkeit bieten kann und soll, billigere Wohnungen in der Umgebung der Stadt zu er⸗ halten und auf leichte Weise in die Nähe aller Arbeitsstellen zu ge⸗ langen. Besonders von diesem Gesichtspunkte aus ist die baldige Einrichtung der Personenbeförderung für den lokalen Verkehr zwischen den einzelnen Stationen geordnet. Die Ausführung ist von der Be⸗ endigung der erforderlichen Vorbereitungen, besonders von der voll⸗ ständigen Beschaffung der nothigen Betriebsmittel abhängig 1 es ist in dieser Beziehung die größtmöglichste Beschleunigung ins Auge gefaßt b ¶ — Die „»Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahn⸗- Verwaltungen⸗ Nr. 42 enthält: Der Pfennig⸗ Tarif. — Zum Reichs⸗Eisenbahngesetz. — Mittheilungen über Eisenbahnen; Berliner Briecfe: Vom Eisenbahn⸗Aktienmarkte; Magdeburg⸗Leipziger Eisen⸗ babn; Thüringische Eisenbahn; Verlin⸗Lehrte; Berlin⸗ Hamburger Eisenbahn; Niederschlesis ch⸗Märkische Eisenbahn; Arnstadt Ilmenau Schwarza; Saale⸗Unstrut⸗Bahn; Posen⸗Thorn⸗Bromberger Eisen bahn; Hessische Ludwigs⸗Bahn; Alzeyv⸗Bahn; Crefeld⸗Kreis Kempener Industrie⸗Bahn; Schleswig Holsteinische Westbahn. Breslau⸗ War⸗ 8 schauer Bahn. Magdeburg⸗Leipziger Eisenbahn, Geschäͤftsbericht ro 1870 Bayern: Georgensgmünd⸗Spalt; Augsburg⸗Ingolstadt; Mühl⸗ dorf⸗Cham. — Wiener Briefe: Vom Eisenbahn⸗Aktienmarkte; Oester⸗ reichische Staatsbahn; Sternberg⸗ Oesterreichisch⸗Preußische Ffart 8 Ragy⸗Karoly⸗Szatmar; Kaschau⸗ Oderberger Bahn — Nachrichten. — Direkte Verkehre. — Ausland: Jalien: g. ane Chambery⸗Paris eröͤffnet. — Juristisches: Rechtsfall, betreffen 8* lässigkeit der Aufhebung der Garantte für Lieferzeit durch die Eisen bahn fuͤr außerordentliche Verkehrsv chäͤltnisse. eellen. — Eisenbahn⸗Kalender.
Königliche Schauspiele.
ʒDonn 26. Oktober. Im Opernhause. (198. Vorst.) Mersabe. per in 5 Akten nach Goethe’s Faust. . Musik von Gounod. Ballet von P. Taglioni. Margarethe: Frau . Mallinger. Faust: Hr. Niemann. Mephistopheles: vr. 888 mon. Valentin: Hr. Schmidt. Anfang halb 7 Uhr.
Im Schauspielhause. (203. Abon. Vorst.) S ale wiederholt: König Erich XIV. Trauerspiel in 5 Akten von Karl Koberstein. Anfang halb 7 Uhr. M.⸗Pr.
Frei 27. Oktober. Im Opernhause. (199. Vorstell.) , in 2 eesenb mit Tanz, von Mozart. Donna Elvira: Frl. Brandt. Donna Anna: Fr. von Voggen⸗ huber. Zerline: Fr. Lucca. Don Juan: S Betz. Leporello Hr. Salomon. Anfang halb 7 Uhr. 8 1.
Im Schauspielhause. (204. Abonn.⸗Vorst.) 8 — Lustspiel in 1 Akt von G. zu Putlitz. Hierauf: e Stiefmutter. Familienbild in 1 Aufzug von G. zu Putlitz. Zum Schluß: Die Dienstboten. Lebensbild in 1 Akt von R. Benedix. Anf. 7 Uhr. M.Pr.
1eg unerfüllt geblieben sein. Seit dem Quartalswechsel überwiegt
welche der taͤglich 8 We ch Pen Kapitalien elche äg b