1871 / 169 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 14 Nov 1871 18:00:01 GMT) scan diff

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semaphorischen Stationen an der deutschen Küste in Erwägung zu ziehen, erklärte der Bundeskommissar Oberst Meydam: In Bezug auf den Antrag, elektrosemaphorische Stationen an

er deutschen Küste zu errichten, wollte ich mir e'nige Worte erlauben. Die deutsche Telegraphenverwaltung hat nicht veraksäumt, ihre Auf⸗ merksamke it der Errichtung von elektrosemaphorischen Tilegraphen an den Küsten zuzuwenden Solche Stationen sind seit dem Jahre 1867 in der Errichtung begriffen, wie der Herr Antragsteller gesigt hat, an der französischen, spanischen und portugiesischen Küste. Das System der Signalistrung läßt jedoch noch viel zu wünschen übrig. Man kann nur chiffrirte Depeschen, die aus 2, 3 oder 4 Zeichen bestehen, von den Schiffen aus an die Stationen übermitteln. Es bedarf zur Dechiffrirung eines kompl'zirten Wörterbuchs des code commercial, welches Herr Larkins im Auftrage des »board of tradew heraus- gegeben hat. Der greoße Vortheil desselben bestebt darin, daß es all⸗ gemein angenommen ist. Ein anterer Nachtheil ist jedoch der, daß mit Flaggen signalisirt wird mit 18 verschiedenen Flaggen, welche 18 Konsonanten entsprechen. Bei ungünstiger Windrichtung ist eine Flagge eine Linte, und es ist das Zeichen der Flagge sehr schwer zu erkennen. Dieser Umstand in Verbindung mit dem kompli⸗ zirten System des Dechiffrirens hat den Erfolg gehabt, daß von den elektrosemapherischen Stationen ein unerwartet ge⸗

stattfinden könne. Es begab sich daher eine Deputation, bestehend aus Mitgliedern des Vorstandes und des Vereins, 40 an der Zahl, nach Potsdam, dort vom Bahnhofe nach dem Parke von Babelsberg, am Flatow⸗Thurme vorüber, auf die Lenné⸗Höhe, wo der Hofbaumeister Persius die Deputation empfing. Theils auf dem Bahnhofe, theils auf der Lenné⸗Höͤhe, hatte sich auch eine Deputation des »Vereins für die Geschichte Potsdams« der Berliner angeschlossen, und eine große Zahl von Theilnehmenden, über 300 Personen, um⸗ stand den bereits bis zum oberen Stockwerk fertig dastehenden Bau. Unter den Anwesenden befanden sich auch der Königliche Ober⸗Hof⸗ Bau⸗Rath Strack, der Gottgetreu und der Geheime Hofrath und Hofstaatssekretär Bußler, welche in amtlichen Beziehun⸗ gen zu den Bauten am Schloß und im Park Babelsberg stehen. Nachdem der Hofbaumeister Persius Alles geordnet, trat die Deputa⸗ tion det Berliner Vereins in das Innere des Baues, und der zeitige Vorsitzende desselben, Geheime Hosrath Schneider, richtete eine, den Vorgang e klärende Ansprache an die Versammelten, in welcher auf die Bebdeutung dieses Aktes landesherrlicher Gnade für die Hauptstadt hingewiesen, geschichtliche Daten zusammengestellt und dann die Urkunde verlesen wurde, welche nun in eine blecherne Büchse eingeloͤthet, in die Vertiefung des Grundsteins gelegt und so⸗ tann vermauert wurde. Im Augenblicke der Einlenkung

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entbloͤßten alle Anwesenden das Haupt. Als die Anwesen⸗ heit der Männer bekannt wurde, denen Berlin und Potsdam wäh⸗ rend der Regierung Sr. Majestät des Kaisers und Königs so viele schöne Vaumerke verdanken, wurden die genannten höheren Baubeamten gebeten, die Reihe der üblichen Schläge mit dem Ham⸗ mer zu beginnen, denen dann die Mitglieder der Berliner Deputation solgten. Ein stürmisches Lebehoch auf des Kaisers und Königs Maje⸗ stät, als Landes⸗ und Bauberrn, folgte dem letzten Schlage, und em⸗ pfahl nun der Vorsitzende des Berliner den Mitgliedern des Potsdamer Vereins den sorglichen und pietätvollen Schutz des nun bald ganz vollständig wieder erstandenen, so denkwürdigen Bau⸗ werkes. Nach der Rüfkehr von Babelsberg vereinigte in den oberen Sälen des Bahnhofsgebäudes ein bereitgehaltenes Festessen die Mit⸗ glieder beider Deputationen, nach welchem der Kreisgerichts⸗Rath a. D. Grieben und der Geheime Hofrath Schneider Vorträge über die Be⸗ deutung der Rechtssnruchstätten im Mittelalter für die Entwickelung einen freien und unabhängigen Sinnes der Städte hielten. Im nächten Sommer werden die Besucher des Parks von Babelsberg sich überzeugen koͤnnen, welch ein für die Geschichte Berlins kostbares architektonisches DHenkmal die Gnade Sr. Majestät des Kaisers und Königs vor der VWernichtung bewahrt hat.

In der jüngsten Sitzung des Kollegiums der Gemeinde⸗Beroll⸗ mächtigten der Stadt Bayreuth kam ein Brief von Richard Wagner zur Verlesung. In demselben fragt Richard Wagner an, wWic sich wonyn bie Stadt Bayceuth betrefss Ueberlassung eines passen⸗ den Bauplatzes für das von ihm zu errichtende Theater verhalten würde und giebt dabet an, daß das Gebäude eine Becite und Tiefe von je 200 Fuß einnehmen würde. Ferner erkundigt sich Wagner, wie es milt den Quartierverhältnissen in Bayreuth aussieht, es würden ungefähr 200 Künstler auf circa 4 Monate und außerdem wäͤhrend der Festspiele abwechselnd an 2000 Fremde unterzubringen sein. Weiter macht Wagner die Mittheilung, daß die Vorstellungen nur von Eingeladenen und von den Patronen, gegen Entrée aber von Niemandem besucht werden können, daß aber eine bestimmte Anzahl von Plätzen auch für Ein⸗ wohner Baäyreuths zur unentgeltlichen Benutzung reservirt werden würden. Das Kollegsum der Gemeindebevollmächtigten beschloß in Anbetracht der großen Vortheile, welche der Stadt Bayreuth aus den Wagner'schen Festspielen erwachsen werden, dem Komponisten Betreffs des Bauplatzes in jeder Beziehung an die Hand zu gehen;, sollte die Stadt aber einen passenden Platz zur freien Ueberlassung nicht haben, dann bei der Erwerbung eines andern hülfreichste Unterstützung zu leisten. Richard Wagner, welcher Ende dieses Monats nach Bay⸗ reuth kommt, wird von einer Deputation der Gemeindekollegien be⸗ grüßt werden; die bevorstehende Ankunft Wagners steht mit der Bau⸗ e eeh in Verbindung und soll dann mit dem Baue selbst m nächsten Frühjahr begonnen werden.

Gewerbe und Handel. Cöln, 13. November. (Köln. Z.) Auf einer gestern hier statt⸗ gehabten Arbeiterversammlung wurde mitgetheilt, daß weitaus der größte Theil der Arbeiter, welche kürzlich ihre Thätigkeit in der Rhei⸗ nischen Central⸗Maschinenwerkstätte der Rheinischen Eisenbahngesell⸗ schaft eingestellt hatten, dieselbe unter den früheren Bedingungen wie⸗ der aufgenammen haben.

Rheda, 10. November. In den Cigarrenfabriken von Ernst Höpker, Karl Wistinghausen und Dörrien u. Grimm haben gestern nach einer Mittheilung der »Rh. Ztg.« sämmtliche Arbeiter die Ar⸗ beit eingestellt, weil die Fabrikanten ihnen die geforderte Lohnerhöhung nicht bewilligen wollten. Die Fabrikherren haben in Folge dessen ihre Fabriken geschlossen. Chemnitz, 13. November. Dem »Chemnitzer Tagebl.« zufolge ist der Strike der Maschinenarbeiter als beendet anzusehen, da heute vier Fünftel derseiben bedingungslos die Arbeit wiederaufge⸗ nommen haben. Die Bedingungen, welche von den Fabrikherren vor Ausbruch des Strike den Arbeitern gewährt worden waren, treten nunmehr allgemein in Kraft.

In Valencia haben die Bäcker die Arbeit eingestellt. M litärbäcker sorgen inzwischen für den Brodbedarf der Stadt. Drei⸗ hundert der Strikenden wollten die Bäͤcker der umliegenden Ortschaf⸗ ten verhindern, Brod nach Valencia zu bringen, wurden aber durch Kavallerie daran verhindert, 1“

ringer Gebrauch gemacht ist; beispielsweise ist bei Havre nach acht Monaten, während welchen schon die elektrosemaphorische Station an der Küste bestanden hat, erst die erste Depesche aufgegeben worden.

In Folge dessen hat die englische Regierung sich genöthigt ge⸗ sehen, etwas Anderes zu versuchen, nämlich Schiffe außerhalb der Häfen zu stationiren, welche durch Kabel in einer Verbindung mit dem inländischen Telegraphennetz stchen, und den Scefahrern zu ge⸗ statten, daß sie in Worten geschriebene Depeschen an Vord dieser Schiffe abgeben und sie von dort aus telegraphiren lassen. Nichts⸗ destoweniger sind aber bereits jetzt Verhandlungen eröffnet, um zunächst an einigen Orten, z. B. in Caxhafen, einen elektrosemaphorischen Dienst einzurichten. Eine Telegraphenstation besteht in Cuxhafen; dieselbe wird voraussichtlich in nächster Zeit in Verbindung gebracht werden mit einem semaphorischen Dienst, allerdings auf Grundlaze des Systems der Dechiffrirung und des code commercial, den die Zu⸗ kunft vielleicht verbessern wird.

Da die Sache nun im Gange ist und die Zweckmäßigkeit elektro⸗ semaphorischer Stationen nach demselben Bedülfniß beurtheilt werden muß, welches zur Errichtung anderer Stationen vorliegt, so kann nur Schritt vor Schritt die Sache verfolgt werden, und ich möchte deshalb

. enbelmstellen, den Antrag fallen zu lassen, da die Sache jedenfalls

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Das »Amtsblatt der deutschen Reichs⸗Telegraphen⸗ Verwaltung«⸗ Ne. 21 enthält: Verfügung vom 10. November 1871: Einlosung der Darlehnskassen⸗Scheine zu 25 Thalern, 10 Thalern und 5 Thalern.

Die Nr. 45 des »Preußischen Handels⸗-⸗Archivs« hat olgenden Inhalt: Gesetzgebung: Oesterceich: Konsularkonvention vom 11. Juli 1870 zwischen der österreichisch⸗ungarichen Monarchie und den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Verordnung der Ministerien der Finanzen und des Handels, die zollamtliche Behand⸗ lung der kupfernen Patronenhülsen betreffend. Belgien: Attribut des Zollamtes Momignies. Statistik: Zollverein: Uebersicht der im ersten und zweiten Quartale 1871 zum Eingange verzollten oder zoll⸗ frei abgefertigten Gegenstände, verglichen mit dergleichen Abfertigungen müeersten und zweiten Quartale 1870. Großbritannien: Handels⸗ verkehr von Penang im Jahre 1870. Belgien: Handelsbericht des Konsulats zu Lüttich für das Jahr 1870. Italien: Der Handel Italiens mit dem Auslande im Jahre 1869 und 1870 (Schluß). Niederlande: Jahresbericht des Konsulats zu Macassar für 1870. Mittheilu ngen: Berlin. Verlin. Emden. Altonͤa.

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Kunst und Wissenschat. für die Geschichte Berlinss« hatte wi mitgetheilt, eine Dankadresse an Se. Majestät den Kaiser und König gerichtet, in welcher der Vorstand und die Mitglieder desselben ihren unterthänigsten Dank aussprachen, daß auf Allerhöchsten Befehl die aus Berlin von dem Platze vor dem Neuen Rathhause entfernte Gerichts⸗ laube, das einzige Bauwerk aus dem XIII. Jahrhundert, welches

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ich in der Hauptstadt bis auf die Jetztzeit erhalten hatte, im ark von Babelsberg, und zwar auf der Len 6⸗Höhe, von weit her sichtbar und das gen e Havelihal überschauend, wieder aufgerichtet, und dadurch dieses merkwürdige Bauwerk der Nachwelt erhalten werden solle. Zugleich sprach der Verein die Bitte aus, daß Seine Majestät gestatten möchten, diese Dankadresse in den Grund⸗ stein des wieder aufzurichtenden Baues mit einlegen zu dürfen. Als die Allerhöchste Genehmigung in gnaädigster Anerkennung der Bestrebungen des Vereins für die Gescdichte der Vaterstadt und somit eingreifend in die Geschichte des Vaterlandes, erfolgt war, setzte sich der Vorstand des Vereins in Beziehung zu dem, mit dem Wiederaufbau der Gerichtslaͤube beauftragten Köͤnig⸗ lichen Hof Baumeister Persius, und wurde von diesem benachrichtigt, daß nach Anoerdnung des Ober⸗Haus⸗ und Hof⸗Marschalls Grafen Pückler, die Grundsteinlegung am 12. November Mittags, erfolgen weerde, die Einlezung der Dank⸗Adresse in das Fundament der mitt⸗ leren Bronzesäule des gewölbten Erdgeschosses also um diese Ze

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