bracht wird. Unter den Sorgen für die Hebung der Kriegsmacht durch Anspannung der geistigen und materiellen Kräfte wird sich meine Regierung die Ausbildung der Landwehr insbesondere an⸗ gelegen sein lassen, um dieselbe auf jene Stufe der Entwickelung zu bringen, auf welcher sie dem stehenden Heere die wirksamste Unter⸗ stützung zu gewähren vermag. Meine Regierung wird Ihnen sofort den Staatsvoranschlag für das an der Schwelle stehende Verwaltungs⸗ jahr 1872 vorlegen und sorgfältig darauf bedacht sein, den nächssen Staatsvoranschlag rechtzeitig einzubringen, damit Sie in die Lage kommen, denselben eingehend zu prüfen und damit in den Gang des geschäftlichen Lebens die zerforderliche Regelmäßigkeit gebracht werde. Mannichfache Gesetzentwürfe werden Ihnen vorgelegt werden, welche die Pflege der volkswirthschaftlichen und Verkehrsinteressen, den Auf⸗ schwung des Handels, sowie den Schutz und die Foͤrderung der Arbeit betreffen. Einen Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit meiner Re⸗ gierung bildet die pekuniäre Lage der Beamten. Meine Regierung st mit der Ausarbeitung von Vorlagen beschäftigt, welche eine Er⸗ höhung der Bezüge dieses für das Staatsleben so wichtigen Standes bezwecken. Ebenso wird meine Regierung auf die Verbesserung der pekuntären Stellung der niederen Geistlichkeit bedacht sein, insoweit diese Aufgabe in den Wirkungskreis des Staates fällt. Groß und umfassend sind die Aufgaben, welche Sie, geehrte Herren von beiden Häusern des Reichsraths, Hand in Hand mit meiner Regierung zu lösen berufen sind. Gehen Sie frischen Muthes und patriotischen Sinnes an’'s Werk. Wie der Einzelne durch den Ernst der Arbeit sich den inneren Frieden erringt, so liegt in der Gemeinsamkeit der staatlichen Arbeit das sicherste Mittel zur Ausgleichung aller Gegen⸗ sätze und zur Versoöͤhnung aller Parteien. Ich muß es daher doppelt beklagen, daß ein Theil der Bevölkerung es unterläßt, den Boden zu betreten, auf dem allein eine Verständigung erzielt werden kann. An Sie aber, geehrte um mich versammelte Herren, richte ich die dringende Auf⸗ forderung, Ihre ungetheilte Kraft der Behandlung der praktischen Fragen, der Befriedigung der geistigen und materiellen Bedürfnisse des Staates zu widmen. Die Völker Oesterreichs sind des staatsrechtlichen Haders müde. Sie verlangen nach Frieden und Ordnung, um sich des Ge⸗ nusses der Rechte zu erfreuen, welche die Verfassung allein in reichem Maße und zu dem Zwecke gewährt, um im brüderlichen Zusammen⸗ wirken die große Mission Oeserreichs zu erfüllen. Der Befestigung unserer inneren Zustände auf den Grundlagen von Recht und Frei⸗ heit ist die Gestaltung der europäͤischen Verhältnisse in hohem Grade günstig. Mit Genugthuung vermag ich auszusprechen, daß meine freundschaftlichen Beziehungen zu den auswärtigen Maͤchten die Hoff⸗ nung auf Erhaltung des erwünschten allgemeinen Friedens zu ver⸗ stärken geeignet sind. Muth und Vertrauen, altösterreichische Treue und Vaterlandsliebe im Herzen, wird es unseren vereinten beharr⸗ lichen Bemühungen gelingen, das große von meinen Vorfahren be⸗ gonnene Werk der Einigung der Voͤlker Oesterreichs dem Geiste des Jahrhunderts gemäß auf volksthümlichen Grundlagen zu vollenden und hiermit eine Aufgabe zu vollbringen, welche zu allen Zeiten meinem Herzen die heiligste war, und zu deren glücklicher Löͤsung ich den Beistand des Himmels anrufe. „„, Die Verlesung der Thronrede erfolgte nach dem herkömm⸗ lichen Ceremoniell. Der Kaiser wurde bei seinem Eintritt in den Thronsaal mit dreimaligen stürmischen Hochs empfangen, ebenso wurde die Kaiserin bei ihrem Erscheinen mit nicht endenwollenden Zurufen begrüßt. Die Thronrede wurde fast nach jedem Absatze, häufig auch bei einzelnen Stellen durch lebhafte Beifallsrufe unterbrochen, insbesondere bei der Stelle, „daß die oͤsterreichischen Völker, des staatsrechtlichen Haders müde, nach Frieden und Ordnung verlangen«. — Bei Ent⸗ fernung des Kaiserlichen Paares nach Beendigung der Ceremonie ertönten abermals wiederholte stürmische Zurufe. Außer den Prinzen des Kaiserlichen Hauses, den Ministern und den Groß⸗ würdenträgern des Reiches war auch das diplomatische Corps fast vollständig sowie ein zahlreiches Publikum anwesend. — Der Kaiser hat die Thronrede persönlich verlesen, obwohl er seit gestern von einer ziemlich heftigen Heiserkeit befallen ist.
— Das Abgeordnetenhaus nahm in seiner heutigen Sitzung die Wahl des Präsidiums vor. Zum Präsidenten wurde v. Hopfen mit 115 von 117 Stimmen, zu Vizepräsi⸗ denten Dr. Vidulich und Dr. Groß gewählt. Hierauf wurde der Antrag, die Thronrede mittelst einer Adresse zu beantwor⸗ ten, angenommen, ebenso wurde der für dringlich erklärte An⸗ trag auf Bewilligung einer dreimonatlichen Forterhebung der Steuern in allen Lesungen angenommen. Die Polen stimm⸗ ten gleichfalls dafür. Unter den von der Regierung eingebrach⸗ ten Vorlagen befinden sich das Budget pro 1872, der Gesetz⸗ entwurf wegen Begebung von zwanzig Millionen Gulden der einheitlichen Staatsschuld, der Telegraphenvertrag, der Vertrag mit der Lloyd⸗Gesellschaft und die Nachtragskredite von 1871.
— Die »Reichsraths⸗Korrespondenz« ist zu der Mittheilung ermächtigt, daß das für 1872 auf etwa 50 Millionen veran⸗ schlagte Defizit nur auf der ziffermäßigen Aufstellung des Bud⸗ gets beruht und daß dasselbe, wenn man die bereits vorhande⸗ nen bedeutenden Kassenbestände in Rücksicht ziehe, in Wirklichkeit sich um mehr als die Hälfte herabmindern müsse.
Belgien. Brüssel, 28. Dezember. Der Senat berieth heut das Budget des Kriegs⸗Ministeriums.
— Der Minister des Innern Delcour ist in Louvain mit 1729 von 1843 Stimmen zum Deputirten wieder erwählt
worden.
Großbritannien und Irland. London 28. Dezer Ihre Majestät die Königin nahm vorgestern in vefember. den Abschiedsbesuch des Prinzen Ludwig von Hess dessen Abreise nach Deutschland entgegen. 8
— Der Herzog von Edinburgh, die Prinzessin Loui Gemahl, der Marquis von Lorne, haben sich nach Lon und Prinz Arthur auf seinen Posten nach Dover zurückbege Sir Andrew Buchanan, der britische Botschafter am Wiener Hofe, hatte vorgestern eine Audienz bei der Königin. Spater empfing Ihre Majestaͤt den Judge⸗Advocate⸗General (General. Auditeur der Armee) in einer Audienz. Die Abreise des Hofes nach Osborne ist bis Anfangs naͤchster Woche verschoben worden. Man besorgt bei Hofe noch immer einen Rückfall in dem Befinden des Thronerben, und wünscht Sandringham näher zu sein als dies in Osborne der Fall sein dürfte. Dem neuesten Bulletin vom gestrigen Datum zufolge hat der Prinz von Wales indeß wieder eine gute Nacht verbracht und seine Kräfte nehmen, wiewohl langsam, stetig zu. Auch nach dem heute früh ausgegebenen Bulletin ist die letzte Nacht eine gute gewesen und nehmen die Kräfte mehr und mehr zu.
— Nach der amtlichen »London Gazette⸗ überreichte am
23. d. Mts. der Viscount Sydney, Oberst⸗Kämmerer des Kö⸗
niglichen Haushalts, im Namen der Königin und in Vertre⸗ tung Ihrer Majestät, dem Feldmarschall Sir George Pollock Großkreuz des Bathordens und Großkreuz des Sterns von Indien, die Schlüssel der Garnison des Towers von London anläßlich seiner Ernennung als Constable des Towers an Stelle des verstorbenen Feldmarschalls Sir John For Burgoyne. 111“ 11 ““
Frankreich. Paris, 27. Dezember. Die »Opinion Nationale« meldet: »Die Kommission der Kapitulatio⸗ nen ist in ihrer Untersuchungsarbeit noch nicht weit fortge⸗ schritten. Sie studirt die Kapitulationen nach ihrer chronolo⸗ gischen Ordnung und hat schon mehrere Beschlüsse gefaßt. Wir glauben berichten zu können „der Vertheidiger von Pfalz⸗ burg, der Kommandant Taillane, sei zum Obersten ernannt worden; der Kommandant von Neubreisach, Lhostie de Kheror, sowie der Kommandant von Bitsch, Theissier, sind gleichfalls zu einem höheren Grade befördert worden. Der Hauptmann Leroy, Kommandant von Marsal, welcher die Stadt den Preußen schon am 10. August 1870 übergeben hatte, ohne einen genügenden Widerstand zu leisten, ist von Amtswegen in den Ruhestand versetzt worden. Dasselbe soll für den Kom⸗ mandanten von Verdun, den General Querin de Waldesbach, beschlossen worden sein. Die Akten, welche den General Uhrich betreffen, sollen gegen den Vertheidiger von Straßburg An⸗ schuldigungen enthalten, welche wir als das verleumderische, durch patriotische Verzweiflung veranlaßte Werk eines Straß⸗ burgers betrachten. Gegenwärtig wird die Kapitulation von
Sedan vorgenommen.⸗
— Dem »Ordre« zufolge schreibt General Aurelles de Paladine eine Geschichte des Feldzuges an der Loire von Beginn der Armeebtldung bis zu seiner Ersetzung durch den General Chanzy.
Dasselbe Blatt theilt mit, daß der General Graf Cathe⸗ lineau seine Kandidatur im Departement der Bouches⸗du⸗ Rhone⸗Mündungen aufstellt. — Gambetta und Rouvier sind dem »Journal de Paris« zu⸗ folge in Marseille, wo sie für die Wahlen sehr thätig sind.
— 28. Dezember. Der Kaiser von Brasilien wird am Sonnabend bei Thiers diniren. Das diplomatische Corps und die Minister sind zu dem Diner ebenfalls geladen.
— Das Komite der »Union de la presse parisienne« hat Mac Mahon heute die Kandidatur für die Ergänzungswahl in Paris angetragen. Wie verlautet, hat der Marschall die Kandidatur abgelehnt.
Versailles, 28. Dezember. Die Nationalversamm⸗ lung berieth in ihrer heutigen Sitzung die verschiedenen Vor⸗ schläge betreffs Einführung einer theilweisen Einkommensteuer. — Der Berichterstatter der zur Berathung des Gesetzes, betreffend die Bank, eingesetzten Kommission, Bocher, erklärte, den Bericht nicht vor Sonnabend vorlegen zu können. Indessen bestehe Thiers sowohl wie Pouyer⸗Quertier darauf, daß die Bankfrage endgiltig noch vor dem 31. Dezember gelöst würde, denn es wäre bei der Unmöglichkeit, ein Anlehen aufzunehmen, noth⸗ wendig, die umlaufenden Bankbillets zu vermehren und zwar bevor noch die Bank das gegenwärtige gesetzliche Maximum des Notenumlaufes erreicht hätte. Die Regierung habe des⸗ halb erklärt, die Verantwortlichkeit für den von der Kommission vorgeschlagenen Aufschub nicht auf sich nehmen zu können. Unter diesen Umständen bitte die Kommission, welche ihre Pflicht gewissenhaft erfüllt habe, die Versammlung um die
Ermächtigung, ihre Entschließungen morgen ohne Vorlegung
eines Berichtes zur Kenntniß des Hauses bringen zu dürfen.
6 Berlin, 20 Dezember.
Er ist in Versailles angekommen.
Aus dem Wolff'schen Telegraphen⸗Büreau. Wien, Freitag, 29. Dezember, Mittags. Das Herrenhaus genehmigte in seiner beutigen Sitzung die von der Regierung geforderte Bewilligung zur Forterhebung der Steuern für die nächsten drei Monate. In der Debatte hatte Prof. Neumann die Annahme des Gesetzentwurfes „als einen Vertrauensbeweis für die Regierung befürwortet. Fürst Czartoryski erklärte, daß er nur aus Gründen der Nothwendigkeit, um in dem Staats⸗ haushalte keine Stockung eintreten zu lassen, für die Bewilligung stimmen werde. Der Antrag auf Beantwortung der Thron⸗ rede mittelst einer Adresse wurde einstimmig angenommen. Im Abgeordnetenhause bringen Dr. Zyblikiewicz und Ge⸗ nossen die bekannte galizische Landtagsresolution ein und be⸗ antragen die Ueberweisung derselben an einen Ausschuß von 24 Mitgliedern zur Vorberathung. Paris, Freitag, 29. Dezember. Das »Journal officiel⸗ bezeichnet die von mehreren Zeitungen gebrachte Nachricht, daß die preußischen Behörden die Wegführung von 4 Geißeln in
den okkupirten Departements angedroht hätten, als vollständig
unbegründet. Ebenso sei es unwahr, daß anläßlich des in dem Ardennendepartement zwischen bayerischen Soldaten und der Einwohnerschaft entstandenen Streites ein Notabel verhaftet worden sei. — Die Kommission für Reorganisation der Armee hat gestern die fünfjährige Militärdienstzeit angenommen.
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Statistische Nachrichten. “ Nach dem so eben erschienenen „Preis⸗ Courant über die durch das Kaiserliche Post⸗Zeitungsamt in Berlin und die Kaiserlichen Postanstalten des deutschen Postbezirkes für das Jahr 1872 zu beziehenden Zeitschriften« werden in deutscher Sprache gedruckte Blätter etwa 3500 debitirt. Im Jahre 1869 betrug die Zahl der deutschen Zeitschriften 2992, 1868 nur 2757. Zu jenen deut⸗ schen Blättern kommenf folgendez ausländisch und in 27 fremden Sprachen, wenn auch theilweise in Deutschland gedruckte Zeitun⸗ gen und Journale: franzoͤsische 690 (1869: 593, 1868: 559); englische 496 (1869: 435, 1868: 382); spanische 26 (gegen 17 und 14 in den Vorjahren); niederländlische 73 (gegen 68 und 68); russische 47 (1869 1 67 und 1868 61); schwedische 59 (1869 und 1868 34 und 32); norwegische 15 (1869 10, 1868 keine); dänische 41 (gegen 31 und 46); polnische 60 (gegen 54 und 48); armenische 2 (1869 und 1868: 1), böbmische 14 (gegen 13 und 11); kroatische 3 (gegen 4 und 4); griechische 9 (gegen zweimal 11); hebräische 4 (1869 und 1868 je 2); litthauische 2 (gegen 1 in den Vorjahren); portugiesische 1 (eben so viel 1869, 1868 keine); rumänische und walachische (churwälsch und rumänisch) 31 (gegen 13 und 9); ruthe⸗ nische 3 (gegen 2 und 3); serbische 7 (8 und 9); slovakische 1 (ebenso 1869 und 1868); slovenische 2 (gegen 3 und 4 in den Vorjahren); türkische 2 (neu); vlämische 1 (neu); wendische 6 (früber nur 9 un⸗ garische 27 (1869 13, 1868 18); endlisch italienische 158 (186 114, 1868 29 und 86, je nach dem Bezugswege, entweder über Oesterreich oder uͤber Frankreich. Die Gesammizahl aller debitirten Blatter in den hier in Rede stehenden Jahren 1872, 1869 und 1868 ist 5361,
4498 und 4075. Kunst und Wissenschaft. Berlin, 29. Dezbr. Im weiteren Verlauf der gestrigen Verhandlungen des Deutschen Anwaltstages beschloß die Versammlung auf Antrag des Referenten, Rechtsanwalt Stämmler, in Bezug auf den Ent⸗ wurf der Deutschen Civil⸗Prozeßordnung: »Der von dem Entwurf aufgestellte Grundsatz der reinen Mündlichkeit ist nicht zu billigen; die der mündlichen Verhandlung voraufgehenden Schriftsätze dienen für die Feststellung des Thatbestandes insoweit als Grundlage, daß ihr thatsächlicher Inhalt als mündlich vorgetragen gilt, wenn nicht durch die Protokolle über die erste mündliche Verhandlung und die Veilagen zu denselben festgestellt ist, daß derselbe abgeändert, ergänzt oder weggelassen ist.« — Die Abstimmung über die übrigen zur Dis⸗ lussion gestellten Anträge wurde ausgesett, und dann um 4 Uhr die Verhandlungen auf heute vertagt. “ — Der deutsche Anwalttag setzte in seiner heutigen zweiten Sitzung, welche von dem Vorsitzenden, Advokat Kreitmair, um 0 Uhr eröffnet wurde, die Berathung über den Entwurf einer deut⸗ schen Civil⸗Prozeßordnung fort und. zwar über den zweiten Punkt derselben: »das Rechtsmittel⸗. — Das Referat über diesen Gegen⸗ seand haben der Justiz⸗Rath v. Mittelstädt (Neuwied) und der Rechts⸗ Anwalt bei demr Ober⸗Handelsgericht Dr. Reuling (Leipzig) über⸗ nommen. Dieselben haben, ebenso wie der Adpokat Scheele (Dres⸗ den) und der Ober⸗Gerichtsanwalt Noltemeyer (Hannover) schrift⸗ liche Gutachten über folgende Fragen: »I. Ist es gerechtfertigt, bei der viston nova in facto et probatorio auszuschließen? II. Beruhen die Vorschriften über die Oberrevision auf richtigen Grundsätzen? III. Gilt dasselbe von dem Rechtsmittel der Beschwerde?« dem Anwalttage vorzelegt. 1 Nachdem die Referenten, Justiz⸗-Rath von Mittelstädt und Dr. Reuling, sowie der Obergerichts⸗Anwalt Noltemeyer ihre in den Gutachten aufgestellten Sätze ausfuͤhrlich erörtert, wurde in die Debatte über dieselben eingetreten, an welcher sich der Justiz⸗Rath Sabarth (Ratibor), der Rechtsanwalt Lövy (Fraustadt) und der Advokat Hänly (Ansbach) betheiligten. Der geschäftsführende Ausschuß des Komite'’s zur Errschtung eines Nationaldenkmals auf dem Nieder⸗ wald, dessen Aufruf in der gestrigen Nummer d. Bl. abgedruckt war, besteht aus folgenden Herren: Graf zu Eulenburg, Regierungs⸗ Präsident in Wiesbaden: Vorsitzender. Dr. Mumm, Ober⸗Bürger.
1 berg in München.
Stellvertreter des Vorsitzenden Buzzi, Kaufmann in Frankfurt a. M.: Schatzmeister. Sartorius, Regierungs⸗Rath in Wiesbaden: Schriftführer. von Dachröden, Schloßhauptmann in Berlin. Dr. Ebner, Advokat in Frankfurt a. M. Fonck, Landrath in Rüdesheim. von Heemskerck, Präͤsident in Biebrich. Hehner, Ober⸗Appellationsgerichts⸗ Raͤth in Wiesbaden. Dr. Hans Köster in Cottbus. Ladé, General⸗Konsul in Geisenheim. Lauteren, Geheimer Kommerzien⸗Rath in Mainz. Faebert Franz von Stauffen⸗ Dr. Stephani, Vize⸗Bürgermeister in Leipzig.
Verkehrs⸗Anstalten. Tdriest, 28. Dezember. Der Lloyddampfer »Espero« ist mit der Fes ghn Ueberlandpost aus Alexandrien heute Abend 7 ½ Uhr hier eingetroffen.
New⸗York, 27. Dezember. Der Cunard⸗Dampfer »Cuba⸗ ist in der Bucht von New⸗York auf den Grund gerathen.
in Frankfurt am Main:
Königliche Schauspiele.
Sonnabend, 30. Dezember. Im Opernhause. (Mit auf⸗ gehobenem Abonnement.) Antigone. Tragödie von Sophokles. Uebersetzung von Donner. Musik von Mendelssohn⸗Bartholdy. Vorletztes Auftreten der Frau Jachmann vor ihrem Abgange von der Königlichen Buͤhne. Anfang 7 Uhr. Gewöhnliche
Preise. Den Abonnenten werden die Billets bis 11 Uhr an de
Kasse reservirt. Im Schauspielhause. (261. Ab.⸗Vorst.) Böse Stiefmutter. Dienstboten. Anf. 7 Uhr. M.⸗Pr. Sonntag, 31. Dezember. Im Opernhause. (256. Vorst.) Don Juan. Oper in 2 Abtheilungen, mit Tanz, von Mozart. Donna Elvira: Frl. Brandt. Donna Anna: Fr. von Voggen⸗ huber. Zerline: Fr. Lucca. Don Juan: Hr. Betz. Leporello: Hr. Salomon. Anfang halb 7 Uhr. M.⸗Pr. Im Schauspielhause. Mit nufgehobenem Abonnement. Zum ersten Male: Das Stiftungsfest. Schwank in 3 Akten von G. v. Moser. In Scene gesetzt vom Direktor Hein. Besetzun g. Dr. Scheffler, Advokat, Hr. Berndal. Bertha, seine Frau, Frl. Keßler. Kommerzien⸗Rath Bolzau, Hr. Ober⸗ länder. Wilhelmine, dessen Frau, Fr. Frieb⸗Blumauer. Lud⸗ milla, ihre Nichte, Frl. Kühle. Dr. Steinkirch, Hr. v. Hoxar. Hartwig, Hr. Dehnicke. Brimborius, Festordner, Hr. Siegrist. Schnake, Vereinsdiener, Hr. Hiltl. Franz, Diener bei Bo zau, Hr. Pohl. Diener bei Scheffler, Hr. Löhmann. Der erste Akt spielt ine Schefflers Wohnung, der zweite und dritte in der Villa des Kommerzien⸗Raths Bolzau. “ Anfang 7 Uhr. M.⸗Pr. 8 Den Abonnenten wer - Kasse reservirt.
Anonymer Kuß.
8
8
Produkten- und Waaren-Börse. Zerlim, 29. Dezember. Marktpr. (nach Ermitt. d. K. Poliz.-Präs Von Bis 4 ittel] Von Mitt. ter [ag. pf. thrseg. pf. r[g. pf. 8, pf. Isg. pf. 6 225— 3 21 3 3 8 2Bohnen Mez. JL1 12 6 2 10 S8 Kartoffeln 11 4 1 27 3/[Rindfl. Pfd. 8 4 1[Schweine- 10 9 fleisch — 26 6 Hammelfl. 15 Kalbfleisch
8 Butter Pfd. 10 Eier Mandel
Weiz. Schfl.] 2,25 Roggen 8 gr. Gerste 20 Hafer 320 7. g8 Heun Centn. — 22 Stroh Schck. 7 20 Erbsen Mtz. 6 Linsen 8—
— S9SS; Sbo
00,—,—— bdObs
Die Marktpreise des Kartoffel-Spiritus, per 10,000 pCt. nach Tralles, frei hier ins Haus geliefert, waren auf hiesi-
gem Platze am 22. Dez. 1871 Thlr. 22. 23. à Thlr. 23. —. 23. » 23. 3. aà » 2
b Weihnachten.
““ 28. „ „ 2 8 25. à. . 720. Berlin, den 28. Dezember 1871.
Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin.
Berlin, 29. Dezember. (Nichtamtlicher Getr eide- derlcht.) Weizen loco 68 — 85 Thlr. pr. 1000 Kilog. nach Qual.,
pr. Dezbr. 78 — 77 ¾ Thlr. bez., April -Mai 78 âa— ¾ — ½ Thlr. bez.,
Mai-Juni 79 ¼ — 79 — ¼ Thlr. bez. Roggen loco 56 — 58 Thlr. gefordert, neuer 55 ¼ — 57 ¼ Thlr. ab Bahn bez., pr. Dezember 56 ½ — 55 ½ — 56 ½ Thlr. bez., Dezem- ber-Januar 56 — 55 5 — 56 ½¾ Thlr. bez., April-Mai 56 — 55 ⅜ bis 56 ¾ Thlr. bez., Mai-Juni 56 ½8 - ½ Thlr. bez., Juni-Juli 57 — ½ Thlr. bezahlt. Gerste, grosse und kleine à 46—59 Thlr. per 1000 Kilogr Hafer loco 42 — 50 Thlr. pr. 1000 Kilogr., pommerscher 47 — 48 Thlr. ab Bahn bez, pr. Dezember 48 ½6 Thlr. Dezember- Januar 47 Thlr. Br., April - Mai 46 ⅔ à Thlr. bis ½ Thlr. bez