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günstigster Witterung unter freudigstem Jubel der Bevölkerung. Die Truppen wurden bei ihrem Einzuge am Schweidnitzer Thore durch die Behörden der Stadt begrüßt. Der Ober⸗Bürgermeister obrecht brachte sodann ein Hoch auf den Führer und die annschaften aus, welches der General der Infanterie v. Tümp⸗ ling beantwortete. Dem Letzteren wurde überdies von den Ehrenjungfrauen ein silberner Lorbeerkranz, als für das ganze Armee⸗Corps bestimmt, überreicht. Abends war die Stadt illu⸗ minirt und wurden zahlreiche Ballfestlichkeiten für die Mann⸗ schaft .“ Morgen giebt die Stadt dem Offizier⸗Corps ein Diner. Hannover, 3. November. Der Großherzog von Oldenburg traf gestern Nachmittag 5 Uhr 20 Minuten mit Gefolge auf der Durchreise von Eutin nach Oldenburg hier ein.
Bayern. München, 3. November. Der englische Gesandte in München, Sir Henry Howard, wird, dem »Süd⸗ deutschen Korrespondenz⸗Bureau⸗ zufolge, von seinem Posten abberufen und durch einen Geschäftsträger ersetzt werden.
Sachsen. Dresden, 3. November. die Königin haben heute früh Schloß Weesenstein verlassen und das hiesige Königliche Residenzschloß, die Königin Maria, von ihrer Villa bei Wachwitz kommend, das Königliche Palais auf der Augustusstraße bezogen.
— Der König hat gestern an die 24. Division folgenden Tagesbefehl erlassen: b“
„»Soldaten der 24. Division!
Bei Eurer Rückkehr ins Vaterland biete Ich ein herzliches Will⸗ kommen. Nach überstandenen harten Kämpfen und vollbrachten rühmlichen Thaten hielt Euch die Pflicht noch lange von der Hei⸗ math fern. Auch in dieser Zeit habt Ihr durch treue Pflichterfüllung und tadelloses Benehmen dem sächsischen Namen Ehre gemacht. Ge⸗ nießt jetzt die wohlverdiente Ruhe der heimathlichen Frgs.
ohann. «
— Das mit der 24. Division aus Frankreich zurück⸗ gekehrte, zur hiesigen Garnison gehörige Schützen⸗Regiment Nr. 108 hat heute Mittag seinen feierlichen Einzug in die fest⸗ lich geschmückte Residenz gehalten. Dasselbe wurde u. A. von dem General⸗Feldmarschall Kronprinzen von Sachsen, kommandirenden General des XII. (Königlich sächsischen) Armee⸗ Corps, mit seinem Stabe und vom Prinzen Georg, Gene⸗ ral der Infanterie und Commandeur der Infanterie⸗Division Nr. 23 (Letzterer in der Uniform seines Schützen⸗Regiments) auf dem Paradeplatze empfangen, wo nach 12 Uhr auch der König in “ des Kriegs⸗Ministers und eines zahl⸗ reichen Gefolges das Regiment begrüßte.
Württemberg. Stuttgart, 3. November. Der General von Stülpnagel ist behufs Uebernahme des Kom⸗ mandos des XIII. Armee⸗Corps hier angekommen.
Mecklenburg⸗Schwerin. Schwerin, 3. November. Die gestern hier eingetroffenen Landräthe von Rieben (Galen⸗ beck), von Stralendorff (Gamehl), von Oertzen (Woltow), von Rostorff (Rosenhagen), Graf von Voß (Alt⸗ und Neu⸗Schönau), Graf von Bernstorff (Wedendorf), von Plüskow (Kowalz) und Freiherr von Maltzan (Groß⸗Lukow) sind heute Vormittag im Regierungsgebäude mit Mitgliedern des Großherzoglichen Staats⸗ Ministeriums zu einer Konferenz zusammengetreten.
Elsaß⸗Lothringen. Metz, 31. Oktober. Der Maire hat am 28. Oktober eine Bekanntmachung anschlagen lassen, enthaltend Anordnungen gegen die Annahme einer zu großen Anzahl französischer Banknoten, in Anbetracht dessen, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen der städtischen Kasse bedeutende Verluste aus derselben erwachsen und daß Privatpersonen billiger⸗ weise einen Theil des Verlustes tragen müssen, den die städtische Kasse im allgemeinen Interesse zu tragen sich bereit erklärt.
OO§Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 4. November. Wie die »Neue Freie Presse« meldet, hat Baron Kellersperg sein Programm, welches die Ausgleichspolitik desavouirt, nunmehr vorgelegt. Zu demselben gehört auch die Auflösung der Landtage von Böhmen, Mähren, Krain, Ober⸗Oesterreich, Galizien und der Bukowina. — Dem erwähnten Blatte zufolze soll Baron Kellersperg bereits auch die Ministerliste den Kaiser vorgelegt haben, und würde nach derselben das neue Kabinet in folgender Weise zusammen⸗ gesetzt sein: Baron Kellersperg Vorsitz im Ministerrathe und Inneres, Holzgethan Finanzen, Stremayer Kultus und Unter⸗ richt, Chlumetzki Justiz, Plener Handel, General Scholl Landes⸗ vertheidigung. Für das Ackerbau⸗Ministerium soll Grocholski eventuell in Vorschlag gebracht worden sein.
— Wie die »Wehrztg.« mittheilt, soll in kürzester Zeit die Ausgabe der Werndl⸗Gewehre an die Linien⸗Infanterie erfolgen, und zwar zuerst an die Truppen der Wiener Garnison. Die auswärts dislozirten Regimenter erhalten vorläufig nur so
viele Werndl⸗Gewehre, um ihre Chargen in den veränderten Gewehrgriffen instruiren zu fen59 1
den Grafen Andrassy erkennt dessen
Der König und
Ein Kaiserliches Handschreiben an . bei Aufstellung und Aus⸗ bildung der Honved⸗Armee bewiesenen Eifer an und be⸗ traut den Minister⸗Präsidenten mit der Aufgabe, die Aller⸗ höchste Zufriedenheit und Anerkennung den einzelnen Sektionen des Honved⸗Ministeriums mitzutheilen. Auch die Vorlage be⸗ züglich des Honved⸗Avancements ist bereits eingetroffen und wird morgen publizirt werden.
Schweiz. Bern, 31. Oktober. Heute hat der Bundes⸗ rath in außerordentlicher Sitzung das am 28. d. M. in Berlin unterzeichnete Uebereinkommen, betreffend den Beitritt Deutsch⸗ lands zu dem am 15. Oktober 1869 zwischen der Schweiz und Italien abgeschlossenen Vertrag über Bau und Betrieb einer Gotthard⸗Eisenbahn mit einer Subventionssumme von 20 Mill. genehmigt, worauf dann heute Nachmittag der Austausch der Ratifikationsurkunden, wie bereits telegraphisch gemeldet, im Bundespalais zwischen dem Bundespraͤsidenten Schenk, dem deutschen Gesandten von Roeder, und dem italleni⸗ schen Gesandten, Senator Melegari, stattfand. In derselben Sitzung genehmigte der Bundesrath noch die Verpflichtungs⸗ scheine der Gemeinde Zofingen im Betrage von 20,000 Fr. und der Stadtgemeinde von Luzern im Betrage von 350,000 Fr. als Subvention à fonds perdu für das Gotthardbahn⸗ Unternehmen.
— 3. November. Der Bundesrath hat heute die Sta⸗ tuten der Gotthard⸗Vereinigung unter Vorbehalt der in den bezüglichen Beschlüssen des Bundes enthaltenen Bestimmungen genehmigt. u.“ “ “
Pesth, 2. November.
Niederlande. Haag, 3. November. Der Gesetzentwurf, bezüglich der Einführung eines neuen Zolltarifs für die ostindischen Besitzungen, liegt nunmehr vor. In demselben wird hervorgehoben, daß die Regierung es für zeit⸗ gemäß halte, ohne weitere Uebergangsbestimmungen auch die letzten Spuren des Schutzzollsystems aus dem indischen Tarife zu entfernen. Demgemäß sind in dem neuen Tarife sämmt⸗ liche Differentialzölle für Ein⸗ und Ausfuhr beseitigt. Des⸗ gleichen ist der allgemeine Ausfuhrzoll aufgehoben und sollen nur Abgaben für die Ausfuhr einzelner bestimmter Artikel be⸗ stehen bleiben, so unter Andern für Felle 2 pCt., für Indigo 10 Cents pr. Kilo, für Kaffee 3 Gulden pr. 100 Kilod, für Zucker 30 Cents pr. 100 Kilo, für Tabak 1 Gulden, für Zinn
Großbritannien und Irland. London, 2. November. Dem Vernehmen nach wird die Königin gegen Mitte dieses Monats von Balmoral nach Windsor zuruückkehren. — Der Prinz und die Prinzessin Ludwig von Hessen haben mit ihrer Familie Balmoral verlassen und die Rückreise nach Deutschland angetreten. — Die Großfürstin Marie von Rußland ist von Torquay hier eingetroffen.
Frankreich. Paris, 2. November. Der Zudrang der Pariser zu den Kirchhöfen war heute und gestern sehr groß. Die Behörden hatten umfassende Vorsichtsmaßregeln ergriffen, besonders auf dem Kirchhofe Montmartre, wo man Kund⸗ gebungen erwartete. Zu Demonstrationen kam es aber nirgends. In Neuilly und auf den Kirchhöfen der Umgegend von Paris hatte sich ebenfalls eine große Anzahl von Personen eingefun⸗ den, da viele derer, welche während der Belagerung gefallen sind, auf denselben begraben liegen.
— 3. November. Das „»Ordre« veröffentlicht ein Schrei⸗ ben des Prinzen Napoleon an seine Wähler d. d. Bastia, 28. Oktober. In demselben erklärt der Prinz, nur ein Appell an das Volk vermöge die setzige Krisis zu beenden; in der Zwischenzeit jedoch müßten die Befehle der provisorischen Regie⸗ rung befolgt werden. Schließlich erklärt der Prinz, bei einem künftigen Plebiszite müßten drei Fragen zur Abstimmung ge⸗ bracht werden, nämlich: Ob sich Frankreich entscheiden wolle
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für die Republik, für die Monarchie unter den Bourbons oder
unter der Dynastie der Bonaparte.
Versailles, 3. November. In der letzten Sitzung Permanenzkommisston richteke ein Mitglied die Anfrage an den Finanz⸗Minister, welche Maßregeln die Regierung im Einverständnisse mit der Bank von Frankreich ergreifen würde, wenn die Summe der in Umlauf gesetzten Bankbillets das ge⸗ setzlich bestimmte Maximum erreicht haben würde. Der Finanz⸗ Minister erklärte hierauf, daß der Staatsschatz vor Ende des Jahres keine Anforderungen an die Bank zu stellen hätte und sprach gleichzeitig die Hoffnung aus, es werde gelingen, alle Bedürfnisse des Schatzes aus den 1.“ auf die Anleihe zu decken. Der Finanz⸗Minister fügte hinzu, er habe bereits alle Ankäufe von Tratten zur Deckung der an die deutsche Regierung in Gemäßheit der letzten Konvention zu zahlenden 650 Millionen Fre “ “
Italien. „ 28. Oktober. Das amtliche Blatt publi⸗ irt ein Reglement, betreffend die Erbauung, Unterhaltung und Beaufsichtigung der Provinzial⸗, Kommunal⸗ und Vizinalwege. — Die Königin der Niederlande befindet sich zur Zeit in Rom, wo sie 4 bis 5 Tage zu verweilen gedenkt. — Der Kaiser und die Kaiserin von Brasilien werden Ende des nächsten Monats aus WW“ — 2. November. Das zweite Konsistorium wird gegen den 15. November gehalten werden.
Türkei. Konstantinopel, 27. Oktober. Ein vom Großvezier Mahmud⸗Nedin⸗Pascha an die Gouverneure gerich⸗
teter Erlaß theilt denselben mit, daß die Regierung sich ent⸗
ieden habe, in alle Provinzen außerordentliche Kommissarien ö um durch diese die Lage und die Bedürfnisse der Bevölkerung der sämmtlichen General⸗Statthalterschaften genau
prüfen und dem entsprechende Anordnungen alsdann ergehen
zu lassen. Als einer der ersten Wünsche des Sultans wird in
dem Cirkulare des Großveziers die Entwickelung der morali⸗
nd geistigen Bildung der Unterthanen hingestellt, welche “ S eine ernste Verbreitung des Volksunterrichts
zu erzielen sein wird, den zu beleben die Provinzialbehörden
e ihnen zu Gebote stehenden Mittel anwenden sollen. 86 b. F 3. November. Fürst Milan ist gestern hier eingetroffen. — Die Skuptschina hat die Re⸗ ierungsvorlage, betreffend Aufhebung des Loskaufes und der Ereüvereretung in der Armee, einstimmig angenommen. Ferner wurde ein Antrag angenommen, nach welcher der einzige oder erst⸗ geborene Sohn, falls derselbe zur Unterstützung der Wirthschaft
nicht entbehrt werden kann, statt drei Jahre nur ein Jahr, be⸗ züglich acht Monate dienen soll.
Mußland und Polen. St. Petersburg, 2. Novem⸗
ber. Der »Russ. Inv.“« veröffentlicht ein Allerhöchstes Reskript
vom 10. Oktober an den Großfürsten Michael Nicola⸗
jabeie ech Statthalter im Kaukasus, worin der Kaiser dem⸗
elben Allerhöchstseine Erkenntlichkeit ausspricht für die neun⸗ jährigen Mühen und Arbeiten bei der Organisation des Landes und den vorzüglichen Zustand der Truppen im Kaukasus.
Dänemark. Kopenhagen, 1. November. Der Kron⸗
prinz und die Kronprinzessin sind heute Vormittag mit
Gefolge über Malmö nach Stockholm abgereist. Amerika. Washington, 1. November.
(Per Ft, Dem üblichen Monatsausweise des Sekretärs des Schatzamte zufolge hat sich die öffentliche Schuld der Vereinigten Staaten während des verflossenen Monats um 9 Millionen Dollars vverringert. Der Metallvorrath im Schatzamte beläuft sich auf
99,000,000 Dollars und das Papiergeld auf 10,250,000 Dollars.
Asien. Aus Persien schildert nachstehendes, in der
»Times« veröffentlichtes Privattelegramm, d. d. Ispahan,
1. November, die Lage wie folgt: »Die Hungersnoth nimmt rasch zu; die Nothleidenden in Ispahan umfassen 20,000 Perser,
1500 Juden und 1500 Christen.⸗«
Aus dem Wolff'schen Telegraphen⸗Büreau.
Prag, Sonnabend, 4. November. Wie die »Bohemia⸗ aus sicherer Quelle erfährt, hat Graf Chotek seine Enthebung als Statthalter von Böhmen nachgesucht und soll der Wieder⸗
eintritt desselben in den diplomatischen Dienst demnächst bevor⸗
stehen.
Paris, Sonnabend, 4. November. Im weiteren Ver⸗
laufe der letzten Sitzung der Permanenz⸗Kommission wurde
der Minister des Innern über die Ausschreitungen der bona⸗ partistischen Blätter interpellirt. In seiner Antwort wies der Minister auf die Nothwendigkeit hin, die Verhängung von Ausnahme⸗Maßregeln so viel als möglich zu vermeiden und sprach sich gleichzeitig gegen das System der Subventionirung der Presse aus. — Wie das »Journal officiel⸗ mittheilt, ist die Untersuchung gegen die in den Hafenplätzen gefangen ge⸗ haltenen Insurgenten nunmehr beendet.
— Laut eingegangenen Nachrichten aus Korsika blieben bei den gestrigen Wahlen zum Präsidium des Generalraths
die bonapartistischen Kandidaten in der Minorität und wur⸗
den Limperani zum Präsidenten, Arrighi und Pozzo di Borgho zu Vize⸗Präsidenten gewählt. —
Rom, Sonnabend, 4. November. Die »Opinione« demen⸗ tirt alle Gerüchte bezüglich ang. etic bevorstehender Verände⸗ rungen in der diplomatischen Vertretung Italiens im Aus⸗ lande. — Demselben Blatte zufolge ist Prinz Napoleon von Genua nach Turin abgereist, und hat sich von da nach Pran⸗ ““ Man glaubt, der Prinz werde nach Lon⸗
gehen.
Das »Central⸗-⸗Blatt der gaben⸗, ; Handels⸗Gesetzgebung und Verwaltung in den König Preußischen Staaten⸗Nr. 21 enthält: Cirkular⸗Verfügung des Königlichen Finanz⸗Ministeriums, die Ergänzung des Verzeichnisses der Hauptämter betreffend, vom 23. Juni 1871. Cirkular⸗Verfügung des Königlichen Finanz⸗Ministeriums, die Vervollständigung des Ver⸗ zeichnisses der zur Ausfertigung und Erledigung von Begleitscheinen über Salz befugten Aemter betreffend, vom 9. Juli 1871. Cirkular⸗ Verfügung des Königlichen Finanz ⸗Ministeriums, die Beschränkung der Abfertigungsbefugniß des Steueramts in Wiesbaden betreffend, vom 27. Juli 1871. Cirkular⸗Verfügung des Königlichen Finanz⸗ Ministeriums, die Berichtigung des Aemterverzeichnisses bezüglich der Befugniß des Nebenzollamts Wilhelmshaven betreffend, vom 29. Juli 1871. Cirkular⸗Verfügung des Königlichen Finanz⸗Ministeriums, die Errichtung einer Königlich dayerischen Zollabfertigungsstelle an der über den Inn führenden Simbach⸗Brauͤnauer Landstraße betreffend, vom 21. Juli 1871. Cirkular⸗Verfügung des Königlichen Finanz⸗ Ministeriums, die Befugniß des Königlich württembergischen Haupt⸗
keueramts in Eßlingen betreffend, vom 21. Juli 1871. Cirkular⸗ Verfügung des Koͤniglichen Finanz⸗Ministeriums, die Beschränkung der Abfertigungsbefugniß der Großherzoglich hes sischen Ortseinnehmerei Monsheim betreffend, vom 27. Juli 1871 Cirkular⸗Verfügung des Königlichen Finanz⸗Ministeriums, die Taravergütung bei der Abferti⸗ gung von Tabak betreffend, vom 5. Juli 1871. Cirkular⸗Verfügung des Königlichen Finanz⸗Ministeriums, die Gewährung der Zoll⸗ und Steuervergütung für in das Ausland versandten Tabak betreffend vom 13 Juli 1871.
Gewerbe und Handel. 8 Die Oberlausitzer (Kohlfurt⸗Falkenberger) Eisen bahn, deren Ausführung durch die mit der Baugesellschaft F. Pleßner & Co. abgeschlossenen Verträge gesichert ist, wird das Mittelglied einer großen Verkehrsstraße bilden, welche auf dem kürzesten Wege Bremen und die Weserhaͤfen, sowie Halle und das westliche Deutschland mit Schlesien und seinen Hinterländern verbinden wird. Die Denkschrift, welche die Berlin⸗Anhaltische Bahn ihrer letzten außerordent⸗ lichen Generalversammlung vorlegte, urtheilt über diese Bahn wie folgt: »Seit geraumer Zeit schon wird der Plan bearbeitet die sogenannte Oberlausitzer Centralbahn zu bauen, welche Kohlfurt, wo die Niederschlesisch⸗Märkische und die Schlesische Gebirgsbahn zu⸗ sammentreffen, auf dem kürzesten Wege mit Falkenberg verbinden soll. Wird dieser Bau, welchen die Staatsregierung begünstigt, wie nicht zu bezweifeln sein dürfte, ins Werk gerichtet, so gestaltet sich dadurch, wenn unsererseits die Strecke Falkenberg⸗Wittenberg gebaut wird, eine fast gradlinigte Verbindung von Magdeburg mit Liegnitz und Breslau, die etwa 14 Meilen kürzer, als jede andere ist und ohne SBweifel die Hauptstraße für den VerkehrSchle⸗ siens und seiner Hinterländer mit dem nordwestlichen Deutschland abgeben wird⸗ Das Anlagekapital, für welches die Pleßnersche Baugesellschaft den Bau übernommen hat, beträgt 6 Millionen Thaler, pro Meile ca. 300,000 Thlr., also ca. 45 pCt. weniger als die Durchschnittskosten aller anderen preußischen Bahnen. Von dem Baukapital werden 3,600,000 5 proz. Stamm⸗Prioritaͤten zur öffentlichen Substription aufgelegt. Das Näͤhere hierüber ergiebt der im Inserathentheile enthaltene Prospekt.
Landwirthschaft. Lingen, 26. Oktober. In diesen Tagen haben die Geheimen Regierungs⸗Räthe Marcard und Gehrke die hiesige Gegend bereist, um über die Kanalangelegenheit zu verhandeln. (S. Bes. Beil. Nr. 26) Gestern haben die Vertreter der Stadt Nordhorn den er⸗ forderlichen Grund und Boden in der Nähe der Stadt zur Verfügung gestellt und in einer heute hierselbst durch den Geheimen Regierungs⸗ Rath Marcard geleiteten Versammlung, welcher Vertreter aus fast allen Theilen des Kanalgebietes beiwohnten, gab sich die vollste Zu⸗ stimmung zu den Absichten der Staatsregierung und der Dank für deren kräftiges Vorgehen zu erkennen. Den interessantesten Theil der heutigen Verhandlung bildete die Besprechung über die Bildung einer Genossenschaft für den demnächstigen Betrieb der Kanäle. Die Grund⸗ sätze, nach welchen die Verhältnisse einer solchen geregelt werden sollen, wurden von dem Vorsitzenden vorgetragen und fanden allseitige Zu⸗ stimmung.
8 Königliche Schauspiele. Spöonntag, den 5. November. Im Opernhause. (208te Vorst.) Auf vielfaches Begehren: Flick und Flock. Komisches auber⸗Ballet in 3 Akten und 6 Bildern von Paul Taglioni. usik von Hertel. Topase: Frl. David. Eine Nerelde: Frl. Forsberg, Flic. Hr. C. Müller. Flock: Hr. Ehrich. Anfang 7 Uhr. M.⸗Pr.
r. Schauspielhause. (213. Ab.⸗Vorst.) König Lear. Trauerspiel in 5 Abtheilungen von Shakespeare. Anf. halb 7 Uhr. M.⸗Pr.
Wö November. Im Opernhause. (209. Vorstell.) Euryanthe. Große romantische Oper in 3 Akten. Musik von C. M. von Weber. Ballet von P. Taglioni. Euryanthe: Fr. Mallinger. Eglantine: Frl. Brandt. König Ludwig: Hr. Salomon. Adolar: Hr. Niemann. Lysiart: Hr. Betz. An⸗ fang halb 7 Uhr. Extra Pr.
Im Schauspielhause. (214. Abonn⸗Vorst.) Feenhände. Lustspiel in 5 Akten nach dem Französischen des Seribe, von Ch. von Graven. Anfang halb 7 Uhr. M.⸗Pr.
Dienstag, 7. November. (21 orst.) Die Zauberflöte.