einander und mit den Bewohnern Hamburgs in Form geselliger Ver⸗ einigungen statthaben könne. 8 — Die Reichs⸗Gewerbeordnung vom 21. Juni 1869 nebst den sie ergänzenden und abändernden Bestim⸗ mungen, dem Gesetze vom 8. April 1876, den Einfüh⸗ rungsgesetzen u s. w. von Hans Ottomar heilz Berlin, 1876. Verlag von Eugen Grosser. Die vorliegende Mo⸗ noographie bildet einen Theil (Nr. 42) der Grosserschen Ge⸗ setzsammlurg welche dem praktischen Bedürfniß entsprechend, die einzelnen Gesetze mit ihren Abänderungen gruppenweise einer Be⸗ arbeitung unterziehen, die ihre Anwendung erleichtert. Die wesentlichsten Ansprüche, die sich an eine solche Arbeit erheben lassen, bestehen in ihrer Vollständigkeit und Uebersichtlichkeit und diesen Erfordernissen entspricht auch die vorliegende Ausgabe, welche die Gewerbeordnung von 1869 nebst ihren Zusätzen und Abände⸗ rungen, das Gesetz über die eingeschriebenen Hülfskassen vom 7. April 1876 und das Gesetz über die Besteuerung des Gewerbe⸗ betriebes im Umherziehen vom 3. Juli 1876 enthält und durch
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die Erlasse der höhern Verwaltungsbehörden, obersten Gerichtshöfe, Allegate, Verweisung auf gleichlautende Gesetzstellen u s. w. erläutert und mit ausführlichen Inhaltsverzeich⸗ nissen und Sachregistern versehen ist. Der Fleiß und die Genauig keit, welche die vorliegende Arbeit auszeichnen, verbürgt ihre praktische Brauchbarkeit. G
W
Land⸗ und Forstwirthschaft.
(Köln. Ztg.) In Pau (Frankreich) hat ein furchtbarer Or⸗ kan gewüthet. Die ganze Ernte, die noch nicht eingebracht war, wie Mais, Trauben, Kastanien und andere Früchte“, ist völlig ve⸗ nichtet; Bäume wurden aus der Erde gerissen und mehrere Stämme vollständig zerbrochen. Dabei fielen Hagelschlossen so groß wie Wall⸗ nüsse. Rund um Alby war der Sturm auch ungemein heftig und hat der Wein sehr gelitten.
— Im nördlichsten Theile Norwegens, zwischen dem Varanger⸗ fiord und der russischen Grenze, sowie wahrscheinlich über diese
Rechtssprüche der
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binaus, hat ein verheerender Waldbrand große Strecken verwüftet. Das Feuer, von welchem man annimmt, daß es durch Unvorsichtigkeit eines Hirten entstanden, brach am 6. Juni aus, und einem Berichte vom 27. Juli zufolge soll es damals noch mit gleicher Heftigkeit ge⸗ brannt haben.
Gewerbe und Handel.
Die Seumestralbilanz der ergiebt, wie das „Br. Tagbl.“ berichtet, unter Berücksicht igung der statutarischen Abschreibungen einen Netto⸗Ueberschuß von 6 ½ % p.o anno. Die Gesammt⸗Umsätze betragen ca. 384 Millionen Mar gegen ca. 309 Millionen Mark im Vorjahre. Die ungedeckte Noten⸗ summe, welche im Durchschnitt des ersten Semesters 1875 sich noch⸗ auf ca. 7,900,000 ℳ belief, wurde den Bestimmungen des Bank⸗ gesetzes entsprechend reduzirt und betrug im ersten Semester dieses Jahres durchschnittlich ca. 2,300,000 ℳ
Berlin, den 5. September 1876. 8
Salzburg, 30. August. (Dr. J.) Gestern hielten sämn tliche Ab⸗ heilungen des deutschen Juristentages, dessen Theilnehmerzahl nach dem heute früh ausgegebenen Verzeichniß 388 beträgt, Sitzungen. — In der kombinirten I. und II. Abtheilung wurde zunächst die Verhandlung über die Frage der Kodifizirung subsidiärer Güterrechtssysteme neben em einbeitlichen gesetzlichen System fortgesetzt. Außer den gestern ereits mitgelheilten Anträgen lag heute noch der Antrag von Justiz⸗ ath Wilmowski (Berlin):
„Abänderungen des ehelichen Güterrechts durch Ehevertrag sind von der Gesetzgebung nicht zuzulossen insofern durch dieselben be⸗ rechtigte Interessen Anderer gefährdet werden. Unter der Voraus⸗ setzung, vö vom XII. Juristentag empfohlene System des ehelichen Güterrechts eingeführt wird, ist von der Aufstellung anderer Güterrechtssysteme abzusehen;“
sowie folgender eventueller Antrag des Referenten Präses Dr. Albrecht vor:
„Die Beantwortung der Frage, ob urd in welchem Umfange in einem gemeinsamen bürgerlichen Gesetzbuch neben dem System des gesetzlichen Güterrechts die übrigen Hauptsysteme des deutschen ehelichen Güterrechts zur Ergänzung genereller Eheverträge dispositiv zu normiren sind, ist bis zur definitiven Feststellung des Systems des gesetzlichen Güterrechts auszusetzen.“ Nach einer zwei und ein halbstündigen Debatte wurde der erste Absatz des gestern mitgetheilten Brunner⸗Schröderschen Antrages mit 46 gegen 40 Stimmen, der zweite Absatz mit Majorität angenommen, wonach sämmtliche übrigen Anträge als abgelehnt gelten. Der Be⸗ schluß der Abtheilung wird dem Plenum zur Kenntnißnahme über⸗ wiesen und demselben durch Professor Schröder Bericht erstattet werden. — Die zweite der Abtheilung überwiesene Frage lautete: „Soll im gemeinsamen bürgerlichen Gesetzbuche für Deutschland bestimmt werden, daß der Erbschaftserwerb ipso jure stattfindet?“ „Die hierüber vom Konsistorial⸗Präsident Dr. Mommsen (Kiel), Fiskal Dr. Jung (Frankfurt a. M.) und Prof. Dr. Randa (Prag) erstatteten Gutachten vatten sich übereinstimmend im verneinenden Sinne ausgesprochen, vielmehr nach dem Grundsatz des römischen Rechtes die Antrittserklärung als zum Erbschaftkerwerb nothwendig befürwortet, während die beiden Referenten Kammer⸗Präsident Peter⸗ sen (Straßburg) und Jastizrath Makower (Berlin) für Bejahung der Frage eintraten. Die Abtheilung trat mit überwiegender Majorität dem Gutachten der Referenten bei und wird ihren Beschluß durch Petersen dem Plenum zur Kenntnißnahme bringen.
Die dritte Abtheilung verhandelte zunächft über die Frage:
„Soll im Falle der Begünstigung von Gläubigern zwischen der Zahlungseinstellung und der Konkurseröffnung eine Strafbarkeit des Kridars, beziehungsweise des begünstigten Gläubigers eintreten?“
und beschloß nach kurzer Debatte, dem Antrage des Referenten, Hof⸗ und Gerichtsadvokaten Dr. Jaques (Wien), gemäß, die Ueberzeugung des S dahin auszusprechen: „Der Gemeinschuldner, welcher, seine Zablungsunfähigkeit kennend, einem Gläubiger gegenüber den andern befriedigt oder be⸗ günstigt, ferner der Gläubiger, welcher in Kenntniß von der er⸗ folgten Zahlungseinstellung oder dem Antrage auf Konkurseröffnung des Schuldners von demselben Befriedigung oder Begünstigung gegenüber den anderen Gläubigern annimmt, ist strafbar.“
Zu der nächsten Frage, welche lautet:
„Ist der beendigte Versuch im Strafgesetzbuche beizubehalten? beziehungsweise aufzunehmen? und ist eventuell dabei die freiwil⸗ lige Verhinderung der Vollendung als Strafaufhebungsgrund an⸗ zuerkennen?“
beantragte der Referent, Adv. Stenglein (München) in Uebereinstim⸗ mung mit den drei über diese Frage von den Herren Professor Dr. Berner (Berlin), Ober⸗Appellations⸗Rath Lamm (Dresden) und Ministerial⸗Sekretär Leuthold (Dresden) erstatteten Gutachten:
1) Der Unterschied zwischen beendigtem und nicht beendigtem ist nicht geeignet, Aufnahme in die Gesetzgebung zu
nden. 2) Die freiwillige Verhinderung der Vollendung ist als Straf⸗ aufhebungsgrund anzuerkennen. Eine längere Diskussion veranlaßte die letzte der Abtheilung vor⸗ liegende Frage, über welche auf den beiden vorhergehenden Juristen⸗ tagen ein Beschluß nicht hat zu Stande gebracht werden können, dahingehend: „Soll im Falle der Freisprechung (oder der Nichterhebung der An klase) für die Untersuchungshaft eine Entschädigung gewährt werden?“ Der Referent, Hof⸗ und Gerichtsadvokat Dr. Ritter v. Kißling (Linz), beantragte Anerkennung der Rechtepflicht des Staates zur Ge⸗ währung einer Entschädigung in dem gedachten Falle, in demselben Sinne sprachen sich Hof⸗ und Gerichtsadvokat Dr. Jaques (Wien), Adv. Stenglein (Müncher) und Hofrath Keller (Wien) aus, wogegen der Korreferent Professor Ullmann (Innsbruck) zwar ebenfalls, aber nur aus Billigkeitsgründen, Bejahung der Frage für solche Fälle, in denen die Unschuld des Verhafteten evident ist, beantragte. Schließ⸗ lich wurde mit groß er Mehrheit ein Antrag der Herren Dr. Jaques und Stenglein angenemmen, des Inhalts: „Im Falle der Freisprechung oder Zurückziehung der Anklage ist für die erlittene Untersuchungshaft angemessene Entschädigung zu leisten, es sei denn, daß der Angeklagte durch sein Verschulden während des Verfahrens die Untersuchungshaft oder die Verlänge⸗ rung derselben verursacht hat.“ Den Gegenstand der Berathung in der zweiten, um 10 Uhr früh, beginnenden Sitzung der IV. Abtheilung bildete die Erörterung der Frage: „Durch welche Einrichtungen läßt sich das gerichtliche Hinter⸗ legungswesen zweckmäßig ersetzen?“, zu welcher ein Gut⸗ achten von Dr. Felix Hecht aus Mannheim vorlag. Als Referent fungirte Appellationsgerichts⸗Präsident Anton aus Ratibor. Die sich an das sehr gründliche Referat an⸗ schließernde Diskussion, an der sich außer dem oberwähnten Gut⸗ achter und dem Referenten Justiz⸗Rath Makower aus Berlin, Adv. Hartmann aus Nürnberg und Rechtsanwalt Dr. Mayersohn aus Aschaffenburg betheiligten, ergab das Resultat, doß statt des vom Referenten gestellten Antrags: „zu beschließen, es liegt kein Bedürfniß vor, wenigstens für jetzt nicht, Einrichtungen vorzuschlagen, durch welche sich das gerichtliche Hinterlegungswesen zweckmäßig ersetzen läßt“,
der von Makewer gestellte: .
„In Erwägung, daß der deutsche Juristentag jetzt nicht in der Lage ist, Einrichturgen vorzuschlagen, durch welche das gerichtliche Hinterlegungswesen sich zweckmäßig ersetzen läßt, beschließt man, die
ständige Deputatien zu ersuchen, diese Frage auf einem späteren IJZuristentage wieder zu erheben“, v1“ angenommen wurde.
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— Heute hat der XIII. deutsche Juristentag seine zweite Plenarsitzung abgehalten. In derselben erstattete zunächst Prof. Dr. Gneist (Berlin) einen längeren Bericht über die Arbeiten der Reichs⸗Justizkommission bezüglich des Entwurfs einer deutschen Strafprozeßordnung. Ein vom Ober⸗Hofgerichts⸗Rath Wieland (Mannheim) gestellter Antrag, dahin gehend:
„Der Iuristentag spricht das zuversichtliche Vertrauen aus:
1) es werde das deutsche Gesetzgebungswerk über die Gerichts⸗
voerfassung und das gerichtliche Verfahren noch während der jetzigen Sitzungsperiode durch das Zusammenwirken des deut⸗ schen Reichstags und der verbündeten Regierungen zum Ab⸗ schluß gelangen; und 2) es werde die praktische Einführung desselben in thunlichster Bälde erfolgen“, wurde, nachdem derselbe aus formellen Gründen bekämpft worden war, vom Antragsteller wiederum zurückgezogen.
Nachdem hierauf über die von den Abtheilungen gepflogenen Verhandlungen und gefaßten Beschlüsse dem Plenum Mittheilung ge⸗ macht worden war, verschritt man zur Wahl der ständigen Depu⸗ tation, welche die Wieder vahl der bisherigen Mitglieder mit Aus⸗ nahme von Fiekal Dr. Jung (Frankfurt a. M.). Dr. Ritter v. Kieß⸗ ling (Linz) und Appellatiensgerichts⸗Präsident v. Kunowski (Posen), an deren Stelle Prof. Dr. Brunner (Berlin), Hofrath v. Keller (Wien), Kammer⸗Präsident Petersen (Straßburg) und Advokat Dr. Rechbauer (Wien) gewählt wurden, ergab.
Brüssel, 1. September. (Allg. Ztg.) Seit Sonntag tagt hier der fünfzehnte niederländische (d h. bolländisch⸗belgische) Kongreß für Sprach⸗ und Literatur⸗Kunde, welcher sich dieses Jahr ciner überaus großen Theilnahme zu erfreuen hat. Die holländischen Gäste hielten vorgestern ihren feierlichen Einzug, und wurden auf dem Rathhause vom Bürgermeister Anspach be⸗ grüßt. Abends war Soiree in den Sälen des Rathhauses auf Ein⸗ ladung der städtischen Behörde. Gestern, nach Ernennung des Bu⸗ reaus (Generalversitzender: Hr. Van der Auwera aus Löwen; Ge⸗ neralschriftführer: der Dichter Imm. Hiel), begannen die Ver⸗ handlungen, die sich auf vier Abtheilungen vertheilen, nämlich: Sprache, Literatur, Buchhandel; Geschichte und Alterthumskunde; Musik und Theater; Malerei, Skulptur und Baukunst. Nachmittags fand im Palais ducal die Aufführung des flämischen Oretoriums „die Schelde“ (von Bénoit und Hiel) und der Cantate „Artevelde“ (von Gevaert) in Gegenwart des Königs und der Königin statt. Die Erscheinung der belgischen Majestäten rief einen stürmi⸗ schen Applaus hervor, wozu nicht wenig der in der Mor⸗ gensitzung ausdrücklich hervorgehobene Umstand beitrug, daß der König das Einladungsschreiben der Kommission, dem bisher üblichen Gebrauch entgegen, in flämischer Sprache hatte beantworten lassen. Auf den Abend hatte Se. Majestät die hervor⸗ ragendsten Thbeilnehmer des Kongresses zu sich entboten. Letzterer tritt übermorgen nach dem üblichen Festmahl auseinander. — Am letzten Sonntag wurde im neuen Park zu Antwerpen das aere privato errichtete Denkmal zu Ehren des früheren Bürgermeisters Loos, eines der Hauptbeförderer der Umgestaltung der Stadt, feier⸗ lich enthüllt Eire ähnliche Festlichkeit steht in Löwen bevor, wo am 17. September das Standbild des Diplomaten Van de Weyer eingeweiht werden wird. Die Feier des 300 sten Jahrestages der Genter Pacifikationsakte nimmt in Flanderns Haupt⸗ stadt am nächsten Sonntag ihren Anfang und wird viele Tausende von Fremden dahin ziehen; der historische Festzug verspricht alle bis⸗ herigen an Glanz, historischem Interesse und künstlerischem Werthe zu übertreffen.
Rom, 29. August. (Köln. Ztga.) In den Räumen des Palazzo Orsini war Sonntag Nachmittag ein kleiner Kreis deutscher Män⸗ ner zusammengekommen, das Andenken Niebuhrs mitzuehren. Es war der Gedanke des Fürsten Orsini, dem Verfasser der römi⸗ schen Geschichte, welcher als preußischer Gesandter am päpstlichen Hofe sieben Jahre hindurch einen Theil seines Palastes bewohnt hatte, bei der Wiederkehr seines hundertjährigen Geburtstages (27. August) eine Denktafel zu setzen, mit welcher er zugleich dem Wunsche der Tochter Niebuhrs nachkam. Die mar⸗ morne Tafel, welche vorgestern enthüllt ward, ist an der Mauer der Treppe angebracht, die von Vicolo de Sugherai in den Palazzo führt und welche zu Niebuhrs Zeiten den einzigen Aufgang zu seinen Gemächern bildete. Die Inschrift lantet: A Bertoldo Giorgio Niebuhr istorico di Roma antica, che dal 1816 al 1823 qui ha dimorate, Filippo Orsini di Gravina Duca XIX anche per appagare il desiderio della figlia Corsgeélia il 1876 27 Agosto centenario del nascimento delt' illustre scrittore questo marmo volle dedicato. Fürst Orsini ließ den erschienenen Gästen aufs gastfreundlichste be⸗ gennen ünd gestattete denselhben, den mit den Ruinen des Thea ers des Marcellus verwachsenen Palast in allen Theilen zu besichtigen. Die deutsche Botschaft wurde, da Baron v. Derenthal durch Krank⸗ heit abgehalten war, durch Hrn. Brandes vertreten. .“
Die „New⸗Yeorker Handels⸗Ztg.“ enthält folgende Aufstellung über den Werth der Ausstellungsgebäude in Phila⸗ delphia und ihres Inhalts. Nach derselben beträgt der Werth der Gebäulichkeiten 5,750,000 Doll. und der ihres Inhalts 97,350,000 Doll., zusammen 103,100,000 Doll. Die Gebäulichkeiten rangiren wie folgt: Das Hauptgebäude 1,650,000 Doll.: die Memosrial Halle (mit Annex) 1,600,000 Doll.; die Maschineriehalle 792,000 Doll.; die Hortikulturhalle 367,000 Doll.; die Agrikulturhalle 300,000 Doll.; das Ver. St. Gebäude 80,000 Doll.; der Frauenpavillon 35,800 Doll. und die anderen 130 Gebäude von den verschiedensten Dimensionen 1,925,200 Doll., d. i. durchschnittlich 7,500 Doll. Der Werth der sechs großen Restaurants auf dem Platze, näm⸗ lich „Laubers“, „American“, „George Hill“, „Southern“, „Trois Frèdres“ und „Lafayette“ wird nebst Inhalt auf 360,000 Doll. an⸗ gegeben. Was den Inhalt der Gebäude betrifft, so kommen auf das Hauptg bäude allein 65,000,000 Doll. Dabei sind Kuriositäten, die nicht zum Verkauf stehen und auch nicht einen regulären Markt⸗ preis haben, nicht mitgerechnet. Nach dem Hauptgebäude kommen die Memorial⸗Halle (und Annex) mit 11,500,000 Doll; die Ma⸗ schinerie Halle mit 10,000,000 Doll; die Agrikultur⸗Halle mit 5,500,000 Doll. und das Ver. St. Gebäude mit 5,500,000 Doll. Der Inhalt aller anderen Gebäude, 139 an der Zahl, beträgt etwa 5,000,000 Doll. Diese Zahlen geben das anschaulichste Bild von der Riesenhaftigkeit des Unternehmens.
(Köln. Ztg.) Der Kongreß von Kolumbien hat den Prä⸗ sidenten ermächtigt, eine Konz ssion zur Anlage eines Kanals durch die Landenge von Darien, der den Meerbusen von Uraba
mit dem von San Miguel verbinden soll, zu ertheilen. Dieselbe
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ist einem internationalen Syndikat gegeben worden, an dessen Spitze
General Türr steht und dessen Ausschuß (außer Türr Charles Cousin, General⸗Inspektor und Delegirter der französischen Nordbahn, Eugen Rampon, ehemals kolumbischer General⸗Konsul, und G. v. Reinach, Banquier) mit den zu diesem Zweck nach Paris entsandten Ver⸗ tretern von Kolumbien, F. Zapata, bevollmächtigtem Minister⸗ Residenten der Vereinigten Staaten von Kolumbien zu Paris urd London und Dr. Joaqain Sarmiento, Direktor der Bank zu Bogota, in Unterhandlung getreten ist. Die Durchstechung soll in zehn Jahren ausgeführt, der Tarif für das gewöhnliche Frachtgut auf 10 Frcs. die Tonne angesetzt werden; die Häfen an den beiden Ausläufern des Kanals, sowie die Schiffahrt am Kanal selbst bleiben dem Handelsverkehr sämmtlicher Nationen der Erde, selbst im Falle eines
„Am Sonntag Vormittag fand in der hiesigen Dorotheen⸗ städtischen Kirche das diesjährige Kirchenfest für Taubstumme statt, an welchem außer 1200 Taubstummen, welche von außerhalb, meist aus den östlichen Provinzen, gekommen waren, etwa 500 aus Berlin Theil nahmen. Die Festpredigt hielt in der Geberdenfprache Hr. Schönberner über das Evangelium vom 12. Sonntage nach Tri⸗ nitatis von der Heilung des Taubstummen Marc. 7, 31 — 37. Nach⸗ mittags 5 Uhr fand eine „große Fenversammlung“ im Saale des evangelischen Vereins, Orantenstraße 106, statt. Am 4. September, Mittags 12 Uhr, wurde in Nieder⸗Löhme bei Königs⸗Wusterhausen der Grundstein zu einem Hospital für alte und gebrechliche Taubstumme gelegt, für welches Hr. Kaufmann Oelsner ein 5 Morgen großes Grundstück geschenkt hat. Das Hospital soll 200 Hospitaliten, Män⸗ nern und Frauen, eine Heimath bieten.
Zur Erinnerungsfeier des Tages von Sedan pflegt am Wil⸗
helms⸗Gymnasium in Berlin seit dem Jahre 1872 ein Fest⸗
und Schauturnen veranstaltet zu werden, bei welchem der beste Turner mit einem Kranze gekrönt wird, der aus den Blättern einer Eiche ge⸗ wunden und mit einem Bande aus den deutschen Farben geschmückt ist. Diese Eiche wurde bei der Feier des Allerhöchsten Geburtsfestes nach der Heimkehr des Kaifers aus dem Kriege im Jahre 1871 von Lehrern und Schülern gepflanzt und ziert kräftig wachsend den Schul⸗ platz der Anftalt, deren Patronat Se. Mafestät der König am ersten Geburtstage nach Seiner Thronbesteigung übernommen hatte.
In Schmalkalden ist gelegentlich der Sedanfeier am 2. Sep⸗ tember die Enthüllung des dem Komponisten K. Wilhelm, dem Tondichter der „Wacht am Rhein“ gesetzten Denkmals erfolgt. Das Denkmal stellt eine Germania mit Leier und Schwert dar, auf dem vorderen Felde ist das Brustvild Wilhelms mit der Umschrift: „Dem Sänger der Wacht am Rhein, Karl Wilhelm, geb. 5. Sept. 1815, gest. 26. Auguft 1873“, angebracht. 3
Dem „Esercito“ wird von Wien berichtet, daß, da die österreich⸗ ungarische Armeeverwaltung erfahren hat, daß die bei der italieni⸗ schen Armee übliche Fütterung der Pferde mit Mais gute Resultate liefert, im K. K. Kriegs⸗Ministerium beschlossen worden sei, diese Fütterung auch in Oesterreich⸗Ungarn zu versuchen, und zwar soll der Versuch überall auf sechs Monate mit Kavallerie⸗, Artillerie⸗ und Trainpferden gemacht werden.
Der Verbrauch von Austern hat seit 25 Jahren große Dimen⸗ sionen angenommen. Wir entnehmen der „Flandre Liberale“ darüber nachstehende Angaben. In Frankreich beläuft sich der Verkaufspreis der Austern auf 2 bis 2 ½ Millionen Fres. In Calais beschäftigen sich während der Saison 5 Boocte nur mit dem Austernfang, dessen Ertrag sich durchschnittlich auf 560 bis 620,000 Austern zum Preise von 35 bis 40 Frcs. für 1240 Stück stellt. Auf der Insel Rhé beschäftigen sich mehr als zweitansend Arbeiter mit diesem Erwerbs⸗ zweige. Es giebt dort 3000 Austernparks, deren Ertrag sich auf 30 bis 35 Millionen Austern beläuft. Aus Marennes kommen deren 50 Millionen. In England hat der Austern⸗ handel einen ungemeinen Aufschmwung genommen. Große Aktien⸗ gesellschaften haben sich dort zur Ausbeutung der Austernparks ge⸗ bildet. Der größte Handel in diesen Schalthieren aber ist der in den Vereinigten Staaten. Die Hauptplätze für den Austernhandel daselbst sind Richmond, wo 200 Millionen, Baltimoore, wo 700 Millionen, Philadelphia, wo 500 Millionen, New⸗York, wo 1200 Millionen, Fairhaven, wo 400 Millionen, und Boston und Providence, wo je 800 Millionen Austern jährlich abgesetzt werden, was im Ganzen die ungeheure Quantität von 4 Milliarden Austern per Jahr ergiebt. New York allein konsumirt demnach täglich 4 Millionen Austern. Der Hauptfang geschieht von Newhaven und Connectieut aus. Ein einziges Haus daselbst beschäftigt nicht weniger als zwanzig Fahr⸗ zeuge. In Frankreich werden faft nur einheimische Austern verbraucht. Als die besten gelten die von Cancales und Marennes. In Belgien werden die von Ostende, in England die von der Insel Hayling und von Milton befonders geschätzt. In Schottland gelten die Carlin⸗ fords als die besten. In Deutschland werden am meisten Holstein Anstern konsüumimrt. ““
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Wie der „St. A. für Württemberg“ mittheilt, hat der Geh. Hofrath Dr. Feodor Wehl in Stuttgart den Plan angeregt, klassi⸗ sche Bühnenwerke bühnengerecht einzurichten, dieselben in einer Sammlung herauszugeben und für diese Arbeit mehrere der be⸗ deutendsten Dichter heranzuziehen. Der Zweck dieses Unternehmens ist, die Werke derart einzurichten und zu bearbeiten, daß sie auf jeder deutschen Bühne gegeben werden können; auch strebt man dahin, den⸗ selben Einführung und dauernde Einbürgerung bei allen deutschen Theatern zu verschaffen. Außer Dr. Feodor Wehl wird Bodenstedt als Bearbeiter der spanischen Klassiker thätig sein, und sell sich ferner auch Gutzkow als Bearbeiter französischer klassischer Bühnenwerke betheiligen. Die Sammlung unter dem Titel „Neues klassisches — des Auslandes“ soll unter Redaktion von C. A. Görner er⸗
einen.
Redacteur: F. Prehm. Verlag der Cxpedition (Kessel). Druc: W. Elsner Drei Beilagen einschließlich Börsen⸗Beilage)
Berlin:
S
Braunschweicischen Bank
Krieges mit den Vereinigten Staaten von Kolumbien, freigegeben.
zum ℳo 209.
Italien. Rom, 2. September. Se. Königliche Hoheit der Prinz Humbert wohnte am 29. v. M. der Eröffnung der Eisenbahn von Vicenza nach Schio bei, und kehrte nach dem Bankett in Schio nach Mailand zurück.
— „Diritto“ und „Bersagliere“ veröffentlichen beide über⸗ einstimmend nachstehende Mittheilung: „Einige Oppositions⸗ blätter verbreiten übertriebene Nachrichten über den Gesundheits⸗ zustand des Minister⸗Siegelbewahrers Mancini und dazu in einer Zeit, wo die glücklicherweise eingetretene Hei⸗ lung gar keine Veranlassung bietet, solche Gerüchte aus⸗ zustreuen. Auch behaupten sie mit einer Hartnäckig⸗ keit, die uns sehr verdächtig vorkommt, daß er sich aus dem Kabinet zurückziehen wolle. Dadurch hat sich auch ein Theil der Presse verführen lassen, welcher sonst den Einflüsterungen der Parteileidenschaft unzugänglich ist. Schlim⸗ mer aber ist, was als anderer Grund hinzugesetzt wird, warum Hr. Mancini wahrscheinlich seine Entlassung verlangen werde, daß längeres Verbleiben im Amte dem ausgezeichneten Advo⸗ katen zu schwere Geldopfer kosten würde. Die gehässige Zumuthung wird durch eben so zahlreiche wie allgemein bekannte Beweise edler Aufopferungsfähigkeit widerlegt, welche Hr. Mancini, so oft das Land seine Dienste in Anspruch genommen hat, als ganz speziellen Charakterzug bewahrt hat. Um diesen und an⸗ dern Gerüchten ein Ende zu machen, wonach im Schooße des Ministeriums Zwiespalt und Uneinigkeit herrschen soll, sind wir ermächtigt worden, alle dergleichen Nachrichten für ganz un⸗ begründet zu erklären.“
— Die „Gazzetta uffiziale“ vom 31. August macht bekannt, daß das italienische Konsulat in Madras aufgehoben und seine Gerichtsbarkeit dem Konsulat von Calcutta übertragen worden ist.
— Der Bischof von Piedimonte d'Alife Monsignor di Giacomo hat einen Brief an den Papst gerichtet, in welchem er schreibt, daß er durch die Theilnahme an den Senats⸗ berathungen seiner bischöflichen Würde nichts vergeben, wohl aber seinen Pflichten als Bischof und als Staatsbürger nach⸗ gekommen zu sein glaube.
— Wie ‚Bersagliere“ berichtet, hat der Minister des öffent⸗ lichen Unterrichts die Vorarbeiten zu dem den obligatorischen Elementarschulunterricht betreffenden Gesetzentwurfe, wel⸗ chen er dem Parlamente gleich bei seinem Zusammentritte vor⸗ zulegen gedenkt, vollendet.
— Dem „Caffaro“ von Genua wird aus Rom berichtet: Da zur Kenntniß der Regierung gekommen ist, daß immer noch heimlich Nonnen eingekleidet werden, so hat der Minister⸗ Siegelbewahrer den Nonnen, denen der Aufenthalt in den von der Regierung aufgehobenen Klöstern noch gestattet ist, kund gethan, daß, wenn neue Einkleidungen von Nonnen stattfinden sollten, die Nonnen aus den betreffenden Klöstern ausgewiesen werden würden, wonach sie sich richten möchten.
— Weiter berichtet der „Bersagliere“, daß der Brigant Loreto Storponi, auf dessen Kopf ein Preis von Ein tausend fünf hundert Lire gesetzt war, in Aquila verhaftet worden ist.
— Von Palermo wird den „ZJtal. Nachr.“ gemeldet, daß der Brigant Pietro Piccone, auf dessen Kopf ein Preis von 3000 Lire gesetzt war, in der Stadt Palermo selbst ver⸗ haftet worden ist.
— Die birmanische Gesandtschaft hat Rom ver⸗ lassen, um sich zunächst nach Genua zu begeben.
— Der „Pungolo“ in Neapel läßt sich von seinem Kor⸗ respondenten in Rom ausführlich über die marokkanische Gesandtschaft und über ihren feierlichen Empfang durch Se. Majestät den König berichten. Der Korrespondent bringt die Sendung derselben mit dem Plan der Gründung einer itaälie⸗ nischen Kolonie auf der atlantischen Küste des marokkanischen Reichs in Beziehung.
— Nach einem vom Sekretariate des Senates veröffent⸗ lichten Verzeichnisse der Senatoren beläuft sich die Zahl der⸗ selben auf 339, dabei sind aber 4 Prinzen aus dem Königlichem Hause und 7 Senatoren, welche noch nicht beeidigt worden sind, nicht mitgerechnet, so daß sich im Ganzen 350 Senatoren ergeben.
— Es wurde vor einiger Zeit berichtet, daß der Papst dem Kardinals⸗Kollegium die Frage vorzulegen gedachte, ob es statthaft finde, daß gelegentlich der nächsten Papst⸗ wahl einige Förmlichkeiten abgeändert würden, wodurch dieselbe beschleunigt und gesichert würde. Die „Ital. Nachr.“ ver⸗ nehmen nun, daß sich das Kardinals⸗Kollegium einstimmig dafür ausgesprochen hat, und daß die Abänderungen nur im Ueber⸗ gehen einiger Förmlichkeiten bestehen, welche nicht allein zeitrau⸗
—z
fege⸗ erate für den Deutschen Reichs⸗ u. Kgl. Preuß.
Stats⸗Anzeiger, das Central⸗Handelsregister und das
Hostblatt nimmt an: die Königliche Expedition
den Heutschen Rrichs-Anzeigers und Königlich Preußischen Staats-Anzeigers:
Berlin, 8. V. Wilhelm⸗Straßze Nr. 32. 1
u.
Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen ꝛc.
L7255]
Die zu dem Neubau der Stallungen und den Reit- bahnen zu dem Kasernement des 2. Garde⸗Dragoner⸗ Regiments in der Pionierstraße erforderlichen Klempner⸗Arbeiten sollen im Wege der Submis⸗ sion verdungen werden. 1 7280]
Die Bedingungen und Kostenanschlag sind in un⸗ serem Geschaͤftslokale, Michaelkirchplatz 17, einzu⸗ sehen und versiegelte Offerten bis zum
Freitag, den 15. September er. Vormittags 11 Uhr, daselbst einzureichen. (à Cto. 36 /9.) Berlin, den 4. September 1876.
Königliche Garnisonverwaltung.
gen werden.
Berlin, den
Dienstag, den 5. September
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en Staats⸗Anzeige
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bend sind, sondern auch zu Intriguen und Beeinflussungen der im Conclave versammelten Kardinäle Gelegenheit geben.
— Der sozialistische „Martello“ von Fabriano theilt über den am 20. August in Imola abgehaltenen Kongreß der Sektionen der Internationale in Umbrien und in den Marken Folgendes mit: Es wurde konstatirt, daß der Sozialismus im Laufe der letzten Jahre in ganz Italien be⸗ deutende Fortschritte gemacht hat. Der Antrag: „Die Mit⸗ glieder verpflichten sich, die Propaganda und Verwirklichung des revolutionären Sozialismus nach besten Kräften zu fördern“, wurde einstimmig angenommen. Als Programm des Bundes wurde auf⸗ gestellt: „Der Arbeiter ist wesentlich gegen das Autoritätsprinzip und Beförderer der Anarchie. Die gegenwärtige Einrichtung des Staats und die Vertheilung des Eigenthums kann nicht fortbestehen und muß umgestoßen werden. Die Gesellschaft muß auf Grundlage der Anarchie und des Kollektivbegriffes neu organisirt werden u. s. w.“ Jesi wurde zum Sitz des Federal⸗Comités, Fabriano zum Sitz des Propaganda⸗Ausschusses und der „Martello“, so⸗ ziale Zeitschrift, zum offiziellen Organ des Umebrisch⸗ Märkischen Bundes der internationalen Arbeitervereine erkoren mit dem Verbote, sich mit Bourgeoifieblättern in Streit einzulassen. Unter dem Rufe „Es lebe die soziale Revolution“ wurde der Kongreß geschlossen. Der „Martello“ begann seine offizielle Thätigkeit mit einem heftigen Artikel gegen die Re⸗ krutenaushebung, welcher mit der Aufforderung an die Eltern schließt, „diejenigen ihren gerechten Zorn empfinden zu lassen, welche ihnen ihre Kinder entziehen.“
Amerika. New⸗York, 2. September. (A. A. C.) Don Carlos segelt, wie die „A. A. C.“ hört, am 2. d. M. nach Europa. — Zeitungsberichte melden den Ausbruch von Un⸗ ruhen in der Nähe von Monroe in Louisiana. Einer diese Stadt bedrohenden Bande Neger marschirten Weiße entgegen. Die Neger weigerten sich die Waffen niederzulegen, worauf die Straße gegen sie gesperrt wurde. Bis jetzt ist es aber noch zu keinem Blutvergießen gekommen. Die Weißen schaaren sich zu⸗ sammen, um die Stadt zu vertheidigen. — Gestern wurde die Viehschau der Centennial⸗Ausstellung in Phila⸗ delphia eröffnet.
— Der „Buenos Ayres Standard“ vom 30. Juli enthält die Details des Budgets des Finanz⸗Ministers Riestra für 1877. Gleichzeitig aber meldet der Telegraph, daß Seünor Riestra sein Portefeuille niedergelegt habe. Nichtsdestoweniger seien hier die hauptsächlichsten Vorschläge hervorgehoben. Erstens soll die schwebende Schuld fundirt und alle Gläubiger sollen durch eine Emission von zehn Millionen Dollars in Schatz⸗ wechseln befriedigt werden, 2) soll der Tilgungsfond der äußeren wie der inneren Schuld suspendirt, aber fortgefahren wer⸗ den, wie bisher Zinsen zu zahlen, 3) sollen die Staatsausgaben (von 20 Millionen auf 15 Millionen) reduzirt werden, die Subsidien an die Provinzen wegfallen und einige der Staats⸗ seminare geschlossen werden, 4) sollen die Eingangszölle von 45 Proz. auf 30 Proz. herabgesetzt, alle Extrazölle abgeschafft und die Ausfuhrzölle um die Hälfte, d. h. auf 3 Proz. ad va- lorem herabgesetzt werden, 5) sollen die Zölle auf Papier, Pflüge, Maschinen, Kohlen, Eisen u. s. w. erhöht werden und alle Luxusartikel einer Steuer von 40 Proz. unterliegen, 6) sollen alle nicht im Budget eingeschlossenen Ausgabe⸗Positionen, früher „Special Appropriations“ genannt, als illegal erklärt werden. Das Budget zeigt einen voraussichtlichen Ueberschuß der Ein⸗ nahmen über die Ausgaben von 750,594 Dollars.
Peru. Lima, 28. Juli. (Köln. Ztg.) Rach dem neuen von dem General Prado mit dem Hause Raphael in London abgeschlossenen Guanovertrage gestattet die Regierung die Ausfuhr von 1,900,000 Tons Guano, welche auf sämmtlichen Märkten, mit Ausnahme von denen der Vereinigten Staaten, der Inseln Mauritius, der Antillen, Chinas und Japans, ver⸗ kauft werden dürfen und erhält dafür Vorschüsse im Betrage von 700,000 Pf. St. das Jahr. Ein Memorandum, das den Dienst der auswärtigen Schuld regelt, unterliegt zuvörderst noch der Genehmigung des Kongresses. Danach soll die sechsprozentige Anleihe von 1870 in eine fünfprozentige umgewandelt und mit der bestehenden fünfprozentigen von 1872 verschmolzen werden. Die fünf Coupons sämmtlicher fünfprozentigen Bons, die vom 1. Januar 1876 an bis zum 1. Juli 1878 fällig sind oder werden, erleiden eine Kapitalisation, d. h. ihre Inhaber erhalten neue fünfprozentige Bons dafürs. Am 1. Januar 1879 soll dann die Zinsenzahlung und Tilgung der auswärtigen Schuld wieder aufgenommen werden. — Heute wird der Kongreß er⸗ öffnet, welcher den neuen Präsidenten und die beiden Vize⸗Prä⸗
1. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen. 2. Subhastationen, Aufgebote,
u. dergl. 8. Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen ete. 4. Verloosung, Amortisation, Zinszahlung
Bekanntmachung. Ddie zu der Regulirung des Bürgersteiges vor den 8 militärfiskalischen Grundstücken in der Urban⸗, Tem⸗
Bekanntmachung. V pelherren⸗ und Pionierstraße erforderlichen Steinsetz⸗
Arbeiten sollen im Wege der Submission verdun⸗
Die Bedingungen und Kostenanschlag sind in un⸗ serem Geschäftslokale, Michaelskirchplatz 17, einzu⸗ sehen und versiegelte Offerten bis zum
11. September cr., Vorm. 11 Uhr, daselbst einzureichen.
Königliche Garnison⸗Verwaltung. Bekanntmachung.
Die Anfertigung und Aufstellung von 54 eisernen B Schlafkojen in der hiesigen Strafanstalt soll im digst etwa:
sidenten zu proklamiren hat.
—;
Statistische Nachrichten.
Die Verkehrs⸗ und Geschäftsverhältnisse des Postbezirke in Berlin und Wien haben nach dem Archiv für Post und Telegraphie im Jahre 1875 folgende Ergebnisse geliefert:
Berlin. Wien. 7lll˖ ͤůlttiitlt H. 1,030,944 Zahl der Postanstalten .. . . . 66 61 ahl der Briefkasten. ““ * Zahl der beschäftigten Beamten: männlich Z11“ u11“ Zahl der beschäftigten Unterbeamten einschl. der im Vertragsverhält⸗ niß stehenden ꝛc. Portoein ahme. 6 Zur Bestellung oder Ausgabe einge⸗ gangene portopflichtige und porto⸗ freie 1 Briefpostsendungen Stück Packete und Geldsen⸗ dungen. Aufgelieferte Packete R“ ““ Eingegangene portopflichtige und porto⸗ freie Postvorschußsendungen Stück Postauftragsbriefe.. „ Betrag auf Postanweisungen (porto⸗ pflichtigen und portofreien) eineszahlt . . 6.. ausgezahlt. . der debitirten nummern .
41,764,036 2,728,192 3,537 376
60,045,100 3,740 400 5 261,800
und Geldsen⸗
172,188 31,009
28,707,118 145,188,020
32,022,974
64,776,991 131,648,200
58,999,882
Gewerbe und Handel.
Liquidatoren der Preußischen Kredit⸗Anstalt werden in den nächsten Tagen eine weitere Rate von 4 % an die Aktionäre zur Vertheilung bringen. Bis jetzt sind 44 % baar und 8 % in Prioritäts⸗Obligationen zurückgezahlt worden.
— Die Aktien⸗Gesellschaft für Fabrikation von Bronzewaaren und Zinkguß (vorm. J. C Spinn u. Sohn) bringt eine Dividende für das letzte Geschäftsjahr nicht zur Vertheilung. Zwar hat sich die Umsatzziffer wieder um 20 % ge⸗ hoben, aber der prozentuale Gewinn hat sich vermindert. Zur Bilanz bemerkt die Direktion, daß sämmtliche Neubauten vollendet und die Rechnungen darüber sich auf 212,210 ℳ beziffern, während sie bis Schluß des Vorjahres nur 163,843 ℳ in Anspruch genommen hatten. Das Anlagskapital für Maschinen und Werk⸗ zeuge vermehrte sich durch Neuanschaffungen um 96-5 ℳ resp. 3088 ℳ, also zusammen um 12,773 ℳ Von dem ursprüng⸗ lichen Werthe der Gebäude, der Modelle und des Mobiliars sind 36,869 ℳ abgeschrieben worden. Das Waarenlager ist um 24,899 ℳ vermindert; die ausstehenden Forderungen sind um 14,123 ℳ erhöht. Die Gesammtziffer der Kreditoren aus dem laufenden Geschäft be⸗ trägt 67,465 ℳ. Der Gewinn hat sich trotz des vergrößerten Um⸗ satzes nur um 1687 ℳ höher gestellt, als im Vorjahre. Es wird ein Gewinn⸗Saldo von 11,741 ℳ dem Reservefond zugeschrieben, der sich damit auf 19,493 ℳ erhöht.
— In der Generalversammlung der thüringischen Eisenhahn⸗ gesellschaft vom 31. August cr. wurden die statutenmäßig ausschei⸗ denden Verwaltungsrathsmitglieder, Banquier Steckner aus Halle, Justizrath Stertzng aus Gotha und Justizrath Panse aus Erfurt wiedergewählt. Der Verwaltunagsbericht für das Jahr 1875 gab zu bemerkenswerthen Erörterungen keinen Anlaß. Der Antrag der Ge⸗ sellschaftsvorstände: „Die Generalversammlung wolle die Gesell⸗ schaftsvorstände ermächtigen, über den Bau einer Eisenbahn von Arnstadt nach Ilmenau und die dazu von den betheiligten Staaten zu gewähren⸗ den Subventionen mit den betreffenden Regierungen in Verhandlung treten, bei erzieltem Einverständnisse den Vertrag abschließenden erfor⸗ derlichen Statutennachtrag vereinbaren, sowie die von der Gesellschaft aufzubringenden Mittel aus derjenigen Summe von 1,360,000 Thlr. gleich 4,080,000 ℳ entnehmen zu dürfen, welche nach dem General⸗ Versammlungsbeschluß vom 19. Juni 1873 bei Emission der VI. Prio⸗ ritätsanleihe für den bisher nicht zur Ausführung gekommenen Bau einer. Eisenbahn Naumburg⸗Prittitz vorgesehen war,“ wurde nach kurzer Diskussion zum Beschluß erhoben.
— Die Stadt Heidelberg hat mit einem Finanzkonsortium, an dessen Spitze die Mitteldeutsche Kreditbank in Mei⸗ ningen steht, ein 4 ½ %. Anlehen im Betrage von 2,500,000 ℳ ab⸗
geschlossen.
Zeitungs⸗
Die
Verkehrs⸗Anstalten.
MNew⸗York, 1. September. Das Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd „Neckar“, welches am 19. August von Bremen und am 22. August von Southampton abgegangen war, ist heute wohlbehalten hier angekommen.
2. September. Das Postdampfschiff des Nord⸗ deutschen Lloyd „Leipzig“, welches am 16. August von Bre⸗ men und am 19. August von Southampton abgegangen war, ist
heute wohlbehalten in Baltimore angekommen.
ffentlicher
ortadungen Grosshandel. 7. Literarische 8. Theater-Anzeigen.
s. w. von öffentlichen Papieren. 9. Familien-Nachrichten.
5. Industrielle Etablissements, Fabriken und 6. Verschiedene Bekanntmachungen.
In der Börsen- beil
serate nehmen an: das Central⸗Annoncen⸗
ureaun der dentschen Zeitungen sn Berlin Mohrenstraße Nr. 45, die Annoncen⸗Expeditionen des 6 E“, Rudolf Mosse, 125—
Vogler, G. L. Daube & Co., E. Schlotte, Büttuer & Winter, sowie alle übrigen größeren 8 Annoncen⸗Bureaus.
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versiegelt mit der Aufschrift:
1. September 1876. (à Cto. 22/9 b.)
(H. 11120 a.) Schorn.
Beim Fuß⸗Artillerie⸗Regimer
5
Wege der öffentlichen Submission an den Mindest⸗ V fordernden verdungen werden, wozu Termin auf Montag, den 18. September a. c., Vormittags 10 Uhr, 8 in dem Büreau des Unterzeichneten anberaumt ist. Unternehmer wollen ihre Offerten portofrei und
„Submission auf eiserne Schluafzellen“ versehen bis zu dem Termin einsenden. Zeichnungen, Anschläge und Bedingungen sind in den Büͤreaustunden bei mir einzusehen uno auch gegen nach Erstattung der Kopialien zu beziehen. Nanugard, den 28. August 1876 Der Kreisbaumeister
Submissions⸗Anzeige.
Nr. 1 15 sollen bal⸗
100 Helme für Artillerie mit
750 Brodbeutel,
60 Feldflaschen, 666 weiße Mantelriemen, 100 Tornister mit Riemen,
30 Gewehrriemen, 105 Verbindezeuge,
25 Visirkappen,
18 Mündungsdeckel, 107 weiße Leibriemen mit Schloß, 8 neuester kriegsministerieller Probe beschafft werden. Reflektanten wollen ihre Offerten bis zum 15. k. M. unter Preisangahe und Probesendung dem Regiment einreichen. Nur bestes Material wird be⸗ rücksichtigt, und erhält nur derjenige Benachrichtigung, welchem Lieferung übertragen wird.
Straßburg i. Els., den 31. August 1876. [7257] 8
(à Cto. 30/9.)
[7254]
Normann, Major.