1875 / 129 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 05 Jun 1875 18:00:01 GMT) scan diff

nd Adjut. beim 2. Feld⸗Art. Brig. Kommando, Hecht, Feuerwerks⸗ Lt. beim Art. Depot Marienberg, Lamm, Feuerwerks⸗Lt. beim Art. epot Augsburg, Graf v. Rambaldi, Pr. Lt. von der Pulver⸗ abrik, Müller, Pr. Lt. und Adjut. beim Fuß⸗Artill. Brig. Kom⸗ ando, Meyerhofer, Sec. Lt. von der Ouvriers⸗Comp.; zum 1. ionier⸗Bataillon: Windisch, Pr. Lt und Adjut. bei der Pionier⸗ spekt.; zum 1. Train⸗Bataillon: Frhr. v. Cöster, Oberst⸗Lt und

)

Referent bei der Insp. der Art. und des Trains.

Abschiedsbewilligungen. 88 Im stehenden Heere. Durch Allerhöchste Verfügung. Den 17. Mai. Fröber, Pr. Lt. von der Feuerwerks⸗Comp. mit Pension und der Erlaubniß zum Tragen der Uniform ver⸗ bschiedet.

In der Resetve und Landwehr. Den 24. Mai. Pfaffenzeller, Res. Sec. Lt. des 1. Inf. Regts., ee eingetretener gänzlicher Dienstunbrauchbarkeit vec⸗ abschiedet.

Niicctamtlichee.

Oesterreich⸗Ungarn. (Uebersicht für Februar⸗ März.) Der von der Regierung eingebrachte Entwurf einer neuen Exekutionsordnung gelangte in der Sitzung des Abge⸗ ordnetenhauses vom 9. Februar zur Diskussion. Noch keine Vorlage des Justiz⸗Ministers Dr. Glaser begegnete so zahlreicher und so heftiger Opposition wie diese Exekutionsordnung, welche pon der Mehr 9 der Juristen des Hauses entweder ganz und sar oder iü2 ri zeichnet wurde.

8 So kam es, daß der Antrag des Abgeordneten Dr. Edl⸗ bacher, das Gesetz ohne Spezialdebatte zu verwerfen, und zur Umarbeitung an den Ausschuß zurückzuweisen, von der über⸗ wiegenden, aus allen Fraktionen zusammengesetzten Majorität unterstützt und nach kurzer Debatte angenommen wurde.

Die Regierungsvorlage, betreffend die Eröffnung eines Nach⸗ ragskredits für 1875 für die zu errichtende Universität in Czer⸗ nowitz, kam in derselben Sitzung des Abgeordnetenhauses zur Vertheilung. In den dazu gehörigen Erläuterungen wird aus⸗ geführt, daß, da die Universität mit Beginn des Studienjahres 1875/76 ins Leben treten soll, für die Bedürfnisse derselben im letzten Quartale des Verwaltungsjahres 1875/76 vorzusorgen sei. Diese Vorsorge bleibt jedoch auf zwei Fakultäten die rechts⸗ und staatswissenschaftlice und die philosophische beschränkt, da die medizinische Fakultät vorerst nicht errichtet und der Aufwand für die theologische Fakultät von dem griechisch⸗ orientalischen Religionsfonds übernommen wird. In der philo⸗ sophifchen Fakultät bleibt die Eröffnung der mathematisch⸗natur⸗

wissenschaftlichen Abtheilung bis zu einem späteren Zeitpunkte

verschoben. In der Sitzung vom 23. März erledigte das Herrenhaus

den Rest seines Arbeitsprogramms, worauf der Minister⸗Präsi⸗ dent offiziell die Vertagung des Reichsrathes aussprach, selbst⸗ verständlich ohne noch einen bestimmten Termin für den Wieder⸗ zusammentritt desselben im Herbste zu bezeichnen. Die Aende⸗ rungen, welche das Abgeordnetenhaus an dem Gesetze über den Verwaltungsgerichtshof beschlossen hatte, wurden genehmigt, und hierauf den Gesetzen über die Erhöhung der Lizenzgebühr bei ausländischem Tabak, über die Nachtragskredite beim Budget, über die Eisenbahnlinie Elbogen⸗Neusattel, über die Maßregeln gegen die Phylloxera und über die Vorschüsse an die vom Bor⸗ kenkäfer geschädigten Gemeinden des Böhmerwaldes, die ver⸗ assungsmäßige Zustimmung ertheilt. Dann wurde ohne jed⸗ wede Förmlichkeit die Session vertagt. 8 War die erste Session des direkt gewählten Reichsrathes der konfessionellen Gesetzgebung gewidmet, hatte durch diese der Staat die Grundlage für seine Beziehungen zur Kirche gewonnen, so hat die zweite Session vorwiegend der Aufgabe gegolten, für die täglichen Bedürfnisse des Staates vorzusorgen, wenngleich die konstitutiven Fragen nicht ganz außerhalb des Bereiches seiner Thätigkeit geblieben sind.

Durch die Schöpfung des Verwaltungsgerichtshofes wurde für die Administration das geschaffen, was der Reichsrath für die Finanzverwaltung ist: ein wirksamer Kontrolapparat.

Die Staatsschulden⸗Kontrolkommission veröffentlicht in der „Wiener Zeitung“ den Stand der schwebenden Staatsschuld vom 1. Februar d. J. Hiernach befanden sich im Umlaufe: A. Nach den von der privilegirten österreichischen Nationalbank geführten und überprüften Vormerkungen: Partial⸗Hypothekar⸗Anweisun⸗ gen, und zwar: a. auf Konventionsmünze lautend 12,150 Fl., das sind in österreichischer Währung 12,757 Fl. 50 Kr.; b. auf österreichischer Währung lautend 74,586,650 Fl., zusammen 74,599,407 Fl. 50 Kr. B. An aus der Mitsperre der beiden Kontrolkommissionen erfolgten Staatsnoten, und zwar: zu 1 Fl. 75,590,372 Fl., zu 5 Fl. 112,079,395 Fl., zu 50 Fl. 149,730,650 Fl., zusammen 337,400,417 Fl. Im Ganzen 411,999,824 Fl. 50 Kr.

Es haben daher die Partial⸗Hypothekar⸗Anweisungen (Sa⸗ linenscheine) um 7,881,700 Fl. zugenommen, die Staatsnoten um 7,881,777 Fl. abgenommen, und die gesammte schwebende Schuld hat sich um 77 Fl. vermindert.

Am 6. März veröffentlichte das „Reichsgesetzblatt“” eine Eisenbahn⸗Konzession. Dieselbe datirt vom 3. November 1874 und betrifft die Eisenbahn Leobersdorf St. Pölten sammt Nebenlinien. Das darauf bezügliche Garantiegesetz wurde am 16. Mai 1874 erlassen. Eine an demselben Tage erschienene Kundmachung des Gesammt⸗Ministeriums konstatirt, daß der Reichsrath den Kaiserlichen Verordnungen über die Suspension und Wiederherstellung der Bankakte die verfassungsmäßige Zu⸗ stimmung ertheilt habe.

Im ungarischen Abgeordnetenhause knüpften sich an die Budgetdebatte lebhafte Diskussionen, in denen Sennyey, Lonyay und Tisza ihre Programmreden hielten und ihre Ansichten über die ungarische Finanzlage zur Kenntniß des Hauses und des Landes brachten. Durch die am 1. Februar gehaltene Rede Koloman Tisza's wurde eine Minister⸗ und Parteikrisis hervor⸗ gerufen, welche erst am 28. Februar durch Konstituirung eines neuen Ministeriums beendet wurde. Dem Konseils⸗Präsidenten Freiherrn von Wenckheim gelang es, nach vielen fehlgeschlagenen Versuchen ein Kabinet zu bilden.

Der Neubildung des Ministeriums folgte die Fusion der Parteien auf dem Fuße. Am 1. März sprach der Vorsitzende im Deakklub den Beschluß aus, die alte Deakpartei höre nach achtjährigem Bestande auf, zu existiren, fusionire sich mit dem linken Centrum und werde die neue Regierung unterstützen. Die Parteigänger Tisza's erklärten ebenfalls in einer Konferenz, daß sie das neue Kabinet zu unterstützen gewillt seien. Beide Parteien konstituirten sich am folgenden Tage als Regierungs⸗

anhänger. 8

ePaüprbestimmengen“ is unckkchmdar -Ne

Die dem Reichtstage vorgelegten Schlußrechnungen für das Jahr 1873 bringen interessante Ziffern über den Unterschied zwischen Voranschlag und Erfolg. Danach betrugen im Ordi⸗ narium die Einnahmen 187,, Millionen, die Ausgaben 211, Millionen, das Defizit sonach 24 Millionen gegen präliminirte 4,5 Millionen; im Extraordinarium waren die Einnahmen in⸗ clusive Anlehens⸗Operationen, Kassenreste u. dgl. 69, Millionen gegen präliminirte 27 Millionen, die Ausgaben 51,5 Millionen gegen veranschlagte 63,5 Millionen. Die veranschlagten außer⸗ ordentlichen Ausgaben sind zwar geringer, dagegen das Deftzit im Ordinarium bedeutend höher als der Voranschlag, und in den außerordentlichen Einnahmen zeigt sich, daß der Haushalt nur durch Anlehen und den Verbrauch von Staatsvermögen geführt werden konnte. Von den direkten Steuern sind 6,5 Millionen, von den Grundentlastungsbeiträgen 2,5 Millionen nicht eingegangen und vermehren die Rubrik der Steuerrückstände, welche sich demnach für diese 2 Einnahmekategorien von 27,3 Millionen auf 36,2 Millionen in einem Jahre steigerte; die Rückstände bei den Ge⸗ bühren vermehrten sich von 16 auf 20 Millionen, und die Schlußbilanz über das Staatsvermögen pro Ende 1873 zeigt folgende Zahlen: Aktiven: Unbewegliches Vermögen 437,9 Mil⸗ lionen, Produkte und Materialien 74,6 Millionen, Forderungen 54 Millionen, Rückstände 135,8 Millionen, Baargeld und Pa⸗ piere 31,7 Millionen, zusammen 734 Millionen gegen 691 Mil⸗

lionen im Vorjahre; Passiven: Staatsschulden 476,, Millionen,

Rückstände 70½ Millionen, zusammen 546,9 Millionen gegen 480,5 Millionen im Vorjahre. Die Staatsschulden haben sich in diesem Jahre von 421,9 Millionen auf oben angeführte 476, Millionen, die Forderungen des Staates von 37,4 Millionen

auf vE Wnonen-gehoben. ——

Dieselben Erscheinungen treten nun auch in der Finanz⸗ verwaltung pro 1874,, insoweit sich diese aus den vorliegenden Daten über die Einnahmen und Ausgaben des ungarischen Staates beurtheilen läßt, zu Tage. Nach diesen letzteren be⸗ trugen die Gesammt⸗Einnahmen 134,2 Millionen, die Gesammt⸗ Ausgaben 188 Millionen, so daß zur Bedeckung 53,8 Millionen aus Anlehensgeldern entnommen werden mußten. Das Budget pro 1874 präliminirte ursprünglich ein Defizit von 32,4 Millionen, welches sich jedoch dadurch auf 41, Millionen erhöhte, daß nachträglich noch im Budgetgesetze selbst ein Ahbstrich bei den Einnahmen mit 9 Millionen vorgenommen wurde, unter der Motivirung der „außerordentlichen Verhält⸗ nisse“, welche die thatsächlichen Eingänge verringern dürften. Der frühere Finanz⸗Minister Ghyezy stand im vorigen Mai, als er sich zum Abschlusse des 76 ½ Millionen⸗Anlehens die Voll⸗ macht ertheilen ließ, auf dem Standpunkte, daß diese Ziffer des Defizits nicht überschritten werden dürfe. Nun aber beträgt der Abgang 53,8 Millionen, und der Minderertrag der Einnahmen wird offiziell mit 1133 Millionen angegeben, obwohl er unter Berücksichtigung der Budgetansätze noch etwas höher erscheint.

Im 4. Quartale gaben hauptsächlich die indirekten Steuern, das Tabaksgefäll, die Staatsgüter und Forsten niedrigere Erträge, wohingegen das Salz⸗ und Lottogefäll günstigere Ergebnisse gegen die gleiche Periode des Vorjahres lieferten.

Das Anfang Februar zur Ausgabe gelangte 4. Stück des Militär⸗Verordnungsblattes enthält die vom Kaiser genehmigten Bestimmungen und die Dienstvorschrift für den neu geschaffenen und mit dem 1. November 1875 zur Eröffnung gelangenden militärärztlichen Cours, sowie die Instruktion für das Militär⸗ Sanitäts⸗Comité. Dieser militärärztliche Cours umfaßt alljähr⸗ lich einen Zeitraum von 6 Monaten. Es werden zu demselben auch jene Aerzte aus dem Civilstande zugelassen, welche sich später um eine im militärärztlichen Offizier⸗Corps vakant werdende Stelle bewerben wollen. Der Cours hat die Aufgabe, die Aerzte für den militärärztlichen Sanitätsdienst im Frieden wie im Kriege besonders vorzubereiten. Die in demselben Verordnungsblatt veröffentlichte Instruktion für das Militär⸗ Sanitäts⸗Comité enthält alle Bestimmungen über die Zusammen⸗ setzung und den Wirkungskreis des Comités, welches als wissen⸗ schaftlich technisches Hülfsorgan des Reichs⸗Kriegs⸗Ministeriums zu fungiren hat.

Zu Ende des Monats März gelangte der 2. Theil des neuen Exercir⸗Reglements für die K. K. Fußtruppen zur Aus⸗ gabe. Derselbe enthält die formellen Bestimmungen für die Verwendung eines Bataillons, eines Regiments und größerer Körper, sowie Grundsätze für die Durchführung eines Gefechts; ein Anhang giebt die Vorschriften für die Leistung der Ehren⸗ bezeugungen eines Bataillons und Regimentes und für das Verhalten bei Paraden. Das Reglement zeichnet sich nebst Rück⸗ sichtnahme auf die neuesten Kriegserfahrungen durch streng logische Gliederung des Stoffes, große Einfachheit und präzise Ausdrucksweise aus. Jenes Kapitel, welches die Verwendung eines Bataillons behandelt, ist in 4 Abschnitte getheilt, nämlich 1) Aufstellung und Führung, 2) Formationsänderungen, 3) Bewegungen und 4) Anwendung des Feuers. Für das Regi⸗ ment ist dieselbe Gliederung mit Weglassung des 4. Punktes eingehalten, während für die Führung größerer Körper in Würdi⸗ gung der nothwendigen Selbständigkeit der betreffenden Kom⸗ mandanten nur wenige allgemeine Hauptgrundsätze und formelle Bestimmungen angegeben sind.

Am 27. Februar wurde der Prozeß /a. Ofenheim mit der Frei⸗ sprechung desselben beendet. Es würde zu weit führen, auf Details dieses Monstreprozesses einzugehen und seinen inneren Zusammen⸗ hang mit der Entwickelung Oesterreichs in politischer und wirthschaft⸗ licher Beziehung nachzuweisen; es sei daher nur erwähnt, daß in Folge der im Laufe der Verhandlungen zu Tage getretenen Uebelstände in der Verwaltung der österreichischen Eisenbahnen, letztere einer umfassenden Reorganisation unterworfen werden wird.

Hinsichtlich der am 25. Februar im Handels⸗Ministerium abgehaltenen Konferenz von Vertretern der cis⸗ und transleitha⸗ nischen Bahnverwaltungen ist zu konstatiren, daß dieselben so⸗ wohl aus äußeren als inneren Gründen sich nicht besonders ge⸗ neigt fühlten, die vom Ministerium proponirten neuen statisti⸗ schen Formularien ohne Weiteres zu acceptiren. Durch die Einführung einer auf neuen Prinzipien beruhenden Eisenbahn⸗ statistik glauben die Bahnverwaltungen sich große Kosten auf⸗ zuladen und haben sich daher den Eröffnungen des Vorsitzenden gegenüber indifferent verhalten. Die proponirten Tabellen sind den bei den preußischen Bahnen üblichen Formularen nachge⸗ bildet. Vorläufig wurde ein Comité, bestehend aus cis⸗ und transleithanischen Regierungsvertretern und Delegirten der grö⸗ ßeren Bahnen bestellt, welches mit der schließlichen Ausarbeitung der event. zu adoptirenden geänderten Formulare beauftragt ist.

Die österreichisch⸗ungarischen Bahnverwaltungen haben be⸗ schlossen, die Umrechnung der Tarife in folgender Weise durch⸗ zuführen: 1) Als theoretische Grundlage für die Berechnung der Einheitssätze wird der Myriameter angenommen, in den Tarifen erscheint jedoch der Kilometer als Distanzeinheit. 2) An⸗ gefangene Kilometer werden auf volle abgerundet. 3) Annahme von 100 Kilogrammen (Do leCentner) als Einheitsgewicht.

4) Die Tarifsätze werden in Kreuzern unter Anführung von 2 Dezimalstellen per Myriameter und unter Abrundung der zweiten Dezimale auf die nächst höhere durch 5 theilbar kalku⸗ lirt. 5) Die Minimalgebühren werden in ihrer dermaligen Höhe unabhängig von der Distanz und dem Gewichte beibehalten. 6) Als Minimalgewichte werden bestimmt: für Frachten 25 Kilos, Gepäck 10 Kilos, Eilgut 5 Kilos. Die Abrundung des Gewichts wird von 5 zu 5 Kilos bei Frachten und Eilgut, und von 10 zu 10 Kilos bei Gepäck vorgenommen.

Zwischen sämmtlichen Bahnverwaltungen Oesterreich⸗Un⸗ garns und Deutschlands mit Elsaß⸗Lothringen ist nach mehr⸗ jährigen Bemühungen der betheiligten Verwaltungen ein Wagen⸗ kartell zu Stande gekommen, wonach die auf Kartellbahnen übergehenden Wagen der genannten Verwaltungen in einer Weise garantirt sind, daß selbst bei eventueller Beschlagnahme durch Gerichtsbehörden die betreffende Bahn für die saisirten Wagen der Eigenthumsbahn gegenüber in Haftung bleibt. Die⸗ ses Kartell gewinnt um so größere Bedeutung, als bekanntlich aus Anlaß des Einlösungsstreites der Prioritäten⸗Coupons die Waggons mehrerer österreichischer Gesellschaften mit Beschlag belegt wurden.

Das 2. Heft der „Statistischen Monatsschrift“ theilt mit, daß mit Schluß des Jahres 1874 in Oesterreich 274 Sparkassen bestanden, d. i. um 15 mehr als Ende 1873; im Jahre 1872 betrug die Zunahme 23, im Jahre 1871 19 und im Jahre 1870 18. Gleichzeitig wird der Einlagestand von 22 österreichi⸗ schen Sparkassen im Jahre 1874 veröffentlicht, welche, einer an alle Sparkassen gerichteten Aufforderung der statistischen Kon⸗ trolkommission Folge leistend, die diesbezüglichen Daten der letz⸗ eren eingesender huben- Srerfach vrtruüs der Stande der Ein⸗ lagen zu Anfang des Jahres 1874 rund 155 Millionen Gulden, zu Ende des Jahres 1874 171,8 Millionen Gulden, so daß sich bei diesen 22 Sparkassen im Ganzen eine Vermehrung der Ein⸗ lagen im Betrage von 16 Millionen Gulden ergiebt. Den bei weitem größten Antheil an allen diesen Posten hat die Erste österrei⸗ chische Sparkasse in Wien; daselbst betrugen die Einlagen zu Beginn des Jahres 120,2 Millionen und wuchsen auf 133,3 Millionen bis zum Ende des Jahres, so daß eine Steigerung von 13,, Millionen resultirt. Nur 4 pon den 22. Sparkassen schließen mit einem Rückgange der Einlagen im Gesammt⸗ betrage von 275,040 Fl. Wenn auch aus alledem auf das Endergebniß sämmtlicher Anstalten kein Rückschluß gezogen wer⸗ den kann, so glaubt die „Statistische Monatsschrift“ doch, daß der Gesammt⸗Einlagestand jedenfalls keinen Rückgang erfahren haben dürfte. Von den 1874 eröffneten Sparkassen entfallen 5 auf Nieder⸗Oesterreich, 3 auf Steiermark, 3 auf Mähren, 2 auf Böhmen und 1 auf Ober⸗Oesterreich. Im Laufe des Januar 1875 wurden 6 neue Sparkassen eröffnet; außerdem sind bisher 4 genehmigt und 5 befinden sich in der Gründung.

Nach den Aufzeichnungen der „Häuser⸗ und Realitätenzeitung“ über den Verkehr in Häusern, Baugründen, sowie in aufgenom⸗ menen, beziehungsweise auf Häuser in Wien grundbücherlich vor⸗ gemerkten Kapitalien wurden im Jahre 1874 in Wien 319 Häuser um 38,9 Millionen Gulden und 383 Baustellen um 16,9 Millionen Gulden verkauft; der Realitätenverkehr des Jahres 1874 zeigt daher ein Umsatzkapital von 55,8 Millionen Fl. gegen 114,5 Millionen Fl. im Jahre 1873. Darlehen wur⸗ den im Jahre 1874 auf 522 Häuser 24 Millionen Fl. grund⸗ bücherlich vorgemerkt, im Jahre 1873 dagegen wurden auf 250. Häuser 28,4 Millionen Fl. einverleibt.

.Dr. Lgzrd„ van. der.

mächtigten der Telegraphencompagnien versammelt.

der Regierungen nahmen in folgender Ordnung (nach der französischen Namen der von ihnen vertretenen Länder) um den Tisch Platz: Deutschland: Dr. Stephan, General⸗Direktor der Posten und Telegraphen; Scheffler, Regierungs⸗Rath, und Gumbart Direktor der bayerischen Telegraphen; Oesterreich⸗Ungarn: Brunner von und Koller von Granzow, Räthe im Handels⸗ Ministerium zu Wien resp. Pest; Belgien: Vinchent, Inspektor der Eisen⸗ bahn⸗, Post⸗ und Telegraphen⸗Verwaltung: Dänemark: Faber, Tele⸗ graphen⸗Direktor; Aegypten: Betts⸗Bey, General⸗Inspektor der Eisen⸗ bahnen und Soliman⸗Effendi, Telegraphen⸗Ingenieur; Spanien: Cruzada⸗Villamil, General⸗Direktor der Posten und Telegraphen, und Lucas Mariano de Tornos, Abtheilungs⸗Direktor im Telegraphen⸗ Corps; Frankreich: Ailhaud, General⸗Inspektor der Telegraphen und Ducoté, Chef des Pariser Telegraphendienstes; Groß⸗ britannien: Alan Chambre und H. C. Fischer, Repräsentanten des Post⸗Departements; Oberst Robinson und Major Beteman Champain, Delegirte für Britisch⸗Indien; Griechenland: Mar⸗ coran, griechischer Gesandtschafts⸗Sekretär in St. Petersburg Italien: d'Amico, General⸗Direktor der Telegraphen; Japan: Itsikawa, Gesandtschafts⸗Sekretär; Norwegen: Nielsen, Tele⸗ graphen⸗Direktor; Niederlande: Staring, Telegraphen⸗Di⸗ öö 5 Mcho; 8 graphen; weden: Nordlander, General⸗Telegraphen⸗Direktor: Schweiz: Hammer, Geschäftsträger der Fhve zenfshe Eid.⸗ genossenschaft in Berlin, und Frey, Telegraphen⸗Direktor; Türkei: Dimitraky⸗Effendi, Ober⸗Beamter der Telegraphen⸗Verwaltung.

Von den Telegraphen⸗Compagnien waren bei Eröffnung der Konferenz nur vier Vertreter zugegen: Julius Despecher von der Brazilian Submarine Co., Black Sea Co., Eastern Telegraph Co und Anglo American Co.; G. G. Ericksen von der Great Northern Co. und Black Sea Co.; Swenson von der Great Northern Co.;

au. d Unigten deeg. Sgeos 9,en. e. 45 Den Sekretariatstisch nähmen ein: der Direktor des in Bern in⸗ stallirten internationalen Sekretariats der Telegraphen⸗Verwaltungen Curchot, der Sekretär desselben Sekretariats St. Martial und der Geschäftsführer des Telegraphen⸗Departements Salmonowicz. Zu⸗ folge Allerhöchster Bestimmung wurde die Konferenz durch den Mi⸗ nister des Innern mit folgender Rede eröffnet:

„Meine Herren! Unter allen Pflichten, welche einer Regierung bei Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten obliegen, giebt es keine angenehmere, als die Fortschritte des Geistes und der Wissen⸗ schaft zu fördern und zur Ausführung zu bringen jene Fortschritte, auf welche unsere Zeit mit so viel Recht stolz ist. Und nimmt nicht unter diesen Fortschritten den bemerkenswerthesten und wichtigsten Platz, sowohl seiner scharfsinnigen Erfindung als auch seiner Staunen erregenden Anwendung nach, jener ein, welcher gegenwärtig zur Ver⸗ anlassung geworden ist: für die Regierungen sich zu vereinigen und gegenseitige Verpflichtungen zu uͤbernehmen; für die Völker besser mit einander bekannt zu werden und sich näher zu kommen; für Privatpersonen um ihre Geschäfte zu führen und von einer Halbkugel der Erde mit der andern in Gedankenaustausch zu treten; und überhaupt für Alle und Jeden die unsern Vätern unüber⸗ windlich gewesenen beiden Hindernisse Raum und Zeit fast als nicht existirend zu betrachten. Diese Worte, meine Herren, wer⸗ den Wien zur Genüge darthun, wie sehr ich das Werk hochschätze, dem Sie sich gewidmet haben. Deshalb habe ich nicht zu befürchten, daß Sie an meiner Aufrichtigkeit zweifeln werden, wenn ich Ihnen sage, daß ich mich glücklich schätze, nach dem Willen Sr. Majestät des Kaisers dazu ausersehen zu sehen, Sie begrüßen und Namens

General⸗Direktor der Tele⸗

Sr. Majestät die erste Ihrer Sitzungen voll nutzbri äti keit eröffnen zu dürfen. d 009½ . ö

Das Werk der internaltfsitälen Telegraphen⸗Konferenz, begonnen 1865 in Paris, fortgeführt und erweitert 1868 und 1871 in Wien und Rom, geht jetzt nicht etwa seiner Beengigeng entgegen, solche Dinge haben kein Ende, wohl aber schreitet es jener Vervoll⸗ kommnung zu, die ich sein Kriterium, seine Wesenheit und Haupt⸗ grundlage nenne. Ihre frühere Thätigkeit hat dies Werk bereits vor⸗ bereitet; der Versuch dieser zu Allem, was praktisch, nützlich und von Dauer sein soll, unerläßliche Probirstein that das Uebrige. Die Sympathie, mit welcher die Regierungen, als deren Vertreter Sie hier erschienen sind, den Vorschlag der Kaiserlichen Regierung aufgenommen haben, berechtigt mich zu der Hoffnung, daß dieser vierten Konferenz die große Ehre zufallen wird, endgültig in Gestalt eines genauen internationalen Statuts diejenigen Regeln für den Welt⸗ Telegraphenverkehr festzustellen, die von ihnen in den früheren Kon⸗ ferenzen vorbereitet und deren Anwendbarkeit und Dringlichkeit durch zehnjährige Erprobung in der Praxis dargethan worden sind.

Bei diesem Anlaß gestatten Sie mir, meine Herren, den gerech⸗ ten Tribut der Hochachtung jenen erleuchteten Personen darzubringen, deren weise Voraussicht es verstanden hat, Ihr Werk von seinen ersten Anfängen an, auf Grundlage der Zeit und des Versuchs zu entwickeln, mit Hülfe von internationalen Versammlungen, welche von Zeit zu Zeit in den verschiedenen Hauptstädten abgehalten wur⸗ den. Wie viel Erleichterungen wurden bereits geschaffen, wie viel Schwierigkeiten überwunden, wie viel Mißverständnisse beseitigt, unter Anwendung jenes fruchtbringenden Prinzips bei einem Werke, wie 14“ üebs Verbesserung aceeah. Bedürfnissen führt und

1 a on immer geschehen sein ma zu thumn üürig bleibe 1 ndem ich nunmehr Namens Sr. Majestät des Kaisers die internationale Telegraphen⸗Konferenz in St Petersb ü 1 wae 1 8 u sü; und meinen Platz dem Direktor der Reichstelegraphen überlassen, de Geheimrath Lüders, welchem Sie ohne Zweifel die Ehre . werden, Ihren Versammlungen zu präsidiren. Aber ich fühle, daß mir Ihnen wie meinem Vaterlande gegenüber noch eine Pflicht zu erfüllen übrig bleibt, der ich mich um so weniger zu entziehen ver⸗ mag, als ich ihr eine große Bedeutung beilege. Ich kann es nicht unterlassen, der lebhaften und aufrichtigen Theilnahme Ausdruck zu verleihen, mit welcher das russische Volk ihren Arbeiten beständig gefolgt ist und auch gegenwärtig in seiner Hauptstadt die Konferenz Willkommen heißt, welche dazu berufen ist, in der Geschichte des Welttelegraphenwesens durch ihre Thätigkeit Epoche zu machen.

Das wird genügen, meine Herren Bevollmächtigten, um Sie auf den Empfang hinzuweisen, welcher Ihrer in diesem Lande wartet. Während Ihres Aufenthaltes hier werden Sie freilich weder jene Vergnügungen der großen Welt finden, wie sie Paris bietet, noch die künstlerischen Reichthümer Roms, noch endlich das anheimelnde, an⸗ genehme Leben Wiens; statt dessen aber finden Sie einige des Stu⸗ diums werthe Gegenstände, auch werden Sie einige tröstliche Ueber⸗ zeugungen gewinnen können, unter andern die, daß die von Sr. Ma⸗ jestät dem Kaiser so laut betonten friedliebenden Gefühle zu gleich er Zeit ein Gefühl des ganzen Volkes sind.“

Auf die Rede des Ministers antwortete der Direktor der italieni⸗ schen Telegraphen, Comendatore d'Amico, Vorsitzender der im Jahre 1872 zu Rom abgehaltenen Telegraphen⸗Konferenz, mit fol⸗ genden Worten:

„Als wir in Rom dafür stimmten, die nächste Konferenz in St.

Petersburg abzuhalten, waren wir uns Alle dessen bewußt, daß die

1 d ür göffnet. Berpfrichruns vamt ars ändigt beeg

Konferenz jene Fürsorge finden würde, welche seit den Tagen des be⸗ rühmten Begründers Ihrer Hauptstadt in gewohnter Weife entgegengebracht wird, was dem Fortschritt und der Aufklärung dient. Wir sind tief gerührt durch den freudigen Empfang, der uns durch Ew. Excellenz Namens der russischen Regierung bereitet worden ist; wir danken von Herzen und hoffen, das uns anvertraute Werk durch unsere Arbeit zu gedeihlicher Entwickelung weiter zu führen. „Es war unser Wunsch, der Vorstellung bei Sr. Majestät dem Kaiser gewürdigt zu werden, um unseren Gefühlen Ausdruck geben zu können; wir wissen aber, daß Se. Majestät nicht anwesend ist, und sprechen daher die Bitte aus, uns die Möglichkeit zu bieten, um uns persönlich vor Sr. Kaiserlichen Hoheit dem Großfürsten Thron⸗ folger e forechen zu können.

„Der von uns gewählte Präsident hat sich schon seit langer Zeit unsere Achtung und Zuneigung erworben. Wir büchen sis 98 18 daß Bir 8, 1 8 itaing arbeiten werden.“

ierauf wandte sich der Herr Mini n pigenden Hocin,” ht ZZ

„Mit besonderer Genugthuung übernehme ich den ehrenvollen Auftrag, Sr. Kaiserlichen Hoheit dem Grehenefich Thran e1 den von Ihnen Namens der Konferenz ausgesprochenen Wunsch zu über⸗ mitteln. Se. Hoheit hat bereits den Wunsch ausgesprochen, Sie, meine Herren, zu sehen und am nächsten Donnerstag, Nachmittags 1 Uhr, in Zarskoje Sselo, Seiner Sommer-⸗Residenz, zu empfangen.

„Ihre Rede giebt mir Veranlassung, vor Ihnen auszusprechen daß Rußland in Ihrer Anwesenheit hier einen Beweis der neuen An⸗ schauung erblickt, welche nach vielen Verirrungen und Vorurtheilen sich nunmehr zu verbreiten beginnt, sowohl was Rußlans Vergangen⸗ heit als auch was seine Gegenwart und Zukunft betrifft. Rußland begrüßt in Ihnen, meine Herren Bevollmächtigten, die neue An⸗ schauung, welche sich über dasselbe Bahn bricht und welche es als

I 8 ierauf trat der Minister an die Delegirten heran, und nachdem er mit jedem derselben einige Worte 1 88 Heit s g gewechselt hatte, verließ er Dem eingeführten Brauch gemäß, wonach der Direktor des⸗ jenigen Landes, in dessen Hauptstadt die Konferenz tugt, den Vorsitz führt, nahm Geheimrath K. Lüders nunmehr den Prä⸗ e ein. en zweiten Sessel auf dem Präsidial⸗Katheder nahm Geheim⸗ rath A. L. Engelhardt ein, Deputirter vom Uheddest nahn de gen. Baee egeicetten er Vorsitzende begrüßte die zum großen Theil aus seinen genossen bestehende Versammlung mit HS fena sfnen ach. Worten und verbreitete sich über die Wichtigkeit der bevorstehenden Aufgabe für Vereinfachung der bestehenden Konvention und für Fort⸗ entwickelung der internationalen Abmachungen zu jener Vollkommen⸗ heit, wie sie den praktischen Bedürfnissen entspricht, damit einige entferntere Staaten und die bedeutenderen Telegraphen⸗Compagnien der Konvention beitreten könnten. Unter Hinweis auf die für jetzt allerdings noch ferne Hoffnung, daß das Telegraphennetz der ganzen Welt einem einzigen und Allen gemeinsamen Gesetz unterworfen sein wird, betonte der Vorsitzende die der Konferenz obliegende Pflicht, durch ihre Thätigkeit zur Entwickelung des Telegraphenverbandes bei⸗ der schon jetzt ausgebreiteten Familie neue Glieder ein⸗ 89 .

Nach Bekanntmachung des Programms für den nächsten Arbeits⸗

tag erklärte der Präsident die Sitzung für geschlossen.

Staats⸗Anzeiger, das Central⸗Handelsregister und das Postblatt nimmt ann die Inseraten⸗Expedition drs Bentschen Reichs⸗Anzrigers aund Königlich

1. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen. 2. Subhastationen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.

für ben Deutschen Reichs⸗ u. Kgl. preuß. dnh O effentlich er Anzeig er.

5. Industrielle Etablissements, Fabriken und

Grosshandel.

Inserate nehmen an: die autorisirte Annoncen⸗Expedition 1 von Rudolf Mosse in Berlin, Breslau, Chemnitz, Cöln, Dresden, Dortmund, Frankfurt a. M., Halle a. S., Hamburg, Leipzig, München, Nürnberg, Prag, Straß⸗

Bevlo. unqugh blb. nrthas-wle. es. L.ees eenne—

b Im Januar d. J. wurden 25 Häuser um 2,05 Millionen Fl. und 39 Baustellen um 2,51 Millionen Fl. verkauft, demnach wurde ein Kapital von 4,5 Millionen Gulden umgesetzt. Im selben Monat wurden 55 Satzposten im Betrage von 6,48 Millionen Gulden, welche auf Wiener Häuser vorgemerkt waren, gelöscht. Im letzten Quartale waren genau 1000 Wohnungen unvermiethet.

Im Jahre 1873 erschienen, wie die „Statistische Monats⸗ schrift“ mittheilt, in Oesterreich 866 periodische Druckschriften (um 31 mehr als im Vorjahre); darunter befanden sich 413 Fachblätter (47 pCt. der Gesammtzahl), 267 politische Blät⸗ ter (30,5 pCt.), 143 belletristische (16,5 pCt.) und 43 Anzeige⸗ blätter (5 pCt.). Nach den einzelnen Kronländern vertheilt, er⸗ scheint Niederösterreich absolut und relativ am reichsten, die Bu⸗ kowina am schwächsten mit Zeitungen versehen. Niederösterreich zählte 370 Blätter, wovon allerdings 355 oder 41 pCt. der Gesammtzahl Wien zufielen, die Bukowina eine einzige, amtliche Zeitung. Mit der Bevölkerungsziffer verglichen, entfiel eine Druckschrift in Niederösterreich auf 5559 Bewohner, im Küsten⸗ lande auf 9758 Bewohner; in vorletzter Reihe steht Galizien, wo erst auf 99,024 Bewohner eine Zeitung kommt, und in letzter Reihe die Bukowina, wo für 532,543 Einwohner, wie gesagt, nur ein Blatt erscheint. Ebenso vielsprachig wie die Bevölkerung ist auch die Presse. Unter den 866 Zeitungen waren 590 in deutscher, 184 in flavischer, 61 in italienischer, 5 in französischer, 2 in englischer, 2 in griechischer, 1 in ungarischer und 9 in hebräischer Sprache (oder doch mit hebräischen Lettern). „Wie ersichtlich, ist die deutsche Sprache absolut überwiegend; aber auch relativ ergiebt sich dies Resultat. Es entfallen näm⸗ lich auf die Deutschen (35,8 pCt. der Gesammtbevölkerung) von der Tagespresse 67,7 pCt., auf die Slaven (56,7 pCt. der Be⸗ völkerung) 22,3 pCt., auf die Italiener (2,9 pCt.) 7,„3 pCt. und auf die übrigen Nationalitäten (4,9 pCt. der Bevölkerung) 2,7 pCt. der Tagespresse. Wie auf allen Gebieten, so trat die „Krisis“ auch auf dem Gebiete der publizistischen Produktion ver⸗ heerend auf. Während die Verminderung der Zeitungen in der Periode 1867 —1872 durchschnittlich 17 pCt. der jeweilig er⸗ schienenen Blätter betrug, stieg sie im Jahre 1873 auf mehr als 18 pCt. Aber auch die Zahl der neu entstandenen Blätter war in keinem Jahre seit 1867 geringer als 1873; von den 152 im Jahre 1873 neu entstandenen Blättern waren 102 oder 67 pCt. noch vor Mitte Mai gegründet und 65 nebst 140 an Jahren älteren Blättern vor Ablauf des Jahres eingegangen. Was endlich das Alter der in das Jahr 1874 eingetretenen Blätter betrifft, so stammten 406 oder 46,9 pCt. der Gesammtzahl aus dem Triennium 1871 73, 342 oder 39,5 pCt. aus dem Dezennium 1861 70, 67 oder 7 pCt. aus dem Dezennium 1851 60, 30 oder 3,5 pCt. aus dem Dezennium 1841—50, und 21 oder 2,4 pCt. aus älterer Zeit. Das älteste Blatt ist die „Wiener Zeitung“, welche am 8. August 1703 im Hause „zum rothen Igel“ unter dem Titel „Wiener Diarium“ zum ersten Male erschien.

Die internationale Telegraphen⸗Konferenz

in St. Petersburg. . Die Eröffnung der Konferenz erfolgte, wie der Russische Regie⸗

rungs⸗Anzeiger“ mittheilt, am 20. Mai, 1. Juni. Bis 2 Uhr Nach⸗ mittags hatten sich im Saale des Ministeriums der inneren Ange⸗

legenheiten die Delegirten der einzelnen Regierungen und die Bevoll⸗

Ureußischen Ataats-Anzeigers; Berlin. 8. W. Wilhelm⸗Straße Nr. 32.

4. Verloosung, Amortisation, Zinszahlung

* u. s. w. von öffentlichen Papieren.

Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen ꝛc.

(42841 Ostpreußische Südbahn.

Die Lieferung von 9,000,000 Kilogr. Maschinen⸗ kohlen für Lokomotivfeuerung soll im Wege öffent⸗ licher Submission vergeben werden. Offerten hier⸗ auf sind portofrei und versiegelt mit der Aufschrift „Submission auf Lieferung von Steinkohlen“ bis zu dem auf (H. p. 12200)

Dienstag, den 22. Juni cr., Vormittags 11 Uhr, in unserem Centralbureau, Schleusenstraße 4, an⸗ stehenden Termin einzureichen, in welchem dieselben in Gegenwart der etwa persönlich erschienenen Sub⸗ mittenten eröffnet werden.

Die Lieferungsbedingungen können gegen 5 Sgr. Kopiaglien von genanntem Bureau bezogen werden.

Königsberg, den 31. Mai 18757.

Die Direktion. *

8 8 [427 4] Bekanntmachug. „Die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung eines Eilgutschuppens auf Bahnhof Hanau, veran⸗ schlagt zu 14,376 58 ₰, sollen im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Termin hierzu ist auf den 21. Juni d. J., Vormittags 11 Uhr, in dem Bureau des Unterzeichneten anberaumt.

Reflektirende wollen ihre Submissions⸗Offerten mit der Aufschrift:

„Submission auf Ausführung der Arbei⸗ ten und Lieferung zur Herstellung eines

„Eilgutschnppens auf Bahnhof Hanan“ bis zur Terminsstunde einreichen, später eingehende Offerten bleiben unberücksichtigt.

„Kostenanschlag, Bedingungen und Zeichnungen können daselbst eingesehen, auch gegen Erstattung der Kopialgebuühren von da bezogen werden. Hanau, den 1. Juni 1875.

Der Eisenbahnbau⸗ und Betriebs⸗Inspektor. [4260]

Es sollen im Submissionswege 76 Paar Pack⸗ taschen beschafft werden. Die Lieferungs⸗Bedin⸗ sungen sind im diesseitigen Bureau einzusehen, oder gegen Erstattung der Kopialien zu beziehen. Ter⸗ min zur Eröffnung der Offerten:

Montag, deu 14. Juni er, Vormittags 11 ½ Uhr.

Münster, den 4. Juni 1875.

Königliches Train⸗Depot 7. Armee⸗Corps.

3. Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen etc.

6. Verschiedene Bekanntmachungen.

7. Literarische Anzeigen. 8 8. Theater-Anzeigen. In der Börsen- 9. Familien-Nachrichten. beilage. .

[4219]

Bekanntmachung. Die Ausführung der Schmiedearbeiten zum Neu⸗ bau des Kreisgerichts⸗Gefängnisses in Cafse soll im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden.

Die Lieferungs⸗ resp. Ausführungsbedingungen, sowie der Anschlagsextrakt und die Zeichnungen liegen täglich im Baubureau, Untere Königsstr. Nr. 58, zur Einsicht aus, woselbst auch Abschrift der Be⸗ dingungen und des Extrakts gegen Erstattnng der Kopialien bezogen werden kann.

Offerten mit der Aufschrift:

‚2 Ausführung der Schmiedearbeiten für den Bau des Kreisgerichts⸗Gefängnisses

EE 1““

sind versiegelt und portofrei bis spätestens den

21. Juni cr., Vormittags 11 Uhr, auf dem Bau⸗

bureau, Untere Königsstraße Nr. 58, einzureichen,

zu welcher Zeit die Eröffnung derselben stattfindet.

Cassel, den 1. Juni 1875.

Der Königliche Kreisbanumeister. (gez.) Röhnisch.

18901¹⁄¹¼l . EEbI1 Frankfurt⸗Bebraer Eisenbahn.

Die Eindeckung von circa 2500 Qu.⸗Meter Dachfläche mit Schiefer zu dem Neubau eines centralen Lokomotivschuppens auf Bahnhof Fulda soll in öffentlicher Submission vergeben werden.

Bedingungen und Kostenanschlag können im Bureau des Unterzeichneten eingesehen, auch gegen Erstattung der Kopialien von da bezogen werden. Offerten sind bis zum Submissioustermin Freitag, den 18ees er., Vormittags 11 Uhr, anher einzu⸗ reichen.

Fulda, den 25 Mai 1875.

Der Baumeister. Lünzner.

Verloosung, Amortisation, Zinszahlung u. s. w. von öffentlichen Papieren.

[4261] „Bekanutmachung.

In Gemäßheit der §§. 6, 10 und 14 des Aller⸗ höchsten Prihagest vom 20. Juli 1874 wegen Aus⸗ gabe auf den Inhaber lautender Obligationen hiesiger Stadt im Betrage von 1,500,000 Reichs⸗ währung wird hierdurch bekannt gemacht, daß die Einlösung der Zinscoupons zu den vorstehend be⸗ zeichneten Obligationen, sowie die Rückzahlung der Beträge von ausgeloosten Obligationen außer hiesiger Gemeindekasse der Disconto⸗Gesell⸗ chaft zu Berlin und dem A. Schaaffhausenschen ankverein zu Cöln Fheeschn worden ist. Barmen, den 31. Mai 1875. Der Ober⸗Bürgermeister.

burg i. E., Stuttgart, Wien, Zürich und deren Agenten, sewie alle übrigen größeren Annoncen⸗Bureaus.

N8 A

Preußische Central⸗Bodenkredit⸗ 18787] Alkttiengesellschaft.

Depot⸗Geschäft.

und Effekten.

Die baaren Einlagen sind entweder unverzins⸗ lich, jederzeit rückzahlbar, so daß darüber mit, telst Checks verfügt werden kann, oder verzins lich und gegen Kündigung rückzahlbar.

Für Depositengelder, deren Rückzahlung mit Kün⸗ digung bedungen wird, erhält der Konto⸗Inha⸗ ber bis auf Weiteres:

bei bedungener 3Ztägiger Kündigung 2 % pro anno,

bei bedungener 1monatlicher Kündigung 3 %

pro aunno.

Deponirte Effekten werden zu jederzeitiger Ver⸗ fügung gehalten; die Depotscheine werden auf den Namen des Deponenten ausgestellt.

Die Prospekte können an der Gesellschaftskasse, den Linden 34, in Empfang genomme werden. 1

Berlin, den 22. Mai 1875.

8 Die Direktion. 8 v. Philipsborn. Bossart. Herrmann.

Bekanntmachung.

[3804]

Die nach §. 6 des Privilegiums vom 18. Juni 1869 vorgeschriebene Ausloosung der am 2. Januar 1876 einzulösenden

Schuldverschreibungen der Korporation der

. Königsberger Kanfmannschaft wird am Mittwoch, den 16. Juni c., Nachm. 5 Uhr, in unserm Sitzungszimmer in der neuen Börse Aufgang von der Ostseite erfolgen und ist dem Publikum der Zutritt gestattet.

Königsberg, 19. Mai 1875.

Vorsteheramt der Kaufmannschaft.

8 8

Stargard⸗Posener Eisenbahn. Die auf Grund des Allerhöchsten Privilegiums vom 27. Dezember 1852 emittirten ö2 Posener Eisenbahn⸗Obligationen Litt. A. Ser. I. Nr. 1183 à 100 Thlr. (mit ES und Litt. B. Ser. II. Nr. 5065 à 50 Thlr. (ohne Cou⸗ ponsbogen) sind angeblich dem Eigenthümer ent⸗ wendet worden. Die zeitigen Inhaber derselben werden anfgefordert, diese Obligationen (resp. Cou⸗ ponsbogen) einzureichen oder ihre etwaigen Rechte daran geltend zu machen. [4569] „Die Aufforderung erfolgt dreimal in Zwischen⸗ räumen von vier Monaten. Sollten innerhalb B Monate nach der letzten Aufforderung die öbligationen nicht eingeliefert oder Rechte daran nicht geltend gemacht werden, so wird gemäß §. 6

Der Beigeordnete 1 Groß.

des oben bezeichneten Privilegiums die gerichtliche Mortifikation der Obligationen beantragt und die

Als Depots werden angenommen baare Einlagen

Ausferti zung neuer Dokumente in Stelle der morti⸗ ficirten für den Eigenthümer bewirkt. Breslau den 29. September 1874. 1 Königliche Direktion der Oberschlesischen Eisenbahn.

8

Industrielle Etablissements, Fabriken und Großhandel.

inen Villard⸗Fabrik

von J. Neuhusen,

Berlin, Beuthstr. 2 u. 3. „Breslau, Dresden. Prämiirt in Moskau, Wien, Cassel, Wittenberg und Posen. Größte Auswahl von Billards aller Arten, sowie stets gut assortirtes Lager sämmtlicher Billard⸗Utensilien.

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Koch & Bein, Berlin C., Brüderstraße 29.

Verschiedene Bekanntmachungen.

wess Bekanntmachung.

Die hiesige Magistrats⸗Bureau⸗Assi⸗ stenten⸗ (Registrator⸗) Stelle mit 1350 und bis zu 2100 aufsteigendem Gehalt soll vom 1. August cr. ab besetzt werden.

Qualifizirte civilversorgungsberechtigte Militär⸗

ihrer Zeugnisse bei uns schriftlich zu mel monatliche Probedienstleistung wird vor

Brieg, den 3. Juni 1875. ☛̃ (B. 626)

Der Magistrat. 8