reslam, 24. Mai. Nachm. (W. T. B)
Getreidemarkt. Spiritus per 100 Liter 100 % pr. Mai- Juni 48,10, pr. Juni-Juli 48,10, pr. August-September 49,30, Weizen r. Mai 206(0. Bogeen pr. Mai 160,00, pr. Mai-Jun: 157,50, pr.
ptember -Oktober 159,00. Rüböl pr. Mai 65,00, pr. Mai-Juni
65,00, pr. September-Oktober 62,50. Zink umsatzlos. Wetter: Schön.
Calm, 24. Mai, Nachmittags 1 Uhr. (W. I. B.)
Getreidemarkt. Weizen, hiesiger loco 23,00, fremder 1oco 24,00, pr. Mai 21,00, pr. Juli 21,30, pr. Norbr. 22,05. Rog- ger, hiesiger loco 17,00, pr. Mai 15,50, per Juli 15,60, pr. Nevember 16,20. Hafelr, loco 19,20, pr. Mai —, pr. Juli 17,45. Rüböl, loco 36,00. pr. Mai 35,90, pr. Oktober 33 90.
Eremen, 24 Mai, Nachmittags. (W. T. B.) Petroleum (Schlussbericht). Standard white 1000 11,70, pr. Juni 11,80, pr. Juli 11,90, pr. August-Dezember 12,70. Fest.
Liverpool, 25. Mai, Nachmittags.
Baumwolle. (Schlussbericht.) Umsatz 8000 B., davon fü Speknlation und Expert 1000 B. Matt.
Niddl. Orleans 6 ⁄6, middl. amerikanische 6, fair Dhollerab 4 ⅛, middl. fair Dhollerah 4 ½, good middl. Dhollerah 3 ⅞, middl Dhoellerah 3 ⅛. fair Bengal 4, good fair Breach —, new fair Oomra 4 ½, good fair Oomra 4 ½, fair Madras 4, fair Pernam 6 H, fair sinyrna 5 ¼, fair Egyptian 5 ⅛.
Upland nicht unter low middling August-September-Liefe- rung 6 d.
Bradford, 25. Mai. (W. T. B.) .
Wolle und Wollenwaaren. Wolle üagefragt, wollene Garne schwächer, für wollene Stoffe schlechtes Exportgeschäft.
Leith, 24. Mai, Nachmitt. (W. T. B.) Getreidemarkt. (Von Cochrane, Paterson & Comp.) Fremde Zufuhren der Woche: Weizen 1508, Bohnen 164, Erbsen 23, Hafer 816 Tons. Mehl
(“
Warrants sind stationair 57/9 Cassa pro Tons, Middlesbro-Eisen unverändert. Hier gelten die vorwöchentlichen Notirungen: gute und beste Marken schottisches Roheisen 3,80 à 4,20 und Englisches 3,20 à 3,50 pro 50 Kilogramm. Eisenbahnschienen zum Verwalzen 3,75 à 3,90, Walzeisen 8,25 à 9,00 und Bleche 11,00 à 12,00 pro 50 Kilogramm frei hier. Kupfer st tig, gute Sorten englisches und australisches Kupfer 87,00 à 89,00 pro 50 Kilogramm, ein- zeln theurer. Zinn fest, Bancazinn 89,50 à 90,00, und prima englisches Lammzinn 7,50 à 79,00 pr. 50 Kg., einzeln höher. Zink ohne Umsatz und niedriger, gute und beste Marken schlesischer Hütten-Zink 23,00 à 24,00 pro 50 Kilogr,, einzeln mehr. Blei still, Harzer, Sächsisches und Tarnowitzer 22,00 à 22,25 pro 50 Kilogramm, einzeln theurer. Kohlen und Koks ruhig, englische Schmiedekohlen nach Qualität bis 66,00 pro 40 Hektoliter, schlesischer und westfälischer Schmelz-Koks 1,30 à 1,50 pro 50 Kilogramm frei hier.
Hamburg, 24. Mai, Nachmittags.
1oc0 fest, auf Termine besser.
Weizen pr. Mai 222 Br., 221 Gd., pr. Juli-August pr. 1000. Kile 218 Br., 217 Gd. Reggen pr. Mai 160 Br., 159 Gd., pr. Hafer ruhig. Gerste Rüböl behauptet, loco und Br. Mai 65, pr. Oktober pr.
Juli-August pr. 1000 Kilo 160 Br., 159 Gd. fest. 200 Pfd. 64 ½ Spiritus still,
38 ½ Kasftee fest, Umsatz 4000 Sack. Petroleum
white loco 12,30 Br., 12,20 Gd., pr. Mai 12,20 Gd.,
Dezember 12,60 Gd. — Wetter: Wolkig.
Antwerpen. 24. Mai. Nachm. 4 Uhr 30 MNin. (W.
Getreidemarkt geschäftslos. Petroleummarkt (Schlussbericht).
31 Br. Fest. Amsterdam, 24. Mai, Nachmittags. Getreidemarkt. (Schlussbericht.) los, auf Termine nied iger, pr. November 307.
395 Fl. London, 24. Mai, Nachmittags. Getreidemarkt (Schlussbericht).
(W. T. B) Getreidemarkt. Weizen loco und auf Termine fest. Roggen
pr. Mai 35 ¾, pr. Juni-Juli 35 ¾, pr. pr. Juli-Apgust 37 ½, pr. September-Oktober pr. 100 Liter 100 pCt.
8 ). Raffinirtes, Type weiss, loco 28 ½ bez, 28 ¾ Br., pr. Mai 28 ½ bez., 28 ¾ Br., pr. Juni 28 ¾ Br., pr. September 30 bez., 30 ½ Br., pr. September-Dezember 30 ¾ bez.,
(F. .1. P.) Weizen loco geschäfts- Roggen loco still, auf Termine fest, pr. Juli 188, pr. Oktober 197. Raps pr. Oktober Rüböl loco 37, pr. Herbst 37 ½. — Wetter: Trübe. (III Fremde Zufuhren seit letztem Montag: Weizen 26,740, Gerste 4900, Hafer 6240 Qt-s. Weizen unverändert, andere Getreidearten z1 äussersten Montags- preisen bei nicht lebhaftem Geschäft. — Wetter: Regen. Glasgow, 25. Mai, Nachmittags. (W. T. B.) 2 Roheisen. Mixed numbres warrants 57 sh. 9 d. 28
2716 Sack. unverändert. Produktenmarkt (Schlu.
Dezember 30,75. Mehl fest,
Juli-August 65,00, pr. S.
Standare pr. Angust⸗
fest, 47,75. pr. Juli-August 48,50. Paris, 24. Mai, Abends 6
T. B.) Produktenmarkt. Mehl steig
Waarenbericht. New-Orleans 11 ½. Petreleum in 14 ½. Mehl 5 D. 25 C. Rother
(Rio-) 17 ¼. 11 ¼ C. Getreidefracht 7.
Weizen voll 1 sh. theurer, Hafer 6 d. höher. Paris, 24. Mai, Nachmittags. Mai 29,25, pr. Juni 29,50, pr. Juli-August 30,00, pr. September-
weichend, pr Mai 78,75, pr. Juli-August 80,00, pr. September-De- zember 82,00, pr. Januar-April 83,25. Spiritus behauptet, pr. Mai
pr. Juli-August 65,25, pr. Septbr.-Dezbr. 65,75. New-YNork, 25. Mai, Abends d Uhr. Baumwolle in New-York 11 ¾,
(old mixed) 62 C. Zucker (Fair refining Muscovados) 78½. Kaͤffee Schmalz (Marke Wilcox) 1 ½ C.
Schottisches Mehl.
(W. T. B.)
ssbericht). Weizen steigend, pr. Berlin; s.
pr. Mai 63,25, pr. Juni 63,75, eptember-Dezember 66,25. Rüböl
in Nr. 122. Uhr. (VN. . 0) end, pr. Mai 63,50, pr. Juni 63,75,
do. in New-Terk 14 ½, de. in Philadelphia Frühjahrsweizen 1 D. 33 C. MNais
Speck (short elear) s. unter Ins.
Berlin, 25. Maj. Königlichen Stadtgericht.)
weil nun schon seit langer Zeit
28
Der Glasgower Markt ist mit
(Wochenbericht über Eisen, Kohlen und Fetalle von M. Loewenberg, vereidetem Makler und Tarator beirm Die Umsätze Metallmarkt waren in der beendeten Woche wieder eng begrenet,
Einkäufe nur immer auf das unumgänglich Nothwendige beschränken 21. und Spekulation fehlt, die Preise sind wenig verändert.
auf dem Eisen- und 8. Juni.
die Mehrzahl der Fabrikanten ihre
Roheisen: Verschiffungseisen etwas besser,
Auszahlungem.
Germanla, Lebens-Versicherungs-Gesellschaft zu Stettin. 10 % Dividende des Baareinschusses im Bureau der Gesellschaft zu Ins. in Nr. 122.
Eisenwerk Carlshütte. bei Nickol Hasemann & Co. in Berlin; s. Ins. in Nr. 122.
Bergban-Aktien-Gesellschaft „Borussla“¹. mit 30 ℳ pr. Aktie bei der Diskonto-Sesellschatt in Berlin; s. Ins.
8 % Dividende mit 48 ℳ pr. Aktie 10 % Dividende
Ausweise von Banken ete.
Deutscher Lloyd, Transzort-Versicherungs-Gesellschaft zu Berlin. Bilanz-, sowie Gewinn- und Verlust-Conto pro 1875; s. unter Ins. der Nr. 122.
Eisenwerk Carlshütte Ferd. Koch. s. unter Ins. der Nr. 122.
Westdentsche Versloherungs-Aktien-Bank in Essen. winn- und Verlust-Conto, nebst summarischer Bilanz pr. 31. De- zember; s. unter Ins. der Nr. 122.
Bergbau-Gesellschaft „Borussla“.
der Nr. 122. Kündigungen und Verloosungen.
Bergbau-Aktien-Gesellschaft „Borussla“.
tion ausgelooste Partial-Obligationen; s. unteer Ins. der Nr. 122.
Bllanz-Conto pr. 1875; Ge-
Bilanz pr. 31. Dezember;
Behufs Amortisa-
General-Versammlungeeecs.
Vere’n der Schlesischen Waltheser-Ritter. Gen. -Vers. zu Breslau; s. Ins. in Nr. 122. Norddeutsche Lebens-Verslcherungs-Bank auf Ge- genseliigkelt. in Nr. 122.
Ord.
Gen. -Vers. zu Berlin; s. Ins.
Theater.
Königliche Schauspiele. Sonnabend, den
27. Mai. Opernhaus. 132. Vorstellung. Der fliegende Holländer. Romantische Oper in 3 Akten von Richard Wagner. (Fr. v. Voggenhuber, Frl. Lammert, Hr. Krolop, Hr. Ernst, Hr. Schleich, Hr. Beck.) Anfang 7 Uhr. Ermäßigte Preise.
Schauspielhaus. 136. Vorstellung. Tante Therese. Schauspiel in 4 Akten von Paul Lindau. Anfang 7 Uhr. Ermäßigte Preise.
Sonntag, den 28. Mai. Opernhaus. 133. Vorst. Zum letzten Male in dieser Saison: Das goldene Kreuz. Oper in 2 Akten, frei nach dem Franzö⸗ sischen von H. S. von Mosenthal. Musik von Ignatz Brüll. Tanz von P. Taglioni. Hierauf: La Seguidilla. Anfang 7 Uhr. Ermäßigte Preise.
Schauspielhaus. 137. Vorstellung. Der beste Ton. Lustspiel in 4 Akten von Dr. Carl Töpfer. Hierauf: Der Besuch im Carrcer. Humoreske in 1 Aafzug von Ernst Eckstein. Anfang 7 Uhr. Ermäßigte Preise.
Wallner-Theater. Sonnabend. Zum 145. M.:
Mein Leopold. Original⸗Volksstück mit Gesang in 3 Akten von A. L'Arronge. Musik von Bial.
Sonntag: Zum 146. Male: Mein Leopold.
Victoria-Theater. Direktion: Emil Hahn. Der Garten ist geöffnet. Sonnabend: zum vor⸗ letzten Male, Sonntag: Letzte Sonntags⸗Vorstellung.
it durchweg neuer Ausstattung, neu einstudirt: Die Reise um die Welt in 80 Tagen. Nebst einem Vor⸗ spiele: Die Wette um eine Million. Aus⸗ stattungsstück mit Ballet in 5 Abtheilungen, 15 Tableaux von A. D’Ennery und Jules Verne. Musik von Debillemont. In Scene gesetzt von Emil Hahn.
Friedrich-Wilhelmst. Theater. (Som⸗
merbühne). Sonnabend: Zum vorletzten Male: Die Reise durch Berlin in 80 Stunden.
Sonntag: Zum letzten Male: Die Reise durch Berlin in 80 Stunden.
Montag: Unter persönlicher Leitung des Kom⸗ ponisten Herrn Johann Strauß, k. k. Hof⸗Ballmusik⸗ direktor zu Wien, z. 200. Male: Die Fledermaus.
(Winterbühne.) Sonnabend: 26. Gastspiel des Herzogl. Meiningen’schen Hoftheaters. Zum 10. M.: Wilhelm Tell. Anfang 6 ½ Uhr.
Sonntag: Dieselbe Vorstellung.
V Residenz-Theater. Direktion Emil Claar.
Sonnabend: Gastspiel der Frau Hermine Claar⸗ Delia vom K Landestheater in Prag. Z. 42. Male: Arria und Messalina. Tragödie in 5 Akten von Adolf Wilbrandt. 11““
Sonntag: Dieselbe Vorstellung. *
der Vorstellung: Großes Concert im Garten auf dem neu erbauten Monstre⸗Orchester von der bis auf 60 Musiker verstärkten Kapelle unter Leitung des Direktors Herrn R. Bial. Zum 16. Male: Schönröschen. Anfang 5 ½, der Vorstellung 6 ½ Uhr. Ende des Concerts nach der Vorstellung
11 Uhr. Der stolze Heinrich. 11““
Sonntag: Woltersdorff-Theater. Sonnabend: Gast- spiel des Frl. Lori Stubel. Zum 3. M.: Die fesche Schusterin. (Leni: Frl. Lori Stubel.) Sonntag: Dieselbe Vorstellung. s i vehasdeh ütr Stadt-Theater. Halbe Kassenpreise. Sonn⸗ abend: Gesammtgastspiel der Frau Leopoldine Bors⸗ dorff⸗Fachini vom Hoftheater zu Detmold, des Frl. Ida Becker, der Herren Hildebrandt und Fliegner. Modernes Treiben (Demi⸗Monde). Von A. Dumas fils. 1 I1
National-Theater. Schüler.
Vorstellung. Anfan 6 Uhr nfang
Sonnabend: Besonders ermäßigte Preise. Götz von Berlichingen.
zurückgenommen.
Sonntag: Welser.
Thalia-Theater (am Stadtpark). Sonnabend: Veilchenfresser.
Belle-Alliance-Theater. Täglich: Vor, während und nach der Vorstellung: Großes Garten⸗ Concert. Abends: Brillante Illumination des prachtvollen Sommergartens durch mehr als 10,000 Gasflammen. Sonnabend und folg. Tage: Das Brunnenmädchen von Ems. Original ⸗Luftspiel in 4 Akten von Georg Horn. Anfang des Concerts 6 ½ Uhr, der Vorstellung 7 ½ Uhr. Entrée incl. Theater 50 ₰.
Ermäßigte Preise: Philippine
Peutscher Personal-Kalender. 27. Mai. Paul Gerhardt †. Moritz August von Thümmel *. Ewald Friedrich Graf von Hertzberg †. Bischof Reinkens eröffuet in Bonn das erste Konzil der Altkatholiken.
Familien⸗Nachrichten. Otto von Leixner, Mathilde von Leixner, geb. Willimek, Vermählte.
v““ Stadtgerichts⸗Rath und Professor der Rechte, Clara Rubo, geb. Loewenthal, Vermählte.
Berlin, den 18. Mai 1876.
Heute Nachmittag 3 Uhr starb nach kurzem Krankenlager der Prediger an der Jerusalems⸗Kirche Wilhelm Müller.)
Berlin, den 23. Mai 1876. Im Namen der Hinterbliebenen: Therese Müller, geborene Martins.
Am Dienstag entschlief der Königliche Ballet⸗ meister a. D. Th. Fabrini de Gasperini. Fanny Fabrini de Gasperini. geb. Sergeois.
Verehelicht: Hr. Rittergutsbesitzer Franz Stendell mit Frl. Hedwig Baethke (Hedwigshorst).
Geboren: Ein Sohn: Hrn. Hans v. Criegern (Spremberg). — Eine Tochter: Hrn. Premier⸗ Lieutenant Beelitz (Northeim).
Gestorben: Hr. Friedensrichter Justiz⸗Rath Carl Scholl (Mettmann). — Verw. Chef⸗Präsidentin A. v. Jarriges, geb. Sack (Berlin). — Hr. Geh. Rechnungs⸗Rath und Landrentmeister a. D. Gies⸗ bert Marck (Berlin). — Hr. Major und Direktor der Artillerie⸗Werkstatt Albert Diederichs (Span⸗ dau). — Hrn. Rittmeister Freiherrn v. Patow Sohn Eberhard (Potsdam).
Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen.
Steckbriefs⸗Erledigung. Der hinter die un⸗ verehelichte Ida Monkowska 3 Diebstahls in den Akten M. 84. de 1876 Com. II. unter dem 11. v. Mts. erlassene Steckbrief wird hierdurch Berlin, den 22. Mai 1876. König⸗ liches Stadtgericht. Abtheilung für Untersuchungs⸗
Kommission II. für Voruntersuchungen.
Steckbrief wider den Schlossergesellen Gottreich Wiegand aus Steinbach⸗Hallenberg. Verfolgende Behörde: das unterzeichnete Gericht. Ursache der Verfolgung: Diebstahl. Schmalkalden, am 20. Mai 1876. Königliches Kreisgericht. Abtheilung III. Signalement. Alter: 21 Jahre, Größe: 5 Fuß 6 Zoll, Haare: hellblond und stark gewachsen, Stirn: bedeckt, Augen: blaugrau, Augenbrauen: blond, Mund: gewöhnlich, Nase: stumpf, Gesichts⸗ farbe: gesund, Kleidung: brauner Tuchrock, graue Hose und rothgestickte Hausschuhe.
Edictal⸗Citation. Auf die Anklage des König⸗ lichen Polizei⸗Anwalts vom 30. November 1875 ist gegen: 1) den Sergeanten Carl Friedrich Feuerherm,
1676. 1738. 1795. 1874.
8 “
am 24. März 1835 hier geboren, 2) den Sergeanten Beklagten nur an unserer Gerichtstafel angeschlagen
Gustav Adolph Modersitky, am 15. August 1850 werden. Königliches Kreisgericht. 13576]
Königliches Kommerz⸗ und Admiralitäts⸗Kollegium
hier geboren, 3) den Hülfshautboisten Ferdinand Schulz I., am 11. September 1847 hier geboren, 4) den Musketier Otto Friedrich Wilhelm Weinert, am 22. August 1845 hier geboren, 5) den Pionier Julius Seefeldt, am 17. Juni 1842 hier geboren, 6) den Füsilier Adolph Simon, am 9. Juli 1841. hier geboren, 7) den Trainfahrer Carl Albert Wil⸗ helm Koch, am 24. Dezember 1839 hier geboren, 8) den Gefreiten Carl Friedrich Wilhelm Werner, am 21. August 1850 hier geboren, 9) den Train⸗ soldat Friedrich Wilhelm Franz Zickert, am 9. Ja⸗ nuar 1848 hier geboren, 10) den Unteroffizier Fer⸗ dinand Samuel Herrmann Hohorst, am 30. No⸗ vember 1849 hier geboren, 11) den Musketier Otto Geucke, am 29. Oktober 1846 zu Glindow geboren, wegen unerlaubten Auswanderns als beurlaubte Landwehrmänner in Gemäßheit des §. 360 ad 3 des Strafgesetzbuches für das Deutsche Reich, die Unter⸗
ssuchung eingeleitet, und haben wir zum mündlichen
Verfahren einen Termin auf den 5. September
lokale anberaumt, wozu die dem jetzigen Aufenthalte nach unbekannten Angeklagten mit der Aufforderung vorgeladen werden, zur festgesetzten Stunde zu erschei⸗ nen und die zu ihrer Vertheidigung dienenden Be⸗ weismittel mit zur Stelle zu bringen oder solche unter genauer Angabe der dadurch zu erweisenden Thatsachen uns so zeitig vor dem Termin anzuzeigen, daß sie noch zu demselben herbeigeschafft werden können. Erscheinen die Angeklagten nicht, so wird
maciam verfahren werden. nuar 1876. Königliches Kreisgericht, Abtheilung I. Kommission für Uebertretungen.
Oeffentliche Vorladung. In der Untersuchungs⸗ sache „9%l. Lukoschik et Cons. ist der Tagelöhner Simon Lukoschik aus Rosenberg unterm 13. April v. J. von der Königlichen Staatsanwaltschaft an⸗ erlagt, am 21. Januar pr. zu Rosenberg fremde
ewegliche Sachen, nämlich 2 Zaunpfähle der ver⸗
sicht rechtswidriger Zueignung weggenommen zu haben, (Vergehen ex §. 242. 248 des Deutschen Strafgesetzbuchs) und durch Beschluß der Straf⸗
Anklagestand gesetzt. und Entscheidung ist Termin auf den 11. Septem⸗ ber er., Mittags 12 Uhr, im öffentlichen Sitzungs⸗ saale hierselbst anberaumt worden. Da der gegen⸗ wärtige Aufenthaltsort des ꝛc. Lukoschik unbekannt ist, so wird derselbe hiermit öffentlich zu dem obigen Termine mit der Aufforderung vorgeladen, zur fest⸗ gesetzten Stunde zu erscheinen und die zu seiner Ver⸗
Termine anzuzeigen, daß sie noch zu demselben her⸗ beigeschafft werden können, widrigenfalls mit der
maciam verfahren werden wird. Rosenberg O./S., den 5. Mai 1876. Königliches Kreisgericht. I. Abtheilung.
Subhastationen, Aufgebote, Vor⸗ ladungen u.dergl. [4480] Ediktal⸗Citation.
Die Ehefrau des Schiffszimmermanns Adolf Dau, Louise, geb. Peters, zu Zingst, angeblich seit
sei im Jahre 1872 von hier aus mit dem Schiffe
auch nichts zu ihrem und ihres Kindes Unterhalt gegeben. Der Schiffszimmermann Adolf Dau wird Mittags 12 Uhr, in unserem Sitzungszimmer Nr. 1 zur Beantwortung der Klage und mündlichen
wird, was Rechtens.
d. J., Vormittags 9 Uhr, in unserem Gerichts⸗-
mit der Untersuchung und Entscheidung in contu-
abtheilung hierselbst vom 19. April 1875 in den Zur mündlichen Verhandlung
theidigung dienenden Beweismittel zur Stelle zu — bringen oder solche dem Gericht so zeitig vor dem zu leisten.
Untersuchung und Entscheidung gegen ihn in contu-
Stralsund, den 26. April 1876. 8 Erste Abtheilung
Alfgebot.
öau Königsberg i. Pr.
Die 5 % Ostpreußische Südbahn⸗Prioritäts⸗ Obligation erste Emission Nr. 12269 über 100 Thlr. ist verloren gegangen, und es werden alle Diejenigen, welche an derselben als Eigenthü⸗ mer, Cessionarien, Pfand⸗ und sonstige Brief⸗ Inhaber Ansprüche zu machen haben, aufgefordert, im Termin den 23. Oktober 1876, Mittags 12 Uhr, in unserm Verhandlungszimmer vor dem Herrn Kommerz⸗ und Admiralitäts⸗Rath Dr. Warkentin ihre Ansprüche anzumelden, widrigenfalls die Aus⸗ bleibenden mit ihren Ansprüchen präkludirt werden und ihnen deshalb ein ewiges Stillschweigen auf⸗ erlegt wird.
[4544]
8
V
Potsdam, den 18. Ja⸗
1.—15. J
wittweten Frau Rittergutsbesitzer Kothe in der Ab⸗
„Philipp Weyergang“, Kapitän Durow, in See ge⸗ gangen, im Jahre 1873 heimlich vom Schiffe ent⸗ der Zutritt zur Ausloosung gestattett. laufen und habe seitdem nichts von sich hören lassen,
deshalb hiermit geladen, am 2. Februar 1877, [4541] O
i. 2 1* 8 Cottbus⸗Großenhainer Eisenbahn⸗ Gesellschaft.
20 % Einzahlung auf Aktien Littr. B. Mit Rücksicht auf das Vorschreiten des Weiter⸗ baues nach Frankfurt a. O, haben wir die vierte und fünfte Einzahlung auf die Aktien Littr. B. für 5. Juli und 1.— 15. Oktober a. cr. mit je 20 % festzusetzen gehabt. Die Inhaber von Interims⸗ scheinen à 60 % werden daher hiermit aufgefordert, zunächst die vierte Einzahlung mit 20 % abzüglich der Zinsen zu 5 % auf die bereits geleisteten Ein⸗ zahlungen vom 1. April cr. an, also auf Stammaktien à 300 ℳ mit 57 ℳ 75 ₰, „ Prioritätsaktien à 600 ℳ mit 115 ℳ 50 ₰ hr Vermeidung der §. 5 des Statuts erwähnten achtheile in der Zeit vom 1.— 15. Juli cr., Abends 6 Uhr, mit Ausnahme jedoch der Sonntage, in Cottnus bei unserer Gesellschaftskasse, in Berlin bei der Diskontogesellschaft,
in Leipzig bei der Allgemeinen deutschen Credit⸗
Anstalt, in Leipzig bei der Leipziger Bank, oder in Dresden bei der Filiale (Günther & Ru⸗ doolph), in Dresden bi der Agentur der beiden Vor⸗ genannten (à Cto. 256/5) „Volleinzahlungen werden mit 117 ℳ 75 ₰ be⸗ ziehentlich mit 235 ℳ 50 ₰ angenommen. Cottbus, den 24. Mai 1876. Der Aufsichtsrath. 8 Otto Freiherr von Welck, Versitzender. ———— 8
Stargard⸗Posener Eisenbahn.
Die Ausloosung der in diesem Jahre zu amor⸗
tisirenden Prioritäts⸗Obligationen 1, II, und III. E bee Eisenbahn, sowie die Vernichtung der in früͤheren Ja
dem Jahre 1861 mit ihrem Ehemann verheirathet, · tnß See anegeloofaen hat gegen Letzteren wegen böswilliger Verlassung auf Ehescheidung geklagt und behauptet, ihr Ehemann
und bis jetzt realisirten Prioritäts⸗Obligationen wird am 14. Juni d. J., Vormittags 10 Uhr, in unserem neuen Verwaltungsgebäude — Claassen⸗ straße — im Sitzungssaal stattfinden
Den Inhabern von vorgedachten Obligationen ist
Breslau, den 27. Mai 1876. Königliche Direktion.
stpreußische Südbahn.
Der Jahresbericht pro 1875 wird den Herren
Verhandlung der Sache zu erscheinen, widrigenfalls Aktionären vom 30. d. M. ab in unserem Central⸗ nach Ableistung des Diligenz⸗Eides von Seiten der bureau, Schleusenstraße Nr. 4, auf öu aus⸗ Klägerin gegen ihn in contumaciam erkannt werden gehändigt. . Alle in dieser Sache noch; weiter zu erlassenden Verfügungen werden für den
in . (Hp. 11926.) higiteestaa den 24. Mai 1876. er Verwaltungsrath
Das Abonnement beträgt 4 ℳ 50 ₰ 8 für das Vierteljahr. 8
Insertionspreis für den Raum einer Druckzeile 30 34
ö R& [Alle Host-Anstalten des In⸗ und Auslandes nehmen Bestellung an; für Berlin außer den Post-Anstalten aauch die Exped
ition: SW. Wilhelmstr. Nr. 32.
Berlin,
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem ordentlichen Professor Dr. Rosenberger an der
Universität in Halle den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse mit der Schleife; Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse; Regierungs⸗ lichen Kronen⸗Orden dritter Klasse; sowie dem Bauerhofsbesitzer Johann Kreise Demmin, und dem Handlungsgehülfen Karl Hermann Daugehl zu Wehlau die Rettungs⸗Medaille am Bande zu
dem Kreisgerichts⸗Raͤth Cramer zu Labiau den dem Konsistorial⸗Rath a. D., und Schulrath Stiehl zu Coblenz, den König⸗
Ernst Friedrich Breitsprecher zu Cölln, im
verleihen.
Königreich Preußen.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem bei der General⸗Kommission zu Breslau angestellt ge⸗ wesenen Regierungs⸗Rath Kelch bei seiner Entlassung aus dem Staatsdienste den Charakter als Geheimer Regierungs⸗Rath bei⸗ zulegen; und dem Rittergutsbesitzer Robert Lehmann auf Ritsche,
Mitglied des Landes⸗Oekonomie⸗Kollegiums, den Charakter als Landes⸗Oekonomie⸗Rath zu verleihen. .
Verordnung über die den Justizbeamten bei Dienstgeschäften außerhalb des Gerichtsorts zu gewährenden Tagegelder und Reisekosten.
Vom 8. Mai 1876.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König Preußen ꝛc.
verordnen, auf Grund des §. 12 des Gesetzes vom 24. März
1873, betreffend die Tagegelder und Reisekosten der Staats⸗
beamten (Gesetz⸗Samml. S. 122), und des Art. I. §. 12 der
Verordnung vom 15. April d. J., denselben Gegenstand be⸗
treffend (Gesetz⸗Samml. S. 107), was folgt:
Art. I. Die —. 2, 5 und 9 der Verordnung vom 24. Dezember 1873, betreffend die den Justizbeamten bei Dienst⸗ geschäften außerhalb des Gerichtsorts zu gewährenden Tage⸗ gelder und Reisekosten (Gesetz⸗Samml. für 1874 S. 2), werden, wie folgt, abgeändert:
§. 2. An Reisekosten, einschließlich der Kosten der Gepäck⸗ beförderung, erhalten in demselben Falle:
1) bei Reisen, welche auf Eisenbahnen oder Dampfschiffen zurückgelegt werden können, der Richter für das Kilometer 13 ₰ und 3 ℳ für jeden Zugang und Abgang, der Gerichtsschreiber für das Kilometer 10 ₰ und 2 ℳ für jeden Zu⸗ und Ab⸗ gang;
8 9]) bei Reisen, welche nicht auf Eisenbahnen oder Dampf⸗ schiffen zurückgelegt werden können, der Richter 50 ₰, der Ge⸗ richtsschreiber 25 ₰ für das Kilometer.
Haben erweislich höhere Reisekosten, als die unter 1 und 2 festgesetzten, aufgewendet werden müssen, so werden diese erstattet.
§. 5. Bei Berechnung der Entfernungen wird jedes an⸗ e g. Kilometer für ein volles Kilometer gerechnet.
ei Reisen von nicht weniger als 2 Kilometer, aber unter 8 Kilometer, sind die Reisekosten für 8 Kiometer zu gewähren. §. 9. Die gerichtlichen Unterbeamten erhalten für jeden Tag, an welchem sie in einer Entfernung von nicht weniger als 2 Kilometer von dem Gerichtsorte Dienstgeschäfte verrichten, 1 ℳ Zehrungskosten und zusätzlich 1 ℳ für jedes auswärts genommene Nachtquartier. Werden dieselben zur Dienstleistung bei auswärtigen Gerichtstagen zugezogen, so erhalten sie 2 ℳ Tagegelder und Reisekosten im Betrage von 15 ₰ für das Kilometer.
Für die Dienstgeschäfte der Gerichtsvögte in der Provinz Hannover bleiben die bisherigen Vorschriften in Geltung.
Art. II. Die gegenwärtige Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Geltung.
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Königlichen Insiegel.
Gegeben Berlin, den 8. Mai 1876.
(L. S.) Wilhelm. Camphausen.
von
Leonhardt.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten.
Bei den evangelischen Bildungs⸗ und Erziehungs⸗Anstalten zu Droyßig ist die Hülfslehrerin von Bredow zur ordentlichen heerin besoͤrdert worden.
Das 10. Stück der Gesetz⸗Sammlung, welches heute aus⸗ gegeben wird, enthält unter
Nr. 8409 die Verordnung über die den Justizbeamten bei Dienstgeschäften außerhalb des Gerichtsorts zu gewährenden Tagegelder und Reisekosten. Vom 8. Mai 1876. 1““
Berlin, den 27. Mai 1876.
Sonnabend,
Die heute ausgegebene Nr. 23 der Allgemeinen Ver⸗ loosungs⸗Tabelle des Deutschen Reichs⸗ und Königknh. Preußischen Stqats⸗Anzeigers enthält die Ziehungslisten folgender Papiere: Antwerpener 3 proz. 100 Fr.⸗Loose de 1859 und de 1874. Brüsfsfeler 3 proz. 100 Fr.⸗Loose de 1867, Gali⸗ zische Bank für Handel und Industrie, Prioritäts⸗Aktien. Italienische Gesellschaft der füdlichen Eisenbahnen, Obliga⸗ tionen. Lütlicher 100 Fr.⸗Loose de 1874. Riga⸗Dünaburger Eisenbahn⸗Metall⸗Obligationen. Schwedische 4 ½proz. Reichs⸗ Hypothekenbank⸗Pfandbriefe de 1861. Turnau⸗Kralup⸗ Prager Eisenbahn⸗Prioritäts⸗Obligationen. Verviers 100 Fr.⸗ Loose de 1873, Zwickauer Stadt⸗Obligationen.
Die Allgemeine Verloosungs⸗Tabelle erschein: wöchentlich einmal und ist zum Abonnementspreis von 1 Marl 50 Pf. vierteljährlich durch alle Postanstalten, so wie durch Carl Heymanns Verlag, Berlin, 8. W., Königgrätzerstraße 109, und alle Buchhandlungen zu beziehen, für Berlin auch bei der Königlichen Expedition des Deutschen Reicks⸗ und Königlich Preußischen Staats⸗Anzeigers, S. W., Wilhelmstraße 32. Preis pro einzelne Nummer 25 Pf.
Die heutige Nummer des Deutschen Reichs⸗ und
Löniglich Preußischen Staats⸗Anzeigers enthält in
der Central⸗Handels⸗Register⸗Beilage: Nr. 87 der Tarif⸗ ꝛc. Veränderungen der deut⸗ schen Eisenbahnen
VBeutsches Rei co.
Preußen. Berlin, 27. Mai. Se. Majestät der Kaiser und König besichtigten heute früh 9 Uhr auf dem Exercirplatz an der Tempelhofer Chaussee die kombinirte Garde ⸗Infanterie⸗Brigade unter der Führung des Ge⸗ neral⸗Majors von TConradyp, und nahmen hierauf, in das Palais zurückgekehrt, um 11 Uhr die Vorträge des General⸗Adjutanten General⸗Majors von Albedyll und des Ge⸗ heimen Kabinets⸗Raths von Wilmowski entgegen.
— Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz begab Sich gestern früh mit dem 8⸗Uhr⸗Zuge von dem Neuen Palais nach Berlin, wohnte der Besichtigung der 3. Garde⸗Infanterie⸗Brigade auf dem Tempelhofer Felde bei und kehrte mit dem 12⸗Uhr⸗Zuge Mittags wieder nach dem Neuen
Palais zurück.
— In der heutigen (13.) Sitzung des Herrenhauses,
1 welche der erste Vice⸗Präsident v. Bernuth um 1 Uhr 20 Mi⸗
nuten eröffnete und welcher der Vice⸗Präsident des Staats⸗ Ministeriums, Finanz⸗Minister Camphausen und mehrere Re⸗ gierungskommissarien beiwohnten, theilte der Präsident zunächst mit, daß Frhr. v. Mirbach sein Amt als Schriftführer niedergelegt habe. Dann trat das Haus in die Tagesordnung ein, deren erster Gegenstand die Fortsetzung der am Mittwoch abgebrochenen Debatte über den Bericht der Petitionskommission rücksichtlich der Petitionen von katholischen Gemeinden Westfalens, be⸗ treffend den katholischen Religionsunterricht in Volks⸗ schulen war. Die Kommission hatte, wie mitgetheilt, den Antrag gestellt, über die Petitionen zur Tagesordnung überzugehen. Dagegen hatte Herr v. Kleist⸗Retzow beantragt:
„Die Petitionen der Königlichen Staatsregierung zu der Er⸗ wägung zu überreichen, daß zur Verwirklichung der der Kirche zu⸗ stehenden Leitung des Religionsunterrichtes derselben bei Prüfung der Fähigkeit der Lehrer zur Ertheilung des Religionsunterrichtes eine entsprechende Mitwirkung zu gestatten, und dem als Organ der Kirche zur Leitung jenes Unterrichtes averkannten Pfarrer die Berechtigung zuzuerkennen ist, gegebenen Falls den Unterricht selbst zu übernehmen.“ 2 1b
Bis zum Schluß des Blattes betheiligten sich an der Dis⸗ kussion außer dem Regierungs⸗Kommissar, Geh. Regierungs⸗ Rath Stauder, der die Debatte einleitete, die Herren v. Kleist⸗ Retzow und Graf Brühl, sowie der Regierungskommissar, Geh. Ober⸗Regierungs⸗Rath v. Cranach.
— Der Schlußbericht über die gestrige Sitzung des Abgeordnetenhauses befindet sich in der Ersten Beilage.
— In der heutigen (65.) Sitzung des Hauses der Ab⸗ geordneten, welcher am Ministertische der Minister des Innern, Graf zu Eulenburg, der Minister der geistlichen ꝛc. An⸗ gelegenheiten Dr. Falk und der Minister für die landwirthschaftlichen Angelegenheiten Dr. Friedenthal mit mehreren Kommissarien bei⸗ wohnten, wurde die zweite Berathung des Antrages der Abgg. Dr. Lasker und Klotz (Berlin), betreffend die Besetzung der Stellen für Mitglieder des Ober⸗Verwaltungsgerichts, vor⸗ läufig von der Tagesordnung abgesetzt, um an geeigneter Stelle in die darauf folgende dritte Berathung des Gesetzes, be⸗ treffend die Zuständigkeit der Verwaltungs⸗ und Verwaltungsgerichts⸗Behörden im Geltungsbereich der Provinzialordnung vom 29. Juni 1875 eingescholtet zu werden. An Stelle des §. 3 der Beschlüsse zweiter Lesung
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27. Mai, Abends.
wurden auf Antrag des Abg. Dr. Hänel folgende Paragrophen eingeschoben: 8 §. 1 a. „Die Fristen für Beschwerden und Klagen in Ver⸗ waltungsangelegenheiten beginnen, sofern nicht das Gesetz ausdrück⸗ lich Anderes bestimmt, mit der Zustellung der Verfügung, des Be⸗ scheides, des Beschlusses oder der Entscheidung. Der Tag der Zu⸗ stellung wird nicht mitgerechnet. Im Uebrigen sind für die Be⸗ rechnung der Fristen die am Sitze der Behörde geltenden bürger- lichen Prozeßgesetze maßgebend. §. 1b. Alle in dem gegenwärtigen Gesetze vorgeschriebenen Fristen sind präklusivisch.“ — Sodann wurde zu §. 10, welcher bestimmt, daß der Vorfitzende oder ein Mitglied des Stadtausschusses die Befähigung zum höheren Justiz⸗ oder Verwaltungsdienst besitzen müsse, dem An⸗ trage des Abg. Wisselinck gemäß, ein Zusatz beschlossen, wonach diejenigen Personen, die sich bereits als Bürgermeister oder Stadträthe im Amte befinden, auch dann als befähigt zu erachten sind, wenn sie wenigstens die erste juristische Prüfung abgelegt haben und 4 Jahre im Justiz⸗ resp. Kom⸗ munaldienst beschäftigt gewesen sind. — Eine lebhafte Debatte knüpfte sich an die §§. 33 und 34, welche den Beschwerdeweg gegen die Verfügungen der Amtsvorsteher regeln. Während der Regierungskommissar Geh. Regierungs⸗Rath v. Brauchitsch Wund der Abg. Dr. Lasker für die Beschlüsse zweiter Lesung ein-⸗ traten, nach welchen der Rekurs entweder an den Landrath und dessen vorgesetzte Instanzen, oder an die vorgesetzten Selbstverwal⸗ 1 tungskörper freisteht, wollten die Abgg. Seydel, Mühlenbeck und Dr. Frhr. v. d. Goltz nur den Kreisausschuß resp. Bezirksrath mit den Beschwerden betraut wissen.
Die Beschlüsse der zweiten Lesung wurden darauf unver⸗ ändert genehmigt. — Z“ Im Uebrigen wurden bis zum Schlusse des Blattes sämmt⸗ liche Paragraphen unter Ablehnung aller Abänderungsanträge
rach den Beschlüssen der zweiten Lesung angenommen.
der vom Reichstage im Frühjahr 1873
— Zur Erledigung beschlossenen Resolution,
lichung auf gleichförmigen Grundlagen beruhender statistischer Zusammenstellungen über sämmtliche im Deutschen Reiche gelegenen Eisenbahnen erfolge“, wurden von dem im September 1873 in Wirksamkeit getretenen Reichs⸗ESisen⸗- bahn⸗Amte alsbald die erforderlichen Einleitungen getroffen. Diese sind nunmehr zum Abschluß gelangt. 1 Der Umstand ‚daß die in dem Reichstagsbeschlusse be⸗ tonte Gleichförmigkeit der Grundlagen der Statistik für die deutschen Eisenbahnen nach den verschieden⸗ sten Richtungen hin bisher mangelte und daher thunlichst erst. zu schaffen war, machte die Vorarbeiten zu besonders umfang⸗ reichen und verwickelten. Es galt insbesondere für die Bau⸗ und Betriebsstatistik, welche die erwähnte Resolution vorzugs⸗ weise im Auge hatte, zunächst die außerordentlich große Ver⸗ schiedenheit in der Verrechnung der Einnahmen und Aus⸗ gaben bei den einzelnen Bahnen thunlichst zu beseitigen⸗ und sowohl einheitliche Grundsätze als ein gemeinsames Formular für die gesammte Buchung zu schaffen. In ersterer Beziehung war namentlich das Verhältniß zwischen der Rechnung des laufenden Jahres zu derjenigen früherer und späterer Jahre (Sst⸗ und Soll⸗Einnahmen und Aus⸗ gaben), sodann das Verhältniß der Einnahmen und Ausgaben unter⸗ einander (Brutto⸗ oder Netto⸗Rechnung) grundsätzlich festzusetzen Ferner waren dafür, was auf Baufonds, was auf Betriebsfonds und was in sonstigen verschiedenen Spezialfonds zu verrechnen, gemeinsame Normen zu schaffen und Formen zu finden, durch welche es ermöglicht wird, die Betriebsresultate von Bahnen, welche beispielsweise keine Erneuerungs⸗ und Reservefonds führen, nach wesentlich gleichen Grundsätzen festzustellen, wie für Bahnen, bei welchen derartige Fonds bestehen. 8
Beim Entwurfe des Formulars waren die bestehenden Schemata sämmtlicher Bahnen zu prüfen und zu vergleichen und die Ver⸗ waltungen über die eventuelle Annehmbarkeit des in Aussich t genommenen gemeinsamen Formulars mit Rücksicht auf die Eigern.⸗ thümlichkeiten., und besondern Bedürfnisse der einzelv. en Bahn zu hören, und blieb hiernach ein Rahmen zu schaffen, welcher einerseits der Verschiedenheit der thatsächlichen Verhältnisse genugsam Rechnung trug, andererseits den eirheit⸗ lichen Anforderungen der Stutistik entsprach und sich dabei gleichzeitig an das seither bestehende Verfahren wenigstens der Mehrheit der Bahnen, soweit thunlich, anschloß. 88
Nachdem nunmehr die bezüglichen Entwürfe nebst ausführ⸗ lichen Erläuterungen den Bundesregierungen, von welchen Eisen⸗ bahnen ressortiren, zur Aeußerung bezüglich der auf den 1. Ja⸗ nuar bezw. 1. Apcil 1877 in Aussicht genommenen Einführung zugegangen find, darf, falls nicht unerwartete Hindernisse da⸗ zwischen treten, die Hoffnung gehegt werden, daß eine auf gleich⸗ förmigen Gvundlagen beruhende, wirklich zuverlässige und brauchbare Statistik der Eisenbahnen im Deutschen Reiche zu⸗ erst für das Jahr 1877 wird veröffentlicht werden können.
— Nach einem Bescheide des Ministers der geistlichen Ange⸗ legenheiten steht den Wittwen oder Erben der Geistlichen ein Anspruch auf die den letzteren aus Staatsfonds bewilligten Gehaltszuschüsse nicht zu, da diese Zuschüsse zu dem Stellen⸗ einkommen nicht gehören. Sofern indessen ein dringendes Be⸗
dürfniß vorliegt, der hinterbliebenen Witwe eine Beihülfe zu
durch welche der Reichskanzler zu der 8 Anordnung aufgefordert wurde: „daß alljährlich die Veröffent⸗ 8.