1871 / 189 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 07 Dec 1871 18:00:01 GMT) scan diff

wärtigen Amt, hat sich nach Genf begeben, um dort den Funktionen eines Sekretärs des behufs Ausgleichung der Alabamaforderungen niedergesetzten internationalen Schiedsge⸗

richts obzuliegen.

Frankreich. Paris, 5. Dezember. Ein Präsidialdekret annullirt unentgeltlichen und obligatorischen Schulunterricht betreffende Beschlüsse der Arrondissementsräthe von Carcassonne und Narbonne.

Die Rangstufen⸗Revisionskommission hat, wie die »France« mittheilt, ihre Arbeit fast vollständig beendigt. Ihre letzten Beschlüsse betreffen die während des Krieges zum Range eines Obersten ernannten Offiziere und die Schüler von St. Cyr. Von 47 Jnfanterie⸗Obersten sind 34 in ihrem Range gelassen worden, 11 zum Range eines Oberst⸗Lieutenants, 1 zum Range eines Bataillonschefs und 1 zum Range eines Hauptmanns zurückgeführt worden. Von den Oberst⸗Lieutenants, mit welchen sich die Kommission beschäftigte, sind 22 zum Range eines Bataillonschefs und drei zum Range eines Haupt⸗ manns herabgesetzt worden. Was die Schüler von St. Cyr

betrifft, so beschloß die Kommission, ihnen jeden während des

Krieges ertheilten Rang zu entziehen.

Die in der letzten Woche aus Algerien eingegange⸗ nen Nachrichten stellt das amtliche Blatt wie folgt zusammen: Provinz Oran. Obgleich der verwegene Einfall des Si⸗Raddur⸗ ben⸗Hamza eines tiefen Eindrucks auf unsere Sahara⸗Bevoͤlke⸗ rungen nicht verfehlte, blieb das Verhalten derselben gleichwohl ein loyales, und sie gehorchten ohne Schwierigkeit allen Requi⸗ sitionsbefehlen. Nach den letzten Nachrichten hat Ben⸗Hamza sich nach dem Süden des Chott zurückgezogen; in Folge dessen konnten sich unsere Kolonnen dem Tell wieder nähern und leichter verpflegen: sie stehen jetzt in Tafarona, im Ued⸗Moni⸗ lah und in El⸗Aricha. Der Rest der Provinz ist ruhig, und im Tell werden die Feldarbeiten mit allem Eifer be⸗ trieben. Provinz Algier. Die Lage ist hier befriedi⸗ gend, auch im Süden, wo einige den Insurgenten von Constantine benachbarte Stämme nur vorübergehend Schwierigkeiten machten. Provinz Constantine. Auch hier ist die Ordnung nahezu vollkommen wieder hergestellt. In der Subdivision Constantine genügte das Erscheinen der Kolonne Flogny in den Nemenchas, daß der angebliche Sherif von Nefta sich nach dem Süden und von da nach dem Tunesischen zurückzog. In den Unterdivisionen Setif und Batna kehrt gleichfalls die Ruhe wieder; nur im äußersten Süden wird noch gekämpft. Nach den letzten Nachrichten wäre der Sherif Bu Chucha von Uargla von den Mkhadma, einem Stamme, der mit ihm gezogen war und ihn nun als Pfand seiner Unterwerfung ausliefern will, verhaftet worden; doch bedarf diese Nachricht noch der Bestätigung.

Spanien. Das »⸗Gibraltar Chronicle« vom 22. Novem⸗ ber meldet, daß, nachdem die Truppen des Sultans von Ma⸗ rokko unter dem Kommando seines Sohnes vor Melilla er⸗ schienen sind, viele der Belagerer sich ergeben haben und der Eifer der Uebrigen sich beträchtlich abgekühlt hat.

Italien. Rom, 6. Dezember. (W. T. B.) Der König

hat heute die Kommission des Parlamentes, welche die Adresse auf die Thronrede überreichte, empfangen. In der Deputirtenkammer wurden nach kurzer Debatte die definitiven Voranschläge des Budgets pro 1871 für die Ministerien der Finanzen, der auswärtigen Angelegen⸗ heiten, des öffentlichen Unterrichts, der Justiz und des Innern angenommen. 2

Amerika. New⸗York, 4. Dezember (per Kabeh). Der Großfürst Alepis besuchte heute Philadelphia und wurde enthusiastisch empfangen. In Montreal werden großartige Vor⸗ kehrungen für den Empfang des Großfürsten getroffen, der daselbst am 11., in Ottawa am 13., und in Toronto am 16. ds. erwartet wird.

Afrika. Die neueste Post vom Vorgebirge der guten Hoffnung bringt aus der Capstadt unterm 5. November die Nachricht, daß die Annexion der Diamantenregionen mit der Capkolonie stattgefunden hat und in der ganzen Kolonie im Allgemeinen Billigung erfährt. Die Felder sind in drei Ma⸗ gistratsbezirke getheilt worden. Die Diamantenfunde dauern fort; viele der Diamanten sind von ansehnlicher Größe. Einer, der unlängst auf den südafrikanischen Diamantenfeldern ge⸗ funden wurde, wiegt dem Vernehmen nach 154 Karat und ist von ausgezeichneter Form.

Der in Liverpool gelandete Postdampfer »Lagos« bringt die Nachricht, daß in Monrovia (Republik Liberia) die Angelegenheiten zu einer Krisis gediehen sind. Präsident Roye, General Lewis und mehrere Beamte sind eingekerkert und sehen ihrem Prozesse wegen Hochverraths entgegen. Es 8ee Versuch gemacht, Roye vor seiner Verhaftung zu

8

Das Amtsblatt der Deutschen Reichs⸗Postver⸗ waltung Nr. 60 hat folgenden Inhalt: General⸗Verfüͤgungen: vom 2. Dezember 1871. Bestellgeldsätze für die Abtragung der im Abonne⸗ mentswege bezogenen Zeitungen ꝛc. Vom 3. Dezember 1871. Auf⸗ hebung des Landbriefbestellgeldes. Vom 30. November 1871. Cor⸗ respondenzverkehr mit Britisch⸗Columbia (Vancouvers⸗Insel).

Vereinsthätigkeit.

8 8 li 8 8 8 eEr elms⸗ ung für deutsche Invaliden eingegangenen Gab bescheft sich die Gesammtsumme derselben auf 134,514 Thlr. 4 Sar.

Kunst und Wissenschaft. 8

1““

Die räumung der bei Gelegenheit des Eisenbahnbaues entdeckten Höhle im Schelmengraben bei Regensburg die Professoren Fraas und Zittel beauftragt. Ueber die Resultate dieser Arbeit wird dem »Schwäb. Merkur« folgender Bericht erstattet: »Die Höhle war ur⸗ sprünglich, d. h. noch vor zwei Jahren, 28 Meter lang, ein alter Spalt im dortigen Juradolomit, den bei Bildung der Erdoberfläche Wasserläufe zur Höhle erweitert hatten. Von der halben Höhe des Berges, halb versteckt im Walde, schaute die geräumige Mündung der Höhle ins liebliche Naabthal hinab. Die Höhle streicht von Nord nach Süd mit 152 westlicher Abweichung. Die neue Bahn schneidet nun eben dort tief in den Berg hinein und schnitt von der Höhle im Laufe dieses Jahres über die Hälfte schon ab, die leider verloren im Eisenbahndamme liegt. Es konnte daher nur noch der hinter⸗ liegende Rest zur Abgrabung kommen, der 11 Meter lang, 2 Meter breit und im Mittel 3 Meter tief war. Holzasche und Kohlen⸗ stücke nebst zahllosen Töpferscherben häuften sich meterhoch, da⸗ zwischen scharfe Splitter von Feuersteinen und die schwere Menge zerklopfter und gespaltener Knochen, zertrümmerter Schädel⸗ und Kieferstücke theilweise sehr fremdartiger Thier⸗ geschlechter. In dem untersten Lager war nun allerdings von Menschen keine Spur zu treffen, der Schutt bestand hier nur aus dem Moder thierischer Knochen, von Höglenbär, Hyäne und Löwe. Diese höhlenbewohnenden Thiere erscheinen als die ersten und ältesten Be⸗ sitzer der Höhle. Aber bald macht ihnen der Mensch den Platz streitig und vermengt mit den Resten der genannten Thiere die Abfälle seiner Küche und seines täglichen Lebens. Von nun an bis zur oberen neueren Lage füllt sich die Spalte mit jenen Gegenständen, die Men⸗ schen durch die Hand gegangen waren. Am zahlreichsten fanden sich die Feuersteinsplitter, deren es wohl mehrere Tausend sein mögen. Doch scheinen diese, obwohl oft sehr spitzen und scharfen Stuͤcke, selber nicht als Werkzeuge gedient zu haben. Sie sehen vielmehr nur wie Abfälle aus, die bei dem Zabereiten der wirklichen Messer, Sägen, Lanzen⸗ und Pfeilspitzen zu Boden fielen. Nur wenige der größeren, 3 Zoll langen Stücke kann man wilklich als fertige Werkzeuge an⸗ sehen. Das schönste unter den gefundenen ist im Besitze des Herrn Ingenieurs Micheler und ward früher schon im Laufe des Sommers ausgegraben. Es ist ein 3 Zoll langes, ½ Zoll breites und am Rande zart gezähneltes Instrument, unter dem man wohl eine Beinsäge ver⸗ muthen darf, womit etwa die Enden der Hirschgeweihe abgesägt wur⸗ den, die vielfach sich fanden. Das Alter, da die Menschen zuerst in die Höhle kamen, bestimmt sich vielmehr aus den Knochen⸗ und Skeletresten der Thiere, auf welche der Mensch jagte und deren Fleisch er in der Höhle briet und verzehrte. Unter diesen Thieren h rrscht der Höhlenbär bei Weitem vor. Dem Laien freilich dürfte es wohl schwer fallen, in den gebräunten Knochensplittern, den vereinzelten Zähnen oder angebrannten Wirbeln und Rippen die ursprünglichen Träger dieser Zähne und Knochen zu erkennen. Ohne den Besuch unserer Museen wird es ihm wohl kaum gelingen, sich davon zu über⸗ zeugen, daß dieses eingeschlagene Scheitelbein oder diese Zehen und Klauen wirklich dem Höhlenbär angehören, der mit einer Körperlänge von 10 Fuß so beiläufig die Höhe eines Ochsen vereinigte. Dieser pracht⸗ volle Bär war augenscheinlich der Mittelpunkt der Jagd, das geschätzteste Wild. Wie sorgsam ferner nach der Häutung das Wild für die Küche ausgenutzt wurde, dafür zeugen die zerfetzten Knochen und Schädel, an denen, mit etwaiger Ausnahme der Zehen und Fußwurzelknochen, lediglich nicht ganz gelassen worden ist. Auch in Schwaben war zur Höhlenzeit der Bär das vorwiegende Wild, das dem Menschen erlag, wie denn guch sonst noch der Schelmengraben viele Uebereinstimmung mit dem Hohenfels bei Blaubeuren zeigt. Gleichfalls liegen nämlich auch dort neben den Bärenknochen die Reste von Elephant und Nas⸗ horn in der Asche, allerdings nicht viele, aber immerhin je von ein oder zwei Individuen. Ein zerfetzter Stoßzahn eines Mammuths, verschiedene Schmelzlamellen von seinen Backenzähnen, zerklopfte Backen⸗ zähne von Nashorn, Zehen und Fußwurzelknochen und viele Knochen⸗ fetzen von beiden Riesenthieren lassen keinen Zweifel mehr, daß der Mensch wirklich diese sogen. Thiere der Vorwelt noch am Leben traf, als sein Fuß zuerst den Urwald Germaniens betrat. Im Vorhandensein von Pferde⸗ Ochsen., Katzen⸗ und Wolfs knochen stimmen die schwäbischen Höhlen auch noch mit dem Schelmengraben überein. Um so überraschender ist dagegen das Fehlen eines Rennthieres an der Naab und dessen Vertretung durch den Edelhirsch. Diese beiden Hirscharten vertragen sich, wie es scheint, nicht mit einander am gleichen Orte. Als im Jahre 1862 der ver⸗ ewigte König Wilhelm von Württemberg einen Versuch machte, Rennthiere im Park bei der Solitude zu akklimatisiren, durchbrachen Edelhirsche die starke Umzäunung um den Rennthierpark und stießen die Thiere zu Tode; es liegt somit die Unverträglichkeit beider Arten sehr nahe, und es ist nicht auffallend, in einer Gegend nur Renn⸗ hirsche, in einer anderen nur Edelhirsche zu spüren. Auch auf den

zeigen aber,

an

Verwaltung der bayerischen Ostbahn hat mit der Aus⸗

wendige

block, ouf einer

Ungarn,

Eisenbahnen in Belgien, Herrn Champan, und Allen Chambre in Großbritannien,

anden ble Höhlenbewohner sich wacker, wofür zahlreiche süschsans Sf starken SLehe die Gaumenzähne von Karpfen, ja, ne noch wohl erhaltene Schuppen Zeugniß ablegen. Dievielen kleineren von Mäusen und Fröschen scheinen nicht sowohl von den . lunschen herzuruͤhren, als vielmehr von den Auswurfsballen der Men uraltes Anrecht an die Höhle von den Menschen

7 4 T G nüen dir chiegen. Eine ganz besondere Aufmerkfamkeit verdienen . Schlusse die Geschirrscherben primitivster Form, die, was die Menge

S anbelangt, mit den Feuersteinscherben wetteifern. Sie ng auch sich fanden, ausnahmslos aus der Hand gefertigt, 8* trotz aller Rohheit, eine oft überraschende, einfache Schön⸗ beit der Form, welche den Formsinn fast als ein Angebinde der Natur he die Menschheit erscheinen läßt. Es gelingt vielleicht noch, aus der oßen Zahl von Scherben das eine oder andere Geschirr wieder her⸗ astellen, die in der Größe bedeutende Unterschiede zeigen werden. Nach zu Rundung der Scherben zu urtheilen, vartirt der äußere Durch⸗ 88 und 30 Centimeter. Das Material ist Lehm,

ischen 10 messer zwisch eigentlich gebrannt erscheint keiner.

Sand gemengt, gchem rohen Geschirren nicht an Ornamentik in Ge⸗

Auch fehlt es den 8 alt von Läufen und Schnüren oder von regelmäßig an einander st Punkten, die etwa mit einem Fuchszahn eingedrückt sind düein Zickzacklinien über den Bauch des Gefäßes laufen. Die in⸗ Glättung der Geschirre geschah, wie es scheint, mit der Fluß⸗ muschel, Unio, aus der vorüberfließenden Naab, von welchen mehrere sehr ausgeriebene Epemplare sich fanden. Einen graniten n Stein⸗ Seite flach gerieben und durch längeren Gebrauch kann man kaum anders denn als Mühlstein deuten. laibähnlichen Steines

escheuert Seite des 2 Fuß haltenden,

8 zioei Löcher eingebohrt von 12 Linien Tiefe und 5 Linien Durch⸗

War wohl ein Handgriff hier eingefügt, um den Stein als aber leichter zu drehen? Ist der Stein wirklich ein Mühlstein, so war auch schen Ackerbau in der Nähe, worauf auch einige Spinn⸗ wirtel aus Thon hinweisen. Dazu würde nun freilich das hohe Alter, das man gern der Feuersteinzeit vindizirt, nicht mehr recht passen. Eine richtige Ansicht üͤber die Ureinwohner Deutschlands aber

verden wir ecst gewinnen, wenn noch viel, viel mehr Material von

isachen gesammelt sein wird, zu dem der Schelmengraben immer⸗ be höͤchst wichtigen Beitrag liefert.⸗ Verkehrs⸗Anstalten. Der Lloyddampfer »Vesta« ist heute um

Tri 7. Dezember. Triest, b Ueberlandpost aus

8 Uhr Vormittags mit der ostindisch⸗chinesischen

lexandrien hier eingetroffen. - 2. Dezember. Gestern wurde, wie bereits mitgetheilt, der

internationale Telegraphenkongreß durch den Minister des eewättigen mittels einer französtschen Anrede um 1 Uhr eröffnet.

Dem Kongresse wurde der Saal der Conservatori auf dem Kapitole zu seinen Sitzungen eingeräumt; er besteht aus folgenden Mitgliedern:

Herrn Brunner v. Wattenwyl und Herrn L Arg für Oesterreich⸗ Oberst Meidam, General⸗Direktor des Telegraphenwesens in Deutschland, Herrn Gumbert, Direktor der Telegrophen in Bayern, Herrn v. Klein, Direktor der Telegraphen in Wäürttemberg, Heren v. Lüders, Direktor der Telegraphen in Rußland, Herrn M. W Sta⸗ ring, Direkt. der Telegraphen in den Niederlanden, Hrn. Nielsen, Direktor der Telegraphen in Norwegen, Herrn Ailhaud, Inspektor der Telegraphen in Frankreich, Herrn Hipp. Arango, Inspekror der Telegraphen in Spanien, Marquis v Montemar, Gesondter von Spanien, Herrn

Lewy, Delegirter von Dänemark, Herrn Vincent, Direktor der Tele⸗

raphen in Belgien, Herrn Fassiaux, General⸗Direktor der Post und bihe g s 5 Oberst⸗Lieutenant Robinson Herrn M. G. Salachas, Legations⸗Sekretär in Griechenland, Herrn M. V. E. De Rego, Dele⸗ girter der Telegraphen⸗Direktion in Portugal, General Fürst Ghika, Delegirter der Telegraphen in Rumänien, Z. Radoykovitsch, Dele⸗ girter der Telegraphen in Serbien, Herrn B ändstrém, Direktor der Telegraphen in Schweden, Janko Effendi, Jzelt Effendi und Charles Lendi für die Türkei, ein Repräsentant für Persien, ein Repräsentant für Luxemburg, M. Sbioda, Legations⸗Sekretär für Japan, Im Wesentlichen sprach Visconti⸗Venosta Folgendes in seiner Eröͤffnungsrede: »Indem ich von einem Vorrechte Gebrauch mache, komme ich, Ihnen die Genugthuung der Regierung unsercs Königs

für Ihre dem Frieden und eminenter Nütßtlichkeit zugewendeten Ver⸗

sammlungen in dieser Hauptstadt auszudrücken. Die großen Erfin⸗ dungen unserer Zeit durch diplomatische Vermittlung weiterer Ent⸗ wickelung zuzuführen, muß als ein großer Fortschritt unseres Jahr⸗ hunderts betrachtet werden. Unlängst noch war die Politik die einzige Beschäftigung der Kabinette, heute ist ihre Wirksamkeit auf die Eröff⸗ nung von Verbindungsmitteln für Handel und Industrie gelenkt. Die Contrcbande der Ideen wurde stets für die gefährlichste gehalten, nun giebt es keine Grenzen mehr für den Gedanken. Das Telegra⸗ phennetz, welches den Erdball umspannt, könnte man in seinen tau⸗ sendfältigen Verzweigungen dem Nervensystem der Erde vergleichen.

Kann von dem Telegraphen zuweilen Mißbrauch gemacht wer⸗ den, so ist dennoch diese allgemeine Ubiquität eine Stütze, eine Gaͤ⸗ rantie des Friedens und ein Ausgleich von vielen Mißverständnissen.

Meine Herren, seien Sie willkommen in Italien!«

Herr d'Anneo wird die Diskussionen des Kongresses leiten.

Königliche Schauspiele.

Frreitag, 8. Dezember. Im Opernhause. (239. Vorst.)

Der Feensee. Große Oper in 5 Abtheilungen von Scribe.

Musik von Auber. Ballet von Hoguet. Zeila: Frl. Berger.

Margarethe: Frl. Horina. Graf Rudolph: Hr. Salomon. Albert: Hr. Formes. Anfang halb 7 Uhr. M.⸗Pr.

Im Schauspielhause. Mit aufgehobenem Abonnement.

3789

6. und letzte Vorst. der Frau Ristori u

in italienischer Sprache. 2 di Schiller, tradotta in versi Italiani da Andrea Maffei.

Anfang halb

und Logen 1

20 Sgr.

7 Uhr.

Thlr.

nd ihrer Gesellschaf

Maria Stuarda. Tragedia in 5 Att.

Preise der Plätze: Parquet, Parquetloge und Tribün 1 Thlr. 10 Sgr. Erster Rang⸗Balkon und Logen 1 Thlr 20 Sgr. Fremdenloge 2 Thlr. 10 Sgr. Zweiter Rang⸗Balkon

Parterre 15 Sgr. Parterreloge 25 Sgr.

gesetzt vom Direktor Hein.

und Fauteuil⸗Logen 1 Thlr. Parterre⸗Logen 15 Sgr. Der Vorverkauf zu den Saal⸗Theater⸗Vorstellungen findet für auf Meldungen reservirte und von 10½ bis 1 Uhr für die übrigen Billets an der Abend⸗ kasse des Königl. Schauspielhauses statt.

Sonnabend, 9. Dezember. nhe stellung. Dritte Sinfonie⸗Soirée der Königlichen Kapelle.

Im Schauspielhause. (241. Abonn.⸗Vorst.) Die Braut von Messina, oder: Die feindlichen Brüder. Trauerspiel in 4 Abth. von Schiller.

Vormittags von 9 10 Uhr

Dritter Rang⸗Sperrsitz 20 Sgr. und Amphitheater 10 Sgr. Den Abonnenten und den Inhabern permanent reservirter Plätze werden die Billets bis 11 Uhr reservirt. Im Saal⸗Theater. Neu einstudirt: Doktor Robin. Lust spiel in 1 Akt nach dem Französischen von Friedrich. In Scene Ein anonymer Kuß. Lust⸗ spiel in 1 Akt von Second und Blerzy, deutsch von Winter um Schluß: Der Kammerdiener. eitershofen. Anf. halb 7 Uhr. Preise der Plätze: Fremdenloge 1 Thlr. 10 Sgr. Fauteuil Parquet und Parquet⸗Logen

Anf. halb

Vorher:

Dritter Rang

Posse in

Proscenium

3 Akten von

Gallerie 7 ¾ Sgr.

Im Opernhause.

7 Uhr. M.⸗P

Keine Vor⸗

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Telegraphische Witterungsberichtc v. 6. e

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1. 334,8 Königsbrg. Danzig.. Cöslin Stettin.. SPutbus. Berlin..

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Torgan. Münster. Cöln 24 0 8 9b

Flensburg. Wiesbaden Kieler Haf. Wilhelmsh. Bremen. Weserleuchth. .338,2 Petersburg. 334 0

Gröningen 338,6 . 337, 8

334,4 335,1 336,8 336,8

336 2 333.5 326,0 320,5 334,0 336,6 336,6 329,4 337,6 332,9 336 8 337,9 337,6 337,5

336,1 340,2

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¹) Gestern Schnee. Sehnee...

8 3 Aus Laibach, vom 3. Dezember, n. krain finden seit gestern Ab

Constantin.†.34 4 12,0 (S., stark.

7. Dezember.

2,5 5,0 - 4,7 2,8 2,2 0, 6 —0 9 335 ° 0,0 + 0,1 1,5 6,s 6,1 8 5,3

3,8 2,6 2,7 3,2 8 8 5,4 4,0 10,3

6,8 12,0 13,9

8

Erderschütterungen statt, welche gen von Gebäuden zur Folge haben.

S., mässig.

S., s. schw.

2 NO., schwach.

N., stark.

W., schwach. NW., mässig. NW., schwach. NW., schwach. N., mässig. NW., mässig. NW., stark. NW., schwach. NO., schwaecb.

2r WSW., mässig. WSW., schw.

EmE ehtun

NNO., schw. W., schwach. WSW., schw. S0.

NO., lebhaft. NO., mässig. ONO., mässig. SO., still. S880., schw.

bed., Regen.

bedeckt. bedeckt. bedeckt. bedeckt. bedeckt. bewölkt. bedeckt. trübe. trübe. bedeckt, bedeckt. ¹) heiter. zieml. heiter. ³) heiter.

bedeckt. ³) heiter.

heiter.

Nebel.

heiter.

sehr bewölkt. ⁴) bedeckt, Schnee heiter.

heiter.

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S0., jebhaft.

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²) Min, 13,6. ³) Gestern fast gatzen Tag

zird telegraphirt: ends 10 Uhr fortdauernd nicht unbedeutende Beschädigu

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Produkten- und Waaren-BörseM. Berlizs, 7. Dezember. Marktpr. (nach Ermitt. d. K. Poliz.-Präs.

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Bohnen Mtz. Kartoffeln Rindfl. Pfd. Schweine- fleisch

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