Liverpool, 8. Se tember, Nachmittags. (W. T. B.) Wochenumsatz
Baumwollen-Wochenbericht
B. (vorige Woche: 41,000 B.), desgl. von
49,000 (v. W.: 25,000), desgl für Spekalation 8000 (v. W.: 3000), desgl für Export 6000 (v. W.: 3000), desgl. für wirkl. Kons. 63,000 (v. W.: 35,000), desgl. unmittelbar ex Schiff 2000 (v. W.: 3000), Import der Woche:
wirklicher Export: 8000 (v. W.: 5000). davon amerikanische —, (v. W.: 36,000), W.: 804,000), davon schwimmend nach Grossbritannien 276,000 B. davon amerikanische 28,000 B. (v. W.: 31,000).
Manchester, 8. September. Nachm (W.
12r Water A mitage 7 ⅜, 12r Water Taylor 8, cholls 9, 30r Water Gidlow 10 ½, 30r Water Clayton 10 ¾, 40r Mule
Mayoll 9 ⅛., 40r Medio Wilkinson 11 ⅜, 36r Wargco
land 10 ½, 40r Double Weston 11 ¼, 60r Double
ters ¹%⁄6 ³4 530⁰ 8 ½ pfd. 99. Markt sehr fest. Paris, 8. September, Nachmittags. Produktenmarkt. (Schlussbericht).
Oktober 59.50, vr. Februar 61,00. Rüböl fest, pr.
November-Dezeu ber 60,50,
Paris, 8 September, Abends 6 Uhr. (W. T.
Produktenmarkt. Mehl ruhig,
Vorrath: 749,000 (v. amerikanische 400,000 (v. W.: (v. W.: 281,000),
(W. T. B.) Weizen fest, September 26,50, pr. Oktober 26.75, pr. November-Dezember 27,25, pr. November-Februar 28,00. Mehl steigend pr. September 58,50, pr.
September 83,00, 83,75, per November-Dezember 85,50, pr. Januar-April 87,50. Spi- ritus fest, pr. September 47,50, pr. Januar-April 51,25.
Dr. September 58,50, pr.
Oktober 59,25, pr. bruar 60,75. April 52,50.
77,000 Spiritus steigend, amerikanischen
Produktenmarkt. Roggen loco 7,00. Hafer loco 17,000
431,000), Orleans 11.
T. B) 88 Water Mi- 1
-g Getreidefracht 6.
s Qualität Row-
eston 15 ¼, Prin- hafen 20 000 B.
St. Petersburg, 8. September Nachm. 5 Uhr. (W. T. B.) Talg
(9 Pud) loco 12,50. — Wetter: Warm. Neuwu-York, 8. September. Abends 6 Uhr. Waarenbericht. Baumwolle in New-York 11 8⅜, do. in New-
Petroleum in New-York 26, do. in Philadelphia 25 ½.
Mehl 4 D. 80 C. Rother Frühjahrsweizen 1 D. 22 C. Mais (old
mired) 56 C. Zucker (Fair refining Muscovados) 9 ⅛. Kaffee (Rio-)
Schmalz (Marke Wilcor) 11 ⅛ C. Speck (short clear) 9 ¾ C.
New-Nork, 8. September, Abends. Baumwollen-Wochenbericht. Zufuhren in allen Unions- Ausfuhr nach Grossbritannien 9000 B., dem Kontinent — B. Vorrath 114,000 B.
November-Dezember 60 25, pr. November-Fe- Preusslsc
pr. September 48,50, pr. Januar-
loco 49,50. Weizen loco 10,50. 4,50. Hanf loco 40,00 Leinsaat . . h
23. Septbr.
(W. T. B)
nach
Berlin, 8. Seprember. Rindvieh 249 Stück, Kälber 424 Stück.
Dr.
November- pr. Oktober
pr.
Hammel pro 20 — 23 Kile. 1. Kllber: Gute Mittelpreise.
rra Ian
Theater.
Königliche Schauspiele. Sonntag, den 10. September. Opernhaus. (168. Vorstellung.) Flick und Flock. Komisches Zauber⸗Ballet in 3 Akten und 6 Bildern von Paul Taglioni. Musik von P. Hertel. Anfang 7 Uhr.
Schauspꝛelhaus (164. Vorstellung.) Trauerspiel in 5 Akten von A. E Brachvogel. fang halb 7 Uhr.
Montag, den 11. September. Opernhaus. (169. Vorstellung.) Die Maccabäer. Oper in 3 Aufzügen, nach Otto Ludwigs gleichnamigem Drama von H. S. von Mosenthal. Musik von Anton Rubinstein. Anfang halb 7 Uhr.
Schauspielhaus. (165. Vorstellung.) Auf Be⸗ gehren: Das Stiftungsfest. Schwank in 3 Akten von G. v. Moser. Vorher: Gringoire Charakter⸗ bild in 1 Akt von Th. Banville, deutsch von A. Winter. Anfang 7 Uhr.
Dienstag, den 12 September. Opernhaus. 170. Vorstellung. Die Jungfrau von Orleans. Ro⸗ mantische Tragödie in 5 Abtheilungen von Schiller. Ouvertüre und Zwischenmusik von G. A. Schneider. Musik zum Monologe und Marsche der vierten Ab⸗ theilung von B. A. Weher. Anfang halb 7 Uhr.
Schauspielhaus. Keine Vorstellung.
Narziß. An⸗
Wallner-Theater. Sonrtag. Neu einstudirt, zum 228. Male: Berlin, wie es weint und lacht. Volkssrtück mit Gesang in 3 Akten und 10 Bildern von D. Kalisch. Musik von Conradi Zum Schluß: Verplefft! oder: Berliner Sonntansjäger. Vaudeville Burleske in 1 Akt von G. v. Moser und D. Kalisch. Musik von Conradi.
Montag: Zum 70. Male: Der Veilcheunfresser.
Victoria-Theater. Direktion: Emil Hahn.
Sonntag und Montag: Die beiden Weisen. Schauspiel mit Gesang und Ballet in 4 Akten (8 Bil⸗ dern) von A. D’'Ennery und Cormon. Musik von Debillemont. Die neuen Dekorationen sind von Brioschi, Burghart und Kautzky in Wien.
Friedrich-Wilhelmst. Theater. Sonn⸗ tag: Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Montag: Vorletzte Vorstellung auf der Sommer⸗ bühne: Die Reise durch Berlin in 80 Stunden.
Residenz -Theater. Sonntaz und Montag:
Die Neuvermählten. Simson und Delila. Die Philosophie des Unbewußten.
Krolls Theater. Sonntag: Zum 5. Male Der Verlobungs⸗Teufel. Vor, während und nach der Vorstellung: Großes Concert. Vollständige Illumination des Gartens. Anfang 4, der Vor⸗ stellung 6 Uhr.
Montag: Dieselbe Vorstellung.
Woltersdorff-Theater. Direktion: Emil Thomas. Sonntag: Z 9. Male: Wenn Leute Geld haben — können sie lachen? Posse mit Gesang in 3 Akten von A. Weirauch. Musik von Th. Hauptner.
Montag und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung.
Stadt-Theater. Sonntag: Unter Mitwirkung der Damen Herrlinger, Hanner, Braunfels, Savary, Heller u. s. w., der Herren Mejo, Tiefel, Fliegner, Paradies, Marx u. s. w. Zum 1. Male: Er muß aufs Land. Lustspiel in 3 Akten nach dem Fran⸗
zösischen. Hierauf: Nach Mitternacht. Posse in
1 Akt nach dem Französischen von Drost. I. Parquet
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National-Theater. Seonntag: Wallensteins Laßer. Wallensteins Tod Anf. 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Anf. 6 Uhr.
H Belle-Alliance-Theater. Täglich: Vor, während und nach der Vor ellung Großes Garten Co cert. Brillante Illumination des Gartens durch mehr als 10,000 Gasflammen. Sonnt g und folg. Tage: Spielt nicht mit dem Feuer! Lustspiel in 3 Akten von G. zu Putlitz. Vorher: 3 Frauen und keine. Posse in 1 Akt von G. Kettel. An⸗ fang des Concerts 5 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. Entrée incl. Theater 50 ₰. Balkon u. Parquet⸗ Loge (numerirt) 2 ℳ, (vordere Reihe) 2 ℳ 25 ₰ ꝛc.
r
Deutscher Personal-Kalender. 10. september-.
Moses Mendelsohn *.
Joh. Christoph Adelung †.
Joh. Ant. Leisewitz †. 8 11. september. Prinz Eugen von Savoyen schlägt ken bei Zenta.
1729. 1806.
die Tür-
1741. 1822.
Joh. Jacob Engel *. Olga Königin von Württemberg *. Joh. Wilh. Schirmer, Maler †.
Familien⸗Nachrichten.
Heute Nachmittag 3 ¾ Uhr folgte unser guter Vater, Schwieger⸗ und Großvater, der Königliche Kommissionsrath, Ritter ꝛc.
Friedrich Wilhelm Mücke im 79. Lebensjahre nach längerem Leiden seiner vor 3 Monaten vorangegangenen Gattin in die Ewigkeit nach. Friede seiner Asche.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 10., Nachm. 5 Uhr, v. d. Leichenhalle d. alten Nikolaikirchhofs (am Prenzl. Th.) aus statt.
Berlin, den 7. September 1876.
Die Hinterbliebenen.
Verlobt: Frl. Magdalene Seiffert mit Hrn. Gerichtsaktuar Hugo Naumann (Trebnitz — Posen).
Verehelicht: Hr. Major a. D. Hermann v. Ober⸗ nitz mit Frl. Clara Zacha (Bartenstein). — Hr. Premier⸗Lieutenant August Jobst v. Poepping⸗ hausen mit Frl. Marie v. Schütz (Wesel).
Geboren: Ein Sohn: Hrv. Pastor Heyn (Brietzig). — Hrn. Bergrath!Dr. Wedding (Berlin). — Hrn. Kreisrichter Frost (Bartenstein.)
Gestorben: Hr. Geh. Medicinalrath Dr. Wendt Tochter Julie (Obernigk). — Hr. Sanitätsrath Dr. August Emil Wagner (Torgau).
Steckbriefe und Untersuchungs⸗Sachen
Steckbrief. Gegen den Schneidermeister Ludwig Tute ist die gerichtliche Haft wegen Un⸗ terschlagung in den Akten T. 152. 1876 Kom. II. beschlossen worden. Die Verhaftung hat nicht ausgetührt werden können. Es wird ersucht, den zc. Tute im Betretungsfalle festzunehmen und mit allen bei ihm sich vorfindenden Gegenständen und Geldern an die Königliche Stadtvoigtei⸗Direktion hierselbst abzuliefern. Berlin, den 7. September 1876. Königliches Stadtgericht. Abtheilung für Unter⸗ suchungssachen. Kommission II. für Voruntersuchun⸗ gen. Beschreibung. Alter: 31 Jahre, geboren den 13. Mai 1845, Geburtsort: Adelebsen, Größe: 5 Fuß 4—5 Zoll, Haare: dunkelblond, Augenbrauen: dunkelblond, Kinn: rund, Nase: gewöhnlich, Mund: gewöhnlich, Gesichtsbildung: oval, Gesichtsfarbe: blaß, Zähne: vollständig, Gestalt: untersetzt, Sprache: deutsch.
Steckbrief. Gegen den Bahnbeamten Albert Eduard Schulz ist die gerichtliche Haft wegen Betruges in den Akten W. 428. de 1876 Komm. II. beschlossen worden Die Verhaftung hat nicht aus⸗ geführt werden können. Es wird ersucht, den ꝛc. Schulz im Betretungsfalle festzunehmen und mit allen bei ihm sich vorfindenden Gegenständen und Geldern an die Königliche Stadtvoigtei⸗Direktion
hierselbst abzuliefern. Berlin, den 7. September 1876.
Königliches Stadtgericht. suchungssachen. Kommission suchungen. den 22. September 1850, Geburtsort: Stettin, Größe: 5 Fuß 4 Zoll, Haare: schwarz, Augenbrauen: schwarz, Kinn: länglich, Nase: länglich, Mund: ge⸗ wöhnlich, Gesichtsbildung: länglich, Gesichtsfarbe: blaß, Zähne: gesund, Gestalt: untersetzt, Sprache: deutsch.
Steckbrief. Gegen den Bahnbeamten Robert Wendt ist die gerichtliche Haft wegen Betruges in den Akten W. 428 de 1876, Com. 2, S.en worden. Die Verhaftung hat nicht ausgeführt wer⸗ den können. Es wird ersucht, den ꝛc. Wendt im Betretungsfalle festzunehmen und mit allen bei ihm sich vorfindenden Gegenständen und Geldern an die Königliche Staͤdtvogtei⸗Direktion hierselbst abzu⸗ liefern. Berlin, den 7. September 1876. König⸗ liches Stadtgericht, Abtheilung für Untersuchungs⸗ sachen. Kommission II. für Voruntersuchungen. Beschreibung. Alter: 26 Jahre, geb. den 11. De⸗ zember 1849. Geburtsort: Elberfeld. Größe: 5 Fuß 6—7 Zoll. Haare: dunkelblond. Augen: graublau. Augenbrauen: dunkel. Kinn: oval. Nase: gewöhnlich. Mund: gewöhnlich. Gesichts⸗ bildung: oral. Gesichtsfarbe: gesund. Zähne: ge⸗ sund und vollzählig. Gestalt: schlank. Sprache: deutsch.
Abtheilung für Unter⸗ II. für Vorunter⸗
Steckbrief. Gegen den unten näher bezeichneten Bäckergesellen Johannes Herrmann Vierth aus Stettin, welcher in Ketzin in Arbeit stand und sich von da am 10. August cr. heimlich entfernte, ist die gerichtliche Haft wegen schweren Diebstahls aus §§. 242. 243 des Strafgesetzbuchs beschlessen worden. Es wird ersucht, auf den ꝛc. Vierth zu achten, ihn im Betre⸗ tungsfalle festzunehmen und mit allen bei ihm sich vorfindenden Gegenständen und Geldern mittels Transports an unsere Gefängniß⸗Inspektion hier⸗ selbst abzuliefern. 1876 Königliches Kreisgericht. Abtheilung I Signalement. Der Bäckergeselle Johannes Herr⸗
. General v. Tettau fällt bei Malplaquet f.
mann Vierth ist 26 Jahre alt, 5 Fuß groß, hat schwarze Haare, dunkle Augen, schwarzen Schnurr⸗
“ “
An Schlachtvieh war aufgetrieben. Schweine 1212 Stück, Schafvieh 785
Fleischpreise.
Rindvieh pre 100 Pfd. Schlachtgew. Schweine pro 100 Pfd. Schlachtgew. 60-62 Mrk. 55-56 Mrk. 49-51 Mr.
Beschreibung: Alter: 25 Jahr, geb.,
Potsdam, den 5. September
Stück,
höchster mittel niedrigste
— Mrk. 48-50 Mrk. 32-34 Mrk. Die
Montagspreise.
SSeesmes
Berlin-Stettiner Eisenbahn. Obligationen vom 1
Ins. in Nr. 212. —
Ausweilse ven Banken ete.
he Boden-Credit-Aktien-Bank. Status vom 31. August cr.; s. unter Ins. der Nr. 212. Hallescher Bankverein von Kulisch, Kaempf & Co. pr. ult. August cr.; s. Wochen-Uebersicht einer deutschen Zettelbank vom 7. Sep- tember; s. unter Ins der Nr. 212.
Status unter Ins. der Nr. 212.
Seneral-Versanmlungen.
Berliner Hotel-Gesellschaft. Ausserordentl. General- Versammlung zu Berlin.
Aktien-Gesellschaft für Pabrikatien von Elsenbahn- Material. Oberschlesische Eisenbahn. Breslau; s. Ins. mMünster-Enscheder Eisenbahn. Ord. Gen.-Vers. zu HMhünster; s. Ins. in Nr. 212 8 —
Ord. Gen.-Vers. zu Görlitz. Ordent. Gen.-Vers. zu
in Nr. 212. Auszahlungen. Oktober ab bei der Hauptkasse in Berlin; s.
TUsance.
Zinsberechnung bei Aktien der Provinzlal-Diskonto- Gesellschaft geschieht vom 11. d. M. ab in folgender Weise: auf 60 % Zinsen vom 1. Januar bis
vom 1. September bis zum betreffenden Tage des Abschlusses.
1. September, auf 40 % Zinsen
bart, blasse Gesichtsfarbe, ist schwächlicher Gestalt und bat als besonderes Kennzeichen einen sogenann⸗ ten wackligen Gang.
Offene Strafvollstreckungs⸗Requlsition. Vo⸗ dem seinem Aufenthalte nach unbekannten Tischler⸗ gesellen Johann Friedrich Ludwig Lack, am 31. März 1847 zu Borhagen bei Berlin geboren eine wegen Beleidigung und Erregung ruhestörenden Lärms rechtskräftig erkannte Geldstrafe von 24 ℳ und an Kosten 13 ℳ 55 ₰ eingezogen event. an denselben eine Haft von 6 Tagen vollstreckt werden. Wir ersuchen um Einziehung der Geldstrafe ꝛc. und Einsendung an uns, event. um Vollstreckung der Freiheitsstrafe und Mittheilung zu den Akten L. 284. 1874, Potsdam, den 2. September 1876.
Königliches Kreisgericht. Abtheilung I.
Gegen den Dragoner Carl Hugo Jagow, ge⸗ boren am 8. Jannar 1850 zu Basdorf, ist wegen Auswanderns ohne Erlaubniß nach §. 360 ad 3 des Reichs⸗Strafgesetzbuchs Anklage erhoben worden. Derselbe wird, da sein gegenwärtiger Aufenthalt un⸗ bekannt ist, hierdurch öffentlich aufgefordert, in dem auf den 7. Februar 1877, Vormittags 11 Uhr, vor dem Polizeirichter, Herrn Kreisrichter Althaus, anberaumten Termine zur festgesetzten Stunde zu er⸗ scheinen, die zu seiner Vertheidigung dienenden Be⸗ weismittel mit zur Stelle zu bringen oder dem Richter so zeitig anzuzeigen, daß sie noch zum Termine herbeigeschafft werden können. Im Falle des Ausbleibens des Angeklagten wird mit der Untersuchung und Entscheidung in contumaciam ver⸗ fahren werden.
Kdoöagigliche Kreisgerichts⸗Deputation.
Der Polizeirichter.
Offene Strafvollstreckungs⸗Requisition. Nach⸗ genannte Ersatz⸗Reservisten I. Klasse aus dm Grün⸗ berger Kreise: 1) Weißmann, Johann Friedrich Ernst, Pferdeknecht, geboren am 14. Februar 1845 zu Drentkau, 2) Schilf, Johann August, Maurer, ge⸗
boren am 9. September 1848 zu Schlabrendorf; 3) Kubaile, Johann Friedrich, Arbeiter, geboren
am 19. Dezbr. 1847 zu Friedersdorf; 4) Vogt, Jo⸗ hann Heinrich, Arbeiter, geboren am 18 August 1846 zu Karschiv, sind durch rechtskräftiges Erkenntniß des unterzeichneten Gerichts vom 16. Mai 1873 wegen unerlaubten Auswanderns zu je 10 Thaler Geld⸗ buße, im Unvermögen falle zu je 10 Tagen Haft verurtheilt worden. Alle Sicherheits⸗ und öffentlichen Behörden werden deshalb ersucht, auf dieselben zu
vigiliren und im Betretungsfalle der nächsten Ge⸗
richtsbehörde Anzeige zu machen, welche um Straf⸗ vollstreckung und Mittheilung an uns gebeten wird.
Grünberg, den 4. September 1876. Königliches
Kreisgericht. Abtheilung 1. Der Polizei⸗Richter.
Der Knecht Michagel Piatyszek aus Jarzynice
ist wegen Diebstahls zu verhaften und an das König⸗ liche Kreisgericht in Wollstein abzuliefern. Signale⸗ ment. 20 Jahre alt, 1 Mtr. 69 Ctm. groß, hell⸗ blond, bartlos, rother Gesichtsfarbe, ohne besondere Zeichen, der deuischen und polnischen Sprache mächtig; er trägt helle Beinkleider und einen blautuchenen, kurzen Rock und eine bläuliche Schild⸗Kutschermütze mit Silbertressen. Graetz, den 1. September 1876. Königliche Staatsanwaltschaft.
Steckbrief wider den wegen Diebstahls gerichtlich verfolgten Metzgergesellen Wilhelm Neumann von Wetzlar, mit Ersuchen um Festnahme und Nach⸗ richt anher. Cassel, den 6. September 1876.
Staats⸗Anwalt.
soll
Oranienburg, 1. September 1876. 17409];
—
Terminszimmer Nr. 1, auf den 22. Dezember 1876, Vormittags 12 Uhr, anberaumten Termine geltead zu machen, widrigenfalls die oben genannte Urkunde für kraftlos wird erklärt werden.
Fürstenwalde, den 4. September 1876.
Königliche Kreisgerichts⸗Kommission JI. Verkaufe, Verpachtungen, Submissionen ꝛc.
Zur Versteigerung von circa 296 Raummeter birken Kloben, 25 Raummeter birken Knüppel, 120 Raummeter erlen Kloben, 10 Raummeter erlen Knüppel, 16,187 Raummeter kiefern Kloben, 5680 Raummeter kiefern Knüppel auf dem König⸗
lichen Holzhofe zu Schoenau (Przechowo) wird hier⸗
durch Termin auf den 28. September d. Is,
Vormittags 11 Uhr, in dem Quastschen Gasthause
zu Schoenau (Przechowo) bei Schwetz anberaumt. Die wesentlichsten Verkaufsbedingungen sind folgende:
1) Die Anforderungspreise sind festgesetzt auf: 6 ℳ pro Raummeter birken Kloben, 5 ℳ pro Raum⸗ meter birken Knüppel, 5 ℳ pro Raummeter erlen Kloben, 4 ℳ pro Raummeter erlen Knüppel, 4 ℳ pro Raummeter kiefern Kloben, 3 ℳ pro Raum⸗
meter kiefern Knüppel. 2) Bei kleineren Holz⸗
quantitäten bis einschließlich 150 Raummeter i
der ganze Steigerungspreis sofort an den im Ter⸗ mine anwesenden Kassenbeamten zu erlegen. 3) Bei
größeren Holzquantitäten ist der vierte Theil des Kaufpreises sofort, der Restbetrag spätestens bis zum 31. Dezember d. Js. inklusive bei der König⸗ lichen Kreiskasse zu Schwetz einzuzahlen. Die wei⸗ teren Verkaufsbedingungen werden im Termine be⸗ kannt gemacht. Marienwerder, den 4. September 1876 Der Ober⸗Forstmeister. Peters.
Die Herstellung von 600 m: Dachfläche und 73 m2 Wand nebst 4 Thoren aus gewelltem Eisen⸗ blech, sowie die Lieferung der Eisenkonstruktionen zu
einer auf der hiesigen Kaiserlichen Werft zu er⸗ bauenden Eisengießerei sollen im Wege der öffent⸗ lichen Submission an einen Unternehmer verdungen werden.
Submissionsbedingungen, Zeichnungen nebst Ge⸗ wichtsberechnung und Anschlagsextrakt liegen in der diesseitigen Registratur zur Einsicht aus, wo auch Kopien gegen Erstattung der Kosten abgegeben
werden.
Termin zur Eröffnung der Offerten ist auf Freitag, den 22. September ecr., Mittags 12 Uhr, angesetzt, bis wohin Offerten mit Auf⸗ schrift:
„Offerte zur Lieferung der Eisenkonstruktion zur Eisengießerei“ [7411]
an uns einzusenden sind. Wilhelmshaven, den 8. September 1876. Kaiserliche Marine Hafenban⸗Kommission
Bekanntmachung.
Sonnabend, den 23. September d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, sollen in dem Bureau der unter⸗ zeichneten Fortifikation die für den Bau eines per⸗ manenten Werkes am Altenheimer Hofe benöthigten Erd⸗, Chaussirungs⸗, Mauer, Steinhauer⸗ und Spundmwand⸗Urbeiten inel. Materiallieferung durch unbeschrüäntie Submission in einem Loose ver⸗ geben werden.
Die zu stellende Kaution beträgt 20,000 ℳ.
Die allgemeinen und speziellen Bedingungen sind im Burean der Fortifikation während der Dienst⸗
¹ 1
stunden einzusehen oder können gegen portofreie Ein⸗
sendung von 7 ℳ abschriftlich mitgetheilt werden. Straßburg, den 7. September 1876. [7410] Kaiserliche Fortifikation.
HSnbhastatonen, Aufgebste, Vor⸗ b agungen n. dergl. “ Aufgebot eines Wechsels echsel, de dato Berlin, den 24. April 1876,
über 113 ℳ 2 ₰, gezogen von den Kaufleuten Bruck & Kurnicki auf Rudolf Lehne, Lands⸗ berger Chaussee, Weisensee bei Berlin und von die sem acceptirt, zahlbar am 30. Mai 1876 an die Ordre von Bruck & Kurnicki, ist Ende Juni oder Anfang Juli 1876 in der Registratur des unter⸗ zeichneten Gerichts verloren gegangen.
Der unbekannte Inhaber dieses Wechsels wird demnach aufgefordert, denselben spätestens zum 30. März 1877 dem unterzeichneten Gericht, Zimmerstraße Nr. 25, vorzulegen, da der Wechsel sonst für kraftlos erklärt werden wird.
Berlin, den 3. August 1876. [7379]
Königliches Kreisgericht. I. (Civil⸗) Abtheilung.
Proclama. Nachstehendes Hypothekendoku⸗ ment, eingetragen auf dem Grundstücke Wernsdorf Nr. 40, in der III. Abtheilung unter Nr. 5, über 300 Thlr. auf Grund der Verhandlung d. d. Stor⸗ kow, den 13. März 1861 ex decreto vom 20. März 1861, abgetreten laut Cession d. d. Wernsdorf, den 16. Mai 1862, an die verwittwete Bauer Gangk, geborne Krüger, zu Goersdorf, ist angeblich verloren gegangen. Es werden hiermit die unbekannten In⸗ haber, deren Cessionarien oder sonstige Rechtsnach⸗ folger aufgefordert, ihre Ansprüche spätestens in dem
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den 11. September, Abends.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den nachbenannten Offizieren die Erlaubniß zur An⸗ legung der ihnen verliehenen nichtpreußischen Ordens⸗Insignien zu ertheilen, und zwar: des Commandeurkreuzes zweiter Klasse mit Schwertern des Großherzoglich badischen Ordens vom Zähringer Löwen: 1 dem Oberst⸗Lieutenant Freiherrn von Schlotheim, Commandeur des Nassauischen Feld⸗Artillerie⸗Regiments Nr. 27; des Kaiserlich russischen St. Wladimir⸗DOrdens vierter Klasse: dem Rittmeister von Rabe, aggregirt dem Ostpreußischen Kürassier⸗Regiment Nr. 3 Graf Wrangel, kommandirt als Ad⸗ jutant zum Ober⸗Befehlshaber der Truppen in den Marken; des Kaiserlich russischen St. Annen⸗Ordens b dritter Klasse: — dem Premier⸗Lieutenant von Hertzberg vom Kaiser Alexander⸗Garde⸗Grenadier⸗Regiments Nr. 1; sowie des Ritterkreuzes erster Klasse des Königlich würt⸗ tembergischen Friedrichs⸗Ordens: 1 dem Premier⸗Lieutenant von Rohrscheidt, à la suite des Kadetten⸗Corps und Militärlehrer beim Kad⸗ttenhause in Berlin.
Deutsches Reich.
Am 16. September d. J. werden in den im Regierungsbezirke Trier belegenen Orten Gerolstein, Saarlouis⸗Fraulautern und Völklingen Telegraphenanstalten mit beschränktem Tagesdienst und in dem in demselben Regierungsbezirk belegenen Orte Saar⸗ brücken⸗St. Johann und zwar auf dem Bahrhofe eine mit dem Bahnhofs⸗Zweigpostamte vereinigte Telegrammannahmestelle eröffnet
werden. Trier, den 9. September 1876. Der Kaiserliche Ober⸗Postdirektor.
In Stolzenau wird am 1. Oktober d. J. ein mit der Post⸗ anstalt vereinigtes Telegraphenamt mit beschränktem Tagesdienste
eröffnet. 8 Bremen, den 9. September 1876. 1 Der Kaijserliche Ober⸗Postdirektor.
8 Elsaß⸗Lothringen. “ Die von den Notabeln des Handelsstandes aus dem Be⸗ zirk des Handelsgerichts zu Colmar getroffenen Wahlen des Tuchhändlers Eduard Chevalier in Colmar zum Präsi⸗ denten, des Hutfabrikanten Mathias Ehretsmann und des Spmmnereibesitzes Leo Stöcklin daselbst zu Richtern, des Seifenfabrikanten PFaver Thomas in Colmar, des Mühlen⸗ besitzers und Getreidehändlers Johann Ruhland in Münster und des Färbereibesitzers Paul Scheurer in Colmar zu Er⸗ gänzungsrichtern bei dem Handelsgerichte zu Colmar haben die Allerhöchste Bestätigung erhalten.
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Königreich Preußen. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den seitherigen Rechtsanwalt beim Ober⸗Tribunal, Justiz⸗ Rath Schmückert, zum Ober⸗Verwaltungsgerichts⸗Rath und ständigen Mitgliede des Ober⸗Verwaltungsgerichts; sowie den Regierungs⸗Rath Fritsch in Breslau zum Ober⸗ Regierungs⸗Rath zu ernennenz; dem Kreisgerichts⸗Sekretär Schulz in Aschersleben bei seiner Versetzung in den Ruhestand den Charakter als Kanzlei⸗ Rath zu verleihen; und den früheren Bürgermeister der Stadt Osnabrück, Ober⸗ Bürgermeister Miquel, der von den städtischen Kollegien in Osnabrück auf dessen Lebenszeit getroffenen Wiederwahl gemäß, als Büx germeister der gedachten Stadt mit dem Titel „Ober⸗ Bürgermeister“ zu bestätigen. Ministerium der geistlichen, Unterrichts⸗ und 8 Medizinal⸗Angelegenheiten. Dem ordentlichen Lehrer Heinrich Meyer an der höheren Bürgerschule zu Geisenheim ist das Pradikat „Oberlehrer“ bei⸗ gelegt worden. .
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Justiz⸗Ministerium. Der Advokat Lax in Duderstadt ist zugleich zum Notar für den Bezirk des Königlichen Obergerichts in Göttingen mit Anweisung seines Wohnsitzes in Duderstadt ernannt worden.
Bekanntmachung.
Des Khönigs Majestät haben die Einberufung des Pro⸗ vinzial⸗Landtages der Provinz Preußen zum 26. d. Mts. zu genehmigen geruht.
Die Eröffnung des qu. Landtages wird an dem gedachten Tage um 12 Uhr Mittags in dem Saale der Deutschen Ressource hierselbst stattfinden.
Königsberg, den 8. September 1876.
Der Königliche Kommissarius, Ober⸗Präsident der Provinz Preußen. In Vertretung:
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Die heutige Kummer des Deutschen Reichs⸗ und Königlich Preußischen Staats⸗Anzeigers enthält in der Central⸗Handels⸗Register⸗Beilage:
Nr. 173 der Tarif⸗ w. Veränderungen d
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” Nichtamtlich e 1“ 1 Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 11. September. Ueber den Aufenthalt Ihrer Kaiserlichen Majestäten in Merseburg und den den Besuch Ihrer Majestät der Kaiserin⸗Königin in Erfurt gehen uns unterm 10. d. folgende Mittheilungen zu:
Se. Majestät der Kaiser und König ließen in Folge des ungünstigen Wetters das für gestern, den 9. d. Mts., angesetzte Corps⸗Manöver des IV. Armee⸗Corps gegen einen markirten Feind ausfallen, nahmen im Laufe des Vormittags Vorträge entgegen und empfingen den General⸗Feldmarschall Grafen Moltke, sowie den Kriegs⸗Minister, General der Infan⸗ terie von Kameke.
Ihre Majestät die Kaiserin⸗Königin empfing in Merseburg den Besuch Sr. Majestät des Königs von Sachsen und der dort anwesenden Hohen Gäste. Nach dem großen Diner fand vorgestern die Vorstellung der anwesenden Fremden und Abends eine kleinere Theegesellschaft statt, während welcher die Kriegervereine Se. Majestät dem Kaiser und König ein Ständchen brachten.
Gestern Vormittag begab Sich Ihre Majestät die Kaiserin⸗ Königin mit Allerhöchstihrem Gesolge und der Ober⸗Präsidentin Frau v. Patow mittelst Extrazuges nach Erfurt. Die ganze Stadt hatte sich in ein festliches Gewand gekleidet und brachte der Kaiserin ihre Huldigungen in ächt patriatischer Weise dar. Sämmtliche Häuser waren geschmückt; die Innungen, die Feuer⸗ wehr und die Schulen bildeten Spalier. Einen großartigen An⸗ blick bot die Treppe zum hohen, ehrwürdigen Dome, welche von weißgekleideten Mädchen bedeckt war, in deren Mitte hinaufsteigend Ihre Majestät die Kaiserin das alte Gotteshaus be⸗ suchte. Vor dem Rathhaus waren Magistrat und Stadtverordneten versammelt, welche Ihre Majestät bei Besichtigung dieses Gebäu⸗ des geleiteten. Der Weg nach dem Steigerwald, wo die Gebäude der Ausstellung errichtet sind, war nicht minder geschmückt, als die Stadt selbst. Ihre Majestät, welche das Protektorat der Gartenausstellung übernommen hat, wurde daselbst von dem Comité empfangen, und erfreute Sich an dem Anblick der in Erfurt so besonders gepflegten und erfolgreichen Blumen⸗ und Obst⸗ zucht, deren Produkte aufs sinnreichste aufgestellt waren. Bei Darreichung der Ihrer Majestät der Kaiserin dargebotenen Erfrischungen hatte Allerhöchstdieselbe die Gnade, auf das Wohl der Stadt Erfurt mit folgenden Worten zu trinken:
„Ich freue Mich, in Meiner Heimath Thüringen für den Mir gewordenen Empfang herzlich danken und der getreuen Stadt Erfurt Meine besten Wünsche für ihr ferneres Gedeihen aussprechen zu können.“
Beim Verlassen Erfurts verabschiedete Sich die Kaiserin von den Behörden und Vertretern der Stadt, und wurde überall enthusiastisch begrüßt. Auf der Durchreise besichtigte Ihre Majestät in Naumburg die Restaurirungsarbeiten des Doms und traf gegen Abend in Merseburg wieder ein.
Bei Sr. Majestät hatte daselbst Nachmittags ein Diner von ungefähr 130 Gedecken stattgefunden, zu welchem die Spitzen der Civil⸗ und Militärbehörden, sowie die Landstände der Provinz Einladungen erhalten hatten. 1 Abends um 8 Uhr begann das von den Ständen Ihren Kaiserlichen Majestäten gegebene Fest. Zur Abhaltung desselben war an den Schloßgartensaal eine 180 Fuß lange, 87 Fuß breite Halle mit einem der Länge nach dreitheiligen Dach versehen, welches von 10 Bindern zu je 3 Sprengwerken getragen wurde, angebaut worden. Der für die Tanzenden bestimmte mittlere säulenfreie Raum umfaßte ca. eine Fläͤche von 285 Qu.⸗Meter. Den Zu⸗ gang zu den Festräumen bildete eine mit Immergrün dekorirte Eintrittshalle; dieselbe führt links in den für die Aller⸗ höchsten Herrschaften und die Fürstlichkeiten reservirten, zu einem Empfangssalon verwandelten Theatersaal, der mit rothen Draperien dekorirt und mit rothseidenen Möbeln aus⸗ gestattet war. Den Plafond des Saales schmückte in architek⸗ tonischer Malerei ein großes Mittelfeld, in welchem man einen deutschen Reichsadler von zwei preußischen und zwei sächsischen Wappen umschlossen erblickte. Von dem Mittelfeld aus zogen sich arabeskenartige Verzierungen mit den kleineren sächsischen Provinzialwappen. Um beide Gruppen legte sich ein Bries, ent⸗ haltend die Wappenschilder der hervorragendsten Familien der Provinz Sachsen. An diesen reservirten Salon schloß sich die von 8 umkränzten Sandsteinsäulen getragene Vorhalle des großen
Ballsaales. Die innere Wand desselben war meergrün drappirt;
Reichs⸗Adlern schmückten dieselbe. Reiche schwarz und weiße Lambrequins mit preußischen Adlern in Silber krönten den heraldischen Wandschmuck. Das Ianere des Ballsaales bildete einen rechteckförmigen Raum, der von 16 Säulen in drei Längs⸗ felder getheilt wurde. An den Säulen waren Gruppen von
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Wappenschilde mit Gruppen von sächfischen, preußischen und
Fahnen und Wappen, welche aus mit Schlingpflanzen umrankten Blumenschalen herauszuwachsen schienen.
Am Eingang spendeten zwei reich mit Bronce ornamentirte Gartenfontainen Kühlung. Am entgegengesetzten Ende des Saales, nach der Gartenseite hin, verbreitete ein künstlicher Wasserfall, von Felsstücken und Blattgewächsen umrahmt, be⸗ lebende Frische. 28 Lustres von Bronce und Crystall über⸗ gossen den Saal mit blendender Helle.
Eine mit Topfgewächsen und Sophas gebildete Scheidewand grenzte den zum Soupiren bestimmten Raum, in welchem Buffets für die eingeladene Gesellschaft aufgestellt waren, gegen den Tanzsaal hin ab.
Bemerkenswerth durch den Reichthum der Anordnung und den künstlerischen Geschmack war der Blumenschmuck der Kaiser⸗ lichen Tafel, welche in dem eine Treppe hoch gelegenen Speise⸗ saal für die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften aufge⸗ stellt war.
Nachdem sich gegen 8 Uhr die zu dem Feste eingeladene Gesellschaft in dem Hauptsaal versammelt hatte, trafen auch die Königlichen Prinzen und die Fürstlichkeiten ein. Gegen 9 Uhr erschienen Se. Majestät der Kaiser mit Ihrer Majestät der Kaiserin und Se. Majestät der König von Sachsen. Der Kaiser trug die Uniform des Grenadier⸗Regiments Nr. 101, der Köxig die Uniform des Dragoner⸗Regiments Nr. 10, der Prinz Georg von Sachsen die des Altmärkischen Ulanen⸗Regi⸗ ments Nr. 16.
Nach kurzem Verweilen in dem Empfangssalon wurde das glänzende Fest von den Majestäten durch eine Polonaise er⸗ eröffnet, in welcher Se. Majestät der König von Sachsen Ihre Majestät die Kaiserin⸗Königin geleitete, worauf der allgemeine Tanz seinen Anfang nahm. Während desselben fanden zahl⸗ reiche Vorstellungen von Herren und Damen statt.
Se. Majestät der Kaiser ließen Sich durch den Landtags⸗ Marschall der Provinz Sachsen, Grafen zu Stolberg⸗Wernigerode, Kaiserlichen Botschafter in Wien, der zu diesem Zwecke in Merse⸗ burg eingetroffen war, die Mitglieder des Provinziallandtages präsentiren und richteten an jeden derselben einige gnädige Worte.
Gegen 10 Uhr fand ein Souper statt, zu welchem Sich der Allerhöchste Hof in die reservirten oberen Räume begab, wäh⸗ rend die Gesellschaft an die im hinteren Raume des Ballsaales aufgestellten Buffets trat.
Bei der Tafel brachte der Landtags⸗Marschall Graf zu Stolberg das Wohl Sr. Majestät aus, und betonte dabei, wie die Provinz Sachsen in u verbrüchlicher Treue Allerhöchstden⸗ selben und dem ganzen Königlichen Hause ergeben sei. Se. Majestät dankten in Erwiderung des Toastes mit einem Hoch auf die Prooinz. Gegen 1 Uhr verließen die Allerhöchsten Herrschaften das Fest.
Am Sonntage wohnten Beide Kaiserliche Majestäten mit den anwesenden Fürstlichkeiten dem Gottesdienste in der Schloß⸗ und Domkirche bei. Se. Majestät der Kaiser nahmen dann an dem Allerhöchstdenselben zu Ehren von dem Offiziercorps des Thüringischen Husaren⸗Regiments veranstalteten Dejeuner Theil, während Ihre Majestät die Kaiserin⸗Königin einige Wohl⸗ thätigkeitsanstalten der Stadt besuchte. Um 3 Uhr wohnten Beide Majestäten dem Orgelconcert in der Domkirche bei, das von dem Königlichen Musik⸗Direktor Engel geleitet und unter Mitwirkung des Haßlerschen Gesangvereins aus Halle aus⸗ geführt wurde.
Zu dem Diner waren die Stände und die Spitzen der Be⸗ hörden geladen. 1t
Heute, nach dem Manöver und dem Diner, wird Ihre Majestät die Kaiserin⸗Königin nach Frankfurt a. M. und Baden⸗Baden abreisen.
— Der Toast, mit welchem der General der Infanterie von Blumenthal bei dem Paradediner ar 8. d. M. in Merseburg, den von Sr. Majestät ausgebracchten Trinkspruch auf das Wohl des IV. Armee⸗Corps beant vortete, lautete un⸗ gefähr folgendermaßen:
Ew. Majestät kann ich versiche en, daß jeder Mann des IV. Armee⸗Corps die hohe ehrenvolle Bedeutung des heutigen Tages, an welchem dem Armee⸗Corps „m ersten Mal seit dem Kriege wieder das Glück zu Theil wird, Ew. Majestät in seiner Mitte zu wissen, tief im. fühlt, und seine ganze Kraft einsetzen wird, ssich bie Zufriedenheit Ew. Majestät, welche Ew. Majestät heut beretzts dem Corps auezusprechen die Gnade gehabt haben, auch ferner zu erhalten. Ich burge fuͤr jeden Offizier und jeden Mann bis um jüngsten Rekruten hinunier, daß uns alle nur das eine Gefüh beseelt, Ew. Majestät mit alter preußischer Treue zu dienen un. o Gut und Blut freudig für Ew. Majestät ein⸗ zusetzen und hinzryegeben.
Ew. Majestät wolle mir als Ausdruck dieses Gefühles anädigst gestatten, im Namen des IV. Armee⸗Corps zu rufen: Se. Majfestät. unser allergnädiaster Kaiser, König und Kriegsherr, Er lebe hoch!
— Den ordentlichen Mitgliedern (membres effectifs) des diesjährigen internationalen Kongresses Brüssel für Gesundheitspflege und Rettungswesen ist nicht nur auf den belgischen Staatsbelgnen und verschiedenen belgischen Privatbahnen, sondern an⸗ 8 aischen Eisenbahn (Düsseldorf, Woln,
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1 Coblenz, Bingen ꝛc.) eine Tarifermäßigung von 50 Prozent für die Zeit vom 15. September pis 15. Oktober d. J. zugestanden worden. Als
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