1875 / 151 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 30 Jun 1875 18:00:01 GMT) scan diff

In der Generalversammlung der Rumänischen Eisen⸗ ahnen⸗Gesellschaft vom 29. Juni wurden die Geschäftsberichte verlesen. Nach der Bilanz ist die vorjährige Dividende auf 4 % fest⸗ gesetzt, deren Auszahlung stattfinden soll, sobald die gegenwärtig mit der rumänischen Regierung schwebenden Verhandlungen abgeschlossen sein werden. Ein Antrag eines Aktionärs, dem Aufsichtsrathe die Erhöhung der Dividende auf 5 % anheimzugeben, wurde bei der Ab⸗ timmung mit großer Majorität abgelehnt, nachdem der Vorsitzende es Aufsichtsraths ausführlich dargelegt hatte, daß es zweckmäßig und durch solide Grundsätze geboten sei, die Dividende auf 4 % festzustellen. In den Aufsichtsrath wurden durch Akklamation einstimmig die Her⸗ ren General⸗Direktor Bresson und stellvertretender General⸗Direktor

Ritter v. Engerth zu Wien neu und der Fürst Demeter Ghika zu Bukarest wiedergewählt. Verkehrs⸗Anstalten.

Die Nr. 50 der Zeitung des Vereins Deutscher Eisen⸗ bahn⸗Verwaltungen enthält: Die finanziellen Resultate der e Privatbahnen in den Jahren 1857 1873, von Baurath

arke.

Nach in München hhescängener Mittheilung ist am 27. Juni Nachmittags der 432 Meter lange Tunnel nächst Vorbach auf der bayerischen Bahnstrecke zwischen Schnabelwaid und Kirchenlaibach unter den üblichen Festlichkeiten durchschlagen wor en. Der Tunnel durchbricht die Wasserscheide der Creußen und der Flömitz.

In Amsterdam hat sich in vergangener Woche eine Dampf⸗ schiffahrts⸗Gesellschaft unter dem Namen „Zeeland“ defi⸗ nitiv konstituirt, die es sich zur Aufgabe stellt, eine Eil⸗Dampfschiff⸗ fahrts⸗Verbindung zwischen Vlissingen und London unter niederlän⸗ discher Fagge zu Stande zu bringen und zu unterhalten. Es sind für den Betrieb dieses Dienstes mehrere riesige Dampfschiffe bestimmt, die bereits zu Vlissingen zur Verfügung feebre Die Haupttheil⸗ nehmer bei diesem Unternehmen sind der Prinz Heinrich der Nieder⸗ lande, welcher das Ehren⸗Präsidium der Gesellschaft übernommen hat, und die Königliche niederländische Dampfschiffahrts⸗Gesellschaft, welche sich zugleich der Verwaltung unterzieht. 1.““ 8

Wissenschaftlicher Kunstverein.

„Verlin. In der Sitzung am 19. Mai (Vorsitzender Prof. Lüderitz) beschäftigte die Versammlung der interessante Inhalt einer Studienmappe, welche das Vereinsmitglied Hr. Landschaftsmaler Alexius Geyer zur Verfüßung gestellt hatte. Der Künstler, welcher dem größeren Publikum durch seine zum Theil kühnen Reisen durch ganz Europa und den Orient (wobei er in Gegenden vorgedrungen ist, die vor ihm nie der Fuß eines Malers betreten hatte) bekannt genug ist, hat der Gesellschaft schon so häufig Gelegenheit gegeben, seine dem Publikum unzugänglichen Studienblätter aus den verschiedensten Epochen seiner Künstlerlaufbahn zu bewundern, daß er unter den Vereinsgenossen des unbestrittenen Ruhmes sich erfreut, einer unserer schöpferischsten und dabei vielseitigsten Künstler zu sein, der durch immer neue Reize in seinen Studien zu überraschen versteht. Wie jeder fein Gebildete von einer Reise, die ihm die Naturschoͤnheiten eines fremden Landes vor die Augen führte, unter Anderem auch den einen großen Schatz mit nach Hause bringt, seine Sinne zur Erken⸗ nung der Schönheiten der eigenen Heimath gestärkt zu haben, so zeigt auch unser Künstler, wie die vorliegenden Studien aus neuester Zeit beweisen, eine treue Hingabe an all die kleinen Schönheiten, welche über Wald und Flur in unserer engeren Heimath ausgebreitet sind. Mit kühnem, aber sicherem Pinsel zeichnet er in prächtiger Gruppirung die Blumen der Felder, die Früchte des Gartens und das Vogelleben des Waldes. Derartige hübsche Studien (Bilder könnte man ihrer Vollendung wegen sagen) stammten zum Theil aus Wolfshagen in der Uckermark, von wo der Kuünstler bereits in früheren Jahren prächtige Proben seines Fleißes und seines Könnens mit⸗ gebracht hatte. Aus allerneuester Zeit datirten mehrere zum Theil große Stücke aus Ober⸗Forsthaus Rothehaus bei Gräfenhainchen, welches ihm die verschiedenartigsten Sujets für Stift und Pinsel ge⸗ liefert hatte. Es ist unthunlich, den genauen Inhalt dieser und aller übrigen Studienblätter hier genauer anzugeben. Hervorgehoben muß jedoch werden, daß der Künstler, welcher, auf einer Studienreise be⸗ griffen, der Versammlung nicht beiwohnen konnte, dafür Sorge getra⸗ gen hatte, daß die Rrihenfolge, in welcher die Studienblätter cirku⸗ lirten, durch reiche Abwechselung der Sujets die ganze Vielseitigkeit seines raftlosen Schaffens dokumentirte. Wie er selbst aber augen⸗ scheinlich in der Abwechselung seiner Studien einen hohen künstlerischen Genaß gefunden hatte, so beabsichtigte er offenbar, den Schein der Prunksucht ängstlich vermeidend, in ähnlicher Weise für dauernde Unterhaltung der Versammlung Sorge zu tragen. So gelang es ihm denn auch, die Aufmerksamkeit derselben während der ganzen Sitzung zu fesseln und jene Ermüdung fern zu halten, die sonst nur zu leicht durch eine so große Fülle des Stoffes hervorgerufen wird. Es wechselten mit den bereits oben genannten Studien bald Ansichten vom Bosporus, wie aus dem Orient überhaupt, bald landschaftliche Detailstudien aus unserer märkischen Heimath. Bald folgten groß⸗ artige Ansichten der klassischen Bauwerke Griechenlands und Aegyptens.

hnen gegenüber standen Ansichten aus den verschiedensten Theilen der

chweiz und Tirols. Aus dem Norden und Süden Italiens hatte er Schätze heimgebracht, namentlich aber (und hierher gehörten ganz werthvolle Arbeiten) hatte er den ganzen Lauf der Donau vom Schwabenlande bis tief nach Ungarn hinab studirt. Zugleich waren all die zuletzt genannten Studienblätter ein Beweis dafür, wie uner⸗ schöpflich der Inhalt der Studienmappen des Künstlers sein muß. Obgleich er nämlich zu wiederholten Malen die Belege seiner Reisen der Versammlung vorgelegt hatte, so befand sich doch in der heutigen Vorlage schwerlich ein Blatt, welches schon früher einmal demselben Zwecke gedient hatte.

In der ö am 16. Juni gedachte der Vorsitzende, Geh. Ober⸗Baurath Flaminius, des erfolgten Dahin⸗ eines Ehrenmitgliedes des Vereins, des Geh.

ber⸗Tribunals⸗Raths Schnaase in Wiesbaden, des Hauptbegründers der modernen Kunstgeschichte, eines Mannes von unvergeßlichen Verdiensten, dessen intuitiv schöpferische Kraft zum Glück noch ausgereicht habe, um die Revision seines in zweiter Auflage der Vollendung entgegengehenden mächtigen Werkes bis auf einen kleinen Rest des Mannskripts zu vollziehen. Die Ver⸗ sammlung ehrt das Andenken des Dahingeschiedenen in hergebrachter ernster Weise. Hr. Quaas (für viche Sitzung zugleich Stellver⸗ treter des erkrankten Schriftführers) machte darauf Mittheilungen über die Erweiterung des Germanischen Museums in Nürnberg und über die zu Gunsten der Ausführung für den 7. September angesetzte Verloosung werthveoller Kunstbeiträge. Die Vorlage für die Sitzung

hatte Hr. Historienmaler Jebens übernommen. Er legte theils

Oelskizzen vor, theils Lithographien nach seinen großen Arbeiten, deren Originale in den Jahren 1845 bis 1863 im Auftrage des perstorbenen Kaisers Nicolaus 1. und seines Sohnes, des regierenden Kaisers Alexander II. von Rußland, in St. Petersburg von ihm herge⸗ stellt worden sind. Die Oelskizzen haben das russische Corps und Lagerleben in sehr charakteristischen Situationen zum Scpenstande die Lithographien die abgeschlossenen Regimenter in ihren Abstufun⸗ gen, gleich interessant durch Kostüme und Porträts und der letzteren halber auch allen Truppentheilen durch die geschehene Vervielfältigung zugänglich gemacht. Nachdem die Gesellschaft Hrn. Jebens für die schöne Vorlage gedankt hatte, legte Hr. Major Duncker die zum Gedenktage der Schlacht bei Fchrbellin vom General v. Witz⸗ leben und Geh. Archivrath Dr. Hassel publizirte Schrift vor. Großes Interesse erregte neben anderen diskutirten Thatsachen ein faksimilirtes Handschreiben des Großen Kurfürsten, wie der in Me⸗ rianscher Manier ausgeführte Schlachtplan.

In der gestrigen außerordentlichen Sitzung der Stadt⸗ verordnetenversammlung kam die Entwässerung der Alten Schönhauserstraße zur Debatte. Die Nothwendig⸗ keit der Entwäasserung ist allseitig unbestritten und die Aus⸗ führung im Wege der Exekution Seitens des Königlichen Polizei⸗ Präsidiums bereits angedroht. Zur Abwendung derselben legte Magi⸗ strat ein Projekt zur unterirdischen Entwässerung mittelst einer Thon⸗ rohrleitung vor, welches sich nach der Erklärung des Bauraths Hobrecht in seinen wesentlichen Theilen für die Kanalisation des Ra⸗ dialsystems V. verwerthen läßt. Zu den auf 77,000 veranschlagten Kosten liefert die Große Berliner Pferdeeisenbahn⸗Aktiengesellschaft einen Beitrag von 24,000 Das Projekt wurde in der vorlie⸗ genden Form genehmigt, jedoch in der Veranesefang daß die der Stadt erwachsenden Kosten später aus der Kanalisationsanleihe zurück⸗ erstattet werden. In Betreff einer Petition des Schützenbundes der Provinz Brandenburg um Bewilligung eines Ehrenpreises Seitens der Stadt Berlin zu dem vom 1. bis 8. August in Stutt⸗ r stattfindenden fünften deutschen Bundesschießen wurde von der

ersammlung ablehnend beschlossen.

Der Württembergische Kunstverein zur Förderung der bildenden Künste in Württemberg, zu gemeinschaftlichem Kunstgenusse und Pflege des Kunstsinns, bildet mit den Vereinen zu Karlsruhe, Darmstadt, Mainz, Mannheim, Freiburg und Straßburg den Rhei⸗ nischen Verein, um mit verbundenen Kräften ergiebigere Jahresaus⸗ stellungen und werthvollere Vereinsgaben zu erzielen. Seine Zwecke ucht der Kunstverein, wie alle ähnlichen, zu erreichen durch Aus⸗ tellungen, Ankäufe von Kunstwerken zur Verloosung unter die Mit⸗ glieder, Veranstaltung von graphischen Nachbildungen zur Vertheilung als Vereinsgabe und Verbindung mit anderen Kunstvereinen und Haltung geeigneter Kunstjournale. Der jährliche Betrag für

eine Aktie, deren Erwerb die Mitgliedschaft bedingt, beträgt 5 Fl. 3 Kr. süddeutsch. Zum Zweck der in Stuttgart alle gg Jahre zu veranstaltenden Kunst⸗Ausstellung steht der

erein weiter in Verbindung mit den Kunstvereinen in Augsburg, Wiesbaden, Würzburg, Fürth, Bamberg, Bayreuth und Regensburg. Daneben verkehrt derselbe noch mit dem Kunstverein in München in Folge einer bedeutenden Aktienzeichnung von seiner Seite in der Weise zu Gunsten seiner Ausstellung, daß ihm die von letzterem Verein angekauften und für seine Verloosung bestimmten zahlreichen Kunstwerke auf einige Zeit zur Ausstellung anvertraut werden. Wir werden auf den Verein des Weiteren zurückkommen, sowie der nächste Geschäftsbericht uns übermittelt wird.

Die Gestaltung des Festzugs für das in Stuttgart bevor⸗ stehende V. deutsche Bundesschießen am 1. August, die Auf⸗ stellungsart und der Weg desselben durch die Stadt ist nunmehr bis ins Einzelste festgestellt und vom Centralcomité bereits genehmigt. Dem eigentlichen Schützenzug, d. h. demjenigen Theil, der die Schützen aller Länder in geschlossener Folge enthält, werden sechs Gruppen vorangehen: 1) die Avantgarde, bestehend aus Turnern und Feuerwehrmännern; 2) die Abtheilung, welche den Festzug von städti⸗ scher Seite eröffnet: das Stadtreitercorps, die Stadtfahne, der Vor⸗ sitzende des Fest⸗ und Zugscomités, eine Abtheilung berittener Schützen der hiesigen Gilde; 3) eine Gruppe schwäbischer Trachten im Origi⸗ nal; 4) eine kostümirte historische Gruppe aus dem 16. Jahrhundert; 5) die Bundesfahne mit Begleitung und 6) die Bundesbehörden, Ehrengäste ꝛc. Die Uebergabe der Bundesfahne vom letzten Festort, Hannover, an die Stadt Stuttgart wird vor dem Königsbau statt⸗ finden, wo zu diesem Zweck eine Tribüne errichtet werden wird. Der Weg, den der Zug einnimmt, geht vom Schillerplatz aus durch die verchge gecft⸗ über den Charlottenplatz, durch einen Theil der oberen Neckarstraße, Planiestraße, am Königlichen Residenzschloß und Königlichen Hoftheater vorüber in die Königsstraße, durch die obere Königsstraße, Tübinger⸗ und Hauptstätterstraße, über den Wilhelms⸗ platz, durch die Wilhelms⸗, Olga⸗, Charlotten⸗ und Neckarstraße auf den Festplatz, wo bald nach Ankunft und Auflösung des Zuges das erste Festbankett in der Halle beginnt.

Für den in Nürnberg stattfindenden deutschen Juristen⸗

tag ist folgende Tagesordnung festgesetzt: Erste Plenarsitzung (Don⸗ nerstag, 26. August, Vormittags): 1) Wahl des Vorsitzenden und seiner Stellvertreter, 2) Vertheilung der Berathungsgegenstände an die Abtheilungen, 3) Bericht über die Rechtsentwickelung in Deutsch⸗ land seit der letzten Juristentags⸗Versammlung, erstattet von Herrn Justiz⸗Rath v. Wilmowski aus Berlin. Sitzungen der Abtheilun⸗ gen: 1) Gesetzgebungsfragen, betreffend die Vormundschaft: a. Soll die Ober⸗Vormundschaft, soweit sie dem Staate obliegt, durch Einzel⸗ richter oder durch Kollegialgerichte ausgeübt werden? b. Soll die Ober⸗ vormundschaft dem Staate allein vorbehalten werden oder eine Mit⸗ wirkung der Familie oder Gemeinde stattfinden; c) Soll das In⸗ stitut eines beaufsichtigenden Gegen⸗ (Ehren⸗) Vormundes überhaupt, für alle oder nur für einzelne Fälle eingeführt werden? d. Empfiehlt sich die Beibehaltung der Depositalverwaltung für Mündelgelder, und welche Grundsätze rechtfertigen sich hinsichtlich der Kautionsbestellung der Vormünder (Gutachten von: Stadtgerichts⸗Direktor Anton in Berlin, Rechtsanwalt Leonhard in Breslau). 2) Ist es wünschens⸗ werth und ausführbar, das eheliche Güterrecht für ganz Deutschland durch ein einheitliches Gesetz zu kodifiziren, und auf welcher Grund⸗ lage? (Gutachten von: Ober⸗Appellationsgerichts⸗Rath v. Beaulieu⸗ Marconney in Oldenburg, Prof. Dr. Rich. Schröder in Würzburg, Justiz⸗Rath Dr. Euler in Fraukfurt a. M., Prof. Dr. v. Roth in München, Geh. Justiz⸗ und Appellationsgerichts⸗Rath Dr. Agricola in Eisenach.) 3) Soll die väterliche Gewalt, insbesondere als Grund der Beschränkung der Handlungsfähigkeit, kraft des Ge⸗ setzes mit der Großjährigkeit des Hauskindes erlöschen? (Gutachten von Professor Dr. Pfaff in Wien, Ober⸗Tribunals⸗Rath Struckmann in Berlin). 4) Kann die Privatanklage im weiteren Umfange, als für Beleidigungen in das deutsche Strafverfahren eingeführt werden? (Gutachten von Professor Dr. v. Holtzendorff in München.) 5) Empfiehlt sich eine Beschränkung der Antragsverbrechen und Vergehen des deutschen Strafgesetzbuches? (Gutachten von Ober⸗ Gerichts⸗Rath Thomsen in Hamover, Ober⸗Appellationsgerichts⸗Rath Dr. John in Lübeck.) 6) Soll im Falle der Freisprechung (oder der Nichterhebung der Anklage) für die Untersuchungshaft eine Ent⸗ schädigung gewährt werden? (Gutachten von: Professor Dr. Nissen in Straßburg, Ober⸗Tribunals⸗Rath v. Köstlin in Stuttgart Hofrath Professor Wahlberg in Wien, Professor Dr. Ullmann in Innsbruck, Appellationsgerichts⸗Rath Dr. Vollert in Eisenach.) 7) Soll die Zeug⸗ nißpflicht in Kriminalsachen so lange nicht anerkannt werden, bis die Untersuchung die Richtung gegen eine bestimmte Person genommen hat? (Gutachten von Professor Dr. Ullmann in Innsbruck.) d) Soll eine Reform des Zwangsversteigerungsverfahrens dahin erstrebt werde, doß der Zuschlag nicht ertheilt werden darf, wenn das Gebot den Betrag der dem betreibenden Gläubiger vorhergehenden Hypotheken nicht über⸗ steigt? (Gutachten von Ober⸗Appellationsgerichts⸗Rath Dr. v. Salpius in Celle, Advokat Dr. Heinsen in Hamburg.) 9) Soll die Jury in den deutschen Civilprozeß eingeführt werden? (Gutachten von: Professor Dr. v. Bar in Breslau, Professor Dr. Brunner in Berlin, Ober⸗ erichts⸗Assessor Dr. Westerkamp in Hannover.) 10) Frage (von der ständigen Deputation des Juristentages gestellt) über die rechtliche Natur, die Zuständigkeit und Verhandlungsform der Verwaltungs⸗ jurisdiktion (Referent: Professor Dr. Gneist in Berlin). 11) Frage (von der Deputation gestellt): Wie ist die Zulässigkeit der Klageän. derung in der deutschen Civilprozeßordnung sachgemäß zu bestimmen? (Referent: Appellationsgerichts⸗Präsident Kühne in Greifswald.) Die 2. Plenarsitzung findet am 28. August statt. Die Tagesordnung hiefür wird besonbers festgesetzt.

Am. 19. und 20. Juni g7 in Heidelberg die deutschen

Juristentag versammelt. Nach⸗

Auditeure zu einem Milität⸗ . ährlich einmal eine größere An⸗

dem schon in früheren Jahren sich ahl von Auditeuren des westlichen Deutschland in kollegialischer Ge⸗ felligkeit zusammengefunden hatte, lag nach den Jahren 1870 und 1871 und nach Emanirung eines allgemeinen dentschen Militär⸗ Strafrechts der Gedanke nahe, den Kreis der Theilnehmer weiter zu ziehen und auch Berufsgenossen aus dem Norden und Süden Deutsch⸗ lands einzuladen. So fand in diesem Jahre zum zweiten Mal die Vereinigung in Heidelberg statt. Gegen dreißig Militär⸗Justizbeamte aus den verschiedensten Garnisonen des Reichs Mainz, Frankfurt, Darmstadt, Karlsruhe, Rastatt, Straßburg, Metz, Diedenhofen, Saarlouis, Cassel, Ludwigsburg, Stuttgart, Ulm, Würzburg und München hatten sich im Gasshof zum „Prinz Karl“ eingefunden, wo in dem mit deutschen Farben und mit Pflanzen aller Art dekorirten Saal, an dessen einer Seite die Büste Sr. Majestät des Kaisers in⸗ mitten des grünen Laubwerks aufgestellt war, die Vorversammlung stattfand. Alte Bekanntschaften und Verbindungen, theilweise aus den Feldzügen 1866 und 1870, wurden freudig erneuert und neue angeknüpft, ernste und heitere Gedanken wurden zwischen Nord und Süd ausgetauscht, und erst in später Stunde ging man auseinander. Bei dem gemeinschaftlichen Mittagsmahl am 20. brachte General⸗ Auditeur v Wiedenmann aus Württemberg, welcher präsidirte, den ersten Toast aus, der Sr. Majestät dem Kaiser galt.

Diesem ersten Trinkspruch folgte eine Reihe weiterer theils ernst,

theils humoristisch gehaltener Reden und Festlieder. Begrüßungs⸗ telegramme liefen ein von Königsberg, Breslau, Berlin (von Mit⸗ gliedern des dortigen General⸗Auditoriats) u. a. O. Auf ein Schreiben des preußischen General⸗Auditeurs Fleck, welches zur Verlesung kam und worin dieser sein lebhaftes Bedauern aussprach, aus Gesund⸗ heitsrücksichten nicht persönlich sich einfinden zu können, wurde ihm ein telegraphischer Gruß „der versammelten deutschen Auditeure“ über⸗ mittelt. Spät erst trennte man sich, um mit den verschiedenen Nacht⸗ zügen der Heimath wieder zuzueilen.

Die wachsende Bedeutung der „Luftkurorte“ im Hochgebirge bringt es mit sich, daß immer weitere Orte desselben zu diesem Zwecke ins Auge gefaßt werden. Der zunehmende Besuch der Tarasper Quellen hat die Aufmerksamkeit der fremden Besucher immer mehr auch auf die klimatischen, früher gar nicht in Anschlag gebrachten Vorzüge dieses Kurortes, wie des Unter⸗Engadin überhaupt, gelenkt, und bald wiesen die Aerzte auf das nahe gelegene Vetan als be⸗ sonders geeignet für den längeren Aufenthalt von Brust⸗ und Nerven⸗ leidenden. Das Dorf Vetan, 5490 Fuß über dem Meere gelegen im Kreise Untertasna des Innbezirkes, breitet sich auf einer ziemlich großen, von Westen nach Osten sich dehnenden, leicht muldenförmigen Terrasse am Fuße der Vorberge des Piz Minschun aus. Westlich die an der linken Seite von Val Tasna von der Laret⸗Alp

er vorspringenden Gneißkuppen, hinter welchen die massige Form des

Piz Cotschen (Rothhorn, 10,097 Fuß) sich erhebt, das Dorfplateau ab; östlich geht es allmählich in das fast ununterbrochen bis gegen Sins sich erstreckende Weiden und Alpengebiet über, während der Blick nach Norden zunächst die Pyramide des Piz Glüna (9296*) und die sanft ansteigende, schön abgerundete Kuppe des Motta Naluns (7140*) beherrschen. Nach Süden fällt die trotz ihrer Steilheit vielfach der Kultur unterworfene Thalwand rasch dem Inn zu und endigt meist in jähen Felsabstürzen, an deren Fuß die von Ardez herkommende Poststraße sich hinwindet. Statt⸗ liche Gebäude geben dem über 500 Einwohner und 200 Häuser ählenden Dorfe ein solides und behäbiges Ansehen. Das Klima von Betan ist warm und milder, als das der anderen, in der nämlichen Höhe liegenden Orte des Hochgebirges und zeichnet sich denselben gegenüber zugleich durch eine trockene Luftkonstitution aus. Dieser entsprechend sind die Anzahl der klaren Tage, namentlich zur Winters⸗ zeit, und die seltenen Nebel hervorzuheben. Vetan hat schon seit Jahren Besucher gehabt, die hauptsächlich in Privatlogis Unterkunft fanden; in neuester Zeit ist ein neuer Gasthof „Hotel und Pension Victoria“ eingerichtet worden, welcher bei mäßigen Preisen und guter Einrichtung allen billigen Anforderungen entspricht. Uebrigens wird auch hier, wie in Davos und Samaden die Manchem paradox scheinende Erfahrung gemacht werden können, daß nicht nur der Sommer, sondern gerade der Winter (bis gegen Eintritt der Schneeschmelze) eine für den Aufenthalt von Leidenden geeignete Zeit bildet. Näheres theilt die topographisch⸗klimatologische Skizze von Dr. E. Killias, Badearzt in Tarasp: „Vetan im Unter⸗ Engadin als Luftkurort“ mit (Chur, Hitz'sche Buchhandlung).

Ueber die Ueberschwemmungen in Süd⸗Frankreich lieskn aus Paris, 28. Juni, folgende Meldungen vor: Nach den letzten Nachrichten aus Toulouse werden die Arbeiten in St. Cyprien und den übrigen Stadttheilen, welche die Wasser heimsuchten, mit größ⸗ tem Eifer fortgesetzt. Ueberall stößt man auf Leichen. Ganze Fa⸗ milien sind umgekommen. So fand man unter den Trümmern eines hensen ein Elternpaar nebst drei Kindern, welche sich alle eng umschlof⸗ en hatten, als sie gemeinsam den Tod fanden. Viele Leute kletterten, als die Wasser mit wilder Wuth über St. Cyprien herstürzten, auf die Bäume, aber dort war auch keine Sicherheit; die Fluth riß sie herunter; nur Einem gelang es, sich oben zu halten, aber als man ihn herabnahm, war er eine Leiche. Der Anblick, welchen St. Cyprien darbietet, ist ein furchtbarer. Ein Berichterstatter schreibt: „Es gehört die Feder Dante’'s dazu, um nur ein annäherndes Bild von dieser Verwüstung zu geben.

„Die oberen Gegenden der Gironde sind ebenfalls arg ver⸗ heert worden. Cérous steht ganz unter Wasser; in dem unteren Theile der Stadt geht dasselbe bis zum ersten Stock. Bei Barsac ist die Landstraße zwei bis drei Meter hoch mit Wasser be⸗ deckt. Der Eisenbahndamm ist theilweise weggerissen. Die Ver⸗ heerungen auf dem flachen Lande sind furchtbar, und ein großer Theil der Ernte ist zu Grunde gerichtet. In Bordeaux ist die Gironde noch nicht aus ihren Ufern getreten; aber die Strömung ist so furchtbar, daß die kleinen Dampfboote, die von einem Ufer nach dem andern fahren, ihren Dienst einstellen mußten. Der Strom ist mit Holz, Vieh, Möbeln aller Art, selbst Kinder⸗ wiegen bedeckt. Von Zeit zu Zeit treibt derselbe auch Leichen. Man sucht zu retten, was man kann; längs der Quais sind Polizei Agenten und Gensd'armen aufgestellt, welche die geretteten Sachen in Empfang nehmen. Unter denselben befindet sich ein Glasschrank und ein mit zwei Ochsen bespannter- Wagen.

In den Basses Pyrenées, wo der Gave austrat, sind alle Wiesen und Felder verwüstet worden. Besonders stark litt das Thal Tardits, wo alle über den Saison führenden Brücken zerstört und die ganze Ernte vernichtet wurde. In den „Landes“, durch welche der Adour fließt, sind die Verheerungen ebenfalls groß; die ganze Ernte ist dort verloren. Die S litten weniger. Doch wurden auch dort mehrere Brücken zerstört und ein Theil der Ernte vernichtet. Der Aude richtete im Hérault⸗Departement große Verheerungen an. Ein Theil der Ernte wurde vernichtet; Menschenleben sind aber nicht zu bekla⸗ gen. Tarbes hatte in Folge des Austretens des Adour stark gelitten. Die dortige Brücke stuͤrzte ein. Von des Morgens früh hatten sich eine Masse Leute auf derselben versammelt, um den wild dahin stürzenden, Getreide, Möbel, Bäume u. s. w. mit sich fortreißenden Fluß zu betrachten. Gegen 12 Uhr bemerkten mehrere Leute, daß die Brücke Sprünge habe und der Einsturz drohe. Die Menge auf der Brücke wurde gewarnt: aber sie glaubte, man wolle scherzen, als plötzlich die Brücke zu wanken begann. Nun suchte sich Alles zu retten, aber einige Sekunden darauf brach die Brücke zusammen, und sechs oder acht Personen stürzten in die Fluthen hinab. In Basnores hausten die Wasser furchtbar. Zwei Brücken wurden fortgerissen und die große sebee Geruzet gänzlich vernichtet. In Lot et Garonne war die Ueberschwemmung schrecklich. In und bei Agen erreichten die Wasser eine Höhe von 11 Meter. Der Verlust von Menschen⸗ leben und Eigenthum aller Art wird als sehr groß bezeichnet.

Fernere telegraphische Berichte melden: Das kleine Dorf Saint Jony ist furchtbar mitgenommen worden. Castelsarrasin ist gänzlich zerstört; 300 Häuser sind eingestürzt, 60 Todte. Das Wasser bedeckt noch einen Theil der Stadt. In Moissac, das weniger gelitten, als die Nachbarorte, fand man fünf Leichen. In St. Cyprien erricht en die Truppen Hütten für die Einwohner, die sich ohne Obdach befin · den. In Agen war am 27. die Garonne in ihr Bett zurückgetreten. Man pumpte das Wasser aus den Kellern. Der in der Stadt ange⸗ richtete Schaden ist groß. Die Zahl der Todten auf dem Lande be⸗ trägt 10. Viel Vieh ist zu Grunde gegangen.

Redacteur: F. Prehm. Berlint Verlag der Expeoition (Kessel). Drua W. Elsner. Vier Beilagen 8 (einschließlich Börsen⸗Beila e).

zum Deutschen Reichs⸗Anzeiger und Königlich Pre

N 151.

Erste Beilage

Berlin, Mittwoch, den 30. Juni

Königreich Preußen. Finanz⸗Ministerium.

ersonal⸗Veränderungen in der Königlich preußi⸗

schen Staatsforstverwaltun A. Beoil den Oberforstmeisterstelken⸗

Der Oberforstmeister Weyer zu Düsseldorf ist vom 1. Juli 875 ab in den Ruhestand versetzt und sar Shene dem hen Oberforstmeister beförderten bisherigen Forstmeister Tramnitz III.

zu Potsdam verliehen worden. B. Bei den Forstmeisterstellen:

Der Forstmeister Thielmann zu Idstein, Reg. Bez.

Wiesbaden, ist verstorben. Befördert sind die Morbach, Reg. Bez. Trier,

von Proff⸗Irnich zu Coblenz auf die Merseburg⸗Wendelstein versetzt e

Waldeckschen Forstverwaltung Oberforstmeister geworden.

ten. Die von diesem verwaltete

worden.

Der Forstmeister Israel verlegt 1./7. 75 seinen Wohnsit von Frankenberg nach Cassel und tritt zugleich in das eh

Regierungskollegium als technisches Mitglied ein.

C. Bei den Oberförsterstellen. a. Verwaltungs⸗Aenderungen: Nach der Pensionirung

zu Himmelpforten übertragen worden.

Von den beiden Revieren Kupp und Poppelau im Reg. Be⸗ Oppeln ist eine dritte Oberförsterei abgezweigt worden, 8

den Namen Kupp⸗Nord erhalten hat.

Nach dem Tode des Oberförsters Ribbentrop zu Heiligen⸗ dorf, Prov. Hannover, ist die dortige Oberförsterei aufgeköst 8 dem Reviere Stellfelde zu der einen Oberförsterei Fallersleben vereinigt und diese dem bisherigen Oberförster zu Stellfelde,

Namens Ballauf, übertragen worden. Der bisherigen

der Name Hinternah beigelegt worden. 6 11 eg 5 S Zanderbrück und Eisen⸗ rück im Reg. Bez. Marienwerder ist die Oberförsterei . 8 Fene worden. süeß Pflaster Verstorben sind die Oberförster: Hartung zu Scharnebeck, Prov. Hannover; Cronenbold zu Rafsin Vber⸗ försterei Oestrich, Reg. Bez. Wiesbaden; Liers zu Ramuck, Reg. Bez. Königsberg; Schmidt zu Potsdam; Gleitz zu Carlsbrunn, Reg. Bez Trier; Froeb zu Hailer, Revier Langen⸗ selbold, Reg. Bez. Cassel; Hintze zu Oschersleben, Revier Schermcke, Reg. Bez. Magdeburg; Prang zu Nicolaiken, Reg. öe. Gumbinnen; Ribbentrop zu Heiligendorf, Prov. Han⸗

over.

wc. Pensionirt sind die Oberförster: Stamm zu Breitenbach, Forstrevier Liedersdorf, Reg. Bez. Cassel; Beh⸗ rensen zu Hemeln, Prov. Fensees Frömbling zu Hese⸗ dorf, desgl.; Gerdes zu Sandhorst, desgl.; Friedrich zu Ebstorf, desgl.; Wundram zu Eschede, Forstrevier Schafstall, desgl.; Müller zu Escherode, desgl.; Knauth zu Clötze, Reg. Bez. Magdeburg; Graßhoff zu Burgstall, desgl.

d. Versetzt sind die Oberförster: Busse von Rosen⸗ garten nach Scharnebeck, Prov. Hannover; Brandt von Win⸗ zenburg nach Ebstorf, desgl., und Ahrend von Schoningen nach Winzenburg, desgl.; Fritsche von Duderstadt auf die Oberförsterstelle Schafstall zu Eschede, desgl.; Rembe von Niederaula nach Liedersdorf, Reg. Bez. Cassel; v. Wrede von Hofgeismar nach Langenselbold, desgl.; Winkel von Purden nach Ramuck, Reg. Bez. Königs⸗ berg; Koch von Scharffenbrück, Reg. Bez. Potsdam, auf die Oberförsterstelle Potsdam; Godbersen von Trappönen, Reg. Bez. Gumbinnen, auf die Oberförsterstelle Scharffenbrück zu Waltersdorf, Reg. Bez. Potsdam; Weber zu Marburg, Reg. Bez. Cassel, auf die Oberförsterstelle Oestrich zu Winkel, Reg. Bez. Wiesbaden; Hertel von Gramzow, Reg. Bez. Potsdam, nach Marburg und zur Linde von Bülowsheide, Reg. Bez. Marienwerder, nach Gramzow; Hassenstein von Sal⸗ münster, Reg. Bez. Cassel, auf die Oberförsterstelle Sand⸗ horst zu Aurich, Prov. Hannover; Vietze von Czersk, Reg. Bez. Marienwerder, auf die Oberförsterstelle Himmel⸗ pfort⸗Ost im Reg. Bez. Potsdam; Spangenberg von der Oberförsterei Meißner zu Frankenhain, Reg. Bez. Cassel, auf die neu gebildete Oberförsterstelle Kupp⸗Nord, Reg. Bez. Oppeln, Seehusen von Neu⸗Sternberg nach Hartigswalde, Reg. Bez. Königsberg und Kennemann von Hartigswalde nach Neu⸗ Sternberg; Ide von Daun, Reg. Bez. Trier, nach Escherode, Prov. Hannover; Ostendorf von Schweinitz auf die Ober⸗ försterstelle Schermcke zu Oschersleben, Reg. Bez. Magdeburg.

e. Zu Oberförstern ernannt und mit Bestallung versehen sind die Oberförster⸗Kandidaten: v. Schlebrügge, Premier⸗Lieutenant im Reitenden Feldjäger⸗Corps, zum Oberförster in Schweinitz, Reg. Bez. Magdeburg, Rausch, Revierförster zu Holzheim, zum Oberförster zu Nieder⸗ aula, Reg. Bez. Cassel; v. Schuckmann, Lieut. im Reit. Feldj. Corps, zum Oberförster zu Trappönen, Reg. Bez. Gum⸗ binnen; Kopp zum Oberförster für Meißner zu Frankenhain, Reg. Bez. Cassel; v. Schütz, Prem. Lieut. im Reit. Feldj. Corps, definitiv Oberförster in der von ihm interimistisch ver⸗ walteten Oberförsterei Nassawen, Reg. Bez. Gumbinnen; von

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h sätßter e. 8 almuth zu w 1 m Forstmeister der Inspekti Minden⸗Paderborn bei der Regierung zu Minden, 8 Pircen zu Himmelpfort⸗Ost, Reg. Bez. Potsdam, zum Forstmeister der Inspektion Wiesbaden⸗Idstein bei der Regierung zu Wiesbaden. Der Forstmeister von Blumen zu Merseburg ist auf die Forstmeisterstelle Potsdam⸗Oranienburg und der Forstmeister

Forstmeisterstelle

Der Forstmeister Hotzen zu Lauterburg, Prov. Hannover, ist aus dem preuß. Staatsdienste geschieden und in F vörftlih Seine Stelle hat der Forstmeister Wellenberg unter Beibehaltun seines Wohnsitzes in Hannover und dessen Forstmeisterstelle Gesstraß Hankensbüttel der Forstmeister Auhagen in Hannover erhal⸗ 1— Forstinsp. Hannover⸗Dassel ist aufgelöst und die dazu gehörigen Oberförstereien sind P. Forstinspektionsbezirken Uslar, Northeim und Münden zugetheilt

es Oberförsters Frömbling zu Hesedorf, Prov. Hannover, sind die beiden Reviere 2ee ee Himmelpforten unter Abzweigung des Schutzbezirks Whingst zur Oberförsterei Bederkesa (Holzurburg) zu der einen Oberförsterei Himmelpforten vereinigt und diese ist dem Oberförster Lamprecht

b Oberförsterei Schleusingen⸗Neuendorf im Reg. Bez. Erfurt ist dem Wohnsitze des Oberförsters

im Drag. Regt. Nr. 26, zum Sec. Lt. ernannt.

förster in Duderstadt, Prov. Hannover; im Reit. Feldj. Corps, zum Oberförster in Bülowsheide, Re

daselbst.

Oberförster: Prigge zu Vöhl, Reg. Bez. Cassel; Altenbecken, Reg. Bez. Minden; F.rg zu Por;

Reg. Bez. Gumbinnen; Stahl zu Carlsbrunn, Reg. Be⸗ Trier, und Werner zu Pelplin, Reg. Bez. Danzig.

mühle, Reg. Bez. Marienwerder; Bez. Gumbinnen; Krafft zu Daun, Reg. Bez. Trier.

Bez. Marienwerder; Wehowski, int. Verwalter der Ober⸗ försterei Mirau, Reg. Bez. Bromberg, definitiv zum Oberförster

„f. Die bei der definitiven Anstellung als Ober⸗ förster vorbehaltene Bestallung haben besen die t eg. Bez. Trier; v. Mengerssen I. zu Rosengarten, Prov. Lodemann zu Hemeln, desgl.; Mehlburger zu Padrojen,

g. Mit Vorbehalt der Ausfertigung der Be⸗ stallung und Feststellung der Anesennufiht find als Oberförster definitiv angestellt worden die Ober⸗ förster⸗Kandidaten: Hinüber zu Morbach, Reg. Bez. Trier; Müller in Schoningen, Prov. Hannover; Kutzen zu Pflaster⸗ Gercke zu Nicolaiken, Reg.⸗

g.

z.

8 Personal⸗Veränderunngen. 8 Königlich Preußische Armee. ffiziere, Portepee⸗Fähnriche ꝛc. Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. Im stehenden Heere. Ems, 22. Juni. v. Schell, Major vom Großen Gen. Stab

bis Ende Juli cr. zur Disposition des Chefs des Gen.

ßen Gen. Stabe, Münnich,

April 1876 kommandirt.

Frhr. v. Forstner, Pr. Lt. vom Infan

dem gedachten Regt. aggregirt.

F., zum Pr. Lt. befördert.

verliehen. 8 urch Verfügung des Kriegs⸗Ministeri Den 24. Juni. g steriums.

1. Oktober 1875.

Beamte der Militär-Verwaltung. Durch Verfügung des Kriegs⸗Ministeriums. Den 24. Juni. Lundgreen I., Ober⸗Büchsenmacher, vo

Erfurt, zu dem Waffen⸗Revisions⸗Kommando versetzt Königlich Bayerische Armee. Offiziere, Portepee⸗Fähnriche zc. 1“ Abschiedsbewilligungen. v16“ Im stehenden Heere. Durch Allerhöchste Verfügung. Den 18. Juni. Frhr. v. Donnersperg, char. Oberst⸗Lt.

Charaktens als Oberst verabschiedet.

Beamte der Militär-Verwaltung. Durch Allerhöchste Verfügung. ““ Den 17. Juni. Altschuh, Rath von der Intendant. des I

form, verabschiedet. Den 21. Juni. Weißense Aspirant vom 2. Inf. Regt. beim Proviant⸗Amt Augsbu Zahlm. Aspirant vom 6. 2 ünt Ih. zu Assistenten ernannt.

(Königlich Würtiembergisches) Armee⸗Corps. Offiziere, Portepee⸗Fähnriche ꝛc. Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen.

b Im stehenden Heere. Durch Allerhöchste Verfügung.

Stuttgart, 14. Juni. v. 1 Port. Fähnr. . Körbling, von Biela, Unteroffe, im Gren. Regt. Nr. 123, zu Port. Fähnre⸗ Stein, überz. Unteroff. im Inf. Regt. Nr. 125, zum Port. Fähnr. im Inf. Regt. Nr. 126, Havenstein, Gefr. im Fuß⸗Art. Bat. Nr. 13, Petermann, überz. Unteroff. im Drag. Regt. Nr. 25, zu Porf. efrs⸗ b Fab

uttgart, 18. Juni. v. Faber du Faur, Major und Bats. Commdr. im Gren. Regt. Nr. 123, zum Gren. Regt. 88 119 kommdrt. Behufs Uebernahme des 1. Bats. dieses Regts., v. Röll, Major im Gren. Regt. Nr. 123, in das Inf. Regt. Nr. 120 ver⸗ setzt. v. Sprösser, Hauptm. und Comp. Chef im Gren. Regt. Nr. 123, zum Major, Baur, Hauptm. und Comp. Chef im Gren. Regt. Nr. 123, unter Versetzung in das Inf. Regt. Nr. 124, zum Major, von Niethammer, Premier⸗Lieutenant im Grenadier⸗ Regiment Nr. 123, zum Hauptmann und Compagnie⸗Chef, Schwarz, 2. Lt. im Inf. Regt. Nr. 122, unter Versetzung in das Gren⸗Regt. Nr. 123, zum Hauptm, und Comp. Chef, befördert. Fischer I., Pr. Lt. im Gren. Regt. Nr. 123, in das Inf. Regt. Nr. 122 persetzt. Wibbekink, Sec. Lt. im Grenad. Reg. Nr. 123, Scharpff, Sec. Lt. im Inf. Reg. Nr. 122, zu Pr. Lts., befördert. Frhr. v. Watter, Pr. Lt. im Feld⸗Art. Regt. Nr. 29, kommdrt. als

Adjut. zur 13. Art. Brig, zum Hauptm. und Battr. Chef unter vorläufiger Belassung in seinem Kommdo. Verhältniß befördert. ““ I1 1“

in das Feld⸗Art. Regt. Nr. 10 versetzt; derselbe verbleibt jedoch noch Dis tabes der Armee, Frhr. v. Schleinitz, Merckel, Lenke, Hauptl. vom Gro⸗ 2 Hauptm. vom Gen. Stabe der 30. Division, Lademann, Hauptm. vom Gen. Stabe der 11. Div., zu Majors, befördert. v. Alten, Hauptm. und Battr. Chef im Feld⸗ Art. Regt. Nr. 10, unter Beförderung zum Major und Ueberweisung zum Großen Gen. Stabe, in den Gen. Stab zurückversetzt. Siercks, Pr. Lt. vom Gren. Regt. Nr. 8, zum 1. Juli cr. von seinem Kom⸗ mando als Erzieher bei dem Kadettenhause zu Berlin entbunden. v. Skal I., Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 61, als Erzieher bei dem Kadettenhause zu Berlin vom 1. August cr. ab vorläufig bis zum 1.

Regt. Nr. 67, von seinem Kommdo. als Assistent der Comp. Chefs bei dem Kadettenhause zu Ploen Bom 12 Fealt cr. ab ““ 8. 1 Zach, Pr. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 26 und kommdrt. als Erzieher bei dem Kadettenhause zu Berlin vom 1. August cr. ab als Assist, der Comp. Chefs zum Kadettenhause in Ploen kommandirt. v. Düring, Pr. Lt. vom 2. Garde⸗Regt. zu Fuß, unter Beförderung zum Hauptm., zum Vorstand des Fest. Ge⸗ - in Cüstrin ernannt, v. Zitzewitz, Sec. Lt. vom 2. Garde⸗

egt. z. †. l. Bödicker, Hauptm. und Vor⸗ stand des Fest. Gefängnisses in Stettin, ein 88 seiner Charge

Henning, Zeug⸗Lt. vom Art. Depot in Danzig, zum Art. Depot in Berlin, Galley, Zeug⸗Lt. 5 Art. Depot in Breslau, zum Art. Depot in Danzig, Laehn, Zeug⸗Lt. vom Art. Depot in Berlin, zur Depot⸗Verwaltung der Art. Prüf. Kommiss. versetzt, die beiden ersteren sogleich, ꝛc. Laehn erst zum

dem Waffen⸗Revisions⸗Kommando in Klingenthal, zur Gewehrfabrik in Erfurt, Nitzke, Ober⸗Büchsenmacher von der emehrfg in

der Gendarm. Comp. von Oberfranken, mit Pension und der Er⸗ laubniß zum Tragen der Uniform unter gleichzeitig. Verleihung des

Armee⸗Corps, mit Pension und der Erlaubniß zum Tragen der Uni⸗

1 e, Zahlm. Aspirant vom 4. Inf. Regt. zum Zahlm. im 2. Fuß⸗Art. Reg. befördert. Negrioli, Zadhaf Lidl nf. Regt. beim Proviant⸗Amt Ingolstadt,

e,

t.

n

ußi

Schrader zum Oberförster in Clötze, Reg. Bez. Magdeburg; Adolf Meyer, Tit. Revierförster zu Hafenwintel, dg. Ober⸗ Hildenhagen, Lieut.

en

und

Stuttgart, 22. Juni. à la suite des 1. Garde⸗Feld⸗Art. Regts., als b Kommando XIII. Armee⸗Corps kommandirt.

ernannt.

9

ut. beim Gen.

Lüdemann, Eerihe. een Hauptm.

1 In der Reserve und Landwehr. Stuttgart, 14. Juni. Meise, bisher Königl. preuß. Sec.

Offiz. kommandirt.

v. Imle, ension und mit der Regts. Uni⸗

r. 29, mit 1 ternenfels, Pr. Lt. zur Disp.,

Lt. der Res., als Sec. Lt. der Res. des Train.Bats. Nr. 13 angestellt zu einer dreimonatlichen Probedienstleistung in eine etatmäß. Sec. Lts. Stelle dieses Bats. Behufs späterer Anstellung als Linien⸗ Eisele, Vize⸗Wachtm. vom 2. Bat. Regts. Nr. 125, zum Sec. Lt. der Res. des Train⸗Bats. Nr. 13 ernannt.

Abschiedsbewilligungen. Im stehenden Durch Allerhöchste Stuttgart, 14. Juni. v. Commdr. im Inf. Regt. Nr. 122, mit Uniform zur Disp. im Feld⸗Art. Regt. form zur Disp. gestellt. Frhr. v. ein Patent seiner Charge vom 1. Mai 1870 verliehen. Stuttgart, 18. Juni.

eere. erfügung.

Stapf, Oberst⸗Lt. und Bats.

ension und mit der Regts. ar. Maj. und Battr. Chef

3 v. Wundt, Major und Beatts. Commdr. im Inf. Regt. Nr. 120, mit Pension und mit der Regts. Unif. unter Verleihung des Charakters als Oberst⸗Lt. zur Disp. ge stellt und zum Bezirks⸗Commdr. 2. Bats. Landw. Regts. Nr. 122

8*

in der Reserve und Landwehr.

3 Stuttgart, 14. Juni. Meßmer, char. Major zur Disp.

thoben.

Stuttgart, 18. unter Versetzung in die Offiziere zum Be⸗ ernannt.

Stuttgart, 14. Juni.

und Bezirks⸗Commdr. des 2. Bats. char. Major zur Disp. und Bezirks⸗Commdr. des 1. Bats. Landw. Regts. Nr. 121, von den Funktionen eines Landw. Bezirks⸗Commdrs.

Im Fanitaäts-Corys.

andw. Regts. Nr. 122, Ertle,

uni. Kauffmann, char. Major g. D., ategorie der mit Pension zur Disp. gestellten girks⸗Commdr. 1. Bats. Landw. Regts. Nr. 121.

8 3

Durch Allerhöchste Verfügung.

Dr. Freusberg, Assist. Arzt 2. Kl. der Res., der Abschied bewilligt Behufs Uebertritts in die Königl. preuß. Armee.

Durch Verfügung des Corps⸗General⸗Arztes.

Stuttgart, 1. Juni.

1— Hegelmaier, einjähr. freiwill. Arzt im Infant. Regt. Nr. 121, zum Unterar t-Fernannt und mit Wahrnehmung einer bei genanntem Regt. c

beauftragt.

en Assist. Arzt⸗Stelle

Statistische Nachrichten. Die 328 Stiftungen und Legate, über welche, wie be⸗

reits mitgetheilt, die Stadt Berlin verfügt, sind in der „Nat. Z.“ wie folgt gruppirt: 100 dieser Stiftungen sind für Zwecke des Unter⸗ richts bestimmt, 221 dienen Zwecken der Armenpflege, und 7 derselben sind Privatwohlthätigkeits⸗Vereinen und Anstalten vermacht. Die Verwaltung aller dieser Stiftungen führt der Magistrat. Die älteste datirt vom 16. Februar 1608; es ist die der Wittwe Magdalena Kohle, die der Stadt ein Kapital von 5408 3 testamentarisch übermachte, deren Zinsen von 258 zu einem oder zwei Stipendien für arme Studirende, principaliter aus der Familie der Stifterin bestimmt sind.

Von den 100 für den Unterricht bestimmten Stif⸗

8

tungen dienen 17 speziell den Zwecken des Elementarunterri

zwar mit einem Kapital von 205,205 74 ₰, Seeuntezzichts Zund genuß und den vier Häusern Landsbergerstr. 48, Lindenstr. 67, Breitestr. 10 und Mohrenstraße 41. 42 Stiftungen kommen den städtischen höheren Lehranstalten zu gute. Daran partizipirt das Graue Kloster mit 11 Stiftungen, einem Kapital von 102,211 64 und 4905 75 jährlichem Zinsgenuß, ausschließlich der Streitschen Stiftun deren Kapitalbetrag nicht angegeben ist. Außerdem stehen dem Dire⸗ tor noch die Erträge des ehemals Büschingschen Holzplatzes in der Gollnowstraße zu. Das Friedrich⸗Werdersche Gymnasium erfreut sich 11 Stiftungen mit 184,475 Kapital und 8467 96 Zinsen, dar⸗ unter eine zur Versorgung armer christlicher Schüler mit Essen und Trin⸗ ö8 E”.s öö 58 9 Stiftungen mit 49,960

n insen, das Friedrichs⸗ 4874 Kapital, die Friedrichs⸗Real Fseche hee Sss die Königstädtische Realschule 4 mit 50 Zinsen, die Luisenschule 1 mit 2268 5 Kapital. Für Feae äterricht bestehen 5 Stiftungen mit 53,575 30 ital und? insgenuß, für ä i 8 gannge f 168ees 889 ß. für das Universitätsstudium insen. Von den 22 tiftungen und Legaten zu Zwecke

Armenpflege sind der offenen Armenpflege 92 mit . Sesgeacne⸗

ule 2 mit 7575 Kapital, 600 Kapital und 106

Kapital und 18,812 88

. [19 Kapital und 308,852 80 Zinsen überwiesen und

der Unterstü wärtig noch

erw

89

die

Zinsen, die 10 Ho 80 und 13,473 68 ₰. Sifhamgen für Privat⸗Wohlthätigkeits

82 9

sfond für die Mär⸗ 14 speziell hrenheedar and,

eziell für Arbeiter, Handw Stiftungen (hier auch die sewauna

im Jahre 1807 gegründete von Anstalt mit einem Kapital von 235,800 ei lichen Staatszuschuß von 13,464 ℳ, 450,000 Kapital und 16870 ö die von der Kaiserin von etzt au 1 angewachsenen Stiftungs kapital von 12,000 im Jahre 1840 gegründete Föhfensg, Pefstang6. Anstalt für Arbeitsame, die beiden Legate König Friedrich Wilhelms III. im Gesammtbetrage von 246,225 ℳ, die Hinckeldey⸗Stiftung mit insen. Innerhalb der deschagemüt riedrichs⸗Waisenhaus neben seinem 1 Jnoch 41 Legate zu den verschie 47 Kapital und 32,134 29 das etdena neben seinem von 2295 35 N Stiftu . apital und 91 50 Zinsen die städtische Siechenanstalt neben ihrem Kapi *† die Fdtisce iec 1 hrem Kapitalvermögen von 6098

Rußland mit einem

10,800 Kapital und 486 Armenpflege besitzt das große Kapitalvermögen von 198,192 densten Zwecken mit 579,175

en mit 4401 35

Zinsen,

darunter speziell für Angehörige von Predi f

Kapital und 228 Lngeh 8 9 digimn .* amten 6 mit 144,938 53 Kapital und 6478 71 Zinsen, für dem Kaufmannsstande Angehörige 1 mit 16,875 Ka⸗ pital und 821 63 Zinsen. Hierher gehören auch die 9 Stif⸗- tungen für Invaliden und Veteranen aus den Befreiungskrie 5 91,144 97 Kapital und 73,199 80 jährlicher

zkämpfer von 1848 mit gegen 6000 jährlicher Ausgabe un

für Angehörige von Be⸗

ienstboten bestimmt

1 riedrich⸗Wilhelm⸗Victoriakasse zur Ge⸗ währung von Darlehen an selbständige Gewerbtrei it 356,226 8 3 Kan ar anh 18 8eta 88 vej reibende) mit 356,226 erwähnen

Zinsen. Ferner ist zu Kottwi sche ähr⸗ die Otto'sche Stiftung mit

Zinsen,

en mit 244,815 Kapital und 10,675 3 pitäler, 49 Stiftungen und Legate mit 95 20sr

ch sind noch die 7 Legate und Vereine

und Anstalten zu

hnen, welche über ein Kapital von 18,766 84 und über

8

2

einen Zinsgenuß von 1220 63 verfügen. die 328 Stiftungen ein Gesamantkahi . woran das von Rußland mit und einem

önigliche

Danach besitzen also

ntkapital von 10,484,199 96 ₰, Haus mit 469,416 und Kaiser Nicolaus 5000 Dukaten und 9000 als Geber partizipiren,

Gesammtzinse