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ternationalen statistischen Kongresses durch den Erzherzog
der Botschafter bei dem englischen Botschafter Elliot hat gestern stattgefunden, in Felge des darin erzielten Einverständ⸗ nisses aller Mächte werden Montag offizielle Schritte wegen Herbeiführung eines Waffenstillstands erfolgen.
— Abdul Hamid Effendi, der neuerwählte Padischah, ist am 22. September 1842 geboren und wird als 34. Souverän aus dem Stamm Osmans den Namen Abdul Hamid II. führen. Der erste Großsultan dieses Namens, Abdul Hamid I., regierte von 1774 bis 1789.
— Der „Correspondance orientale“ vom 29. August ent⸗ nehmen wir folgende Mittheilungen: Die englische Flotte unter dem Befehl des Admirals Sir James Drummond wird den Winter in Lemnos zubringen. Mehrere jetzt in der Besika⸗Bai vor Anker liegende Panzerschiffe werden nächstens anfangen zu kreuzen und den natürlichen Hafen jener Insel besuchen, in welchem die vierzehn Panzerschiffe der englischen Flotte während der Zeit der Stürme vollkommen sicher vor Anker bleiben können. — Die Kaimes (das neue Papiergeld) sind am Sonnabend Nachmittag erschienen. Die Regierung hat angezeigt, daß sie dieselben gegen Scheidemünze einwechsele und zwar zu 130 Piaster Kupfer pro Livre türkisch; aber 100 Papier⸗Piaster sollen das Marxi⸗ mum sein, welches ein Besitzer von Kaimes einzuwechseln be⸗ rechtigt ist.
— Der „Times“⸗Korrespondent in Ragusa berechnet die Stärke der türkischen Truppen in der Herzegowina auf 13,000 Mann, die sich etwa folgendermaßen vertheilen: Trebinje 3600 Mann, Stolaz 2500, Mostar 2000, Nevesinje 1000, Niksik 800, Presjeka 800, Nosdren 500, Goransko 500, Bilek 600 und kleine Garnisonen in Grab, Klobuk ꝛc. Diesen stehen etwa 10,000 Montenegriner und Herzegowiner in un⸗ bekannten Positionen gegenüber.
— Der Bericht des amerikanischen General⸗Konsuls Schuy⸗ ler an Maynard, den Botschafter in Konstantinopel, enthält eine detaillirte Zufammenstellung der von den Türken ein⸗ geäscherten Baulichkeiten. Im Distrikt von Tatar⸗Ba⸗ zardjikwurden danach 6250 Häuser, 28 Kirchen, 32 Schulen, in jenen von Philippopel 1815 Häuser, 11 Kirchen und 10 Schulen niedergebrannt. Am meisten hätten die Dörfer Panad⸗ jurischta, Batak, Klissura, Koprischtiza, Vietrona und Streltscha gelitten. Die Anzahl der heimgesuchten Dörfer in den beiden genannten Distrikten betrage 66.
— Der „Bassiret“ meldet, daß die in Erzerum und Trapezunt zusammengezogenen Freiwilligen den Befehl erhalten haben, vorläufig daheim zu bleiben.
— Die neuesten Nachrichten vom türkisch⸗serbischen Kriegsschauplatze lauten:
Brüssel, 3. September. (W. T. B.) Eine Depesche der „Indépendance Belge“ aus Semlin von heute meldet: Alexi⸗
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— Vom türkisch⸗montenegrinischen Kriegsschau⸗ platze liegen folgende Telegramme vor:
Ragusa, 2. September. (W. T. B.) Hier eingegangenen Nachrichten zufolge hat sich der Angriff der Montenegriner auf Bilek am 30. August als ein Scheinangriff herausgestellt. — Moukhtar Pascha kehrte nach Trebinje zurück und ging heute mit 10,000 Mann nach Banjani ab, während Djeladin Pascha mit 5000 Mann gegen Bilek marschirte.
Zara, 3. September. (W. T. B.) Der französische Konsul von Skutari hat sich über Castellastva in das La⸗ ger des Fürsten von Montenegro begeben. Moukhtar Pascha ist an der Grenze von Grahowo angelangt, wo be⸗ reits der Kampf begonnen hat. Das Geschützfeuer und die Gewehrschüsse werden bis Dragaly gehört. Der Marsch Moukhtar Paschas erfolgte dicht längs der österreichischen Grenze. — Aus Podgorizza wird gemeldet, daß die Türken gestern auch bei Spuz die Offensivbewegung gegen Montenegro be⸗ gonnen haben.
— Der General⸗Gouverneur von Candia, Reouf Pascha, bereist die Insel, um die Gemüther zu beruhigen und zu be⸗ sänftigen. Er kündigte selbst der Bevölkerung an, daß er in Konstantinopel die Ermächtigung verlangt habe, die National⸗ versammlung zu einer außerordentlichen Session einzuberufen. Admiral Hobart Pascha erhielt den Befehl, sich von den candi⸗ schen Gewässern nicht zu entfernen, um das Einführen von Waffen und Munition zu verhindern.
Amerika. New⸗York, 2. September. (W. T. B.) Nach amtlichen Berichten aus Savannah ist daselbst das gelbe Fieber ausgebrochen. Bis jetzt sind seit dem 21. v. Mts. 256 Personen erkrankt und 40 Todesfälle vorgekommen.
Philadelphia, 1. September. (Times). Ausgedehnte indianische Räubereien, durch zerstreute Trupps von Sioux ausgeführt, werden gemeldet. Die Post von Dakota nach Sidney in Nebraska ward am Sonntag angegriffen. Fünfzehn Weiße wurden getödtet und vier andere wurden bei Buffalo Gap todt gefunden. Acht andere wurden an zwei Stellen nahe Custer getödtet.
— Berichten der „A. A. C.“ aus den eentral⸗ amerikanischen Republiken zufolge ist Don Crecencio Gomez als provisorischer Präsident von Honduras installirt worden. Am 17. Juni erließ er eine Proklamation, in welcher er verspricht, den Frieden aufrecht zu erhalten. — Honduras hält, wie Costa⸗Rica, an dem neulich zwischen Guatemala und Salvador geschlossenen Friedens⸗ und Allianz⸗
Don Rafael Culdivar wurde am 19. Juli als konstitutioneller Präsident installirt. — Der Tele⸗ graph von San Juan del Sur nach Managua wurde am 5. Juli vollendet und die Linie zwischen Managua und Corinto
natz ist von den Serben geräumt, die Stellung der Serben wurde vom linken Ufer der Morawa aus durch die Türken umgangen. Ejub Pascha hat seine Vereinigung mit Saib Pascha bewerkstelligt.
Belgrad, 3. September. (H. T. B.) Die Serben waren am Freitag nach 13stündigem harten Kampfe genöthigt, das Hauptcorps nach Deligrad zurückzuziehen. Das offizielle Bulletin giebt an, daß dreifache Ueberlegenheit des Feindes die Ursache des Rückzuges sei.
Belgrad, 3. September. (W. T. B.) Offiziell: Die Türken, die auf das linke Ufer der Morawa zurückgeschlagen worden waren, haben am Freitag früh den rechten Flügel der serbischen Armee mit ihrer gesammten Macht im offenen Felde angegriffen. Die Schlacht währte bis 9 Uhr Abends. Die Ser⸗ ben haben während der Schlacht ihre Stellungen behauptet, sich aber, nachdem die Türken ihnen an Zahl dreifach überlegen ge⸗ worden waren, in die befestigten Stellungen von Alexinatz und Deligrad zurückgezogen. Die Nachricht von der Einnahme von Alexinatz durch die Türken ist falsch, indem letz⸗ tere sich nirgends auf dem rechten Morawa⸗Ufer befinden. Sie verwüsten und verbrennen systematisch alle Ortschaften auf dem linken Morawa⸗Ufer.
Wien, 4. September. (W. T. B.) Nach hier eingegan⸗ genen authentischen Privatberichten haben die Türken vor Alexinatz bedeutende Erfolge gehabt, und scheint dieser Ort für die Serben unhaltbar zu werden.
Konstantinopel, 3. September. (H. T. B.) Zur Ver⸗ stärkung der Nischer Armee sind 20,000 Redifs abge⸗
gangen.
ragua wird reduzirt;
nähert sich rasch der Vollendung. — Die Armee von Nica⸗ etwa 2000 bis 3000 Mann sind ent⸗ lassen worden. Das Maximum der Armee von Costa⸗Rica in Friedenszeiten soll bleiben wie es jetzt ist und die Zahl der Truppen dürfte von der Exekutivgewalt im Falle einer Infurrek⸗ tion auf 5000 Mann erhöht werden.
Brasilien. Rio de Janeiro, 20. Juli. Das gelbe Fieber hat seit Ende März*) sowohl in der Stadt, als im Hafen von Rio de Janeiro noch recht stark gewüthet. Nament⸗ lich war die Zahl der Todesfälle im Verhältniß zu den Erkran⸗ kungen ungewöhnlich groß. Wenn die Seuche in den Monaten Mai und Juni auch erheblich abgenommen hat, so fordert die⸗ selbe doch noch täglich ihre Opfer. Während im Monat April, abgesehen von den Seeleuten, 935 Personen der verderblichen Epidemie erlagen, weisen die Mortalitätslisten für den Monat Mai 373, und für den Monat Juni 126 Todes⸗ fälle nach. In der Zeit vom 13. März bis 31. Mai wurden nicht weniger als 683 Seeleute von der Krankheit ergriffen, von denen 141, darunter 30 deutsche, starben. Wie bösartig übri⸗ gens in diesem Jahre die Seuche aufgetreten ist, beweist der Umstand, daß dieselbe mehrere Neger, welche bisher stets von dem Fieber verschont geblieben sind, hinweggerafft hat.
Eine offizielle Kommission, deren Aufgabe es ist, die hie⸗ figen gesundheitlichen Verhältnisse zu überwachen und zu ver⸗ bessern, hat zwar verschiedene Maßregeln vorgeschlagen, um für die Zukunft dem schrecklichen Uebel zu steuern. Ob dieselben aber durchführbar sein werden, erscheint nach Lage der hiesigen Verhältnisse sehr fraglich.
*) Vgl. Reichs⸗Anzeiger v. 11. April, 4. Mai u. 27. Mai d. J.
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Vertrage fest — Der Kongreß von Salvador wurde am 6. Juli eröffnet.
Der am 30. August in Erlangen verstorbene Professor Rudolf v. Raumer war in Breslau im Jahre 1815 als Sohn des Geologen, Geographen und Päragogen Karl Georg geboren und der Neffe des Geschichteschreibers Friedrich v Raumer. 1846 wurde Rudolf v. Raumer zum außerordentlichen, 1852 zum ordentlichen See. der deutschen Sprache und Literatur ernannt⸗
on seinen Werken sind die bedeutendsten: „Aspiration
und Lautverschiebung“, „Die Einwirkung des Christenthums auf die hochdeutsche Sprache“, „Vom deutschen Geiste“, „Deutsche Versuche.“ In dem Werke seines Vaters, der „Geschichte der Päda⸗ gogik“, bearbeitete er die den Unterricht im Deutschen betreffende Abtheilung. Als bewährter Forscher auf dem Felde der Recht⸗ schreibung wurde er von dem Minister der geistlichen ꝛc. Angelegen⸗ heiten, Dr. Falk, eingeladen, einen Entwurf zur Reform der deutschen Orthographie auszuarbeiten, welcher den Berathungen einer nach Berlin zu berufenden Versammlung von Fachmännern als Grundlage dienen sollte. Diese Konferenz hat im Anfange des laufenen Jahres ihre Aufgabe erledigt; zu sehen, welche praktische Frucht sie tragen wird, sollte ihrem hervorragendsten Mitgliede nicht mehr beschieden sein.
Düsseldorf, 31. August. (Köln. Ztg.) Professor Peters in Clinton hat nochmals einen Planeten 12. Größe entdeckt, welcher gleich dem vorigen nur in großen Fernröhren sichtbar ist und dessen Ort so angegeben war: 29. August 12 Uhr 57 Minuten Rectascension und 11 Grad 30 südliche Deklination. Die Neuheit vorausgesetzt, steigt durch diesen 10. diesjährigen Planeten die Anzahl der kleinen Planeten auf 167, von welchen 35 nur in Einer Erfchei⸗ nung beobachtet sind.
Paris, 30. August. Die französische Musik hat einen ihrer bedeutendsten modernen Vertreter verloren: Felicien David ist gestern Abend um 5 Uhr in Saint Germain bei Paris einer Brust⸗ krankheit erlegen. Er war zu Cadenet im Vaucluse⸗Departement am 8. Mai 1810 geboren. Sein erstes und zugleich bedeutendstes Werk war das Oratorium „Die Wüste“. Diese großartige musikalische Dichtung gelangte zwar erst zehn Jahre nach ihrer Vollendung, 1844, zur ersten Auffuͤhrung, machte aber den Komponisten dann rasch in ganz Europa berühmt. In diese Zeit fällt auch eine Kunstreise durch Deutschland. Es folgten die Oratorien: „Moses auf dem Sinai“, „Christoph Columbus“, „Das Eden“; dann die Opern: „Die Perle von Brasilien“, „Herkulanum“ und „Lalla Rukh“, von denen die erste auf dem Theatre lyrique, die zweite in der Großen Oper, die dritte in der Komischen Oper zur ersten Aufführung gelangte und die letzt⸗ genannte sich auch auf vielen fremden Bühnen einbürgerte. Unter seinen kleineren Kompofitionen haben sich die „Hirondelles“ besondere Po⸗ pularität erworben.
Gewerbe und Handel.
Die von dem englischen Parlamente eingesetzte Kom⸗ mission, welche über die Lage der Austernfischerei berichten sollte, ist nach ihren Erhebungen zu der Ansicht gekommen, daß es nothwendig ist, eine Schonzeit für den Austernfang eintreten zu lassen, sowie eine Bestimmung betreffs der Minimalgröße zu treffen; ohne diese beiden Maßregeln würde die übertriebene Fischerei nicht aufhören.
Wien, 2. Secptember. (W. T. B.) Nach der vorliegenden Semestralbilanz der Kreditanstalt befinden sich unter dem Gewinne, welcher, wie bereits gemeldet, 2,481,303 Fl. beträgt, folgende Positionen: 592, 39 Fl. an Provisionen, 1,469,829 Fl. an Zinsen, 389,716 Fl. an Devisen und 29,617 Fl an diversen anderen Posten. Unter den Verlusten von 1,932,376 Fl. werden die Gehalte mit 375,790 Fl., die Spesen mit 174,866 Fl., die Steuern mit 185,272 Fl., die Abschreibungen von älteren Forderungen mit 130,055 Fl., die⸗ jenigen vom Jahre 1876 mit 25,874 Fl. in Filialen mit 203,2 15 Fl., der Verlust an Effekten mit 771,695 Fl., der Verlust bei der un⸗ garischen Kreditanstalt mit 64,674 Fl. aufgeführt. Die Konfortial⸗ geschäfte sind in der Bilanz nur insoweit berücksichtigt, als dieselben bis zum 30. Juni abgewickelt waren. Der Reingewinn beträgt dem⸗ nach 548,927 Fl.
New⸗York, 1. September. (W. T. B.) Die Petroleum⸗ preise waren am heutigen Markt schwankend. Der offizielle Preis blieb schließlich 26; es fanden indeß Wiederverkäufe zum Preise von
23 ½ statt. Verkehrs⸗Anstalten. Triest, 3. September. (W. T. B.) Der Lloyddampfer „Castor“ ist heute Vormittag 9 ¼ Uhr mit der ostindischen Ueber⸗ landpost aus Alexandrien hier eingetroffen.
Aus dem Wolffschen Telegraphen⸗Bureau.
St. Petersburg, Montag, 4. September. Ein der hiesigen „Internationalen Telegraphen⸗Agentur“ zugegangenes Telegramm aus Belgrad von gestern Abend meldet: Es heißt, der Seraskier hätte mit 60,000 Mann türkischer Truppen Alegxinatz in der Richtung von Knjazewatz umgangen, die Serben sollen nach heftigem Kampfe zurückweichen. General Tschernajeff hat 10,000 “ abgeschickt, um die Türken im weiteren Vordringen auf⸗ zuhalten.
Berlin, den 4. September 1876. Pest, 1. September. Nach der feierlichen Eröffnung des in⸗
Joseph übernahm Minister Trefort das Präsidium. Zunäch wurde die Konstituirung des Bureau vorgenommen. Trefort wurde zum Prä⸗ sidenten, ferner eine Reihe von Vize⸗Präsidenten und Sekretären aus den Vertretern der fremden Staaten gewählt. Es folgten sodann Nekrologe. Engel sprach über Quetelet und benntragte eine Quetelet⸗Stiftung zu errichten; Farr über Samuel Brown, Semenow über David. Hier⸗ auf wurde die Sitzung auf eine Stunde unterbrochen, während welcher Zeit sich die Mitglieder des Kongresses nach Ofen begaben, um dem Erzherzoge Joseph vorgestellt zu werden. Um 2 Uhr wurde die Sitzung fortgesetzt. Körösi und Worms hielten Nekrologe über Eduard Horn, Becker über Schwabe, Levssseur über Dupin und Wolowski. Ficker widmete der verstorbenen Großfürstin Helene Pawlowna ven Rußland Worte dankbarer Erinnerung. Sodann wurde die Sitzung geschlossen und zur Konstituirung der Sektionen geschritten. 2. September. Heute Vormittag hielten die erste und sechste Sektion des Kongresses Sitzungen. Erstere (vergleichende Bevöl⸗ kerungsstatistik) beschäftigte sich mit der Frage des Unterrichtes der Statistik auf verschiedenen Stufen des Lehrganges; letztere (Handel) mit der Defiaition des Export⸗, Import⸗ und Transitohandels. Morgen 10 Uhr Vormittags findet die Centennialfeier des Palatins Erzherzog Joseh und gleichzeitig die Eröffnung des mit einer Ausstellung verbundenen anthropologischen und prähistorischen Kongresses statt; zu beiden sind die Mitglieder des statistischen Kongresses geladen. Dienstag, den 5., giebt der Erzherzog Joseph den Mitgliedern des statistischen Kongresses ein Banket auf der Margarethen⸗Insel. Heute findet dem Kongresse zu Ehren eine Festvorstellung im Nationaltheater statt, wo die Oper „Hunyady Laszlo“ gegeben wird. Norgen wird im Volkstheater das Volksstück „Csikos“ gegeben.
An dem Geburtshause des deutschen Geschichtsschreibers Häus⸗ ser (geb. 26. Oktober 1818) zu Kleeburg bei Weißenburg im Eisaß ist jüngst eine Gedenktafel angebracht worden.
(H. 3) Die deutsche Polar⸗Schiffahrtsgesellschaft in Hamburg ist in Liquidaton getreten. Die Liquidation wird durch die Direktion beschafft, und wird die Firma in Liquidation von dem bigherigen Direktor Caesar Behrens gezeichnet.
Der Zoologische Garten hierselbst ist wieder um eine Seltenheit reicher geworden. Direktor Bodinus hat drei Exemplare
des sogenannten Pferdehirsch (cervus Derbianus) aus Peking, und zwar
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ein Männchen und zwei Weibchen, erworben. Es ist ein Exemplar dieses seltenen Thieres, soweit bekannt, bisher in Europa noch nicht gesehen worden und befindet sich auch in keinem anderen zoologischen Garten. Theater.
Das Königliche Opernhaus eröffnete seine Opernvorstel⸗ lungen am Sonnabend mit dem „Tannhäuser“ von Richard Wagner. Das Haus war ausverkauft und das sehr animirte Publikum nahm die Vorstellung beifällig auf. Namentlich wurde Hr. Betz, der nach seiner Rückkehr von Bayceuth zum ersten Male wieder an das Ber⸗ liner Publikum trat, bei seinem Erscheinen mit einem wahren Bei⸗ fallssturm begrüßt, eine Anerkennung, die sich mit Recht nach jeder Scene wiederholte, denn Hr. Betz spielte und sang mit gewohnter Meisterschaft. Als Elisabeth war Frl. Hofmeister aus Frank⸗ furt a. M. und als Tannhäuser Hr. Müller aus Leipzig eingetreten, beides Debutanten. Wir haben dieselben schon vor einigen Monaten als Gäste hier gehört, besprochen und ihre Engagements mit Befriedigung begrüßt, und auch am Sonnabend traten ihre Vorzüge wieder her⸗ vor. Namentlich trug Hr. Müller seine Pilgerfahrt meisterhaft vor und fand großen Beifall damit; vorher hätte wohl einige Mal sein Gesang wie sein Spiel etwas mehr Verve entwickeln können. Recht edel war die Elisabeth des Frl. Hofmeister, nur wäre im Ganzen mehr Innigkeit des Gesanges und Tones zu wünschen gewesen. Das Publikum nahm auch ihre Leistung freundlich auf und zeigte sich ebenso befriedigt von den beiden Acquisitionen wie die Kritik sich darüber ausgesprochen.
— Das Wallner⸗Theater brachte am Freitag Abend ein neues Lustspiel von G. v. Moser und J. Rosen: „Hohe Schule.“ Der Stoff ist originell und hübsch ersonnen, aber nicht demgemäß durchgeführt; theils ist oft die Länge ermüdend, theils sind manche Scenen zu possenhaft, andere aber wirken verletzend. Starke Streichungen könnten hier nur vortheilhaft sein. — Die Aufführung war vortrefflich in vielen Partien; so war Frl. Bredow überaus anmuthig und voll Wahrheit; den Zorn, den sittlichen Ernst, die warmfuhlende Erregbarkeit, Alles brachte diese junge, talentvolle Künstlerin, von ihrer anmuthigen Erscheinung unterstützt, zur besten Geltung; die Versöhnungsscene der beiden Gatten war ein kleines Meisterstück. Frl. Carlsen gab die kokette junge Frau mit höchster Eleganz und großer Feinheit, selbst wo die Rolle es nicht mehr war, und bewährte sich wieder als Künstlerin, so daß ihr Hervorruf bei offener Scene zu Theil wurde. Hr. Direktor Lebrun gab den gutmüthigen Gatten mit vollendeter Wahr⸗ heit und liebenswürdigem Humor. Hr. Kadelburg war lebhaft und frisch wie immer; Fr. Berg eine köstliche alte Dame; nur Hr.
Blencke mußte ein etwas eleganteres Aeußere anzunehmen suchen, und die Debütantin, Frl. Hagen, die junge Krau, etwas mehr ihr Spiel verinnerlichen. Im Uebrigen bot die Partie keine Gelegenheit zu besonderer Entfaltung ihres Talentes und kann daher die junge Dame wohl erst nach erneutem Auftreten in anderen Partien richtig beurtheilt werden.
— Das Victoria⸗Theater hat die Saison mit dem Drama „Die beiden Waisen“ von D’Ennery und Cormon eröffnet. Es ist eine etwas verspätete Folge der „Geheimnisse von Paris“, die Eule, Marienblume, Rudolf und die anderen Figuren finden sich, natürlich unter anderen Namen und etwas moderirten Zeichnunzen wieder; und was die Phantasie von Grausamkeiten ersinnen kann, ist hier in den kn ppen Raum von 4 Akten zusammengedrängt: Entführung, Menschenraub, Brudermord, sogar doppelter, Gefängniß, Duell mit tödtlichem Ausgang u. s. w. — aber Alles ist geschickt, spannend, sogar natürlich gemacht, und somit wohl im Stande, sein Publikum zu fesseln, und zwar um so mehr, als es versöhnend und mit der Vereinigung der beiden Liebenden — des vornehmen Herrn und des armen Mädchens —, der Versorgung der Blinden und der Aussicht auf deren Heilung schließt. Das Drama selbst ist hier schon bekannt, es ist im Anfange dieses Jahres bereits im National⸗Theater gegeben, und so können wir gleich zur Besprechung der Aufführung übergeben. Die Inscenirung war vor⸗ trefflich, die Darsteller thaten ihr Möglichstes. Doch ist mit beson⸗ derem Lobe nur Frl. Agnes Wiesthaler, die geschickte Darstellerin der blinden Waise, die recht ergreifend und wahr spielte und sprach, hervorzuheben; Fr. Schamberg, ihre Schweter, verräth in der Breite der Aussprache noch zu sehr die Fremde, hat aber schöne Stimmmittel und ein edles Wesen. Hr. Einicke wußte den armen, lahmen Scheerenschleifer mit seiner Herzensgüte und seiner Trostlosig⸗ keit recht sympathisch zu gestalten; Fr. Giers woar sehr drastisch als alte Bettlerin, das verkörperte Prinzip des Bösen; Hr. Rinckhoff im Spiel frisch als liebender Kavalier und edler Beschützer der Armen, nur in der Sprache oft zu übervoll; Hr. Ascher, sein Diener, fand vielen Beifall, weil er eben — sich vergriff und statt des feinen, verschlagenen Kammerdieners eines vornehmen Herren den lustigen, gallonirten Lakaien eines Parvenüs gab, dessen Ton und Manieren in fenen Kreisen unmöglich, aber in niederen beliebt sein mußten. — Die Uebrigen genügten mehr oder weniger.
Redactenr: F. Prehm. 8 Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Elsner. Vier Beilagen ““ (einschließlich Börsen⸗Beilage).
1
Berlin:
Aunst, Wissenschaft und Literatur 8
früheren Feld⸗Art. Regt
8 4
zum Deutschen Nℳ.o) 208.
. Königreich Preutßen. “ Bekanntmachung. Nach Vorschrift des Gesetzes vom 10. April 1872 (Gesetz⸗ Samml. S. 357) sind bekannt gemacht: 2 1) der am 26. Juni 1876 Allerhöchst vollzogene Tarif, nach welchem die Abgabe für Benutzung des Tollense⸗Ueberganges bei Ost n, Kreis Demmin, bis auf Weiteres zu erheben ist, durch das
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Stettin Nr. 31 S. 165,
ausgegeben den 4 August 1876;
2) der Allerhöchste Erlaß vom 29. Juni 1876, betreffend die in Abänderung des §. 25 Absatz 4 des Pferdeaushebungs⸗Reglements vom 12 Juni 1875 erfolgte anderweite Festsetzung der Reisekosten und Tagegelder der land äthlichen Bureaugehülfen, welche außerhalb des Kreisortes bei der Musterung des Pferdebestandes und bei der Aushebung der Mobilmachungspferde mitwirken, durch das Amtsblatt für Hannover Nr. 35 S. 298, ausgegeben den 18 August 1876;
3) der Allerhöchste Erlaß vom 5. Juli 1876, betreffend den
chausseemäßigen Ausbau der die Fortsetzung der Straße von Stetten
über Owingen, Regierungsbezirk Sigmaringen, bis zur württembergi⸗ schen Landesgrenze in der Richrung auf Balingen bildenden Straßen⸗ strecke bis zur Hechingen⸗Balingener Chaussee zwischen Steinhofen und Engstlatt und die Verleihung des Enteignungsrechts der zu diesem Bau auf preußischem Gebiet erforderlichen Grundstücke, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Sigmaringen Nr. 32
S. 129/130, ausgegeben den 11. August 1876;
4) das am 12. Juli 1876 Allerhöchst vollzogene Privilegium
wegen Ausgabe auf jeden Inhaber lautender Obligationen der Stadt
Ems zum Betrage von 450,000 ℳ, durch das Amtsblatt der König⸗ lichen Regierung zu Wiesbaden Nr. 32 S. 239 bis 241, ausgegeben den 10. August 1876;
5) der Allerhöchfte Erlaß vom 26. Juli 1876 und der durch den⸗ selben genehmigte dritte Nachtrag zu den Statuten der Feuerschaden⸗ Versicherungsgesellschaften für die Städte und Flecken und für das platte Land des Fürstenthums Ostfriesland und des Harrlinger Lan⸗ des zu Aurich, durch das Amtsblatt für Hannover Nr. 35 S. 293
bis 294, ausgegeben den 18. August 1876.
Nachricht für Seefahrer.
An den Königlichen Navigationsschulen zu Leer, Emden und Grünendeich a. d. Elbe beainnt am 2. Oktober c. ein neuer Steuer⸗ mannskursus. Schulgeld für den ganzen Kursus von etwa 9monat⸗ licher Dauer 36 ℳ Die Aufnahme in den Kursus ist abhäagig von dem Ausfall einer Prüfung, worin der Aufzunehmende nachzu⸗ weisen hat:
1) eine leserliche Handschrift und Kenntniß der deutschen Sprache bis zur Fähigkeit, sich mündlich und schriftlich verständlich
auszudrücken;
2) Kenntniß der Grundrechnungsarten mit gewöhnlichen Brüchen, Dezimalbrüchen und Buchstaben, Fertigkeit im Rechnen mit EW1I und Uebung in der Ausziehung von Ouadrat⸗ wurzeln;
) Kenntniß der einfacheren Sätze über die Gleichheit von Winkeln, sowie über die Kongruenz, Aehnlichkeit und Gleichheit von Dreiecken. Kenntniß der einfacheren Sätze vom Kreise und von den Winkeln im Kreise. Lösen leichter Konstruktions⸗ und Rechnungsaufgaben vermittelst der Lehrsätze;
4) Einige Vorbereitung in der nautischen Geographie, besonders in der mathematischen.
Lehrmittel hat jeder Schüler für etwa 75 ℳ anzuschaffen.
Die Kuratorien der genannten Schulen werden diese Prüfungs⸗ termine näher bekannt machen, für Leer ist er auf den 30. Sep⸗ tember c. festgesetzt. Wer die Aufnahmeprüfung nicht besteht, wird zurückgewiesen und kann zu derselben erst nach einem halben Jahre wieder zugelassen werden.
Meldungen zur Theilnahme an diesen Prüfungen nehmen die Kuratorien der genannten Schulen entgegen, werden auch durch die betreffenden Navigationslehrer vermittelt.
Nach Beginn des Kursus dürfen während der nächsten 12 Wochen
neue Schüler noch aufgenommen werden.
Um nach Ablauf des Kursus zur Steuermannsprüfung zugelassen zu werden, ist erforderlich: die Zurücklezgung einer auf den Ablauf des 15. Lebensjahres folgenden mindestens 33monatlichen Fahrzeit zur See, von welchen mindestens 12 Monate als Vollmatrose auf Segel⸗ schiffen der Handelsmarine oder als Ober⸗Matrose in der Kriegs⸗ marine zugebracht sein müssen. Die Vorshales an den genannten Orten geben den Seeleuten Gelegenheit sich zu dieser Aufnahmeprüfung vorzubereiten, auch bilden
sie Schiffer für kleine Fahrt aus. Eintritt jederzeit, Schulgeld 3 ℳ
monatlich. Leer, den 31. Auguft 1876. Der Königliche Navigationsschul⸗Direktor für die Provinz Hannover. Schreiber.
An den Königlichen Navigationsschulen zu Leer und Papen⸗ burg beginnt am 2. Oktober cr. ein neuer Kursus zur Ausbildung von Schiffern für große Fahrt. Dauer desselben 5—6 Monate, Schulgeld 30 ℳ
Aufgenommen werden können nur solche Seeleute, welche die Steuermannsprüfung nach den Bundesvorschriften vom 25. September 1869 bestanden oder schon einen vollen Kursus in der Steuermanns⸗ klasse einer Deutschen Staats⸗Navigationsschule durchgemacht haben 985 befugt sind, als Steuerleute auf deutschen Kauffahrteischiffen zu ahren. “
Leer, den 31. August 1876.
“ Der Navigationsschul⸗Direktor. Schreiber.
Bekanntmachung für Seefahrer. Am 7. d. Mts. beginnt in der Königlichen Navigationsschule in Flensburg die nächste Steuermannsprüfung. Anmeldungen sind an den Köaiglichen Navigationslehrer Pheiffer daselbst zu richten. Altona, den 1. September 1876. Der Königliche e V.: S,Sidach, Königlicher Navigationslehrer.
Personal⸗Veränderungen. “ Königlich Preußische Armee. 1 DOffiziere, Portepee⸗Fähnriche ꝛc. Abschiedsbewil⸗ ligungen. Im aktiven Heere: Schloß Babelsberg, 24. August. Rummel, Sec. Lt. vom Fuß⸗Art. Regt. Nr. 8, als Halb⸗ invalide mit Pens. ausgeschieden und zu den Offiz. der Landw. Fuß⸗ Art. übergetreten. — Schloß Babelsberg, 26. August. Bielen⸗ berg, ec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 85, mit Pens. der Abschied kewilligt. v. Porbeck, Hauptm. a. D., zuletzt Battr. Chef im Nr. 14, der Char. als Maj. verli
8
Berlin, Montag, den 4. September
— —
Schloß Babelsberg, 29. August. Rundspaden, Sec. Lt. vom Inf. Regt Nr. 81, mit Pens. der Abschied bewilligt.
Im Beurlaubtenstande. Schloß Babelsberg. 22. August. Bunge, Sec Lt. von der Res. des Inf Regts. Nr. 93, mit Pension der Abschied bewilligt. — Schloß Babelsberg, 24. August. v. Ibell, Sec Lt. von der Res. des F lo⸗Art. Regts. Nr. 27, behufs Uebertritts zu den Sanitäts⸗Offizn., aus diesem Ver⸗ hältniß ausgeschieden.
Im Sanitäts⸗Corps. Schloß Babelsberg, 24. August. Dr. Richter, Stabsarzt der Landw. vom Res. Landw. Regt Nr. 38, Dr. Winkler, Stabsarzt. der Landw. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 54, Dr. Bobrik, Stabsarzt der Landw. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 4, zu Ober⸗Stabsärzten 2. Kl. der Landwehr befördert. Dr. Hartmann, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 53, Dr. Gille, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 129, Dr. Bengelsdorff, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat, Landw Regts. Nr. 2, Dr. Minks, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom Res. Landw. Bat. Nr. 34, Dr. Poll, Assist. Arzt 2. Kl. der Res vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 54, Dr. v. Zaluski, Assist. Arzt 2 Kl. der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 5, Tholus, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 75, Dr. Flügge, Assist. Arzt 2 Kl. der Res. vom 2. Bat. Landw. Rests. Nr. 74, Dr. Heyne, Assist. Arzt 2 Kl. der Res. vom Res. Landw. Bat. Nr. 36, Dr. Weinberg, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1, Bat. Landwehr Regiments Nr. 60, Dr. Riedel, Assistenz⸗Arzt 2. Klasse der Reserve vom 1. Bataillon Landw. Regts Nr. 78, Dr. Himstedt, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 79, Dr. Hein, ‚Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 3, Dr. Beckhaus, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 15, Dr. Weger, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 1, Dr. Elperting, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts Nr. 13, Dr. Wolff, Assist Arzt 2. Kl. der Res. vom 1 Bat. Landw. Regts. Nr. 41 Dr. Thiesler, Assist Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat Landw. Regts. Nr. 43, Dr. Boockholtz, Assist Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 76, Dr. Breit, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 23, Dr. Albers, Assist Arzt 2. Kl. der R-s. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 22, Dr. Tischmann, Assist. Arzt 2 Kl. der Res. vom Res. Landw. Regt. Nr. 35, Dr. Brümmer, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 53, Dr. Schumacher, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 25, Dr. Pap⸗ pen heim, ‚Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 52, Dr. Schniewind, Assist. 2. Kl. der Res. vom Res. Landw. Regt Nr. 40, Dr. Luther, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 2. Bat. Landwehr⸗Regiments Nr. 20, Dr. Borbe, Assistenz⸗Arzt 2. Klasse der Reserve vom Reseroe⸗Landwehr⸗Bataillon Nr. 33, Dr. Klaus, Assist Arzt 2. Kl. der Res. vom 2. Bat, Landw. Regts. Nr. 17, Dr. Kramer, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 8, Dr. Meyer, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom Res. Landw. Regt. Nr. 35, Dr. Wende, Assist. Arzt 2. Kl der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 89, Dr. Wriedt, ‚Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom Res. Landw. Bat. Nr. 86, Dr. Orth, Assist. Arzt 2. Kl. der Res. vom Res. Landw. Regt. Nr. 35, zu Assist. Aerzten 1. Kl. der Res. befördert. Dr. Walbaum, Assist. Arzt 2. Kl. der Landw. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 15, Dr. Abramowski, Unterarzt vom Infanterie⸗Regiment Nr. 21 Dr. Lenné, Unterarzt vom Infanterie ⸗Regiment Nr. 56, Dr. Fritze, Unterarzt vom Füs. Regt. Nr. 35, Dr. Landgraf, Unterarzt vom Jäger⸗Bat. Nr. 9, Dr. Hecker, Unterarzt vom Inf. Regt. Nr. 60, Dr. Kühne, Unterarzt vom Inf. Regt. Nr. 42, Dr. Groetschel, Unterarzt vom Pion. Bat. Nr. 15, zu Assist. Aerzten 2. Kl. befördert. Dr. Grobelny, Unterarzt der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 58, Dr. Stroinski, Unterarzt vom Res. Landw. Bat. Nr. 37, dieser unter Einrangierung beim 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 14, Dr. Elstner, Dr. Schubert, Unterärzte der Res. vom Res. Landw. Regt. Nr. 38, Dr. Bertling, Unterarzt der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 17, Dr. Lauenstein, Unterarzt der Res. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 76, Dr. Henneberg, Unterarzt der Res. vom 2. Bat. Landw. Regts Nr. 94, Dr. Minor, Unterarzt der Res. vom Res. Landw. Bat. Nr. 80, Dr. Schweitzer, Unterarzt der Res. vom Res. Landw. Bat. Nr. 98, zu Assist. Aerzten 2. Kl. der Res. befördert. Dr. Liedtke, Stabs⸗ und Bataill. Arzt vom 2. Bataillon Inf. Regts. Nr. 62, zum 1. Bat. dieses Regts., Dr. Dittmer, Stabs⸗ und Bats. Arzt vom 2. Bat. Inf. Regts. Nr. 85, zum 2. Bat. Inf. Regts. Nr. 76, Dr Kern, Assist. Arzt 1. Kl. vom Gren. Regt. Nr. 11, in die etatsm. Stelle bei dem General⸗ und Corps⸗Arzt des VI. Armee⸗Corps, Dr. Koch, Assist. Arzt 1. Kl. vom Inf. Regt. Nr. 21, zum Inf. Regt. Nr. 22, Dr. Senstius, Assist. Arzt 2. Kl. vom Inf. Regt. Nr. 61, zum Ulan. Regt. Nr. 9, Dr. Züchner, Assist. Arzt 2. Kl. vom Feld⸗Art. Regt. Nr 2, zum Kür Regt. Nr. 2 versetzt. Dr. Baum, Stabs⸗ und Bats. Arzt vom 2. Bat. Gren. Regts. Nr. 5, als Ober⸗Stabsarzt mit der Unif. des Sanitäts⸗Corps, Dr. Zschiesche, Assist. Arzt 2. Kl. vom Fuß⸗Art. Rett. Nr. 4, Dr. Reichel, Stabsarzt der Landw. vom Res. Landw Regt. Nr. 38, diesem mit der Unif. des Sanitäts⸗Corps, Dr. Friedlaender, Stabsarzt der Landw. von dems. Regt., Dr. Stiehl, Stabsarzt der Landw. vom Res. Landw. Bat. Nr. 39, Dr. Senftleben, Stabs⸗ arzt der Landw. vom 2. Bat. Landw. Kegts. Nr. 25, Dr. Hecking, Stabsarzt der Landw. vom 1. Bat. Landw. Regts. Nr. 70, Dr. Liedtke, Assist. Arzt 1. Kl. der Landw. vom 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 9, der Abschied bewilligt. Dr. Erdner, Assist. Arzt 2. Kl. vom Inf. Regt. Nr. 21, ausgeschieden und zu den Aerzten der Res. des 2. Bats. Landw. Regts. Nr. 54 übergetreten.
Beamte der Militär⸗Verwaltung. Durch Verfügung des Kriegs⸗Ministeriums. Den 2. August. Buchmann, Ka⸗ sernen⸗Inspektor in Metz, auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand versetzt. — Den 16. August. Frhr. v. Goldstein⸗ Berge, Hauptm. a. D. und Garnisonverwaltungs⸗Ober⸗Inspektor in Torgau, auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand ver⸗ setzt. — Den 20. August. Bandke, Garnisonverwaltungs⸗Ober⸗ Inspektor in Meiningen, nach Torgau, Peter, Garnisonverwaltungs⸗ Inspektor in Hofgeismar, nach Meiningen, Jaeschke, Kasernen⸗ Inspek or in Augustenburg, als Vorstand der Garnisenverwaltung nach Hofgeismar, Kelch, Kasernen⸗Inspektor in Straßburg i. E., nach Muͤlhausen i. E. versetzt. — Den 23. August. Koppel⸗ kamm, Floegel, Piel, Thiel, interim. Kasernen⸗Inspektoren in Straßburg i. E., resp. in Magdeburß, Straßburg i. E. und Königs⸗ berg i. Pr., zu Kasernen⸗Inspektoren ernannt.
Nichtamtliches.
Frankreich. Paris, 31. August. Die telegraphisch mitgetheilte Nachricht von der Ersetzung des französi⸗ schen Gesandten Bourgoing in Konstantinopel durch Herrn de Chaudordy bestätigt sich, wie die „Köln. Ztg.“ meldet. Gr. de Chaudordy begannn 1850 seine diplomatische Laufbahn als Attaché in Rom, 1867 ward er bevollmächtigter Minister. Nach den Ereignissen des Jahres 1870 wurde er bei der Regierung in Tours und Bordeaux mit der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten betraut. In der
“ ersammlung von 1871 gehörte er inr Rechten. Bald
“
Staats⸗Anzeiger.
1876.
darauf zum Nachfolger Lanfrey's, des französischen Gesandten in Bern, ernannt, ward er später nach Madrid gesandt.
— Die „Républiqgne Frangaise“ weist auf eine dringend nothwendige Resorm im Justizwesen hn, durch welche das Budget eine bedeutende Erleichterung erfahren würde. Das Blatt macht darauf aufmerksam, „daß Frankreich eine große Zahl von Appellhöfen besitze, welche durchaus überflüssig seien. In früherer Zeit mußten mehrere Gerichtshöfe geschaffen werden, schon aus dem einfachen Grunde, weil die Verkehrsverbindungen zwischen den einzelnen Departements noch sehr mangelhaft waren; außerdem wurde der Geschäftsgang bei den Gerichten noch durch das an manchen Orten geltende Gewohnheitsrecht sehr erschwert. Der Fortschritt im Eisenbahn⸗ und Postwesen so wie durch die Entwicklung der Gesetzgebung haben aber jetzt die Möglichkeit geschaffen, ohne größere Kosten für die Betheiligten alle gerichtlichen Streitigkeiten an einem Tribunal, das mehrere der jetzigen Bezirke umfaßt, zur Entscheidung zu bringen.“
— Das „Avenir militaire“ hat in einer der letzten Nummern ausführliche Mittheilungen über die von einzelnen Armee⸗Corps in diesem Herbste auszuführenden Manöver ge⸗ bracht, über die Truppenstärke der betreffenden Corps, über das Manöverterrain, die den Uebungen zu Grunde gelegten Ideen u. s. w. Dem Blatte sind folgende Daten entnommen:
Die Uebungen des I. Corps (Nord, Pas de Calais; General Clinchant in Lille) werden vom 7. bis 22. September dauern und sollen neun Tage Exerzieren innerhalb des Truppenverbandes und ein sechstägiges Gesammtmanöver um⸗ fafsen. An den Uebungen werden 25 Bataillone, 8 Schwadronen, 8 Batterien und 1 Genie⸗Sektion Theil nehmen. Das Corps⸗ manöver wird zwischen St. Pol und Boulogne im Departement Pas de Calais stattfinden. Nach der Generalidee wird die um St Pol kantonirende 1. Diviston die 2. Division, welche auf dem rechten Ufer des Canche Stellung genommen haben wird, angreifen und über Huc qgreliers auf und über Boulogne zurückwerfen. Das III. und IV. Corps werden gegen einander manövriren. Das III Corps, General Lebrun in Rouen, steht in Calvados, Seine Inférieure, Seine et Oise. Das IV., General Deligny in le Mans, in Eure et Loir, Mayenne, Orne, Sarthe, Seine et Oise. Jedes der beiden Corps wird 25 Bataillone, 9 Schwadronen, 12 Batterien, 1 Genie⸗ sektion und 2 Telegraphensektionen stark sein. Nach neun⸗ tägigem Exerzieren in der Waffe vom 5. bis 14. Sep⸗ tember wird das um Mantes zasammenzgezogene 3. Corps bis zum 21. September gegen das um Vernneuil⸗sur⸗Avre stehende 4. Corps manövriren. Die Uebungen werden sich um den Besitz von Dreurx drehen. Das 7. Corps (General Herzog v. Aumgle in Besancon; Ain, Doubs, Jura u. w.) wird vom 3. bis 8. September Brigadeübungen haben, denen bis zum 13. das Co psmanöver zwischen Dole, Poligny, Arbois und Salins im Jura folgen wird. Das Corps wird stark sein 26 Batalillone, 16 Schwadronen, 8 Batterien zu 6 Geschützen, welche deren 12 zu 4 formiren werden, und 1 Geniesektion. Gexneralidee ist: Ein Armee⸗Corps zieht sich von Dole über Champpagnole und den oberen Jura zurück. Das um Doubs vereinigte 7. Corps soll jenes in zwei Kolonnen in den Richtungen auf Poligny und Arbois verfolgen. Das 8. Corps (General Ducrot in Bourges; Cher, Cote d'or, Rhone u. s. w.) wird um Autun im Departement Saone⸗et⸗ Loire in einer Stärke von 26 Bataillonen, 8 Schwadronen, 8 Bat⸗ terien und 2 Telegraphen⸗Sektionen üben; dem Corps ist die Unter⸗ offizierschule im Lager von Avord beigegeben. Die Vorbereitungs⸗ übungen dauern vom 24. bis 27. August; dann folgen drei Marsch⸗ tage, an welche sich vom 1. bis 9. September die größeren Ma⸗ növer schließen. Denselben liegt die Idee zu Grunde, daß ein im Saone⸗ thale stehender Feind seine Vorhut bereits in das Thal von Arroux geworfen habe, um sich die Verbindung mit den Loiregegenden zu sichern. Das 8. Corps bemächtigt sich der Stadt Autun, um den Gegner aufzuhalten, muß aber der Uebermacht desselben weichen und sich zurückziehen. Das 14. Corps (General Bourbaki) in Grenoble; Hautes⸗Alpes, Isère, Savoie, Rhone), wird zwischen der Küste St. André und Grand⸗Temps üben, nördlich der Bahnlinie von St. Ram⸗ bert nach Grenoble im Departement Isère. Den Truppenübungen vom 28. Auzust bis 13. September sollen sechs größere Manövertage folgen. Dieses Corps wird 37 Bataillone, 24 Schwadronen, 10 Bat⸗ terien und 1 Genieabtheilung stark sein, welche in zwei getrennte Corps getheilt werden. Das Nordcorps, von Bourgoin und St. Jean de Bournay kommend, wird Rives und Voiron, Knotenpunkt der nach Grenoble führenden Straßen, zum Ziele haben. Das Süd⸗ corps hat diese Punkte zu vertheidigen und zu dem Zwecke die “ von St. Hilaire zu besetzen. Das 16. Corps (General
ymard in Montpellier; Aude, Herault, Lozère, Tarn, Pyrénées öorientales) wird vom 5. bis 20. Oktober in einer Stärke von 25 Ba⸗ taillonen, 8 Schwadronen, 8 Batterien und einer Geniesektion nörd⸗ lich der Eisenbahn von Alzonne nach Trobes bei Carcassonne im De⸗ partement Aude üben. Das 17. Corps (General de Salignac Fénélon in Toulouse; Garonne⸗Gegenden) wird nur 13 Bataillone, 8 Schwa⸗ dronen, 4 Batterien und 1 Geniesektion stark sein und vom 31. August bis zum 9. September, fünf Tage in der Waffe und vier gemein⸗ schaftlich, manövriren. Das Hauptmanöver wied zwischen Auch und Toulouse stattfinden. Angenommen ist, daß ein Corps, welches Auch besetzt hält, zum Rückzuge gezwungen, in seinen Bewegungen aber durch einen von Toulouse aus gemachten Angriff gehemmt ist. Der⸗ selbe ist von einer bei Isleen⸗Jourdain stehenden Nachhut aus unternommen. Bei Auch findet ein letzter Kampf statt. Außer den vorangeführten Manöverübungen finden noch größere Kavallerie Uebungen beim 9. Corps und im Lager von Chalons statt. Beim 9. Corps werden vom 5. bis 13. September zwischen Tours, Bléré und Reignac im Departement Indre⸗et⸗Loire 7 Bataillone, 24 Schwadronen, 2 fahrende Batterien und drei rei⸗ tende Batterien vereinigt sein. Die aus 6 Rezgimenterx gebildete Kavalleriedivision wird sämmtliche für diese Waffe eingeführten Neu⸗ formationen üben. Alle Commandeure von Kavallerie⸗Regimentern, welche nicht an größeren Herbstübungen betheiligt sind, sowie die Zöglinge der Schule von Saumur werden während der Uebungs⸗ periode im Lager von Bléré anwesend sein. Im Lager von Chalons wird zu gleichem Zwecke vom 15. August bis 1. September die 5., und vom 3. bis 18. September die 2. Division, jede in einer Stärke von 24 Schwadronen und 3 reitenden Batterien größere Uebungen abhalten.
— Das „Journal des Debats“ enthält einige Mittheilun⸗ gen über den Fortschritt der Kolonisation Algeriens. Nach den Bestimmungen des Gesetzes vom 15. September 1871 hat jede neue Kolonie, und zwar auf Kosten des Staates, An⸗ spruch auf Zuleitung von genügendem Trinkwasser, Einrichtung eines Bürgermeistereiamtes, einer Schule, eines Gotteshauses und Anlage von Straßen, welche sie mit den Nachbar⸗ Kolonien und mit der Hauptverkehrsstraße verbinden. Speziell mit Rücksicht auf die Einwanderung aus Elsaß⸗Lothringen bestimmt dann das Gesetz, daß 100,000 Hektaren Domanialgut den aus den verlorenen Provinzen ein⸗ wandernden Kolonisten vorbehalten bleiben sollten. „Insgesammt sind von 1871 bis zum etesttn des letzten Jahres an Ein⸗