1871 / 161 p. 10 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 04 Nov 1871 18:00:01 GMT) scan diff

3,600.000. Prioritäts-

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Die Oberlausitzer Bahn, konzessionirt dürch Allerhöchsten Akt vom IlI. Oktober d. J „geht von Kohlfurt nach Falken-

berg und berührt in ihrer Ausdehnung von 20 Meilen die gewerbereichen Ortschaften Niesky, Uhyst, Hoyerswerda, Ruhland, Elsterwerda, Liebenwerda. Gleichzeitig mit der Fertigstellung der Bahn bis zum 1. Oktober 1873 wird die Berlin-Anhaltische Bahn die Linie Wittenberg-Falkenberg und die Berlin-Anhaltische und Berlin-Potsdam-Magdeburger Bahn die Linie Zerbst- Magdeburg hergestellt haben, und dürfte bis dahin auch die wichtige Linie Eilenburg-Leipzig beendet sein. 8

1 Die Oberlausitzer Bahn wird dann das Mittelglied einer Linie bilden, welche von Bremen und den westlichen Provinzen über Braunschweig, Helmstedt und Magdeburg nach Kohlfart gehen wird. Hier wird sie in einer dem wichtigsten Punkte des Eisenbahnnetzes münden, weil hier drei grosse Linien, diejenige von Breslau, die schlesische Gebirgsbahn und die Görlitzer Route, mittelst deren das Königreich Sachsen erreicht wird, zusammentreffen. Von den Abkürzungen, welche durch die Ober- lausitzer Bahn erzielt werden, heben wir nur die folgenden hervor: Man wird künftig

von Magdeburg nach Breslau statt 69,2 Meilen nur 55,2 Meilen » Bremen nach Breslau statt 1 89,8 .“ Breslau nach Leipzig statt

Breslau nach Halle statt gebrauchen. 88

8 98 . He.

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Bisher wurden die Massenfrachten, welche sich aus dem kohlenreichen Schlesien und seinen Getreide produzirenden

Hinterländern nach Halle, Magdeburg, Braunschweig, Bremen und dem nordwestlichen Deutschland, und die Güter, welche sich von dort nach Schlesien und seinen Hinterländern bewegten, über Kohlfurt, Görlitz, Dresden oder auf nicht minder grossem Umwege über Berlin befördert. Bei den oben bezeichneten Abkürzungen ist es offenbar, dass der grösste Theil dieser Massen- frachten naturgemäss der grossen Verkehrsstrasse zufallen muss, deren integrirendes Mittelglied die Oberlausitzer Bahn bildet. Ein ganz unparteiüisches Urtheil für den Werth dieser Bahn bietet die Denkschrift, welche die Direktion der Berlin-Anhaltischen

Bahn ihrer diesjährigen ausserordentlichen Generalversammlung über den Bau der Bahn von Wittenberg nach Falkenberg

vorgelegt hat und in welcher es heisst: 11“ 6““ 1 1 8 88 88

„Seit geraumer Zeit schon wird der plan bearbeitet, die sogenannte Oberlausitzer Centralbahn zu bauen, welche Kohlfurt, wo die Niederschle- sisch-Märkische und die Schlesische Gebirgsbahn zusammentreffen, auf dem kürzesten Wege mit Falkenberg verbinden soll. Wird dieser Bau, welchen die Staatsregierung begünstigt, wie nicht zu bezweifeln sein dürfte, ins Werk gerichtet, so gestaltet sich dadurch, wenn unsererseits die Strecke Falkenberg-Wittenberg gebaut wird, eine fast gradlinigte Verbindung von Magdeburg mit Liegnitz und Breslau, die etwa 14 Meilen kürzer, als jede andere ist und ohne Zweifel die Hauptstrasse für den Verkehr Schlesiens und seiner Hinterläinder mit dem nordwestlichen Deutschland abgeben wird.“ 8.

Nicht minder wichtig aber als die Bedeutung, welche die Berlin-Anhaltische Bahn dem neuen Unternehmen bezüglich

der Linie nach Magdeburg zuerkennt, ist ihr Werth in Betreff der ganz ausserordentlich geraden und schneidigen Richtung, in welcher sie den siidostdeutschen Verkehr, via Halle und Leipzig vermitteln und alle Konkurrenzen ausschliessen wird.

Das Anlagekapital wird durch die Emission von 2,400,000 Thaler Stammaktien und 3,600,000 Thaler 5prozentige Priori- täts-Stammaktien aufgebracht. Die Meile wird demnach nur ungefähr 300,000 Thaler erfordern, also um mehr als 45 pCt. unter dem Durchschnitte bleiben, der sich für alle preussischen Bahnen berechnet. Eine Ueberschreitung dieser Anlagekosten

kann nicht stattfinden, weil die Ausführung durch die mit der Baugesellschaft F. Plessner & Co. bereits gesichert ist. .

8 8 mit 5 pCt, und zwar geschieht dies in deren Auftrage durch den Berliner Bankverein. Bei de auz 7.

deponirt; die Auszahlung erfolgt

circa 22,000 Thlr. pro Meile gedeckt. D

Weise W 60,000 Thlr., mithin eine Summe in Ansatz

Kunstbauten erfordert. Die Einnahme von 22,000 Thlr. pr. vorwiegend den Charakter

8 ö““ m-Prioritätsaktien während der mselben sind alle Gelder

1 85 FI nur nach Maassgabe des fortschreitenden Baues. 8 Die Sicherheit der Stamm-Prioritäten ist unzwéifelhaft, denn die Zinsen werden bereits bei eine

. ; il di Itung in rationellster ie Betriebs- ben sind mit 45 pCt. hoch gegriffen, weil die Verwa X“ ng des Erneuerungsfonds sind jährlich

Die Stammaktien sind sämmtlich fest übernommen. Die Gesellschaft verzinst die Stam

7 1 ie Dotiru achbarten Bahnen geschehen wird, und für die 28 E 1 v gebracht, welche sehr ausreichend erscheint, weil die Herstellung der Bahn keine

0 Meile wird aber selbst von mehreren Bahnen überschritten, welche

8 1 18 itzer Bahn haben. . gen und bei Weitem nicht die Bedeutung der Ober-Lausi blosser Lokalbahnen trag Iaih. eller Ueberrne

11“

Wir können deshalb die Stamm-Prioritäten der II Bahn dem

8 8

gute Kapitalanlage empfehlen.

Die Subscription findet gleichzeitig bei

dem Berliner Bankverein

Herren Delbrück, Herrn E. J. Meyer

1 88 8 Breslauer Diskonto-Bank, Friedenthal &

dem A. Schaaffhausen'schen Bankverein Herrn A. L. Mende

dem Frankfurter Bankverein

Herrn H. F. Lehmann .

S EL. Behrens k Söhne

Herrn M. J. Frensdorff

Herren Frege Co. Zuckschwerdt α Beuche

am Dienstag und Mittwoch, den 7

Halle a. S., Hamburg, Hannover, Leipzig, Iö“ 8

8 Subskriptionspreis ist auf 86 pOt., zahlbar in Thaler-Währung, b lanfen, bis zum Tage der Abnahme Ausser dem Preise hat der Subskribent die Stückzinsen, welche vom 1. Ju o1I1nö.*“

8.

1“ 11.“ ““ 8 1 .““

8 S 888 2 1“ 1 I11“ 8

8 1 weder baar, oder in solchen Subskription ist eine Kaution von 10 nalbetrages zu hinterlegen, ent e- EMxrs

v1A“ 1 iptions zulässig erachten wird.

h dem T. 1 zu veranschlagenden Effekten, welche die Subskriptionsstelle als g

nach dem IaAs AI 9 -

vC111414“A*“ I 1 Interimsscheine, welche ehestens in Die Abnahme der von der Oberlausitzer Eisenbahn-Gesellschaf9 ausgestellten Inte 8 ie

jpti ischen dem 20. und 30. Novembe 1 8 ffenden Subskriptionsstelle zwisc 1 fhsht üt zultian tauscht werden sollen, hat bei der betre ktive zurückgestellt. 8 ee sNach vollstündiger Abnahme wird die hinterlegte Kaution verrochnet, respektire; Ar tel auf wel Jeder Subskribent erhält über veine Zeichnung und die SGelesg v““ wärtigen Bedingungen wörtlich vermerkt sind. 8 7 Bei Uebernahme der Stücke ist diese Bescheinigung zur

Berlin, im November 1871.